Stuttgart 21 sollte längst eröffnet sein, doch technische Probleme, Kostensteigerungen und Verzögerungen prägen das Projekt bis heute. Die Chronik zeigt zentrale Meilensteine – und warum nun feststeht, dass auch 2026 keine Inbetriebnahme erfolgt.
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Stuttgart 21 sollte längst eröffnet sein, doch technische Probleme, Kostensteigerungen und Verzögerungen prägen das Projekt bis heute. Die Chronik zeigt zentrale Meilensteine – und warum nun feststeht, dass auch 2026 keine Inbetriebnahme erfolgt.
Stuttgart 21 umfasst weit mehr als den Bau eines neuen Hauptbahnhofs. Das Projekt verändert den gesamten Bahnknoten der Region, inklusive neuer Tunnelstrecken, modernisierter Zulaufgleise und der Anbindung an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz.
Gleichzeitig entstehen durch die Verlegung des Bahnhofs unter die Erde neue Flächen für Stadtentwicklung und Grünräume. Dadurch ist Stuttgart 21 sowohl ein verkehrliches Infrastrukturprojekt als auch ein städtebauliches Jahrhundertvorhaben.
Stuttgart 21 ist ein umfangreiches Verkehrs- und Städtebauprojekt, das den bisherigen Kopfbahnhof durch einen modernen unterirdischen Durchgangsbahnhof ersetzen soll. Ziel ist es, die Kapazität zu erhöhen, Reisezeiten zu verkürzen und den Bahnverkehr effizienter zu gestalten.
Zusätzlich werden große innerstädtische Flächen frei, die für Wohnen, Arbeiten und Grünanlagen genutzt werden sollen. Trotz dieser ambitionierten Ziele war das Projekt von Beginn an umstritten und von Verzögerungen begleitet.
Im Jahr 2019 sollte das Projekt ursprünglich längst abgeschlossen sein – dieser Termin galt einmal als realistischer Eröffnungszeitpunkt. Doch schon damals war klar, dass Stuttgart 21 weit über den vorgesehenen Zeitplan hinausging.
Die Bauarbeiten an Tunnelröhren, Schächten und dem Tiefbahnhof liefen zwar auf Hochtouren, doch zentrale technische Schritte standen noch aus. Gleichzeitig stiegen die Kosten weiter, und die Kritik an der Projektsteuerung nahm deutlich zu.
In den darauffolgenden Jahren erreichte Stuttgart 21 mehrere bauliche Meilensteine: Tunnelabschnitte wurden fertiggestellt, und die charakteristische Bahnhofshalle wuchs sichtbar in die Höhe. Dennoch musste die geplante Inbetriebnahme immer weiter verschoben werden.
Ursprünglich war sogar einmal ein Start im Jahr 2019 vorgesehen, später dann ein Zeitraum zwischen 2025 und 2026. Gründe dafür waren komplexe technische Anforderungen, hohe Sicherheitsauflagen und langwierige Genehmigungsprozesse.
2023 und 2024 wurde die Situation nochmals kritischer: Die Kosten stiegen auf über elf Milliarden Euro, und neue Engpässe wurden sichtbar. Besonders der „Digitale Knoten Stuttgart“, ein zentrales Element der hochmodernen Signal- und Zugsteuerung, erwies sich als technisch anspruchsvoll.
Auch der Innenausbau und zahlreiche Abnahmen verzögerten sich erheblich. Zwar präsentierte die Bahn sichtbare Fortschritte, doch der Gesamteindruck blieb geprägt von Unsicherheit.
Offiziell galt lange Dezember 2026 als neuer Zieltermin für die Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs. Doch inzwischen ist bestätigt, dass auch dieser Zeitrahmen nicht eingehalten werden kann. Sowohl technische Zulassungsverfahren als auch die komplexe Abstimmung zwischen digitaler Infrastruktur und Tunnelbetrieb machen eine Eröffnung 2026 unmöglich.
Damit bleibt Stuttgart 21 weiterhin ein Beispiel für die Herausforderungen großer Infrastrukturprojekte in Deutschland.
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Facility Management entwickelt sich vom klassischen Dienstleister zum strategischen Partner für nachhaltiges Immobilienmanagement. Geiger FM zeigt, wie Nachhaltigkeit gleichzeitig Transformationstreiber sein kann.
Facility Management ist längst mehr als nur Reinigung, Technik und Instandhaltung von Immobilien. Mittlerweile ist das oft als altbacken dargestellte Facility Management eine Schlüsselbranche für Nachhaltigkeit.
Die nachhaltige Gebäudebewirtschaftung ist ihres Zeichens ein zentraler Hebel für die Erreichung von ESG-Zielen. Gebäude verursachen weltweit rund 40 Prozent der CO₂-Emissionen – und wer diese Bilanz verbessern will, kommt an intelligenten, integrierten FM-Konzepten nicht vorbei.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen. Betreiber müssen Ressourcen sparen, Kosten optimieren und den Mitarbeitenden vor Ort gute Arbeitsbedingungen bieten. Digitalisierung, Automatisierung und ein ganzheitlicher Blick auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte prägen den Wandel vom reinen Dienstleister hin zum nachhaltigen Partner im Immobilienbetrieb.
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Die Branche erlebt derzeit einen Paradigmenwechsel. Facility Manager werden zunehmend zu Gestaltern nachhaltiger Immobilienstrategien – sie optimieren nicht nur den laufenden Betrieb, sondern leisten aktive Beiträge zum Klimaschutz. Energieberatung, CO₂-Reporting und Gebäudebewertungen nach ESG-Kriterien gehören ebenso dazu wie intelligente Modernisierung und Effizienzmonitoring.
Ein Beispiel für diesen Wandel liefert Geiger Facility Management. Das Unternehmen setzt auf ein eng verzahntes Zusammenspiel aus technischem, infrastrukturellem und integriertem Facility Management.
Über die firmeneigenen Ingenieurbüros – die „Family of Engineering“ – unterstützt Geiger FM Kunden bei energetischen Sanierungen, bei der Planung technischer Anlagen oder bei DGNB-Zertifizierungen. So wird Nachhaltigkeit nicht als Zusatzleistung, sondern als Kernprinzip verstanden.
„Nachhaltigkeit lebt man nicht über Berichte, sondern über Entscheidungen im Alltag – von der Planung technischer Anlagen über die energetische Sanierung bis hin zur ressourcenschonenden Reinigung und Instandhaltung. Bei Geiger FM haben wir Nachhaltigkeit deshalb fest im Kern unseres Geschäftsmodells verankert und verstehen sie nicht als zusätzliche Leistung. Entscheidend ist für uns, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte immer gemeinsam zu denken und für unsere Kunden echte Wirkung zu erzielen.“
Thomas Braun, Geschäftsführender Gesellschafter von Geiger FM
Auch die Digitalisierung verändert den Gebäudebetrieb grundlegend. Sensorik, Datenanalysen und Robotik ermöglichen ein bedarfsgerechtes, ressourcenschonendes Arbeiten. „Smart Cleaning“ ist eines der Schlagworte dieser Entwicklung – datenbasierte Reinigung, die sich an Raumbelegung und Nutzung orientiert, spart Energie, Material und Zeit.
Geiger FM zählt hier zu den Vorreitern: Mehr als 200 Reinigungsroboter sind bereits bundesweit im Einsatz, um Teams zu entlasten und gleichbleibend hohe Qualität zu sichern. Die Robotik ergänzt die menschliche Arbeit sinnvoll und ersetzt sie nicht. So entsteht ein modernes Zusammenspiel, welches von Technik und Teamgeist geprägt ist.
„Digitalisierung ist für uns ein Werkzeug, kein Selbstzweck – sie soll Menschen entlasten, nicht ersetzen. Unsere Teams bleiben der zentrale Erfolgsfaktor, und moderne Technologien wie Robotik unterstützen sie dort, wo es sinnvoll ist. Indem wir Innovation und Wertschätzung verbinden, schaffen wir eine Arbeitswelt, in der Effizienz und Menschlichkeit im Gleichgewicht bleiben“, betont Thomas Braun.
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Nachhaltigkeit im Facility Management bedeutet mehr als Energieeffizienz. Sie umfasst auch soziale Verantwortung – faire Arbeitsbedingungen, Integration und Weiterbildung. Geiger FM engagiert sich in diesem Bereich durch eine eigene Schulungsakademie, gezielte Förderprogramme und Projekte wie zum Beispiel den Sternenhimmel Allgäu e. V. oder die Inklusionswäscherei Integratex.
Das Unternehmen ist Unterzeichner der Charta der Vielfalt und des UN Global Compact und integriert so ökologische, soziale und ökonomische Ziele in eine gemeinsame Unternehmensstrategie.
Die Anforderungen an professionelles Gebäudemanagement steigen – ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Facility Manager, die Nachhaltigkeit, Technik und Menschlichkeit verbinden, werden zu echten Partnern der Immobilienwirtschaft.
Geiger FM zeigt, wie das gelingen kann: mit technologischem Know-how, Ingenieurkompetenz und einem klaren Wertekompass. Das Unternehmen steht exemplarisch für die neue Generation von Facility Managern – modern, verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert.
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Die erst 2025 eröffnete Hongqi-Brücke in der chinesischen Provinz Sichuan ist infolge eines Erdrutsches teilweise eingestürzt. Dank früh entdeckter Risse wurde das Bauwerk rechtzeitig gesperrt, wodurch es keine Verletzten gab. Der Vorfall wirft Fragen zur Bauqualität, zur geologischen Risikobewertung und zu Chinas Infrastrukturpolitik auf.
In der südwestchinesischen Provinz Sichuan ist am 11. November ein Teil der Hongqi-Brücke teilweise eingestürzt – weniger als ein Jahr nach ihrer Fertigstellung. Die Brücke überspannte den Dadu-Fluss und war eine strategisch wichtige Verbindung zwischen dem Landesinneren und Tibet.
Laut offiziellen Angaben war das Bauwerk bereits am Vortag gesperrt worden, nachdem Risse im Straßenbelag und Verschiebungen im Hang erkannt worden waren. Als die Brücke einstürzte, waren keine Fahrzeuge mehr auf der Brücke.
Bereits am Montag vor dem Einsturz hatten Ingenieure eine Verformung des Berghangs festgestellt und Risse in der Fahrbahn dokumentiert. Diese Warnsignale führten umgehend zur Sperrung des Brückenabschnitts sowie zur Umleitung des Verkehrs auf der Autobahn 317.
Zudem wurden Kontroll- und Absperrmaßnahmen eingeleitet – laut lokalen Medien wurden Warnschilder aufgestellt. Es scheint, als ob die rasche Reaktion hier offenbar eine Tragödie verhinderte.
Nach aktuellen Erkenntnissen führte ein Erdrutsch zu der Katastrophe: Das instabile Gelände am Flussufer gab nach, was die Zufahrtsbrücke und das Straßenbett zum Einsturz brachte. Steile Hänge und tektonische Bewegungen können große Herausforderungen für den Brückenbau darstellen.
Die Hongqi-Brücke war ein Prestigeprojekt: Mit einer Länge von 758 Metern und einer Höhe von rund 172 Metern galt sie als wichtiger Meilenstein für die Infrastruktur in der bergigen Region. Der Bau wurde von der Sichuan Road & Bridge Group durchgeführt. Die Brücke verband Tunnel auf beiden Seiten der Schlucht.
Der Einsturz löst nicht nur technische, sondern auch politische Diskussionen aus: Kritiker sehen in dem Vorfall ein Beispiel für die Risiken der rasant vorangetriebenen Infrastrukturentwicklung in geologisch sensiblen Regionen.
Noch ist offen, ob konkret Planungsfehler, Materialmängel oder Umweltfaktoren wie der nahe Staudamm eine Rolle gespielt haben. Der Vorfall könnte aber künftig strengere Richtlinien für Bauwerke zur Folge haben.
Zur Dauer des Brückenbaus lassen sich keine verlässlichen Angaben finden. Der Sachverhalt ist aber interessant, da Deutschland aktuell und schon seit Jahren tief in der Debatte “Wie können wir schneller bauen?” steckt. Als Beispiel wird oft und gerne China herangezogen, als Land, in dem Tatendrang und Pragmatismus regieren und das Ziel der zügigen Umsetzung im Vordergrund steht.
Doch kann eine schnelle Umsetzung im Bau tatsächlich auch lebensgefährliche Konsequenzen haben? Und gibt es vielleicht einen gesunden Mittelweg zwischen leichtsinnigem Pragmatismus und deutschem Überregulierungswahn?
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Die Digitalisierung macht Gebäude smarter – und Aufzüge spielen dabei eine Schlüsselrolle. Intelligente Aufzugstechnologien werden zum Rückgrat moderner Gebäude und ermöglichen zukunftsweisende Mobilitätslösungen – von vorausschauender Wartung bis zur Interaktion mit Servicerobotern.
Die fortschreitende Digitalisierung aller Bereiche unseres Lebens verändert auch zunehmend die Infrastruktur städtischer Gebäude. Moderne Technologien ermöglichen heute die Integration verschiedener Gebäudesysteme in ein einziges intelligentes Ökosystem. Für Betreiber bedeutet dies eine Steigerung der Effizienz. Für Nutzer bedeutet dies mehr Sicherheit und Komfort.
Digitale Lösungen bieten sowohl Betreibern als auch Nutzern neue Möglichkeiten, insbesondere im Bereich der Mobilität innerhalb von Gebäuden. Die Integration intelligenter Aufzugstechnologien ist beispielsweise Teil ganzheitlicher, digitaler Gebäudekonzepte.
Im Bereich der Aufzugstechnologie zeigt Otis, wie Digitalisierung und Vernetzung Aufzüge verändern können. Schließlich erwarten Kunden und Fahrgäste heute maximale Transparenz und Reaktionsfähigkeit – jederzeit und überall.
Otis ONE™ ist eine IoT-basierte Lösung, die Aufzugsdaten kontinuierlich in Echtzeit überwacht und analysiert, wodurch Wartungsbedarf frühzeitig erkannt und Ausfallzeiten minimiert werden können.
Die API-Schnittstelle Otis Integrated DispatchTM (OID) geht noch einen Schritt weiter: So können Aufzüge beispielsweise nahtlos mit autonomen Servicerobotern kommunizieren, die Snacks und Getränke direkt auf die Hotelzimmer liefern – zu jeder Tageszeit.
Was vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction klang, ist heute Realität. OID ist an über 100 Standorten weltweit im Einsatz – zum Beispiel auch in einem Berliner Hotel oder einer Montagehalle in Baden-Württemberg.
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Ob in Krankenhäusern, in der Logistik oder in der Produktion – Roboter können Güter und Materialien zur richtigen Zeit an den richtigen Ort liefern. In Zeiten des akuten Fachkräftemangels können Roboter hier Aufgaben übernehmen, damit Menschen mehr Zeit für komplexere Arbeiten haben.
Bei Immobilienprojekten, die von Hochhäusern bis hin zu gemischt genutzten Stadtvierteln reichen, erhöht der Einsatz digital vernetzter Aufzugssysteme die betriebliche Effizienz. Das Facility Management profitiert von detaillierten Echtzeitdaten und kann dank vorausschauender Wartung besser planen.
Dies hilft, ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden und erhöht die Verfügbarkeit von Aufzügen oder Rolltreppen erheblich. Darüber hinaus ermöglicht die Vernetzung mit Robotik- und Logistiksystemen in Gebäuden neue Funktionen, wie beispielsweise die oben beschriebenen Lieferungen durch Roboter über mehrere Etagen hinweg. Und was klingt mehr nach Zukunft als ein autonomer Roboter-Kollege, der selbstständig mit dem Aufzug kommuniziert?
In neuen oder modernisierten Gebäuden können Aufzüge zu zentralen Mobilitäts-Hubs werden. Bauherren, Architekturschaffende und Facility Manager können Aufzugstechnologien bewusst nutzen, um eine vernetzte Infrastruktur mit intelligenten Gebäudesystemen zu fördern.
Ziel ist es, bestehende Systeme zu optimieren und den Alltag der Menschen spürbar zu erleichtern. Oder anders gesagt: Aufzüge fahren nicht mehr nur auf und ab, sondern treiben Innovationen voran.

Das Weiße Haus ist nicht nur ein politisches Symbol, sondern auch eine historische Immobilie mit bewegter Baugeschichte. Vom Wiederaufbau nach dem Brand von 1814 bis zur kompletten Sanierung unter Präsident Truman – Amerikas berühmtestes Gebäude zeigt, wie sich Architektur, Technik und Denkmalpflege über Jahrhunderte weiterentwickeln.
Das Weiße Haus in Washington D.C. ist weltweit bekannt als Amtssitz des US-Präsidenten. Doch wenn man genauer hinsieht, entdeckt man hinter der Fassade mehr als nur ein Symbol der Macht. Das Gebäude ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Haus, und somit aber auch eine Immobilie mit Geschichte.
Es ist ein Bauwerk, das über Jahrhunderte hinweg immer wieder erweitert, modernisiert und neu gedacht wurde. Aktuell ließ US-Präsident Donald Trump den Ostflügel des Weißen Hauses abreißen. An dessen Stelle soll ein neuer, repräsentativer Ballsaal für mehr als 250 Millionen US-Dollar entstehen.
Der Grundstein des Weißen Hauses wurde 1792 gelegt. Der Architekt James Hoban entwarf das Gebäude, welches vom irischen Leinster House in Dublin inspiriert wurde. Das Gebäude wurde mit Sandstein errichtet. Nach Fertigstellung wurden der poröse Außenstein mit einer weißen Kalktünche übermalt. So erhielt das Gebäude seinen ikonischen Namen.
Doch schon bald nach der Fertigstellung begann eine Geschichte voller Umbauten und Erweiterungen. Präsident Thomas Jefferson etwa ließ zusätzliche Flügel anfügen, um mehr Platz für Personal und Büros zu schaffen. Ursprünglich machte er sich über das große Gebäude lustig und scherzte, es biete genügend Raum für “zwei Kaiser und einen Papst”.
Im Jahr 1814 wurde das Weiße Haus im Britisch-Amerikanischen Krieg teilweise zerstört, als britische Truppen Washington angriffen. Nur die Außenmauern blieben stehen, mussten aber durch die starke Beschädigung größtenteils rekonstruiert und wiederaufgebaut werden.
Fast 150 Jahre später stand das Gebäude erneut vor einer Herausforderung: Die Truman-Renovierung von 1948 bis 1952. Die Bausubstanz des Gebäudes war so geschwächt, dass das Innere komplett entkernt werden musste. Während die Fassade stehen blieb, wurde das Weiße Haus von Innen heraus mit einem Stahlgerüstkern völlig neu aufgebaut.
Diese Maßnahme war im Grunde ein Neubau im Bestand, wie man ihn heute aus der modernen Sanierungspraxis kennt. Sie vereinte historische Erhaltung mit zeitgemäßer Architektur und Technik – ein Konzept, das bis heute als Vorbild für den Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden gilt.
Auch im 21. Jahrhundert bleibt das Weiße Haus ein Gebäude im Wandel. Vollgestopft mit Büros und Verwaltungsgebäuden, der Residenz des Präsidenten und seiner Familie - dazu kommen geheime Gänge, spezielle “Situation Rooms” zur Steuerung brenzliger Situationen, und unterirdische Etagen. Infos darüber sind rar gesät, was anhand der enormen Sicherheitsvorkehrungen in und um das Weiße Haus aber verständlich ist.
Das Weiße Haus ist mehr als ein politischer Schauplatz. Es ist ein architektonisches Denkmal, das über zwei Jahrhunderte hinweg die Entwicklung von Baukunst, Technik und Gesellschaft widerspiegelt.
Wie jede Immobilie erzählt es eine Geschichte – von Visionen, Krisen, Sanierungen und Erneuerung. Es ist verständlich, dass die aktuellen Umbauten von US-Präsident Trump auch in den USA auf große Kritik stoßen. Neu ist die Praxis der Um- und Anbauten aber keinesfalls, wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt.
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Der internationale Fusionsreaktor ITER hat einen entscheidenden Fortschritt erzielt: Das letzte Magnetmodul des zentralen Solenoiden ist am Baugelände in Südfrankreich eingetroffen. Der 110 Tonnen schwere Koloss bildet das Herzstück des Reaktors und soll künftig das Plasma auf 100 Millionen Grad Celsius stabilisieren.
Ein 110 Tonnen schweres Magnetmodul hat kürzlich seine spektakuläre Reise durch Südfrankreich beendet. Es handelt sich um das letzte von sechs Modulen für den zentralen Solenoiden des ITER-Fusionsreaktors. Der Koloss wurde vom Hafen in Fos-sur-Mer über mehr als 100 Kilometer nach Saint-Paul-lez-Durance transportiert.
Damit ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Inbetriebnahme des größten Energieexperiments der Menschheitsgeschichte erreicht. Im ITER-Fusionsreaktor soll die sogenannte Kernfusion laufen - der Prozess, der auch in der Sonne abläuft.
Der zentrale Solenoid ist das magnetische Herz des Tokamak-Reaktors, der das extrem heiße Plasma im Inneren stabilisieren soll. Diese gigantische Magnetspule erzeugt Magnetfelder, die das Plasma bei Temperaturen von bis zu 100 Millionen Grad Celsius kontrollieren.
Gefertigt wurde das Modul in den USA von General Atomics – unter Beteiligung von mehr als 600 Unternehmen. Sein Einbau bis Ende 2025 markiert den Abschluss eines jahrzehntelangen internationalen Kraftakts.
ITER steht für International Thermonuclear Experimental Reactor und ist ein globales Gemeinschaftsprojekt von 35 Ländern. Ziel ist es, den Prozess der Kernfusion – die Energiequelle der Sonne – auf der Erde nachzubilden. Durch die Verschmelzung von Wasserstoff-Isotopen sollen enorme Energiemengen freigesetzt werden, ohne Treibhausgase oder langfristig gefährliche Abfälle zu erzeugen.
Gelingt dies, könnte ITER den Weg in eine nahezu unerschöpfliche und klimafreundliche Energiezukunft ebnen.
Der ITER-Reaktor soll 500 Megawatt Fusionsenergie erzeugen – zehnmal mehr, als zum Zünden des Plasmas nötig ist. Doch der Weg dorthin ist komplex: Verzögerungen, Materialprobleme und die Pandemie haben den Zeitplan mehrfach verschoben. Der neue Projektplan sieht den Start der Experimente erst für 2034 vor. Trotzdem bleibt ITER ein beispielloses Zeugnis für wissenschaftlichen Ehrgeiz und internationale Zusammenarbeit.
ITER ist mehr als nur ein Forschungsreaktor – er ist ein Symbol für die Hoffnung auf eine nachhaltige Energiezukunft. Neben dem Beweis der technischen Machbarkeit soll das Projekt auch die Produktion des seltenen Brennstoffs Tritium erproben. Wenn alles gelingt, könnten künftige Fusionskraftwerke die Welt mit sauberer Energie versorgen.
Der nun abgeschlossene Magnettransport bringt uns dieser Vision ein entscheidendes Stück näher.
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Das Unternehmen Energy Vault aus der Schweiz will die Energiespeicherung mit Schwerkraftbatterien revolutionieren. Gewichtsblöcke speichern überschüssige Energie durch Heben und Senken. In China wurde bereits eine erste Anlage dieser Art gebaut.
Worin besteht die Herausforderung moderner Energiespeicherung?
Mit dem globalen Ausbau von erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind wächst der Bedarf an effizienten Energiespeicherlösungen. Denn Solar- und Windkraft liefern Strom nur dann, wenn die Natur mitspielt. Um Strom stabil und zuverlässig bereitzustellen, müssen Energieüberschüsse zwischengespeichert werden.
Herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien stoßen hier an ihre Grenzen: Sie sind verhältnismäßig teuer, ressourcenintensiv und verschleißen mit der Zeit. Genau hier setzt das Schweizer Unternehmen Energy Vault mit seiner innovativen Schwerkraftbatterie-Technologie an.

Wie funktioniert eine Schwerkraftbatterie?
Das Prinzip der Schwerkraftbatterie ist ziemlich einfach. In Zeiten von Energieüberschuss nutzt das System Strom, um schwere Betonblöcke in die Höhe zu heben. Dabei wird elektrische Energie in potenzielle Energie umgewandelt – ähnlich wie in einem Pumpspeicherkraftwerk, jedoch ganz ohne Wasser.
Wenn dann Strom benötigt wird, werden die Blöcke kontrolliert abgesenkt. Die dabei entstehende Bewegung treibt Generatoren an, die den gespeicherten Strom wieder ins Netz einspeisen.
Warum eine Schwerkraftbatterie besonders nachhaltig und effizient ist
Die Energiespeichertechnologie von Energy Vault überzeugt durch ihre Umweltfreundlichkeit und Langlebigkeit. Im Gegensatz zu chemischen Batterien verliert sie keine Speicherkapazität über die Zeit, da sie auf mechanischen Prozessen basiert. Zudem können die Gewichtsblöcke, die in die Höhe transportiert werden, aus recycelten Materialien hergestellt werden. Das kann den ökologischen Fußabdruck deutlich reduzieren.
Energy Vault-Projekte rund um den Globus
Das Schweizer Unternehmen Energy Vault hat neben Prototypen und Testanlagen in der Schweiz schon ein Schwerkraftbatterie-Projekt in China umgesetzt. Besonders das System EVx gilt als Meilenstein in der modernen Energiespeicherung. Das Projekt in Rudong, China gilt als erster Aufschlag für den Bau einer marktreifen Technologielösung.
Laut Energy Vault wird die Betriebsdauer des Gebäudes mit 35 Jahren beziffert. Die Anlage hat eine Leistung von 25 Megawatt (MW) und kann 100 Megawattstunden (MWh) Energie über etwa vier Stunden speichern und abgeben. Sie erreicht eine beachtliche Round-Trip-Effizienz von über 80 %.
Liegt die Zukunft der Energiespeicherung liegt in der Schwerkraft?
Energy Vault zeigt mit seinen beeindruckenden Pilotprojekten eindrucksvoll, dass Schwerkraft Teil einer nachhaltigen Energiezukunft sein kann. In einer Welt, die zunehmend auf saubere Energiequellen setzt, sind effiziente und nachhaltige Speicherlösungen Lösungen entscheidend für die Netzstabilität. Ob die Speicherlösungen von Energy Vault sich in der Breite durchsetzen werden, wird die Zukunft zeigen.
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Die Sedelhöfe in Ulm sind ein gutes Beispiel für das, was integriertes Facilitymanagement alles leisten kann. Von der Betreuung des Einzelhandels und der Haustechnik bis hin zu den Bewohnern können maßgeschneiderte Lösungen alles mitdenken.
Die Sedelhöfe in Ulm sind ein neues Aushängeschild der Stadt: ein lebendiges Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Gastronomie verbindet. Vier Gebäude mit über 19.000 Quadratmetern Fläche bilden hier zentral am Ulmer Hauptbahnhof einen attraktiven Anziehungspunkt für Reisende, Pendler und Anwohner.
Damit hier Tag für Tag alles reibungslos funktioniert, passiert einiges - sowohl im Vorder- als auch im Hintergrund. Was es auf jeden Fall unbedingt braucht, ist ein professionelles, integriertes Facility Management. Das kombiniert technisches, infrastrukturelles und nachhaltiges Facility Management zu einem umfassenden Konzept speziell für den Betrieb komplexer Immobilien.
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Ob in den hochmodernen Büroflächen, im Einzelhandel oder in der Gastronomie – die Gebäudetechnik muss jederzeit zuverlässig arbeiten. Das technische Facility Management übernimmt Wartung, Instandhaltung und den effizienten Betrieb sämtlicher Anlagen.
In einem multifunktionalen Quartier wie den Sedelhöfen ist dieser Baustein entscheidend für Energieeffizienz, Sicherheit und langfristigen Werterhalt. In den Sedelhöfen wird das Gebäudemanagement zu einer zentralen Aufgabe - immer mit dem Ziel, die verschiedensten Nutzerbedürfnisse abzudecken.
Ein Quartier wie die Sedelhöfe lebt von seinem äußeren und natürlich auch vom ersten Eindruck, den es bei Besuchern hinterlässt. Ganz egal ob Kunde, Passant, Bewohner oder Arbeitnehmer - wohl fühlt man sich da, wo es gepflegt aussieht.
Hier setzt das infrastrukturelle Facility Management an, zu dem die Reinigung der Flächen, Hausmeisterservices, Sicherheitsdienste sowie die Pflege von Grau- und Grünflächen inklusive Spielplätzen gehören. Gerade in einem offenen Quartier wie den Sedelhöfen schafft ein durchdachtes Sicherheitskonzept Vertrauen bei Besuchern und Mietern.
Wenn man bedenkt, dass der Betrieb von Gebäuden in Deutschland für circa 35 % des Endenergieverbrauchs und etwa 30 % der CO₂-Emissionen verantwortlich ist, wird klar, was für eine wichtige Rolle nachhaltiges Facility Management spielt. Das bedeutet ressourcenschonende Reinigung, effiziente Gebäudetechnik und natürlich auch eine langfristige Werterhaltung der Immobilie.
Die Sedelhöfe werden von Geiger Facility Management betreut. Ein Team von mehr als 20 Mitarbeitenden bestehend aus Hausmeistern, Reinigungskräften, Sicherheitspersonal, aber auch Wartungs- und Haustechnikern kümmert sich rund um die Uhr darum, dass alles läuft im Quartier. Mit Spezialgewerken wie Aufzugs- und Fahrtreppenherstellern steht man im engen Austausch.
Besonders stolz ist man bei Geiger FM über den nahtlosen Übergang von Baufertigstellung in den Betrieb. Bereits vor der Eröffnung ermittelte Geiger FM im Schulterschluss mit Eigentümer und Projektentwickler Bedarfe, regelmäßige Treffen dienten dem kontinuierlichen Austausch und der Anpassung aktueller Anforderungen.
Dank der vollständigen Bandbreite der FM-Dienstleistungen, die Geiger FM liefert, ist man als kompetenter Ansprechpartner der zentrale Dreh- und Angelpunkt für sämtliche FM-Dienstleistungen im Quartier.
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Auch in den USA wird natürlich viel gebaut. Wir haben uns gefragt, wer eigentlich die Top-Player in der Bauindustrie in einem der spannendsten Länder der Welt sind. Im Land der Megacities und Wolkenkratzer haben diese Unternehmen das Gesicht der Städte und Landschaften entscheidend geprägt. Die Namen dürften hierzulande größtenteils unbekannt sein.
Wer an die USA denkt, hat oft Bilder von Wolkenkratzern, Mega-Highways oder gigantischen Industrieanlagen im Kopf. Hinter solchen Bauwerken stehen Unternehmen, die außerhalb Amerikas oft kaum bekannt sind. Die vier größten unter ihnen – Bechtel, Turner, Kiewit und Fluor – erwirtschafteten 2024 zusammen 73,4 Milliarden US-Dollar (62,5 Milliarden Euro). Zur Einordnung: Der Umsatz des größten deutschen Players Hochtief wurde zuletzt auf 33,3 Milliarden Euro beziffert. Wir schauen uns diese vier Riesen kurz mal an!
Bechtel wurde 1898 gegründet und hat seinen Sitz in Reston, Virginia. Mit über 50.000 Mitarbeitenden gehört es zu den Schwergewichten im globalen Bau- und Ingenieurwesen. Besonders berühmt ist Bechtel für das „Big Dig“ bezeichnete Infrastrukturprojekt in Boston, eines der teuersten und kompliziertesten Bauprojekte in den USA.
Dabei wurde eine der meistbefahrensten Stadtautobahnen der Welt in einen Tunnel verlegt. Why not? Heute ist Bechtel ein gefragter Partner für Großprojekte in den Bereichen Energie, Transport und Industrie. Der aktuelle CEO Brendan Bechtel kam mit 35 Jahren ins Amt, und führt das seit 1898 in Familienbesitz befindliche Unternehmen in 5. Generation.

Turner Construction wurde 1902 gegründet und ist eine Tochter der deutschen Hochtief AG. Mit über 11.000 Mitarbeitenden ist Turner einer der größten Hochbau-Generalunternehmer der USA. Bekannte Projekte sind das Yankee Stadium oder der Hearst Tower. Turner ist vor allem dort stark, wo komplexe Bauvorhaben in dicht besiedelten Städten umgesetzt werden müssen.

Seinen Anfang nahm das Unternehmen mit dem Bau eines Beton-Panzerschranks, später folgten Treppen für die New Yorker U-Bahn. Seit 1972 ist das Unternehmen an der Börse gelistet, seit 1999 gehört es zu Hochtief.
Die Wurzeln von Kiewit reichen ins Jahr 1884 zurück. Der Hauptsitz liegt in Omaha, Nebraska. Heute hat Kiewit mehr als 30.000 Beschäftigte. In Nebraska, wo das Unternehmen seine Wurzeln hat, baute es im frühen 20. Jahrhundert viele Bahnhöfe, aber auch das State Capitol und das Joslyn Art Museum.

Kiewit ist in Nordamerika eines der größten Unternehmen in Mitarbeiterhand. Durch dieses Employee-Ownership-Modell haben Beschäftigte die Möglichkeit, direkt am Erfolg des Unternehmens zu partizipieren. Durch Leistung ergibt sich für Angestellte die Möglichkeit zum Erwerb von Anteilen.
Fluor wurde 1912 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Irving, Texas. Mit fast 27.000 Mitarbeitenden ist die Firma weltweit aktiv und hat einen starken Fokus auf Energie- und Industrieprojekten. Ein spannendes Projekt der jüngeren Zeit ist ein LNG Exportterminal im kanadischen Kitimat. Dort wird Gas verflüssigt, um dann per Tanker exportiert zu werden.
Seit den 1950er Jahren sammelte das Unternehmen Erfahrungen in Planung und Bau von Pipelines. Stand heute hat das Unternehmen mehr als 320.000 Kilometer Pipelines weltweit verlegt.
Es sind beeindruckende Größen und viele alte, historische Unternehmen, die in den USA groß geworden sind. Die Vereinigten Staaten sind ein im Vergleich junges Land, in dem durch seine schiere Größe Infrastruktur- und Energieprojekte seit jeher große Rollen spielen. Dennoch brauchen sich deutsche Unternehmen hinter den Kollegen aus den USA nicht verstecken. Allein Hochtief - zu dem allerdings Turner gehört - setzte zuletzt 33,3 Milliarden Euro um, hauptsächlich getrieben von Turner.

In New York wurde aus einer stillgelegten Güterbahntrasse einer der beeindruckendsten Parks, die Manhattan heute zu bieten hat. Auf 2,6 Kilometern und in 7,5 Metern Höhe schlängelt sich ein grünes Band durch die Schlucht aus Wolkenkratzern und Hochhäusern. Auf Bahngleisen wachsen heute Sträucher, Bäume und Büsche.
Die High Line war einst eine verfallene Hochbahntrasse im Südwesten Manhattans. 1932 in Betrieb genommen, diente sie Güterzügen, die ihre Waren direkt in die Obergeschosse der Fabriken und Lagerhäuser lieferten. Als in den 1950er Jahren Highways immer besser ausgebaut wurden und Lastwagen den Transport verstärkt übernahmen, verfiel die Strecke – 1980 fuhr der letzte Zug, beladen mit tiefgefrorenen Truthähnen.
Fast wäre die Trasse abgerissen worden – bis Joshua David und Robert Hammond 1999 eine Idee hatten: ein Park über den Dächern der Stadt. Dafür gründeten sie die Interessenvereinigung “Friends of the High Line”. Gemeinsam mit Mitstreitern kämpften sie für den Erhalt und begeisterten auch Prominente wie Edward Norton, Kevin Bacon oder Diane von Fürstenberg.
Die Stadt zog mit, und so entschied man sich für 50 Millionen US-Dollar einen Park zu errichten. Am 8. Juni 2009 wurde das erste Teilstück eröffnet. Ein urbanes Erfolgsprojekt war geboren. Für das zweite Teilstück sammelten die “Friends of the High Line” einen immensen Betrag an Spenden. Heute hat die Vereinigung auch den Unterhalt der Anlange übernommen.
Heute ist die High Line ein 2,6 Kilometer langer Park knapp 7,5 Meter über dem Boden. Alte Bahnschienen werden von Pflanzen, Blumenbeeten und Bäumen umrahmt. Wege, Sitzgelegenheiten und spektakuläre Ausblicke aufs Empire State Building und die Freiheitsstatue machen einen Spaziergang hier einzigartig.
Kunstinstallationen, Konzerte und sogar Sterne-Gucken bringen in dem ganz besonderen Park neue Impulse. Hier zeigt sich nicht nur, wie eng beieinander Natur und Metropole auf unerwartete Weise verschmelzen können. Die Umwidmung ist auch ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie man nicht mehr genutzte Infrastruktur so umnutzt, dass für alle Bewohner ein Mehrwert entsteht.

Zwischen 5 und 8 Millionen Menschen haben pro Jahr schon die High Line besucht. Der Park veränderte die Viertel Chelsea und Meatpacking District grundlegend: Luxuswohnungen, Designerläden und teure Restaurants füllten oder ersetzten gar die alten Industriebauten. Nicht alle profitieren – steigende Mieten haben Menschen und Ladenbesitzer verdrängt, wobei dieses Phänomen in fast ganz New York zu beobachten ist.
Die High Line hat das städtische Denken revolutioniert. Statt einfachem Abbruch entstand eine Oase in der Stadt, die eine alte Transportschlagader clever umnutzte und so ein viel geliebtes, grünes Highlight schaffte. Was in New York geht, geht auch anderswo. Der Park ist aber in Manhattan zumindest das perfekte Symbol für eine Stadt, die sich immer wieder neu erfindet.
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In Deutschland wird immer viel gebaut, und wir haben die 5 Großprojekte rausgesucht, die für uns aktuell die größten & inspirierendsten sind. Es dreht sich viel um Gleise, aber es geht auch hoch hinaus und sogar unter Wasser.
1. Stuttgart 21
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 dürfte aktuell das bekannteste Bauvorhaben Deutschlands sein. Der Baustart erfolgte 2010, nachdem jahrelang über Nutzen, Kosten und städtebauliche Chancen gestritten wurde. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten 2019 abgeschlossen sein, mittlerweile ist die Eröffnung für Dezember 2025 geplant.
Die Kosten sind von anfänglich rund 4,1 Milliarden Euro auf aktuell etwa 11,4 Milliarden Euro gestiegen. Mit dem unterirdischen Durchgangsbahnhof wird die Kapazität des Schienenverkehrs in der Region deutlich erhöht, gleichzeitig entsteht wertvoller Platz für ein neues Stadtquartier.
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2. Feste Fehmarnbeltquerung
Die Feste Fehmarnbeltquerung wird die Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden und ist eines der größten Infrastrukturprojekte Europas. Der Baustart erfolgte 2021 auf dänischer Seite, in Deutschland begannen die Bauarbeiten 2023. Die Fertigstellung ist derzeit für 2029 vorgesehen.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 7,1 Milliarden Euro, die Dänemark trägt. Deutschland wird für die Anbindung von Straßen und Gleisen auf seiner Seite rund 3,5 Milliarden Euro investieren.
3. Terminal 3 am Flughafen Frankfurt
Am Flughafen Frankfurt soll 2026 das neue Terminal 3 fertiggestellt werden, das die Kapazität eines der größten Drehkreuze Europas massiv erweitern soll. Der Spatenstich fand 2015 statt, die Inbetriebnahme ist für 2026 geplant. Mit einem Investitionsvolumen von rund 4 Milliarden Euro ist das Projekt eines der teuersten Bauvorhaben im deutschen Luftverkehrssektor.
Das Terminal wird jährlich bis zu 19 Millionen zusätzliche Passagiere abfertigen können und mit moderner Technik für schnellere Prozesse sorgen. Wir haben uns die Erweiterung für euch schon in einem Xplore-Video angeschaut:
4. Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin
Die Deutsche Bahn modernisiert die rund 280 Kilometer lange Fernverkehrsstrecke zwischen Hamburg und Berlin umfassend. Die Generalsanierung beginnt Mitte Juni 2025 und dauert bis Mitte Dezember desselben Jahres, in dieser Zeit wird die Strecke komplett gesperrt.
Die Kosten belaufen sich auf bis zu 2,2 Milliarden Euro, inklusive eines Risikopuffers von 400 Millionen Euro. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf dieser stark befahrenen Achse deutlich zu verbessern. Das Projekt ist Teil eines Programms, mit dem die Bahn bis 2030 rund 40 wichtige Korridore grundlegend erneuern will.
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5. Verlängerung der A100 in Berlin
Die Autobahn A100 wird seit Jahren abschnittsweise in Berlin verlängert, um den innerstädtischen Verkehr zu entlasten. Zuletzt wurde der Bauabschnitt 16 fertiggestellt und freigegeben. Die Kosten für den 3,2 Kilometer langen Abschnitt belaufen sich auf über 700 Millionen Euro und sind damit deutlich höher als ursprünglich veranschlagt.
Besonders umstritten ist der geplante 17. Bauabschnitt, dessen Realisierung frühestens in den 2030er-Jahren erwartet wird. Befürworter sehen in der Verlängerung eine dringend notwendige Entlastung, Kritiker hingegen ein überholtes Verkehrskonzept.

Paris baut Asphalt ab und Zukunft auf: Mitten im Zentrum wird der Rathausvorplatz zum grünen Stadtwald. 150 Bäume, neue Radwege und weniger Autos zeigen, wie die französische Hauptstadt sich für heiße Sommer wappnet – und dabei Vorbild für Europas Großstädte sein kann.
Warum Paris jetzt auf der grünen Welle surft
Paris erfindet sich neu und steckt mittendrin in einer grünen Großstadtoffensive. Im Herzen der Stadt wurde der Rathausvorplatz entsiegelt und zum Stadtwald umgewandelt. Das Motto: Oase statt Asphaltwüste. Bäume, Pflanzen und schattige Haine, sollen als natürliche Klimaanlage für Mensch und Umwelt dienen.
Wie der Vorplatz zum Vorreiter wird
Die Entsiegelung des Place de l’Hôtel de Ville ist ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen urbane Hitzeinseln. Immerhin wohnen in Paris rund 2,1 Millionen Menschen dicht an dicht, Freiflächen waren sind Mangelware. Die Schaffung dieser ist in alten, europäischen Großstädten häufig auch eine bauliche Herausforderung. Unter dem Platz vor dem Rathaus gibts eine Tiefgarage, die die Planung erschwerte.
Umso erstaunlicher ist es, dass trotz dieser Herausforderung 150 große Bäume und viele Pflanzen gepflanzt werden konnten. Darunter finden sich klimaresistente Arten wie Eichen, Hainbuchen und Palmen. Dieses Pilotprojekt ist Vorbild für weitere Begrünungsaktionen in ganz Paris und fügt sich ein in den Umbau der französischen Hauptstadt, die sich fit machen will für heißere Sommer.
Eine entsiegelte Stadt bietet Potenzial für mehr Leben
Neben Entsiegelungen von Flächen hat Paris in den letzten Jahren zusätzlich über 30 Straßen beruhigt. Mehr als 6.000 Parkplätze wurden entfernt und ebenfalls entsiegelt. So entstehen klimatische Inseln, die die heiße Stadt im Sommer abkühlen und mehr Aufenthaltsqualität bieten.
Öffentlicher Raum, der nicht parkenden Autos dient, lädt auch zum Verweilen. Cafés und Restaurants können den zusätzlichen Raum für mehr Sitzmöglichkeiten im Freien nutzen.
Eine Neuaufteilung der Stadt denkt auch die Mobilität neu
Mobilität ist in Paris jetzt auch klimafreundlicher. Die Zahl der Fahrräder wächst dank 700 Kilometern neuer Radwege rasant. Teile des rechten Seine-Ufers sind bereits seit 2016 autofrei. Der ÖPNV-Anbieter RATP hat mittlerweile 70% seiner Busflotte auf Elektro-, Biomethan- oder Hybridbusse umgebaut.
Unter dem Titel “Grand Paris Express” ist der Bau von sechs fahrerlosen U-Bahn-Linien bis Anfang der 2030er Jahre geplant. Das Neue U-Bahn-Netz soll dann das größte in ganz Europa sein. Ziel ist es, die Vororte der wachsenden Metropole besser an das Zentrum anzubinden.
In Paris hat eine Mobilität, die das Privatauto nicht in das Zentrum aller Überlegungen stellt, dafür gesorgt, dass auch das Fahrrad und andere Verkehrsoptionen immer öfter als Alternative angesehen werden. Besonders schwer haben es SUVs in der Innenstadt. Vier Stunden Parken kosten für die 117 €, im Zentrum sogar 225 €. Gleichzeitig gilt auf den meisten innerstädtischen Straßen in Paris flächendeckend Tempo 30.
Für die Zukunft hat Paris große Ziele - und schmeißt Dieselautos raus
Mit all diesen Maßnahmen gibt Paris den Takt für grüne Städte Europas vor. Mehr Grünflächen in der Stadt, weniger versiegelte Parkplätze. Mit der Umgestaltung des Rathausplatzes gelang ein zentrales, sichtbares Vorhaben, welches auch über die Stadtgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit sorgte.
In den nächsten Jahren werden in der Stadt, die eine Umweltzone für Autos ist, bestimmte Modelle ausgeschlossen. Das führt zu einer Verbannung aller Dieselfahrzeuge aus der Stadt.
Der Wandel zu einer nachhaltigen, resilienten Stadt ist damit keine ferne Utopie mehr, sondern gelebte Realität im Herzen von Paris.
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Popcorn im Kino kennt jeder – aber Popcorn im Hausbau? Neue Technologien machen genau das möglich: Bauplatten aus gepufftem Mais kombinieren Nachhaltigkeit, Brandschutz und Leichtigkeit. Was kurios klingt, könnte zur ernsthaften Alternative für klassische Baustoffe werden.
Vom Snack zum Baustoff
Häuser aus Popcorn? Klingt vielleicht wie ein Witz - tatsächlich ist da aber viel mehr dran, als an manch anderer Headline. Immer mehr Start-ups und Forschungseinrichtungen suchen nach Materialien, die weniger Ressourcen verbrauchen und klimafreundlicher sind.
Ein ungewöhnlicher Ansatz kommt dabei aus München: Bauplatten mit Naturfaserlaminat als , deren Kern aus gepufftem Maisgranulat besteht. Klingt ungewöhnlich, hat aber handfeste Vorteile. Popcorn könnte so tatsächlich zu einem Baustoff der Zukunft werden.
Wie kann man aus Mais Bauplatten herstellen?
Das Verfahren basiert darauf, Mais zu einem leichten, stabilen Material aufzuschäumen und anschließend zu Platten zu verpressen. Kombiniert mit Naturfasern wie Hanf und Flachs entstehen Sandwich-Paneele, die hohe Dämmwerte und gute Brandschutzeigenschaften mitbringen. In Tests widerstanden die Platten Temperaturen bis zu 850 Grad Celsius.
Damit erfüllen sie wichtige Anforderungen an Sicherheit und Energieeffizienz. Gleichzeitig wird auf erdölbasierte Schaumstoffe oder Gipskarton verzichtet.
Wenn aus Forschung ein Technologie-Startup wird
Die Technologie wurde von Prof. Dr. Alireza Kharazipour an der Universität Göttingen in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt. Dem kam die Idee zum Produkt tatsächlich beim Popcornessen im Kino. Das Start-up Smarter Habitat griff die Idee auf und brachte sie als ecohab-Paneel auf den Markt.
Paneel aus Popcorn ist leicht, stabil und kreislauffähig
Der ökologische Vorteil der Paneele, die im Kern aus gepufftem Mais besteht, liegt auf der Hand: Es werden nachwachsende Rohstoffe genutzt, die am Ende des Lebenszyklus vollständig recycelt oder kompostiert werden können. So entsteht ein geschlossener Kreislauf im Sinne von „Cradle to Cradle“.
Zusätzlich sind die Paneele leicht, was Transport und Montage vereinfacht. Das spart Energie und Kosten auf der Baustelle. Gerade in Zeiten steigender Materialpreise ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Noch steht das Produkt und die Technologie am Anfang
Noch steht die Technologie am Anfang, aber das Potenzial ist groß. Wenn es gelingt, die Produktion im größeren Maßstab umzusetzen, könnte Popcorn eine echte Alternative zu klassischen Bauplatten werden. Damit würde nicht nur die Bauindustrie nachhaltiger, sondern auch bezahlbarer Wohnraum leichter umsetzbar.
Ob wir in Zukunft tatsächlich in „Popcorn-Häusern“ leben, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber, dass solche Ideen dringend benötigte Innovationen sind, die uns auf dem Weg zum klimafreundliche Bauen wirklich weiterbringen.
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In deutschen Großstädten stehen viele Büroflächen aktuell leer. Doch das muss nicht so bleiben. Mit der stetigen Nachfrage nach Wohnraum bieten sich interessante Möglichkeiten für eine Umnutzung: Vom Großraum zum Wohntraum. Doch wie kann so eine Prüfung ablaufen?
Der Mangel an Wohnraum in Deutschland treibt Städte und Gemeinden um. Gleichzeitig stehen vielerorts Büroimmobilien leer, da die Nachfrage nach Büroflächen sinkt. Eine kluge Lösung kann die Umnutzung vorhandener Flächen sein. Die Umwandlung von Büroräumen in Wohnungen hat das Potenzial, neuen Wohnraum schnell und ressourcenschonend zu schaffen.
Bestehendes umzuformen kann sogar ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll sein, und leerstehenden Büros oder Stadtvierteln neues Leben einhauchen. Im Vergleich zum Neubau ist Revitalisierung und Umnutzung auch nachhaltiger. Laut einer Studie stehen 6,7 % der Büroimmobilien in den Top-7-Städten in Deutschland leer. Allein durch Umnutzung von Büros könnten 152.000 neue Wohnungen entstehen.

Büros in Wohnungen umzuwandeln, ist kein Selbstläufer. Es gilt zahlreiche rechtliche, technische und wirtschaftliche Hürden zu überwinden. Stehen Büros in Gewerbegebieten, müssen für eine Umwandlung in Wohnraum erst Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Unterstützen kann dabei ein professioneller Büro-zu-Wohnen Check von Drees & Sommer.
„Beispielsweise muss der Bauherr oder Investor vor einer Umwandlung in Wohnraum zunächst ein teils langwieriges Genehmigungsverfahren durchlaufen, wenn sich die Büroimmobilie in einem Gewerbegebiet befindet“, erklärt Tobias Golz, Director Real Estate bei Drees & Sommer.
Die Umnutzung von Büros kann technisch anspruchsvoll sein, weiß der Experte. Grundsätzlich sind Büros anders konzeptioniert und strukturiert als Wohngebäude. Für Funktionseinheiten wie Lobbys müssen neue Konzepte erdacht werden. Durch die Verschiedenheit der Grundrisse von Wohnungen und Büros kann es außerdem zum Flächenverlust kommen. Hier braucht es eine gründliche Planung, die die effizientesten Wohnungsgrundrisse ermöglicht.
Trotz möglicher Hürden ist klar: Der Markt braucht kurzfristig wie mittelfristig Lösungen für leere Büroimmobilien. Wohnen kann dabei eine von mehreren Lösungen sein. Mit dem geplanten "Bau-Turbo” der Bundesregierung könnten sich die genannten Hürden stark reduzieren. Neue Förderprogramme können neue Möglichkeiten für den Bestand zugunsten des Wohnungsbaus bieten.
Die Revitalisierung und Umnutzung bestehender Bürogebäude kann gegenüber Neubauprojekten echte Vorteile bieten. Graue Energie bezeichnet beispielsweise die Energiemenge, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Bauwerks oder Bauprodukts insgesamt aufgewendet wird. Ohne Abriss und Neubau bleibt die investierte Energie enthalten, was sich positiv auf die Ökobilanz auswirkt.
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Bei der Revitalisierung und Umnutzung von Büroraum zu Wohnraum konzentriert sich die Nachfrage häufig auf zentrale Lagen mit guter Anbindung an die vorhandene Infrastruktur. Fahren Bus und Bahn selten oder befindet sich das Objekt in einer Randlage, erschwert das eine Umwandlung. Denn was für das Büro gilt, gilt auch für die Wohnung: Menschen schätzen kurze Wege. Idealerweise ist der Supermarkt und das Lieblingsfitnessstudio direkt um die Ecke.
Betrachten Investoren oder Eigentümer die Wirtschaftlichkeit, stellen sie sich naturgemäß die Fragen: Kann ich mit Büros oder Wohnungen mehr Miete einnehmen? Lohnt sich die Investition? Generell lassen sich für Büroimmobilien in zentralen Lagen höhere Mieten verlangen. Auch sind Büroimmobilien nicht von der Mietpreisbremse betroffen, die in einigen Städten greift.
Entscheidend ist jedoch die Alternative: Eine nachgefragte Wohnfläche, die stabile Einnahmen generiert, ist einer dauerhaft leerstehenden Büroimmobilie vorzuziehen. Für die individuelle Immobilie braucht es aber zwingend eine passende Strategie.
Das Team von Drees & Sommer analysiert alle relevanten Kriterien wie Grundstück, Markt, Gebäude und Kosten aus technischer, planerischer und wirtschaftlicher Perspektive. In wenigen Wochen liefert der Check Eigentümern oder Investoren so eine fundierte Entscheidungsgrundlage.
Nicht in jedem Fall lohnt sich die Umwandlung einer leerstehenden Büroimmobilie in Wohnraum. „Ergibt unser Büro-zu-Wohnen-Check, dass sich eine Umnutzung nicht rentiert, entwickeln wir alternative Szenarien“, erklärt Tobias Golz von Drees & Sommer. Dazu zählt zum Beispiel Light Refurbishment oder Nachverdichtung bis hin zu Abriss und Neubau mit unterschiedlichen Nutzungen (Mixed-Use oder Life-Science).

Europa kämpft im globalen KI-Wettrennen gegen den Vorsprung der USA, die mit Kapital, Talent und Tempo dominieren. Dahinter steckt auch eine unglaublich hohe Fördersumme, die Venture-Capital im Jahr 2023 investierte. Gelingt Europa hier die Aufholjagd?
Künstliche Intelligenz und digitale Wertschöpfung prägen die Wirtschaft der Zukunft. Die Debatte, ob Europa hier schon den Anschluss verloren hat, kann an zwei aktuellen Aussagen illustriert werden. Johannes Fütterer ist CEO von aedifion. Das Unternehmen analysiert mithilfe von KI Daten aus Gebäuden, um diese energieeffizienter zu betreiben. Er spricht im aktuellen DIGITALWERK-Podcast von einer verlorenen Schlacht: Große KI-Modelle entstünden in Europa nicht mehr.

Den ersten Kampf um die digitale Wertschöpfung von morgen haben wir in Europa komplett verloren. Wir werden keine großen Foundation Models in Europa mehr auf die Beine stellen.
Deutschlands Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger, sieht dagegen weiterhin Chancen, wie er kürzlich in einem Interview mit dem Tagesspiegel verriet. Er kritisiert, dass eine einzige europäische KI nicht reiche, und betont die Wichtigkeit von europäischen Gigafactories. Außerdem fordert er die Entwicklung von eigenen Foundation Models in Europa. Das könnte allerdings mit Blick in den Rückspiegel eng werden.
Beide Aussagen stehen sich gegenüber. Doch wer hat Recht? Die Frage ist von enormer Tragweite, weil KI nicht nur ein Technologiethema ist, sondern wirtschaftliche und geopolitische Macht verschiebt.
Die führenden Foundation Models stammen bislang aus den USA. Die Grundlagenmodelle werden mit extrem vielen Daten “angelernt”, um als Ausgangspunkt für die Künstliche Intelligenz zu dienen. US-Firmen wie OpenAI (ChatGPT), Google (Gemini), Perplexity (Perplexity.ai) oder Anthropic (Claude) dominieren mit Kapazitäten, Kapital und Technologie.
Europas Anteil ist gering—Mistral aus Frankreich und Aleph Alpha sind bislang Ausnahmen. Dabei hat sich der deutsche Anbieter Aleph Alpha bereits 2024 aus dem Wettrennen um das beste Modell verabschiedet. Aufgrund der Marktdominanz von Anbietern wie Anthropic oder OpenAI entschied man sich, den Fokus vom Bau eines Grundlagenmodells in die Anwendung zu verlagern.
Aktuell entwickelt man ein Betriebssystem und will sich auf Unternehmenskunden spezialisieren.
Auch im Cloud-Bereich zeigt sich die Abhängigkeit: Drei Viertel der Leistungen kommen von großen US-Anbietern wie der Google Cloud Platform (GCP), Microsoft Azure oder Amazon Web Services (AWS). Diese Zahlen sind nicht nur Bestandsaufnahme, sondern Warnsignal für die europäischen Wirtschafts- und Forschungssysteme.
Im Silicon Valley treffen Risikokapital, Talente und Datenschutzregeln auf eine innovationsfreudige Kultur. Europa kämpft dagegen mit fragmentierten Märkten, geringeren Finanzierungen und striktem Datenschutz. Hinzu kommt, dass große öffentliche und private Investitionen in KI in den USA oft schneller freigegeben und umgesetzt werden.
Auch kulturell existiert dort eine größere Bereitschaft, hohe Risiken für potenziell disruptive Technologien zu akzeptieren. Diese Dynamik hat zu einer enormen Beschleunigung geführt, die Europa bisher nicht erreichen konnte.
Mit Mistral in Frankreich und Aleph Alpha in Deutschland gibt es große Player. Die EU will zusätzlich in „AI Gigafactories“, Forschungszentren und gezielte Förderung investieren. Mit Blick auf die beispielsweise im Jahr 2023 getätigten Venture Capital-Investments in den Bereichen KI liegt die EU mit 8 Milliarden Dollar weit abgeschlagen auf Platz 3 hinter China (15 Milliarden Dollar). Unangefochtener Spitzenreiter sind die USA: ganze 68 Milliarden US-Dollar stellten Investoren hier KI-Unternehmen zur Verfügung.

