Alexanderplatz 2025: Berlins neue Skyline – Alles über die Hochhaus-Bauprojekte Covivio Tower & The Berlinian

Wird der Alexanderplatz zu Berlins eigenem Manhattan?

Der Berliner Alexanderplatz gilt seit Jahren als einer der meistdiskutierten Plätze Deutschlands. Laut einer Umfrage geben fast 74 % der Befragten an, den Platz eher ungern aufzusuchen – zu grau, zu leer, zu wenig Aufenthaltsqualität. Doch genau das soll sich in den kommenden Jahrzehnten radikal ändern. Mit bis zu 13 geplanten Hochhäusern steht dem Alexanderplatz seine wohl größte bauliche Transformation seit der DDR-Ära bevor.

Der Masterplan: Berliner Manhattan seit 1993

Was viele nicht wissen: Den Masterplan für einen grundlegend neuen Alexanderplatz gibt es bereits seit 1993. Die Architekten Hans Kollhoff und Helga Timmermann entwarfen damals ein Konzept im Stil eines „Berliner Manhattans" – mit mehreren Hochhäusern, die die Skyline der Hauptstadt neu definieren sollen. Jahrzehntelang passierte wenig. Doch aktuell sind gleich zwei Türme gleichzeitig im Bau: der Covivio Tower und The Berlinian (ehemals MYND Tower).

Covivio Tower: Wohnen, Arbeiten und Geothermie auf 130 Metern

Der Covivio Tower, geplant vom Architekturbüro Sauerbruch Hutton, wird nach Fertigstellung rund 130 Meter hoch sein und 33 oberirdische Geschosse umfassen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf geschätzte 530 Millionen Euro, die Fertigstellung ist für Ende 2026 bis Mitte 2027 geplant.

Das Besondere: Der Turm setzt als erster Wolkenkratzer Berlins in großem Umfang auf Geothermie zur Energieversorgung. Die Gründungspfähle werden energetisch aktiviert, um dem Boden Wärme zu entziehen oder zuzuführen – ein technischer Meilenstein im deutschen Hochhausbau. Das Gebäude strebt zudem eine LEED-Gold-Zertifizierung an.

Innen entsteht ein Mix aus rund 220 Wohnungen, Co-Living-Einheiten, Flex-Offices und Gastronomieflächen. Eine Kita im Gebäude, ein öffentlicher Dachgarten sowie ein begrünter Innenhof mit Bambuswald runden das Konzept der „vertikalen Stadt" ab.

Baustopp wegen absackender U-Bahn

Der Bau verlief nicht ohne Komplikationen: Die U-Bahn-Linie U2 musste zeitweise gesperrt werden, nachdem der Tunnel unter den Bauarbeiten um vier Zentimeter abgesackt war. Covivio übernahm alle Sanierungskosten und verursachte damit einen neunmonatigen Bauverzug – ein Beispiel dafür, wie komplex das Bauen über einem der meistfrequentierten U-Bahn-Knotenpunkte Europas ist.

The Berlinian: Büroturm mit Skylounge und 146 Metern Höhe

Das zweite Hochhaus im Bau, The Berlinian (Architekturbüro Kleinhues + Kleinhues), überragt den Covivio Tower noch: Mit 146 Metern und 34 Stockwerken wird es das höhere der beiden Gebäude. Der Rohbau wurde im Dezember 2025 fertiggestellt, das Richtfest im Januar 2026 gefeiert. Die Fertigstellung ist für Mitte 2027 geplant.

Im Fokus stehen hier Büroflächen, eine öffentlich zugängliche Dachterrasse mit Blick auf den Fernsehturm sowie eine Skylounge mit Konferenzetage im 34. Stockwerk. Nachhaltig ist auch dieses Projekt: Verglichen mit konventionellen Bauweisen wurde der Betonanteil um rund 30 % reduziert. Eine 3.900 m² große Anlage zur regenerativen Stromerzeugung sowie die Nutzung von rund 600 m³ Regenwasser jährlich ergänzen das Konzept.

Wie viele Hochhäuser kommen noch?

Neben Covivio Tower und The Berlinian stehen zwei weitere Projekte in den Startlöchern: Der Hines Tower wartet noch auf Genehmigungen, der Monarch Tower (auch Alexander Tower) steht seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine still. Ob und wann alle 13 geplanten Türme tatsächlich gebaut werden, bleibt offen – aber die Richtung ist klar.

Der Alexanderplatz befindet sich im Wandel. Ob das „Berliner Manhattan" am Ende Realität wird und wie sich das Stadtgefühl dadurch verändert, werden die nächsten Jahrzehnte zeigen.

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