Entschieden ist es vielleicht noch nicht. Dennoch dürften die bislang getätigten Investitionen in den USA ein Vorsprung sein, der sich mittlerweile nur schwer bis gar nicht mehr aufholen lässt. Die Marktreife und konstante Nutzung von US-amerikanischen KIs wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity sind bei allen Endverbrauchern angekommen.
Entwickler von Prozessoren wie Nvidia sind treibend in der Entwicklung von KI-Technologien. Grafikprozessoren des Unternehmens spielen eine wichtige Rolle im Training von KI-Modellen. Das US-amerikanische Unternehmen hat aktuell einen historischen Marktwert von 4,2 Billionen Dollar. In der EU gibt es kein vergleichbares Unternehmen.
Auch wenn der KI-Zug mittlerweile in Gange ist, müssen wir in Europa Gas geben, um vielleicht auf der zweiten Welle des KI-Zeitalters taktgebend mitzusurfen, wie Johannes es im aktuellen Podcast passend formuliert. Das kann gelingen, indem wir basierend auf der Grundlagentechnologie die besten Businesscases bauen. In der Hinsicht könnte dann auch das deutsche Unternehmen Aleph Alpha ein vielversprechender Kandidat sein.
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Wir haben uns die 10 größten deutschen Bauunternehmen angeschaut und in ein Ranking gebracht. Dabei haben wir uns an dem für 2024 gemeldeten Umsatz orientiert. Entstanden ist ein kleines Ranking, in dem sich auch einige Unternehmen wiederfinden, deren CEOs schon bei uns im Podcast waren. Die entsprechenden Folgen haben wir euch natürlich verlinkt!
Platz 1: Hochtief

Hochtief ist mit Abstand das größte Bauunternehmen Deutschlands. Wie der Name verrät, ist man im Hoch- und Tiefbau tätig, aber auch im Infrastrukturbereich. Das Unternehmen erreichte 2024 einen Gesamtumsatz von 33,3 Milliarden Euro und beschäftigte rund 57.000 Mitarbeiter. Nennenswerte umgesetzte Projekte sind z.B die Elbphilharmonie in Hamburg, der Gotthard-Tunnel in der Schweiz oder auch das Burj Khalifa in Dubai.
Platz 2: Strabag

Die deutsche Strabag AG zählt mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden Euro zu den wichtigsten Baukonzernen des Landes. Hierzulande kennt man das STRABAG-Logo von zahlreichen Straßenbaustellen im ganzen Land. Hauptsitz der österreichischen Konzernmutter ist Wien. Genau wie Hochtief ist auch Strabag europaweit einer der größten Baukonzerne. Sitz der deutschen Strabag AG ist in Köln.
Platz 3: Goldbeck
Das Unternehmen aus dem beschaulichen Bielefeld erzielte 2024 einen Umsatz von 6,5 Milliarden Euro. Goldbeck ist vor allem für schlüsselfertige Gewerbeimmobilien und modulare Bausysteme bekannt. Im Juni war Co-CEO Jan-Hendrik im DIGITALWERK-Podcast zu Gast und hat über das Unternehmen gesprochen:
Platz 4: VINCI
VINCI generierte 2024 einen Umsatz von rund 4,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt etwa 21.000 Mitarbeiter und ist eine Tochter der französischen Vinci-Gruppe. Kernkompetenz ist der Straßen– und Verkehrswegebau. Tim Lorenz, Geschäftsführer von VINCI Deutschland, sprach im DIGITALWERK-Podcast über das Unternehmen:
Platz 5: Züblin

Mit 4,5 Milliarden Euro Umsatz und rund 15.000 Mitarbeitern zählt die Stuttgarter Züblin zu den führenden Komplettanbietern im Hoch- und Ingenieurbau. In Berlin baute Züblin den Axel Springer Neubau direkt gegenüber des Springer-Hochhauses. Züblin ist Teil der Strabag SE.
Platz 6: Zech

Die Zech Group in Bremen erzielte 2024 einen Umsatz von 4,5 Milliarden. Euro. Mit 14.700 Mitarbeitern deckt sie zahlreiche Bereiche der Bau- und Immobilienwirtschaft ab, darunter Großprojekte und Quartiersentwicklungen. Seit Gründung 1909 ist das Unternehmen in Familienhand. Heute wird es von Kurt Zech geführt.
Platz 7: Max Bögl
Max Bögl mit Sitz in Sengenthal erreichte 2024 einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro und beschäftigt rund 6.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist für Infrastrukturprojekte wie Brücken, Straßen- und Tunnelbau bekannt, aber auch für sein TSB (Transport System Bögl) genanntes Magnetschwebebahnsystem.
Max Bögl-Vorstand Markus Richthammer hat mit Michél schon einen starken Podcast im Auto aufgenommen, den ihr hier zu sehen bekommt:
Platz 8: Kaefer

Kaefer erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 2,4 Milliarden. Euro und beschäftigt weltweit 33.000 Mitarbeiter. Der Schwerpunkt liegt im Bereich Innenausbau, Brandschutz sowie Gebäudehüllen und Gebäudetechnik.
Platz 9: Leonhard Weiss
Das Familienunternehmen Leonhard Weiss aus Göppingen erzielte 2024 mit rund 7.000 Beschäftigten einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Leonhard Weiss ist einer der größten Anbieter für Bauleistungen im Ingenieur- und Straßenbau in Deutschland. CEO Marcus Herwarth und Gesellschafter Alexander Weiss haben im DIGITALWERK-Podcast über die Zusammenarbeit im Traditionsunternehmen gesprochen:
Platz 10: Bauer

Die Bauer Gruppe punktet mit einem Umsatz von 2,1 Milliarden Euro und 11.200 Mitarbeitern. Bauer ist weltweit für Spezialtiefbau, Maschinenbau und Umwelttechnik bekannt.

Der Wohnungsbau steht vor enormen Herausforderungen: Wohnungsmangel, steigende Baukosten und der Bedarf an nachhaltigen Bauweisen prägen die Branche. Es sind innovative Ansätze gefragt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig ökologische sowie ökonomische Ziele zu vereinen.
Ein zentraler Aspekt des Lösungsansatzes zur Bewältigung der Wohnungsbau-Herausforderung ist die serielle und modulare Bauweise. Diese ermöglicht nicht nur kurze Bauzeiten, sondern sorgt auch für eine hohe Projektsicherheit. Außerdem reduziert die Vorgehensweise die Bauzeit und die Baukosten – entscheidende Faktoren für bezahlbaren Wohnraum. Durch den Einsatz vorgefertigter Elemente lassen sich auch Sanierungsprozesse standardisieren, beschleunigen und kosteneffizient gestalten. Eine schnelle und saubere Montage verkürzt die Bauzeit und minimiert die Beeinträchtigung für die Bewohner.
Durch den Einsatz kreislauffähiger Baustoffe und nachhaltiger Energielösungen wird der ökologische Fußabdruck der Bauprojekte deutlich reduziert. Holz, ein nachwachsender Rohstoff, spielt dabei eine zentrale Rolle. Dank seiner Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern, und seiner Eignung für die industrielle Vorfertigung, ermöglicht Holz eine ressourceneffiziente und schnelle Bauweise.

Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, ist umfassendes Fachwissen notwendig. Damit das Potenzial des Baustoffes ausgeschöpft werden kann, ist aber auch festzuhalten, dass der Baustoff nicht als alleiniges Heilmittel angesehen werden kann. Vielmehr sind es oftmals Mischformen und hybride Konstruktionen, die sich als gewinnbringend für ein Bauvorhaben erweisen.
Ein Beispiel: Brüninghoff fertigt Holz-Beton-Verbunddecken (HBV), die sich gut in serielle Baukonzepte einfügen lassen. In den Decken werden die Vorteile beider Materialien Holz und Beton kombiniert. Ein weiterer Vorteil ist ihre Rückbaubarkeit, die einen zweiten Lebenszyklus ermöglicht. Dies reduziert nicht nur den Ressourcenverbrauch, sondern fördert auch die Kreislaufwirtschaft in der Bauindustrie.
In einem aktuellen Video haben wir Brüninghoff besucht und uns angeschaut, wie die Fertigung dieser Holz-Beton-Verbunddecken aussieht:
Wer nachhaltig bauen will, muss früh ansetzen – am besten schon in der Planung. Ökobilanzen, CO₂-Analysen und Materialkreisläufe gehören heute bei jedem Projekt gründlich betrachtet. Auch der Einsatz von Sekundärbaustoffen, wie ressourcenschonendem Beton, muss in jedem Kontext konsequent vorangetrieben werden. Eine interdisziplinäre Herangehensweise kann nicht nur für nachhaltige, sondern auch für wirtschaftlich attraktive Lösungen sorgen.
Auch im Bestand bietet die serielle Bauweise viele Vorteile. Vor allem bei energetischen Sanierungen helfen standardisierte Prozesse, Kosten und Aufwand zu reduzieren. Brüninghoff arbeitet bei einigen Projekten nach dem Energiesprong-Prinzip – einem Ansatz, bei dem Gebäude in wenigen Wochen modernisiert werden und auf NetZero-Niveau gebracht werden können. Schneller lässt sich Bestand kaum zukunftsfähig machen.

Mit voll digitalisiertem Bau und Planung aus einem Guss (BIM) lassen sich Projekte effizient planen und umsetzen. Besonders bei der Vorfertigung ist das essenziell, damit Elemente und Module an Ort und Stelle korrekt verbaut werden können. Wichtig ist dabei im Voraus das Zusammenspiel aller Beteiligten und Bauunternehmen. So entstehen Lösungen, die nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern auch in der Praxis funktionieren.

Mittlerweile kümmert sich die Autobahn GmbH des Bundes um jeden der 13.000 Autobahnkilometer. Doch auch Brücken und Tunnel gehören zum Aufgabengebiet der noch relativ jungen Gesellschaft, die in letzter Zeit Schlagzeilen machte. Wir haben uns angeschaut, was die Autobahn GmbH macht, warum es sie eigentlich überhaupt gibt!
In jüngster Vergangenheit machte die Autobahn GmbH mit einem Ausschreibungsstopp für das Jahr 2025 Schlagzeilen. Als Grund wurde die sogenannte „vorläufige Haushaltsführung“ genannt, da immer noch kein Bundeshaushalt 2025 feststeht. Mittlerweile gibt es aber Entwarnung: der Haushaltsauschuss machte kurzfristig zusätzliche Mittel locker, und der Ausschreibungsstopp konnte aufgelöst werden. Damit steht dem Anstoß wichtiger Projekte in diesem Jahr nix mehr im Wege.
Die Autobahn GmbH des Bundes ist ein bundeseigenes Unternehmen, das nach Gründung im September 2018 und seit dem 1. Januar 2021 für die Planung, den Bau, den Betrieb, die Erhaltung und die Finanzierung der Bundesautobahnen in Deutschland zuständig ist.
Zuvor lagen diese Aufgaben bei den Bundesländern und den jeweiligen Straßenbauverwaltungen. Die Autobahn GmbH hat ihren Hauptsitz in Berlin und verfügt über zahlreiche Niederlassungen und Außenstellen. Ihr Ziel ist es, ein einheitliches und effizientes Management aller Autobahnen in Deutschland zu gewährleisten.
Die Autobahn GmbH ist in Deutschland verantwortlich für 13.000 Autobahnkilometer, 28.000 Brückenbauwerke und 550 Tunnel. An 231 Standorten beschäftigt sie mehr als 14.000 Mitarbeitende.
Die Gründung der Autobahn GmbH erfolgte primär, um die Zersplitterung der Zuständigkeiten im deutschen Autobahnnetz zu beenden und eine bundesweite, zentrale Steuerung zu ermöglichen. Vorher waren die Aufgaben auf 16 Länderverwaltungen verteilt, was oft zu unterschiedlichen Standards, langsameren Entscheidungen und mangelnder Effizienz führte. Hier wurde ein Problem angegangen, das auch aus anderen Bereichen bekannt ist.
Die Reform soll die Planung und den Bau von Autobahnen beschleunigen und die Instandhaltung verbessern. Zudem soll eine bessere Nutzung der Finanzmittel des Bundes gewährleistet werden, die Infrastruktur soll moderner und widerstandsfähiger werden.
Die Kernaufgaben der Autobahn GmbH umfassen die Gesamtplanung des Autobahnnetzes, die Durchführung von Bauprojekten, den Betrieb der Autobahnen inklusive Verkehrsmanagement und -information, sowie die Instandhaltung und Erhaltung der bestehenden Infrastruktur.
Dazu gehören auch die Brückenprüfung, Tunnelwartung und die Pflege der Grünstreifen. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Finanzierung der Autobahnen, wobei sie die Bundesmittel effizient einsetzen muss.
Ein wesentlicher Vorteil der Autobahn GmbH ist die Bündelung von Kompetenzen und die Schaffung einheitlicher Standards für das gesamte Autobahnnetz. Das soll zu einer effizienteren und schnelleren Umsetzung von Projekten und einer verbesserten Koordination führen.
Zudem ermöglicht die Gesellschaft eine transparentere und zielgerichtetere Verwendung der Bundesmittel, da die Verantwortung nun bei einer einzigen Organisation liegt. Langfristig soll dies zu einem besseren und leistungsfähigeren Autobahnnetz führen.
Trotz der angestrebten Vorteile gibt es auch Kritik an der Autobahn GmbH. Ein Hauptkritikpunkt war und ist der hohe Initialaufwand bei der Errichtung und die Komplexität der Umstrukturierung, die zu anfänglichen Schwierigkeiten und Verzögerungen führte.
Zudem befürchten einige Kritiker eine Entdemokratisierung der Autobahnplanung, da die Entscheidungsprozesse jetzt weniger auf regionaler Ebene stattfinden. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der Personalsituation und der Fähigkeit, ausreichend qualifiziertes Personal für die komplexen Aufgaben zu gewinnen.

Strangsanierungen machen alte Wohngebäude zukunftsfähig: Sie modernisieren Wasser-, Abwasser- und Heizungsleitungen effizient und nachhaltig. So steigt die Energieeffizienz, die Wohnqualität verbessert sich – und die Mieter profitieren von geringeren Kosten und mehr Komfort im Alltag.
Deutschland ist ein gebautes Land. Eine Erhebung im Jahr 2014 kam zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der damals 19 Millionen Wohngebäude älter als 40 Jahre waren. Ganze 5 Millionen Wohngebäude waren sogar älter als 60 Jahre. Sanierungen sind daher neben dem Neubau ein wichtiges Mittel, um der Wohnungsknappheit in Deutschland zu begegnen und bestehende Wohnungen zu modernisieren.
Sanierung ist aber nicht gleich Sanierung. Eine wichtige Maßnahme im Kontext der Wohnungswirtschaft ist die Strangsanierung. Sie kann dabei helfen, den bestehenden Gebäudebestand auf einen zukunftsfähigen Standard zu heben. Mit besserer Gebäudeenergieeffizienz wird ein wichtiger Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geleistet - gleichzeitig werden Energiekosten drastisch reduziert.
Eine Strangsanierung bezeichnet die umfassende Erneuerung der vertikalen Versorgungsleitungen – also Wasser-, Abwasser- und Heizungsrohre – in einem Gebäude. Dies beinhaltet oft den kompletten Rückbau der alten Stränge und möglicherweise auch Bäder, um Raum für eine moderne und effiziente Sanierung zu schaffen.
Bei einer seriellen Strangsanierung werden die neuen Leitungen zum Beispiel als fertige Module vorproduziert, und können als komplett fertige Module schnell und effizient montiert werden. Das spart Zeit und Kosten. Ziel ist es, die energetische Infrastruktur eines Gebäudes an aktuelle technische Standards anzupassen und so die Wohnqualität zu verbessern.

Wie das geht, zeigt die Fischbach Gruppe gerade an ihrem derzeitigen Leuchtturmprojekt „Dortmund Green Living“. Die Eckdaten dieser Baumaßnahme, einem der größten Sanierungsprojekte Europas, sind wahrlich eindrucksvoll: Die acht Gebäudeteile umfassen 412 architektonisch moderne Wohnungen mit Wohnflächen von 18 m² bis 108 m² bei einer Gesamtwohnfläche von mehr als 27.000 m², davon 304 Maisonetten und 108 kleinere Studentenwohnungen.
Insgesamt hat der Gebäudekomplex zweiunddreißig Geschosse in acht aneinander gereihten Terrassenhochhäusern mit bis zu 17 Etagen.

Strangsanierung kann notwendig werden, weil alte Trink- und Abwasserleitungen korrodiert, porös, durch jahrelange Ablagerungen verstopft und somit ineffizient sind. Auch die Anforderungen moderner Heizsysteme können eine Erneuerung der Stränge erforderlich machen.
Durch eine Sanierung wird nicht nur die Versorgungssicherheit gewährleistet, sondern auch die Energieeffizienz jeder einzelnen Wohnung und somit des gesamten Gebäudes erheblich verbessert. Dies trägt zum Klima- und Umweltschutz bei und macht sich auch auf den Energierechnungen der Mieter bemerkbar.
Eine professionelle Strangsanierung bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere wenn sie im bewohnten Zustand durchgeführt werden kann. Moderne Sanierungskonzepte ermöglichen möglichst kürze Beeinträchtigungen der Mieter durch effizient getaktete Sanierungszeiten und seriell vorgefertigte Elemente.
Dies führt zu einer schnellen Modernisierung, die möglicherweise sogar innerhalb weniger Werktage pro Strang abgeschlossen werden kann. Zusätzlich sorgt ein professionelles Mietermanagement für Informationstransparenz und eine reibungslose Abwicklung für die Bewohner.
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Die Olympischen Spiele bringen nicht nur sportliche Höchstleistungen, sondern auch immense städtebauliche Veränderungen mit sich. In Deutschland arbeiten derzeit die vier Regionen an Konzepten für eine mögliche Austragung. Im zweiten Artikel schauen wir uns die Konzepte aus München und NRW an.
Vier Regionen in Deutschland haben die Ambition, in Zukunft wieder einmal die Olympischen und Paralympischen Spiele auszutragen. Im ersten Artikel haben wir uns die Bewerbungen aus Berlin und Hamburg angeschaut, doch auch München und NRW haben großes vor. Wie das aussehen könnte, haben wir uns für euch einmal angeschaut.
Olympische Spiele in München: lang ist’s her!
München setzt auf ein Modell der baulichen Wiederverwertung: Viele Sportstätten aus den Olympischen Spielen 1972 sollen erneut genutzt und punktuell modernisiert werden. Damit verbunden sind vergleichsweise geringe Baukosten und eine hohe Symbolwirkung. Die wohl markanteste bauliche Erweiterung ist eine temporäre Schwimmhalle in Freising, die speziell für Olympia errichtet und anschließend rückgebaut werden soll.
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Das Olympiadorf als neues Stadtviertel
Das neue Olympische und Paralympische Dorf im Nordosten der Stadt ist als klimaneutrales Mehrgenerationenquartier für über 10.000 Menschen konzipiert – eine große wohnungspolitische Investition mit langfristigem Nutzen. Zudem sollen neue Mobilitätsachsen geschaffen werden, um das neue Stadtviertel mit dem Zentrum zu verbinden.
München kann hier seine Erfahrung aus vergangenen Großveranstaltungen wie zum Beispiel dem jährlichen Oktoberfest nutzen. Noch in diesem Jahr sollen die Münchnerinnen und Münchner darüber abstimmen, ob sie Olympia überhaupt haben wollen. "Bevor wir Geld in teure Planungen stecken, müssen wir wissen, ob die Menschen in München Olympia überhaupt wollen," sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter dem BR.
In diesem Artikel haben wir uns die beiden Konzepte für Berlin und Hamburg angeschaut: https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/deutschland-und-die-olympischen-spiele-berliner-und-hamburger-ambitionen
Mal keine Stadt, sondern ein Land: Nordrhein-Westfalen
Das Konzept denkt die Olympischen und Paralympischen Spiele erstmals als regionales Projekt und nutzt dabei bereits bestehende Sportstätten an Rhein und Ruhr. Statt eines zentralen Stadionneubaus soll ein modulares Leichtathletikstadion in Köln oder Essen entstehen, das 50.000 Zuschauer fasst und nach den Spielen in ein Wohnquartier integriert wird. Auch für das geplante Olympische Dorf ist eine Nachnutzung als Wohngebiet vorgesehen, etwa in unmittelbarer Nähe zur Sportstätte.
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Die Schwimmwettkämpfe sollen in einem temporären Becken in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen stattfinden – mit 60.000 Plätzen ein absolutes Raumwunder. Kritisch wird gesehen, dass der Standort für Stadion und Dorf noch nicht final festgelegt ist. Auch die Tatsache, dass das Konzept für NRW nicht mit einem griffigen Städtenamen versehen ist, könnte vielleicht für Verwirrung sorgen.
Und welches Konzept hat jetzt die besten Karten?
Bis Herbst 2026 will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheiden, mit welcher Stadt oder Region Deutschland in ein mögliches Bewerbungsverfahren geht. Klar ist: Ohne tragfähige, nachhaltige und bürgernahe Baukonzepte wird keine Bewerbung Erfolg haben. München ist durch die Weiternutzung bestehender Infrastruktur und das große Wohnbauprojekt im Vorteil.
Berlin hat zwar große Symbolkraft, muss aber mit Verschuldung und Skepsis gegenüber Großprojekten umgehen. Hamburg bringt kompakte Baupläne mit und will urbane Innovation mit Olympia verknüpfen. NRW überzeugt durch modulare Konzepte, kämpft jedoch mit föderalen Herausforderungen und fehlender Markenstärke. Die Bewerbung, die bauliche Umsetzbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz am besten zusammenbringt, dürfte die aussichtsreichste sein.

Wird das 100-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur zur Investitionsoffensive oder verpufft es wirkungslos? Bauwirtschaft schlägt Alarm.
Die Bundesregierung hat Großes vor: Mit einem neuen Sondervermögen sollen in den kommenden Jahren ganze Branchen modernisiert und das Land klimafit gemacht werden. Doch hinter dem Versprechen von 100 Milliarden Euro für Länder und Kommunen steckt ein System, das bereits jetzt für Kritik sorgt – besonders aus der Bauwirtschaft. Denn statt einer echten Investitionsoffensive droht vielerorts nur ein geschicktes Verschieben alter Haushaltsmittel.
Was als historischer Aufbruch verkauft wird, könnte sich – so warnen Branchenvertreter – als bürokratisches Placebo entpuppen. Wir schauen genauer hin: Wofür ist das Geld gedacht? Was steckt hinter dem Begriff "Sondervermögen"? Und warum zweifeln gleich zwei große Bauverbände daran, dass die Mittel tatsächlich dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden?
Mit dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ schafft die Bundesregierung einen neuen Investitionstopf außerhalb des regulären Haushalts. Insgesamt sollen über zwölf Jahre 500 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Der Fokus: Investitionen in Klimaschutz, Digitalisierung, Verkehr, Bildung, Energie und Gesundheit.
Von diesen 500 Milliarden sind 100 Milliarden Euro speziell für Länder und Kommunen vorgesehen – zusätzlich zu weiteren 100 Milliarden Euro für den Klima- und Transformationsfonds. Für das Jahr 2025 sind konkret 37,2 Milliarden Euro an Ausgaben eingeplant. Hinzu kommen Verpflichtungsermächtigungen über 84,8 Milliarden Euro für künftige Jahre.
Die größten Ausgabenposten 2025 im Überblick:
Ziel ist eine umfassende Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur und die Förderung von Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045.
Doch der große Plan hat einen Haken: Die sogenannte „Zusätzlichkeit“ der Investitionen wurde aus dem Gesetz gestrichen. Das heißt, Länder müssen die Gelder aus dem Sondervermögen nicht zwingend „on top“ zu ihren Haushaltsmitteln verwenden, sondern können reguläre Ausgaben durch das neue Bundesgeld ersetzen. Genau das kritisiert der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) scharf.
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des HDB, warnt:
„Einige Bundesländer kürzen reguläre Investitionsetats und füllen die Lücke mit den Mitteln aus dem Sondervermögen auf. Den Bürgerinnen und Bürgern ist dieses Vorgehen nicht vermittelbar.“
Statt zusätzlicher Investitionen befürchtet die Bauindustrie also eine reine Umverteilung – mit dem Ergebnis, dass keine neuen Projekte entstehen, sondern alte Haushaltslöcher mit Bundesmitteln gestopft werden. Noch kritischer: Die Weitergabe der Mittel an die Kommunen ist nicht verpflichtend geregelt. Müller:
„So ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Kommunen nur einen Bruchteil der insgesamt 100 Milliarden Euro erhalten werden.“
Dabei sind es gerade die Kommunen, die mit einem Investitionsstau von über 215 Milliarden Euro besonders dringend auf frische Mittel angewiesen wären.
Auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) äußert sich deutlich kritisch zum Kabinettsentwurf. In einer eigenen Stellungnahme fordert der Verband eine Nachbesserung – und bemängelt, dass das Sondervermögen nicht an Bedingungen geknüpft sei, die echte Investitionen garantieren.
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB, betont:
„Statt die Konjunktur im Bau anzukurbeln, besteht die Gefahr, dass die Investitionen aus dem Sondervermögen lediglich bestehende Haushaltslöcher stopfen. [...] Die notwendigen Investitionen in Infrastruktur, Schulen, Wohnungen oder Klimaanpassung finden dann nicht statt.“
Besonders kritisch sieht der ZDB, dass Investitionshemmnisse auf Landes- und kommunaler Ebene weiterbestehen, etwa lange Planungsverfahren, Personalmangel oder fehlende Baukapazitäten. Der Verband fordert deshalb eine strategische Begleitung der Mittelvergabe und klare Regeln zur Verwendung der Gelder.
Pakleppa weiter:
„Wenn es keine Vorgaben zur Zweckbindung gibt und die Zusätzlichkeit nicht gesichert ist, bleibt das Sondervermögen eine große Überschrift – ohne echte Wirkung.“
Die Kritik des ZDB deckt sich mit der Sorge vieler Akteure aus der Praxis: Ohne gezielte Steuerung könnten die Milliarden an der Realität vorbeigehen.
Beide großen Bauverbände – HDB und ZDB – fordern von der Bundesregierung ein klares Umdenken bei der Umsetzung des Sondervermögens. Die zentralen Punkte:
Der Tenor: Der politische Wille allein reicht nicht. Ohne klare Spielregeln und echte Kontrolle läuft das Sondervermögen ins Leere.
Der Gesetzentwurf soll nun in der ersten Juliwoche in den Bundestag eingebracht werden. Viel Zeit bleibt nicht, um die drängendsten Kritikpunkte der Fachwelt aufzugreifen. Denn klar ist: Das Projekt „100 Milliarden Sondervermögen für Infrastruktur“ steht politisch unter Beobachtung – und die Erwartungen sind hoch.
Sollte sich bestätigen, dass die Mittel nicht zusätzlich und nicht zielgerichtet eingesetzt werden, droht das Vorhaben zu einer politischen Enttäuschung mit Ansage zu werden.
Das 100-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur ist eine historische Chance, den Investitionsrückstand in Deutschland aufzuholen. Doch wie es derzeit ausgestaltet ist, fehlt es an Verbindlichkeit, Transparenz und strategischer Steuerung.
Beide führenden Bauverbände – Bauindustrie und Baugewerbe – fordern: Nachbessern – bevor die Mittel verpuffen.
Denn ohne klar geregelte Zusätzlichkeit, kommunale Beteiligung und Zweckbindung bleibt von der großen Ankündigung nur ein fragwürdiges Etikett. Und was als Zukunftsinvestition geplant war, droht zum nächsten Kapitel in der langen Geschichte deutscher Infrastrukturversäumnisse zu werden.

Hitzewelle und extreme Hitze: vor dem 2. Juli wurde viel gewarnt, es soll heiß werden in Deutschland. Ein guter Anlass, um sich mit einer Frage zu beschäftigen, die uns alle betrifft: Warum wird es in unseren Städten immer heißer? Und können wir dagegen etwas tun?
Warum wird es in unseren Städten immer heißer?
Extreme Sommer sind längst keine Seltenheit mehr. Besonders in Städten spüren wir die Hitze intensiver – verantwortlich dafür ist der sogenannte „Urban Heat Island“-Effekt, der auch heute und besonders in der Nacht spürbar ist. Asphalt, Beton und dichte Bebauung speichern Wärme und geben sie nachts nur langsam wieder ab.
Es gibt in Städten daher mehr Tropennächte (definiert als Nacht, in der die Lufttemperatur zwischen 18 Uhr und 6 Uhr nicht unter 20 Grad Celsius fällt) als im Umland. Gleichzeitig fehlen oft Grünflächen, Bäume und Gewässer, die für natürliche Abkühlung sorgen würden. Auch die Abwärme von Klimaanlagen und Geräten kann die Stadt zusätzlich aufheizen.
Welche Folgen hat extreme Hitze für Menschen in der Stadt?
Hitze kann gefährlich werden. Sie kann erholsamen Nachtschlaf verhindern. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen leiden unter Hitzewellen. Eine Studie des Umweltbundesamtes kam zu dem Ergebnis, dass es in den vergangenen beiden Sommern jeweils rund 3.000 Hitzetote in Deutschland gegeben hat.
Studien kamen ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Hitze aggressiver macht. Durch die Ausschüttung des Hormons Vasopressin, welches dazu dienen soll, Flüssigkeit im Körper zu halten, wird auch die Aggressivität erhöht. Unser Nervensystem ist stärker aktiviert, und man ist unter Umständen reizbarer, als an kühleren Tagen.
Was kann ich selbst gegen Hitze tun?
Jeder kann etwas tun, um seine Wohnung oder sein Haus hitzeresistenter zu machen. Ein bewährtes Mittel ist die Begrünung von Dächern und Fassaden: Pflanzen spenden Schatten, verdunsten Wasser und kühlen so die Umgebung. Auch außenliegende Jalousien, Markisen oder Sonnensegel helfen, Räume kühl zu halten.
Wer neu baut oder saniert, sollte auf helle Fassadenfarben setzen, die Sonnenstrahlen reflektieren. Richtiges Lüften – nachts und frühmorgens, vorausgesetzt die Temperatur fällt in der Nacht einigermaßen – kann die Temperaturen in Innenräumen zusätzlich senken. Bringt das alles nichts, kann auch die Flucht in öffentliche, klimatisierte Räume helfen: Bibliotheken, Einkaufszentren, Cafés oder Restaurants können sich da anbieten.
Können Städte und Kommunen selbst auch für mehr Abkühlung sorgen?
Viele deutsche Städte setzen inzwischen auf klimafreundliche Stadtplanung, um Hitzeinseln zu vermeiden. Dazu gehören mehr Stadtgrün – Bäume, Parks und begrünte Dächer – sowie die Entsiegelung von Flächen, damit Regenwasser versickern kann.
Das sogenannte Schwammstadt-Prinzip hilft dabei, dass der Boden mehr Wasser speichern kann, welches bei Hitze verdunsten kann. Manche Städte installieren öffentliche Trinkwasserbrunnen, Nebelduschen oder schaffen kühle Aufenthaltsorte. Berlin, München und Köln sind hier mit verschiedenen Pilotprojekten Vorreiter.
Wie kann jeder Einzelne zu einer klimafreundlichen Stadt beitragen?
Die gute Nachricht: Jeder von uns kann mithelfen! Schon kleine Beiträge wie Baumpatenschaften, Urban Gardening oder das Entsiegeln des eigenen Gartens machen einen Unterschied. Wer die Möglichkeit hat, sollte beim Bauen oder Sanieren auf Hitzeschutz achten.
Auch das Gießen von städtischen Bäumen kann eine gute Idee sein, wenn Städte und Kommunen nicht hinterherkommen. Fußwege unter Bäumen können im Schnitt bis zu 12 Grad kühler sein. Vorausgesetzt, die grünen Riesen leben und überleben diesen Sommer.

Die Olympischen Spiele bringen nicht nur sportliche Höchstleistungen, sondern auch immense städtebauliche Veränderungen mit sich. In Deutschland arbeiten derzeit die vier Regionen an Konzepten für eine mögliche Austragung. Im Artikel haben wir uns die Konzepte für Hamburg und Berlin angeschaut.
Im Mittelpunkt stehen Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung, der Nutzung bestehender Bauten und der langfristigen Wohnraumnutzung. Der Fokus liegt dabei klar auf ressourcenschonendem Bauen, temporären Strukturen und der Umwandlung olympischer Infrastruktur in zukunftsfähigen Wohn- und Arbeitsraum. In diesem Artikel haben wir uns angeschaut, was die Bewerbungen für Berlin & Hamburg für die Städte bedeuten könnten!
Das Berliner Konzept „Berlin+“ setzt stark auf eine dezentrale Nutzung bereits bestehender Bauten – etwa das historische Olympiastadion, das für Leichtathletik ohne Umbauten genutzt werden kann. Auch andere Regionen Deutschlands sollen eingebunden werden. Neue Bauvorhaben beschränken sich auf temporäre Strukturen, wie die geplante Schwimmarena im Sportforum Hohenschönhausen, die nach dem Event rückgebaut werden soll.
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Das größte bauliche Projekt ist das Olympische Dorf auf dem Messegelände, das später in 2.500 bezahlbare Wohnungen umgewandelt wird – ein zentrales Argument für nachhaltige Stadtentwicklung. Auch die Integration anderer Städte wie Leipzig, Kiel oder Rostock entlastet Berlin beim Neubau von Sportstätten.
Ein Risiko könnte Berlins hohe Schuldenlast sein. Dazu kommt, dass man sich bei baulichen Großprojekten in der Vergangenheit häufig nicht mit Ruhm bekleckert hat (zum Beispiel der BER). Ein dauerhaft positives Vermächtnis soll vor allem durch Wohnbau und die temporäre, klimaneutrale Bauweise erreicht werden. In einer Umfrage des rbb im Juni fanden 46 % der befragten Berliner eine Olympiabewerbung “eher gut”, 43 % sagten “eher schlecht”.
Hamburgs Konzept überzeugt mit einem besonders zentralisierten Ansatz: 82 % der Wettkampfstätten befinden sich im städtischen Kern. Das bedeutet, dass ein Großteil der Wettkampfstätten mit der vorhandenen Infrastruktur erreicht werden kann.
Größtes Bauprojekt ist das geplante Leichtathletikstadion im OlympiaPark Altona – ein Stadionneubau, der jedoch auch als Fußballarena für den HSV oder als Konzertvenue dauerhaft genutzt werden soll. Im Volksparkstadion soll ein temporärer Bau für die Schwimmwettbewerbe entstehen, Tribünen sollen 17.500 Zuschauern Platz bieten.

Das Olympische Dorf ist als Teil der „Science City“ in Bahrenfeld geplant – ein neues Stadtquartier mit Fokus auf Wissenschaft, Wohnen und Arbeiten, das langfristig Wohnungen, Labore und Hörsäle bieten soll. Hamburg stellt sich damit als innovativer Player in der Verbindung von Sportgroßereignis und urbanem Zukunftsraum auf.
Noch offen sind Details zu Grundstücksfragen. Die Erfahrungen aus der gescheiterten Bewerbung 2015 wirken nach, vor allem mit Blick auf Akzeptanz neuer Bauprojekte. Ein Bürgerentscheid im Mai 2026 wird zeigen, ob die Bevölkerung das Bauvorhaben und die Vision mitträgt. Im November 2015 entschieden sich 51,6 % der Hamburgerinnen und Hamburger entschlossen, eine damalige Kampagne für die Spiele 2024 oder 2028 nicht fortzusetzen.

Wenns um das Thema Geothermie geht, ist München in Deutschland und Europa schwer zu toppen. Seit 2004 setzen die Stadtwerke auf die Technologie, jetzt entsteht aktuell die größte Geothermieanlage Kontinentaleuropas. Wie viele Haushalte die mit Wärme versorgt, und warum sich München so gut eignet, haben wir in diesem Artikel für euch erklärt.
Am Michaelibad in München wird die größte Geothermieanlage Kontinentaleuropas gebaut. Das Projekt hat Ende September 2024 mit dem Spatenstich begonnen und soll bis 2033 fertiggestellt werden. Mit dieser Anlage wollen die Stadtwerke München (SWM) ihren Beitrag zur Wärmewende leisten und bis spätestens 2040 den Fernwärmebedarf Münchens CO₂-neutral zu decken. Tiefengeothermie soll dabei eine übergeordnete Rolle spielen.
Die siebte Geothermieanlage der SWM wird auf einem Teil des Michaelibads, einem öffentlichen Hallen- und Freibad im Münchner Südosten, errichtet. Sie wird Wärme für 75.000 Menschen liefern können. Die Anlage umfasst vier Förder- und vier Reinjektionsbohrungen sowie eine Wärmestation mit einer Großwärmepumpe zur Steigerung der Wärmeausbeute. Nach Fertigstellung im Jahr 2033 kann der Großteil der Liegewiese des Freibads wieder genutzt werden, da die betrieblich notwendigen Bereiche kleiner sein werden als die Baufläche.

München und seine Umgebung bieten ideale geologische Bedingungen für die Nutzung der Geothermie. In 2.000 bis über 3.000 Metern Tiefe befindet sich ein riesiger Vorrat an heißem Thermalwasser mit Temperaturen von 80 bis über 100 Grad Celsius. Südlich von München sind die Temperaturen sogar noch höher, was die zusätzliche Erzeugung von Strom ermöglicht. Die SWM nutzen diese wertvolle Ressource bereits seit 20 Jahren und sind Deutschlands größter Geothermiebetreiber. Die Geothermieanlage am Michaelibad wird seit 2004 die 7. Anlage dieser Art in München.

Geothermieanlagen nutzen heißes Wasser aus wasserführenden Gesteinsschichten in 2.000 bis über 3.000 Metern Tiefe, das vom Erdinneren erhitzt wird. Das heiße Thermalwasser wird über Bohrungen an die Oberfläche gepumpt und seine Energie mittels Wärmetauschern auf ein Fernwärmenetz übertragen. Das abgekühlte Wasser wird über Injektionsbohrungen wieder in dieselben Schichten zurückgeführt, wodurch ein geschlossener Kreislauf entsteht. Dieser Prozess stellt einen geringen Eingriff in das Ökosystem dar und ist eine klimaneutrale, unerschöpfliche und zuverlässige Energiequelle.
Die SWM planen, die Geothermienutzung in München konsequent auszubauen. Neben der siebten Anlage am Michaelibad ist eine weitere auf dem Gelände des früheren Virginia-Depots im Münchner Norden geplant, und zusätzliche Standorte werden geprüft. Insgesamt sollen zehn Geothermievorhaben mit über 50 neuen Tiefbohrungen in und um München realisiert werden. Mit diesen Projekten streben die SWM an, bis spätestens 2040 den gesamten Münchner Fernwärmebedarf klimaneutral zu decken und München zu einer klimaneutralen Millionenstadt zu machen.

Der Alexanderplatz, Berlins bekannter Hotspot, erfährt massive Veränderungen. Zahlreiche Baustellen prägen das Gesicht des stets stark frequentierten Ortes. Aktuell entsteht der Covivio-Tower, vier rote Kräne ragen in die Höhe. Doch das Bauen ist dort kein einfaches, weil im Untergrund die U-Bahn verläuft.
Es dürfte einer der bekanntesten Orte Deutschlands und auch Berlins sein. Der Alexanderplatz ist geschichtsträchtig, stark frequentiert und wichtiger Umsteigeort für die Berlinerinnen und Berliner. Orte wie die Weltzeituhr sind bekannt aus Film und Fernsehen, aber auch zur Orientierung und als Treffpunkt für die ganz normalen Berlinbesucher. Ganz egal wie man zum “Alex” steht, fest steht auch, dass an diesem Platz aktuell unglaublich viel passiert.
Ein Projekt schauen wir uns in diesem Artikel etwas näher an. Aktuelle entsteht auf dem Alexanderplatz in Berlin-Mitte ein neues, 130 Meter hohes Gebäude. Bauherr ist die Covivio Development GmbH, Berlin, die das Gebäude direkt neben dem bereits existierenden ParkInn Hotel errichtet. Der Entwurf stammt vom Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton. Vier große Kräne zeugen aktuell von den Bauarbeiten am nordöstlichen Rand des Alexanderplatzes.

Im August 2024 wurde intensiv an der Fertigstellung der Kellergeschosse gearbeitet, mittlerweile hat der Hochbau begonnen. Die ursprünglichen Pläne verzögerten sich durch Sanierungsarbeiten am Tunnel der U-Bahnlinie U2. Der Tunnel trug im Zuge der Bauarbeiten Schäden von sich, die erst aufwändig behoben werden mussten. Die Fertigstellung des Wolkenkratzers wird voraussichtlich bis Ende 2026, möglicherweise auch erst Anfang 2027 erfolgen.
Der Covivio Tower wird eine Nutzfläche von rund 60.000 Quadratmetern bieten und als Mixed-Use-Gebäude Arbeitsräume, Einzelhandelsflächen und Wohnraum vereinen. Auf Büros entfallen 26.700 Quadratmeter, auf Verkaufsflächen 21.900 Quadratmeter und auf Wohnen ca. 11.400 Quadratmeter. Das Hochhaus soll ein “Urban Campus” werden und eine Dachterrasse mit Restaurants und Gastronomiebereichen umfassen. Auch eine Kita sowie Co-Working und Co-Living-Flächen sollen den Alexanderplatz bereichern.
Ob die zahlreichen entstehenden Projektentwicklungen den Alexanderplatz räumlich aufwerten, muss man wohl abwarten. Der Alexanderplatz gilt seit Jahren als Kriminalitätsschwerpunkt in der Stadt, sogar eine eigene, kleine Polizeiwache existiert direkt gegenüber der Weltzeituhr. In einer Umfrage des Tagesspiegels 2019 gaben fast 74 % aller Befragten an, dass sie „gar nicht gerne“ oder „weniger gerne“ an den Alexanderplatz kommen.

Nachhaltiges Bauen lohnt sich ökologisch und wirtschaftlich: Es senkt langfristig Kosten, erfüllt neue gesetzliche Vorgaben und schützt das Klima – und das geht sogar ohne höhere Baukosten. Ein zukunftsfähiger Ansatz für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Nachhaltigkeit zu ignorieren, wäre teuer und fatal.
Betrachtet man den globalen und menschengemachten Klimawandel als eines der drängendsten Probleme unserer Zeit, ist es logisch, die Branchen mit dem größten Ausstoß an CO₂-Emissionen in den Blick zu nehmen. In Deutschland sind laut dem Umweltbundesamt 30 % der CO₂-Emissionen auf Bau und Nutzung von Gebäuden zurückzuführen.
Weltweit wird der Bausektor für 40 % des globalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich gemacht. Die Art und Weise, wie wir uns unsere Welt bauen, hat also einen entscheidenden Einfluss darauf, wie sorgsam wir mit dem Planeten und seinen Rohstoffen umgehen. Das beginnt bei der Planung, geht weiter mit dem Bau und endet nicht mit dem Rückbau.
Nachhaltigkeit beim Bauen galt lange als teures Ideal. Doch angesichts steigender Materialpreise, wachsender Umweltanforderungen und regulatorischer Veränderungen gewinnt die Lebenszyklusbetrachtung von Gebäuden zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Kurzstudie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.) zeigt: nachhaltiges Bauen muss nicht zwingend teurer sein – im Gegenteil, es kann sogar günstiger ausfallen.
Doch lohnt es sich auch für Bauherren und Investoren?
Die Betrachtung von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg verändert den Blick auf die Kosten. Für die DGNB-Kurzstudie wurden 28 Wohnungsneubauten mit mehr als 6 Wohneinheiten analysiert, die Gebäudegrößen reichten dabei von 700 m² bis zu 25.000 m² Bruttogrundfläche.
Die Herstellungskosten eines Gebäudes machen nach dem DGNB-Zertifizierungssystem 2018 nur etwa die Hälfte der Gesamtausgaben über 50 Jahre aus – der Rest entfällt auf Betrieb, Wartung und Instandhaltung. Nachhaltiges Bauen hilft, diese laufenden Kosten zu senken. Wer nur auf den Erstpreis schaut, verkennt oft das wirtschaftliche Potenzial langfristig optimierter Gebäude.
Wie nachhaltiges Bauen mit EPDs und Lebenszyklusanalysen in der Praxis aussieht, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.
Ein zentrales Ergebnis der DGNB-Analyse ist, dass es keine zwingende Korrelation zwischen niedrigen Treibhausgasemissionen und hohen Baukosten gibt. Laut Studienergebnissen ist eine leichte Tendenz zu erkennen, nach der Gebäude mit niedrigeren CO₂-Emissionen im Betrieb auch niedrigere Baukosten aufweisen.
Je nach Anwendungsfall bedeutet das, dass nachhaltiges Bauen sich auch wirtschaftlich realisieren lässt – mit dem richtigen Know-how und Materialeinsatz.
Häufig wird vermutet, dass energieeffiziente Gebäude teurer in der Anschaffung sind. Doch die Studie zeigt: Niedrige CO₂-Werte im Betrieb gehen nicht automatisch mit hohen Investitionen einher. Vielmehr sind es oft gezielte Investitionen in effiziente Technik (z. B. Heizung, Lüftung), die langfristig Geld sparen. Wichtig ist dabei eine kluge Planung ab Projektbeginn.
In Frankfurt hat der Büroturm AYR zum Beispiel eine neue, hinterlüftete Fassade bekommen sowie eine verdoppelte Wärmedämmung. Die bestehende Natursteinfassade wurde entfernt und nach einem Upcycling-Verfahren wieder angebracht. Die angebrachten Fassaden-Dämmplatten von ISOVER sind wasserabweisend und schlank und somit perfekt für die dortige Unterkonstruktion geeignet.


Die Wahl der Materialien spielt eine wichtige Rolle. In der nachhaltigen Glasproduktion ist die Verwendung von Recyclingglas schon etabliert. In diesem Artikel haben wir uns angeschaut, wie das aussehen kann. In einer unserer YouTube-Dokus haben wir uns angeschaut, wie die nachhaltige Glasproduktion bei Saint-Gobain in Torgau aussieht:
Mit der neuen EU-Gebäuderichtlinie wird ab 2028 die Berechnung von Gebäudeökobilanzen für Neubauten verpflichtend. Der rechtliche Rahmen wird also enger, doch er bietet auch Sicherheit für Investitionen. Wer jetzt auf nachhaltiges Bauen setzt, ist besser vorbereitet auf kommende Anforderungen – und profitiert von Förderungen und besseren Finanzierungskonditionen.
Die Analyse belegt: Mehr Nachhaltigkeit muss nicht mehr kosten. Im Mittel lagen die untersuchten nachhaltigen Projekte bei den Herstellungskosten nur 130 €/m² über dem Referenzwert – ein überschaubarer Aufpreis, der sich durch niedrigere Betriebs- und Folgekosten mehr oder weniger schnell amortisieren kann.
Begrünte Gebäudedächer und Fassaden können nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern auch ganz praktisch die Biodiversität fördern. Begrünte Flächen sind nicht nur Lebensräume für Vögel und Insekten, sondern verbessern auch das Mikroklima und die Luftqualität. Insbesondere in Stadträumen, die häufig grau daherkommen, ist es wichtig, die fortschreitende Versiegelung des öffentlichen Straßenlandes im Blick zu haben.

Nachhaltigkeit ist auch in der deutschen Baubranche weit mehr als ein ökologisches Ideal. Die DGNB-Studie zeigt deutlich: Nachhaltiges Bauen ist kein Luxus, sondern ein sinnvoller wirtschaftlicher Schritt. Es schützt das Klima, senkt Betriebskosten und schafft langfristige Wertstabilität. Wer heute verantwortungsvoll plant, investiert nicht nur in ein Gebäude – sondern in eine zukunftsfähige Gesellschaft und stabile Renditen.

Holz statt Hochglanz: Mit dem Timber Pioneer entsteht in Frankfurt das erste Bürogebäude in Holz-Hybridbauweise – innovativ, nachhaltig und unglaublich schnell. Ein Meilenstein moderner Stadtentwicklung inmitten der Skyline aus Stahl und Beton.
Frankfurt am Main ist europaweit bekannt für seine beeindruckende Skyline. Mit dem Timber Pioneer ist die Stadt jetzt um ein zukunftsweisendes Bürogebäude reicher, das neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit, Gesundheit und moderner Arbeitswelt setzt. Das Bürogebäude, welches in innovativer Holz-Hybridbauweise errichtet wurde, ist Frankfurts erstes Bürogebäude dieser Art und bereits mit einem Gold-Vorzertifikat der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet.
Interessanterweise war das Projekt ursprünglich als Hotel geplant. Der Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 zwang UBM Development, damals Europas größter Hotelentwickler, die Pläne grundlegend zu überdenken. Die bereits vorliegende Planung wurde verworfen, um auf die zukünftigen Bedürfnisse des Immobilienmarktes zu reagieren. Das Ergebnis ist das Timber Pioneer, ein Bürohaus in Holz-Hybrid-Bauweise, das nicht nur grün ist, sondern auch smart.

Der Timber Pioneer dient auch als grünes Leuchtturmprojekt in Frankfurt, welches zeigen soll, wie ökologisches Bauen und der Fokus auf Energieeffizienz gleichzeitig gesunde Arbeitsumgebungen schaffen können. Durch die Nutzung natürlicher Materialien wie Fichtenholz wird ein Wohlfühlklima geschaffen, das Kommunikation und Kreativität fördert. Doch auch mögliche Umnutzungen und ein Rückbau sind von Anfang an mitgedacht. Die hervorragende Anbindung im Europaviertel und die Integration von E-Mobilitätslösungen runden das Gesamtkonzept ab und machen den Timber Pioneer zu einem Vorbild für nachhaltige Stadtentwicklung.
Die Konstruktion des Timber Pioneer basiert auf einer innovativen Holz-Hybridbauweise, die die Vorteile von Holz als Baustoff mit denen konventioneller Materialien kombiniert. Dies führt nicht nur zu einer deutlichen Reduktion des CO₂-Fußabdrucks, sondern auch zu einer schnelleren Bauzeit und weniger Abfall durch den Einsatz vorgefertigter Verbundelemente.
Der Timber Pioneer ist nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein Vorreiter in puncto Umweltverträglichkeit und Effizienz. Moderne Haustechnikanlagen sorgen für ein energieeffizientes Gebäude. Bei einer Bürofläche von 14.000 m² ist das Potenzial zum Energiesparen hier enorm. Im verbauten Holz sind ca. 1.800 Tonnen CO₂ gebunden.

Der Bau des Timber Pioneer unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Bauprojekten und gleicht eher einem Montageprozess.
Dank der Vorfertigung der Holz-Hybrid-Elemente wurde das Timer Pioneer in einer Rekordzeit von nur 15 Wochen errichtet. Dies war nicht nur wesentlich schneller, sondern auch leiser und sauberer als auf einer traditionellen Baustelle.
Jedes Brettschichtholz-Element war mit QR-Codes versehen, die im digitalen System ihre genaue Position in der Konstruktion angaben. Ein kleines Montageteam konnte die Elemente zügig verbauen. Die hohe Präzision durch den digitalen Ablauf ermöglichten es, pro Woche im Schnitt 1.000 Quadratmeter Rohbau fertigzustellen.

Das FRANKLIN-Gelände in Mannheim verwandelt sich von einer ehemaligen US-Militärbasis in ein zukunftsweisendes Stadtquartier. Innovative Planung verbindet Geschichte mit moderner Architektur. Auch nachhaltiges Bauen mit Holzhybrid spielt eine zentrale Rolle. Wie ein Stadtquartier der Zukunft in Mannheim aussieht, schauen wir uns in diesem Artikel an.
In Mannheim entsteht mit FRANKLIN-Mitte ein bemerkenswertes Stadtquartier, das die Vergangenheit ehrt und gleichzeitig in die Zukunft weist. Auf dem weitläufigen Areal einer ehemaligen US-Militärbasis verwandelt sich eine einst homogene Fläche in ein pulsierendes, urbanes Zentrum. Dieses ambitionierte Projekt, das frühere Kasernenareale umfasst, demonstriert auf beeindruckende Weise, wie strategische Stadtentwicklung ausgediente Militärflächen in lebenswerte Räume verwandeln kann.
Die MWSP (Mannheimer Wohn- und Stadtentwicklung Projektentwicklungsgesellschaft), ursprünglich für die Konversion von Militärflächen in Mannheim gegründet, ist damit befasst. Ihre Kernaufgabe ist die Umwandlung ehemaliger US-Militärgelände in lebenswerte Stadtviertel und innovative Gewerbeflächen. Dabei fungiert sie als Vermittler zwischen Politik, Verwaltung, Investoren und Anwohnern. Die Konversionsflächen sind insgesamt 300 Hektar groß, FRANKLIN ist dabei eins von 8 Projekten.
Die städtebauliche Gestaltung von FRANKLIN bricht bewusst mit den uniformen Strukturen der militärischen Vergangenheit. Ein zentraler „Grüner Hügel“ wird das neue Herzstück des Quartiers bilden, akzentuiert durch vier markante Hochhäuser, die in ihrer Bauform den Schriftzug “HOME” darstellen und einprägsame Orientierungspunkte schaffen. Aktuell fehlt leider noch das Haus, welches das M darstellen soll. Der ursprüngliche Investor zog sich vor Baubeginn zurück, jetzt ist ein Baustart 2027 geplant. In sozialen Medien wurden die drei Gebäude, die nur den Schriftzug “HOE” zeigen, schmunzelnd aufgegriffen. Denn das Wort “HOE” bedeutet im Englischen Hure oder Schlampe.
Auf dem ehemaligen FUNARI-Kasernengelände kombiniert ein Projekt die modularen Bautechniken der Traumhaus AG mit den architektonischen Innovationen von MVRDV, um eine Vielfalt an Haustypen mit einzigartiger Identität zu schaffen. Ziel ist die Entwicklung einer heterogenen Gemeinschaft mit dorfähnlichem Charakter, wobei individuelle Häuser zu einem harmonischen Gesamtbild beitragen. Ein zentraler Platz und gemeinschaftliche Grünflächen fördern die Interaktion der Bewohner. Das Projekt legt Wert auf einen Materialmix und grüne Fassaden, um eine ästhetisch ansprechende und nachhaltige Umgebung zu schaffen.

Ein wichtiges Element ist die Integration erhaltener Bestandsgebäude, die als Zeugen der amerikanischen Geschichte dienen und den Neubauten eine besondere Note verleihen. Großzügige Grünflächen, die „FRANKLIN GREEN FIELDS“, laden mit ihren Spiel- und Sportbereichen zur aktiven Nutzung ein. Zudem fördern autofreie Wege wie der „FRANKLIN Loop“, ein 3,21 Kilometer langer Rundweg, der alle Quartiere miteinander verbindet, eine fußgänger- und fahrradfreundliche Umgebung.
Nachhaltiges Bauen als Leitprinzip
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Nachhaltigkeit, wobei der Fokus auf natürlichen und erneuerbaren Rohstoffen liegt. Die Holzhybridbauweise spielt hier eine Schlüsselrolle und unterstreicht das Engagement für eine Reduktion der CO2-Emissionen. Zahlreiche Gebäude, darunter Mietwohnungen und das generationsübergreifende Franklin Village, werden in dieser umweltfreundlichen Bauweise realisiert.
Das sogenannte „Balance“-Haus demonstriert dies eindrücklich mit seinen großzügigen Balkonen und Möglichkeiten für urbanes Gärtnern. Um diese nachhaltigen Prinzipien zu verankern, verpflichtet das „FRANKLIN Zertifikat“ Investoren vertraglich zur Schaffung von Mehrwerten in verschiedenen ökologischen und sozialen Bereichen. Das kann auch der Erhalt von Bestandsgebäuden, die Schaffung von Kitas oder Angeboten für inklusives Wohnen sein.

Neben den ökologischen Aspekten wird in FRANKLIN großer Wert auf soziale Nachhaltigkeit und ein starkes Gemeinschaftsgefühl gelegt. Ein eigenes „Aufsiedlungsmanagement“-Team fördert aktiv die Vernetzung der Bewohner und entwickelt bedarfsgerechte Angebote. Regelmäßige Veranstaltungen und Initiativen sollen zu einem lebendigen Quartiersleben beitragen.
Die Umwandlung der vielen Konversionsflächen in Mannheim zeigt auf beeindruckende Art und Weise, mit wie viel Antrieb und Bürgerbeteiligung nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte in Deutschland dennoch umgesetzt werden können. Was in Mannheim passiert, kann auch für andere deutsche Städte als Blaupause dienen - wenn es darum geht, riesige Flächen umzunutzen und in die Stadt der Zukunft einzugliedern.

Das ambitionierte Neom-Projekt in Saudi-Arabien plant mit Oxagon eine achteckige Industriestadt am Roten Meer, die Hafen, Logistik und urbane Räume effizient vereinen soll.
Das Neom-Projekt in Saudi-Arabien: Größenwahn oder Zukunftslabor?
Neom ist ein ambitioniertes und milliardenschweres Projekt Saudi-Arabiens, mit dem eine völlig neue Region im Nordwesten des Landes am Roten Meer entwickelt werden soll. Das Vorhaben umfasst den Bau intelligenter Städte, Industriezentren und die Schaffung von Tourismusorten. Neueste Technologien sollen mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen.
Da fossile Energieträger nicht unendlich vorhanden sind, soll Neom für Saudi-Arabien einen Beitrag zur wirtschaftlichen Diversifizierung leisten. Ein zentraler Ort wird Oxagon sein. Die Stadt soll als Industriezentrum die Verknüpfung von Wirtschaft und Stadt völlig neu denken. Doch was bedeutet das konkret?
Warum braucht es überhaupt ein neues Modell einer Industriestadt?
Mit Oxagon soll eine neuartige Industriestadt entwickelt werden. Das Konzept sieht eine Integration von Hafenanlagen, Logistikzentren und urbanen Räumen in einer achteckigen Struktur vor - daher auch der Name.
Der Vorteil bei dem Projekt ist, dass bei der Stadtplanung von Null aus die effizienteste Verzahnung von Industrie und Stadt geplant werden kann. In alten Städten Europas gibt es oft klassische Gewerbegebiete, die sich nach starkem Wachstum einer Stadt plötzlich in zentraler Stadtlage befinden können.

Wie sieht die Zukunft in der Hafenstadt konkret aus?
Oxagon erstreckt sich über ein Areal im Südwesten von Neom, das sowohl Land- als auch Wasserflächen umfasst. Die Stadt soll ihre Energie vollständig aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Zudem sollen Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), Robotik und das Internet der Dinge (IoT) umfassend implementiert werden.
Konkret bedeutet das, dass die Logistik im und um den Hafen weitgehend autonom ablaufen soll. Selbstfahrende Transportfahrzeuge sollen den Logistikprozess weitgehend optimieren und dem Seehafen so einen Effizienzvorteil verschaffen.
Welche Rolle spielt Forschung & Entwicklung in Oxagon?
Die Entwicklung von Oxagon zielt auf die Ansiedlung verschiedener Industriezweige ab, wobei ein Fokus auf zukunftsweisenden und nachhaltigen Sektoren liegt.
Dazu zählen unter anderem die Produktion von grünem Wasserstoff und anderen erneuerbaren Energieträgern, die Förderung von Recyclingverfahren und Materialwiederverwendung sowie die oben beschriebene Schaffung von Hafen- und Logistikzentren zur Optimierung des Güterverkehrs.
Natürlich braucht auch Oxagon Wohn-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, um eine Infrastruktur für die notwendigen Fachkräfte und deren Familien zu schaffen.
Warum folgt Oxagon einer achteckigen Struktur?
Diese Struktur soll eine direkte Verbindung zwischen dem Hafenbereich und dem urbanen Raum ermöglichen. Die achteckige Stadt ist darauf ausgelegt, den Transport von Ressourcen und Gütern effizient zu gestalten und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Küstenregion zu minimieren. Städtebaulich soll Oxagon die Lebensqualität der Bewohner durch den Zugang zum Meer und die Gestaltung von Gemeinschaftsflächen verbessern.
Welche Perspektiven bietet Oxagon?
Aufgrund der günstigen Lage wird der neue Seehafen für den Welthandel attraktiv sein. Im Bereich der Forschung und Entwicklung könnte es schwierig werden, Industrien, Firmen und Talente in die am Reißbrett geplante Stadt zu holen. Hier werden Förderungen nötig sein.
Was bedeutet Octagon für Künstliche Intelligenz?
Ein bedeutender Schritt für Oxagon ist der Vertragsabschluss über ein 5 Milliarden US-Dollar teures Rechenzentrum, welches entstehen soll. Der Entwickler Datavolt wird die 1,5-Gigawatt-Anlage bauen, die bis 2028 in Betrieb gehen soll. Dieses Projekt unterstreicht Oxagons Ziel, modernste Technologien mit Nachhaltigkeit zu verbinden
Erwähnenswert ist aber, dass aktuell noch kein nennenswerter Baufortschritt zu verzeichnen ist und alle Darstellungen der Industriestadt der Zukunft computergenerierte Renderings sind. Über den Fortschritt und eine angepeilte Fertigstellung ist noch nichts bekannt.

Wenn man die größten Immobilieneigentümer und Bestandshalter betrachtet, darf man die zwei größten deutschen Religionsgemeinschaften nicht vergessen. Lange ließen sich die Kirchen bei ihren Finanzen überhaupt nicht in die Karten schauen, doch Skandale der Vergangenheit haben zu mehr Transparenz geführt.
In Deutschland sind 23,7 % der Bevölkerung, oder 19.769.237 Millionen Menschen Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die evangelische Kirche ist etwas kleiner und versammelt 17.980.000 Millionen Mitglieder unter ihrer Führung. Aktuell gehören 45,2 Prozent der Bevölkerung einer Kirche an, 2014 waren es noch 57,4 Prozent. Den Kirchen laufen die Mitglieder davon. Gründe sind der gewandelte Zeitgeist sowie zahlreiche Skandale.
Die Frage nach dem Vermögen der Kirche, insbesondere im Bereich Immobilien, hat in Deutschland immer wieder Debatten ausgelöst. Fest steht, dass die Kirchen in Deutschland zu den größten Immobilieneigentümern gehören, aber es kann keine definitive Aussage darüber getroffen werden, ob sie die größten Besitzer sind.
Der Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Jahr 2014 hat zu mehr Transparenz bei kirchlichen Vermögenswerten geführt. Dieser ließ sich seinen Bischofssitz für sage und schreibe 31 Millionen Euro neu bauen, und musste deshalb seinen Bischofshut nehmen. Dieser Vorgang verdeutlichte erneut, dass die Kirchen, wie in diesem Fall die katholische Kirche und das Bistum Limburg im speziellen doch über erhebliche Barvermögen, Finanzanlagen und eben auch Immobilien verfügen.
Der Umfang des Immobilienbesitzes der Kirchen ist beträchtlich. Nach Angaben des Evangelischen Immobilienverbands Deutschland umfasst der Bestand der evangelischen Kirche rund 75.000 Gebäude. Nur etwa 30 Prozent dieser Gebäude werden sakral, also für Gottesdienste oder ähnliche Zwecke, genutzt.
Der Immobilienbestand der katholischen Kirche wurde vor einigen Jahren sogar auf rund 130.000 Wohnungen geschätzt, wobei aktuellere Zahlen nicht vorliegen.
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Der monetäre Wert dieses Besitzes ist enorm. Allein der Immobilienbesitz von Erzbistum und Erzbischöflichem Stuhl in Köln wird auf über 612 Millionen Euro geschätzt. Zu diesem Besitz gehören Schulen, Kirchen und Tagungshäuser sowie auch 277 Wohn- und Geschäftsimmobilien.
Viele Kirchengebäude wurden dabei nur mit einem symbolischen Betrag von einem Euro bewertet, während andere nach Herstellungskosten oder Ertragswert taxiert wurden. Das Erzbistum Köln ist zudem an Immobilienunternehmen beteiligt, die Zehntausende Wohnungen verwalten.
Die Kirchen sehen ihren Immobilienbesitz nicht nur als reines Investment, sondern auch als Mittel zur Wahrnehmung sozialer Verantwortung. Ein Leitfaden der katholischen Kirche in Frankfurt weist darauf hin, dass man durch die Wohnungen viel Gutes tun und die Wahrnehmung der Kirche positiv beeinflussen könne.
Beispielsweise kann die Miethöhe gesteuert werden oder ein besonderes Augenmerk auf die Besetzung der Wohnungen gelegt werden. Kirchliche Träger können zwar nicht das gesamte Wohnungsproblem einer Stadt lösen, aber sie können Akzente setzen, sagte Pia Arnold-Rammé, Referentin für Sozialpastoral bei der Katholischen Stadtkirche in Frankfurt, dem Domradio vor einiger Zeit.

Wir haben beim DIGITALWERK mal darüber gebrainstormt, welche Erfindungen aus der Bauwelt die Welt und unsere Leben so richtig revolutioniert haben. Entstanden ist ein Dreierranking, angefüttert mit dem passenden geschichtlichen Hintergrund. Wir präsentieren euch: Die 3 besten Erfindungen der Bauwelt!
Dass wir Einbauschränke und Flatscreens heute an beinahe jede Wand hängen, ist selbstverständlich. Die Idee dazu ist aber alt - und hat so einige Beteiligte. Logischerweise bauen wir immer höher, weil Platz kostbar ist. Doch mit Backsteinen ist irgendwann Schluss, und so erschloss die Stahlbetonbauweise den Menschen die Höhe. Gerade auch beim Hochbau ein unverzichtbarer Begleiter: Gerüste! Das Konzept ist so alt, dass es schon bei Höhlenmalereien zum Einsatz kam.
Spieglein, Spieglein, an der Wand - wie hältst du eigentlich?
Die Notwendigkeit, Dinge an Wänden zu befestigen, dürfte so alt wie die Menschheit selbst sein. Vor der Erfindung des Dübels löste man das Problem noch pragmatischer, und wer im Altbau wohnt, wird die Relikte vielleicht schon angetroffen haben: Holzdübel. In eingemeißelte oder eingelassene Löcher wurden Holzstücke geschlagen, die dann wiederum dem Nagel oder der Schraube halt gaben.
In London meldete John Joseph Rawlings 1911 ein Patent für einen Dübel an, der aus Hanfschnur und einem Tierblutklebstoff bestand. In Deutschland erfand die Firma Upat 1929 den Norm-Dübel und fertigte ihn industriell. Ein Jahr vorher meldete der Ingenieur Fritz Axthelm, der die heutige Firma Niedax mitgründete, beim Reichspatentamt ein Patent für einen “Hülsenspreizdübel” an. Zuerst wurde das Produkt aus Metall gefertigt, nach dem 2. Weltkrieg dann aus Kunststoff.

Artur Fischer meldete sein Patent 1958 an. Die Patentschrift Nr. 1 097 117 beschrieb einen Spreizdübel aus Nylon. Damit begann der Siegeszug der erfolgreichsten Marke für Befestigungstechnik weltweit. Der Fischer-Dübel steht heute synonym für die clevere Befestigungstechnik. Fischers Nylondübel eignete sich aufgrund seiner Art aber für jederlei Mauerwerk und war Konkurrenzprodukten somit überlegen.
Die moderne Stahlbetonbauweise nahm einen unwahrscheinlichen Anfang…
Der französische Gärtner Joseph Monier hatte eine Sorge: Blumenkübel, die relativ leicht zerbrechen. Nach einigem herumexperimentieren fertigte er Kübel aus Zementmörtel, die mit einem Eisengeflecht verstärkt wurden. Die Idee ließ er sich 1867 patentieren. Auf der Weltausstellung in Paris im gleichen Jahr präsentierte Francois Coignet aber auch schon Röhren und Träger aus bewehrtem Beton. Grundsätze dafür veröffentlichte er sogar schon 1861.
Die Idee war also reif für die Welt. In Deutschland gilt die 1884 hergestellte Hundehütte von Conrad Freytag als das erste Eisenbetongebäude des Landes. Diese kann im Deutschen Museum in München besichtigt werden. Die “Königliche Anatomie” in München, die zwischen 1905 und 1907 von Max Littmann erbaut wurden, gilt als der erste Stahlbetonhochbau.

In den USA gilt das 1902 gebaute, 16-stöckige Ingalls Building in Cincinnati als das erste Hochhaus der Bauweise. Moderne Städte sind heute von dieser Bauweise entscheidend geprägt. In vielen Anwendungsfällen hat sich das Bauen in Stahlbetonweise als alternativlose Methode der Wahl durchgesetzt.
Ohne Gerüste ging es eigentlich nie!
Hier gibt es weder den einen Namen noch das eine Patent - denn die Not, irgendwo ranzukommen, wofür man eigentlich zu klein war, ist älter als die Pyramiden. In einer Höhle im französischen Lascaux finden sich Malereien an den Decken und Wänden, die um 15.000 bis 17.000 vor Christus entstanden sein müssen. Das kann nur mithilfe von Gerüsten gemalt worden sein.
Im Mittelalter wurden beim Bau von Kathedralen beispielsweise Gerüste aus Holz angelegt. Das italienische Universalgenie Leonardo da Vinci entwarf seinerzeit nicht nur spektakuläre Maschinen, sondern auch Gerüste. Mit der Errichtung immer größerer Gebäude im 19. und 20. Jahrhundert vereinheitlichte sich die Entwicklung von Gerüsten ebenfalls.

In Europa wurden in den 1930er Jahren erste Stahlrohr-Kupplungsgerüste eingesetzt. Leitergerüste kamen Anfang der 1950er Jahre in Mode, dabei wurden einfache Holzbohlen über zwei Leitersprossen gelegt. Heutzutage sind Arbeitsgerüste sicher konstruierte und streng genormte Bauten.

Deutsche und auch europäische Normen regeln die konkreten Anforderungen an einzelne Bauteile. Die größten Innovationspotenziale heutzutage bestehen in der Optimierung des Gewichts, also in der Werkstoffwahl, sowie bei der Verbindungstechnik.

Der Abriss der maroden Ringbahnbrücke in Berlin musste wegen akuter Sicherheitsgefahr blitzschnell erfolgen. In nur wenigen Tagen war der Abriss abgeschlossen. Teile der abgerissenen Brücke dienen sogar der Forschung. Der Neubau wird jetzt vorbereitet, mit Fokus auf Tempo und minimaler Beeinträchtigung für den S-Bahn-Verkehr.
Der Abriss der maroden Ringbahnbrücke an der A100 in Berlin-Charlottenburg ist in beeindruckender Geschwindigkeit erfolgt und hat damit bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Rückbauarbeiten wurden in nur wenigen Tagen abgeschlossen, jetzt steht noch der Abtransport des Schutts an.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner lobte die Geschwindigkeit des Projekts und sprach von einer "Blaupause für Deutschland". Eine weitere Besonderheit: Die bundeseigene Autobahn GmbH stellte auf YouTube einen Livestream zur Verfügung, der die Abrissarbeiten Tag und Nacht für Neugierige dokumentierte.


Ein Riss in der Brücke hatte sich überraschend vergrößert und stellte somit ein akutes Sicherheitsrisiko für den darüber- und darunterliegenden Verkehr dar. Kurzfristig wurde die Brücke daher Mitte März aus Sicherheitsgründen für den Autoverkehr komplett gesperrt. Die darunterliegende S-Bahn war zuerst nicht beeinträchtigt, bis jedoch auch diese Strecke komplett gesperrt werden musste. Für die umliegenden Straßen bedeutet die Sperrung nach wie vor eine enorme Belastung.
Gutachter kamen zu dem Schluss, dass eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich oder sicher durchführbar war. Angesichts der hohen Verkehrsbelastung auf der A100 und der wichtigen Funktion der Ringbahn für den öffentlichen Nahverkehr wurde entschieden, die marode Brücke abzureißen und so schnell wie möglich durch einen Neubau zu ersetzen, um die Infrastruktur wiederherzustellen.
Die Verantwortlichen zeigten sich stolz über den schnellen Ablauf der Abbrucharbeiten. Kai Wegner betonte, dass dieser Fall ein Paradebeispiel dafür sei, wie Dinge in Berlin schnell funktionieren können, wenn alle Beteiligten an einem Ziel arbeiten. Ronald Normann, Direktor der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH, erklärte, dass die zügige Abwicklung durch unkomplizierte Telefonabsprachen mit Firmen ermöglicht wurde, die auch bereit waren, die Leistung zu erbringen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Weiternutzung von Teilen der abgerissenen Brücke für Forschungszwecke. Ein kleiner Teil des Bauwerks wurde nicht zertrümmert, sondern zu einer Fachhochschule transportiert. Dort soll das Material untersucht werden, um Erkenntnisse über Korrosionsvorgänge und Rissbildungen im Spannbeton zu gewinnen. Insbesondere der poröse Spannstahl, der als Hauptursache für die Rissbildung an dieser Brücke gilt, wird analysiert.
Der rasche Abriss steht im Kontrast zu dem Ruf Berlins als Hauptstadt des berüchtigten "Behörden-Ping-Pongs". Umso bemerkenswerter ist es, dass der Abriss in weniger als einer Woche abgeschlossen werden konnte. Dieser Erfolg wird als Zeichen dafür gewertet, dass Berlin durchaus in der Lage ist, Infrastrukturprojekte zügig voranzutreiben.
Parallel zu den Arbeiten an der Ringbahnbrücke laufen auch die Abrissarbeiten an der nahegelegenen Westendbrücke weiter und sind fast abgeschlossen. Ziel ist es, beide Neubauten zeitgleich in Betrieb zu nehmen, wobei der genaue Zeitpunkt hierfür noch offen ist. Die gleichzeitige Bearbeitung beider Projekte unterstreicht die Bemühungen, schnellstmöglich den Raum für neue Infrastruktur bereitzustellen.
Nach derzeitigem Plan sollen die S-Bahnen unter der Baustelle der Ringbahnbrücke am Montag, dem 28. April, wieder fahren können. Dann endet auch die Schulferienzeit. Während die Schuttberge der alten Ringbahnbrücke noch abgetragen werden müssen, wird bereits die Ausschreibung für den Ersatzneubau vorbereitet.
Das wesentliche Zuschlagskriterium wird dabei die Minimierung der Bauzeit und der Beeinträchtigung für den S-Bahn-Verkehr sein, mit dem Ziel maximaler Geschwindigkeit beim Neubau, teilte der Technische Geschäftsführer der zuständigen Projektmanagement-Gesellschaft Deges, Andreas Irngartinger, mit. Der Neubau der Brücke soll mit 150 Millionen Euro vom Bund gefördert werden.

Es sollte das Prestigeprojekt in Erfurts Innenstadt werden – das „Chronicle“. Ein ehemaliges Redaktionshochhaus, kernsaniert, top modern, 120 Apartments mitten in der City. Bauunternehmer Christoph Gröner versprach großes. Was daraus wurde lest ihr hier!
Das Erfurter Hochhausprojekt „Chronicle“ sollte eigentlich als architektonisches Ausrufezeichen in Thüringens Landeshauptstadt gelten. Im Herzen der Innenstadt, im früheren Redaktionsgebäude der Thüringer Allgemeinen, plante der bekannte Bauunternehmer Christoph Gröner eine aufwendige Revitalisierung.
Aus dem elfgeschossigen Altbau und einem angeschlossenen Neubau sollten 120 moderne Eigentumswohnungen entstehen. Ein Leuchtturmprojekt – so die Idee.
Heute steht das Gebäude still. Die Baustelle ist verlassen, die Arbeiten ruhen seit Monaten, Eigentümer blicken zunehmend ratlos auf ihre Investition. Gröner selbst hat das Projekt bereits 2024 abgegeben – übrig geblieben ist ein halbfertiger Rohbau und ein Netz aus juristischen und finanziellen Streitpunkten.
Als Gröner 2018 seinen Einstieg in Erfurt verkündete, sprach er davon, in das Projekt „hineinzuheiraten“. 33 Millionen Euro Investitionsvolumen, später wahrscheinlich mehr – wer Gröner kenne, wisse, dass er groß denke. Der Unternehmer pflegte das Image des umtriebigen Selfmade-Millionärs, mit Auftritten im Privatjet und Nähe zu Politik und Wirtschaft. In Erfurt sollte „Chronicle“ ein Meilenstein für die Stadtentwicklung werden.
Doch wie bei anderen Projekten der Gröner Group – etwa dem Steglitzer Kreisel in Berlin – geriet auch in Erfurt die Realität zunehmend aus dem Takt. Steigende Baukosten, Inflation und Probleme mit der Bausubstanz verzögerten das Vorhaben. Während Eigentümer auf die Fertigstellung warteten, wuchs die Unzufriedenheit.
Im April 2024 sollte eigentlich alles fertig sein. Stattdessen wurde zu diesem Zeitpunkt öffentlich, dass sich die Arbeiten um mindestens zwei weitere Jahre verzögern würden.
Ein neuer Fertigstellungstermin wurde für Ende 2026 in Aussicht gestellt – unter der Bedingung, dass die Käufer zusätzliche Mittel in Höhe von rund 30 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises beisteuern. Für viele eine kaum stemmbare Forderung.
Beim „Chronicle“ ist unterdessen nicht einmal der Rohbau abgeschlossen. Ein von den Käufern beauftragtes Ingenieurbüro dokumentierte massive Baumängel – 322 Seiten stark. Das Mauerwerk sei an vielen Stellen unvollständig, der Fahrstuhlschacht offen, Wasserschäden seien erkennbar. Das beauftragte TÜV-Gutachten des neuen Projektträgers Fondsplus hingegen spricht von einer „guten Qualität“. Eine Einsichtnahme wurde den Käufern bislang verweigert.
Im Herbst 2024 gab Christoph Gröner das Projekt offiziell ab. Die Bauträgergesellschaft wurde verkauft, mit dem Verweis, man wolle sich künftig auf Projekte in Sachsen konzentrieren. Der neue Projektträger Fondsplus, hinter dem unter anderem der Berliner Anwalt Hans-Georg Oelmann steht, übernimmt seither die Verantwortung.
Seit Ende 2023 ruht die Baustelle vollständig. Laut Fondsplus musste der Werkvertrag mit dem Generalunternehmer wegen „erheblicher Verzögerungen“ gekündigt werden. Ob und wann ein neuer Baupartner gefunden wird, bleibt offen. Die Eigentümer haben inzwischen einen Anwalt eingeschaltet und fordern Transparenz. Insbesondere die geforderte Nachzahlung wird kritisch gesehen – bislang fehlt eine detaillierte Kostenaufstellung.
Zugleich hat die Staatsanwaltschaft Leipzig im Dezember 2024 Geschäftsräume der Gröner Group durchsucht. Es geht um den Verdacht der Insolvenzverschleppung in mehreren Gesellschaften. Gröner selbst weist die Vorwürfe zurück und gibt sich kämpferisch.
Das Projekt „Chronicle“ reiht sich ein in eine Serie von Vorhaben, bei denen ambitionierte Ankündigungen nicht mit der tatsächlichen Umsetzung mithalten konnten. Auch der Berliner Steglitzer Kreisel, ebenfalls ein früheres Projekt der Gröner-Gruppe, steht seit Jahren unter kritischer Beobachtung – auch dort ging es um einen Rückzug Gröners, Verzögerungen und massive finanzielle Schieflagen.
In unserem Video über das „Schandmal“ von Berlin haben wir ausführlicher darüber berichtet. Schaut doch mal rein:

Bei nachhaltigen Bauprojekten lohnt es sich, frühzeitig die EPDs und Lebenszyklusanalysen der Materialien in den Blick zu nehmen. Die etwas aufwendigere Planung muss keinesfalls ein Nachteil sein, wenn am Ende eine Gebäudezertifizierung steht. Wir haben in diesem Artikel ein aktuelles Beispiel auf dem Weg zu einer DGNB-Platin-Zertifizierung beleuchteta
Die wachsende Bedeutung der Nachhaltigkeit im Bauwesen setzt voraus, Baustoffe anders oder neu zu bewerten. Längst reichen Preis und Funktionalität allein nicht mehr aus. Die Umweltauswirkungen von Baumaterialien über ihren gesamten Lebenszyklus rücken immer stärker in den Fokus. Ein entscheidendes Instrument zur ganzheitlichen Bewertung stellt die Ökobilanzierung (Life Cycle Assessment – LCA) dar. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Ökobilanzierung im Kontext nachhaltigen Bauens und veranschaulicht dies anhand eines konkreten Beispiels.
Die Ökobilanz im Bauwesen ist eine umfassende Methode zur Bewertung der Umweltauswirkungen eines Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg. Sie betrachtet dabei alle Phasen, von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung der Bauprodukte, den Einbau, die Nutzungsphase bis hin zum Rückbau und dem Recycling und final zur Entsorgung.
Ziel der Ökobilanz ist es, die potenziellen Umweltauswirkungen der einzelnen Bauprodukte und -System im Gebäude frühzeitig zu identifizieren und diese durch passende Lösungen gegebenenfalls auch zu verbessern. Environmental Product Declarations (EPDs) spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie standardisierte und transparente Informationen über die Umweltleistung von Bauprodukten liefern.
Das neue Verwaltungsgebäude der Saint-Gobain Brüggemann Holzbau GmbH dient als anschauliche Fallstudie für ein Bauvorhaben, bei dem Nachhaltigkeit von Anfang an eine zentrale Rolle spielte. Das Wachstum des Unternehmens und der damit verbundene Bedarf an größeren Büroflächen führten zu der Entscheidung für den Neubau eines Bürogebäudes in Holzmodulbauweise. Dabei wurde bewusst der hohe Anspruch gesetzt, ein Gebäude zu realisieren, das mit Platin die höchste DGNB-Zertifizierung erreicht.

Im Rahmen der DGNB-Bewertung ist die Ökobilanzierung (engl. life cycle assessments, LCA) aller verbauten Produkte ein essenzieller Bestandteil. Dieser Prozess umfasst die detaillierte Analyse sämtlicher im Gebäude verbauten Bauteile sowie der darin enthaltenen Produkte und Materialien. Ein Schlüsselelement hierbei sind, wie bereits erwähnt, Environmental Product Declarations (EPDs). Diese „grünen Pässe“ liefern detaillierte Informationen über den CO₂-Fußabdruck und weitere relevante Umweltdaten eines jeden Bauproduktes.
Durch die Verknüpfung der verbauten Materialmengen aus einem 3D-Model mit den Daten aus den EPDs lässt sich die Ökobilanz des gesamten Gebäudes präzise berechnen. Im Falle des Büroneubaus ging es anfänglich darum zu identifizieren, in welchen Bereichen des Bauvorhabens die größten CO₂-Emissionen entstehen, und welche Möglichkeiten zur Kompensation durch die Wahl anderer Materialien oder Bauweisen bestehen. So dienen Lebenszyklusanalysen Architekten und Planern als wertvolle Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Bauweisen und den optimalen Materialien.
Ein wesentliches Learning war der zusätzliche Aufwand in der Planungsphase, der durch die Notwendigkeit entsteht, von allen relevanten Herstellern EPDs einzufordern. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Umweltdaten der Produkte ist hier unerlässlich.
Es zeigte sich, dass es nicht ausreicht, wenn EPDs lediglich als PDF-Dokumente vorliegen. Für eine effiziente Weiterverarbeitung in Planungstools ist es entscheidend, dass die Daten auch in einem geeigneten alphanumerischen Format zur Verfügung stehen.
Entgegen der Annahme, dass nachhaltiges Bauen per se teurer ist, wurde deutlich, dass der primäre Mehraufwand zunächst im erhöhten Zeitbedarf für die Planung liegt. Durch eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Materialien und deren Nachhaltigkeitsaspekten entsteht ein größerer Planungsaufwand. Eine wichtige Betrachtung diesbezüglich liefert auch der nächste Punkt.
Trotz des anfänglichen Mehraufwands birgt die Berücksichtigung der Ökobilanz erhebliche langfristige Vorteile. Dazu zählen die Verwendung ressourcenschonender Materialien, die potenziell zu geringeren Kosten im Gebäudelebenszyklus führen, eine einfachere Rückbaubarkeit der verwendeten Materialien und bessere Chancen beim Wiederverkauf.
Im Zertifizierungsprozess traten unerwartete Herausforderungen auf. So stellte sich heraus, dass Vorurteile bei der Bewertung ökologischer Aspekte eine Rolle spielen können. Ein Beispiel hierfür ist die pauschale Bewertung von Zellulosedämmung als ökologisch wertvoller als Glaswolle, ohne die Aspekte der Rückbaubarkeit und Recyclingfähigkeit ausreichend zu berücksichtigen.
Eine Zellulosedämmung lässt sich beispielsweise beim Öffnen einer Wand nicht ohne weiteres zurückbauen – im Gegensatz zu Glaswolle. Es wurde deutlich, dass eine ganzheitliche Betrachtung der Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen (Produkt-CO2-Fußabdruck, gesundheitliche Aspekte, Trennbarkeit, Recycling) notwendig ist und vermeintlich „ökologische“ Baustoffe nicht in allen Belangen die beste Lösung darstellen müssen.
Der Prozess der DGNB-Zertifizierung erfordert eine umfassende Dokumentation aller verwendeten Produkte und Materialien. Obwohl es keine lückenlose, tägliche Kontrolle auf der Baustelle gibt, liegt die Verantwortung für die Einhaltung der DGNB-Kriterien primär beim Bauleiter.
Stichprobenartige Kontrollen durch die Zertifizierungsstelle sind jedoch möglich. Im Projekt des neuen Verwaltungsgebäudes der Saint-Gobain Brüggemann Holzbau GmbH wurde beispielsweise die Materiallieferung dokumentiert und auf die Einhaltung der Anforderungen geprüft. Auch Baustellenkontrollen durch eine DGNB-Auditorin fanden statt und wurden protokolliert.
Saint-Gobain zum Beispiel (https://www.saint-gobain-glass.de/de/presse-produkte-und-innovationen-unternehmens-news/saint-gobain-der-erste-epd-provider) stellte 2011 als erster Glashersteller transparente Umweltinformationen für seine Verglasungen in Form von EPDs zur Verfügung. Sie basieren auf detaillierten Lebenszyklusanalysen (LCAs), welche die Umweltauswirkungen von der Rohstoffgewinnung bis zur Verarbeitung abdecken. Die Erstellung der EPDs erfolgt nach internationalen Normen wie EN 15804 und ISO 14025.
Neben den EPDs für den Glasbereich bietet Saint-Gobain auch verifizierte EPDs für eine Vielzahl von weiteren Produktbereichen an. Eine externe Prüfung der erstellten Nachweise gewährleistet die Zuverlässigkeit und Qualität der Daten. All diese Informationen unterstützen, wie im Beispiel beschrieben, bei Green Building Zertifizierungen wie LEED, BREEAM oder DGNB. Sie ermöglichen zudem Produktvergleiche und die Ökobilanzierung auf System- bis zur Gebäudeebene.
Die Erfahrungen aus dem Projekt der Saint-Gobain Brüggemann Holzbau GmbH unterstreichen die entscheidende Bedeutung der Ökobilanz als Kriterium für die Bewertung von Baustoffen. Eine Berücksichtigung der LCA erfordert zwar initial einen erhöhten Planungsaufwand, führt aber langfristig zu nachhaltigeren und potenziell wirtschaftlicheren Lösungen.
Eine Bereitstellung von transparenten Daten und Informationen im Bereich Nachhaltigkeit, in Form von Nachweisen wie EPDs, ist dabei unerlässlich. Für ein zukunftsfähiges Bauwesen ist es notwendig, dass sich Hersteller, Planer und Bauherren intensiv mit dem Thema Ökobilanz auseinandersetzen und zusammenarbeiten, um Gebäude zu realisieren, die nicht nur funktional und wirtschaftlich sind, sondern auch minimale Auswirkungen auf unsere Umwelt haben.

Trojena ist ein geplantes Tourismus- und Erholungsgebiet in der Region NEOM in Saudi-Arabien. Mehr dazu hier!
Trojena ist ein geplantes Tourismus- und Erholungsgebiet in der Region NEOM in Saudi-Arabien. Es soll eine Kombination aus Natur, Technologie und nachhaltiger Entwicklung bieten. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.
Trojena liegt etwa 50 Kilometer von der Küste des Golfs von Akaba entfernt in einer Gebirgsregion auf einer Höhe von 1.500 bis 2.600 Metern. Aufgrund dieser Höhenlage sind die Temperaturen hier im Durchschnitt rund zehn Grad Celsius niedriger als in anderen Teilen von NEOM. Im Winter kann es sogar zu Schneefall kommen, was das Gebiet für Wintersportaktivitäten interessant macht.
Das Projekt umfasst verschiedene Bezirke, die unterschiedliche Schwerpunkte haben. Geplant sind unter anderem:
Laut den Entwicklern wird Trojena mit Fokus auf Nachhaltigkeit gebaut. Es sollen umweltfreundliche Technologien zum Einsatz kommen, um den Energieverbrauch zu minimieren und natürliche Ressourcen zu schonen. Zudem sollen innovative Transport- und Gebäudekonzepte zum Einsatz kommen, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
Obwohl das Projekt ambitioniert ist, gibt es auch Herausforderungen und Kritikpunkte. Zum einen sind die hohen Investitionskosten sowie der Energie- und Wasserverbrauch in einer Wüstenregion problematisch. Die künstliche Erschaffung von Seen und Wintersportanlagen in einer sonst trockenen Umgebung wirft Fragen zur ökologischen Verträglichkeit auf. Zudem bleibt abzuwarten, ob das Projekt langfristig wirtschaftlich tragfähig ist, insbesondere in einer Region, die bislang nicht für Wintersport bekannt ist.
Trojena ist ein visionäres Projekt, das neue Maßstäbe im Tourismus setzen soll. Die geplanten Entwicklungen könnten neue wirtschaftliche Impulse für Saudi-Arabien bringen. Allerdings gibt es auch berechtigte Bedenken hinsichtlich der ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Es bleibt abzuwarten, ob Trojena den hohen Erwartungen gerecht werden kann.

Die Gebäudesanierung in Deutschland ist wichtig für Klimaziele und bezahlbares Wohnen. Aufgrund von Kosten und fehlender Anreize ist die Realisierungsrate jedoch zu niedrig. Die Fischbach Gruppe zeigt als großer Anbieter, wie es geht: mit mehr Tempo und vorausschauender, effizienter Planung, um den Bestand fit für die Zukunft zu machen.
Stell dir vor, deine Wohnung atmet auf! Genau darum geht es bei der Sanierung von Wohnungen und Gebäuden in Deutschland. Das Ziel von Sanierungen ist, den Wohnungsbestand in Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Ressourcenschonende und bezahlbare Wohnungen mit ordentlich Wohnqualität sind der Traum vieler Mieter. Doch die Entscheidung zur Sanierung wird von den Wohnungsunternehmen genau geprüft, denn die Kosten spielen eine riesige Rolle. Beim Sanieren hinkt Deutschland aktuell noch ordentlich hinterher.
Einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung aus dem Jahr 2021 zufolge müssen jährlich 250.000 Wohnungen in Deutschland fit gemacht werden, weil sie sanierungsbedürftig sind. Was Studien aber auch gezeigt haben, ist, dass Bauprojekte mithilfe digitaler Technologien im Schnitt 20 % schneller abgeschlossen und 15 % kosteneffizienter durchgeführt werden können.
Eine höhere Sanierungsrate ist aber unerlässlich, um die Klimaschutzziele in Deutschland zu erreichen. Viele Bestandsgebäude, insbesondere solche, die vor 1979 erbaut wurden, verbrauchen deutlich mehr Energie als neuere Gebäude. Die energetische Sanierung älterer Gebäude ist daher besonders wichtig. Durch Sanierungsmaßnahmen können Emissionen dauerhaft vermieden und der Energie- und Ressourcenverbrauch gesenkt werden.
Obwohl Milliarden an Fördergeldern fließen, dümpelte die Sanierungsquote noch 2023 bei mageren 1 Prozent. Hauptproblem waren damals unter anderem die Materialkosten, die 84 Prozent der Wohnungsunternehmen als Bremse sehen. Dazu kommt nach wie vor ein akuter Fachkräftemangel in Bau und Handwerk, der zügige Umsetzungen erschweren kann.
Klar ist: Wohnungsunternehmen können nur sanieren, wenn es sich wirtschaftlich rechnet. Der GdW, der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, kämpft deshalb für bessere Rahmenbedingungen und mehr Fördermittel. Kritisiert wird, dass der Fokus oft auf teuren Einzelmaßnahmen liegt, anstatt auf cleveren Quartierslösungen. Eine langfristige und ganzheitliche Planung sorgt bei den ausführenden Unternehmen für effizientere Prozesse. Es gibt bessere Konditionen auf Materialpreise durch Großmengen, und auch die verschiedenen Gewerke profitieren davon.

Q: https://www.fischbach-gruppe.de/wp-content/uploads/2024/09/DuisburgUngelsheim-01.webp
In Duisburg-Ungelsheim, einer Stahlarbeitersiedlung aus den fünfziger Jahren, haben die Fischbach Gruppe und Rheinwohnungsbau gezeigt, wie man mit effizienter Planung aus einem in die Jahre gekommenen Altbestand ein modernes, nachhaltiges Net-Zero-Quartier macht.
Das Sanierungsprojektbestand aus insgesamt einunddreißig Gebäuden mit je vier Wohnungen. Unter anderem wurden die Schlafräume erweitert und bodentiefe Fenster und auskragende Balkone eingebaut, wo vorher Wohnzimmerfensterbänke waren. Intelligente Sanierung hat hier die nachhaltige, wirtschaftliche Alternative zu Abriss und Neubau dargestellt.

Die Gebäudesanierung ist und bleibt ein entscheidender Schlüssel für unsere Klimaziele und bezahlbares Wohnen. Trotz einiger Hürden und einer zu langsamen Umsetzung birgt der Bestand ein enormes Potenzial, denn Deutschland ist ein “gebautes Land”. So lange die Neubauziele von 400.000 Neuwohnungen pro Jahr in weiter Ferne liegen, muss der Fokus auf dem Wohnraum liegen, den es schon gibt. Aber: Wir brauchen mehr Tempo, bessere Bedingungen und innovative Lösungen, damit wir unsere alten Mauern fit für eine grüne Zukunft machen können.
Die Lösung dazu kann serielles Sanieren sein, wobei Maßnahmen zusammenhängend gedacht werden und langfristig geplant werden müssen.

Deutschland verschleißt - das wissen mittlerweile alle. Ein 500-Milliarden-Euro schweres Paket wurde verhandelt. Lest hier, was das für die Branche bedeutet
“Wir verschleißen” - sagte VBI-Präsident Jörg Thiele letztens erst in unserem Podcast, SPD-Co-Chef Lars Klingbeil stellte dem Land bei der Präsentation der Pläne in der letzten Woche das gleiche Attest aus. “Unser Land fährt auf Verschleiß,” teilte er mit. Die Mängel beschränken sich dabei nicht nur auf Straßen, Brücken und Bahnstrecken. Auch in Kindergärten, Schulen, Bürgerämtern, Polizeirevieren und Feuerwehrwachen sieht es vielerorts düster aus.
“Fakt ist: Marode Brücken, Straßen, Schienen und Wasserstraßen sowie ausbaubedürftige Leitungsinfrastrukturen gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Darauf weisen wir seit Jahren hin,” teilt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, zum Sondervermögen mit. Funktionierende Verkehrswege legen die Rahmenbedingungen für Wachstum, und damit einhergehend auch Beschäftigung. Wer die Zahl der LKWs auf deutschen Autobahnen sieht, weiß: ohne funktionierende Transportwege läuft hier nix.
Besonders bei den Autobahnen und Bundesstraßen sieht es bitter aus. Schon im vergangenen Jahr machte die Autobahn GmbH des Bundes mit einem Fehlbetrag von 500 Millionen Euro von sich reden. Noch-Verkehrsminister Volker Wissing bezifferte den Mehrbedarf bei den Straßen jetzt auf 25 Milliarden Euro - von 2025 bis 2029.

Das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) bezifferte den Investitionsrückstand in einer Studie aus dem letzten Jahr detaillierter. Allein Schulen fehlten 54,76 Milliarden Euro - das sind 29,4 % des gesamten, mit 186,1 Milliarden Euro bezifferten Rückstandes. Auf Platz 2 folgen dann Straßen, gefolgt von Verwaltungsgebäuden und dem Brand- und Katastrophenschutz. In Schulen reichen die Mängel von fehlender Internetanbindung über nicht digitalisierte Klassenräume bis hin zu unzumutbaren Toiletten, gesperrten Sportstätten oder jahrzehntealten Außenanlagen.
Der Begriff “Schwarze Null” beschreibt umgangssprachlich eine Politik, die ohne Neuverschuldungen auskommt. Bereits 2009 wurde die Schuldenbremse ins Grundgesetz geschrieben, und die Neuverschuldung für Länder quasi ausgeschlossen (Ausnahmen gibt es) und beim Bund stark gedeckelt. Die Früchte dieser Politik sind jetzt reif - in Form von gesperrten Brücken, maroden Zugtrassen und baufälligen Verwaltungsgebäuden.

Diese Frage ist tatsächlich noch offen, und dürfte in der Zukunft auch noch für Streit zwischen den potenziellen Koalitionspartnern sorgen. Erste Stimmen aus Politik und Industrie gehen sogar schon davon aus, dass das Geld nicht reichen wird. Ob das so ist, bleibt abzuwarten.
Trotz aller Kritik muss man sagen, dass die Idee des Sondervermögens ein erster Schritt in die richtige Richtung der nächsten Koalition ist. Es wurde erkannt, dass der marode Zustand im Land ernst genommen werden muss - und nur behoben werden kann, wenn Geld in die Hand genommen wird. So ist das Sondervermögen Infrastruktur eine wichtige Maßnahme, die nicht nur dem Land und seinen Liegenschaften guttut, sondern auch der Bauindustrie, die mit den daraus entstehenden Aufträgen ihre Bücher füllen kann.

Zum 6. Mal hat Bitkom e.V., der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, den Smart City Index veröffentlicht. Deutschlands Städte werden digitaler! Mehr dazu in diesem Artikel!
Der Digitalverband Bitkom veröffentlicht seit 2019 jährlich den Smart City Index, ein Ranking der 82 größten deutschen Städte mit über 100.000 Einwohnern. Der Index bewertet den Fortschritt der Städte bei der Digitalisierung in fünf Bereichen: Verwaltung, IT & Kommunikation, Energie & Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft & Bildung.
In der aktuellen Ausgabe steht besonders die digitale Mobilität im Fokus. Smarte Technologien verändern die Art, wie Menschen sich in Städten fortbewegen. Digitale Lösungen wie Verkehrssteuerung, Sharing-Angebote und Mobilitäts-Apps gewinnen an Bedeutung. Der Bericht zeigt, dass sich immer mehr Städte aktiv mit diesen Innovationen auseinandersetzen.
Für die Studie wurden insgesamt 13.284 Datenpunkte erfasst, überprüft und validiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um 567 Datenpunkte. Analysiert wurden alle 82 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, die ihre eigenen Digitalisierungsdaten liefern konnten.
Die Studie umfasst 37 Indikatoren mit 162 Parametern, darunter Sharing-Angebote, Online-Bürger-Services und digitale Infrastruktur. Die Rücklaufquote lag bei 99 %, da fast alle Städte Daten bereitstellten - nur Magdeburg lieferte keine Daten. Anschließend validierte ein Expertenteam von Bitkom Research die Ergebnisse und stellte das Ranking zusammen.
Intelligente Verkehrssteuerung wird in immer mehr Städten eingesetzt, um den Verkehrsfluss zu optimieren. 78 % der Großstädte nutzen mittlerweile vernetzte Ampeln, während es 2022 noch 61 % waren. Auch digitale Verkehrsschilder haben sich in den letzten Jahren stark verbreitet. Der Anteil der Städte mit solchen Systemen stieg von 27 % im Jahr 2022 auf 50 % im Jahr 2024.
Diese Technologien helfen, Staus zu reduzieren und den Verkehr sicherer zu machen. Durch eine bessere Vernetzung von Ampeln und Schildern lassen sich Verkehrsdaten effizienter nutzen. Städte profitieren dadurch von weniger Verkehrschaos und einer nachhaltigeren Mobilitätsstrategie.
Apps, die verschiedene Verkehrsmittel miteinander verknüpfen, haben in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. 57 % der Städte setzen mittlerweile auf ÖPNV-Apps, in denen auch Sharing-Fahrzeuge buchbar sind. . Das fördert umweltfreundliche Alternativen zum eigenen Auto und reduziert den Verkehr. Städte profitieren durch eine bessere Nutzung der vorhandenen Mobilitätsangebote, da verschiedene Systeme vernetzt werden.
In allen Städten können Fahrinformationen per Echtzeit eingesehen und auch Tickets gebucht werden.
Jede zweite Stadt arbeitet mittlerweile mit der eAkte, die den Papierkrieg auf dem Amt befrieden soll. Allerdings setzen nur 63 % aller Städte ein Dokumentenmanagementsystem ein, welches behördenübergreifend funktioniert. Dafür können in den meisten Städten (85 %) Bürger im Serviceportal ein Benutzerkonto einrichten. Ein Highlight: während 2022 nur in 94 % aller Städte elektronisches Bezahlen bei Online-Services möglich war, geht das heute überall.

Eine detaillierte Übersicht über die Rankingergebnisse aller befragten deutschen Städte ist auf bitkom.org/Smart-City-Index zu sehen. Die ersten drei Plätze werden von München, Hamburg und Köln belegt. Die Hauptstadt Berlin landete auf dem 28. Platz.

Sind Immobilien-Influencer wie ImmoTommy die Zukunft des Haus- und Wohnungskaufs? Auf kumpelige Art und mit leichten Videos erobern Influencer wie ImmoTommy das Vertrauen ihrer Community. Doch wenn aus Followern Kunden werden, und es plötzlich um eine Menge Geld, kann die Enttäuschung plötzlich groß sein - wie ein relativ aktuelles Beispiel zeigt.
Tomislav Primorac, besser bekannt als ImmoTommy, nennt sich selbst „Europas größter Immo-Creator“. Auf Instagram folgen ihm rund 831.000 Menschen, auf TikTok sogar 1,1 Millionen. Sein Ding? Er erklärt seinen Followern, wie man Immobilien kauft, vermietet und damit fürs Alter vorsorgt. Mal geht’s um eine DIY-Badezimmerrenovierung, mal um rechtliche Fallstricke für Vermieter oder sogar um das Geschäft mit Snackautomaten.
Seine Reichweite ist riesig – und das hat einen guten Grund. Während Banken und Sparkassen Immobilien oft steif und förmlich präsentieren, spricht ImmoTommy direkt, verständlich und auf Augenhöhe. Er trifft den Nerv vieler Menschen, die sich mit dem Thema Geldanlage und Immobilien beschäftigen wollen, aber keine Lust auf kompliziertes Fachchinesisch haben. Keine Spur vom traditionellen Klang der Banken und Sparkassen im Land, die Immobilien per Aushang in ihren Filialen bewerben und an neue Besitzer bringen.

Mit der Zugänglichkeit und der relativen Einfachheit, mit der ImmoTommy über das komplexe Thema der Immobilienanlagen spricht, scheint er das Vertrauen seines Publikums zu gewinnen. Und genau mit diesem Vertrauen gewann ImmoTommy in der Vergangenheit sogar Kunden. Denn ImmoTommy hilft Interessenten beim Immobilienkauf. Und genau dabei kam es in der Vergangenheit zu einigen Problemen und Ungereimtheiten, wie Recherchen des SPIEGEL und des NDR im vergangenen Jahr aufdeckten.
Ein Geschädigter meldete sich beim NDR und berichtete von seiner Erfahrung beim Immobilienkauf mit ImmoTommy. Zwei Immobilien erwarb er im “Rundum-Sorglos-Paket” beim Immobilien-Influencer. Die Besonderheit an dem Paket: Es sei kein Eigenkapital nötig. Beim Notar stellte der Käufer dann für ihn überraschend fest, dass vom Kaufpreis (570.000 € samt Nebenkosten) ganze 90.000 € an ImmoTommy fließen sollten, beichtet der NDR. Warum? Unklar.
Kurz darauf platzte dann auch die Finanzierung durch die Bank, der Käufer sollte die Kaufnebenkosten (40.000 €) selber zahlen. Ein Vertriebsmitarbeiter von ImmoTommy soll dem Käufer dann am Telefon einen Ausweg vor: Er wolle dem Käufer die Nebenkosten überweisen, später sollte das Geld dann zurückgezahlt werden. "Ab dem Zeitpunkt, als der Vertriebler mich angerufen hat, dass er mir das Geld überweist, da wurde mir bewusst, etwas kann hier gar nicht stimmen,” zitiert der NDR den Geschädigten.
Nach den Berichten meldeten sich noch weitere unzufriedene Käufer. ImmoTommy selbst äußerte sich in einem Video: Er räumte zwar Fehler ein, meinte aber auch, dass viele seiner Kunden zufrieden seien. Außerdem berichtete er von Morddrohungen, die er seit den Enthüllungen erhalten habe.

Ein großes Problem, das der SPIEGEL kritisiert: ImmoTommy ist längst nicht mehr nur ein „Tippgeber“, sondern mischt selbst im Immobiliengeschäft mit. Und wenn es ums große Geld geht, wird aus lockerem Infotainment schnell knallhartes Business.
Noch ist unklar, wie die ganze Sache ausgeht. Es gibt viele Berichte über unzufriedene Käufer, und möglicherweise könnten auch juristische Schritte folgen. Das Ganze zeigt aber auch ein größeres Problem: Influencer, die ihre Community erst mit kostenlosen Tipps aufbauen – und sie dann für Geschäfte nutzen. Das passiert nicht nur in der Immobilienbranche, sondern auch in Bereichen wie Finanzen, Coaching und Online-Kursen.
Eher nicht. Verbraucherschützer warnen mittlerweile davor, blind auf Immobilien-Influencer zu vertrauen. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät dazu, sich vor großen Investitionen gründlich beraten zu lassen – unabhängig, aber gegen eine Gebühr. Und ImmoTommy? Der macht einfach weiter. Trotz aller Kritik gibt’s neue Videos, Politik-Factchecks und Empfehlungen für Immobilieninvestments. Ob das langfristig gutgeht, wird sich zeigen.

Klimaneutralität bedeutet, CO₂-Emissionen so weit wie möglich zu reduzieren und im Idealfall sogar unvermeidbare Emissionen durch Klimaschutzprojekte auszugleichen. Unternehmen müssen dabei ihre gesamte Wertschöpfungskette einbeziehen – von Lieferketten über Energiequellen bis hin zu Gebäuden und Fuhrparks.
Der Klimawandel stellt ohne Frage die Herausforderung unserer Zeit dar. Unternehmen aller Industrien, insbesondere aber auch in der Baubranche, stehen in der Verantwortung, ihren Beitrag zur Reduzierung der globalen CO₂-Emissionen zu leisten. Doch was bedeutet es eigentlich, klimaneutral zu sein? Im folgenden Artikel wollen wir diese Frage einmal beleuchten.

Die CO₂-Emissionen in Deutschland betrugen 2023 rund 598 Millionen Tonnen. Erfreulicherweise ist das ein Rückgang von 10,9 % gegenüber dem Vorjahr. Die Bauindustrie hat einen nicht unerheblichen Anteil an den Treibhausgasemissionen. Im Jahr 2022 war dieser Wirtschaftsbereich für die Emission von 8,6 Millionen Tonnen CO₂ verantwortlich. Laut Zahlen des Umweltbundesamtes sind 30 % aller deutschen CO₂-Emissionen mit dem Bau aber vor allem mit der Gebäudenutzung verbunden.
Das bedeutet, dass Gebäude ganzheitlich betrachtet werden müssen, und nicht nur die Errichtung, sondern speziell die Gebäudebewirtschaftung bis zum Ende des Lebenszyklus und auch der mögliche Gebäuderückbau betrachtet werden müssen.
Klimaneutralität bedeutet, dass beispielsweise Unternehmen oder Organisationen ihre CO₂-Emissionen so weit wie möglich reduzieren. Alternativ können verbleibende Emissionen durch Kompensationsmaßnahmen oder die Beteiligung an Klimaschutzprojekten ausgeglichen werden.
Dies umfasst bei allen Unternehmen, die beispielsweise produzieren, nicht nur die Herstellung, sondern auch den gesamten Unternehmensapparat, der im Hintergrund tätig ist. Dazu gehören neben der gesamten Lieferkette beispielsweise auch der Betrieb von Liegenschaften und Büros sowie der Fuhrpark.
Unternehmen, die sich Klimaneutralität auf die Fahne schreiben, müssen verschiedene Strategien verfolgen:
Als Behörde soll das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Einhaltung kontrollieren und Beschwerden überprüfen. Sollten Menschenrechte an Stellen der Lieferketten verletzt werden, können Betroffene rein theoretisch ebenfalls Beschwerde beim BAFA einreichen und vor deutschen Gerichten klagen. Ab 2027 greift in Deutschland ein verschärftes Lieferkettengesetz, da es nach der strengeren EU-Richtlinie umgeformt werden muss.
Nachhaltige Glasproduktion: Scherben und Kreislaufwirtschaft
https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/nachhaltige-glasproduktion-scherben-und-kreislaufwirtschaft
Der Betrieb eigener Fuhrparks kann unter klimafreundlichen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten überprüft werden. Neben dem Umstieg auf eine Elektro-Flotte können auch Angebote des Corporate Carsharing interessante Alternativen für Unternehmen sein.

Die Erreichung vollumfänglicher Klimaneutralität ist eine immense Herausforderung. Neben technologischem Fortschritt sind politische Rahmenbedingungen und das Engagement der gesamten Wertschöpfungskette entscheidend.
Während Klimaneutralität bedeutet, keine zusätzlichen Emissionen zu verursachen, geht Klimapositivität einen Schritt weiter: Unternehmen werden nicht nur klimaneutral (0 Tonnen CO₂-Emissionen), sondern sind aktiv gut für das Klima und die Umwelt. Das geht durch Produkte, die durch ihre Anwendung CO₂-Emissionen verhindern.
Deutschland soll bis 2045 Netto-Treibhausgasneutralität erreichen. Nach 2050 sollen sogar negative Treibhausgas-Emissionen erreicht werden. Der Weg dahin ist jedenfalls beschritten. In der Energiewirtschaft sind die Emissionen seit 2014 um circa 40 Prozent gefallen, fand eine Studie des Thinktanks Agora Energiewende.
In einem darin aufgestellten Szenario sind Klimaschutzinvestitionen nicht nur innovationsfördernd, sondern auch gut für die Wettbewerbsfähigkeit. Es kommt weiterhin auf einen „ausgewogenen Politikmix“ an – eine Kombination verschiedener Schwerpunkte wie CO₂-Preise, Marktregulierung, oder Infrastrukturausbau ist dabei besonders kosteneffizient und sozial ausgewogen.
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Innenstädte wandeln sich durch Digitalisierung, Klimaschutz und verändertes Konsumverhalten. Mobilitätskonzepte wie die 15-Minuten-Stadt gewinnen an Bedeutung. Stadtplaner, Bauunternehmen und Architekten müssen innovative Lösungen finden. Im neuen Artikel haben wir uns angeschaut, welche Veränderungen kommen.
Unsere Innenstädte stehen weltweit vor einem tiefgreifenden Wandel. Während sie traditionell als Zentren von Handel und Arbeit galten, erfordern aktuelle Trends und Entwicklungen eine grundlegende Neugestaltung.
Faktoren wie die Digitalisierung, der Klimawandel, veränderte Mobilitätsbedürfnisse und das veränderte Konsumverhalten prägen die Zukunft der urbanen Zentren.
Dieser Artikel beleuchtet, wie sich Innenstädte entwickeln könnten und welche Herausforderungen und Chancen dies für Stadtplaner, Bauunternehmen und Architekten mit sich bringt.
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Der Boom des Online-Handels hat die Rolle der Innenstädte als Einkaufszentren grundlegend verändert. Viele traditionelle Geschäfte können mit der Konkurrenz aus dem Internet nicht mehr mithalten, was leere Ladenflächen und sinkende Mieten zur Folge hat. Dies lässt sich vor allem in Kleinstädten vermehrt beobachten.
Als Gegenbewegung entstehen innovative Nutzungsmodelle wie hybride Showrooms, die ein nahtloses Einkaufserlebnis zwischen Online- und Offline-Welt bieten.
So setzt beispielsweise der Möbelhändler IKEA auf urbane Showrooms, in denen Kunden Produkte erleben und später online bestellen können. Auch Automobilhersteller wie Tesla oder Polestar setzen zunehmend auf Showrooms in zentralen Lagen, um ihre Fahrzeuge in einer attraktiven Umgebung zu präsentieren.
Die Zeiten von desinteressierten Verkäufer:innen, überfüllten Läden und unaufgeräumten Klamottenstapeln sind eindeutig vorbei. In Zeiten, in denen Fast Fashion auf SHEIN oder TEMU zu Spotpreisen erworben und zu Hause entspannt anprobiert werden können, haben viele Menschen – vor allem die junge Generation – kein Interesse mehr am stationären Handel.
Das Einkaufserlebnis muss daher exklusiver und innovativer werden. Deshalb sieht man immer öfter, ein kleineres Sortiment, den Einsatz von VR-Technologie oder sogar Robotik und das Anreichern des Einkaufserlebnisses mit Zusatzleistungen. Da wird hier ein Kaffee zur neuen Jeans angeboten, dort eine Kältekammer zum Probieren der neusten Winterjacke installiert oder eine nahtlose Verknüpfung der Offline- und Onlinewelt etabliert.
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Die Bekämpfung des Klimawandels und die Reduktion von CO₂-Emissionen stehen im Zentrum vieler städtischer Transformationspläne. Für die Innenstädte der Zukunft bedeutet dies einerseits, dass deutlich mehr Grünflächen und Bepflanzungen in Innenstädte integriert werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass kühlende Effekte und Schatten von der Bepflanzung ausgehen, andererseits aber die Aufenthaltsqualität gesteigert wird. Auch ein intelligenter Umgang mit Starkwetterereignissen wird wichtiger. Retentionsflächen für große Wassermengen in Form von Brunnen oder Wiesen ermöglichen es, Wasser aufzunehmen und langsam verdunsten zu lassen.
Andererseits entscheiden sich immer mehr Städte, den motorisierten Individualverkehr aus den Stadtzentren zu verbannen und stattdessen auf alternative Konzepte zu setzen. Ein Beispiel ist das Konzept der „15-Minuten-Stadt“, wie es in Paris umgesetzt wird. Hier werden sämtliche wichtigen Einrichtungen wie Supermärkte, Schulen und Freizeitmöglichkeiten in fußläufiger oder maximal 15-minütiger Reichweite mit dem Fahrrad erreichbar gemacht.
Städte wie Freiburg oder Kopenhagen setzen außerdem auf begrünte Straßen, urbane Gärten und autofreie Zonen, um die Lebensqualität zu erhöhen und die Umweltbelastung zu verringern.
Der Einsatz von Smart-City-Technologien kann maßgeblich beeinflussen, wie wir uns in Innenstädten bewegen und diese versorgt werden.
Ein Vorzeigebeispiel ist Barcelona, das mit intelligenten Sensoren Verkehrsflüsse optimiert, die Müllabfuhr effizienter gestaltet und Energieverbrauch in Echtzeit überwacht.
Das Gewusel einer Innenstadt kann mit neusten Technologien auch zur Stromerzeugung genutzt werden. Ein Start-Up aus London nutzt beispielsweise die kinetische Energie, die beim Gehen erzeugt wird, leitet diese in ein Bodensystem ein und erzeugt dadurch Energie.
Städte wie Amsterdam und Berlin zeigen, wie ehemalige Konsumflächen in soziale Treffpunkte umgewandelt werden können. Die Umnutzung leerstehender Kaufhäuser zu Co-Working-Spaces, Veranstaltungsorten oder urbanen Freizeitangeboten macht Innenstädte für ein breiteres Publikum attraktiv.
Stadtplaner müssen multifunktionale und flexible Konzepte entwickeln, die den oben genannten Trends gerecht werden. Die Integration von Showrooms und Erlebniswelten in das urbane Umfeld erfordert eine kluge Balance zwischen Handel, Wohnraum und Freizeitangeboten. Gleichzeitig müssen sie den Fokus auf Mobilität und Nachhaltigkeit wahren.
Für Bauunternehmen bedeutet der Trend zu Showrooms und nachhaltiger Stadtplanung, dass sie flexibel und innovativ agieren müssen. So werden modulare Bauweisen oder Umnutzungen bestehender Gebäude immer wichtiger. Unternehmen müssen außerdem auf die steigende Nachfrage nach energieeffizienten Bauweisen reagieren.
Architekten sind gefragt, Räume zu schaffen, die sowohl funktional als auch einladend sind. Showrooms erfordern oft offene und lichtdurchflutete Designs, die das Markenerlebnis unterstreichen. Gleichzeitig müssen sie flexibel nutzbar sein, um künftigen Anforderungen gerecht zu werden.
Die Innenstädte der Zukunft werden vielfältiger, erlebnisorientierter und nachhaltiger. Die Integration von Showrooms in zentrale Lagen zeigt, wie sich Handelsflächen neu definieren können, während andere Trends wie die 15-Minuten-Stadt und smarte Technologien zu einer besseren Lebensqualität beitragen.
Mit kreativen und nachhaltigen Lösungen können Innenstädte nicht nur lebendig bleiben, sondern sich als Herzstücke moderner Gesellschaften neu erfinden.

Auf dem B&O Bau ForschungsQuartier wird gewerkelt, was das Zeug hält. Aktuell steht ein Erweiterungsbau für eine Schule an. Dafür entsteht im Innenhof ein Neubau aus Holz, der eine Aula sowie zwei Werkräume vereint. Wir haben mit der zuständigen Architektin Claudia Petzenhammer über das Projekt gesprochen.
Mein Name ist Claudia Petzenhammer. Ich bin Architektin und Stadtplanerin und bin seit ungefähr zehn Jahren hier auf dem Gelände tätig. Wir haben schon einige Sachen für B&O Bau und B&O Service geplant.
Wir haben damals einen Wettbewerb im Bereich Doppelhaus gewonnen, welches auch hier in der Nähe steht. Wir sind danach mit unserem Büro hier aufs Gelände gezogen, in den Teil City of Wood 2. Da haben wir ein damals leeres Versuchsgebäude bezogen. Herr Dr. Böhm hatte uns gebeten, hier einzuziehen, damit jemand da ist, der nach dem Rechten schaut.
Eines meiner Lieblingsprojekte ist der Kindergarten „Die kleine Raupe Nimmersatt“, der in einer kreisrunden Form gebaut wurde. Dann haben wir hier nebenan noch zwei Terrassenhäuser gebaut. An der Stelle vor der Aula, die wir jetzt bauen, haben wir ein Bürogebäude gebaut. Zusätzlich haben wir noch zahlreiche Nutzungsänderungen in bestehenden Gebäuden geplant.
Zum B&O Bau ForschungsQuartier gehts hier: https://buo.de/forschungsquartier/

Das eigentliche Projekt ist die Erweiterung der Flächen einer Schule in den bestehenden Gebäuden von B&O Service. Und nachdem die Schule auch eine Aula braucht und diese ehemaligen Bürogebäude dafür natürlich nicht so geeignet sind, haben wir uns jetzt für einen Neubau entschieden. Die Aula ist vorstellbar wie ein rechteckiger Baukörper, der mit einem Laubengang umgeben ist. Das dient zum einen dazu, dass man sich auch bei Regen im Freien aufhalten kann und eben als Sonnenschutz. Die Aula hat ungefähr 240 Quadratmeter. Die Aula ist von einem Werkraum und einem Kreativraum abgetrennt durch einen großen Flur beziehungsweise ein Foyer. Insgesamt hat das Gebäude eine Grundfläche von 550 qm.
Das ist B&O Bau ja immer wichtig, dass man mit dem nachwachsenden, regionalen Rohstoff Holz arbeitet. Der Vorteil ist eben, dass man eine sehr hohe Vorfertigung hat, dass es dadurch enorm schnell geht. Wir gehen davon aus, dass wenn der Bauantrag genehmigt ist, wir dann schnell sein können. Hier auf dem Gelände wird sehr viel mit Holz gebaut und daher ist es, glaube ich, selbstverständlich, dass wir diesen Neubau auch in Holz errichten.

Ja, es gibt natürlich bei einem Schulgebäude besondere Anforderungen an den Brandschutz. Es war hier aber eigentlich keine Schwierigkeit, weil das Gebäude erdgeschossig ist. Das heißt, ich habe überall einen Rettungsweg. Von daher konnte man das mit einer Abweichung im Brandschutz regeln. Und dann gibt es natürlich auch Anforderungen an den Schallschutz. Was jetzt aber bei einem Holzbau besonders positiv zu bewerten ist, weil das Holz natürlich an sich schon ein weicherer Rohstoff ist als jetzt eine Betonwand.

Ich hatte mich grundsätzlich informiert über Tragwerke, weil es im aktuellen Projekt diese 16,50 Meter freie Spannweite gibt. Man kann die locker überspannen, aber man möchte ja auch, dass es schlussendlich etwas Attraktives ist, was gut aussieht. Wir sind da immer noch am Tüfteln, zusammen mit dem Statiker. Das, was bis jetzt auf den Plänen abgebildet ist, ist wahrscheinlich nicht die endgültige Lösung. Ich habe mir dazu viele Beispiele angeschaut und wir sind jetzt eben gerade am Untersuchen, was die günstigste und die beste Lösung ist, die uns dann vielleicht auch im Schallschutz noch positiv unterstützt.
Genau. Wir versuchen, dass wir möglichst einfach bauen. Das macht ja auch Florian Nagler an den Forschungshäusern, und das soll hier auch so sein. Wir haben überlegt, ob die Aula einfach nur eine geschliffene Bodenplatte bekommt, dass wir quasi auf Estrich und Bodenbelag verzichten, und dass wir eventuell die ganze Lüftungstechnik weglassen und die ganze Beleuchtung und alles Sonstige sichtbar lassen. Es soll möglichst einfach sein, möglichst wenig Technik haben, und somit schnell gehen und wenig kosten. Natürlich soll es trotzdem gut aussehen und eine tolle Qualität haben.
Selbstverwaltet, sozial, ökologisch: Das Genossenschaftshaus der WOGENO im B&O Bau ForschungsQuartier Bad Aibling - https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/selbstverwaltet-sozial-okologisch-das-wogeno-haus-im-b-o-bau-forschungsquartier-bad-aibling

Das, was einen am längsten aufhält, ist wirklich die Genehmigungsphase. Aber natürlich spielt auch die Witterung eine große Rolle. Der Holzbau ist schnell aufgestellt. Aber wir müssen auch noch Erdarbeiten machen und die Bodenplatte betonieren. Ziel wären schon sechs Monate Bauzeit, wir planen, dass die Aula im September oder Oktober steht.

Der Brenner Basistunnel (BBT) soll als längster Eisenbahntunnel der Welt den Verkehr zwischen Österreich und Italien nachhaltiger gestalten. Ziel ist die Verlagerung von Gütern und Personen auf die Schiene, um Staus, Emissionen und Lärm zu reduzieren. Trotz hoher Kosten und Bauverzögerungen gilt das Projekt als Schlüssel zur europäischen Verkehrswende.
Die letzten Weihnachtsferien liegen längst zurück, doch für viele Deutsche ist das nur die Zeit vor dem nächsten Skiurlaub. Dieser startet oft mit einer langen Autofahrt und spätestens ab Rosenheim mit endlosen Staus. Um die Straßen in Zukunft zu entlasten und mehr Verkehr (Güter und Personen) auf die Schiene zu verlagern, wird aktuell der Brenner Basistunnel ausgebaut.
Der Brenner Basistunnel (BBT) ist eines der ambitioniertesten Infrastrukturprojekte Europas und ein zentraler Bestandteil des europäischen Schienennetzes. Mit einer Gesamtlänge von 64 Kilometern wird er nach seiner Fertigstellung der längste unterirdische Eisenbahntunnel der Welt sein. Das Hauptziel des Projekts ist es, den Verkehr zwischen Österreich und Italien nachhaltiger und effizienter zu gestalten, indem Güter und Personen von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Dadurch sollen sowohl die Umweltbelastung als auch der Verkehrslärm entlang der Brennerroute spürbar reduziert werden. Die Strecke wird ein Herzstück des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V), das von Skandinavien bis zum Mittelmeer reicht, und eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen.

Mit den enormen benötigten Investitionen und einer jahrzehntelangen Bauzeit stößt der Brenner Basistunnel immer wieder auf geologische Schwierigkeiten, Umweltbedenken und Kritik an seiner Rentabilität. Gleichzeitig wird das Projekt als Symbol für eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik und als Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen europäischen Nationen gesehen.
Über 2,5 Mio. LKWs nutzen jährlich die Brennerautobahn, das ist bildlich gesprochen eine hintereinander gereihte Fahrzeugschlange, die sich einmal die Welt erstreckt.
Ursprünglich war die Fertigstellung des Brenner Basistunnels für 2026 geplant. Aufgrund technischer Schwierigkeiten, gestiegener Kosten und pandemiebedingter Verzögerungen wurde der Zeitplan mehrfach angepasst. Aktuell wird davon ausgegangen, dass der Tunnel bis 2032 in Betrieb genommen wird.

Die Realisierungszeit des Brenner Basistunnels ist beachtlich. Die Idee keimte bereits in den 1970er Jahren, tatsächliche Vorbereitungen begannen bereits in den frühen 1980er Jahren mit Machbarkeitsstudien und Planungen.
Der eigentliche Bau startete 2008 mit dem Erkundungsstollen, der neben den beiden Hauptröhren, Verbindungsröhren, einem Querschlag, Nothaltestellen sowie vier seitlichen Zufahrtstunneln Hauptbestandteil des Infrastrukturbaus ist.
Bis zur geplanten Inbetriebnahme 2032 werden somit etwa 24 Jahre vergangen sein.
Trotz seiner Vorteile, wie der Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, hat der Brenner Basistunnel auch Nachteile:

Die Bauarbeiten werden von der BBT SE, einer europäischen Projektgesellschaft mit Sitz in Innsbruck und Bozen, koordiniert. BBT SE wird von den Staaten Österreich und Italien finanziert und beaufsichtigt. Verschiedene Bauabschnitte werden von internationalen Konsortien umgesetzt, die aus renommierten Bauunternehmen wie der Strabag, Porr, und Ghella S.p.A. bestehen. Diese arbeiten gemeinsam an den Tunnelabschnitten.
Seit dem 01. Januar 2025 wird die Luegbrücke in Tirol saniert. Das Problem: Wer über den Brenner will, muss da rüber - egal, aus welcher Richtung man kommt. Abfahrverbote an der Autobahn zum Schutz der umliegenden Gemeinden und Blockabfertigungen sollen den Verkehr ab Januar regeln. Ab dann ist für mehrere Jahre je Fahrtrichtung eine einspurige Befahrung der Luegbrücke geplant, auch ein Tempolimit von 60 km/h wurde festgesetzt. Bayern (vor allem Rosenheim) bereiten sich auf Staus und Verkehrschaos vor.
Die Kosten des Brenner Basistunnels sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Ursprünglich wurde das Projekt auf 8 Milliarden Euro geschätzt. Aktuelle Berechnungen gehen von Gesamtkosten von etwa 10 Milliarden Euro aus. Diese Summe umfasst sowohl die Tunnelbauarbeiten als auch die dazugehörige Infrastruktur.
Nach seiner Fertigstellung wird der Brenner Basistunnel nicht nur die Verkehrsströme durch die Alpen grundlegend verändern, sondern auch einen Wegweiser für künftige Infrastrukturprojekte darstellen:
Der Brenner Basistunnel könnte als Blaupause für weitere Tunnelprojekte dienen, die umweltfreundliche und effiziente Verkehrslösungen in anderen Bergregionen Europas oder weltweit ermöglichen.
Der Tunnelbau bringt technologische Fortschritte mit sich, insbesondere im Bereich des Tunnelbaus, der Logistik und des Eisenbahnbetriebs. Diese könnten auch in anderen Bereichen der Bau- und Verkehrstechnik Anwendung finden.
Der Brenner Basistunnel wird ein wichtiger Baustein der Verkehrswende in Europa. Indem er den Schienenverkehr attraktiver macht, unterstützt er die Reduktion von Straßenverkehr und stärkt umweltfreundliche Transportalternativen.
Als transnationales Projekt symbolisiert der Tunnel die enge Zusammenarbeit zwischen Österreich und Italien sowie der gesamten EU. Diese Kooperation könnte als Vorbild für weitere grenzüberschreitende Projekte dienen, die die Integration und den Austausch innerhalb Europas fördern.
Der Brenner Basistunnel ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt mit weitreichenden Auswirkungen auf den Verkehr in der Alpenregion und darüber hinaus. Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern, Umweltbelastungen zu reduzieren und die Anbindung zwischen Nord- und Südeuropa effizienter zu gestalten.
Trotz der Herausforderungen, wie hoher Kosten und langer Bauzeiten, bietet der Tunnel langfristig Potenzial, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und dadurch den Klimaschutz zu fördern. Ob die prognostizierten Vorteile vollständig realisiert werden können, wird sich jedoch erst nach der Inbetriebnahme zeigen.
Der Brenner Basistunnel steht somit nicht nur für die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur, sondern auch für die komplexen Abwägungen zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren, die große Bauprojekte mit sich bringen. Seine Fertigstellung bis 2032 wird mit Spannung erwartet.

Ein Brand richtete bei Frankreichs bekanntester Kathedrale Notre-Dame de Paris immense Schäden an. Mehr zum Neuaufbau hier!
Am 8. Dezember 2024 wurde die Kathedrale Notre-Dame de Paris, etwas mehr als fünf Jahre nach dem verheerenden Brand, offiziell wiedereröffnet. Die Kosten der Sanierung wurden im Dezember 2024 mit 700 Millionen Euro beziffert. Aus 150 Ländern beteiligten such aber auch 340.000 Spender, und insgesamt kamen so 846 Millionen Euro zusammen - mehr als genug.

Neben traditionellen Handwerkern wie Zimmerleuten, Dachdeckern und Kunstrestauratoren spielten auch Ingenieure und digitale Technologien eine entscheidende Rolle. Ein bedeutender Beitrag kam von Autodesk, einem Unternehmen, das seine Software und auch Mitarbeiter in den Dienst des Wiederaufbaus von Notre Dame stellte.
Bereits 2021 begann Autodesk mit der Erstellung eines Building Information Model (BIM) der Kathedrale. Dieses Modell basierte auf 3D-Scans, die glücklicherweise schon vor dem Brand angefertigt wurden. Ohne diese Scans, verriet Autodesk-Manager Nicolas Mangon dem Online-Magazin Engineering.com, hätte die historische Kathedrale niemals am BIM-Model zum Leben erweckt werden können.
Er betonte auch, wie wichtig es sein, historische Bauwerke zu scannen und somit auch zu digitalisieren. Im Fall von Katastrophen wie Bränden, die alte Strukturen zerstören, ist häufig nur so ein denkmalgerechter und originalgetreuer Wiederaufbau möglich.

Die Komplexität des historischen Bauwerks erforderte weiterhin Anpassungen in der Software von Autodesk, um den unregelmäßigen Strukturen gerecht zu werden. Die BIM-Software konnte mit den krummen und schiefen Wänden in Notre-Dame nämlich nur wenig anfangen und war auf moderne Gebäude getrimmt, in denen üblicherweise alles mehr oder weniger gerade ist. Das machte umfangreiche Softwareanpassungen nötig.
Das fertige BIM-Model diente dann unter anderem bei der Bauablaufplanung. „Jede Minute“ des Bauprozesses, so Magnon, konnte durchgeplant werden, um Anlieferung und Verfügbarkeit sämtlicher Materialien zum richtigen Zeitpunkt zu gewährleisten.
Die Restaurierung von Notre-Dame erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen Architekten, Historikern und der Tech-Branche, um eine erfolgreiche Wiederherstellung zu gewährleisten. Der Einsatz fortschrittlicher Technologien und Software unterstreicht die transformative Kraft moderner Methoden bei der Bewahrung architektonischen Erbes und stellt sicher, dass Notre-Dame auch für kommende Generationen erhalten bleibt.

Digitalisierung transformiert die Planungsbranche grundlegend. Was genau das für Architekt:innen in Zukunft bedeutet, erfahrt ihr hier
Die Planung von Gebäuden und Quartieren erlebt eine fundamentale Transformation. Digitale Technologien und künstliche Intelligenz (KI) definieren traditionelle Rollen von Planern und Architekten neu.
Die bevorstehende Entwicklung löst bei so manchem vielleicht euphorische Gedanken aus, der Großteil der Menschen sieht der Zukunft aber eher mit Angst entgegen.
Folgende Fragen tauchen immer häufiger in Diskussionen auf: Brauchen wir Planer und Architekten in Zukunft überhaupt noch? Welche Aufgaben und Tools müssen neu erlernt und welche traditionellen Denkmuster durchbrochen werden?
Fest steht: dank moderner Tools können Planende heute schneller, präziser und nachhaltiger arbeiten als noch vor wenigen Jahren. CAD-Programme waren der erste Schritt, 3D Modelle der zweite und das digitale Gebäudemodell ist aktuell state oft the art - oder sollte es zumindest sein.
Und da sich der technische Fortschritt nicht verlangsamt, werden auch hier innovative Ansätze die Branche sicherlich voranbringen. Wer weiß, vielleicht wandern wir bald durch holografisch geplante Gebäude. Auch im Bereich VR/AR ist sicherlich einiges zu erwarten.
Lange wurde Digitalisierung oder KI in der Planung als Buzzword oder als Feindbild aufgebaut. Dabei prägen beide die Branche wie nie zuvor. Sie können dazu genutzt werden, Arbeitsweisen zu automatisieren, Planungsprozesse zu optimieren und neue kreative Möglichkeiten eröffnen. Planer können sich so verstärkt auf strategische und innovative Aufgaben konzentrieren.
KI übernimmt repetitive Aufgaben und entlastet Architekten, wodurch mehr Zeit für kreative Tätigkeiten bleibt.
Wie KI Prozesse verbessert:
Konkretes Beispiel für KI in der Planung:
Bei der Planung eines Stadions analysiert eine KI die optimale Dachform, um Regenwasser effizient abzuleiten und gleichzeitig Akustik und Belüftung zu verbessern.
Mit generativem Design eröffnet KI völlig neue ästhetische und funktionale Möglichkeiten.
Wie es funktioniert:
Beispiel:
In diesem Artikel soll es wirklich nicht um BIM – noch so ein Buzzword – gehen, denn das müsste mittlerweile jedem in der Bau- und Planungsbrache ein Begriff sein. Doch obwohl die Ansätze gut und durchdacht sind, fehlt weiterhin die nötige Durchschlagskraft für eine flächendeckende Anwendung der Technologie.
Traditionelle Planungsprozesse, die einst auf Skizzen und Modellen aus Karton basierten, können heute dank Software so viel intelligenter, schneller und effizienter erstellt und weiterbearbeitet werden. Man muss sich also im Zusammenhang mit BIM fragen, warum das Anreichern von Zeichnungen mit zusätzlichen Informationen einfach nicht gelingt und zu einem neuen Standard wird.
BIM ermöglicht eine zentrale Plattform, auf der Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen gemeinsam ein virtuelles Gebäude erschaffen – den „digitalen Zwilling“. Durch die gemeinsame Arbeit an einem Modell entstehen weniger Fehler und Kollisionen können frühzeitig erkannt werden. Auch die BIM Spezialisierung könnte ein zukunftsfähiges Entwicklungsfeld für Planer sein.
Neben der Gebäudeplanung wird die Rolle des Architekten zunehmend zu einer strategischen Funktion, bei der es um nachhaltige und benutzerzentrierte Räume geht. Dabei entstehen Fokusfelder, die neue Chancen bieten und Leistungen, die abseits der Leistungsphasen nach HOAI abgerechnet werden können.
Wichtige Schwerpunkte:
Die Digitalisierung, aber auch andere Entwicklungen im Bereich Immobilien und Bauen eröffnen Planern neue Möglichkeiten, über ihre bisherigen Tätigkeiten hinauszugehen.
Neben der reinen Entwurfsarbeit gibt es immer mehr spezialisierte Geschäftsfelder:
Die moderne Architektur erfordert Kooperation über Fachgrenzen hinweg. Zunehmend verschmelzen verschiedene Disziplinen, um innovative und zukunftssichere Projekte zu realisieren.
Beispiele für interdisziplinäre Teams:
Die Digitalisierung bietet enorme Chancen, bringt aber auch neue Herausforderungen:
Die Zukunft von Planern liegt in einer Kombination aus Kreativität, Technologie und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Dank neuer Werkzeuge können Planer und Architekten nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch einen größeren gesellschaftlichen Beitrag leisten. Sie schaffen Gebäude, die flexibel, nachhaltig und auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind.
Planer, die die Potenziale von KI und Digitalisierung nutzen, werden die Städte und Gebäude von morgen prägen.

In unseren Städten wird gebaut. Sei es die Erneuerung von Versorgungsleitungen oder der komplette Straßenneubau: die Gründe für das “Aufreißen” der Stadt sind vielfältig und notwendig. Und gerade wenn alles fertig ist, sollte es doch zügig weitergehen mit dem Stadtverkehr - wäre da nicht ein Problem…
Fachkräftemangel im Baugewerbe
Besonders im Baubereich ist der Nachwuchs- und Fachkräftemangel in Deutschland besonders sichtbar. Im letzten November veröffentlichte Zahlen der SOKA BAU zeigten einen Rückgang an Auszubildenden im Baugewerbe um 5 %. Dabei ist die Lage je nach Spezialisierung unterschiedlich kritisch. Im Tiefbau kamen auf einen Bewerber jedoch drei unbesetzte Ausbildungsstellen.
Sonderfall: ein Mangel an Steinsetzern in Berlin
Die rbb24 Abendschau beleuchtete vor kurzem ein spannendes Thema, welches auch in ganz Deutschland relevant ist. In Berlin fehlt es nämlich an Steinsetzern, oder Pflasterern. Was erstmal unspektakulär klingt, hat aber ganz hand- und fußfeste Auswirkungen auf Mensch und Stadt. Denn: solange die aufgerissenen Straßen und Fußwege nicht wieder zugepflastert sind, ist die Baustelle auch nicht fertig.
Verzögerungen durch fehlende Fachkräfte
Im Gespräch mit dem RBB erklärt Bauleiter Stefan Alexander Schmidt, dass die Firma heute nur noch über 6 sogenannte Steinsetzer verfüge, die mit Naturstein pflastern. Früher seien es zwölf gewesen, die seien jedoch in die Rente gegangen, ohne dass junger Nachwuchs in den Startlöchern stand. „Und deswegen dauert heutzutage auch alles ein bisschen länger, weil uns die Fachkräfte fehlen“, so Schmidt.
Die Konsequenzen für die Stadt - und alle, die in ihr leben
Und die fehlen dringend. Denn aufgrund der fehlenden Steinsetzer bleiben viele Gehwege und Straßen länger offen, als nötig. Selbst wenn im Untergrund längst alles wieder läuft - sei es Wasser, Gas, Fernwärme, oder neu verlegte Kabel - zugepflastert werden muss am Ende alles. Der Verdruss, der entsteht, wenn man solch eine „Dauerbaustelle“ vor der Nase hat, auf der anscheinend auch nichts mehr passiert, kann also den simplen Grund haben, dass Steinsetzer und Pflasterer fehlen.

Im rbb24-Bericht kommt auch die Geschäftsführerin des Lehrbauhofs Berlin, Gerrit Witschaß, zu Wort. Sie erklärt, dass pro Jahr 330 junge Leute eine Berufsausbildung für einen Beruf im Bauhauptgewerbe anfangen. Ungefähr 600 Menschen gehen aus diesem Bereich aber pro Jahr in Rente, so Witschaß. Es bleibt eine Lücke, die nicht gefüllt werden kann - und im Stadtbild sichtbar ist.
Einfaches Geld? Von wegen!
Steinsetzer Alexander Schwarz, der im Bericht ebenfalls zu Wort kommt, verdient im Monat knapp 3.000 € netto. Das klingt jetzt erstmal nicht schlecht, ist aber kein leicht verdientes Geld. Fakt ist nämlich, dass das Steinsetzen und Pflastern im täglichen Arbeitsalltag ein körperlich anstrengender Beruf ist. Ständiges Bücken, Hocken und Knien bei Wind und Wetter ist die Essenz dieses Berufs. Nach dem jahrelangen Steineschleppen winken im Alter nicht selten Rückenprobleme und körperliche Beschwerden.
Wie wird man Pflasterer oder Pflasterin oder Steinsetzer bzw. Steinsetzer?
Das Pflastern selber ist kein eigener Ausbildungsberuf, ist aber Teil einer Berufsausbildung zur Straßenbauerin bzw. zum Straßenbauer. Dennoch muss die Baubranche Antworten finden auf die Frage, wie man mehr junge Leute für das Ergreifen einer Berufsausbildung im Bauhauptgewerbe motivieren kann. Möglichkeiten wären sicherlich eine bessere Vergütung nach der Ausbildung, oder auch betriebliche Gesundheitsangebote, die einen Ausgleich zu körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten bieten.
Wie Robotik als technologische Unterstützung helfen kann
Digitalisierung und Automatisierung kann auch im Bauhauptgewerbe helfen, Prozesse zu ersetzen. Betonpflastersteine können beispielsweise bequem zu größeren Einheiten zusammengefasst und mithilfe von speziellen Pflasterverlegemaschinen mit Pflastergreifern verlegt werden. Dazu eignen sich aber in dem Fall nur Steine mit gleichmäßigen Produktionsmaßen, die dann auf den Paletten bereits „vorgestapelt“ sind, sodass eine fertig gepflasterte Schicht abgegriffen und verlegt wird. Auch der Einsatz von Setzrobotern ist denkbar, um unsere Straßen und Gehwege in Zukunft mit weniger Personal schneller zu schließen.

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten aus dem Infrastruktur- und Verkehrsbau. Die Modernisierung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim ist ein Beispiel, das Mut macht und zeigt, dass es auch bei Großprojekten möglich ist, zügig und termingerecht abzuliefern. Für den Rest Deutschlands könnte dieses Projekt als Blaupause dienen!
Die Generalsanierung der Riedbahn, einem der verkehrsreichsten Schienenkorridore Deutschlands, wurde in Rekordzeit abgeschlossen. Innerhalb von fünf Monaten modernisierte die Deutsche Bahn 20 Bahnhöfe, 111 Gleiskilometer, 152 Weichen und zahlreiche technische Anlagen.
Durch die Vollsperrung konnten Teams unterschiedlichster Gewerke die Arbeiten termintreu und ohne Verzögerungen abschließen. Dieses Pilotprojekt für künftige Sanierungen legt den Grundstein für ein modernes, zuverlässiges Schienennetz.

Mit dem Einsatz von Lean Construction Management setzte die Deutsche Bahn auf modernste Methoden zur Optimierung von Bauprozessen. Die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Abläufe während Planung und Bau sorgten für Effizienz bei der Ausführung ohne unnötige Wartezeiten. Digitale Tools wie SharePoint und Confluence unterstützen bei der Kommunikation.
Unseren Wissensartikel über Lean Management & BIM könnt ihr euch hier anschauen: https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/bim-und-lean-management-als-schlussel-zu-mehr-effizienz-in-der-bauindustrie
Das Zugbeeinflussungssystem ‘European Train Control System’ (ETCS) wurde an der Strecke eingerichtet. Es soll in der Zukunft die Grundlage für ein einheitliches, europäisches Bahnverkehrssystem schaffen.

Die Riedbahn-Sanierung ist Teil eines umfassenden Programms, mit dem die Deutsche Bahn bis 2027 rund 1.500 Streckenkilometer modernisieren will. Die Erfahrungen aus diesem Projekt fließen in die Planung weiterer Sanierungen ein, etwa der Strecke Hamburg-Berlin. Ziel ist es, den Sanierungsstau im deutschen Schienennetz abzubauen und die Infrastruktur auf die Anforderungen des European Green Deal auszurichten.
Die Bahn spielt eine zentrale Rolle im nachhaltigen Verkehrssystem der EU. Sie ist klimafreundlicher als das Flugzeug und deutlich energieeffizienter als Lkw und Pkw. Die moderne Riedbahn wird dem steigenden Verkehrsaufkommen gerecht und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung von Transporten auf die Schiene. Damit wird der umweltfreundliche Schienenverkehr weiter gestärkt.

In den späten 90er Jahren war Frankfurt am Main kurz davor, das höchste Gebäude Europas zu bekommen. “Campanile” sollte der knapp 300 Meter hohe Wolkenkratzer heißen und auf der Südseite des Hauptbahnhofs empor ragen. Kurz vor den Kommunalwahlen 1989 erteilte ein CDU-Baudezernent fix einige Teilgenehmigungen, Frau Kraus war aber dagegen…
Es war sicherlich eines der prestigeträchtigsten in Planung befindlichen Hochhäuser in Frankfurt am Main der 90er Jahre.
Im ohnehin dicht besiedelten Bahnhofsviertel sollte der 300-Meter Riese aus Glas und Stahl errichtet werden. Zwei Tage vor den Kommunalwahlen 1989 versuchte dann ein CDU-Mann, mit einer Teilgenehmigung den Bau des Towers in die Wege zu leiten. Das sollte geschehen, bevor es zu einer Regierungsübernahme durch Hochhäusern weniger wohlgesinnten Parteien käme.
Doch er hatte die Rechnung ohne Hannelore Kraus gemacht. Die studierte Soziologin, die bei Adorno lernte, kam viel herum in ihrem Leben. Nach Studienaufenthalten in New York und Washington arbeitete sie als Entwicklungshelferin für die UN in China, Haiti, Nigeria und der Elfenbeinküste. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland eröffnete sie 1983 im elterlichen Haus in der Frankfurter Gutleutstraße eine Pension mit Fremdenzimmern.
Genau im Gutleutviertel sollte dann 1989 auch das Mammutprojekt “Campanile” entstehen. Der Turm sollte 265 messen, mit Antenne sollten 300 Meter Gesamthöhe erreicht werden. Auch für das beim Hochhausbau umtriebige Frankfurt war das ein ambitionierter Plan mit Strahlkraft. Der letztendliche Bau des Towers hing allerdings von der Zustimmung aller Nachbarn ab. Die gab es auch größtenteils.

Und genau das war der Haken an der Sache, denn Hannelore Kraus weigerte sich, dem Bau zuzustimmen. Laut Baurecht war sie eine “betroffene Nachbarin”. Auch positive Baurechtsgutachten halfen nicht, sie umzustimmen, genauso wenig wie Millionenbeträge. „Zum Schluss haben sie mir acht Millionen Mark geboten, hier in meiner Küche,“ verriet Kraus in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau im Jahr 2019.
“Sie kämpfte fürs Gutleut-Viertel” - Frankfurter Rundschau (https://www.fr.de/frankfurt/kaempfte-fuers-gutleut-viertel-11183722.html).
Das Volumen des damaligen Bauprojekts wird heute mit 180 Millionen Mark beziffert. Die Höhe der Kraus angebotenen Abfindung zeigt auch, wie wichtig der Bau den Projektentwicklern damals war. Dabei wurden ohnehin die erteilten Teilgenehmigungen vom hessischen Verwaltungsgerichtshof als rechtswidrig erklärt, da die Zustimmung von Kraus fehlte.
Ihr ganzes Leben lang setzte sich Hannelore Kraus für Menschen ein, die ihr lieb und teuer waren, und kämpfte für Zwecke, die ihr etwas bedeuten, so auch für ihr geliebtes Gutleutviertel in Frankfurt. In der TV-Show “Na siehste” mit Günther Jauch 1989 saß Kraus einem Vertreter des Projektentwicklers gegenüber. Im knapp 9-minütigen Schlagabtausch wirft Kraus dem Bauherrn unter anderem vor, Bauaufträge zu früh vergeben zu haben, “ohne die Auflagen vorher erfüllt zu haben”.

50 Stunden sollen beide miteinander verhandelt haben, ohne finale Einigung. Und so ist der Commerzbank Tower mit 259 Metern, der 1997 fertiggestellt wurde, aktuell der höchste Turm Frankfurts.
Hannelore Kraus starb 2023 im Alter von 83 Jahren in Frankfurt. Mal sehen, ob nun bald ein neuer Anlauf für den Campanile Turm gemacht wird.

Die Glasproduktion gehört zu den energieintensivsten Industrien weltweit. Gleichzeitig birgt sie ein enormes Potenzial, durch innovative Recyclingmethoden und Kreislaufwirtschaftsmodelle nachhaltiger zu werden.
Die Glasproduktion gehört zu den energieintensivsten Industrien weltweit. Gleichzeitig birgt sie ein enormes Potenzial, durch innovative Recyclingmethoden und Kreislaufwirtschaftsmodelle nachhaltiger zu werden. Unternehmen wie Saint-Gobain treiben diese Transformation voran. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Ansätze, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven einer nachhaltigen Glasproduktion.

Ein zentrales Ziel nachhaltiger Glasproduktion ist die Kreislaufwirtschaft. Statt allein auf die Förderung von Primärrohstoffe wie Sand und Soda zu setzen, fördert Saint-Gobain auch Urban Mining. Hierbei werden Rohstoffe direkt aus urbanen Abfällen zurückgewonnen, beispielsweise aus abgerissenen Gebäuden.
Beim Recycling gibt es dabei klare Regeln: Flachglas – beispielsweise aus Fenstern oder Fassen – muss mit möglichst hohem Anteil wieder zu Flachglas werden. Wird Fenster- oder Fassadenglas zu Glasflaschen oder Glaswolle recycelt, spricht man von Downcycling. Solche Produkte können nicht zurück in den Kreislauf hochwertiger Flachglasproduktion gebracht werden. Aus alten Flaschen kann also nie wieder ein Flachglas werden. Das Downcycling muss sich auf die Mengen beschränken, die nicht im Flachglas-Kreislauf gehalten werden können, sei es aufgrund von Kontaminationen oder anderen Ausschlusskriterien.

Die Wiederverwertung von Glas hat enorme Vorteile für die Umwelt. Jede Tonne Glasscherben, die in das Gemenge für die Glasproduktion eingebracht wird, spart 700 Kilogramm CO₂ in Scope 1, 2 und 3. Diese Zahlen verdeutlichen das Potenzial, das Recyclingglas für den Klimaschutz hat. Im Jahr 2024 hat Saint-Gobain in seiner Glasproduktion bereits über 70.000 Tonnen externe Glasscherben eingesetzt und will diesen Anteil weiter steigern.
Langfristig ist geplant, Produktionsanlagen zu betreiben, die Glas nahezu CO₂-neutral produzieren können. Glas besitzt also das Potenzial, zu einem der nachhaltigsten Baustoffe zu werden, wenn die Kreislaufwirtschaft gelingt.
Trotz aller Innovationen und Potenziale steht die Glasindustrie vor erheblichen Herausforderungen. Eine große ist die Sicherstellung der Qualität der Glasscherben, die recycelt werden sollen. Verunreinigungen, etwa durch Glaskeramik wie Cerankochfelder, stellen eine ernsthafte Gefahr dar. Solche Materialien haben einen anderen Schmelzpunkt und können an den Produktionsstandorten zu Schäden führen. Solche Krisen erfordern ein striktes Qualitätsmanagement entlang der gesamten Lieferkette.
Saint-Gobain hat bereits wegweisende Fortschritte erzielt, die Glasproduktion nachhaltiger zu gestalten. Ein Fokus liegt auf dem Recycling von Fassadenglas. Bei derartigen Großprojekten werden Recyclingglascontainer direkt auf Baustellen platziert. Das gesammelte Glas wird anschließend zentral und sortenrein gesammelt, aufbereitet und als Rohstoff zurück in den Produktionskreislauf gebracht.
Neben dem Recycling setzt das Unternehmen auf erneuerbare Energien. Die Herstellung von Glas erfordert extrem hohe Temperaturen, die bisher vor allem durch den Verbrauch von Strom und Gas gedeckt wurden. Mit der Nutzung von grünem Strom und Biogas können diese Emissionen drastisch gesenkt werden.
Für das Konzept der CO₂-neutralen Glasproduktion wird Saint-Gobain eine Förderung in Höhe von bis zu 382 Millionen Euro Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) erhalten. Die Förderung ist für Transformationsprojekte vorgesehen.

Die Vision einer vollständig nachhaltigen Glasindustrie ist ehrgeizig, aber realistisch. Langfristig will Saint-Gobain den Anteil an Post-Consumer-Glas erhöhen. Diese Altglasscherben stammen aus Produkten, die einen kompletten Lebenszyklus durchlaufen haben, etwa aus alten Fenstern bei Renovierungen oder Sanierungen. Auch ausgebaute Windschutzscheiben zählen dazu.
Einer der Ansätze ist entsprechend die Kooperation mit der Automobilindustrie. Windschutzscheiben können problemlos recycelt werden. Erste Pilotprojekte zeigten, dass sich aus recycelten Scheiben neue Windschutzscheiben herstellen lassen.
Ein weiteres Ziel ist die Förderung von Bewusstsein für Recycling. Auf Baustellen müssen Arbeiter geschult werden, Glas und andere Baustoffe korrekt zu trennen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um eine nachhaltige Bauwirtschaft zu schaffen. Hier steht die nachhaltige Glasproduktion vor den gleichen Problemen wie die Gipsindustrie beim Sammeln und Sortieren ihrer Reste.
Die größte Herausforderung für die Kreislaufwirtschaft ist nicht nur technischer Natur, sondern auch kulturell. Altes und kaputtes Glas wird oft als Abfall wahrgenommen. Dabei handelt es sich um einen wertvollen Sekundärrohstoff, der quasi unbegrenzt recycelbar ist.
Fehlen auf Baustellen jedoch die Strukturen, um Glas fachgerecht für das Recycling vorzubereiten, entgehen kostbare Scherben dem Recyclingprozess. Alte Fenster, die in Baumischabfallcontainern landen, werden so einer Wiederverwertung entzogen. Hier ist ein gesellschaftliches und kulturelles Umdenken gefragt.
Die Glasproduktion steht an einem Wendepunkt. Mit innovativen Recyclingmethoden, strengen Qualitätsstandards und dem Einsatz erneuerbarer Energien zeigt Saint-Gobain, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können. Die Kreislaufwirtschaft und die CO₂-Reduktion bei der Glasproduktion durch Recyclingglas sind dabei die wichtigsten Aspekte.
Der Erfolg hängt jedoch nicht nur von Technologien ab, sondern auch von einem Bewusstseinswandel in der Bau- und Recyclingbranche. Mit Projekten wie Fassadenrecycling und Kooperationen mit der Automobilindustrie beweist Saint-Gobain, dass diese Transformation bereits in vollem Gange ist.
Die bisherigen Erfolge rund um das Recycling von Fassadenglas wurden jüngst mit dem Finaleinzug bei dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Hier zählte Saint-Gobain unter allen Einsendungen zu den Top 3 der Branche und wurde dementsprechend als Finalist des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2024 prämiert.
Solche Auszeichnungen zeigen auch: Die Vision einer vollständig nachhaltigen Glasproduktion ist kein ferner Traum. Sie ist eine Chance, die sowohl die Umwelt schont, als auch Deutschland als attraktiven Produktionsstandort sichert.

Die 4. Bad Aiblinger Baukulturtage 2024 fanden dieses Jahr erneut im B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling statt. Mehr dazu hier!
Die 4. Bad Aiblinger Baukulturtage 2024, die inzwischen zu einer festen Größe im Kalender der Architektur- und Bauwelt geworden sind, fanden dieses Jahr erneut im B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling statt. Die Veranstaltung bot auch dieses Mal eine Bühne für Diskussionen, Innovationen und Netzwerkarbeit rund um nachhaltiges und zukunftsweisendes Bauen.

Das Thema der diesjährigen Baukulturtage, die vom 19. bis 20. September stattfanden, lautete: “Anders bauen: Wärmewende und Gebäudetyp-e”. Mit einer Kombination aus Vorträgen, einer neuen Ausstellung und praxisnahen Vorführungen wurde die Veranstaltung zu einem Highlight der Baukultur, an dem führende Köpfe der Bau, Immobilien und Energiebranche teilnahmen.
Das heutige B&O Bau ForschungsQuartier hat eine bewegte Vergangenheit. Das Gelände diente in den letzten Jahrzehnten unter anderem als Militärstützpunkt und wurde 2005 von der B&O Gruppe übernommen.
Eine Vorstellung des Geländes bekommt ihr in einem früheren Artikel von uns: https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/die-wandlung-eines-ortes-die-entwicklung-des-b-o-bau-forschungsquartiers-in-bad-aibling
Seitdem hat sich das Areal von einer ehemaligen Militärbrache in ein Modellquartier für nachhaltiges Bauen verwandelt. Hier werden nicht nur Konzepte für ökologisches und kosteneffizientes Bauen entwickelt, sondern auch konkrete Projekte umgesetzt, die deutschlandweit Aufmerksamkeit erregen.
Ein zentrales Thema der diesjährigen Baukulturtage war der Gebäudetyp E, ein Ansatz, der Einfachheit und Effizienz in den Vordergrund stellt. Das „E“ steht heute auch für Begriffe wie „einfach“, „energieeffizient“ und „emissionsarm“. Der Gebäudetyp E verzichtet auf erübrigbare technische Standards und reduziert den Materialaufwand auf das Wesentliche, ohne Kompromisse bei Qualität und Sicherheit einzugehen.
Eine Vorstellung des Gebäudetyp E bekommt ihr in diesem Artikel: https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/die-zukunft-des-bauens-gebaudetyp-e.
Dieses Konzept wurde im B&O Bau ForschungsQuartier nicht nur weiterentwickelt, sondern bereits erfolgreich umgesetzt, wie die Forschungshäuser „Einfach Bauen“ eindrucksvoll zeigen. Sie basieren auf dem Prinzip, dass weniger oft mehr ist, und demonstrieren, wie nachhaltiges Bauen mit minimalem Ressourcenverbrauch gelingt. Die enge Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München hat dabei zu Lösungen geführt, die als Vorbild für die gesamte Baubranche dienen.
Wir haben euch die Forschungshäuser in einem früheren Artikel bereits vorgestellt: https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/einfach-bauen---die-forschungshauser-im-b-o-bau-forschungsquartier
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Ein besonderes Highlight der diesjährigen Baukulturtage war die feierliche Eröffnung einer neuen Ausstellung, die auf einer Fläche von 130 Quadratmetern die Geschichte und die Zukunft des Quartiers dokumentiert. Kuratiert von Dr. Hilde Strobl, Architekturhistorikerin an der Universität Innsbruck, widmet sich die Ausstellung den Herausforderungen und Erfolgen des nachhaltigen Bauens.
Neben einer anschaulichen Dokumentation der städtebaulichen Entwicklung werden Videointerviews mit renommierten Architekten wie Florian Nagler und Arthur Schankula präsentiert. Die Ausstellung ist nicht nur eine Informationsquelle, sondern auch ein interaktiver Ort des Austauschs. Besucher können hier die vielseitigen Projekte und aktuellen Entwicklungen auf dem Gelände, wie zum Beispiel das neue Heizwerk, kennenlernen.
Die Baukulturtage stehen ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Dies zeigt sich nicht nur in den präsentierten Projekten, sondern findet sich auch in der Philosophie von B&O Bau wieder. Mit der Kombination aus Holzbauweise, intelligenter Planung und modularen Baukonzepten setzt das Unternehmen Maßstäbe für zukunftsorientiertes Bauen.
Besonders zentral ist dabei der Einsatz von Holz als zentralem Baustoff, der sowohl ökologische als auch ästhetische Vorteile mit sich bringt. Neben dem Neubau widmet sich B&O Bau auch intensiv der Sanierung bestehender Gebäude. Durch Maßnahmen wie Dachaufstockungen und Parkplatzüberbauungen wird zusätzlicher Wohnraum geschaffen, ohne neue Flächen zu versiegeln.

Bundesbauministerin Klara Geywitz besuchte das B&O Bau ForschungsQuartier am 08. Oktober dieses Jahres. Bei dem Rundgang über das Gelände standen die innovativen Pilotprojekte für zukunftsorientiertes und nachhaltiges Bauen sowie die großen Potenziale des Gebäudetyps E im Mittelpunkt. Dabei betonte die Bundesbauministerin die Bedeutung des Standorts für die Baupolitik in Deutschland. Ihre Worte lobten die Pilotprojekte von B&O Bau als beispielgebend für die gesamte Branche. “Das B&O Bau ForschungsQuartier ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie wir die Bauwirtschaft neu denken können, um die Herausforderungen von morgen zu meistern“, sagte Dr. Ernst Böhm, Gründungsgesellschafter der B&O Gruppe, anlässlich des Besuchs der Ministerin.
Bei der abschließenden Gesprächsrunde in den neuen Ausstellungsräumen lieferten die ausgestellten Themen nachhaltige Bauweisen (insbesondere der Holzbau), energieeffiziente Sanierung, die flexible Nutzung bestehender Gebäude und die vier Forschungshäuser „Einfach Bauen“ weitere Ideengrundlagen.
Die Baukulturtage 2024 machten deutlich, dass das B&O Bau ForschungsQuartier nicht nur ein Ort der Innovation, sondern auch der Inspiration ist. Mit Ausstellungsführungen, Workshops, Seminaren und Netzwerkveranstaltungen wird das Quartier weiterhin eine zentrale Plattform für Wissensvermittlung sein sowie den Austausch zwischen Handwerk, Forschung und allen, die Interesse an der Zukunft des Bauens haben, fördern.
Ein Besuch von Bauministerin Geywitz im B&O Bau ForschungsQuartier im Oktober beweist auch, dass dieses kein Selbstzweck ist, sondern über die Branche hinaus bis in die Bundespolitik hinein als Inspiration dienen kann. “Mit seinem ForschungsQuartier gibt B&O wichtige Impulse für den Weg hin zu einer zukunftsorientierten und nachhaltigen Stadtentwicklung“, sagte Bauministerin Geywitz nach ihrem Besuch.

Künstliche Intelligenz (KI) treibt weltweit Transformationen voran, doch Deutschland hinkt hinterher. In der Immobilienbranche kann KI Prozesse effizienter, nachhaltiger und kundenorientierter gestalten, z. B. durch smarte Bauplanung und Robotik. Um KI als Chance zu nutzen, sind Mut und Investitionen nötig.
Die Welt verändert sich rasant, und nichts treibt diese Transformation stärker voran als künstliche Intelligenz (KI).
Dabei reicht ein Blick auf die technologische Landschaft, um die Dynamik und Macht von künstlicher Intelligenz zu verstehen: Google investiert seit Jahren Milliardenbeträge in die Entwicklung von KI, hat die besten Köpfe in dem Bereich bei sich unter Vertrag, und dennoch gelang es OpenAI mit ChatGPT auf einen Schlag, die Art und Weise zu verändern, wie Menschen weltweit mit Technologie interagieren.
Diese Disruption zeigt, wie tiefgreifend und schnell KI ganze Branchen – und mit ihnen die Gesellschaft – auf den Kopf stellen kann. Auch die Immobilienbranche steht vor einer epochalen Transformation, sofern sie bereit ist, die Chancen der KI mutig zu nutzen.
Während andere Länder dieser Welt, allen voran die USA und China KI als Schlüsseltechnologie vorantreiben, hinkt Deutschland massiv hinterher. Der Fortschritt in der IT- und KI-Entwicklung ist hierzulande nicht nur langsamer, sondern wird auch durch eine mangelhafte Investitionsbereitschaft gebremst. Im internationalen Vergleich fließen in Deutschland nur geringe Summen in IT und digitale Transformation – ein Umstand, der angesichts der geringen Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) noch besorgniserregender wird.
Statt Innovation mutig zu fördern, werden immer noch veraltete Technologien glorifiziert. Ein Beispiel dafür: Ein Artikel im Stern kürte kürzlich das „beste Faxgerät 2024“. Solche Geschichten sind sinnbildlich für Deutschlands Status quo. Wir müssen schneller, mutiger und bereit sein, Risiken einzugehen – denn nur durch das Scheitern lernen wir. Es braucht einen grundlegenden Wandel in der Denkweise: Weg von der Vorsicht, hin zur Innovationsfreude.
KI bietet der Immobilienbranche die Möglichkeit, Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten.
In der Planungsphase können KI-Algorithmen beispielsweise Materialien bewerten, deren Lebensdauer analysieren und ihren ökologischen Fußabdruck berechnen. So lassen sich Bauprojekte umweltfreundlicher und kosteneffizienter gestalten. Auch bei der Abwägung verschiedener Ausführungsvarianten – etwa bei der Wahl zwischen luxuriöser und funktionaler Gestaltung – kann KI datenbasiert auf Kundenpräferenzen eingehen und individuelle Lösungen entwickeln. Gerade im Bereich der Bauausführung, aber auch bei Arbeiten des Gebäudebetriebs wir künstliche Intelligenz häufig mit Robotik kombiniert, um menschliche Arbeiten auszuführen oder Hilfestellung zu leisten.
Ein Blick in die USA zeigt, wohin die Reise gehen könnte: Die humanoiden Roboter von Boston Dynamics und die von Elon Musk entwickelten Roboter mit dem Namen Optimus haben inzwischen ein Niveau erreicht, auf dem sie einfache handwerkliche Arbeiten übernehmen können. Diese Fortschritte könnten schon bald den Fachkräftemangel in der Baubranche mildern und Bauprojekte beschleunigen.
Trotz dieser Fortschritte bleibt der Datenschutz gerade in Deutschland ein heißes Thema.
Kurioserweise geben viele Menschen freiwillig Unmengen an Daten preis – sei es auf Social-Media-Plattformen oder via Fitness-Apps. Doch wenn es um Anwendungen mit echtem gesellschaftlichem Nutzen geht, wie KI in der Gebäudebestandsanalyse, der Analyse von Heizdaten oder Bewegungsdaten in Gebäuden reagieren dieselben Menschen plötzlich mit großer Skepsis.
Ein sicherlich extremes Beispiel treibt dies auf die Spitze: In einer App kann man sich und seine Geschlechtskrankheiten registrieren und sich im Anschluss mit ebenfalls Betroffenen zum Dating verabreden.
KI hat auch das Potenzial, Dinge zu „entmaterialisieren“ und damit Innovationen voranzutreiben.
Ein, wenn zwar nicht perfektes, aber durchaus relevantes Beispiel findet sich im Gesundheitswesen: Eine App, gekoppelt mit einem Wearable zur Temperaturmessung, kann inzwischen zuverlässig die fruchtbaren Tage einer Frau bestimmen. Diese Technologie ersetzt in vielen Fällen die Antibabypille und wird in den USA sogar von Krankenkassen bezuschusst.
Im Bereich der Landwirtschaft gibt es Beispiele, wie KI Pestizide und Herbizide entmaterialisiert. Das Gefährt von Carbon Robotics ist ausgestattet mit acht Kameras und einer Bilderkennung. Diese fährt über den Acker und scannt währenddessen das angepflanzte Gut. Die KI erkennt die meisten Unkräuter und Schädlinge, unterscheidet sie von den angebauten Pflanzen und nützlichen Insekten wie z. B. Bienen und eliminiert das Unkraut bzw. Tiere mit gezielten Laserschüssen.
Solche Anwendungen zeigen, wie KI dazu anregen kann, Prozesse neu zu denken und Produkte neu zu gestalten.
Die Frage ist nicht, ob KI unsere Prozesse verändern wird, sondern ob wir mutig genug sind, diese Veränderung aktiv zu gestalten – denn das ist wohl ziemlich unumstößlich. Die Immobilienbranche hat das Potenzial, durch den Einsatz von KI effizienter, nachhaltiger und kundenorientierter zu werden. Doch die Weichen dafür müssen heute gestellt werden. So kann KI den Menschen zwar (noch) nicht ersetzen, aber eine Hilfestellung bieten und dadurch Probleme wie den massiven Fachkräftemangel und die aktuell krankende Produktivität beheben.
Ganz wichtig ist: Deutschland darf nicht länger zögern! Wir müssen schneller handeln, Risiken eingehen und auch Scheitern akzeptieren – denn das ist der Weg zum Fortschritt. KI ist keine Bedrohung, sondern eine Chance. Es liegt an uns, sie zu nutzen.
Dieser Artikel wurde inspiriert von einem Vortrag von Sascha Lobo (Autor und Vortragsredner mit Fokus auf KI und Internet) auf dem gefma Jahresevent und Mitgliederversammlung 2024.

Es dürfte wohl die bekannteste, aufsehenerregendste und gleichzeitig geheimnisvollste Unternehmenszentrale der Welt sein: der Apple Park im kalifornischen Silicon Valley.

Bereits 2006 stellte der damalige Apple-Chef Steve Jobs im Stadtrat von Cupertino seine Pläne für den Bau eines zweiten Campus vor. Der Name des Projekts lautete damals “Apple Campus 2”. Die Idee und das Design stammen von Steve Jobs und dem damaligen Chefdesigner Jony Ive. Zusammen mit Norman Foster verbrachte Ive Jahre mit der detaillierten Planung des Headquarters.
Zwar hatte Apple selbst sich schon einige Grundstücke sichern können, für die Entwicklung des 13 Hektar großen Geländes war aber der Kauf zahlreicher weiterer Grundstücke nötig. Der Real-Estate-Riese Hines half beim Erwerb weiterer Grundstücke. Dass der schlussendliche Besitzer Apple sein würde, wurde dabei aber verschleiert. Das ist eine übliche Praxis, um Preisexplosionen zu vermeiden.
Kreisrunde Gebäude sind in der Weltgeschichte eher unüblich und selten. Jobs fand übliche Bürogebäude aber “langweilig”. Es überrascht daher nicht, dass der Tech-Konzern Apple diese Form als Blaupause für ein hochmodernes, elegantes und auch extravagantes Headquarter gewählt hat. Medienberichten zufolge war der Chefdesigner Jony Ives für kleinste Designdetails im Inneren des Gebäudes verantwortlich - bis hin zu Badarmaturen und Türklinken.
In und am Apple Park hat sich Gründer und Ikone Steve Jobs auch selbst verwirklicht. Die innere Steinverkleidung für ein zweistöckiges Nebengebäude, in dem unter anderem ein Yoga-Studio ist, stammt aus Steinen, die aus einem Steinbruch in Kansas beschafft wurden. Sie sollen von der Optik her an Steve Jobs Lieblingshotel im Yosemite-Nationalpark erinnern.
Apple setzt auch als Arbeitgeber neue Maßstäbe. Im Nebengebäude mit dem erwähnten Yoga-Studi befindet sich ein 9000 Quadratmeter großer Wellnesskomplex, in dem sich auch Ärzte für die Belegschaft befinden.
Auf dem ringförmigen Bürogebäude befindet sich auch die größte Photovoltaik-Dachanlage der Welt. Damit ist die Zentrale auch das größte solarbetriebene Gebäude der Welt. Ganze 17 Megawatt werden von den Solarzellen auf dem Dach produziert.
Ein kreisrundes Gebäude dieser Größe hat natürlich nicht nur einen Haupteingang, sondern insgesamt 9. Die sind auch nötig, um morgendliche Menschenstaus zu verhindern, wenn an die 13.000 Mitarbeiter in den Apple Park strömen. Im unterirdischen Parkhaus unter der Ringstruktur ist Platz für mehr als 11.000 Autos. Mit 260.000 Quadratmetern Bürofläche ist es auch in den USA eines der größten Bürogebäude.
Das “The Ring” genannte, kreisrunde Hauptgebäude wird von insgesamt 800 riesigen, abgerundeten Glaspanels umschlossen. Tief unter der Erde schützt ein japanisches Erdbebenschutzsystem bestehend aus 692 Stahltellern das Gebäude im Ernstfall.

Einblicke aus dem Inneren des extravaganten Gebäudes sind rar, und schon beim Bau herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen, die das Innere vor neugierigen Blicken schützen sollten. Trotzdem gelangen während des Baus aber Bilder durch Bauarbeiter nach außen, als diese Snapchat-Storys posteten, die danach auch in anderen sozialen Netzwerken die Runde machten.
Heute gibt sich der wertvollste Tech-Konzern der Welt mit Einblicken zwar nach wie vor nicht transparent, aber immerhin ein wenig freimütiger. Journalisten und Techblogger durften bereits Blicke ins Innere werfen, und auch Apple selbst hat über die Jahre verteilt einige Aufnahmen veröffentlicht, die eine Idee vom Inneren geben.

Dass Berlin gerade erst seinen ersten Wolkenkratzer bekommt, dürfte viele überraschen. In Berlin gibt es verhältnismäßig wenig hohe Gebäude. Es ist schwierig wie noch nie, aktuell Wohnraum zu bekommen: knapp 3,7 Millionen Menschen wohnen im von Brandenburg eingeschlossenen Stadtstaat.
Als der Bauunternehmer Ekkehard Streletzki 1994 das Estrel-Hotel teileröffnete, war nicht klar, welche Erfolgsgeschichte das Haus in späteren Jahren schreiben sollte. Mit sagenhaften 77,5 Millionen Euro Umsatz verdrängte das Haus im Jahr 2019 den Bayerischen Hof in München von Rang 1 der Liste der umsatzstärksten Hotels Deutschlands. Auch in Europa gilt das Estrel eines der größten und auch erfolgreichsten Hotels.

Das 4-Sterne-Superior Hotel verfügt über 1125 Zimmer, die von 550 Mitarbeitern betreut werden. Drei Bars und 5 Restaurants versorgen die Gäste aus aller Welt. Doch das Estrel-Hotel bekommt bald Zuwachs: den Estrel-Tower, Berlins ersten Wolkenkratzer. Der teilweise bereits mit Fassadenelementen ausgestattete und immer noch in die Höhe wachsende Rohbau am Neuköllner Schifffahrtskanal hat bereits die 150-Meter-Marke geknackt.

Damit hat der Estrel-Tower den bis dahin größten Edge-East-Side-Tower in Friedrichshain, der “nur” 142 Meter Höhe misst, überholt. Stolze 176 Meter soll der neue Estrel-Hotelturm am Ende hoch sein. Der Bau an der Sonnenallee soll 2025 abgeschlossen werden, eine Eröffnung wird 2025 angepeilt.

Insgesamt 522 Hotelzimmer sollen im Neubau entstehen, dazu gehören 90 “Serviced Apartments” - das sind vollmöblierte und mit Küchenzeile ausgestattete Apartments. Im 43. und 44. Stock sollen ein Restaurant und eine Skybar Platz finden.
Weiterhin wird eine 1400 Quadratmeter große Fitness- und Spa-Landschaft für Zerstreuung sorgen. Auch Meetings, Conventions und Events sollen auf insgesamt 3500 Quadratmetern dafür vorgesehener Fläche möglich sein. Allein der ‘Forum’ genannte Eventspace wird an die 1000 Quadratmeter messen.
Der Estrel-Tower will neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit setzen. Auffallend sind die großen Fenster- und gleichzeitig auch Fassadenelemente des Towers. Diese verfügen über Finnen, die so an die Sonnenstrahlung vor Ort angepasst sind, dass sich die Räume im Sommer nicht zu stark erhitzen.
Der Fassadenspezialist FKN Group hat für die Montage der Fassadenelemente eigens einen speziellen Kran samt Aufzug am Gebäude montiert, um jedes der 2600 einzigartigen Elemente an seinen richtigen Platz zu setzen.
Eine energieeffiziente Fassade ist nur ein Schritt auf dem Weg des Gebäudes, eine LEED Platin-Zertifizierung (Leadership in Energy and Environmental Design) zu erreichen. Zusätzlich sollen begrünte Dächer, Photovoltaik-Anlagen, Wildblumenwiesen und sogar ein Fahrradparkhaus dafür sorgen, dass die grünen Features am und um den Turm im Vordergrund stehen.
Eingerahmt wird Berlins neuer Wolkenkratzer von der noch im Bau befindlichen Erweiterung der Stadtautobahn A100 und der Sonnenallee. Damit ist eine zukünftige schnelle Anbindung an den Flughafen Berlin-Brandenburg sichergestellt. Per Tunnel geht es außerdem direkt ins Estrel-Hotel auf der anderen Straßenseite, oder auch ins Congress Center.
Nach Angaben des Bauherren und Inhabers Maxim Streletzki werden aktuell noch die letzten Etagen gegossen. Im nächsten Jahr sollen die Bauarbeiten dann abgeschlossen sein, eine Eröffnung wird zum Jahresende angepeilt.
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E-wie Einfach? Der Gebäudetyp E verspricht Bauen in Deutschland in Zukunft einfacher zu machen. Doch was bedeutet das konkret? Hier erfahrt ihr es!
Mit den Forschungshäusern auf dem B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling hat Architekt Florian Nagler im Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Bauwirtschaft empirisch gezeigt, dass einfacher Bauen möglich ist. Die Rückkehr zu einem einfacheren Bauen erleichtert nicht nur das Leben von Architekten, Planern, Bauherren und Bauträgern – es könnte dazu führen, dass in Deutschland mehr gebaut wird.
Im aktuellen Artikel wollen wir einmal den Blick auf den aktuellen Stand zum neuen Gebäudetyp E werfen und uns ansehen, welche konkreten Erleichterungen dieser verspricht.
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat auf Initiative von Planern und Architekten einen Gesetzentwurf zur Änderung des BGB erarbeitet. Das „Gebäudetyp E-Gesetz“ soll voraussichtlich noch im Herbst 2024 vom Kabinett beschlossen werden und Anfang 2025 in Kraft treten. Kern des Gesetzes soll es sein, Abweichungen von den „Anerkannten Regeln der Technik“ zu ermöglichen.

Die Zahl der Normen und Regularien des deutschen Baurechts ist zu einem fast undurchdringbaren und auch für Profis wenig durchschaubaren Korsett geworden. Dieses bietet immer weniger Raum für Kreativität, Abweichung von der Norm, Entwicklungen oder Innovationen.
Der Gebäudetyp E ist daher ein neuer Ansatz, welcher den kostengünstigen Wohnungsbau fördern soll. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) hat sich mit Partnern aus dem ‘Bündnis bezahlbarer Wohnraum’ das Ziel gesetzt, den Wohnungsbau schneller, effizienter und allgemein einfacher zu machen.
Bauen nach dem Gebäudetyp E soll Planung und Bau vereinfachen, indem weniger technische Anforderungen gestellt werden, wenn diese nicht zwingend zur Sicherheit oder zum Komfort beitragen. Das Ausklammern kostentreibender Standards kann somit auf simple Art und Weise Geld sparen. Hier spielen insbesondere die „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ (aRdT) eine Rolle.
Nach europäischer Norm sind die aRdT eine „technische Festlegung, die von einer Mehrheit repräsentativer Fachleute als Wiedergabe des Standes der Technik angesehen wird.“ Bautechnische Normen, die nur dem Komfort dienen, müssen in Zukunft und im Sinne des Gebäudetyp E nicht zwingend umgesetzt werden. Qualität und Sicherheit der Gebäude wird dabei nicht beeinträchtigt. Wichtig ist eine vertragliche Abstimmung im Vorfeld zwischen dem planenden Unternehmen und Bauherrin oder Bauherr.
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat extra dafür eine ‘Leitlinie und Prozessempfehlung Gebäudetyp E’ erarbeitet, die Anwender beim einfachen Bauen unterstützen soll. In der Leitlinie ist das rechtssichere Abweichen von den allgemein anerkannten Regeln der Technik beschrieben. Bauherren sollen so selber eine informierte Entscheidung treffen, ob die Kosteneinsparungen bei Abweichungen für sie attraktiv sind.
Das BMWSB hat drei Beispiele veröffentlicht, die im Gebäudetyp E eine Anwendung finden könnten.
Im Fall 1 könnte eine Stahlbetondecke im Neubau statt 18 Zentimeter nur 14 Zentimeter Deckenstärke aufweisen. 18 Zentimeter sind der Normwert für eine Stahlbetondecke im Neubau. Dies wird aber vor allem aufgrund des Trittschallschutzes, also aus einem Komfortverlangen heraus, umgesetzt. Der Mindesttrittschallschutz ist auch bei 14 Zentimeter Deckenstärke gegeben, durch die Materialersparnis sinken die Kosten dagegen massiv.
Im Fall 2 wird eine Holzbalkendecke im Neubau nicht mit Estrichbelag eingezogen. Hier kann es Einschnitte in Komfort und Qualität geben, wenn beispielsweise Trittgeräusche durch die Decke hörbar sind. Je nach Nutzung der anliegenden Räume muss die einfachere Deckenausführung aber keinen konkreten Nachteil mit sich bringen.
Für den Fall 3 wird die Anzahl der in einer Dreizimmerwohnung vorgesehenen Steckdosen reduziert. Ganze 47 Steckdosen sind normalerweise vorgesehen, sorgfältigere Planung und eine Bedarfsabfrage kann diese Zahl aber reduzieren. Auch hier muss eine geringere Steckdosenanzahl nicht unbedingt zulasten der späteren Bewohner gehen.
Aktuell plant das BMWSB eine Änderung des BGB. Ziel ist es, dass fachkundige Vertragspartner auch ohne Aufklärung von den allgemein anerkannten Regeln der Technik abweichen können. Aktuell geht das Ministerium davon aus, dass das Gesetz Anfang 2025 in Kraft tritt. Vertreter aus der Wohnungswirtschaft begrüßen den Gesetzentwurf.
Für Sie führen einige Normen lediglich zu einer Preissteigerung beim Wohnraum. Gunther Adler, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), drängte auf die Herstellung der Rechtssicherheit: „Im nächsten Schritt kommt es jetzt entscheidend auf die Konkretisierung sowohl der zivilrechtlichen Regelungen – der Haftung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) – als auch der baurechtlichen Vorgaben an, um Rechtsunsicherheiten zu vermeiden.“
Wenn ihr noch mehr über das B&O Bau Forschungsquartier erfahren möchtet, schaut doch mal bei unseren anderen Artikeln vorbei! Hier gibts mehr Informationen!

Unter dem Namen NEOM entstehen derzeit Saudi-Arabiens Mega-Projekte. Ein Kernprojekt: The Line. Mehr dazu erfahrt ihr hier!
Im Nordwesten Saudi-Arabiens entsteht eins der größten und futuristischsten Siedlungsprojekte unserer Zeit. Unter dem Projektnamen NEOM entstehen auf einer Fläche von 26.500 Quadratkilometern mehrere Bauprojekte, darunter ein Seehafen namens “Oxagon”, eine vor kurzem eröffnete Ferienresortinsel namens “Sindalah” oder auch ein riesiges Skiresort. Ein Kernprojekt von NEOM ist die bandförmig angelegte Wüstenstadt The Line, die wir in diesem Artikel vorstellen wollen.
Das Königreich Saudi-Arabien und sein Herrscherhaus stehen vor einer riesigen Transformationsaufgabe. Durch den Einbruch der Ölpreise im Jahr 2014 fand ein Umdenken im Land statt. Es stellte sich die Erkenntnis ein, dass die unter dem Wüstensand schlummernden Ölreserven nicht nur endlich sind, sondern ihr Absatz auch von globalen Entwicklungen, Krisen und Paradigmenwechseln abhängig ist.
In einer Welt, in der sich Staaten Klimaziele geben und bis 2050 eine weitgehend emissionsfreie Gegenwart anstreben, sinkt die Bedeutung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Mit dem 2017 vorgestellten Projekt NEOM und seinen Bauprojekten will Saudi-Arabien die Welt auf sich aufmerksam machen. Die Leuchtturmprojekte sollen Investoren, Urlauber und Arbeitnehmer ins Land locken.
Als Kern von NEOM wurde die bandförmig geplante Stadt The Line vorgestellt. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman stellte die Pläne 2021 vor. The Line sollte sich ursprünglich 170 Kilometer lang durch die Wüste ziehen. Nach einigen Einstampfungen peilt man jetzt eine Länge von 2,4 Kilometern an, eine Breite von 200 Metern und eine Höhe von 500 Metern. Ganze 300.000 Einwohner sollen in der fertigen Stadt später eine Heimat finden.
Saudi-Arabien bezeichnet die Stadt selbst als “die Revolution des städtischen Lebens” und als “zivilisatorische Revolution”, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. In der ursprünglich 170 Kilometer langen, ersten Version wurde diese Behauptung zumindest schon einmal rechnerisch widerlegt. Der Mathematiker Rafael Prieto-Curiel und der Physiker Dániel Kondor vom Complexity Science Hub Vienna kamen zu dem Ergebnis, dass zwei Bewohner von ‘The Line” im Schnitt 57 Kilometer auseinander leben.
Ursprünglich war geplant, eine Hochgeschwindigkeits-U-Bahn für den Transport innerhalb der Stadt einzusetzen. Mit einer Geschwindigkeit von über 500 Kilometern pro Stunde sollte man ohne Zwischenhalte von einem Ende ans andere gelangen - ein Szenario, dessen Sinn direkt bezweifelt werden kann. Oberirdisch soll The Line aber nach wie vor Fußgängern zur Verfügung stehen.

Prieto-Curiel bezeichnete die lineare Form als “die am wenigsten effiziente Form einer Stadt” und verwies auf die Rundform der Stadt, die sich in der Menschheitsgeschichte durchgesetzt hat. Dennoch soll The Line in der verkürzten Form neue Maßstäbe setzten: ohne Autos, Straßen und mit 100 % erneuerbaren Energien soll die Stadt am Laufen gehalten werden. Die Außenfassade der Stadt soll komplett verspiegelt daher kommen.
Saudi-Arabien und NEOM wie auch The Line stehen seit jeher in der globalen Kritik. Stararchitekt Norman Foster und auch Rem Koolhaas zogen sich vom Projekt zurück, nachdem bekannt wurde, dass der saudische Journalist Jamal Kashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul getötet wurde. Auch wurden für die Planung von The Line im Vorfeld Dörfer dem Erdboden gleich gemacht, traditionell ansässige Stämme und ihre Mitglieder sollen für das Mega-Projekt vertrieben worden sein.
Zu diesen Vorwürfen ist aus Saudi-Arabien selbst nur wenig bis gar nichts zu erfahren, auch zum Baufortschritt und Planungsänderungen hält man sich generell bedeckt. Baustellenbilder gibt es wenige, viele Satellitenbilder geben Einblicke in den Fortschritt. Offizielle Websites zum Projekt sind voll von futuristisch anmutenden, hochqualitativen Renderings, die wenig mit dem fertigen Bau gemeinsam haben dürften.

Bauabfälle wie Verschnitt entstehen beim Verbauen von Materialien auf der Baustelle. Welche Möglichkeiten der Wiederverwendung es gibt lest ihr in diesem Artikel!
Vor kurzem haben wir uns angeschaut, wie Wege zu einer Kreislaufwirtschaft aussehen könnten:
Vom Produkt zum Rohstoff: Auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft am Bau (https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/vom-produkt-zum-rohstoff-auf-dem-weg-zu-einer-kreislaufwirtschaft-am-bau)
Wir haben erfahren, dass Bauabfälle nach wie vor die größte Abfallgruppe in Deutschland stellen. In diesem Artikel wollen wir die konkreten Prozesse einer nachhaltigen, zirkulären Wertschöpfungskette einmal genauer betrachten. Wir blicken auf den Status Quo, die aktuell größten Herausforderungen und mögliche Ansätze für eine bessere Verwertung von Rohstoffen und Ressourcen.
Bauabfälle wie Verschnitt entstehen beim Verbauen von Materialien auf der Baustelle. Dabei kann es sich zum Beispiel um Abschnitte von Gipsplatten, die beim Trockenbau anfallen, oder auch um Abschnitte und Reste von Glas- oder auch Steinwolle handeln, die bei der Dämmung von Wänden, Fassaden oder auch Dächern anfallen. Verschiedene Hersteller bieten in Deutschland unterschiedliche Methoden zur Rücknahme von Resten an. Saint-Gobain verfolgt mit der Easy Eco-Initiative seiner beiden Marken ISOVER und RIGIPS dabei den Ansatz der Abfallvermeidung und die Etablierung geschlossener Wertstoffkreisläufe.
Für Mineralwolle-Produkte der Marke ISOVER und Standard-Gipsplatten der Marke RIGIPS bedeutet das konkret, dass diese Produkte verschnittoptimiert produziert und verarbeitet werden können, sodass beim Einsatz keine bis möglichst wenig Abfälle entstehen. RIGIPS Standard-Gipsplatten können beispielsweise bereits raumhoch produziert und geliefert werden. Der Wegfall des Zuschnitts ermöglicht somit auch eine schnellere und effektive Verarbeitung am Einsatzort.
Abschnitte und Reste von Baumaterialien sowie durch Rückbau entstandene Reste sind nach Definition im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) Bauabfälle beziehungsweise Abbruchabfälle. Zum Beginn des Jahres 2024 traten zusätzlich wesentliche Änderungen in der Deponieverordnung in Kraft, die es untersagen, verwertbare Abfälle zu deponieren. Gipskarton- und Gipsakustikplatten, die frei von Schadstoffen sind, dürfen somit nicht mehr deponiert werden.
Die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat zu Beginn des Jahres mit einem Flyer auf die Ressourcenschonung durch Gipsrecycling aufmerksam gemacht. Es wird auf die rechtliche Lage hingewiesen, die dazu verpflichtet, Bauabfälle wie zum Beispiel Gips getrennt zu sammeln. Ordnungswidrigkeiten können mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.

Eine erste Herausforderung beim Sammeln von Verschnitt zur Verwertung besteht bereits auf der Baustelle. In der Regel müssen anfallende Materialreste sauber, trocken und auch sortenrein gesammelt werden. Hier fehlt es vielerorts noch an einem Verständnis für die Wichtigkeit dieser Maßnahme und für Nachhaltigkeit im Allgemeinen. Insbesondere bei kleineren, anfallenden Mengen ist eine Sammlung und Sortierung für die verarbeitenden Gewerke ein Mehraufwand, gegen den sich oft Widerstand regt - oder die Abschnitte landen schlicht und ergreifend im Baumischcontainer.
Eine Möglichkeit wäre, die Recyclingpflicht bereits in die Leistungsbeschreibungen von Baumaßnahmen aufzunehmen, damit alle an der Wertschöpfung beteiligten ausführenden Unternehmen im Sinne der Nachhaltigkeit und dem Ressourcensparen handeln. Ein Praxistipp für Bauleiter auf Großbaustellen, bei denen mit den fertiggestellten Gebäuden eine DGNB-Zertifizierung angestrebt wird: Sammelcontainer und Big Bags lassen sich auch per Video überwachen.
Ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor bei der Rückführung von Bauabfällen zur Wiederverwertung oder zum Recycling sind die teilweise langen Transportwege. Während des Transports muss die Reinheit und Trennung der Abfälle bis zum Verwertungsort gewährleistet sein. Gips darf auf dem Weg zur Annahme- oder Aufbereitungsstelle beispielsweise nicht nass werden.
Bei Mineralwollen wie Stein- oder Glaswolle kommt erschwerend hinzu, dass diese in komprimierter, platzsparender Form geliefert werden. Nach dem Öffnen der Verpackungen dehnt sich insbesondere Glaswolle stark aus und hat nach wenigen Sekunden ihre ursprüngliche Dicke erreicht. In diesem Fall entspricht ein Kubikmeter Glaswolle, der geöffnet und zur Wiederverwertung oder dem Recycling zurückgeliefert wird, nicht dem ursprünglichen Lieferkubikmeter, denn Glaswolle wird beim Verpacken bis zu 60 Prozent komprimiert.
Bei der Sortierung von Gipskartonresten oder Mineralwolleresten ist im Rahmen des Recyclingprozesses vielfach ein hoher manueller Aufwand nötig. Nicht alle Verschmutzungen oder Schadstoffe lassen sich beispielsweise durch Rüttelsiebe oder Magnete entfernen, sodass an den Verwertungsstellen Arbeiter den Abfall sichten und einige Rückstände von Hand entfernen müssen.
Saint-Gobain bietet mit seinen Marken RIGIPS und ISOVER über die Easy Eco-Intiative die Abholung und Rücknahme von Baustellenverschnitten als bepreiste Dienstleistung an. Unter Umständen und je nach regionalen Begebenheiten kann die Bestellung von beispielsweise zwei EASY ECO PE-Säcken oder Big Bags weniger kosten als ein Container für Baumischabfälle. Dennoch sieht sich EASY ECO aber auch mit Entsorgungspreisen konfrontiert, die günstiger sind, als das Recyclingangebot. Der Unterschied ist jedoch, dass bei EASY ECO alle verwertbaren Wertstoffe tatsächlich in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.
Nach der Aufbereitung werden die gewonnenen Rohstoffe dem Produktionsprozess erneut zugeführt. Ziel ist es, sämtliche Rücknahmemengen in Zukunft in industrialisierter Form zu verwerten. Aktuell stellen jedoch die geringen Mengen, die die Wege zurück zu den Herstellern finden, diese vor Herausforderungen.
Eine weitere Besonderheit der Marken ISOVER und RIGIPS ist die Rücknahme nach dem Rückbau. Beide Hersteller nehmen ab 2023 gekaufte Produkte, die in der EASY ECO Materialdatenbank registriert sind, nach dem Rückbau zurück. Auch dieses Material muss trocken, frei von Fremdstoffen und groben Verschmutzungen und Abfällen sein.
Ein vollkommen nachhaltiger, zirkulärer Materialkreislauf steht daher noch vor einigen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Vom Beginn der Abfallsammlung auf der Baustelle über den Transport hin zum Aufarbeitungsort bis zur Aufarbeitung in großen, industriellen Maßstäben, die sich für Kunden und Hersteller rechnen - die Grundsteine sind gelegt, gesetzliche Rahmenbedingungen ebenfalls geschaffen. Es braucht eine konsequente Durchsetzung dieser rechtlichen Vorgaben genauso wie ein Mindset, welches Abfälle als Rohstoffe versteht.
Ein pfleglicher und sorgsamer Umgang - bereits auf der Baustelle - mit dem lange als “Müll” verpönten Abfall macht den Anfang.

Die Inflation in Deutschland ist im September auf ein Rekordlevel gesunken. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Wir haben die Zahlen und Hintergründe in diesem Artikel zusammengefasst.
Die Inflation ist in Deutschland mit +1,6 Prozent im September 2024 auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen. Ein großer Verursacher: Preisrückgänge bei Energie. Dienstleistungen sind hingegen teurer geworden, ebenso wie Lebensmittel. Im Vorjahresmonat waren Energieprodukte in Deutschland +7,6 Prozent teurer. Die Preise für Haushaltsenergie sind im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4 Prozent zurückgegangen, Kraftstoffe sogar noch stärker (-12,6 %).
Nach der Coronakrise im Herbst 2021 und dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 stiegen die Strompreise für Verbraucher enorm. Da Erdgas zu Teilen in Kraftwerken verstromt wird, stieg der Strompreis aufgrund des engen Zusammenhangs mit dem Erdgaspreis. Die aktuell stark rückgängigen Energiepreise sorgen somit auch für einen Rückgang der Inflation.
Insbesondere Verbraucher von Haushaltsenergie stellen günstigere Preise für Heizmittel fest. Feste Brennstoffe, Brennholz und Holzpellets sind im Vergleich zum September 2023 ganze 12 Prozent günstiger, Heizöl sogar 18 Prozent. Erdgas (-1,9 Prozent) und Strom (-6,4 %) sind im Vergleich zum Vorjahresmonat günstiger geworden. Fernwärme hingegen hat sich mit +31,8 Prozent erheblich verteuert.
Während es im Strommarkt einen Wettbewerb aus zahlreichen Anbietern gibt, ist Fernwärme in der Regel nur über einen lokalen Anbieter zu beziehen. Ein Fernwärmebezug ist daher oft alternativlos, und die Preisgestaltung aus der Monopolstellung heraus ist für Fernwärmeanbieter lukrativ.
Wie Daten des Vergleichsportale Check24 zu entnehmen ist, senkten viele Versorger zu Beginn des Jahres die Verbraucherpreise. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung verstärkt oder dauerhaft anhält. Eigentlich sollten Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland in diesem Jahr einen Zuschuss in Höhe von 5,5 Milliarden Euro von der Bundesregierung bekommen, um die Netzgebühren etwas aufzufangen.
Die Förderung wurde gestrichen, und jetzt ist davon auszugehen, dass die Verbraucher diese fehlende Finanzspritze in den erhöhten Netzentgelten zu spüren bekommen. Experten sehen daher in der Zukunft eine Verdopplung des Strompreises auf Verbraucher zukommen.

Als Leuchtturmprojekt hat das Parkhaus aus Holz im B&O Bau ForschungsQuartier der B&O Gruppe in Bad Aibling eine “Riesenwirkung”. Genaueres erfahrt ihr in diesem Artikel!
Dass man sein Auto im B&O Bau ForschungsQuartier der B&O Gruppe in Bad Aibling nicht einfach nur parken kann, ist klar. Auf dem firmeneigenen Gelände, welches für den Holzbau als Reallabor gilt, gibt es mit der passenden Zugangsberechtigung einen ganz besonderen Ort zum Abstellen des PKWs, der über die Stadtgrenzen hinaus große Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Fast unauffällig fügt es sich in die es umgebende Natur ein, auf einer grünen Wiese, umrahmt von Bäumen.

Die Rede ist von einem Parkhaus aus Holz. Zwei Geschosse des 70 Meter langen und 17 Meter breiten Parkhauses bieten Stellplätze für insgesamt 103 Autos und ein Motorrad. Auch hier war das Ziel, einen Meilenstein in Sachen nachhaltigem Bauen zu erreichen. Darum ist das Objekt vorwiegend aus Holz konstruiert. Die Träger im Erdgeschoss bestehen aus Baubuche. Der Rest der Trägerkonstruktion, wie die Stützen im Erdgeschoss und die Stützen und die Träger im Obergeschoss, bestehen aus Fichte.
Der Boden im Erdgeschoss wurde einfach gepflastert. Die offene, helle und freundliche Gestaltung des Parkhauses lädt theoretisch auch zu anderen Nutzungen wie zum Beispiel als Veranstaltungsort ein. So eine Umnutzung, aber auch eine Erweiterung oder auch ein Abbau sind von Anfang an mitgedacht gewesen.

Nur mit Holz allein ging es aber auch hier nicht. Die Fahrbahndecke im ersten Obergeschoss besteht aus Bitumen und einer Gussasphaltschicht. Die Auffahrt auf das obere Parkdeck an der Nordseite besteht aus einer einfachen Stahlbetonrampe. Am anderen Ende des Parkdecks führt eine Stahltreppe nach dem Abstellen des Autos nach unten. Das ganze Gebäude wirkt und fühlt sich offen an. Eine dünne Lärchenschalung lockert die Fassade des Parkdecks optisch auf und dient als Absturzsicherung.
Für die planenden Architekten Hermann Kaufmann + Partner ZT GmbH war Andreas Ströhle Projektleiter des 2022 fertiggestellten Parkhauses. Er erinnert sich an einige Hürden im Vorfeld, die es zu beachten galt. Man musste die Frage des Brandschutzes lösen und die Höhe des Parkhauses so konstruieren, dass kein geschlossenes Treppenhaus nötig wurde.

Auch Holz als Baustoff benötigte bei diesem Projekt eine ganz besonders große Aufmerksamkeit in der Planung. Das Holz des Parkhauses fiel in die Nutzungsklasse 2 und musste somit Temperaturen von 20 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 85 % über einige Wochen pro Jahr ohne Verlust der strukturellen Integrität standhalten. “Holz in dieser Nutzungsklasse ist mehr Feuchtigkeit ausgesetzt, zum Beispiel auch durch Nebel. Dadurch bewegt es sich auch mehr, quillt und schwindet” erklärt Andreas Ströhle.
Das Bewegungsverhalten der Träger aus Baubuche im Erdgeschoss musste vorausgesehen werden, Anschlüsse und Verbindungen mussten so konstruiert werden, dass durch die erwähnten Bewegungen des Holzes keine Schäden auftreten konnten. Bei der Statik berücksichtigte man potenzielle Durchbiegungen bei den Trägern, beispielsweise durch Schneefall auf dem Dach. Auch dann muss die Durchfahrtshöhe im Parkdeck noch gewährleistet sein.
Als Leuchtturmprojekt hat das Parkhaus aus Holz im B&O Bau ForschungsQuartier der B&O Gruppe in Bad Aibling eine “Riesenwirkung”, verrät Andreas Ströhle. Er bekommt immer noch viele Anfragen über dieses Projekt, auch von Mitbewerbern, die wissen wollen: “Wie habt ihr es gelöst?”. Die Themen Gussasphalt und Holzverbindungen seien in Kombination für viele Architekten und Planer noch Neuland.

Andreas Ströhle ist mit dem Parkhaus zufrieden. “Es sollte einfach dauerhaft halten, hell und freundlich sein. Das haben wir umgesetzt” resümiert er. Das Zusammenspiel von Licht- und Schatten, maßgeblich durch die Lärchenschalung verursacht, gefällt ihm im Obergeschoss des Parkdecks besonders gut. “Auch der Kontext des ganzen Objekts ist natürlich hervorragend. Mitten im Grünen - das hat man auch nicht jeden Tag.”
Das Bad Aiblinger Holzparkhaus hat bereits Anklang gefunden. In diesem Jahr stellten HK Architekten in Nürnberg, merz kley partner und FIRE & TIMBER .ING (Ingenieurleistungen im Brandschutz und Holzbau) gemeinsam mit B&O Bau wieder ein Parkhaus aus Holz fertig, welches bereits in Betrieb ist.

Am 08. November 2020 endete die offizielle Luftfahrtära für den meistens nur Tegel genannten Flughafen, der ausgeschrieben Flughafen Berlin-Tegel „Otto Lilienthal“ hieß. 2021 erfolgte die offizielle Entwidmung als internationaler Verkehrsflughafen, seitdem liegt der Flughafen und das Gelände im Dornröschenschlaf.
In letzter Zeit hat sich einiges getan. Seit dem September 2024 ist jetzt die Tegel Projekt GmbH Eigentümerin er Flächen, auf denen die Urban Tech Republic wachsen soll. Der Kaufvertrag zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und der Tegel Projekt GmbH wurde im November 2022 unterzeichnet, jetzt ist der Kauf der 1,35 Millionen Quadratmeter Fläche offiziell.
Auf dem Gelände will man die Stadt der Zukunft neu denken. Ein Ausgangspunkt dafür ist die Urban Tech Republic. Auf 20 Hektar sollen Forschung, Technologie und Innovationen Platz finden. Schwerpunkt soll die Erforschung grüner, sozialer, urbaner Technologien sein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Mobilität, Energie, Werkstoffe, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Recycling und Wasser. Insgesamt sollen bis zu 20.000 Arbeitsplätze entstehen.
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Man will auf dem Gelände den Austausch und die Zusammenarbeit der Unternehmen miteinander besonders stark fördern. 30 Start Ups haben sich in Werkstätten und Büros der Urban Tech Republic schon angesiedelt, einige Möglichkeiten für Neuankömmlinge sind noch verfügbar. Viel wird aber noch umgebaut, wie das ehemalige Terminal D, welches bis 2030 zu einem Technologiezentrum werden soll. Bis dahin steht es für Zwischennutzungen offen.

Im Kern des ehemaligen Flughafens soll der Campus TXL entstehen. Die Berliner Hochschule für Technik, die dringend auf Erweiterungen ihrer Flächen angewiesen ist, soll sich im Herzen der Urban Tech Republic ansiedeln. Im Hexagon-Terminalgebäude sollen die Studierenden in ferner Zukunft lernen und forschen. Der neue Standort soll Bereiche und Labore für erneuerbare Energien, E-Mobility und Pflanzenforschung bieten.
Aktuell ist der geplante Umzug der BHT nach Tegel in Gefahr. Berlins Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra konnte Ende September im Berliner Abgeordnetenhaus den Finanzierungsplan nicht mehr garantieren. Grund sei die schwierige, finanzielle Lage und die zwingen nötigen Einsparungen im Landeshaushalt. Ursprünglich war der Einzug der Hochschule für 2028 geplant.
Mit dem Schumacher Quartier soll eins der neuesten und nachhaltigsten Wohnquartiere Berlins entstehen. Über 5000 Wohnungen sollen Wohnraum für mehr als 10.000 Menschen bieten. Das Quartier soll dabei ein nachhaltiges und sozial gemischtes Areal werden. Geförderte Mieten solle 35 bis 40 % des Bestands ausmachen. Weiterhin sollen zwei große Parks und ein Bildungscampus entstehen. Das Gelände soll klimaresistent und autoarm entwickelt werden.
Die Wohnungen auf dem Schumacher Quartier sollen dabei in klimafreundlicher Holzbauweise entstehen. Zum Jahresbeginn 2024 erschien eine Studie, in der sechs verschiedene Arten der Baukonstruktion miteinander verglichen wurden. Wichtig waren dabei die CO₂-Emissionen und - Bindung. Ein Ergebnis: bei einer Bauphase von 10 Jahren könnte die Hälfte der geplanten Wohnungen sogar mit Holz aus den Berliner Forsten errichtet werden.

Hier erfahrt ihr wie soziales, ökologisches und selbstverwaltetes Wohnen funktioniert. Ein Modellversuch von B&O und WOGENO macht es vor!
Mit dem Ziel, “neue Zeichen zu setzen” gründete sich 1993 in München die WOGENO. Man bezeichnet sich selbst als Genossenschaft für soziales, ökologisches und selbstverwaltetes Wohnen - drei Werte, an denen man sich bei der Stadt- und Nachbarschaftsentwicklung sowie dem Quartiersbau orientieren will.
Ein dreigeschossiges Holzhaus auf dem B&O Bau ForschungsQuartier der B&O Gruppe in Bad Aibling verkörpert diese Werte. Es wurde 2022 errichtet und fertiggestellt. Das Haus umfasst 22 Wohnungen und ein Gästeappartment und einen Gemeinschaftsraum. Im Erdgeschoss gibt es sechs Wohnungen, auf den Obergeschossen befinden sich acht Wohnungen. Die Wohnungen kommen in Familiengröße mit 120 Quadratmetern oder als klassische Single-Apartments mit 54 Quadratmeter Grundfläche, zusätzlich verfügt jede Wohnung über einen Balkon.

Das WOGENO-Haus ist mit seinem Bau dabei eine Fortsetzung der Forschungshäuser 1 -3, an denen der Verbund “Einfach Bauen” im Schulterschluss mit der B&O Gruppe zeigen wollte, dass es möglich ist, einfach und einfacher zu bauen. Geplant wurde das Projekt durch Florian Nagler Architekten, Ausschreibung und Bauleitung wurden durch die B&O Gruppe geleistet.
“Beim einfach Bauen geht es darum, dass wir versuchen, weniger Technik in die Häuser einzubauen, weil die Erfahrung einfach ist, dass je komplizierter die Technik im Haus ist, umso weniger werden die Ziele, die einem da versprochen werden, was Energieverbrauch und so weiter anbelangt, eingehalten” erklärt der ausführende Architekt Florian Nagler in einem Kurzfilm über den Bau des Holzhauses.

Im konkreten Fall bedeutete das, dass Versorgungsleitungen Aufputz verlegt werden. Das ermöglicht eine einfachere Wartung und Reparatur im Lebenszyklus des Gebäudes. Außerdem entfällt das zeit- und arbeitsaufwändige Fräsen von Mauerschlitzen. Auch die Holzwand des Gebäudes bleibt von der Rauminnenseite aus intakt. Die Massivholzwand verfügt über Luftschlitze im Inneren und hat dadurch einen sehr guten, geringen U-Wert.
Je geringer dieser Wert ist, desto weniger Wärme kann durch die Wand entweichen. Während das in unmittelbarer Nähe stehende Forschungshaus aus Holz eine Wandstärke von 39 Zentimetern besitzt, konnte die Wandstärke des WOGENO-Hauses auf 26 Zentimeter reduziert werden. Das bedeutet auch einen Zugewinn an Wohnfläche, der sich in diesem Beispiel auf 55 Quadratmeter beläuft - eine kleine Wohnung.
Die Holzwandkonstruktion erspart so zudem zusätzliche Dämmung wie Mineralwolle oder Styropor mit dazugehörigen Klebstoffen. An der Außenwand befindet sich lediglich eine Holzschalung. Den Einsatz von Stahlbeton hat man auf ein Minimum reduziert, ganz ohne ging es dennoch nicht. Die sogenannten Erschließungskerne, zwei Treppenhäuser im Gebäude, bestehen aus dem Material. Jede Wohnung grenzt an eine Rückwand der Treppenhäuser, deren Beton gleichzeitig als thermische Speichermasse dient.

Vom einfachen Bauen profitieren letzten Endes nicht nur die Bewohner, sondern die an Bau und Planung beteiligten Gewerke. “Mir macht es total Spaß, dieses entkomplizierte Bauen, weil wir sparen uns da auch extrem viel Aufwand in der Planung und können uns eigentlich wieder auf die wesentlichen Aufgaben des Architekten konzentrieren: schöne Räume bauen mit einer vernünftigen Konstruktion,” verriet Architekt Florian Nagler damals in einem Interview auf der Baustelle.
In den Fragen, die Nagler stellt, dürfte klar werden, wieso gerade die Münchner Genossenschaft WOGENO sich für die Bauherrschaft dieses Hauses entschieden hat, welches noch Pionierarbeit leistet: “Wie können wir einfach und mit wenig Aufwand Wohnraum zur Verfügung stellen? Das ist eine der wichtigsten Aufgaben, die wir zurzeit haben: zu angemessenen Preisen Wohnungen zu realisieren.”

Das Haus bot dabei die willkommene Gelegenheit, die Erfahrungen aus den experimentellen Forschungshäusern 1 bis 3 in einem Beispiel, das wohnungswirtschaftliche Anforderungen erfüllt, umsetzen zu können. Die Architekten haben die Kosten der Bruttogrundfläche pro Quadratmeter auf 1.625 € beziffert, das Haus verfügt über eine gesamte Bruttogrundfläche von 2.364 Quadratmeter.
Auch das WOGENO-Haus lieferte den Planern, Architekten und auch Anwohnern einige Lehren. Nach einem Jahr entschied man sich dazu, die Technikräume inklusive der Rohre und Leitungen besser zu isolieren. Die Geräuschbelastungen waren in einigen Wohnungen zu hoch. Dennoch reiht sich das Objekt in eine erfolgreiche Reihe von Testhäusern ein, die versuchen, dem einfachen Bauen auf den Grund zu gehen. Auf dem B&O Bau ForschungsQuartier entstehen aktuell weitere Forschungshäuser, in denen die kombinierten Erkenntnisse der ersten Pilotprojekte stecken.

In den frühen Morgenstunden des 11. Septembers brach in diesem Jahr die Dresdner Carolabrücke zusammen. Wie durch ein Wunder kamen keine Menschen zu Schaden. Normalerweise verkehren auf dem abgestürzten Teil Straßenbahnen. Das Unglück wirft Licht auf Deutschlands marode Infrastruktur.
Es sind Videos und Bilder, wie man sie sonst vielleicht aus Kriegsgebieten kennt: mitten in der Nacht stürzt eine Brücke zusammen. Zwei Fernwärmeleitungen reißen, Wasserdampf strömt aus. Es ist dem Zufall zu verdanken, dass sich das Unglück in der Nacht ereignete, und nicht tagsüber eine voll besetzte Straßenbahn in die Tiefe gerissen wurde.
In Dresden hat der Teileinsturz für Entsetzen gesorgt, man ist sich bewusst, wie knapp man einer Tragödie vorbeischrammte. Innerhalb von 47 Stunden wurde ein großes Stück der zerstörten Brücke abgetragen. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert lobte die Schnelligkeit bei diesem Vorgehen und dankte Feuerwehr, THW und Bundeswehr sowie “letztlich jedem Baggerführer und jedem LKW-Fahrer der Centro Umwelttechnik und Logistik GmbH und deren Partnerunternehmen. Diese gemeinsame Leistung lässt zuversichtlich sein, dass wir auch die nächsten Herausforderungen meistern,” so Hilbert.
Aktuell verhindert die angespannte Hochwassersituation ein weiteres abtragen der restlichen Teile des Brückenzuges C. Weite Teil Polens und Tschechien sehen sich aktuell mit katastrophalen Hochwasser konfrontiert, die bereits Menschenleben forderten. Der Scheitel des Hochwassers in der Elbe wird dabei am Mittwoch, den 17.09 in der sächsischen Hauptstadt erwartet. Am Morgen wurde Alarmstufe 3 überschritten. Anwohner Dresdens müssen sich auf Überschwemmungen von bebauten Flächen, Straßen und Schienen einstellen.
Der eingestürzte Teil gehörte zum Brückenzug C, die Brückenzüge A und B stehen aktuell. An diesen Zügen wurden Messungen und Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse aktuell noch ausstehen. Das THW hat aus dem zerstörten Brückenzug C einige Teile zur Untersuchung herausgesägt und geborgen, außerdem wurden Betonproben entnommen. Weitere Untersuchungen können aktuell erst vorgenommen werden, wenn sich die Hochwassersituation beruhigt hat.
Gesperrt sind im Moment die restlichen Züge der Carolabrücke, der Uferbereich sowie der Elberadweg auf beiden Seiten. Autos müssen eine Umleitung über eine andere Brücke nehmen. Als Hauptverkehrsader ist die Carolabrücke ein wichtiger Baustein des Verkehrskonzeptes in der Stadt. Umleitungsrouten müssen den Ausweichverkehr jetzt auffangen.
Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost warnt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB), vor dem “alarmierenden” Zustand der deutschen Infrastruktur. Er beklagt einen Sanierungsstau von 372 Milliarden Euro. Dass der auch hausgemacht ist, steht für ihn außer Frage. “Die marode Infrastruktur in diesem Land ist Teilergebnis eine Politikversagens (mit einigen Ausnahmen),” teilte er auf LinkedIn mit.
Wichtig sei, dass man nicht wieder in die Normalität zurückkehre und das Problem der kaputtgesparten Infrastruktur ignoriere. Der aktuelle Zustand gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt, das Wirtschaftswachstum und auch die Rolle Deutschlands als Transitland in Europa, teilte Müller auf LinkedIn mit. Als Hauptverband der Deutschen Bauindustrie werde man daher nicht aufhören, das Problem zu benennen.
Dabei hatte die Ampelkoalition für 2026 eine Mittelerhöhung für den Ausbau wichtiger Infrastruktur wie Brücken und Autobahnen angekündigt (Artikel: https://www.digitalwerk.io/hot-topics/hot-topics-post/brucken-bahn-und-autobahn-zur-lage-deutscher-infrastrukturprojekte). Hier herrscht also kein Erkenntnisproblem, sondern auch ein Umsetzungsproblem.
Ähnlich drastische Worte findet auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe. In einer Pressemitteilung appelliert dieser an die Politik, “die Instandhaltung unserer Infrastruktur nicht zu unterschätzen. Nur durch frühzeitige und umfassende Investitionen können wir die Sicherheit und Funktionalität unserer Bauwerke langfristig garantieren,” teilte man mir. Zudem brauche man eine 10- bis 20-Jahres Perspektive, um Personal und Geräte aufbauen zu können.
Quellen:

Bereits 1927 konnte man in New York wohnen wie im Hotel - ganz sprichwörtlich. The Sherry Netherland Hotel bot damals 165 Luxusapartments zum Kauf an und prägte so das Konzept der “Brand Residences”. Auch heute noch bietet das Modell den Superreichen die Nähe zu ihrer Lieblingsmarke. Ein kleiner Blick in die Geschichte - und die Zukunft.
Zu seiner Eröffnung im Jahr 1927 bot das ‘The Sherry-Netherland’ genannte Hotel eine ganz besondere Möglichkeit: 165 Apartments wurden zum Kauf angeboten. Man bekam also die einzigartige Möglichkeit, permanenter Bewohner eines Hotels zu werden - mit allen Vorteilen, die dazu gehörten, wie zum Beispiel einem Concierge. Solche Apartments werden heutzutage häufig in New York angeboten.
Bei seiner Eröffnung 1927 war ‘The Sherry-Netherland’ an der 781 Fifth Avenue und der Ecke der East 59th Street das höchste Gebäude der Stadt. Heute befindet es sich im historischen Upper East Side District. Da die Mehrzahl der Apartments in privater Hand ist, gibt es nur 50 Hotelzimmer, die aktuell ab 899 Dollar pro Nacht zu haben sind.
Das Four Seasons Boston startete mit seiner Eröffnung 1985 aber einen Boom der Branded Residences. Heute bietet die internationale Hotelkette in mehr als 20 Städten weltweit die Möglichkeit, in Privatresidenzen zu leben und diese zu erwerben. Die Städte erstrecken sich von Montréal über Miami bis nach Costa Rica, Madrid, Mauritius und die Seychellen, China und den Vietnam.
Am Rand der Casinostadt Las Vegas entsteht aktuell ein reines Projekt der Four-Seasons Hotelgruppe - für Privatresidenzen ohne Hotelzimmer. Die 171 Luxusapartments haben zwischen 2 und 4 Schlafzimmern und einen Blick auf den berühmten “Strip” der Stadt, die niemals schläft. Beworben werden die Wohnungen, die mit 4 Schlafzimmern ab 5,6 Millionen US-Dollar Kaufpreis starten, mit den Vorteilen eines Four-Season-Aufenthaltes: Concierge, Zimmerservice, Restaurant, private Dinnermöglichkeiten und Tiefgaragen.
Zielgruppe sind natürlich die Einkommensstärksten. Dass das Konzept aus wirtschaftlicher Sicht erfolgversprechend ist, dürfte ein offenes Geheimnis sein. Am 05. September teilte die Four-Seasons-Gruppe mit, dass 52 % aller Wohnungen im neuen Privatresidenzprojekt in Las Vegas verkauft sind - und dass die Verkäufe bislang über 500 Millionen US-Dollar erlösten. Ein gutes Zeichen für die Projektentwickler, da die Fertigstellung noch aussteht.
Auch der deutsche Autobauer Mercedes-Benz versucht sich jetzt an einem Real Estate Projekt in Dubai. Zusammen mit dem Projektentwickler Binghatti soll unter dem Namen ‘Mercedes-Benz Places | Binghatti’ ein 341 Meter hoher Wolkenkratzer mit 65 Stockwerken und Luxusapartments entstehen. "Mit dem Start von Mercedes-Benz Places in Dubai betreten wir Neuland, indem wir die Welt von Mercedes-Benz nahtlos in die Lebenswelten unserer Kunden und Interessenten integrieren", sagte Eva Wiese, Leiterin Mercedes-Benz Customer Solutions, dem Portal mercedes-fans.de über das Projekt.
Ziel aller Branded Residence-Projekte dürfte dabei sein, Kunden und Fans noch enger an die Marke zu binden. Dass dabei Luxus und Komfort im Fokus stehen, dürfte bei den Preisen für Apartments in solchen Objekten selbstverständlich sein. Für das Luxus-Hochhaus-Projekt in Dubai kann man aktuell sein Kaufinteresse online vermerken, konkrete Preise wurden noch nicht kommuniziert.
Die Vorteile von solchen Leuchtturmprojekten liegen natürlich in der Strahlkraft, der Markenwirkung. Als klassischer, weltweit erfolgreicher und gerade in den Vereinigten Arabischen Emiraten angesehener Autobauer dürfte Mercedes-Benz mit dem Eintritt in den Real Estate Sektor einen Nerv treffen. Für Projektentwickler wie Binghatti bietet die Partnerschaft mit Mercedes-Benz eine Art von Prestige, die der Bau eines simplen Wolkenkratzers mit Luxusapartments wohl kaum liefern könnte.
Dennoch richten sich Branded Residences fast ausschließlich an einkommensstarke Personen und tragen wenig bis gar nichts zu nachhaltiger Stadtentwicklung und der Beseitigung von Wohnraummangel bei. Das sollte aber vielleicht auch gar nicht der Anspruch an solche Projekte sein. Dass beim Bau und im laufenden Betrieb aber so gut es geht auf Nachhaltigkeit geachtet wird, dürfte eine Forderung sein, der sich auch die zukünftigen Bewohner anschließen könnten.

Um der Vision des einfachen Bauens näherzukommen, wurden drei Forschungsprojekte aufgesetzt, die von der B&O Gruppe unterstützt wurden. Mehr erfahrt ihr hier!
Wer über das B&O Bau ForschungsQuartier der B&O Gruppe in Bad Aibling läuft, wird früher oder später auf vier (bald fünf) Häuser treffen, die sich sehr ähneln. Ins Auge fallen sofort die Rundbogenfenster des Leichtbetonhauses, die in Deutschland heutzutage ein eher seltener Anblick sind. Der Grund für diese Bogenkonstruktion, die schon die alten Römer bauten, ist jedoch ein entscheidender, den wir an späterer Stelle verraten.
Trotz ihrer Gleichheit unterscheiden sich die ersten drei Forschungshäuser enorm. Sie wurden, wie der Name verrät, zu Forschungszwecken aus den unterschiedlichen Materialien Massivholz, Dämmziegeln und Leichtbeton errichtet.
Hinter diesem Projekt stand der Wunsch des Architekten Prof. Florian Nagler, einfacher zu bauen. An der Technischen Universität München (TUM) gründete sich im Jahr 2012 der gleichnamige Verbund “Einfach Bauen”. Darin vereinten sich Architekten und Ingenieure, die den Sinn der stetig steigenden Komplexität von Bauten und Gebäudetechniken infrage stellten. Unzählige Normen, Regularien und Anforderungen an Brand- und Schallschutz oder Standsicherheit haben die Schwierigkeit des Bauens enorm erhöht.
Die Folgen dieser Komplexität beschreibt der Verbund in seiner Selbstvorstellung recht knapp. Man sehe eine “hohe Fehlerquote in Planung und Ausführung sowie eine Überforderung von Bauherren und Nutzern.” Im Verbund will man neue Impulse in der Bauwirtschaft setzen und Komplexität reduzieren - sprich “Einfach Bauen”. Die Strategie verfolgt dabei folgende Ziele:
Um der Vision des einfachen Bauens näherzukommen, wurden drei Forschungsprojekte aufgesetzt, die von der B&O Gruppe unterstützt wurden. Das Forschungsprojekt “Einfach Bauen 1: Ganzheitliche Strategien für energieeffizientes, einfaches Bauen – Untersuchung der Wechselwirkung von Raum, Technik, Material und Konstruktion” hat erforscht, wie man Gebäude einfach und robust baut. Gleichzeitig wurden diese bezüglich Umweltwirkung und Lebenszykluskosten und auch mit Blick auf das Nutzerverhalten mit üblich gebauten und in Niedrigenergiebauweise errichteten Gebäuden verglichen.
Eine große Frage, die alle drei mittlerweile abgeschlossenen Forschungsprojekte gemein haben - insbesondere das Zweite, welches sich mit der Errichtung der drei Forschungshäuser beschäftigte, lautet: Kann ein Bauunternehmen und die Gesellschaft das Bauen neu lernen?
Die Hypothese lautete: “Wohngebäude mit hochwertiger und gleichzeitig suffizienter Architektur, robuster Baukonstruktion und reduzierter Gebäudetechnik sind - über einen Lebenszeitraum von 100 Jahren - bei besserer Aufenthaltsqualität sowohl üblichen Standardwohngebäuden als auch aktuellen Passivhäusern hinsichtlich Ökobilanz und Lebenszykluskosten überlegen.”

Eine Erkenntnis: Es gibt kein Standardrezept für das “einfache” Bauen. Sämtliche äußeren Bedingungen am Errichtungsort müssen in die Betrachtungen und Planungen einfließen. Weiterhin kam man zu der Erkenntnis, dass urbane Bauformen, die häufig mehrgeschossig und kompakt sind, natürlich Hüllfläche sparen. Das spart wiederum Energie bei der Produktion ebendieser Hüllflächen und im Gebäudebetrieb.
Ein zu hoher Glasanteil wäre für ein Gebäude ebenfalls nicht zuträglich. Stattdessen sollte der Anteil so bemessen sein, dass der Einfall von Tageslicht, der solare Eintrag und Wärmeverluste in einem ausgewogenen Verhältnis miteinander stehen. Somit lässt sich Sonnenschutz oder sogar “unsinniges Sonnenschutzglas” vermeiden, lautet das Fazit der Forscher. Auch eine bessere Dämmung als der Standard sei ökologisch und ökonomisch nicht sinnvoll und schaffe kaum weitere Energieeinsparungen.
Ein weiteres Ergebnis lautet, dass der Faktor Mensch ein nicht zu unterschätzendes Erschwernis im effizienten Gebäudebetrieb darstellen kann. Falsches Lüften kann sich negativ auf die Energiebilanz des Gebäudes im Nutzungszeitraum auswirken. Daher sind gründliche und effiziente Aufklärungsarbeit der späteren Bewohner essenziell. Gleichzeitig sollten beispielsweise Lüftungsanlagen ausreichend robust sein, um mit Fehlverhalten der Nutzer umgehen zu können.
Zuletzt sollten Gebäude mit Blick auf mögliche Veränderungen geplant und gebaut werden. Grundrissstrukturen, die flexibel sind, machen Nutzungswechsel im Nachgang leichter. Eine Trennung der Baukonstruktion und der Haustechnik ermöglicht eine leichtere Ersetzung der Techniksysteme, die irgendwann veralten. Alle Bauteile sollten so zusammengefügt werden, dass sie auch wieder lösbar sind. Reparaturen und Renovierungen werden so einfacher und unter Umständen auch durch handwerklich begabte Bewohner möglich.
Im Forschungsprojekt “Einfach Bauen 1” wurde ein multifunktional nutzbarer Basis-Raum definiert, der eine 18 Quadratmeter große Grundfläche besitzt. Für diesen Raum wurde von einem idealen Nutz- und Heizverhalten ausgegangen. In einer nachfolgenden Simulation wurden die Parameter Raumhöhe, Raumtiefe, Fenstergröße, Glasart, Dicke der Außenwand, Himmelsrichtung und Bauweise variiert. Es kamen 2603 Raumvarianten heraus, die thermisch simuliert wurden.
Überraschenderweise schnitt ein Raum, wie man ihn beispielsweise in Altbauten aus der Gründerzeit finden kann, am besten ab.
Das Forschungsprojekt “Einfach Bauen 2” schloss sich an. Der lange Name lautet „Einfach Bauen 2 – Planen-Bauen-Messen: Anwendung integraler Strategien für energieeffizientes, einfaches Bauen mit Holz, Leichtbeton und hoch wärmedämmendem Mauerwerk in Pilotprojekten anhand der Ergebnisse aus Einfach Bauen 1” und bringt das Ziel direkt auf den Punkt. Man identifizierte die üblichen Baumaterialien aus dem Wohnungsbau und errichtete mit Unterstützung der B&O Gruppe auf dem firmeneigenen B&O Bau ForschungsQuartier drei Forschungshäuser aus Holz, Leichtbeton und Mauerwerk.

Die Errichtung der dreigeschossigen Wohnhäuser aus Holz und Mauerwerk wurde durch die B&O Bau Bayern GmbH durchgeführt und dauerte laut Abschlussbericht vier Monate. Beim Bau aller Häuser wurden die im ersten Forschungsprojekt erarbeiteten Strategien konkret angewendet und getestet. Laut Fazit des Forschungsprojektes 2 ist das Konzept “Einfach Bauen” verständlich und gut anwendbar. Es konnte jedoch nicht bestätigt werden, dass die Kosten durch “einfache Bauweisen” im Vergleich zu konventionellen Gebäuden und Passivhäusern niedriger sind.
Beim Bauen selbst bedeutete “Einfach bauen” ein möglichst schichtenarmer Aufbau. Am Betonhaus verzichtete man auf konventionellen Stahlbeton plus einer Dämmschicht und entschied sich direkt für Dämmbeton. Beim Holzhaus ist eine einschalige Außenwand vorhanden - ähnlich wie bei einem alten Bauernhaus. Die Wand selbst verfügt aber über Luftkammern in den Innenschichten, die für eine bessere Dämmung sorgen. Das Gebäude aus Mauerwerk besteht aus wärmedämmenden Hochlochziegeln, die quasi nur aus Ton und Luft gemacht sind.
Auch die eingangs erwähnten Rundbogenfenster haben einen ganz praktischen Grund. Um auf zusätzliche Elemente wie Stahl im Beton zu verzichten, entschied man sich bei der Überbrückung der Fenster für eine Bogenkonstruktion. Die leitet die Druckkräfte direkt in die Außenwand aus Dämmbeton. Eine ähnliche Fensterform ist im Mauerwerkshaus zu beobachten. Nur Holz als linearer Baustoff kann relativ einfach einen horizontalen Fenstersturz produzieren.
Aktuell sind alle drei Wohnhäuser von Mietern bewohnt. Das war essenzielle Voraussetzung für das Forschungsprojekt „Einfach Bauen 3 – Messen, Validieren, Rückkoppeln“. Anhand von Messungen und Befragungen der Bewohner wurde die Performance der Gebäude untersucht. Die Untersuchungen teilten sich auf drei Bereiche. Die Außenwände aus Leichtbeton, Mauerwerk und Massivholz wurden auf ihre Dämmwirkung und Gebrauchstauglichkeit untersucht. Weiterhin wurde der Energieverbrauch und thermische Komfort der Häuser erprobt. Zuletzt ordnete man die gemessenen Werte des thermischen Komforts durch Befragungen der Bewohner ein.

Im Ergebnis wurde bei allen drei Gebäudevarianten eine Austrocknung der Wände festgestellt. Die gemessenen Wärmestromwerte unterschieden sich dabei von denen, die die Hersteller angaben. Die Wissenschaftler vermerken hier weiteren Forschungsbedarf. Nach Auswertung der Messungen des Raumklimas wurden die Simulationsannahmen bestätigt. Eine Überhitzung im Sommer findet aufgrund der thermischen Trägheit der Bauteile tendenziell nicht statt. Die Raumluftfeuchte wurde durch Wände und Decken passiv reguliert.
Auch die gemessenen Energieverbräuche lagen unter den nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) berechneten Werte. Bei den Bewohnerbefragungen im Winter und Sommer war das Bild differenzierter. Einheitlich war die positive Einschätzung der Raumhöhe von 3,1 Metern. Bei den gewünschten Raumtemperaturen im Winter lagen die Werte allerdings zwischen 18 und 26 Grad.
Für den ausführenden Architekten Prof. Florian Nagler war die Zusammenarbeit mit der B&O Gruppe bei der Errichtung der ersten drei Forschungshäuser ein voller Erfolg und “eine sensationelle Gelegenheit,” wie er im DIGITALWERK-Interview verriet: “Dass man einen Bauherren hat, der das Grundstück zur Verfügung stellt, der einen für die Leistung bezahlt und der die Häuser finanziert - und der dann noch bereit ist, alles, was wir uns in der Forschung überlegt haben, eins zu eins in die Realität umzusetzen und es dann hinterher zu überprüfen. Das gibt es nicht so oft, deswegen sind wir total froh und dankbar, dass wir hier arbeiten dürfen.”

Mit den Erfahrungen der ersten drei Forschungshäuser sind drei weitere geplant, von denen eins bereits errichtet wurde. Dieses vierte Forschungshaus hat Halbholzwände und Lehmziegel und soll ein klimaneutrales Wohnhaus werden. Bei den neuen Forschungshäusern ist weiterhin das Ziel, auf den Einsatz von Beton wo möglich zu verzichten. Die Auswirkungen auf die Umwelt durch Bauwerk und Gebäudetechnik sollen auf ein Minimum reduziert werden. Verschiedene Holzkonstruktionen der Außenwände und Decken treffen dabei mit Innenwänden aus Lehmstein, Stampflehm und Recyclingziegeln zusammen, die gleichzeitig als tragende Wände und thermische Speichermassen dienen.
Die Errichtung zweier weiterer Forschungshäuser auf dem B&O Bau ForschungsQuartier beweist, dass Innovation bei der B&O Gruppe auch in Zukunft großgeschrieben wird.

Der Wohnungsmangel in Deutschland hält an, auch das Wohnungsziel der Bundesregierung scheint unerreichbar. Bundesbauministerin Klara Geywitz brachte jetzt den Rückzug aufs Land ins Gespräch. Dort stehen knapp zwei Millionen Wohnungen leer - Wohnraum, der Potenzial besitzt. Um das zu heben, braucht es aber vielerorts Investitionen.
Die Wohnungsnot in Deutschland ist akut. Eine Studie zur Wohnungsnot in Deutschland der Hans Böckler Stiftung kam im Dezember 2023 zu dem Ergebnis, dass in deutschen Großstädten fast zwei Millionen günstige Wohnungen fehlen. Der Bedarf an günstigen, kleinen Wohnungen unter 45 Quadratmeter für Einpersonenhaushalte ist dabei mit 1,4 Millionen am größten. Am größten ist die Lücke erwartungsgemäß in den Großstädten Berlin, Hamburg und Köln.
Ein selbst gestecktes und durchaus optimistisches Ziel der Bundesregierung gegen den Wohnraummangel ist nach wie vor der Bau von 400.000 Wohnungen pro Jahr - ein Ziel, von welchem Deutschland weit entfernt ist. Im vergangenen Jahr wurden 294.400 Wohnungen gebaut, die Zahl hat sich seit 2021 kaum verändert. Beachtet werden muss aber auch die lange Vorlaufzeit durch Planung und Bau. Waren Experten in der nahen Vergangenheit wenig optimistisch über steigende Baukosten und Zinsen, könnte der Tiefpunkt mittlerweile überwunden sein. Darauf deuten die leicht gestiegenen Preise für Wohnimmobilien hin.
Eine Lösung gegen den Wohnraummangel brachte Bundesbauministern Klara Geywitz vor kurzem selbst ein. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung versprach Geywitz eine Entschlackung der Baugesetze und prognostizierte, dass die Branche im nächsten Jahr wachsen werde. Sie führte weiterhin an, dass aktuell in Deutschland fast 2 Millionen Wohnungen leer stehen. Das steht in krassem Gegensatz zum fehlenden Wohnraum in Großstädten und Metropolen.
Gemeinsam „mit der Wissenschaft und anderen Ressorts“ sucht Geywitz nach eigenen Angaben aktuell nach Wegen, um diesen Leerstand zu nutzen. Kleine und mittelgroße Städte hätten viel Potenzial, da es auch dort Kitas, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte gäbe, so Geywitz. Dennoch liegen die Nachteile ländlicher Regionen auf der Hand. Dass es einen guten Nahverkehr mit Bus und Bahn geben muss, um Menschen aufs Land zu locken, streitet auch Geywitz nicht ab.
Weiterhin setzt sie auf Digitalisierung und neue Arbeitsformen wie Co-Working. Vielerorts mangelt es dabei aber noch an entsprechender Infrastruktur. Modellkommunen, die sowas umsetzen, werden durch die Bundesregierung bereits unterstützt. Was die Corona-Krise der vergangenen Jahre gezeigt hat, ist, dass Digitalisierung und die Möglichkeit des Homeoffices für viele Menschen dennoch eine vielversprechende Alternative bieten. Für den November hat Geywitz ein Maßnahmenbündel angekündigt, eine konkrete Strategie, um den aktuellen Leerstand zu nutzen.
Welche Maßnahmen diesbezüglich fruchten können, erforschte ein Paper (https://www.berlin-institut.org/fileadmin/Redaktion/Publikationen/Neu_im_Dorf_online.pdf) des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung mit dem Titel „Neu im Dorf: Wie der Zuzug das Leben auf dem Land verändert“ im Jahr 2023. Ein zukunftsorientierter Zuzug auf das Land muss Hand in Hand mit einer effektiven und bedarfsorientierten Stadtplanung einhergehen.
Hierzu braucht es laut Forschern sehr präzise Datengrundlagen, die nicht nur von den Statistischen Landesämtern, sondern auch von den Einwohnermeldeämtern vor Ort kommen müssen. Kommunen, Verwaltungseinheiten und Bürgermeister untereinander können vom gegenseitigen Austausch profitieren.
Weiterhin wird Klara Geywitz im November auch finanzielle Förderungen präsentieren müssen, die es kleineren Gemeinden ermöglichen, sich mit zielgerichteten Investitionen zukunftssicher aufzustellen. Die Forscher fanden heraus, dass viele gute Ideen häufig an Förderungen scheitern, weil auch die administrativen Hürden bei der Beantragung zu hoch sind.
Als ganz organische Hürde beim Umzug von der Stadt aufs Land identifizierten die Forscher auch die recht unterschiedlichen Lebenswelten. Das kleinere, familiäre Umfeld auf dem Dorf, geprägt vom Vereinsleben und dem unverbindlichen Austausch im Supermarkt, auf Festen und an Gartenzäunen kann für Städter mitunter befremdlich wirken. Eine generelle Verschlossenheit von Dorfbewohnern gegenüber Zugezogenen konnten die Forscher auf Ihren Reisen jedoch nicht feststellen.
Fest steht, dass ländliche Räume und dortige Leerstände von Wohnraum definitiv ein Potenzial für die Lösung der anhaltenden Wohnraumnot darstellen. Aus diesem Grund allein zieht aber niemand aus der Stadt heraus. Es braucht attraktive Lebensbedingungen auf dem Land, dazu gehören eine gute Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr, selbstverständlich auch ein Internetanschluss und ein erfüllendes Angebot an Freizeit und Kultur.
Ob dieser Wandel gelingen wird, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Dass die Politik den Kommunen aber unter die Arme greifen muss, scheint klar. Wie weit das Maßnahmenpaket vom Bauministerium im November gehen wird, bleibt abzuwarten. Dass das Dorf in Zukunft aber ein bisschen mehr Stadt werden muss, scheint sicher. Ob das umgekehrt auch gilt?

Unser neuster Artikel handelt von der Bedeutung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Bauabfälle, die bisher oft nicht ausreichend recycelt werden, sollen künftig durch innovative Ansätze wie Urban Mining und kreislauffähige Materialien besser wiederverwertet werden. Ziel ist es, Abfälle zu minimieren und Ressourcen effizienter zu nutzen.
Die Antwort auf die Frage, warum wir heute noch bauen, ist relativ einfach: Weil wir alle leben und irgendwo wohnen müssen. Wohnen ist also ein menschliches Grundbedürfnis, bauen die logische Konsequenz daraus. Der Bedarf nach Wohnraum ist immer aktuell, solange Familien Nachwuchs erwarten, Paare zusammenziehen, und Menschen durch Migration oder Zuzug neu zu uns kommen. Dem drängenden Wohnraummangel hierzulande hat die Bundesregierung ein ambitioniertes Neubauziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr entgegengesetzt, mit deren Umsetzung die deutsche Baubranche gut beschäftigt ist.
Die Aufmerksamkeit auf dem Thema Bauen hat in der Vergangenheit stets die Frage neu aufgeworfen, wie wir eigentlich bauen wollen - oder bauen sollten, um unseren Ansprüchen an Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Bestrebungen für mehr Nachhaltigkeit haben natürlich das Ziel, nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen, die weiterhin genügend Ressourcen bereithält. Nachhaltiges Bauen wird nur mit einer effektiven Kreislaufwirtschaft - auch Circular Economy - gelingen, die möglichst wenig unverwertbare Abfälle und CO₂ produziert. Leider ist der nachhaltigste Weg nicht immer der günstigste, weil es noch zu viele günstigere Alternativen gibt, die nicht nachhaltig sind.
Billige und illegale Entsorgung von Schutt und Abfällen stehen nicht selten im Wettbewerb mit einer effektiven Kreislaufwirtschaft. Dazu kommt auch, dass für eine Wiederverwendung von Produkten in der Vergangenheit und teilweise bis heute schlicht keine Notwendigkeit gesehen wurde, solange Rohstoffe, Ressourcen und neue Produkte dem Anschein nach im Überfluss und unbegrenzt verfügbar waren. Die Erkenntnis, dass das nicht so ist und wir auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen leben, ist heutzutage daher von umso drängender Wichtigkeit. Ein nachhaltiger Ressourcenverbrauch bedeutet auch: Ressourcen sparen.

2023 wurde der 13. Monitoring-Bericht der Bauwirtschaft zum Aufkommen und zum Verbleib mineralischer Bauabfälle im Jahr 2020 veröffentlicht. Demnach waren 2020 mineralische Bauabfälle in Deutschland mit 220,6 Millionen Tonnen die mengenmäßig größte Abfallgruppe. Davon waren 129,2 Millionen Tonnen Boden und Steine (Bodenaushub, Baggergut und Gleisschotter). Ganze 85,7 % davon wurden direkt wieder verwertet, für die Verfüllung oder den Deponiebau. In diesem Fall ist das ein Downcycling, da grundsätzlich eine gleich- oder höherwertige (Upcycling) Verwendung der recycelten Materialien das Ziel ist. Der Rest der Bauabfälle bestand aus Baustellenabfällen, Bauabfällen auf Gipsbasis, Bauschutt und Straßenaufbruch, wovon 90 % verwertet wurden.
Gute 40 % der Abfälle auf Gipsbasis hingegen landeten auf Deponien. Die Deponie ist dabei aus kreislaufwirtschaftlicher Sicht eine Endstation, da dortige Abfälle in der Regel nicht mehr verwertet werden. Wie effektives Recycling von Gips aussehen kann, stellen wir in einem nächsten Beitrag vor. Im Vergleich zu 2016 nahm die Menge an Bauabfall zu, die Verwertungsrate änderte sich aber nur wenig.

Neben der Abfallverwertung durch Recycling, wobei Rohstoffe wiederaufbereitet und wiederverwendet werden, ist eine Sonderform das sogenannte Urban Mining. Das beschreibt den Versuch, beispielsweise beim Rückbau von alten Gebäuden Baustoffe ohne vorheriges Recycling direkt zu nutzen. Dazu eignen sich beispielsweise Fenster, Türen oder Ziegel- und Mauersteine. Der Anfall solcher Bauteile und Rohstoffe lässt sich frühzeitig gut vorhersagen, sodass Urban Mining auch zum Ziel hat, effektive Verwertungsmöglichkeiten für anfallende Güter zu identifizieren. Die Grenzen zwischen Recycling und Urban Mining verschwimmen dabei.
Die Kreislaufwirtschaft, auch “Circular Economy” genannt, steht für eine effektivere Nutzung von Rohstoffen, Baumaterialien und Produkten. Ziel ist es, dass so wenig Abfälle und Emissionen wie möglich anfallen. Es soll größtenteils recycelt und wiederverwendet werden. Wo das nicht geht, werden bislang noch alternative Entsorgungsformen wie thermische Verwertung (Verbrennung) oder möglichst naturschonende Deponierung umgesetzt. Dafür gilt es zukünftig bessere Wege zu finden.
In Deutschland trat 2012 das Kreislaufwirtschaftsgesetz in Kraft, welches versucht, Deponieabfälle zu verringern und Abfälle zu reduzieren. Gerade das ressourcenschonende Bauen muss ein kreislauffähiges Bauen sein. Kreislauffähigkeit erfordert jedoch ein Umdenken in Design, Planung und dem Bauen selber.

Kreislauffähige Produkte werden nach ihrem Ausbau oder Rückbau grundsätzlich recycelt. Es entsteht ein Sekundärrohstoff, der wiederum als Grundlage für die Herstellung neuer Produkte dient. Hier entfallen die Material- und Ressourcenaufwendungen, die für das erste Gewinnen der Rohstoffe angefallen sind, da diese ein zweites Mal einem neuen (oder dem gleichen) Verwendungszweck zugeführt werden. Berücksichtigt werden muss jedoch, dass für das Sortieren, Aufbereiten und den Transport der Wertstoffe an den Produktionsstandort erneut Ressourcen aufgewendet werden müssen.
Ein bekannter Ansatz der Kreislaufwirtschaft ist das cradle-to-cradle-Designkonzept, welches in den 90er Jahren vom deutschen Verfahrenstechniker Prof. Dr. Michael Braungart und dem amerikanischen Architekten William McDonough entwickelt wurde. Das Konzept, welches mit “von der Wiege bis zur Wiege” übersetzt werden kann, beschreibt eine potenziell perfekte Kreislaufwirtschaft.
Eine Besonderheit ist, dass das cradle-to-cradle-Konzept nicht einfach nur versucht, weniger schädlich, sondern nützlicher zu sein. Zwar gibt es auch in einem c2c-Kreislauf Abfälle und Emissionen, diese werden aber als neue Grundlage für weitere Kreisläufe und Prozesse verstanden. Klassischer Müll, der im Regelfall den Stoff- und Produktionskreisläufen entzogen wird und unverwendbar und nicht recycelt auf Deponien verschwindet, entfällt.
Eine Herausforderung bei der Entwicklung kreislauffähiger Produkte ist bereits ihre Entstehung. Betrachtet werden muss der ganze Lebenszyklus von Produkten. Der Herstellungsprozess bedient sich bereits idealerweise den beim Recycling gewonnenen Sekundärrohstoffen.
Das neue Produkt muss jetzt so gestaltet sein, dass es einerseits langlebig ist, und dass sich andererseits möglichst alle Komponenten nach der Nutzung und am Ende des Lebenszyklus wiederverwenden lassen. Hier ist es beispielsweise wichtig, die Komponenten nicht mit schwer oder unlösbaren Klebern zu verbinden, die eine Zerlegung am Ende verhindern.

Für die Baustoffindustrie ist die Bedeutung einer Kreislaufwirtschaft nicht zu unterschätzen. Es ist der einzige Weg, dem zirkulären Bauen - bei dem kaum nicht verwertbaren Abfälle mehr entstehen, näherzukommen. Dabei sind Erfindungsreichtum und Pioniergeist gefragt. Besondere Probleme stellen beispielsweise verklebte Baustoffe, sogenannte Verbundwerkstoffe oder verklebte Konstruktionsaufbauten dar. Diese Produktkombination lässt sich schwer bis gar nicht in seine einzelnen Komponenten zerlegen. Wo es möglich ist, sollte die Ersetzung herkömmlicher, nicht kreislauffähiger Baustoffe durch einfach rückbaubare und trennbare Materialien erprobt werden.
Oftmals wird Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Holz, Naturfasern oder Lehm automatisch eine bessere Kreislauffähigkeit unterstellt. In der Praxis fehlen jedoch häufig noch Rückbau- und Recyclingkonzepte sowie Serviceangebote für einen geschlossenen Kreislauf. Am Ende bleibt dann oft doch nur die sogenannte thermische Verwertung, bei der aber wiederum CO₂-Emissionen entstehen.
Entgegen der weitläufigen Meinung ist neben Stein- oder Glaswolle auch der natürliche Rohstoff Gips gut recyclebar. Gips ist dabei einer der wenigen Baustoffe, der quasi unendlich recyclebar ist. Dadurch könnten nicht unbeträchtliche Anteile des Rohstoffbedarfes gedeckt werden. Leider ist das Gipsrecycling bislang noch nicht hinreichend bekannt - und so werden große Potenziale verschwendet und die Natur auch noch unnötig belastet.

Mittlerweile gibt es vielseitige Anstrengungen von einigen Akteuren der Baustoffindustrie, die angebotenen Produkte kreislauffähig zu machen. Saint-Gobain unterstützt mit der Initiative EASY ECO Unternehmen und Dienstleister beim einfachen und nachhaltigen Bauen. Ziel der Initiative ist es, möglichst wenig Überschuss und Verpackungsabfall zu produzieren. Hierzu werden die Mineralwoll-Produkte von ISOVER oder RIGIPS-Platten mit solchen entsprechenden Eigenschaften produziert und geliefert, sodass auf der Baustelle vor Ort möglichst wenig zugeschnitten werden muss.
Sollten doch Abschnitte und Reste übrig bleiben, holen Recyclingpartner diese ab und führen sie in den Wertstoffkreislauf von Saint-Gobain zurück. Das Gleiche gilt für Verpackungsmüll und ISOVER-Paletten, die sogar kostenfrei zurückgenommen werden. Ab 2023 gekaufte ISOVER und RIGIPS-Produkte, die in der EASY ECO Materialdatenbank registriert wurden, werden vom Hersteller nach dem Rückbau außerdem zurückgenommen. Das soll nach Ende der Gebäudelebensdauer oder bei Umbaumaßnahmen eine optimale Rückführung in den Wertstoffkreislauf garantieren.
Eine Herausforderung vor dem Rücknahmeprozess könnte die Beschaffenheit der verbauten Materialien sein. Wichtig für die Rückgabe ist, dass Produkte wie Glaswolle, Steinwolle oder Gipskarton- und Faserplatten sortenrein getrennt werden. Die Materialien müssen weiterhin frei von Verschmutzungen durch Putz und sonstige Abfälle sein.
Mehr dazu erfahrt ihr hier: Zur Webseite von EASY ECO

Die Baustoffindustrie der Zukunft steht vor großen Herausforderungen, die sich zwar um die jeweiligen Baustoffe an sich drehen, dabei aber alle Schritte des Lebenszyklus abdecken. Benötigt wird eine nachhaltige Produktion, die in der Lage ist, zuvor zurückgenommene Produkte in seine Bestandteile zu zerlegen, um diese dann zur Herstellung neuer Produkte zu verwenden. Je einfacher dieser Recyclingprozess ist, desto besser und für alle Beteiligten auch motivierender. Die Herstellung sollte sich dabei bereits an dem Ziel des Rückbaus und der Wiederverwendbarkeit orientieren. Auch ein einfacher, zerstörungsfreier und rückstandsloser Rückbau oder Abriss sollte Ziel eines kreislauffähigen Baustoffes sein.
Es macht daher durchaus Sinn, dass Unternehmen eine Rücknahme ihrer ausgebauten oder zurückgebauten Produkte und Materialien anbieten. Diese können anschließend in den beim Hersteller angesiedelten und abgestimmten Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Damit das wirtschaftlich und nachhaltig möglich wird, sind entsprechende Anlagen nötig. Hier sind einige Baustoffhersteller bereits beispielhaft aktiv und treiben die Bauwende damit zielgerichtet voran.

Wir haben im Start Up-Month 5 jungen Gründern die Chance gegeben, sich und ihre Unternehmen bei uns vorzustellen. Entstanden sind fünf krasse Podcastfolgen, die sich in Sachen Idee und Pioniergeist nicht vor Folgen mit etablierten Unternehmen verstecken müssen. Wir haben euch unsere Top-Learnings hier zusammengefasst.
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 2489 Startups gegründet. Das sind 5% weniger als im Vorjahr 2022. In Berlin gab es 2023 die meisten Neugründungen (502), gefolgt von München (187) und Hamburg (158). Der Startupverband bezeichnet den Rückgang der Neugründungen in Berlin um -33 % im Vergleich zum Rekordjahr 2021 als “auffällig”.
Einen Aufschwung erlebte der Software-Sektor. Auf den entfielen 462 aller Neugründungen 2023, das ist eine Steigerung von +22% gegenüber dem Vorjahr. Es folgen die Bereiche Medizin (269 Gründungen), Lebensmittel (175) und eCommerce (152) - wobei diese Zahlen sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert haben. Besonders spannend ist die Entwicklung im Bereich Energiesektor. Hier stiegen die Neugründungen um +69% auf insgesamt 88 Startups.
Es gibt keinen durchschnittlichen Gründer-Lebenslauf. Die fünf Gründer, die zu uns in den Start Up-Month kommen durften, könnten kaum unterschiedlicher sein. Christian Schlicht gründete BeyondTech nach einem ersten Exit und mit unternehmerischer Erfahrung, als ein Kunde ihm ein Problem präsentierte - und Christian die Lösung liefern konnte. Denny Farkas von der Smart Building Solutions GmbH aus Chemnitz ließ sich bei der Bundeswehr erst zum Elitesoldaten ausbilden, der nach einem Blick in die elterlichen Immobilienunternehmen seine erste Start Up-Idee nochmal überarbeitete.
Unsere zwei Gäste aus Österreich ähneln sich ebenfalls kaum: Stefan Schrenk von myblock übernahm die elterliche Schreinerei, die sich auf den Bau von Treppen und Türen spezialisierte. Er verbrachte viel Zeit auf Baustellen und beschäftigte sich intensiv mit Lean Construction. Das führte ihn zum Modulbau und der Idee, den Prozess gnadenlos zu optimieren. Paul Lind von Reebuild studierte erst Jura und verkaufte dann am Telefon Versicherungen, bevor er im Industriebautrieb der Eltern seiner Freundin die erste Bauluft schnupperte und feststellte, dass vieles altbacken und unnötig kompliziert ist.
Christian Gruener von VARM studierte bis zum Master Mathematik, versuchte dann sein Glück in der Managementberatung, bevor er feststellte, dass er etwas sinnvolles mit seinem Leben anfangen möchte. Er beschäftigte sich intensiv mit Wärmepumpen und Solaranlagen, sah dann aber, dass im Bereich der Einblasdämmung ein Impact zu machen war.
Eine Sache haben alle Gründer, die im Start Up-Month bei DIGITALWERK waren, gemeinsam. Ihre Ideen haben das Ziel, Bestehendes zu verbessern. Christian sollte mit BeyondTech für einen Kunden eine deutschlandweite Übersicht über einen bestimmten Gebäudetyp erstellen, die dem Kunden zum gezielten Ankauf von Wohnraum dienen sollte. Die Daten mussten gesammelt, aufbereitet und analysiert werden. Konkret werden vorhandene Daten in neuen Kontext gesetzt, um Potenzial zu entfesseln und bei der Wertschöpfung zu helfen.
Denny wollte mit Sensorik ursprünglich die Gebäudereinigung digitalisieren. Das Ziel, eine bedarfsgerechte Reinigung anstelle einer statischen Reinigung anzubieten, war natürlich auch eine Kampfansage an etablierte Facility Management-Unternehmen. In den Gebäudedaten sah Denny dann schlussendlich ein anderes Potenzial und strukturierte sein Start Up um. Man fokussierte sich von da an auf die Digitalisierung von Heizkörpern, ohne die bei der energieeffizienten Gebäudebewirtschaftung nichts geht.

Für Stefan war der Blick auf die Baustelle wie das Öffnen einer Schatztruhe. In jeder Ecke schlummerte für den Lean Construction-Experten ungenutztes Potenzial, zahlreiche Handgriffe verschiedener Gewerke warteten förmlich nur auf eine Prozessoptimierung. Der myblock ist diese materialisierte Erkenntnis: ein Badezimmer mit sämtlichen Anschlüssen und Rohrleitungen, aber auch weiterer Haustechnik. Bei Bedarf kann sogar die Küchentechnik an eine Wand des Badezimmermoduls. Die Fertigung findet zentralisiert in einer Werkhalle statt. Die Produktionslinie ist aber theoretisch auch mobil und passt auf vier LKWs.

Paul merkte früh nach den ersten Erfahrungen im Bausektor, dass viel Zeit für Bürokratie verschwendet wird. Altbackene Software und eine “Das machen wir schon immer so”-Einstellung haben verfestigte Strukturen geschaffen, die nur schwer zu durchbrechen sind - und mit denen viele Beteiligte ihren Frieden geschlossen haben. Aus der ersten Idee, der Digitalisierung der Materialbeschaffung auf dem Bau, wurde dann schlussendlich eine kaufmännische Softwarelösung für Bauleiter, die ohne Zettelwirtschaft auskommt.
Christian von VARM wusste, dass er gründen wollte - nur noch nicht, was genau. Viel Recherche führte ihn auf das Feld der Wärmedämmung von Gebäuden. Durch Einblasdämmung lassen sich Häuser relativ kostengünstig energieeffizienter machen. In Deutschland ist das Potenzial groß, und jetzt will Christian mit VARM den europäischen Champion in der Einblasdämmung aufbauen.
Das dritte Learning lautet aus allen Gesprächen: man benötigt Know-How, in irgendeiner Form. Wenn man es selbst nicht hat, muss man es sich zumindest aneignen oder einen Geschäftspartner an Bord holen, der es hat. Kenntnisse und Erfahrung schaffen letzten Endes auch einen Marktzugang, und Erfahrungswerte übersetzen sich immer auch in Vertrauen, welches man sich nie kaufen kann. Das müssen einem die anderen Marktteilnehmer oder Kunden geben.
Christian Schlicht empfiehlt: nicht zu schnell wachsen und nicht zu schnell Personal einstellen. Das schraubt die Fixkosten hoch.
Denny lernte, nicht zu viel Zeit in den Bau perfekter Produkte zu stecken, sondern früh mit schlanken Versionen an den Kunden zu gehen. Produkt und Lösung sollten außerdem “möglichst wenig Fragen” erzeugen.
Stefan denkt, dass Start Ups in der Baubranche die Branche auch kennen müssen. Das Know-How ist unerlässlich - in welcher Form es auch daherkommt.
Pauls Ratschlag zur Problemanalyse und Produktstudie ist: “Einfach mal rausgehen!”. Für Paul hieß das, auf der Baustelle mit Bauleitern zu reden, und zu fragen, was schlecht läuft. Ein tiefgreifendes Prozessverständnis ist wichtig, um Probleme zu erfassen und Lösungen anzubieten.
Christian machte für VARM einige handwerkliche Erfahrungen: Schulungen, Zertifizierungen und die ersten selbst gedämmten Häuser. Sich als Akademiker auch mal die Finger schmutzig machen? Notwendig - und bereichernd, verrät Christian.
Wir können euch schonmal verraten, dass wir auch im nächsten Jahr wieder einen Start Up-Month planen. Um keine Ankündigung zu verpassen, folgt Ihr am besten Michél und DIGITALWERK auf LinkedIn.

In Deutschland und der Welt stehen beeindruckende Immobilien, die noch - oder seit kurzem nicht mehr - zum insolventen Signa-Konzern des österreichischen Immobilienspekulanten René Benko gehörten. Wir stellen euch hier vier spannende Objekte vor, die gerade den Besitzer wechselten - oder kurz davor stehen.
Eins der bekanntesten Warenhäuser Europas steht in Deutschlands Hauptstadt Berlin. Am Wittenbergplatz im schicken Stadtteil Schöneberg kann man auf 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche Geld ausgeben. Seit der Eröffnung des Hauses 1907 hat sich innen und außen viel getan. Treu blieb sich das im Volksmund KaDeWe genannte Kaufhaus beim Sortiment: seit jeher gibts dort Modernes, Exquisites und Luxuriöses zu erwerben.
Seit Juni diesen Jahres gehört das KaDeWe vollständig der thailändischen Central Group, die einer der reichsten thailändischen Familien gehört. Die hielt bereits 50,1 % der Anteile der KaDeWe-Gruppe, die restlichen erwarb sie nun von der zusammengebrochenen Signa-Gruppe um René Benko. Zur KaDeWe-Gruppe gehören auch das Alsterhaus in Hamburg und das Oberpollinger in München.
Großer Beliebtheit erfreuen sich immer auch die gastronomischen Angebote in der 6. Etage. Anfang August wurde bekannt, dass die Fleisch- und Wurstabteilung vor dem Aus stehe, auch gastronomische Angebote sollen eingestampft werden. Mit dem Eigentümerwechsel steht also auch eine wirtschaftliche und personelle Neuorganisation an.
Ein Blickfänger am belebten Breitscheidplatz in der Berliner City West ist der Upper West genannte Büro- und Hotelturm. Nach Recherchen der Immobilien Zeitung sind die Makler JLL und BNP Paribas Real Estate mit der Vermarktung des Towers betraut. Das 2017 fertiggestellte Gebäude ist mir 118,8 Metern Höhe und 34 Geschossen das 5-höchste in Berlin.
Signa selbst soll noch Mieter im Gebäude sein, für Boss René Benko soll in der obersten Etage ein über 1000 Quadratmeter großes Penthouse angemietet worden sein. Das dürfte schnell einen Nachmieter finden, wenn der Verkauf des Towers über die Bühne geht. Ein pikantes Detail: Ende 2022 wurde das Upper West mit 700 Millionen Euro bewertet. 15 Monate später liegt die Bewertung bei unter 400 Millionen Euro.

René Benkos Eintritt in den New Yorker Immobilienmarkt sorgte 2019 für einige Schlagzeilen - aus heutiger Sicht dürfte genau das die gewünschte Wirkung gewesen sein. Mit einem US-Partner übernahm die Signa Holding 2019 das Chrysler Building in New York. Das Hochhaus aus dem Jahr 1930 ist immer noch das elfthöchste Gebäude der Stadt. Voreigentümer war ein Investmentfonds aus Abu Dhabi, der sich vom Gebäude für einen relativ niedrigen Kaufpreis trennte.

Gründe dafür waren ein hoher Sanierungsrückstand und eine Besonderheit des Grundstücks: Jedes Jahr wird eine Pacht für den Grund und Boden fällig, ein sogenannter Ground Lease. Dafür fielen im Jahr 2018 noch 7,5 Millionen US-Dollar an, 2019 bereits 32,5 Millionen US-$. Bis 2028 könnte der Betrag auf 41 Millionen US-$ steigen. Eine vertragliche Besonderheit und Belastung, die jegliche Investitionen erschweren dürfte.
Das 2010 durch Benko als Neubau wiedererrichtete Kaufhaus Tyrol ist ein besonderes Kronjuwel aus dem Signa-Portfolio. René Benko, der aktuell in Innsbruck leben soll, hat in dem Kaufhaus ein Büro. Jetzt soll das Kaufhaus verkauft werden. Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi sagte dem Südtiroler Magazin stol.it, dass er keine Sorgen um die Mitarbeiter und die Zukunft des Kaufhauses habe.
Er rechne aufgrund des Werts der Immobilie im Zentrum der Stadt von einem hohen Interesse und einem raschen Verkauf. Aktuell ist von potenziellen Käufer noch nichts bekannt. Die Erlöse aus dem Verkauf werden dem Sanierungskonzept der insolventen Signa Prime Selection zugutekommen.

Bankrotter Benko? Kurzen Olaf! An einem griffigen Spitznamen mangelt es dem unfertigen Towerprojekt an der Elbe in Hamburg nicht. Ein Vorschlag des Hamburger Unternehmers Klaus-Michael Kühne sorgte jetzt für Unmut. Kühne wollte, dass die Stadt die Hälfte der Flächen des Towers nach Fertigstellung für ihre Behörden anmietet.
Die Insolvenz der Signa-Gruppe des österreichischen Immobilienspekulanten Rene Benko erschütterte Deutschlands Elbmetropole. Nach der Signa-Holding ging auch die Tochter Signa Prime Selection AG insolvent. Deren Tochter, die Elbtower Immobilien GmbH & Co. KG, die das Grundstück von der Stadt Hamburg gekauft hatte, meldete daraufhin ebenfalls Insolvenz an. Ende Oktober 2023 wurden die Bauarbeiten eingestellt, weil keine Rechnungen mehr beglichen wurden, wie der NDR berichtete.
Ursprünglich sollte der Elbtower 2025 fertiggestellt werden. Dieser Zeitplan befindet sich aber aktuell in der Schwebe. Denn momentan ist noch unklar, durch wen und in welchem Zeitraum der Elbtower zu Ende gebaut wird. Der Hamburger Unternehmer Klaus-Michael Kühne forderte vor kurzem von der Hamburger Politik ein konkretes finanzielles Engagement der Stadt beim Tower. Nach Fertigstellung, so Kühne, sollte die Hansestadt die Hälfte der Büroflächen für ihre Behörden nutzen.
Im Hamburger Rathaus kam dieser Vorschlag nicht gut an. Die Stadt habe 2019 zwar den Verkauf des Grundstücks für 122 Millionen Euro genehmigt und auch den Bau des Towers. Jetzt durch finanzielle Zusagen ein Risiko einzunehmen, kommt für Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher aber nicht in Frage. Konkret sagte er: "Der Senat beabsichtigt definitiv nicht, die Federführung oder Regie für den Weiterbau zu übernehmen oder sich mit eigenem Kapital an der Fertigstellung zu beteiligen."
Der Insolvenzverwalter des Elbtowers, Torsten Martini, bestätigte im Juni dieses Jahres, dass mehrere Kaufangebote vorlagen. Bei einer Unterschrift im Herbst könnte der Kaufprozess dann zum Jahresende abgeschlossen sein. Eine Lösung, die auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher favorisiert. Wenn der Tower wie geplant zu Ende gebaut wird, soll er mit 64 Stockwerken und einer Höhe von 245 Metern das dritthöchste Gebäude Deutschlands werden.
Im Idealfall wäre der Elbtower 2025 fertig geworden, die Baukosten wurden bis dato mit 950 Millionen Euro beziffert. Inwiefern sich diese Summe ändert, hängt auch vom neuen Käufer und dessen Fertigstellungsplänen ab. Bis zum Januar muss ein neuer Eigentümer des unfertigen Rohbaus gefunden werden, ansonsten fällt das Grundstück samt Tower an die Stadt Hamburg zurück.
Auch die Idee eines möglichen Abrisses wurde in den letzten Monaten in der Hamburger Politik offen diskutiert - möglicherweise auch mit Signalwirkung in Richtung privater Investoren. Der Hamburger SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf sagte dem NDR, dass man sich auch die Frage eines Abrisses stellen müsse. Ob dieses Szenario realistisch ist, dürfte auch angesichts der dem Insolvenzverwalter des Elbtowers vorliegenden Kaufangebote stark bezweifelt werden.

Die Mobilität der Zukunft wird digitaler, vernetzter und autonomer sein. Besonders in unseren Städten wird der für den Verkehr bedachte Raum immer wertvoller, jede Mobilität muss sich also stadtplanerisch rechtfertigen. Wie konkret zwei autonome Zukunftslösungen aussehen könnten, haben wir uns in diesem Artikel einmal angeschaut.
Die Zukunft wird kommen, auch, wenn man es sich stellenweise noch nicht vorstellen kann. Vor allem in unseren Innenstädten scheint gigantisches, ungehobenes Potenzial zu schlummern. Das wird einem schmerzlich bewusst, wenn man mit anderen Autofahrenden im Feierabendstau steckt oder ausgedünnte ÖPNV-Fahrpläne die S- oder U-Bahnfahrt zur Abenteuerreise verwandeln.
Theoretisch sollte in diesem Sommer ein Pilotprojekt in Paris starten. Anlässlich der Olympischen Sommerspiele sollte ein Heliport in der Nähe des Bahnhofs Austerlitz Start- und Landepunkt für Volocopter-Flugtaxis werden. Die Stadtverwaltung will aber per einstweiliger Verfügung dagegen vorgehen. Als “ökologische Absurdität für Ultrareiche” bezeichnete der Umweltbeauftragte der Stadt, Dan Lert, die Flugtaxis gegenüber Spiegel Online.

Eine Besonderheit der im deutschen Bruchsal gefertigten Volocopter ist, dass sie vollkommen elektrisch betrieben werden. Der Start verläuft außerdem komplett senkrecht. Deswegen werden die Start- und Landepunkte auch ‘Vertiports’ genannt. In Paris waren aktuell nur mit Piloten besetzte Testflüge geplant, da dem Unternehmen noch die Lizenz der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (AESA) fehle. Die Firma gehe aber noch davon aus, dass sie in diesem Jahr mit zertifizierten Flügen starten kann.
Ebenfalls durchstarten will das Flugtaxi-Startup Lillium aus dem bayerischen Oberpfaffenhofen. Im Juli zog die Firma einen Deal mit der staatlichen saudischen Airline Saudi an Land. Die wollen 50 elektrische Lillium-Jets kaufen, mit der Option auf 50 weitere.
Von der Luft zurück auf den Boden der Tatsachen: bei einem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelten, autonomen Fahrzeugkonzept namens U-Shift werden Fahrmodul und Transportkapsel voneinander getrennt. Das ermöglicht eine große Flexibilität beim Wechsel zwischen beispielsweise Warentransport oder der Personenbeförderung. Das selbstfahrende Antriebsmodul hat eine U-förmige Aufnahmeschiene, mit der es verschiedene Module relativ simpel auf- und auch wieder abladen kann.

Abzüglich Ladepausen ist auch ein Rund-um-die-Uhr Betrieb theoretisch denkbar, da das fahrerlose Gefährt keinen Lenk- und Ruhezeiten unterliegt. Damit ihr eine Vorstellung des futuristischen Konzepts bekommt, haben wir euch hier einmal ein Video verlinkt (https://www.youtube.com/watch?v=ZJtopEtaGeU). Die Einsatzmöglichkeiten sind groß, genannt werden die Nachtbelieferung, autonome Intra-Logistik und barrierefreier Personentransport. Im richtigen Einsatz ist U-Shift aktuell noch nicht, es laufen noch Erprobungsversuche zur Klärung fahrzeugspezifischer Forschungsfragen.
Überraschenderweise ist die Gesetzeslage zum autonomen Fahren in Deutschland bereits fortgeschritten: im Jahr 2021 wurde ein Gesetz verabschiedet, nachdem autonomen Fahrzeugen die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr grundsätzlich gestattet wird. An konkreten Ausführungsvorschriften wird aber weiterhin gefeilt. Dementsprechend ist der fahrerlose Straßenverkehr noch keine Realität.
Da menschliches Versagen nach wie vor einer der Hauptgründe für die vielen schweren und tödlichen Unfälle im Straßenverkehr ist, könnte die Streichung des Fahrers aus der Gleichung für einen Rückgang dieser Zahlen sorgen. Diesbezüglich bietet auch die Digitalisierung, Vernetzung und smarte Steuerung von Fahrzeugen und auch Verkehrssignalen großes Potenzial.

Die Ressourcen auf der Erde sind begrenzt, ihre Gewinnung und Herstellung ist aufwendig und oftmals klimaschädlich. Viele Rohstoffe und Materialien, die in Bauten und Bauteilen gebunden sind, können durch Rückbau und Recycling aber zurückgewonnen werden. In Heidelberg werden alte Gebäude der US-Armee abgerissen und recycelt.
Die Rückgewinnung von Rohstoffen und Materialien aus bereits gebauten Gebäuden und Bauteilen kann eine wichtige Ressourcenquelle sein. Urban Mining versteht Gebäude und Baureste nicht vollständig als Abfall, sondern versucht, wertvolle Ressourcen und Materialien daraus wiederzugewinnen, um sie einer erneuten Verwendung - wie beispielsweise beim Bau - zuzuführen. Insofern werden Abrissgebäude oder relativ gut erhaltene, nicht mehr genutzte Objekte nicht als “Schrott” verstanden, sondern als explizite Stoffquelle. Urban Mining kann daher ein wichtiger Bestandteil einer effektiven Kreislaufwirtschaft in der Bauwirtschaft werden.
Schätzungen zufolge findet sich auf deutschen Müllbergen mehr Eisen, als im Land innerhalb eines Jahres verbraucht wird. Das ist eine enorme Menge des Rohstoffs, der wieder in den Stoff- und Wirtschaftskreislauf integriert werden könnte. Für die Stadt Wien kam eine Analyse einmal zu dem Ergebnis, dass in einer 100 Quadratmeter großen Wohnung circa 7,5 Tonnen Metalle stecken. Auf jeden Wiener entfielen so im Schnitt ca. 4500 Kilogramm Eisen, 340 Kilogramm Aluminium, 200 Kilogramm Kupfer, 40 Kilogramm Zink und 210 Kilogramm Blei.
Die Zahlen zeigen: das Potenzial zur Rückgewinnung dieser Ressourcen ist enorm, wenn man den Abriss nicht als Abriss betrachtet, sondern als Ausgangspunkt des Kreislaufs zur Wiedergewinnung.
Heidelberg startete im Jahr 2022 als erste europäische Stadt ein spannendes Pilotprojekt. Ziel ist es, den gesamten Gebäudebestand der Stadt in einem digitalen Materialkataster zu erfassen. Mit einem der weltweit größten Baustoffunternehmen, der HeidelbergCement AG, und dem Umweltberatungsinstitut EPEA holte sich die Stadt zwei tatkräftige und erfahrene Partner ins Boot. “Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind seit Jahrzehnten Kernthemen in Heidelberg. Es ist daher konsequent, dass wir jetzt auch unseren Gebäudebestand als Rohstofflager begreifen,” sagte Heidelbergs Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck dem Heidelberger Stadtblatt.
Das Patrick-Henry-Village ist eine vom US-Militär aufgegeben und verlassene Wohnsiedlung in Heidelberg. Auf dem gesamten Gelände wurden 465.884 Tonnen Material erfasst. Die Hälfte davon ist Beton, ein Fünftel sind Mauersteine und knapp 5 Prozent entfallen auf Metalle. Knapp die Hälfte der 169 Wohngebäude sollen abgerissen werden, die Baumaterialien sollen wiederverwendet werden. Auf 100 Hektar sollen hier Arbeitsplätze für 5000 Menschen und Wohnraum für bis zu 10.000 Menschen entstehen.
Ein großes Hindernis ist aktuell noch die Tatsache, dass es keinen oder nur sehr schlechte Daten dazu gibt, welche Materialien und Rohstoffe welcher Art in welchen Gebäuden verbaut wurden - und wie viel. Dazu sind Projekte wie die in Heidelberg wichtig, die Pionierarbeit leisten, und als Vorreiter für andere deutsche Kommunen dienen könnten.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur zirkulären Stadt wäre beispielsweise die zielgerichtete und flächendeckende Anwendung der “Building Information Modeling”-Methode (BIM), die Planung, Bau und Bewirtschaftung digital vernetzt, sodass eine synchronisierte Datenbasis für alle am Bauprozess Beteiligten Partner zur Verfügung steht.
Dabei eingepflegte und gesammelte Daten können auch Jahre später noch als Grundlage für Betrachtungen dienen, wenn sich die Frage stellt, welche Materialien in welcher Größenordnung verbaut wurden - und was im Falle eines Abrisses oder Rückbaus wieder gebraucht werden könnte.

Deutsche Brücken, Schienen und Autobahnen sind sanierungsbedürftig! Das Verkehrsinfrastrukturprogramm der Bundesregierung soll nun Abhilfe schaffen. Doch die Herausforderungen bleiben groß. Was wir von anderen Ländern lernen können und was das Tempolimit damit zu tun hat, erfahrt ihr in unserem Artikel.
Endlich Ferien! Die Koffer sind gepackt, die Autos vollgetankt, und viele Familien machen sich auf den Weg in den langersehnten Sommerurlaub. Für viele beginnt das Abenteuer auf Deutschlands Autobahnen. Doch wie sieht es eigentlich auf unseren Straßen aus, und wie steht es um die Infrastruktur? Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigt Licht und Schatten.
Deutschland rühmt sich seit jeher seiner ausgedehnten und gut vernetzten Autobahnen. Doch in den letzten Jahren hat sich der Zustand der baulichen Infrastruktur deutlich verschlechtert. Marode Brücken, abgenutzter Straßenbelag und jahrelange Baustellen sorgen bei vielen Autofahrern für Frust.
Glücklicherweise hat die Bundesregierung von ihrem harten Sparkurs Abstand genommen und bleibt bei der ursprünglichen Finanzlinie für den Straßen- und Brückenbau von 6,2 Milliarden Euro jährlich. Diese Entscheidung verhindert das schlimmste Szenario für unsere Straßen, Brücken und Schienen und bietet einen Lichtblick für die Zukunft.
Die Autobahn GmbH hatte im Vorfeld die Bedarfe und Konsequenzen deutlich gemacht: Ohne zusätzliche Mittel wird weit weniger gebaut als nötig. Wichtige Brückenbauprojekte, die für die Anbindung von Häfen, Metropolregionen und ländlichen Räumen sowie für den europäischen Transitverkehr entscheidend sind, bleiben auf der Strecke.
Dennoch sind die steigenden Baupreise, Planungs- und Personalkosten eine erhebliche Herausforderung. Ohne zusätzliche Mittel könnten wichtige Projekte nicht zustande kommen.
Die Ampelkoalition hat für 2026 eine Erhöhung der Mittel für den Ausbau von Brücken, Bahn und Autobahnen angekündigt, was ein positiver Schritt in die richtige Richtung ist. Diese Mittelerhöhung gibt der Bauwirtschaft eine gewisse Planungssicherheit, die dringend notwendig ist, um Personal aufzubauen und die Wirtschaftskraft zu stabilisieren.
Ein aktuelles Beispiel aus der Schweiz zeigt, wie schnell und effizient Straßenbau gehen kann: Nach starken Regenfällen und dadurch ausgelösten Erdrutschen am 21.06.2024 wurde die stark beschädigte Autobahn über den Bernardino-Pass in Rekordzeit repariert.
Die Autobahn, die auf einer Länge von 200 Metern durch Hochwasser und einen Schuttstrom fortgerissen worden war, wurde drei Wochen später wieder als befahrbar freigegeben. Auch wenn der Verkehr zunächst nur einspurig in jede Richtung und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 bis 80 km/h fließen soll, wurde Tag und Nacht daran gearbeitet, die A13 wieder herzustellen.
Der Sprecher des Schweizer Bundesamtes für Straßen, Jérôme Jacky, betonte, dass die schnelle Wiedereröffnung durch verschiedene Faktoren begünstigt wurde: Das Wasser der Moesa ging schneller zurück als erwartet und es gab keine neuen schweren Niederschläge. Zudem konnte das herab gespülte Geröll für den Wiederaufbau der Piste verwendet werden.
Die Strecke ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung und besonders für den Ferienreiseverkehr von großer Bedeutung. Bis Ende des Jahres soll die Strecke komplett zweispurig in beide Richtungen fertiggestellt sein.
Inmitten dieser Diskussionen gewinnt auch das Thema Tempolimit auf deutschen Autobahnen wieder an Fahrt. Verbände von Umwelthilfe bis Gewerkschaft der Polizei fordern ein Umdenken und sofortiges Handeln.
Mögliche positive Entwicklungen wie die Reduktion des CO₂-Ausstoßes und die Reduzierung von Unfallopfern sind bekannt. Hinzu kommt nun die Fragestellung, ob durch die steigende Zahl an Elektroautos, die tendenziell für gleichmäßigere Geschwindigkeiten sorgen, ein Tempolimit auch zur Verbesserung der baulichen Infrastruktur beitragen könnte.
So könnte ein Tempolimit den Verschleiß der Straßenbeläge verringern, da gleichmäßige Geschwindigkeiten weniger belastend für die Fahrbahn sind.
Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen für die deutsche Infrastruktur groß sind. Doch mit gezielten Investitionen und modernen Konzepten kann dem Ausbau aus baukonjunktureller Sicht nur positiv entgegengeblickt werden.
Bauunternehmen, die breit aufgestellt sind, können aktuell mit Sanierungs- und Neubauprojekten rund um Brücken, Straßen und Schienen die rückläufige Auftragslage des Wohnungsbaus ohne Verluste ausgleichen.

Die Zahl der Baugenehmigungen ist in Deutschland auch im neuen Jahr gesunken. Doch das bietet auch Chancen, die Bautätigkeit beispielsweise in den Bestand zu verlagern. Denn dort schlummert nach wie vor viel ungenutztes Potenzial. Wie Supermärkte und Aufstockungen helfen können, den Wohnungsmangel zu besiegen, erklären wir in diesem Artikel.
Von Januar bis April 2024 wurden wesentlich weniger Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahreszeitraum. Die Genehmigungen sanken um -32,5 % bei Einfamilienhäusern, -18,3 % bei Zweifamilienhäusern und -20,2 % für Mehrfamilienhäuser. Im gleichen Zeitraum wurden 71 700 Wohnungen genehmigt, das entspricht einem Rückgang von 21 % oder 18 900 Wohnungen weniger als 2023, teilte das Statistische Bundesamt im Juni mit.
Das Resultat wird sein, dass nach Fertigstellung dieser Gebäude immer noch zu wenig bezahlbarer Wohnraum vorhanden sein wird. Die Mieten werden daher steigen, und es wird für Menschen auch in den kommenden Jahren nicht einfacher, an bezahlbaren Wohnraum zu kommen.
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 294.400 Wohnungen fertiggestellt, das waren 0,3 weniger als im Vorjahr. Zum Ende des letzten Jahres verringerte sich der Bauüberhang (genehmigte, nicht fertiggestellte Wohnungen) auf 826.800, davon befanden sich 390.900 Wohnungen bereits im Bau.
Gleichzeitig führt eine verringerte Bautätigkeit zu einem Wohnungsmangel, der wiederum zu höheren Mieten für Wohnungsnehmer führt. Auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Genehmigungsverfahren, damit verbundene regulatorische Rahmenbedingungen und auch der Einfluss der Mietpreisbremse dürften dazu führen, dass weniger gebaut wird.
Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 06. Juni, die Leitzinsen zu senken, betrifft zwar nur die kurzfristigen Zinsen, sei aber ein positives Signal, welches den Immobilienmarkt und seine Akteure psychologisch beruhigen könnte, teilte das BF.Marktradar im Juni 2024 mit.
Eine Alternative zum Neubau könnte das Bauen im Bestand sein. Das umfasst den Wiederaufbau und die Instandsetzung, aber auch Modernisierungen sowie Um- und Erweiterungsbauten. Das Aufstockungs- und Nachverdichtungspotenzial in Deutschland ist riesig: Eine Studie der TU Darmstadt kam 2019 zum Schluss, dass durch Aufstockung und Umnutzung von Nichtwohngebäuden circa 1,3 Millionen Wohnungen mit je 75 Quadratmeter Wohnfläche geschaffen werden könnten.
Der Vorteil von Nachverdichtungen ist zuerst die Nutzung von vorhandenen Gebäuden und Infrastruktur. Der Gebrauch bestehender, bereits bebauter Flächen erfordert keine zusätzliche Versiegelung. Das wirkt sich positiv auf die Umwelt und die Ökobilanz aus. Auf- und Umbauten verbrauchen weniger Ressourcen, weil eine Grundkonstruktion schon vorhanden ist.
Die Herausforderung von Bauen im Bestand ist aber der erhöhte Anforderungsgrad an Durchführung und Planung, da häufig nicht genau abgeschätzt werden kann, auf welche Bausubstanz und Überraschungen man stoßen wird.
Das fordert eine höhere planerische und finanzielle Flexibilität. Sanierungs- oder Modernisierungskosten sind dadurch auch oft vergleichbar mit Neubaukosten, aber nicht zwingend geringer. Die Entscheidung für den Bau im Bestand sollte daher keinesfalls aus Kostengründen getroffen werden.
In Berlin wurde 2022 ein Potenzial von 14 000 bis 36 000 Wohnungen ermittelt, die durch Überbauungen von Supermärkten entstehen könnten. Die oft nur eingeschossigen Supermärkte liegen häufig an zentralen Orten, die sehr gut erschlossen sind. Eine optimierte Mischnutzung dieser Gebäude könnte nicht nur dringend benötigten, sondern auch attraktiven Wohnraum schaffen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung identifizierte von 1100 Berliner Supermärkten damals 300, die überbaut werden könnten.

In Berlin hat beispielsweise auch die B&O Bau zusammen mit der HOWOGE auf ein Haus mit 6-stöckiges noch drei Geschosse in Holzbauweise gesetzt.
Zum Video geht´s hier:
Der Fokus weg vom Neubau hin zum Bauen im Bestand bietet also durchaus Chancen - nicht nur für die Menschen, die zusätzlich in gut erschlossene und attraktive Wohnlagen ziehen können - sondern auch für Die Bau- und Immobilienbranche. Aufstockungen wie im obigen Video bieten die Möglichkeit, auf vorgefertigte Module in Holzbauweise zu verwenden. Bauen im Bestand fordert uns auch auf, bestehende Flächen genauer in den Blick zu nehmen und die Flächennutzung zu optimieren. Die Chance, so auch in Städten nachhaltiger zu bauen, ist also durchaus gegeben.

Der Begriff ‘Prosumer’ ist nicht neu und bezeichnet die Rolle, die man einnimmt, wenn man beispielsweise durch Photovoltaik gewonnenen Strom direkt vor Ort verbraucht. In den letzten Jahren spielen Prosumer mit PV-Anlagen eine immer größer werdende Rolle, die wir in diesem Artikel einmal beleuchten wollen.
Besitzer von Photovoltaikanlagen machen es vor: Wenn tagsüber die Sonne scheint, sind sie vom Strommarkt unabhängig. PV-Anlagen erfreuen sich deshalb hierzulande großer Beliebtheit. Im März 2023 waren auf deutschen Dächern rund 2,6 Millionen PV-Anlagen installiert. Der wohl größte Vorteil ist der, dass erzeugter Strom direkt im Haus verbraucht werden kann, zum Beispiel für das Kochen, das Wäsche waschen, oder das Laden von elektrischen Geräten oder sogar Autos. Eine weitere Möglichkeit ist es weiterhin, den heimischen Stromverbrauch so zu timen, dass er auf die sonnige Mittagszeit fällt. So kann man sichergehen, dass kein Strom vom Netzbetreiber verbraucht wird, der bezahlt werden muss. Moderne Haushaltsgeräte bieten hier programmierbare Startzeiten an, die sich auch bequem per App festlegen lassen.
Ein Haushalt kann aber nicht nur zum Stromversorger und Verbraucher in einem werden, sondern auch zu einem kleinen Energieversorgungsunternehmen. Durch die Einspeisevergütung wird der selbst produzierte Strom, der ins öffentliche Netz geht, wenn ihr ihn selber gerade nicht abnehmen könnt, vergütet. Der Ertrag richtet sich unter anderem danach, ob eine Überschusseinspeisung oder eine Volleinspeisung erfolgt. Bei ersterem kann es für kleinere Anlagen bis 10 kWp aktuell eine feste Einspeisevergütung bis zu 8,11 Cent pro Kilowattstunde geben, bei Volleinspeisung beträgt die Vergütung sogar 12,87 Cent pro Kilowattstunde (Stand Juni 2024). Diese Sätze werden von der Bundesnetzagentur festgelegt und veröffentlicht.
Bei der Erzeugung einer Kilowattstunde Strom durch die Photovoltaikanlage entstehen im Schnitt 50 Gramm CO2. Dieser Wert ergibt sich aus der Menge an CO2, die bei der Produktion und der Installation, Betreuung und Wartung der Anlage freigesetzt wird. Je länger die Anlage läuft, desto besser wird auch die Ökobilanz. Auch ist davon auszugehen, dass der Produktionsprozess in Zukunft immer effektiver und nachhaltiger wird.
Ebenfalls ist es möglich, sich PV-Speicher oder Solarspeicher zu beschaffen. Diese Speicher können den tagsüber gewonnen und vor Ort nicht verbrauchten Strom speichern, um einen Stromverbrauch auch sicherzustellen, wenn keine Sonne mehr scheint - wie in den Abend- oder Nachtstunden. Die Speicherung des selbst erzeugten Stroms ermöglicht außerdem auch eine größere Unabhängigkeit vom Stromversorger, da man zeitunabhängig auf den Speicher zugreifen kann. Der Nachteil ist, dass herkömmliche Stromspeicher sehr teuer sein können. Noch nicht ganz wirtschaftlich ist beispielsweise aktuell die Technologie des Wasserstoffstromspeichers. Der gewonnene Strom wird für die Wasserstofferzeugung benutzt, für die Rückgewinnung wird dieser dann in der Brennstoffzelle wieder in elektrische Energie umgewandelt.
Nicht die komplette elektrische Leistung, die im Kraftwerk erzeugt wird, kommt auch beim Endverbraucher an. Durch Leitungen fließender Strom erleidet einen ohmschen Verlust durch die Erwärmung der Leitungen. In Deutschland können rund 6 Prozent der erzeugten elektrischen Energie durch Übertragungsverluste nicht genutzt werden. Lokal verbrauchte elektrische Energie spart sich natürlich die Reise durch Stromtrassen und zig- bis hunderte Kilometer lange Leitungen, bei der gut ein Zwanzigstel der elektrischen Energie letzten Endes verloren geht.

Das Forschungsquartier der B&O Gruppe in Bad Aibling steht exemplarisch für die Vision einer Mixed-Use-Architektur und dient als Modell für die Stadtentwicklung der Zukunft und die Erforschung neuer Wohnkonzepte.
In Bad Aibling zeichnet sich ein fortschrittliches Wohnkonzept ab, welches die Grenzen zwischen Arbeits- und Lebensraum neu definiert. Auf dem Areal einer ehemaligen Militärbasis ist ein Quartier entstanden, das über das bloße Wohnen hinausgeht.

Die Vermischung von Wohnen und Arbeiten ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern ein erprobtes historisches Konzept. Die Definition von Wohn- und Arbeitsräumen änderte sich jedoch stetig und spiegelt gesellschaftliche Trends wider. Mit dem Wachstum von Städten und der Entwicklung von Vorstädten kam es zur räumlichen Trennung von Wohnen und Arbeiten. Das soziale Gefüge veränderte sich und führte zu reinen Wohnsiedlungen. Diese räumliche Trennung verursachte natürlich längere Pendelwege, belastete die Umwelt und senkte die Lebensqualität durch Zeitverlust und soziale Isolation.
Heute erleben wir ein Comeback des Mixed Use. Globale Trends zeigen eine Rückkehr zu gemischten Quartieren, die als Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit dienen und gleichzeitig auch neue Maßstäbe in der Stadtplanung setzen. Sie definieren, wie Menschen wohnen und arbeiten wollen – näher beieinander, nachhaltiger und vernetzter.
Mit dem Erwerb eines ehemaligen Militärgeländes legte die B&O Gruppe bereits 2005 den Grundstein für ihr heutiges Forschungsquartier. Das Unternehmen verfolgte damit eine Vision, die weit über die damaligen Standards hinausging und erschuf ein Quartier, welches Wohnen, Arbeiten und soziales Leben in einem nachhaltigen Umfeld vereint. Die Schaffung eines Modellquartiers, das ökologische Nachhaltigkeit mit sozialer Kohäsion verbindet, ist somit ein fortschrittliches Wohnkonzept. Es diente nicht nur als Wohnraum, sondern auch als sozialer und kultureller Treffpunkt, der die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben aufhob und eine Gemeinschaft schuf, die zukunftsweisend zusammen lebt.
Die Diakonie, die ihren Hauptsitz auf dem Gelände der B&O Gruppe hat, siedelte sich nicht nur als eines der ersten Unternehmen auf dem Gelände an, sondern beteiligte sich auch frühzeitig am Wohnkonzept des Mitarbeiterwohnens.
Dr. Andreas Dexheimer, Vorstand und Sprecher der Geschäftsführung der Diakonie Rosenheim, hebt hervor, dass die Bereitstellung von arbeitsnahem und bezahlbarem Wohnraum bei der Diakonie seit über 15 Jahren praktiziert wird und sich als Gewinn für Arbeitgeber und Arbeitnehmer erwiesen hat. Die Bindung und Akquise von Fachkräften, insbesondere im Care-Bereich, wird durch diese Maßnahme erheblich erleichtert.
Die Mitarbeiter des B&O Parkhotels, die in den Werkswohnungen des Geländes wohnen, schätzen die einzigartige Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe zu ihrem Arbeitsplatz zu leben. Sie nehmen die Begegnungen mit Kollegen und Vorgesetzten in der Freizeit als Bereicherung ihres Lebens wahr - in einer Gemeinschaft, in der die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem verschwimmen.
Die Rezeptionistin des Hotels fasst es treffend zusammen: Sie lebt dort, wo andere ihre Ferien verbringen, und profitiert von den kurzen Wegen, die ihr mehr Zeit für ihre persönlichen Interessen lassen.
Das Forschungsquartier der B&O Gruppe ist ein Zuhause für Menschen aus verschiedenen Berufsfeldern – von der Diakonie über Bildungseinrichtungen bis hin zu Bau- und Serviceunternehmen. Sie alle finden hier nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern ein Zuhause.

Spielstraßen und autofreie Zonen garantieren Sicherheit und Platz für Kinder, während das Bowlingcenter, die Kletterhalle und das Café am Spielplatz als Orte der aktiven Erholung und des sozialen Austauschs dienen.
Firmen wie Bosch haben die Vorzüge dieses Quartiers und des fortschrittlichen Wohnkonzepts erkannt und tragen durch die Schaffung von Wohnraum für ihre Angestellten ebenfalls zur Steigerung der Standortattraktivität bei. Die Ansiedlung der Polizei und die Bereitstellung von Werkswohnungen für die Beamten zeigt, wie viel Dynamik in der Weiterentwicklung des gesamten Quartiers steckt.

Die Vorteile dieses Konzepts sind offensichtlich: Die Durchmischung von Gewerbe, Wohnen und Freizeitangeboten schafft neue Wechselwirkungen und Kooperationsmöglichkeiten. Kurze Wege sparen Zeit, die anderweitig effektiver eingesetzt werden kann. Weniger Pendelverkehr schont Umwelt und Ressourcen. Die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum durch die Arbeitgeber trägt zur Lösung des Fachkräftemangels bei: Wohnraum in der Nähe des Arbeitsplatzes, kurze Schulwege für Kinder und Freizeitangebote ziehen mehr Fachkräfte an und fördern die Mitarbeiterbindung.
Die kreative Energie, die aus dieser Lebensqualität entsteht, trägt somit natürlich auch zur Produktivität und Innovationskraft der angesiedelten Unternehmen bei. Charles Landry, ein renommierter Experte für Stadtentwicklung, betont: „Einfallsreichtum und schöpferische Energie werden stärker, je mehr kreative Menschen in einem Quartier zusammenkommen – eine Win-Win-Situation, die noch zu wenig Beachtung findet in der städtebaulichen Konzeptionierung.“
Das Forschungsquartier der B&O Gruppe in Bad Aibling steht exemplarisch für die Vision einer Mixed-Use-Architektur und dient als Modell für die Stadtentwicklung der Zukunft und die Erforschung neuer Wohnkonzepte.

Am vergangenen Sonntag mobilisierte die Europawahl ganz Deutschland. Das Ergebnis ist eine rote Karte an die Ampelregierung um Bundeskanzler Scholz und ihren Politikkurs.
Am vergangenen Sonntag mobilisierte die Europawahl ganz Deutschland. Das Ergebnis ist eine rote Karte an die Ampelregierung um Bundeskanzler Scholz und ihren Politikkurs. Nach dem noch vorläufigen Ergebnis ging als Wahlsieger die Union mit 23,7 % aller Stimmen hervor, gefolgt von der Alternative für Deutschland, die 15,9 % aller Stimmen erhielt. Auch die Kanzlerpartei SPD wurde mit 13,9 % abgestraft (2019: 15,8%), allerdings nicht so stark wie die Grünen: ganze 8,6 Prozentpunkte verlor die Regierungspartei an Wählerstimmen und holte 11,9 % (2019: 20,5 %). Auch der Koalitionspartner FDP verlor marginal Stimmen und holte 5,2 % (2019: 5,4).
In der Bau- und Immobilienbranche dürfte das Wahlergebnis für wenig Überraschung gesorgt haben. Kurz vor dem wichtigsten Branchentag des Jahres 2024, dem Tag der Bauindustrie, der am 05. Juni stattfand, sorgte der veranstaltende Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mit einer Pressemitteilung für Beunruhigung. Bauindustrie-Präsident Peter Hübner äußerte sich am Tag zuvor wie folgt: “Wir befinden uns im vierten Jahr der baukonjunkturellen Schwäche. Eine Wende wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Wir sind ins Jahr gestartet mit einer Prognose von minus 3,5 Prozent. Diese haben wir auf minus 4 Prozent nach unten revidiert. Grund ist, dass auch der Öffentliche Bau schwächer laufen wird als erwartet.“
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln erstellte für die Bauindustrie eine Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Bauwirtschaft, die zu folgenden Ergebnissen kam:
IW-Studienautor Prof. Dr. Michael Voigtländer kommentierte die Ergebnisse so: “Ohne eine Verbesserung der Infrastruktur kann die Wettbewerbssituation Deutschlands nicht verbessert werden, und ohne mehr Investitionen in den Gebäudebestand lassen sich die Klimaschutzziele nicht erreichen.” Außerdem dämpfte Voigtländer die Erwartungen, dass der Fachkräftemangel in Zukunft verschwinden könnte. Stattdessen müssen zusätzliche Investitionen mit einer größeren Produktivität gemeistert werden: “Daher gilt es umso mehr, durch zum Beispiel serielle Produktion und bessere regulatorische Rahmenbedingungen die Produktivitätspotenziale der Bauwirtschaft zu heben.“
Dunkle Wolken vor- und über dem wichtigsten Tag der deutschen Bauindustrie. Zum TBI selbst erschienen am Mittwoch in Berlin so viele Menschen, dass selbst der Veranstalter vom Andrang überrascht war. Bis unters Zeltdach stapelten sich die Vertreter und Entscheider aus Bau- und Immobilienbranche sowie zahlreiche Pressevertreter und Ehrengäste. Das Lineup der Speaker war so hochkarätig, wie es nur selten auf ähnlichen Events der Fall sein dürfte: innerhalb von wenigen Stunden traten Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Robert Habeck, Bauministerin Klara Geywitz und Finanzminister Christian Lindner hinters Rednerpult.
Dementsprechend groß waren die Erwartungen vor den Redebeiträgen. Kanzler Scholz forderte mehr neue und bezahlbare Wohnungen und warnte vor Verhältnissen, in denen erst Menschen mit niedrigem und später mit hohem Einkommen aus den Städten verdrängt werden. Aussagen, die in der Breite der Gesellschaft für einiges Kopfschütteln sorgen dürften - ist doch die Wohnungslage in Großstädten wie München oder Berlin für Normalverdiener bereits katastrophal. Versprechen machte Scholz bei der Erleichterung der Bürokratie am Bau: “Wir setzen zur weiteren Beschleunigung jetzt außerdem auf voll digitalisierte Verfahren mit mehr Möglichkeiten, diese abzukürzen, auf klarere Fristenregelungen und auf vorzeitigen Baubeginn,” so Scholz. Auch den Plan der Koalition, eine umfassende Reform des Vergaberechts anzugehen, verfolge man weiterhin - “Den Gesetzgebungsvorschlag dazu legen wir in Kürze vor,” versprach Scholz am vergangenen Mittwoch.
Dass das vorläufige Wahlergebnis der Europawahl vom Sonntag ein Denkzettel der Bevölkerung in Richtung Ampelregierung war, ist klar. Laut einer infratest dimap-Analyse sahen 55 % der Wahlberechtigten die aktuelle Politik als ausschlaggebend für ihre Wahlentscheidung, nur für 38 % zählte die Europapolitik. Die Hälfte aller Wähler teilte sogar die Einschätzung: “Bei der Europawahl hat die Bundesregierung einen Denkzettel verdient.”
Es scheint logisch, dass eine lahmende Baukonjunktur nicht nur wirtschaftliche Konsequenzen hat, sondern auch politische - genau wie gesellschaftliche. Denn: Wohnen müssen alle Menschen.
Damit das auch in Zukunft überhaupt möglich ist und bezahlbar bleibt, kann es sich Deutschland eigentlich kaum leisten, hinter dem selbst gesetzten Ziel der Fertigstellung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr zurück zu bleiben. Bei den Rahmenbedingungen wie Förderungen und Genehmigungsverfahren gibt es nach wie vor Nachholbedarf. Ein Ende der schwächelnden Baukonjunktur hingegen dürfte vorerst nicht in Sicht sein.

Die Sanierung des Gebäudebestandes spielt eine zentrale Rolle in Deutschlands Bestrebungen zur Energiewende. Mehr zur aktuellen Gesetzgebung und Lösungen hier!
Die Sanierung des Gebäudebestandes spielt eine zentrale Rolle in Deutschlands Bestrebungen zur Energiewende. Der Gebäudesektor ist für einen erheblichen Teil des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen verantwortlich. Daher sind Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bestehender Gebäude unerlässlich, um die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen. Aktuelle gesetzliche Rahmenbedingungen, wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), setzen Anreize und Vorgaben zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Nutzung erneuerbarer Energien. Diese Maßnahmen sollen helfen, den Energiebedarf bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken und die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen.
Beim groß angelegten Sanieren des Gebäudebestandes treten diverse Herausforderungen auf, die sowohl technischer als auch organisatorischer Natur sind:
Um die genannten Herausforderungen bei der Sanierung des Gebäudebestandes erfolgreich zu bewältigen, sind durchdachte und innovative Lösungsansätze erforderlich:
Die Sanierung des Gebäudebestandes ist ein anspruchsvolles, aber lohnendes Unterfangen. Durch den Einsatz moderner Technologien, interdisziplinäre Zusammenarbeit und innovative Lösungen können die Herausforderungen gemeistert werden. Eine sorgfältige Planung und Umsetzung trägt nicht nur zur Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bei, sondern bewahrt auch das kulturelle Erbe und erhöht den Wert der Immobilien.

Das Immobilienmanagement ist ein breites und vielfältiges Feld, das dafür sorgt, dass Gebäude und deren Einrichtungen effizient und effektiv bewirtschaftet, betrieben und veräußert werden. Innerhalb des Immobilienmanagements gibt es verschiedene Rollen und Verantwortlichkeiten, die je nach Steuerungsmodell entweder intern oder extern durch Dienstleisterwahrgenomm
Facility Managerinnen und Facility Manager kümmern sich darum, dass Gebäude und deren Anlagen reibungslos funktionieren und in gutem Zustand bleiben. Je nach Struktur des Unternehmens können sie verschiedene Rollen übernehmen oder als externe Dienstleister arbeiten. Ihre Hauptaufgabenumfassen die langfristige Planung, die tägliche Organisation und die praktische Umsetzung von Maßnahmen, um den Wert der Gebäude zu erhalten und die Verantwortung der Betreiber zu erfüllen. Dabei arbeiten sie eng mit anderen Bereichen wie dem Immobilienmanagement oder dem Unternehmensimmobilienmanagementzusammen.
Wichtig ist, dass Facility Manager frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden werden, um spätere Probleme zu vermeiden und eine wirtschaftliche Nutzung der Gebäude sicherzustellen. Sie arbeiten besonders eng mit ausführenden Firmen/Handwerkern, Architekten und Fachplanern zusammen, um größere Reparaturen, Umbauten oder Sanierungen durchzuführen.
Zu ihren laufenden Aufgaben gehören die Planung und Organisation von Wartung und Reparatur der Gebäude, Modernisierungsmaßnahmen, das Energiemanagement, das Abfallmanagement, Sicherheitsdienste, die Reinigung, die Pflege von Außenanlagen und der Winterdienst. Sie organisieren auch den Fuhrpark, das Flächenmanagement, Umzüge, die Verwaltung von Inventar und Veranstaltungsräumen, das Postwesen sowie den Arbeits- und Gesundheitsschutz.
In ihrem täglichen Kontakt stehen Facility Manager mit den Nutzern und Mietern der Gebäude, die ihre direkten Kunden sind.
Die Digitalisierung spielt im Facilitymanagement eine wichtige Rolle. Hierfür kommen vor allem Computer Aided Facility Management(CAFM) Systeme auf Ticketbasis zum Einsatz. Sie unterstützen das Facilitymanagement bei der Verwaltung und Organisation von Wartungs- und Reinigungsplänen. Außerdem kann die Nutzung der Räume darin geplant und die Abrechnung integriert werden.
Mit neuen Technologien wie Sensoren und großen Datenanalysen wird vorausschauende Wartung immer wichtiger. Technologien wie Augmented Reality können die Effizienz steigern und den Mangel an Fachkräften ausgleichen.
Asset Managerinnen und Asset Manager sind im Grunde die Vermögensverwalter institutioneller Investoren, Eigentürmer und Family Offices. Sie vertreten deren Interessen und sorgen dafür, dass Immobilien profitabelsind und ihren Wert behalten. Sie kümmern sich um die Vermietung und Verpachtung von Immobilien und stellen sicher, dass die Ziele der Eigentümer erreicht werden.
Asset Manager werden vor allem dann benötigt, wenn komplizierte Finanzierungsstrukturen bestehen und aufwendige Reportings erstellt werden müssen.
Sie arbeiten zwischen dem Portfoliomanagement, das für das gesamte Immobilienportfolio zuständig ist, und dem Property Management, dass sich um die tägliche Verwaltung der Immobilien kümmert. Asset Manager steuern auch größere Bau- und Umbauprojekte.
Digitale Werkzeuge wie Berichtsprogramme sind für Asset Manager unverzichtbar, um die Leistung der Immobilien zu überwachen.
Property Managerinnen und Property Manager sind dafür verantwortlich, dass Gebäude in gutem Zustand bleiben und rechtlich sicherbetrieben werden. Sie kümmern sich um die Mieter, verwalten Mietverträge und das Mahnwesen, führen die Finanzbuchhaltung und sorgen für korrekte Abrechnungen der Miet- und Nebenkosten.
Technische Property Manager überwachen die Qualität und Kosten von Instandhaltungsmaßnahmen und Bauprojekten und steuern das Facility Management. Bei Sanierungs- und Renovierungsaufgaben übernimmt er das Projektmanagement inklusive Schadens- und Mängelmanagement.
Die Zusammenarbeit mit Asset Management, Facility Management und den Mietern ist dabei besonders wichtig.
Auch hier sind digitale Werkzeuge wie Immobilienmanagement-Software und Reportingprogramme wichtig, um die Aufgabeneffizient zu erledigen.
Portfoliomanagerinnen und Portfoliomanager sind dafür verantwortlich, dass das gesamte Immobilienvermögen eines Investors oder Eigentümers profitabel bleibt und im Wert steigt. Sie analysieren das Immobilienportfolio, verfolgen Risiken und überwachen die Leistung der Immobilien. Dabei gilt es stets An- und Verkäufe strategisch zu planen, Risiken abzuwägen und die Performance des Portfolios hinsichtlich Renditen und Liquidität zu optimieren.
Sie arbeiten eng mit dem Asset Management sowie dem Investor und der Projektentwicklung zusammen und treffen Entscheidungen über größere bauliche Maßnahmen.
Digitale Tools für Analysen, Berichte und Investitionsplanung sind hierbei unverzichtbar.
Institutionelle Investoren wie Fonds, Pensionskassen, Banken und Versicherungen sind professionelle Anleger, die große Geldsummenstrategisch in Immobilien investieren. Ihr Hauptziel ist es, die Rendite zu steigern und den Wert der Immobilien zu erhalten. Sie verwalten neben ihrem eigenen Vermögen häufig auch fremde Gelder und arbeiten eng mit dem Portfoliomanagement sowie dem Asset und Property Management zusammen.
Auch für institutionelle Investoren spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle, besonders durch Software für Reportings, Analysen und Investitionsplanung und Strategieermittlung.
Die verschiedenen Rollen im Facility Management, Asset Management, Property Management und Portfoliomanagement tragen alle dazu bei, dass Immobilien effizient betrieben, verwaltet und veräußert werden. Die Digitalisierung bietet dabei enorme Chancen zur Effizienzsteigerung und besseren Entscheidungsfindung. Eine enge Zusammenarbeit und frühzeitige Einbindung aller Beteiligten sind dabei entscheidend, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

In der modernen Bauindustrie haben sich viele Unternehmen von traditionellen Baumaterialherstellern zu umfassenden Lösungsanbietern entwickelt. Diese Transformation geht weit über die reine Produktion von Baumaterialien hinaus und wird durch eine Kombination aus Innovation, Diversifikation und einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Kundennähe vorangetrieben.
Der Wandel vom traditionellen Baumaterialhersteller zum umfassenden Lösungsanbieter ist in der modernen Bauindustrie aus mehreren Gründen notwendig. Erstens haben sich die Anforderungen und Erwartungen der Kunden drastisch verändert. Bauherren und Architekten suchen nach integrierten Lösungen, die Effizienz, Nachhaltigkeit und Innovation miteinander verbinden. Einzelne Baumaterialien reichen nicht mehr aus, um die komplexen Herausforderungen moderner Bauprojekte zu meistern. Zweitens treiben technologische Fortschritte und digitale Transformation den Markt voran. Unternehmen müssen sich an diese Veränderungen anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und nicht von agileren, innovativeren Mitbewerbern überholt zu werden. Schließlich erfordert die globale Nachfrage nach nachhaltigeren Baupraktiken eine Neuausrichtung auf ganzheitliche, umweltfreundliche Lösungen.

Für Baumaterialhersteller ergeben sich aus diesem Wandel zahlreiche Vorteile. Durch die Erweiterung ihres Portfolios und die Integration umfassender Lösungen können sie neue Marktsegmente erschließen und ihre Kundenbasis erweitern. Dies führt zu stabileren Umsätzen und größerer Marktresistenz gegen wirtschaftliche Schwankungen.
Zudem ermöglicht die Positionierung als Lösungsanbieter, engere und langfristigere Kundenbeziehungen aufzubauen, was die Kundenbindung stärkt und die Kundenloyalität erhöht. Der Fokus auf Innovation und Nachhaltigkeit kann das Markenimage verbessern und das Unternehmen als Branchenführer positionieren. Nicht zu Letzt eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten zur Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung, was zu Kosteneinsparungen und einer höheren Produktivität führt. Diese Vorteile tragen insgesamt zu einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit und langfristigem Geschäftserfolg bei.
Werte und Kultur als Basis des Erfolgs
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Transformation sind die Unternehmenswerte. Hierbei spielen Respekt, Vertrauen und Leidenschaft eine große Rolle aber auch Innovationsgeist, Begeisterungsfähigkeit und die Offenheit für Neues sollten in der Unternehmenskultur gefördert und verfolgt werden. Diese Werte prägen eine flexible Unternehmenskultur und fördern eine Umgebung, in der Mitarbeiter:innen aktiv ihre Ideen einbringen können. Diese Kultur der Offenheit und Wertschätzung ist entscheidend für die Innovationskraft und den Erfolg global agierender Unternehmen.
Mut zur Veränderung und strategisches Wachstum
Innovation und der Wille zur Veränderung sind von zentraler Bedeutung. Es erfordert Mut, neue Wege zu gehen und sich nicht mit dem Status quo zufriedenzugeben. Unternehmen, die diese Einstellung verinnerlichen, können beeindruckendes Wachstum verzeichnen, sowohl durch organische Entwicklungen als auch durch strategische Akquisitionen, die das Produktportfolio erweitern und neue Märkte erschließen.
Nachhaltigkeit und Digitalisierung als Schlüssel zur Zukunft
Nachhaltigkeit ist in der Bauindustrie von großer Bedeutung. Unternehmen setzen auf nachhaltige Materialien und langlebige Produkte, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Recycling und Wiederverwendung sollten also zentrale Elemente dieser Strategie sein. Gleichzeitig spielt die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Durch die Digitalisierung von Geschäftsprozessen wird die Effizienz erheblich gesteigert, wobei die Balance zwischen Technologie und menschlichem Engagement erhalten bleibt.
Dialog und Kundenorientierung
In einer Branche, in der die Anforderungen und Erwartungen der Kunden ständig steigen, ist der Dialog zwischen Unternehmen und Kunden entscheidend. Kunden haben heute klare Vorstellungen und erwarten maßgeschneiderte Lösungen. Unternehmen müssen bereit sein, diesen Dialog zu führen und innovative Konzepte zu bieten, die den spezifischen Bedürfnissen der Kunden entsprechen.
Der Weg vom traditionellen Baumaterialhersteller zum modernen Lösungsanbieter erfordert eine strategische Neuausrichtung und die Implementierung neuer Geschäftsmodelle. Unternehmen müssen bereit sein, kontinuierlich in Forschung und Entwicklung zu investieren, eng mit ihren Kunden zusammenzuarbeiten und flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren.


Erfahrt alles über die "City of Wood" auf dem B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling, ein wegweisendes Modellquartier, das den Holzbau neu definiert. Von den innovativen Entwürfen renommierter Architekt:innen bis zur Realisierung durch die B&O Gruppe bietet dieses Projekt eine nachhaltige und ästhetisch ansprechende Lösung für den urbanen Wohnungsbau.
Die "City of Wood" der B&O Gruppe in Bad Aibling symbolisiert ein Quartier, das eine neue Perspektive auf den urbanen Raum bietet. Hier ist die Geschichte eines bemerkenswerten Projekts, das aus einem Bieterverfahren hervorging und bis heute die Zukunft des Holzbaus prägt.
Das ambitionierte Projekt "City of Wood" begann in Bad Aibling mit "Holz 4", dem ersten bedeutenden Neubauprojekt der B&O Gruppe auf dem ehemaligen Kasernengelände. Dieses vierstöckige Wohngebäude, das 2010 fertiggestellt wurde, markierte nicht nur einen ästhetischen, sondern auch einen ökologischen Wendepunkt in der städtischen Architektur. Mit seiner markanten Fassade aus Lärchenholz, die heute in edlem Grau erstrahlt, und der Verwendung von Holz als vorherrschendem Baumaterial setzte "Holz 4" neue Standards im Bauwesen und demonstrierte eindrucksvoll die Umsetzbarkeit des mehrgeschossigen Holzbaus in urbanen Umgebungen.

Die erfolgreiche Fertigstellung von "Holz 4" und die positive Resonanz auf das folgende "Holz 8" inspirierten die B&O Gruppe, neue Wege im Holzbau zu erkunden. Dies führte zur Einleitung eines Bieterverfahrens, das als Treiber für innovative und nachhaltige Wohnkonzepte dienen sollte. Ziel war es, die Grenzen des Möglichen im Holzbau auszuloten und kreative Ideen von Architekt:innen und Bauunternehmen zu fördern.
Unter der gemeinsamen Leitung des renommierten Architekten Eberhard von Angerer und des Gründungsgesellschafters der B&O, Dr. Ernst Böhm, begann 2011 ein Wettbewerb, der die Kreativität im Holzbau in den Vordergrund stellte. „Wir wollten einen Raum schaffen, in dem die Innovationskraft des Holzbaus in ihrer ganzen Breite sichtbar wird“, so von Angerer zur Intention des Wettbewerbs.
Die B&O Gruppe lud führende Architekturbüros und Holzbauunternehmen ein, ihre Visionen und Entwürfe für das Areal vorzulegen. Die Teilnehmer:innen wurden herausgefordert, innovative Konzepte für Doppelhäuser, Reihenhäuser und Geschosswohnungen zu entwickeln und städtebauliche Entwicklungsvorschläge für weitere Bauabschnitte zu präsentieren. „Das Bieterverfahren bot eine spannende Herausforderung, unsere Visionen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu präsentieren. Die positive Resonanz und die erfolgreiche Umsetzung der Projekte waren äußerst befriedigend“, sagt Josef Huber über seine Teilnahme am Bieterverfahren.
Das Bieterverfahren für das Projekt "City of Wood" in Bad Aibling führte viele Expert:innen aus den Bereichen Architektur und Holzbau zusammen. Dazu gehören:
Matteo Thun
Ein renommierter italienischer Architekt und Designer, der für seine nachhaltigen und ökologischen Ansätze in der Architektur bekannt ist. Er wurde für seine Arbeit an der „Heizikone“, einer Hackschnitzelanlage mit Lärchenholzschindeln-Verkleidung, gelobt.
Hermann Kaufmann
Ein Vorreiter im Bereich des ökologischen Holzbaus und Professor für Architektur. Er hat zahlreiche Auszeichnungen für seine nachhaltigen Holzkonstruktionen bekommen.
Josef Huber
Ein erfahrener Holzbauingenieur und Geschäftsführer von Huber und Sohn, der sein Fachwissen schon in den Projekten "Holz 4" und "Holz 8" einbringen konnte.
Alfons Petzenhammer, Claudia Petzenhammer und Andreas Hanke
Innovative Architekt:innen, die sich durch ihre Arbeit im Bereich der nachhaltigen Stadtplanung und der ökologischen Gestaltung von Wohnräumen auszeichnen.
Die eingereichten Entwürfe mussten eine Reihe von umweltfreundlichen Kriterien erfüllen, unter anderem die Optimierung des Energieverbrauchs und die Minimierung des ökologischen Fußabdrucks. Die Verwendung von nachhaltig gewonnenem Holz und anderen lokal bezogenen Materialien spielte eine entscheidende Rolle bei der Bewertung der Projekte. Diese Maßnahmen gewährleisteten, dass jedes Bauprojekt nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch ökologisch verantwortungsvoll war.
Neben den technischen und ökologischen Aspekten wurde im Bieterverfahren ein besonderes Augenmerk auf soziale Nachhaltigkeit gelegt. Die Projekte sollten umweltfreundlich sein und darüber hinaus lebenswerte Räume schaffen, die die Lebensqualität der Bewohner:innen verbessern und zu einer eng verbundenen Gemeinschaft beitragen. Aus diesem Grund berücksichtigte die Planung öffentliche Bereiche, Grünflächen und Gemeinschaftseinrichtungen, die darauf abzielen, Interaktion und sozialen Zusammenhalt zu fördern.
Die Bewertung der Entwürfe im Wettbewerb wurde von einer Jury durchgeführt, die aus führenden ExpertInnen der Architektur, des Holzbaus und der Nachhaltigkeit bestand. Zu den ausschlaggebenden Kriterien gehörten Innovationsgehalt, ökologische Nachhaltigkeit, Integration in die natürliche Umgebung, wirtschaftliche Machbarkeit und die Ästhetik der Entwürfe. Besonderes Augenmerk wurde auf die energetische Effizienz und die Verwendung regionaler Materialien gelegt, mit dem Ziel, die CO₂-Bilanz zu minimieren.
Eindrucksvoll zeigen die Siegerentwürfe die Vielseitigkeit und Nachhaltigkeit des Holzbaus sowie sein ökonomisches Potenzial. Die von Alfons Petzenhammer gestalteten Doppelhäuser mit ihrer verschachtelten Struktur und die von Matteo Thun & Hermann Kaufmann entwickelten Reihenhäuser mit ihren auffälligen Fassaden aus geflämmtem Lärchenholz sind herausragende Beispiele für gelungene Architektur, die sich nahtlos in ihre natürliche Umgebung einfügt. Andreas Hankes Entwürfe für mehrgeschossige Wohngebäude bestätigen, dass der Holzbau auch im großen Maßstab überzeugt.
Das Bieterverfahren nahm eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der "City of Wood" ein und diente als Plattform zur Etablierung des Holzbaus als zukunftsfähige Bauweise im städtischen Umfeld sowie zur Förderung langjähriger Partnerschaften mit Holzbauunternehmen und Architekt:innen
.Das erfolgreiche Verfahren, welches mit dem innovativen Projekt "Holz 4" begann, markierte einen Wendepunkt für die B&O Gruppe, um sich als führender Generalunternehmer im Bereich des Holzgeschossbaus zu positionieren.
Seit der Errichtung von "Holz 4" hat sich die "City of Wood" zu einem dynamischen Reallabor mit malerischem Bergblick entwickelt, in dem kontinuierlich neue Ansätze für innovatives Bauen in einfacher und serieller Fertigung erforscht und auch umgesetzt werden. Aber die "City of Wood" ist nicht nur ein Wohnquartier; sie ist ein Symbol für den Wandel im Bauwesen und eine Inspirationsquelle für zukünftige Generationen von Architekt:innen, Bauherr:innen und Stadtplaner:innen. Durch die Verbindung von Innovation, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft verdeutlicht dieses Projekt, wie moderne Urbanität umweltbewusst und zukunftsorientiert gestaltet werden kann.
Das Bieterverfahren für das Projekt "City of Wood" in Bad Aibling wurde speziell entwickelt, um innovative und nachhaltige Holzbaukonzepte zu identifizieren und umzusetzen, die sich für den städtischen Wohnungsbau eignen.
Das Hauptziel des Bieterverfahrens bestand darin, durch Wettbewerb kreative und nachhaltige Lösungen für den Bau von Wohnanlagen in Holzbauweise zu fördern. Es sollte die Vielseitigkeit des Holzes als Baustoff aufzeigen und dessen Anwendung im städtischen Raum demonstrieren, um damit ebenfalls Impulse für ähnliche Projekte in ganz Deutschland und Europa zu setzen.
Die B&O Gruppe lud gezielt Architekt:innen und Bauunternehmen ein, die schon Erfahrungen im Holzbau vorzuweisen hatten. Dies gewährleistete, dass die eingereichten Entwürfe nicht nur innovativ, sondern auch technisch umsetzbar waren.
Die Sieger:innen des Bieterverfahrens erhielten den Auftrag, ihre Entwürfe umzusetzen. Dies ermöglichte es ihnen, innovative Bauweisen und Materialien praktisch zu erproben und weiterzuentwickeln. Die erfolgreiche Realisierung dieser Projekte befeuerte die Weiterentwicklung des Holzbaus im urbanen Raum.
Das Bieterverfahren verfolgte außerdem das wichtige Ziel zur Etablierung langfristiger Partnerschaften zwischen der B&O Gruppe, Architekt:innen und Bauunternehmen. Diese Partnerschaften machten einen kontinuierlichen Austausch von Know-how und Erfahrungen möglich, was die Grundlage für zukünftige Projekte darstellte.
Das Bieterverfahren spielte somit eine maßgebliche Rolle bei der Etablierung der "City of Wood" als innovatives Modellprojekt für den Holzgeschossbau und bei der Positionierung der B&O Gruppe als Vorreiter in diesem Bereich.

Das im Jahr 2013 fertiggestellte Doppelhaus wurde vom Architekten Alfons Petzenhammer entworfen und ist ein Beispiel für moderne Holz-Riegel-Bauweise. Die gestaffelten Raumvolumen umfassen ein bis drei Stockwerke, sind mit horizontaler Lärchenholzschalung verkleidet und erinnern bezüglich ihrer Proportionierung an eine zeitgenössische Villa.

Das Reihenhaus-Ensemble wurde zwischen 2013 und 2014 nach den Entwürfen des angesehenen italienischen Architekten Matteo Thun errichtet. Die Reihenhäuser zeichnen sich durch ihre Fassaden aus geflämmtem Lärchenholz aus, welches kunstvoll mit Drahtbürsten bearbeitet wurde, um eine unverwechselbare Textur zu schaffen.

Die sechs dreistöckigen Wohngebäude, gestaltet von Architekt Andreas Hanke und im Jahr 2014 von Huber & Sohn errichtet, beeindrucken gleichermaßen. Sie bestehen aus massiven Holzelementen. Die unteren zwei Etagen sind mit einer horizontalen, grau lasierten Lärchenholzschalung versehen, während das oberste Stockwerk in strahlendem Weiß verputzt wurde. Diese Gebäude entsprechen nahezu dem Passivhaus-Standard gemäß dem KfW Effizienzhaus 55.
Die "City of Wood" ist nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein Symbol für den Wandel im Bauwesen. Von der Einreichung der Entwürfe bis zur Umsetzung der Siegerprojekte haben das Bieterverfahren und die langfristigen Partnerschaften zwischen den Akteur:innen den Holzbau als zukunftsfähige Bauweise etabliert. Die Realisierung der Doppelhäuser, Reihenhäuser und mehrgeschossigen Wohnbauten zeigt eindrucksvoll, wie moderne Urbanität mit Nachhaltigkeit und Innovation vereint werden kann. Die "City of Wood" dient nicht nur den Bewohner:innen als lebenswerter Raum, sondern inspiriert auch zukünftige Generationen von Architekt:innen und Stadtplaner:innen.
Wenn du sich für mehr Content rund um B&O und das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling interessierst, schau doch mal hier rein: Artikel über den Bau eines Passivhauses

Moderne Fertighäuser: Innovativ, nachhaltig und individuell. Dieser Artikel räumt mit Vorurteilen über Fertighäuser auf. Lest, wie die Branche Umweltschutz und Recycling vorantreibt und welche Chancen und Herausforderungen die Zukunft bereithält.
Die Autobahn, ein endloser Strom von Asphalt und vorbeiziehender Landschaft, gesäumt von kleinen Dörfern und einzelnen Häusern, die sich am Horizont abzeichnen. Doch was ist mit jenen Häusern am Straßenrand, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen? Dabei handelt es sich um ausgestellte Fertighauswelten von verschiedenen Hersteller:innen. Also langweilige Standardhäuser vom Fließband?
Falsches Schubladen-Denken! Ein Blick hinter die Kulissen offenbart eine Welt der Innovation und Nachhaltigkeit, weit entfernt von den alten Vorurteilen.
Fertighäuser, einst als Massenware abgetan, haben sich zu einer Branche entwickelt, die Innovation und Individualität vereint. Moderne Fertighäuser sind nicht nur hochwertig, sondern auch maßgeschneidert, um den Bedürfnissen der Bauherren gerecht zu werden. Von architektonischen Highlights bis hin zu energieeffizienten Häusern bietet die Fertighaus-Branche eine Vielfalt an Optionen für jeden Geschmack und Geldbeutel.
Es tendenziell nicht nachhaltig, in einem Einfamilienhaus zu wohnen, weil der Flächenverbrauch und die Infrastrukturkosten pro Kopf extrem hoch sind. Aber ein zentraler Aspekt, der die moderne Fertighaus-Branche prägt, ist ihr Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Immer mehr Unternehmen setzen auf umweltfreundliche Baumaterialien und energieeffiziente Technologien, um den ökologischen Fußabdruck ihrer Häuser zu minimieren. Zudem wird vermehrt auf Recycling gesetzt, indem Musterhäuser nach ihrer Nutzung abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Dieser ganzheitliche Ansatz verdeutlicht das Bekenntnis der Branche zu einer nachhaltigen Zukunft.
Trotz der aktuellen Herausforderungen, wie einem rückläufigen Markt und steigenden Baukosten, bietet die Fertighaus-Branche zahlreiche Chancen für weiteres Wachstum und Innovation. Neue Technologien, wie 3D-Druck und modulare Bauweisen, könnten die Art und Weise revolutionieren, wie wir Häuser bauen und leben. Zudem eröffnen sich neue Märkte und Kundenbedürfnisse, die es zu erschließen gilt. Konkretkönnte da:
Nachhaltigkeit und Umweltschutz: Mit einem wachsenden Bewusstsein für Umweltfragen suchen immer mehr Kund:innen nach ökologisch nachhaltigen Baulösungen. Fertighausunternehmen, die auf umweltfreundliche Baumaterialien und energieeffiziente Technologien setzen, können diese Nachfrage bedienen und sich als Vorreiter in Sachen Umweltschutz positionieren.
Smart Home-Integration: Mit zunehmendem Interesse an vernetzten und intelligenten Wohnlösungen wächst auch die Nachfrage nach Fertighäusern mit integrierten Smart-Home-Systemen. Kund:innen suchen nach Häusern, die es ihnen ermöglichen, ihre Wohnräume komfortabel und effizient zu steuern, sei es durch intelligente Beleuchtungssysteme, Heizungssteuerung oder Sicherheitsvorkehrungen.
Flexibles Wohnen: Die Bedürfnisse der Kund:innen hinsichtlich ihrer Wohnsituation ändern sich ständig. Fertighausunternehmen, die flexible Wohnkonzepte anbieten, die sich an unterschiedliche Lebensphasen anpassen lassen, können einen wachsenden Markt bedienen. Dazu gehören beispielsweise modulare Bauweisen, die es ermöglichen, das Haus bei Bedarf zu erweitern oder umzubauen, sowie barrierefreie Wohnkonzepte für alle Generationen.
Urbanes Wohnen: Mit der zunehmenden Verstädterung suchen viele Menschen nach Wohnlösungen in urbanen Gebieten. Fertighausunternehmen, die sich auf das Bauen in dicht besiedelten städtischen Umgebungen spezialisieren und innovative Lösungen für begrenzte Grundstücksgrößen anbieten können, haben die Möglichkeit, neue Marktsegmente zu erschließen und die Bedürfnisse urbaner Kund:innen zu erfüllen.
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an diese Kundenbedürfnisse sind dabei entscheidende Faktoren für den langfristigen Erfolg der Branche.
Die Fertighaus-Branche befindet sich in einem stetigen Wandel, geprägt von Innovation, Nachhaltigkeit und Anpassungsfähigkeit. Von den alten Vorurteilen des "Pattex-Buden" ist sie längst entfernt und hat sich zu einem wichtigen Akteur auf dem Bau- und Immobilienmarkt entwickelt. Durch ihr Engagement für Umweltschutz und Recycling trägt sie nicht nur zum Schutz unserer Umwelt bei, sondern bietet auch individuelle Lösungen für Bauherren auf der Suche nach ihrem Traumhaus. Mit einem Blick in die Zukunft ist klar: Die Fertighaus-Branche hat noch viel Potenzial zu entfalten und wird auch in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle spielen.

In diesem Artikel betrachten wir die Herausforderungen im Wohnungsbau zwischen Stadtentwicklung und Naturschutz, das Bundesnaturschutzgesetz und die Vorschriften für geschützte Biotope und Tierarten.
Die Städte wachsen unaufhaltsam, und damit steigt natürlich auch der Bedarf an Wohnraum. Die Wohnungsnot ist ein immer wieder heiß diskutiertes Thema. Wie schafft die Baubranche es, diesem Ansturm gerecht zu werden, ohne dabei die Natur komplett zu vernachlässigen? Diese Frage ist nicht nur wichtig, sondern auch ziemlich knifflig. Lasst uns mal reinschauen und sehen, was es mit den Herausforderungen im Wohnungsbau auf sich hat.
Stellt euch vor, während des Baus eines schicken neuen Wohnkomplexes tauchen plötzlich ein paar geschützte Tierchen auf, die alles durcheinanderbringen. Willkommen im Dschungel des Stadtbaus! Es ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch eine Balance zwischen den Bedürfnissen der modernen Stadtentwicklung und dem Erhalt der Natur. Manchmal müssen ganz schön kreative Lösungen gefunden werden, um alle zufriedenzustellen.
Okay, jetzt wird's ernst. Im Baugenehmigungsverfahren gibt es so einige Hürden zu überwinden, vor allem wenn es um den Artenschutz geht. Denn hier sind nicht nur Bauunternehmen gefragt, sondern auch die Natur hat ein Wörtchen mitzureden. Das bedeutet, dass sich frühzeitig Gedanken gemacht werden müssen, wie Bauprojekte so gestaltet werden können, dass sie mit den Regeln des Bundesnaturschutzgesetzes im Einklang stehen.
Was besonders herausfordernd ist? Der Schutz von bestimmten Lebensräumen und Tieren, die ihren Platz in der Stadt behalten wollen. Von Gewässern bis zu Wäldern – es gibt viele Orte, die beachtet werden müssen, damit nicht aus Versehen der Lebensraum dieser Tiere zerstört wird. Also, bevor mit dem Bauen begonnen wird, muss erstmal geschaut werden, welche Vorschriften gelten.
Und dann sind da noch diese besonders schützenswerten Tiere, die immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Von Amphibien bis zu Fledermäusen – sie haben alle ihre Ansprüche, und daran muss sich gehalten werden.
In Bayern beispielsweise wird die Überprüfung, ob einem Vorhaben die artenschutzrechtlichen Verbote nach § 44 BNatSchG entgegenwirken, als spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) benannt.
Vor Baubeginn muss also erstmal gecheckt werden, ob sich nicht vielleicht irgendwo ein Vogelnest oder eine Fledermaushöhle verstecken. Klingt kompliziert? Ist es auch!
Das Bundesamt für Naturschutz stellt auf seiner Website die sogenannte “CITES Sachverständige”-Datenbank zur Verfügung. In der Datenbank der anerkannten WA-Sachverständigen (Sachverständige für Wasserrecht) sind die Kontaktdaten von Fachleuten und sachkundigen Einrichtungen hinterlegt, die aufgrund ihrer herausragenden Fachkenntnisse befähigt sind, Gutachten für die Umsetzung des Artenschutzvollzugs zu erstellen.
Beispielsweise ist in München das Gartenbaureferat für das Artenschutzrechtliche Gutachten verantwortlich. In Berlin sind der Botanische Garten und das Botanische Museum in den Bereichen “Sukkulenten” und “Sonstige Pflanzenteile” geeignete Anlaufstellen.
Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es auch noch jede Menge andere Dinge, die im Blick behalten werden müssen. Von der Gestaltung der Gebäude bis zur Beleuchtung der Außenanlagen – alles kann Auswirkungen auf die Natur haben. Beispielsweise bergen Glasfassaden ein hohes Vogelschlagrisiko. Zunehmende Lichtverschmutzungen durch Außenbeleuchtung können wild lebende Tiere und Pflanzen schädigen.
Deshalb muss bei jedem Schritt gut überlegt werden, wie Bauprojekte umgesetzt werden können, ohne dabei der Natur zu sehr auf die Füße zu treten.
Außerdem gibt es ja auch noch die uns allzu gut bekannten bürokratischen Hürden und politischen Entscheidungen, die manchmal ganz schön Kopfschmerzen bereiten. Denn neben den Naturschutzregelungen müssen auch noch eine Menge anderer Vorschriften beachtet werden.
Die Vielfalt der Interessen der verschiedenen Bezirke und die Notwendigkeit, gesetzliche Auflagen zu erfüllen, machen die Durchführung von Bauprojekten zu einem komplexen Unterfangen. Die Beschaffung von Ausgleichsgrundstücken für Bauprojekte gestaltet sich ebenfalls oft schwieriger als erwartet, was die Projektdurchführung zusätzlich erschwert.
Mit "Ausgleichsgrundstücken" sind Flächen gemeint, die für Bauprojekte erworben werden, um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt auszugleichen oder zu kompensieren. Diese Flächen dienen dazu, ökologische Schäden, die durch Bauaktivitäten verursacht werden können, zu minimieren oder auszugleichen. Sie können beispielsweise als Ersatzlebensräume für geschützte Tier- und Pflanzenarten dienen, die durch Bauprojekte beeinträchtigt werden könnten. Die Beschaffung solcher Ausgleichsgrundstücke ist oft eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe, da geeignete Flächen gefunden und erworben werden müssen, die den ökologischen Anforderungen entsprechen.
Aber das gehört eben dazu, wenn man in der Stadt baut.
Am Ende des Tages ist es eine echte Herausforderung, den Wohnungsbau in der Stadt voranzutreiben, ohne dabei die Natur aus dem Gleichgewicht zu bringen. Aber wir sind zuversichtlich, dass das geschafft werden kann! Indem man sich frühzeitig mit den Anforderungen des Naturschutzes auseinandersetzt und innovative Lösungen entwickelt, kann ein Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung geleistet werden.

Eine Umfrage untersucht die Generationsbeziehungen am deutschen Arbeitsplatz. Erfahrene Babyboomer:innen sorgen laut der Befragten für Stabilität, während die Gen Z innovative Ansätze einbringt. In diesem Artikel lest ihr außerdem, wie die Vielfalt der Generationen den Erfolg in der Bau- und Immobilienbranche prägt.
Eine aktuelle Umfrage, durchgeführt von YouGov in Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Slack, erforscht die Generationsbeziehungen am deutschen Arbeitsplatz. An der Umfrage nahmen 2020 Büroangestellte teil, darunter 849 Führungskräfte. Sie zeichnet ein Bild von überwiegend positiven Wahrnehmungen der Generationen voneinander.
Babyboomer:innen: Die Babyboomer:innen sind Personen, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, typischerweise zwischen 1946 und 1964, geboren wurden. Sie werden oft mit wirtschaftlichem Wohlstand, beruflicher Stabilität und traditionellen Werten in Verbindung gebracht.
Millennials: Auch bekannt als Generation Y, sind Millennials Personen, die in den 1980er und 1990er Jahren, oft bis zur Jahrtausendwende, geboren wurden. Sie werden oft als digital versiert, teamorientiert und auf der Suche nach Sinn und Flexibilität in ihrer Arbeit beschrieben.
Gen Z: Auch bekannt als die Post-Millennials oder iGeneration, umfasst die Gen Z Personen, die in den späten 1990er und 2000er Jahren, typischerweise bis zum Beginn der 2010er Jahre, geboren wurden. Sie sind in einer digital geprägten Welt aufgewachsen und zeichnen sich oft durch ihre Technologieaffinität, Multitasking-Fähigkeiten und soziales Bewusstsein aus.
Also, was sagt uns die Umfrage über die Wahrnehmung der Befragten bezüglich der Arbeitsplatzdynamik zwischen den Generationen?
Erfahrene Babyboomer:innen bringen definitiv Stabilität ins Unternehmen, während es oft die Gen Z ist, die mit ihren KI-Kenntnissen glänzen kann. Klingt nach einer guten Mischung, oder?
Aber Moment mal, es gibt hier eine kleine Spaltung zwischen den Generationen. Etwa 61 Prozent der Babyboomer:innen denken, dass die jüngere Generation ziemlich hohe Ansprüche an ihre Arbeitgeber:innen stellt.
Trotzdem schreiben wir der Gen Z eine wichtige Rolle zu. Die Hälfte aller Befragten findet nämlich, dass sie ihren älteren Kolleg:innen wertvolle KI-Kenntnisse vermittelt.
Man stelle sich also vor, ein junger Gen Z-Hüpfer erklärt einem Babyboomer, wie ChatGPT noch besser zu nutzen ist. Und schon arbeitet Herr Babyboomer viel effizienter. Das Ganze kann sogar auch noch einen netten, teambildenden Nebeneffekt haben. Man nennt es den “Benjamin-Franklin-Effekt”. Wenn Gen Z-Mitarbeiterin Herrn Babyboomer mit ihrem KI-Rat zur Seite steht und Herr Babyboomer nimmt den Rat an, dann fühlt sich Gen Z-Mitarbeiterin wertgeschätzt, respektiert und vielleicht sogar geschmeichelt. Herr Babyboomer wird Gen Z-Mitarbeiterin dadurch gleich sympathischer. Andersherum gilt das natürlich auch, denn wer freut sich nicht über Rat und Hilfe. Also: win – win auf vielerlei Ebenen!
Die Babyboomer:innen werden oft als wertvolle Mentor:innen gesehen. Ihre jahrelange Erfahrung bringt dem Unternehmen Stabilität, und das sehen 65 Prozent der Leute so. Aber nur 43 Prozent denken, dass sie sich vor Veränderungen fürchten. Also alles halb so wild!
Und was ist mit den Millennials? Flexibilität scheint ihr Zweitname zu sein. Sage und schreibe 61 Prozent der Befragten sehen sie als die anpassungsfähigere Generation. Aber ja, manchmal gibt es leider auch Reibereien mit den älteren Kolleg:innen. Etwa jeder fünfte Befragte sagt, dass die Konflikte oft von dort kommen. Kommunikation, liebe Leute, Kommunikation!
Und zu guter Letzt, die große Frage: Wer hat Angst vor der KI-Automatisierung? Nun, die meisten Babyboomer:innen nicht. Satte 78 Prozent haben keine Bedenken. Aber bei der Gen Z sieht das schon anders aus – nur 51 Prozent machen sich keine Sorgen. Ach ja, und 58 Prozent der Befragten glauben, dass Arbeitgeber:innen mehr Automatisierung benötigen, darunter 43 Prozent der Babyboomer:innen und 69 Prozent der Gen Z.
Die Diskussion ist also noch nicht vorbei!
In der Bau- und Immobilienbranche ist die Rolle älterer Mitarbeiter:innen von entscheidender Bedeutung für den Erfolg von Unternehmen. Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels gewinnen sie zunehmend an Bedeutung. Ihre langjährige Erfahrung, ihre fundierten Kenntnisse und ihre Fähigkeit, junge Talente anzuleiten, machen sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil jedes erfolgreichen Teams.
Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass ältere Mitarbeiter:innen nicht nur über eine Fülle von Erfahrungen verfügen, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Branche und ihre Entwicklung haben. Ihre langjährige Tätigkeit hat es ihnen ermöglicht, die Veränderungen und Herausforderungen der Bau- und Immobilienbranche aus erster Hand zu erleben und sich entsprechend anzupassen. Dieses Wissen und diese Anpassungsfähigkeit sind von unschätzbarem Wert für Unternehmen, die in einem dynamischen Umfeld agieren.
Eine ausgewogene Altersstruktur im Team spielt eine wichtige Rolle. Während ältere Mitarbeiter:innen über umfangreiche Erfahrungen und ein fundiertes Fachwissen verfügen, bringen jüngere Mitarbeiter:innen oft frische Perspektiven und innovative Ideen mit sich, was sich auch in der Umfrage bestätigte. Eine gute Mischung aus Erfahrung und Innovation ist entscheidend für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens in der Bau- und Immobilienbranche. Dies erfordert eine strategische Personalplanung, die es ermöglicht, die Stärken und Fähigkeiten jedes Alterssegments optimal zu nutzen.
Insgesamt ist der Beitrag älterer Mitarbeiter:innen zur Bau- und Immobilienbranche von unschätzbarem Wert. Ihre Erfahrung, ihr Fachwissen und ihre Fähigkeit, junge Talente anzuleiten, machen sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil jedes erfolgreichen Teams. Unternehmen, die den Wert älterer Mitarbeiter:innen erkennen und entsprechend fördern, werden langfristig von ihrer Expertise und ihrem Engagement profitieren.
Die Bau- und Immobilienbranche profitiert von der Vielfalt der Generationen, die verschiedene Perspektiven und Fähigkeiten einbringen. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass erfahrene Babyboomer:innen Stabilität und Fachwissen in das Team am Arbeitsplatz einbringen, während die Gen Z mit innovativen Ideen und Technologien aufwartet. Eine ausgewogene Altersstruktur im Team, die Erfahrung und Innovation vereint, ist entscheidend für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens in dieser Branche. Unternehmen, die den Wert verschiedener Generationen erkennen und fördern, werden langfristig von ihrer Vielfalt und ihrem Engagement

Das Projekt "Holz 5" im B&O Bau ForschungsQuartier zeigt, was Passivhäuser wirklich auszeichnet. Erfahrt mehr über die Definition von Passivhäusern und wie diese Projekte Standards für nachhaltiges und innovatives Bauen setzen. Welche Potenziale und Herausforderungen gibt es im Kontext des Passivhauskonzeptes?

Das Projekt "Holz 5" in Bad Aibling ist ein leuchtendes Beispiel für den Weg zu umweltfreundlicherem Bauen im Kontext des Passivhausstandards. Trotz einiger anfänglicher Herausforderungen, wie etwa höhere Kosten und geringere Energieeinsparungen als prognostiziert, liefert dieses Projekt wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft des Bauens. Es unterstreicht die Bedeutung der Standardisierung und Vereinfachung von Bauprozessen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Einsatz von Holz als Baumaterial. Als Weiterentwicklung im Bereich des Holzbausystems stellt das "Holz 5" ein Hybridhaus dar, das durch die geschickte Integration von Betonelementen nicht nur die Baukosten optimiert, sondern auch den Anforderungen des sozialen Wohnungsbaus gerecht wird. Diese bewusste Kombination von Holz und Beton vereint ökologische sowie wirtschaftliche Vorteile.

Das "Holz 5" im B&O Bau ForschungsQuartier fungiert als Kopfbau und setzt ein architektonisches Statement. Das Treppenhaus stellt eine gelungene Verbindung zwischen Alt und Neu her und ermöglicht eine klare Abgrenzung zum bestehenden Gebäude. Dieses Konzept dient nicht nur als Vorbild für die Nachverdichtung in städtischen Gebieten, sondern bietet auch innovative Lösungen für typische Gebäudestrukturen mit oftmals fensterlosen Giebelwänden, die man Mitte des 20. Jahrhunderts verwendete.
Die Gebäudehülle und Haustechnik des "Holz 5" erfüllen die Standards eines Passivhauses. Das bedeutet, dass besonders hohe Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllt werden. Die gesamte Außenhülle besteht aus Holzständerwänden mit einer großzügigen Wärmedämmung von 30 cm zwischen den Ständern und einer sägerauen Holzschalung. Um den hohen Anforderungen des Brandschutzes gerecht zu werden, wurden die statisch tragenden Holzständerwände an der Nord- und Südseite hochfeuerhemmend ausgebildet. Das "Holz 5"entspricht somit der Gebäudeklasse 4. Tragende Innenwände wurden als Stahlbetonhohlwände ausgeführt und nach dem Versetzen mit Beton vergossen, um eine optimale Speichermasse für die Regulierung der Raumtemperatur zu gewährleisten.
Die Decken bestehen aus Spannbeton-Hohldielen und können aufgrund ihres geringen Gewichts in fünf Geschossen übereinander auf den Holz-Ständerwänden platziert werden. Diese Hohldielen sind nicht nur ressourcenschonend, sondern ermöglichen auch große Spannweiten bei geringer Stärke. Jedes Geschoss folgt einemeinheitlichen Grundriss mit drei Wohnungen unterschiedlicher Größe. Ein offenes Treppenhaus, verbunden mit einem Aufzugturm, sorgt für eine komfortable Erschließung aller Etagen.
Das "Holz 5" strebt den Energie-Plus-Standard. Als Passivhaus wurde es mit einer äußerst effizienten Gebäudehülle und Haustechnik konzipiert. Durch die Integration regenerativer Aktivtechnik, wie beispielsweise Photovoltaikmodule auf dem Dach und eine zentrale Energieversorgung über eine Hackschnitzelanlage, wird der Energieverbrauch minimiert und die Nutzung erneuerbarer Energien gefördert. Besonders bemerkenswert ist die Integration verschiedener Lüftungstechniken, die im Jahr 2014 neue Standards setzten. Ein wohnungsorientiertes Lüftungskonzept mit einem Wärmerückgewinnungskoeffizienten von über 95 % und einem Stromverbrauch von etwa 25 W erwies sich als äußerst effizient.
Der Wärmerückgewinnungskoeffizient ist ein Maß dafür, wie effektiv ein Lüftungssystem Wärme zurückgewinnt, die normalerweise durch Lüftungsprozesse verloren geht. Ein Wert von über 95 % bedeutet, dass das Lüftungssystem mehr als 95 % der Wärmeenergie zurückgewinnt, die aus der Abluft entweicht, und diese Wärme zur Vorwärmung der frischen Zuluft nutzt. Ein niedriger Stromverbrauch von etwa 25 W zeigt an, dass das Lüftungssystem effizient arbeitet und nur wenig elektrische Energie benötigt, um diese Wärmerückgewinnung zu ermöglichen.
Durch die Vorkommissionierung der Lüftungssysteme konnte die Montagezeit pro Wohnung auf etwa vier Stunden reduziert werden. Die Auslegungskriterien der Lüftungssysteme sind speziell auf die Bedürfnisse der Wohnungswirtschaft abgestimmt, was einen einfachen und kostengünstigen Filterwechsel ermöglicht. Auch der Schallpegel wurde berücksichtigt, um eine angenehme Wohnatmosphäre zu gewährleisten.

Ein Passivhaus, auch Plusenergiehaus genannt, ist eine wegweisende Wohnlösung, die nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel der Bewohner:innen Vorteile bietet. Die Energieautarkie eines solchen Passivhauses inkludiert, dass die Bewohner:innen weniger von externen Energiequellen abhängig sind und sich dadurch vor steigenden Energiepreisen schützen können. Außerdem erzeugt das Haus mehr Energie, als es verbraucht. Wohngesunde Materialien und die Schaffung eines angenehmen Raumklimas erhöhen die Wohnqualität, was wiederum den Wohnkomfort steigert. Die Bauweise und die verwendeten Materialien sind oft umweltverträglich und ressourcenschonend.
Das Projekt "Holz 5" wurde einst als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit gefeiert, allerdings hat sich gezeigt, dass einige Aspekte noch einmal überdacht werden müssen.
Die anfänglich hohen Erwartungen an Energieeinsparungen und wirtschaftliche Effizienz im Passivhausstandard wurden nicht vollständig erfüllt. Die Implementierung dieser Standards führte zu einem Anstieg der Baukosten um etwa 8 %.
Die Entscheidung für eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung verursachte unerwartet hohe Wartungskosten, was zu einer signifikanten Erhöhung der Betriebskosten führte. Die tatsächlichen Energieeinsparungen blieben hinter den Modellprognosen zurück, was die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis aufzeigt, insbesondere bei den gegenwärtigen Strompreisen.
Trotz dieser Herausforderungen hat das Projekt "Holz 5" wichtige Impulse für die Entwicklung energieeffizienter Gebäude geliefert. Eine kritische Analyse enthüllt die Grenzen des Passivhaus- und Plusenergiestandards im kommunalen Wohnungsbau.
Das Projekt "Holz 5" in Bad Aibling zeigt eindrucksvoll die Potenziale und Herausforderungen nachhaltigen Bauens im Kontext des Passivhausstandards. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und einer Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis bietet es wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft des Bauens. Durch die Integration von Holz und Beton sowie innovativer Technologien werden nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile realisiert. Die Konzeption und Umsetzung des "Holz 5" verdeutlicht die Bedeutung standardisierter Bauprozesse und zukunftsorientierter Energieeffizienzmaßnahmen. Dennoch zeigt die Bilanz des Projekts auch die Grenzen und Herausforderungen des Passivhausstandards im praktischen Einsatz auf.
Es bleibt eine Balance zwischen hohen ökologischen Ansprüchen und realistischen Umsetzungsmöglichkeiten zu finden, um nachhaltiges Bauen weiter voranzutreiben und den Anforderungen an Wohnkomfort und Wirtschaftlichkeit gerecht zu werden.
Wenn du dich für mehr Themen rund um Holzbau und das B&O Bau ForschungsQuartier interessierst, schau doch mal hier rein: Artikel zur Nullenergiestadt

In diesem Artikel erfahrt ihr, wie digitale Innovationen die Immobilienbranche vorantreiben und welche Vorteile sowie Herausforderungen sich daraus für Unternehmen ergeben. Von digitalen Plattformen bis zur Verschmelzung von Technologie und menschlicher Interaktion.
Die Immobilienbranche durchlebt eine Transformation, angetrieben von digitalen Innovationen und einem stetigen Wandel. In einem Zeitalter, in dem Technologie den Ton angibt, müssen Unternehmen in der Bau- und Immobilienbranche sich den neuen Herausforderungen stellen und innovative Wege finden, um relevant zu bleiben.
Die Umfrage des Fonds Forums in Kooperation mit Deloitte im Jahr 2018 ergab, dass rund 90 Prozent der befragten Unternehmen der institutionellen Immobilienwirtschaft den Digitalisierungsprozess als "wichtig" oder sogar "sehr wichtig" einstufen.
Die digitale Transformation in der Immobilienwirtschaft hat tiefgreifende Veränderungen zur Folge, sei es in der Planung, im Betrieb, der Wartung oder in der Nutzung von Gebäuden. Eine vollständige Dokumentation von Immobilien und anderen Objekten ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung für eine effiziente und sichere Verwaltung der Infrastruktur.
Digitale Plattformen und Software sind nicht mehr nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit in der heutigen Immobilienlandschaft. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für eine eigene Plattform, um ihren Kund:innen einen nahtlosen und effizienten Service zu bieten. Diese Plattformen bieten nicht nur eine Möglichkeit zur Immobiliensuche, sondern auch Tools für den Kauf, Verkauf und die Bewertung von Immobilien. Während solche Plattformen kundenorientiert auf potenzielle Käufer:innen ausgerichtet sind, gibt es Software und Tools, die Maklern, Bestandshaltern oder Wohnungsbauunternehmen helfen.
Beispielsweise existiert ein digitales Tool, das die Attraktivität von Standorten und damit die Lukrativität für Investitionen analysiert.
Dieses Tool bezieht seine Daten ausschließlich von den drei führenden Immobilienplattformen, die Inserate für den deutschen Wohnungsmarkt hosten. Diese Plattformen bieten ein reichhaltiges Angebot an Informationen über die Wohnungsnachfrage in verschiedenen Städten Deutschlands. Das Tool analysiert live die Daten, um Einblicke in verschiedene Aspekte des Wohnungsmarktes zu gewinnen. Unter anderem werden Informationen darüber gesammelt, wie lange Inserate online bleiben, wie schnell sie offline gehen, welche Merkmale potenzielle Mieter:innen haben (z.B. Raucher:innen oder Tierbesitzer:innen) und welches Einkommen sie haben. Ein weiterer wichtiger Faktor, der untersucht wird, ist der Durchschnittspreis pro Quadratmeter und die Anzahl der Kontaktanfragen, die eingehen.
Daten sind das Herzstück der digitalen Tools und Plattformen und somit der digitalen Transformation insgesamt. Unternehmen, die sie effektiv nutzen, können einen klaren Wettbewerbsvorteil erlangen.
Remote Arbeiten:
In der heutigen digitalen Welt ist es unerlässlich, dass Unternehmen und Organisationen in der Lage sind, auf ihre Dokumente und Akten von überall und zu jeder Zeit zuzugreifen und sie zu bearbeiten. Mit der zunehmenden Verbreitung von Remote-Arbeit und flexiblen Arbeitszeiten ist ein orts- und zeitunabhängiger Zugriff auf Dokumente wichtiger denn je.
Zeit sparen:
Ein digitales Ablagesystem ermöglicht es, Dokumente zu organisieren und schnell zu finden. Es gibt kein ewiges Suchen der benötigten Dokumente mehr, keine Dokumente können verloren gehen und alles ist mit einem Mausklick abrufbar und strukturiert.
Steigerung der Effizienz:
Durch die Digitalisierung können viele manuelle Prozesse automatisiert werden, was zu einer erheblichen Effizienzsteigerung und Zeitersparnis führt. Informationen können schneller erfasst und verarbeitet werden, im Vergleich zu Papierformularen oder manuell erfassten Daten. Dies führt nicht nur zu Zeitersparnis, sondern auch zu Kosteneinsparungen für Personal- und Bürokosten, da der Arbeitsaufwand deutlich reduziert wird.
Optimierte Datenverwaltung:
Durch die Nutzung von Datenbanken und digitalen Systemen können Unternehmen in der Immobilienbranche Daten leichter organisieren und verwalten, was zu einer effektiveren Informationsverfügbarkeit und besseren Geschäftsentscheidungen führt. Darüber hinaus bietet ein dokumentengetriebenes System auch ein hohes Maß an Sicherheit und Kontrolle.
Effektivität im Mängelmanagement:
Ein effektives Mängelmanagement ist entscheidend, um den Ertrag einer Immobilie zu erhalten, was vor allem für Bestandshalter:innen und Wohnungsbauunternehmen relevant ist. Eine schnelle und kosteneffiziente Behebung von Mängeln ist unerlässlich, da Verzögerungen und Fehler hohe Konsequenzen haben können, wie zusätzliche Kosten, Leerstand oder sogar Rechtsstreitigkeiten. Doch die Digitalisierung bietet hier eine Lösung: Moderne Software-Tools ermöglichen ein einfaches und transparentes Management von Mängeln. Durch die Online-Verfolgung des Reparaturprozesses kann man den Fortschritt im Blick behalten und teure Fehler vermeiden.
Trotz des offensichtlichen Nutzens, den die Digitalisierung bietet, gibt es auch einige Herausforderungen, denen Unternehmen in der Immobilienbranche gegenüberstehen:
Akzeptanz der Mitarbeiter:innen:
Die Akzeptanz und das Vertrauen sind oft unterschätzte Faktoren bei Veränderungen wie der Digitalisierung in der Immobilienbranche. Mitarbeiterwiderstände können auftreten, da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und Veränderungen zunächst skeptisch gegenübersteht.
Daher ist es wichtig, die Mitarbeiter:innen einzubeziehen und ihnen beispielsweise die Freiheit zu gewähren, digitale Tools auszuprobieren und selbst zu entscheiden, welche sie im Arbeitsalltag nutzen wollen. Schulungen und Weiterbildungen zu digitalen Tools, Softwares und Plattformen sind ebenfalls essenziell, damit Mitarbeiter:innen sich nicht überfordert fühlen und deshalb den Einsatz digitaler Tools verwehren.
Komplexität der Prozesse und Systeme:
Die Digitalisierung kann zu einer erhöhten Komplexität der Prozesse und Systeme führen, insbesondere wenn mehrere Systeme integriert werden müssen. Dies kann zu technischen Problemen führen und erfordert eine sorgfältige Planung und Umsetzung.
Kompatibilität verschiedener Systeme:
Bei der Digitalisierung ist die Kompatibilität verschiedener Systeme ausschlaggebend. Es ist wichtig, dass alle Systeme miteinander kompatibel sind und reibungslos synchronisiert werden können.
Strategie des Unternehmens:
Eine digitale Transformation ist ein vielschichtiger Prozess, der viel Zeit und Aufmerksamkeit erfordert. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen ihre strategischen Ziele und Prioritäten festlegen und diese regelmäßig überprüfen.
Finanzielle Investitionen:
Um ein Unternehmen zu digitalisieren, können je nach Größe des Unternehmens hohe Investitionen in mehrstelligen Millionenbeträgen anfallen. Unternehmen sollten sich dieser finanziellen Investitionen bewusst sein,
Trotz des Aufstiegs digitaler Plattformen bleibt die menschliche Interaktion ein entscheidender Aspekt in der Immobilienbranche. Beispielsweise spielen Immobilienmakler:innen eine wichtige Rolle dabei, Kund:innen durch den komplexen Prozess des Immobilienkaufs oder -verkaufs zu führen. Die Herausforderung besteht darin, die Vorteile der Technologie zu nutzen, ohne dabei die menschliche Note zu verlieren.
Start-ups im Bereich der Immobilientechnologie, sogenannte PropTechs, spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der Branche. Sie bringen frischen Wind und neue Ideen in die traditionelle Immobilienlandschaft und zwingen etablierte Unternehmen dazu, sich anzupassen und sich innovativ weiterzuentwickeln. Unternehmen, die bereit sind, in digitale Innovationen zu investieren und sich mit Start-ups zu vernetzen, können langfristig erfolgreich sein.
Die Zukunft der Immobilienbranche liegt in der intelligenten Nutzung von Technologie und Daten, kombiniert mit persönlicher Kundenbetreuung. Unternehmen, die diesen Ansatz verfolgen und sich kontinuierlich weiterentwickeln, werden in der Lage sein, den sich ständig verändernden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden und langfristigen Erfolg zu erzielen.
Die Immobilienbranche erlebt eine digitale Transformation, angetrieben von innovativen Technologien und einem stetigen Wandel. Digitale Plattformen, Softwares und Daten setzen neue Maßstäbe und bieten Vorteile wie eine verbesserte Kundeninteraktion und effiziente Prozessverwaltung. Trotz der Herausforderungen wie der Akzeptanz von Veränderungen und der Komplexität der Prozesse bleibt die menschliche Interaktion unverzichtbar. Investitionen in Start-ups und die intelligente Nutzung von Technologie und Daten sind Schlüsselfaktoren für den langfristigen Erfolg der Branche.

Warum effektives Krisenmanagement in der Bau- und Immobilienbranche unerlässlich ist und welche konkreten Maßnahmen die Unternehmen ergreifen können, um sich den Auswirkungen von Faktoren wie gestiegenen Zinsen erfolgreich zu stellen.
Die Bauwirtschaft blickt auf ein enttäuschendes Jahr 2023 zurück. Grund dafür ist, dass die Krise im Wohnungsbau sich weiter verschärft hat, während auch der Wirtschaftsbau und der Straßenbau schwache Impulse verzeichneten. Die gestiegenen Zinsen und die hohen Baukosten belasteten die Branche erheblich. Insbesondere die Kürzungen bei der Neubauförderung durch die Bundesregierung stößt bei vielen auf Unmut und lässt kritische Stimmen laut werden.
Trotz eines nominalen Umsatzwachstums von 5,2 % von Januar bis November 2023 verzeichnete der Wohnungsbau einen realen Rückgang. Die Bauwirtschaft erwartet für 2024 keine Trendwende, sondern höchstens eine Verlangsamung des Umsatzrückgangs. Der Wohnungsbau bleibt ein Sorgenkind, während der Wirtschaftsbau die einzige Sparte mit positiven Umsatzerwartungen ist.
Angesichts dieser Herausforderungen ist ein effektives Krisenmanagement für Unternehmen unerlässlich. Welche Maßnahmen können Unternehmer:innen und ihre Mitarbeiter:innen ergreifen, um die Auswirkungen von Krisenfaktoren erfolgreich zu bewältigen.
Ein entscheidender erster Schritt im Krisenmanagement ist ein gründliches Verständnis der aktuellen Situation. Dies beinhaltet die Analyse der Auswirkungen, beispielsweise gestiegener Zinsen auf die Bau- und Immobilienbranche sowie die Identifizierung potenzieller Risiken und Chancen. Unternehmer:innen sollten sich bewusst sein, wie sich die gestiegenen Zinsen auf die Finanzierungskosten, die Nachfrage nach Immobilien und das allgemeine Marktverhalten auswirken können.
Um sich den Herausforderungen, wie im Beispiel gestiegener Zinsen zu stellen, ist es entscheidend, flexible Finanzierungsstrategien zu entwickeln. Dies kann die Diversifizierung der Finanzierungsquellen, die Suche nach günstigeren Kreditangeboten oder die Anpassung der Investitionspläne umfassen.
Ein weiterer Ansatz zur Bewältigung dieser Herausforderungen besteht darin, strategische Partnerschaften einzugehen oder Fusionen und Verkäufe von Unternehmensanteilen an größere Player zu erwägen. Durch solche Maßnahmen können Unternehmen nicht nur zusätzliche Finanzmittel beschaffen, sondern auch von den Ressourcen und Fachkenntnissen ihrer Partner:innen oder neuen Eigentümer:innen profitieren. Dies könnte beispielsweise die Integration eines Partners mit spezifischem Know-how in verwandten Branchen oder die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das über Zugang zu neuen Märkten verfügt, umfassen. Solche strategischen Entscheidungen können dazu beitragen, die finanzielle Flexibilität zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu stärken.
In Zeiten finanzieller Unsicherheit ist ein effizientes Ressourcenmanagement von entscheidender Bedeutung. Dies bedeutet, die vorhandenen Ressourcen wie Arbeitskräfte, Materialien und Technologien optimal einzusetzen, um Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern. Ein Beispiel hierfür wäre die Implementierung von Lean-Management-Praktiken, um Verschwendung zu reduzieren und die Effizienz in Bauprojekten zu maximieren.
Eine weitere wichtige Maßnahme im Krisenmanagement ist die Diversifizierung des Portfolios. Dies kann dazu beitragen, das Risiko zu streuen und die Auswirkungen von Krisenfaktoren wie gestiegener Zinsen auf einzelne Projekte oder Märkte zu mildern. Zum Beispiel könnten Unternehmen ihr Portfolio um verschiedene Immobilientypen erweitern, wie Wohn-, Gewerbe- und Industrieimmobilien, um sich gegen Marktschwankungen abzusichern. Wenn euch das Thema “Diversifikation in der Bau- und Immobilienbranche” interessiert, schaut doch mal in unseren Artikel speziell zu dem Thema hinein.
In der Bau- und Immobilienbranche ist das Beziehungsmanagement von entscheidender Bedeutung, nicht nur für die Sicherung aktueller Aufträge, sondern auch für die Generierung von Folgeaufträgen und langfristigem Geschäftserfolg. Durch den Aufbau und die Pflege von starken Beziehungen zu Kund:innen, Lieferanten, Subunternehmern und anderen Stakeholdern können Unternehmen Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufbauen, was wiederum zu wiederkehrenden Geschäften führen kann.
Des Weiteren ist es wichtig, sowohl private als auch öffentliche Auftraggeber:innen in das Kundenportfolio aufzunehmen. Während private Aufträge oft flexibler und lukrativer sein können, bieten öffentliche Aufträge eine gewisse Sicherheit, insbesondere in Krisenzeiten. Öffentliche Aufträge sind in der Regel langfristig geplant und können einen stabilen Einkommensstrom bieten, der Unternehmen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten unterstützt.
Durch die Diversifizierung des Kundenportfolios und die gezielte Ansprache sowohl privater als auch öffentlicher Auftraggeber:innen können Bau- und Immobilienunternehmen ihre Geschäftsrisiken reduzieren und langfristige Wachstumschancen erschließen. Ein effektives Beziehungsmanagement bildet somit eine solide Grundlage für den Erfolg in dieser dynamischen Branche.
Insgesamt erfordert erfolgreiches Krisenmanagement in der Bau- und Immobilienbranche ein proaktives Vorgehen, um die Auswirkungen beispielsweise gestiegener Zinsen und anderer Herausforderungen zu bewältigen. Durch ein gründliches Verständnis der aktuellen Situation, die Entwicklung flexibler Finanzierungsstrategien, effizientes Ressourcenmanagement, Diversifizierung des Portfolios und sorgfältiges Beziehungsmanagement können Unternehmen resilienter werden und gestärkt aus Krisen hervorgehen.

Erfahrt, wie das Cradle to Cradle-Prinzip eine nachhaltige und ökologische Materialwirtschaft fördert. Von der Wiege zur Wiege: Ein zyklisches System, das Müll eliminiert und Gebäude zu Materiallagern der Zukunft macht.
Ein Ansatz zu einer nachhaltigen und ökologischen Materialwirtschaft wird “Cradle to Cradle” genannt. Cradle to Cradle bedeutet übersetzt „von der Wiege zur Wiege“. Das Konzept beschreibt einen Ansatz für eine konsequente Kreislaufwirtschaft.
Die Bewegung wurde in den 90er Jahren von Michael Braungart und William McDonough geprägt. Sie verfassten auch das Buch „Cradle to Cradle: Remaking the Way We Make Things“.
Nach dem C2C-Prinzip werden alle Produkte in Rohstoffkreisläufen gehalten. Dies sind entweder Nährstoffe, die in biologischen Kreisläufen oder Gebrauchsgüter, die kontinuierlich in technischen Kreisläufen zirkulieren. Das Prinzip ist angelehnt an das Vorbild Natur, die alles Verbrauchte wieder zum Aufbau von Neuem verwertet, und somit ein zyklisches System schafft. Müll im herkömmlichen Sinne existiert nicht länger.
Für Bauprojekte spielen vor allem Gebrauchsprodukte und Materialien eine Rolle. Diese zirkulieren in einer kontinuierlichen Technosphäre. Nach ihrer eigentlichen Verwendung werden sie sortenrein getrennt und wieder dem technischen Kreislauf zugeführt. Das bedeutet, sie können zu neuen Produkten verarbeitet werden.
Klingt teilweise ziemlich abgefahren, oder? Ist aber im Grunde sehr einfach erklärt.
Glastrennwände können beispielsweise komplett sortenrein und revisionierbar konstruiert werden. Auf Kleber oder Verbundmaterialien wird komplett verzichtet. Dadurch ist die Trennung und entsprechende Wiederverwendung der Materialien möglich. Auch der Einsatz von recyceltem Beton entspricht dem C2C-Gedanken.
Bauwerke werden im Cradle to Cradle-Kreislauf dadurch als Materiallager der Zukunft betrachtet. Würde ein Gebäude mit durchweg wiederverwertbaren Materialien errichtet, könnten diese nach der Nutzungsdauer für andere Projekte wiederverwendet werden.
Aktuell praktizieren wir in Bauprojekten jedoch eher den “Cradle to Grave”-Prozess. Das bedeutet, wir kaufen etwas günstig ein, entnehmen dafür Materialien der Erde. Nach einer gewissen Nutzungszeit werden die Materialien nicht zurückgeführt, sondern landen auf Mülldeponien oder werden verbrannt. Diese Praktik nennt man auch thermische Verwertung.
Wenn ihr auf der Baustelle arbeitet, denkt doch mal darüber nach, Materialien, die in euren Bauprojekten keine Verwendung finden, anderen Firmen zum Kauf anzubieten. Es gibt mittlerweile Plattformen, auf denen überschüssige oder gebrauchte Materialien gelistet und ver- bzw. angekauft werden können.
Die Zertifizierung Cradle to Cradle Certified™ wird bereits für einige Baustoffe der Baubranche eingesetzt. Es wird vom Cradle to Cradle Products Innovation Institute aus San Francisco (USA) verliehen und bestätigt die Kreislauffähigkeit der Produkte und viele weitere Kategorien. Auch zur Recherche dieser zertifizierten Materialien stehen Plattformen zur Verfügung.
Seid ihr in euren Unternehmen für den Einkauf zuständig, achtet doch einmal auf diese Zertifizierung und entscheidet euch, wenn es kostentechnisch möglich ist, für ein solches Produkt.
Und da natürlich leider immer alles eine Frage der Kosten ist, versucht als Planer:innen oder Bauherrenvertreter:innen euren Bauherr:innen die Strategien zur Umsetzung nachhaltiger Gebäude näherzubringen und zu erklären. Vielleicht ändern sie ihre Meinung und sind bereit, die dafür initial nötigen Kosten zu bezahlen. Nachhaltiges Bauen rechnet sich vor allem über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.
Das Cradle-to-Cradle-Prinzip bietet einen wegweisenden Ansatz für eine nachhaltige und ökologische Materialwirtschaft, insbesondere im Bauwesen. Durch die Umstellung von einem linearen Cradle-to-Grave-Ansatz auf einen zirkulären Ansatz von Cradle-to-Cradle können wir eine Zukunft gestalten, in der Müll vermieden wird und Gebäude zu Materiallagern der Zukunft werden.
Indem wir Produkte und Materialien so konzipieren, dass sie nach ihrem Gebrauch in technischen oder biologischen Kreisläufen zurückgeführt werden können, schaffen wir ein zyklisches System, das der Natur nachempfunden ist. Dies ermöglicht nicht nur die Reduzierung von Abfall, sondern auch die effiziente Nutzung von Ressourcen und die Schaffung einer nachhaltigen Baukultur.
Die Zertifizierung Cradle to Cradle Certified™ und Plattformen zur Recherche zertifizierter Materialien spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung dieses Konzepts. Es liegt jedoch auch an jedem Einzelnen, sei es auf der Baustelle oder in der Planung, sich für nachhaltige Lösungen einzusetzen und die Umstellung auf Cradle-to-Cradle-Prinzipien voranzutreiben.
Indem wir gemeinsam die Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft angehen und innovative Lösungen wie Cradle to Cradle in den Vordergrund stellen, können wir einen bedeutenden Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten und eine nachhaltige Zukunft für kommende Generationen sichern.

Die Transformation des B&O Bau ForschungsQuartiers in Bad Aibling zur Nullenergiestadt mit innovativen Quartierskonzepten, erneuerbaren Energien und der ästhetischen Heizikone setzt neue Maßstäbe. Das B&O-Parkgelände ist ein inspirierender Wegweiser für nachhaltige Stadtentwicklung und CO₂-neutrale Energieversorgung.
Die Konversion von ehemaligen Militärbrachen zu nachhaltigen Stadtgebieten präsentiert sich als anspruchsvolle Aufgabe, die das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling mit innovativen Strategien und einer umfassenden Vision erfolgreich bewältigt hat. Das Modellvorhaben wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Förderkonzeptes EnEff:Stadt unterstützt, um das gesamte Areal in eine Nullenergiestadt zu transformieren.
Die Umsetzung erstreckte sich von Dezember 2008 bis März 2010 und erfolgte in Kooperation mit verschiedenen Partnern unter der Leitung der B&O Wohnungswirtschaft. Weitere Beteiligte waren der Projektträger Jülich, das Büro RK-Stuttgart, die GEF Ingenieur AG, die Firma PEWO / EnWerk, die Firma Huber+Sohn, das Ingenieurbüro Molz und die Hochschule Rosenheim verschiedene Expertisen und Dienstleistungen in den Bereichen Energieeffizienz, Fernwärme, Holzfassaden, Wasserkraft, und Baukonzeption einbrachten.
Die Entscheidung von B&O, das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling als energieoptimierte Nullenergiestadt zu entwickeln, basiert auf einer Vielzahl von Überlegungen. In den 90er Jahren wurden aufgrund veränderter geopolitischer Gegebenheiten zahlreiche Militärareale in Deutschland zivil genutzt. Diese Areale sowie Industriebrachen der Schwerindustrie und großflächige Produktionsstandorte bieten enorme Entwicklungspotenziale. Laut dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung gab es im Jahr 2001 etwa 568.000 Hektar Brachflächen in Deutschland, was etwa 13 % der gesamten Verkehrs- und Siedlungsfläche entspricht. Ein Großteil davon sind Militärflächen, wovon sich rund ein Viertel in innerstädtischen Lagen befindet. Häufig werden diese Flächen von Gemeinden optimiert und für gewerbliche Nutzung vermarktet, wobei energetische Gesichtspunkte oft vernachlässigt werden.
Das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling bot die Gelegenheit, eine energieoptimierte Nullenergiestadt als wegweisendes Projekt umzusetzen. Die Strahlkraft dieses Vorhabens erstreckte sich über Militär-, Industrie- und Infrastrukturbrachen hinaus und kann als Vorbild für Quartiere dienen, in denen verschiedene Nutzungen durch Nahwärmekopplung Synergieeffekte erzielen. Angesichts der Tatsache, dass Brachflächen mehr als 10 % der gesamten Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland ausmachen, und dass die sofort nutzbare Militärbrache in Deutschland etwa 750 Mal größer ist als das B&O Parkgelände in Bad Aibling, wird das immense Multiplikationspotenzial dieses Projekts deutlich.
Die verstärkte Entwicklung solcher Flächen ist besonders interessant und politisch erwünscht, da Deutschland den Naturverbrauch von 117 Hektar pro Tag auf das Ziel von 30 Hektar pro Tag bis 2030 reduzieren möchte. Eine verstärkte Nutzung von Industrie- und Militärbrachen wird somit zu einer nachhaltigen Lösung, um dieses Ziel zu erreichen. Das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling wird somit nicht nur zur Optimierung von Gewerbesteuern genutzt, sondern auch als wegweisendes Beispiel für eine nachhaltige und energieeffiziente Stadtentwicklung.
Das ehemalige B&O Bau ForschungsQuartier, zuvor von der U.S. Army genutzt, erstreckt sich über 70 Hektar und bot die Gelegenheit, eine energieoptimierte Nullenergiestadt zu schaffen. Die Herausforderung bestand nicht nur in der städtebaulichen Neugestaltung, sondern auch in der energetischen Modernisierung von Gebäuden aus den 1930er Jahren.
Aus der Erfahrung im Rückbau in Ostdeutschland und mit Brachflächen in Gesamtdeutschland hat B&O den Fokus auf ein Quartierskonzept gelegt, das die Nutzung, Sanierung und Energieversorgung umfasst.

Die Gebäudestrukturen des B&O Bau ForschungsQuartiers stammen größtenteils aus den 1930er Jahren und erforderten in Bezug auf energetische Standards erhebliche Modernisierung des vorhandenen Kessels. Das Modellvorhaben testet verschiedene Sanierungsstandards und -technologien, von unterschiedlichen Dämmstärken bis hin zu vorgefertigten Fassaden mit integrierter Heiz- und Lüftungswirkung. Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln und optimale Lösungen zu identifizieren.
Auch die äußere Gestaltung der Bestandsgebäude erlebte eine Transformation, von einem kasernenartigen Erscheinungsbild zu einer aufgelockerten, farbenfrohen und grünen Umgebung. Die Umgestaltung der Außenanlagen von doppeltem Stacheldraht zu Militärzeiten zu begrünten Fassaden verbesserte nicht nur das Erscheinungsbild, sondern erhöhte auch die Lebensqualität.
Ein zentraler Aspekt der Nullenergiestadt ist das umfassende Wärmekonzept, das auf erneuerbaren Energien basiert. Solarthermie, Photovoltaik und das Blockheizkraftwerk aus regenerativen Quellen schaffen eine nachhaltige Energieversorgung. Die Nutzung von Nahwärmenetzen und intelligenter Regelungs- und Messtechnik strebt eine effiziente Energieverteilung an.
Martina Klingele, damalige Forschungsleiterin B&O Wohnungswirtschaft, bezeichnet die ständige Anpassung der nachhaltigen Wärmeversorgung an den kontinuierlichen Ausbau des Areals als ihre größte Herausforderung in diesem Projekt.
“Dem Areal wurde ja nicht umsonst der Titel ‘Nullenergiestadt’ gegeben. Zur Erreichung des damit formulierten Ziels wurde zu Beginn ein hochkomplexes Wärmeversorgungssystem errichtet, welches sowohl dezentrale regenerative Wärmeerzeuger als auch jahreszeitlich unterschiedliche Betriebsarten (sommerliches Kaltnetz, Übergangsbetrieb mit unterstützenden Wärmepumpen für die Warmwasserbereitung) enthält”, so Klingele.
Ein solches System immer wieder an neue Wärmeabnehmer mit sehr unterschiedlichen Anforderungen anzupassen, sei aufwändig und war überhaupt nur leistbar, weil im Rahmen des EnEff-Stadt-Forschungsprojekts ein sehr umfangreiches Energie-Monitoring durchgeführt wurde, berichtet sie weiter.
Das Modellprojekt B&O-Park in Bad Aibling präsentiert sich als zukunftsweisendes Beispiel für technologische Innovationen im Bereich nachhaltiger Energieversorgung und -nutzung. Die Kombination verschiedener erneuerbarer Energien ermöglicht eine exergetisch optimierte Betriebsweise mit abgesenkten Netztemperaturen und intensiver Solarnutzung. Exergetisch, die Exergetik betreffend, bezieht sich auf die Analyse und Optimierung von Energieflüssen, um die Effizienz von Energieumwandlungsprozessen durch die Berücksichtigung der Qualität und Verfügbarkeit von Energie zu verbessern.

Die dezentrale Einspeisung von Niedertemperaturwärme in Nah- und Fernwärmenetze bezieht sich darauf, dass Wärmeenergie mit niedrigen Temperaturen von verschiedenen lokalen Quellen in ein Netzwerk eingespeist wird. Diese Methode wird als zukunftsweisend angesehen, da sie eine effiziente und nachhaltige Energieverteilung ermöglicht, indem sie erneuerbare Energiequellen in unmittelbarer Nähe der Verbraucher:innen einbindet. Dies fördert eine dezentrale, umweltfreundliche Wärmeversorgung und trägt zur Reduzierung von Transportverlusten bei.
Ein Beispiel für die dezentrale Einspeisung von Niedertemperaturwärme ist die Nutzung von solarthermischen Anlagen auf Hausdächern, um Wärmeenergie zu erzeugen. Diese erzeugte Wärme kann dann direkt in das lokale Nahwärmenetz eingespeist werden, das mehrere Gebäude in der Nähe versorgt. Durch diese direkte Nutzung vor Ort wird die Effizienz gesteigert und der Bedarf an zentralen, ferngelegenen Heizkraftwerken verringert.
Das B&O-Park-Projekt in Bad Aibling zeigt, dass es in der Entwicklung von innovativen Wärmeversorgungskonzepten und der Integration erneuerbarer Energien enorme Fortschritte erzielt hat. Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus einer Biomasseheizanlage, dezentralen solarthermischen Einspeisungen und netzgespeisten Wärmepumpen, die zu einer exergetisch optimierten Betriebsweise führt. Diese fortschrittliche Technologie bietet eine vielversprechende Lösung für größere Quartiere und Stadtteile.
Das Modellprojekt hat gezeigt, dass die dezentrale Einspeisung von Niedertemperaturwärme in Nah- und Fernwärmenetze mittel- und langfristig eine bedeutende Rolle bei der Umstellung von fossilen Energieträgern spielt. Allerdings unterstreicht das Projekt auch den erheblichen Forschungs- und Entwicklungsbedarf, insbesondere bei der Umsetzung großer und komplexer Netzstrukturen. Obwohl das B&O-Park-Projekt einen vielversprechenden Weg aufzeigt, sind weitere Untersuchungen, Planungen und Entwicklungsarbeiten, besonders im Einsatz von Smart Metering und Nutzerführung notwendig, um optimale Projektergebnisse zu gewährleisten.

Die Erfahrungen aus dem EnEff:Stadt-Modellprojekt Bad Aibling sind wertvoll und bieten einen klaren Maßstab für die Übertragbarkeit in reale Stadtquartiere. Trotz des bisherigen Erfolgs sind die zu bewältigenden Herausforderungen komplexer als zunächst angenommen. Die Durchführung von weiteren Untersuchungen, Planungs- und Entwicklungsarbeiten sowie eine sorgfältige Betriebsoptimierung sind entscheidend. Zusätzliche Vorhaben, wie Monitoring, Netzoptimierung und möglicherweise Maßnahmen zur Bedarfsseite und zum Gesamtsystem, sind in Erwägung zu ziehen, um offene Fragestellungen zu klären und die Effizienz weiter zu steigern.
In der Phase der Planung der Nullenergiestadt sah sich B&O mit der Herausforderung konfrontiert, eine unabhängige Wärmeversorgung für das gesamte Quartier sicherzustellen. Dabei erkannten sie die Notwendigkeit eines eigenen Kraftwerks, insbesondere eines leistungsfähigen Blockheizkraftwerks (BHK), um ausreichend Energie für das gesamte Areal zu erzeugen. Diese Entscheidung führte zur Entwicklung der Heizikone als Herzstück des nachhaltigen Wärmeversorgungskonzepts auf dem B&O Bau ForschungsQuartier.
Die Heizikone präsentiert sich als wegweisende Lösung für die Wärmeversorgung von Kommunen und Wohnungswirtschaft. Unter dem Leitsatz "Triple ZeroPrinzip" – ZERO CO₂, ZERO KM, ZERO WASTE – setzt sie auf CO₂-neutrale Verbrennung, reduziert Transportwege und umweltneutrale Verbrennung ohne Rückstandsbildung.

Die Heizikone auf dem B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling vereint höchste technologische Ansprüche mit einer ästhetisch ansprechenden Form. Als Symbol für erneuerbare Energie in ihrer schönsten Form setzt sie Maßstäbe für nachhaltige Wärmeversorgung und zeigt, wie innovative Technologien mit architektonischer Eleganz verschmelzen können.
Designer Matteo Thun hat mit der Heizikone eine architektonische Meisterleistung geschaffen, die nicht nur technisch beeindruckt, sondern auch ästhetisch an eine Kirche oder einen Monumentalbau erinnert. Inspiriert von der St. Veit Kapelle in Südtirol, zeichnet sich die Fassade der Heizikone durch dicht angeordnete Lärchenholzschindeln aus. Diese äußere Gestaltung macht das Gebäude nicht nur funktional, sondern auch zu einem echten Blickfang.
Die Heizikone basiert auf der Holzständerbauweise und erstreckt sich über kompakte Abmessungen von 8 x 8 Metern. Die Oberfläche besteht aus Lärchenschindeln und setzt damit das Thema Biomasse wirkungsvoll um. Das Tor und die Front sind aus brüniertem Kupfer gefertigt, während der Sockel mit Nagelfluh verkleidet ist. Die technologisch imposante Heizikone verzeichnet eine Höhe von 13,5 Metern.

Der Biomassekessel der Heizikone, mit einer Leistung von bis zu 500 Kilowatt, nutzt technisch getrocknete Holzhackschnitzel – als Brennstoff. Dieses Material wird aus Waldrestholz der Region gewonnen und gewährleistet eine nachhaltige Energieversorgung. Die Wärme gelangt über ein Nahwärmenetz in die Gebäude des B&O Bau ForschungsQuartiers
Das Logistikkonzept der Heizikone besteht aus Schubboden-Wechselcontainer und Pelletspeicher und reduziert den Lieferaufwand. Die Verwendung von flokets® als Brennstoff bietet nicht nur einen höheren Heizwert, sondern minimiert auch Emissionen, Ruß und Asche. Dies trägt wesentlich zur Schonung von Wald und Umwelt bei.
Das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling steht nicht nur exemplarisch für eine Nullenergiestadt, sondern dient auch als Wegweiser für die Entwicklung von anderen Militär-, Industrie- und Infrastrukturbrachen. Die Konversion solcher Areale ist für die Schaffung nachhaltiger städtischer Strukturen von großer Bedeutung.
Die Beteiligten des Projekts zeigen, dass Konversion nicht nur eine bautechnische Herausforderung ist, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung, die durch innovative Ansätze und multidisziplinäre Zusammenarbeit erfolgreich bewältigt werden kann. Das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling setzt somit nicht nur auf den Weg in die Zukunft, sondern auch einen inspirierenden Standard für nachhaltige Stadtentwicklung.
“Ich finde es auch im Nachhinein toll, dass dieses Gelände eine Art große Spielwiese für innovative Bauideen ist. Auf dem Gelände wurde einerseits durchaus versucht, Bestand zu erhalten, andererseits aber unglaublich viele Neuentwicklungen insbesondere im Bereich der Vorfertigung und der Verwendung von Holz als Baustoff in reiner oder hybrider Form ausprobiert. Somit konnten auch Forschungsergebnisse gewonnen werden. Dies spiegelt sich ja auch in der Beteiligung verschiedener Hochschulen wider”, erzählt Martina Klingele.
Die nachhaltige Transformation des B&O Bau ForschungsQuartiers zu einer Nullenergiestadt ist ein wegweisendes Modellprojekt, das zeigt, wie durch innovative Konzepte und ganzheitliche Ansätze ehemalige Militärbrachen zu lebendigen, energieeffizienten Stadtgebieten werden können. Mit dem Fokus auf Quartierskonzepte, Sanierung und erneuerbare Energiequellen präsentiert sich das B&O-Parkgelände als Vorreiter für nachhaltige Stadtentwicklung.
Durch die Integration von Technologie, wie der Heizikone, setzt das Gelände neue Standards für ästhetische Nachhaltigkeit und technologische Effizienz. Die Verwendung erneuerbarer Energien, das ganzheitliche Wärmekonzept und das innovative Logistikkonzept der Heizikone demonstrieren, wie umweltfreundliche Energieversorgung und städtische Ästhetik harmonisch verschmelzen können.
B&O Bau ForschungsQuartier bietet nicht nur eine Blaupause für die Konversion von Militär-, Industrie- und Infrastrukturbrachen, sondern stellt auch eine inspirierende Vision für zukünftige nachhaltige Stadtentwicklung dar. Mit überzeugenden Ergebnissen und einem klaren Bekenntnis zum "Triple ZeroPrinzip" setzt Bad Aibling einen Maßstab für CO₂-neutrale Verbrennung, reduzierte Transportwege und umweltneutrale Energieversorgung ohne Rückstandsbildung.

Alles über die Entwicklung, Herausforderungen und Chancen für Frauen in der Baubranche. Von unterrepräsentierten Führungspositionen bis hin zu Initiativen zur Förderung von Frauen in diesem Bereich - dieser Artikel wirft einen umfassenden Blick auf die aktuellen Zahlen und Maßnahmen.
Die Baubranche, eine Säule der Wirtschaft und eine wichtige Triebkraft für die Entwicklung unserer gebauten Umwelt, hat in den letzten Jahren eine deutliche Veränderung erlebt. Insbesondere der Anteil von Frauen in diesem Bereich hat zugenommen, jedoch stehen sie noch immer vor zahlreichen Herausforderungen, sowohl auf individueller als auch auf struktureller Ebene.
Bis zum Jahr 1994 herrschte in den alten Bundesländern ein gesetzliches Beschäftigungsverbot für Frauen im Bauhauptgewerbe.
Vor 25 Jahren war es folglich noch eine Seltenheit, Frauen in Führungspositionen in der Baubranche anzutreffen. Sie wurden oft unterschätzt und mussten sich in einer von Männern dominierten Umgebung behaupten.
Trotz einiger Fortschritte sind Frauen in der Baubranche nach wie vor unterrepräsentiert. Laut der statistischen Analyse des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie vom 17.02.2023 machen Frauen nur etwa 13 % der Beschäftigten im Baugewerbe aus. Besonders in bauhauptgewerblichen Berufen liegt der Frauenanteil niedrig, bei lediglich 1,8 %. Dies steht im starken Kontrast zu anderen Branchen und spiegelt die bestehenden Herausforderungen wider.
Frauen in der Baubranche stehen einer Vielzahl von Hürden gegenüber, die von Vorurteilen und Stereotypen bis hin zu strukturellen Barrieren reichen. Dazu gehören unter anderem:
Vorurteile und Stereotype: Traditionelle Geschlechterrollen prägen oft noch immer das Bild von Frauen in der Baubranche. Viele Menschen haben immer noch das Vorurteil, dass Frauen körperlich nicht in der Lage sind, bestimmte Aufgaben auszuführen.
Mangelnde Unterstützung und Netzwerke: Frauen haben oft weniger berufliche Netzwerke und Mentoring-Programme, die ihnen helfen könnten, ihre Karriere voranzutreiben.
Gehaltsungleichheit: Der Gender Pay Gap ist auch in der Baubranche ein Problem. Frauen verdienen oft weniger als ihre männlichen Kollegen, selbst wenn sie die gleiche Arbeit leisten. Laut der statistischen Analyse des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie vom 17.02.2023 verdienen hoch qualifizierte Frauen lediglich etwa 73 % (Experte) bzw. 80 % (Spezialist) des Gehalts ihrer männlichen Kollegen auf dem gleichen Qualifikationsniveau.
Mangelnde Vertretung in Führungspositionen: Frauen sind in den oberen Ebenen der Baubranche deutlich unterrepräsentiert. Dies kann auf strukturelle Hindernisse und eine ungleiche Verteilung von Aufstiegschancen zurückzuführen sein.
Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch eine wachsende Anzahl von Initiativen, die darauf abzielen, die Situation von Frauen in der Baubranche zu verbessern. Dazu gehören:
Frauen-Netzwerke und Mentoring-Programme: Organisationen wie das FrauenNetzwerk-Bau, Frauen in der Immobilienwirtschaft e.V., die Projektgruppe zum Thema Chancengleichheit der Bundesarchitektenkammer oder die "AG Gleichstellung" der Architektenkammer Brandenburg bieten Frauen in der Baubranche eine Plattform zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung. Mentoring-Programme helfen dabei, den Ein- und Aufstieg von Frauen in der Branche zu fördern.
Politische Unterstützung: Politikerinnen wie Bundesbauministerin Klara Geywitz setzen sich aktiv für die Förderung von Frauen in der Baubranche ein und unterstützen Initiativen, die darauf abzielen, den Frauenanteil in allen beruflichen Ebenen auszubauen.
Bewusstseinsbildung und Kulturwandel: Es ist wichtig, das Bewusstsein für die Herausforderungen zu schärfen, mit denen Frauen in der Baubranche konfrontiert sind, und eine Kultur des Respekts und der Gleichberechtigung zu fördern. Dies erfordert eine aktive Beteiligung von Unternehmen, Verbänden und der Gesellschaft insgesamt.
In der Baubranche haben sich in den letzten Jahren Influencerinnen einen bedeutenden Platz erobert, die durch ihre Präsenz auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram Klischees aufbrechen. Ein Beispiel ist Julia Schäfer, auch bekannt als "Tschulique". Als Maurermeisterin zeigt sie ihren Follower:innen nicht nur die typischen Aufgaben auf einer Baustelle, sondern präsentiert auch die Vielseitigkeit und Kreativität ihres Berufs. Von der Verschalung des Fundaments bis zur Bedienung des Baggers – Julia Schäfer demonstriert mit ihrem Content, dass der Beruf als Maurerin weit mehr ist als das, was das Klischee vermuten lässt, und das auf eine erfrischend authentische Art.
Ein weiteres Beispiel ist Sandra Hunke, die nicht nur als erfolgreiches Model, sondern auch als Anlagenmechanikerin arbeitet. Neben ihrem Handwerk und ihrer Modelkarriere teilt sie auch ihre Leidenschaft für das Reiten. Damit zeigt sie, dass Frauen in der Baubranche und gleichzeitig in anderen Bereichen ihre Talente und Interessen ausleben können.
Die Baubranche hat in den letzten Jahren Fortschritte bei der Förderung der Geschlechtergleichstellung gemacht, aber es bleibt noch viel zu tun. Durch gezielte Maßnahmen, politische Unterstützung und einen Kulturwandel können wir sicherstellen, dass Frauen in der Baubranche die gleichen Chancen haben wie ihre männlichen Kollegen.
Wenn ihr mehr über Frauen in Führungspositionen in der Baubranche erfahren wollt und vor allem auf der Suche nach ein paar weiblichen Vorbildern seid, dann schaut mal hier oder hier oder hier rein.
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Von der Entwicklung zu Erlebniswelten bis hin zu neuen Chancen durch die COVID-19-Pandemie – alles über die Zukunftsaussichten und Herausforderungen, denen sich Shopping Center gegenübersehen.
Shopping Center haben im Laufe der Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Von den goldenen Zeiten der 70er bis 90er Jahre bis hin zur Konkurrenz, digital einzukaufen durch den Aufstieg des Online-Handels – diese Zentren des Einzelhandels stehen vor ständigen Veränderungen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Entwicklung und Zukunftsaussichten von Shopping Centern, und wie sie sich anpassen, um in einer sich wandelnden Einzelhandelslandschaft relevant zu bleiben.
Vor 20 Jahren war das Shopping Center ein lebendiger Treffpunkt, wo Menschen einkauften und sich trafen. Die Gänge hallten von Lachen und Gesprächen wider, während Kinder kreischten, sich an bunten Eisbechern erfreuten und Teenies zusammen abhingen.
Von der übergeordneten Konsumfunktion entwickelten sie sich zu Erlebniswelten, die über das Einkaufen hinausgehen. Heute bieten sie nicht nur eine Vielzahl von Geschäften, sondern auch eine breite Palette von Dienstleistungen, wie Schuhreparatur, Nagelstudios oder Unterhaltungsmöglichkeiten und Gastronomie, wie Rooftop-Bars und Food Courts.
Während der COVID-19-Pandemie wurden Shopping Center mit bisher ungekannten Herausforderungen konfrontiert. Die Notwendigkeit, Sicherheitsstandards zu gewährleisten, zwang Shopping Center dazu, ihre Betriebsabläufe anzupassen. Dies umfasste die Implementierung von Hygienemaßnahmen, die Einführung kontaktloser Zahlungssysteme und die Begrenzung der Besucherzahl, um ein sicheres Einkaufserlebnis zu gewährleisten.
Gleichzeitig eröffnete die Pandemie neue Chancen für Shopping Center, sich digital weiterzuentwickeln. Die verstärkte Nutzung des Online-Handels während der Lockdowns zwang Einzelhändler:innen dazu, ihre Präsenz im E-Commerce zu stärken. Shopping Center reagierten darauf, indem sie Click-and-Collect-Services einführten und digitale Marketingstrategien verstärkten. Der Click-and-Collect-Service ist ein Einkaufsmodell, das es Kund:innen ermöglicht, online Produkte auszuwählen und zu bestellen, die sie dann persönlich im Geschäft abholen können. Diese Anpassungen ermöglichen es Shopping Centern, ihre Reichweite zu vergrößern und neue Zielgruppen zu erreichen, was langfristig zu einem verbesserten Omnichannel-Erlebnis führt.
In China, einem Vorreiter in Sachen Einkaufszentren, sind Shopping Center nicht nur Orte zum Einkaufen, sondern vielmehr soziale Treffpunkte und Erlebniswelten.
China war in den 1980er und 1990er Jahren noch nicht führend im Bereich der Shopping Center. Zu dieser Zeit gab es nur wenige traditionelle Märkte und kleine Geschäfte. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und der Urbanisierung entwickelte sich jedoch eine rasante Expansion von modernen Einkaufszentren. Heute zählt China zu den weltweit führenden Märkten für Shopping Center, mit riesigen, innovativen Komplexen in Städten wie Shanghai und Peking. Die Integration von E-Commerce-Services hat zusätzlich zur Modernisierung des chinesischen Einzelhandels beigetragen.
Einige dieser Konzepte gehen sogar so weit, dass Besucher:innen Eintritt zahlen müssen, um spezielle Attraktionen wie Kunstausstellungen oder Malkurse zu erleben.
Stellt euch vor, ihr betretet ein Einkaufszentrum und werdet sofort von einer Welt der Möglichkeiten umgeben, die weit über das traditionelle Einkaufen hinausgeht. Die Luft ist erfüllt von aufgeregtem Lachen und gespannten Unterhaltungen, während die Lichter und Farben der vielen Attraktionen eure Sinne verzaubern.
Ihr könntet euch auch in einem luxuriösen Infinity-Pool entspannen, eine aufregende Achterbahnfahrt unternehmen oder euch in einem gemütlichen Kino zurücklehnen und die neuesten Blockbuster genießen. Na, wie klingt das?
Dieses Einkaufszentrum wäre kein gewöhnlicher Ort zum Einkaufen. Es wäre eine Oase der Erlebnisse, die darauf wartet, von euch entdeckt zu werden. Willkommen in der Zukunft der Shopping Center!
Ein herausragendes Beispiel an Innovationen in China ist die Integration von Digitalisierung und KI-Technologien in Shopping Centern. Eine riesige digitale Installation, wie ein "Digital Eye" ermöglicht es Kund:innen, über ihre Mobilgeräte zu interagieren. Diese KI-gesteuerte Plattform erleichtert nicht nur die Kommunikation zwischen Kund:innen und Geschäften, sondern ermöglicht auch einen interaktiven Austausch. Diese fortschrittlichen Ansätze zeigen, wie Shopping Center in China die Digitalisierung nutzen, um das Einkaufserlebnis ihrer Kund:innen auf ein neues Niveau zu heben.
Diese experimentelle Herangehensweise an die Gestaltung von Shopping Centern könnte auch in Europa Einzug halten, insbesondere angesichts des wachsenden Interesses an Erlebnisshopping und der zunehmenden Bedeutung von Freizeitangeboten in solchen Einrichtungen.
Die Zukunft der Shopping Center liegt darin, sich kontinuierlich an die Bedürfnisse der Kund:innen anzupassen und innovative Konzepte zu entwickeln, die über den reinen Konsum hinausgehen. In Deutschland und Europa stehen Shopping Center vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Gewohnheiten der Verbraucher:innen zu berücksichtigen, während sie gleichzeitig auf neue Trends und Technologien reagieren.
Shopping Center werden nach wie vor hauptsächlich zum Einkaufen besucht, gewinnen jedoch auch als Treffpunkt und für Freizeitaktivitäten an Bedeutung.
Die klassischen Food Courts entwickeln sich dabei zunehmend zu hochwertigen Restaurants mit internationalen Gastronomiekonzepten. Dies spiegelt den Trend wider, dass Verbraucher:innen nicht nur essen wollen, sondern ein besonderes kulinarisches Erlebnis suchen.
Die Zukunft der Shopping Center hängt stark von Standortfaktoren ab. Die Entwicklung der Center wird maßgeblich beeinflusst durch Veränderungen in der Umgebung, wie etwa die Ansiedlung neuer Bildungseinrichtungen oder die Altersstruktur der Bevölkerung. Daher ist eine kontinuierliche Anpassung des Mietermixes und der Angebote unerlässlich, um den sich wandelnden Bedürfnissen gerecht zu werden.
An einigen Standorten laufen Shopping Center schlechter. Wenn Shopping Center an ihrem aktuellen Standort erfolglos sind, machen sie in ihrer Funktion keinen Sinn mehr. Dann kann über eine Umnutzung und Umorganisation nachgedacht werden.
In Bezug auf die Revitalisierung bestehender Immobilien stehen Betreiber:innen jedoch vor Herausforderungen. Die Umwandlung von Shopping Centern in gemischt genutzte Gebäude erfordert nicht nur erhebliche Investitionen, sondern auch eine intensive Zusammenarbeit verschiedener Akteur:innen, darunter Investor:innen, Behörden, Mieter:innen und Entwickler:innen.
Die Diskussion über die Zukunft solcher Immobilien umfasst verschiedene Optionen, von Abriss und Neubau bis hin zur Umnutzung für alternative Zwecke wie Wohnen, Büros oder medizinische Einrichtungen. Dabei spielen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, darunter die finanzielle Machbarkeit, regulatorische Rahmenbedingungen, laufende Mietverträge und städtebauliche Vorgaben.
Insbesondere in Ballungszentren und Großstädten stehen viele Shopping Center vor der Herausforderung, sich an veränderte Bedürfnisse anzupassen und neue Nutzungsformen zu finden. Dies erfordert nicht nur unternehmerischen Mut, sondern auch eine intensive Auseinandersetzung mit bürokratischen Hürden, städtebaulichen Vorgaben und ökologischen Aspekten wie dem CO₂-Fußabdruck.
Die Revitalisierung von Shopping Centern ist ein komplexer Prozess, der eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordert. Trotz der Herausforderungen bieten solche Projekte die Möglichkeit, veraltete Immobilien wiederzubeleben und neue Impulse für die städtische Entwicklung zu setzen. Es ist daher wichtig, dass alle Akteur:innen am Markt zusammenarbeiten und gemeinsam Lösungen finden, um die Zukunft dieser Immobilien zu gestalten.
Die Zukunft von Shopping Centern ist von kontinuierlicher Anpassung und Innovation geprägt. Von reinen Konsumzentren haben sie sich zu multifunktionalen Erlebniswelten entwickelt, die über das Einkaufen hinausgehen. Die Möglichkeiten und Angebote, die es in China bereits gibt, könnten auch in Europa zukunftsweisend sein. Während die COVID-19-Pandemie neue Herausforderungen brachte, eröffnete sie auch Chancen für digitale Weiterentwicklung und verbesserte Omnichannel-Erlebnisse. Die Zukunft liegt in der Anpassung an die Bedürfnisse der Verbraucher:innen und der Integration innovativer Konzepte, die über den reinen Konsum hinausgehen.

Deutschland betrat Neuland im Holzhochhausbau mit dem "H8" in Bad Aibling, dem höchsten Holzwohnhaus seiner Entstehungszeit im Jahr 2011. Dieser Artikel wirft einen Blick auf die Meilensteine, Herausforderungen und Innovationen, die dieses Projekt definierten.
Der globale Trend zu Holzhochhäusern spiegelt sich in zahlreichen Projekten wider. Die hybride Holzbauweise stellt nicht nur eine nachhaltige Bauweise dar, sondern soll auch den CO₂-Ausstoß im Baubereich reduzieren. Holzhochhäuser versprechen eine umweltfreundliche Alternative zu Beton und Stahl und könnten laut einer Studie aus den USA im Jahr 2019 (“Umweltvorteile der Verwendung einer hybriden CLT-Struktur im mittelhohen Nichtwohnbau: Eine LCA-basierte vergleichende Fallstudie im pazifischen Nordwesten der USA”) bis zu 25 Prozent weniger Emissionen verursachen.

Inmitten des B&O Bau ForschungsQuartiers in Bad Aibling in Bayern, erhebt sich das achtstöckige Holzhaus “H8”, was mit einer Gesamthöhe von knapp 25 Metern 2011 Deutschlands höchstes Wohnhaus aus Holz war. Das imposante H8 steht als Sinnbild für die Vielseitigkeit des Baustoffs Holz im urbanen, nachhaltigen Wohnungsbau. Die oberen Etagen beherbergen die B&O Verwaltungszentrale, während die unteren Stockwerke Raum für private Wohnungen mit variablen Raumverteilungen und Grundrissen bieten.
Deutschland ist nicht allein in der Erforschung und Umsetzung von Holzhochhausprojekten. Weltweit setzen Länder wie Norwegen, Österreich, Kanada, die USA und Schweden auf den Baustoff Holz, um nachhaltiges Bauen voranzutreiben.
Norwegen stellte mit dem “Mjøstårnet” im Jahr 2019 das höchste Holzhaus der Welt vor. Mit 86 Metern übertrifft es Wiens “HoHo”, ein Holz-Hybrid-Hochhaus, das 84 Meter an Höhe erreicht.
In Deutschland setzt Hamburg mit dem Projekt "Roots" ein Zeichen für nachhaltigen Wohnungsbau. Mit 19 Stockwerken und einer Höhe von 65 Metern wird es das höchste Holzhochhaus Deutschlands. Der Turm, dessen Fertigstellung für Anfang 2024 geplant ist, übertrifft bereits existierende Holz- und Holzhybridhochhäuser in Deutschland.
Die Planung des Holzwohnhaus H8 erforderte eine enge Zusammenarbeit innerhalb digitaler Gebäudemodelle zwischen verschiedenen Partnern, darunter unter anderem die B&O Wohnungswirtschaft, Schankula Architekten, Huber & Sohn GmbH & Co. KG sowie bauart Konstruktions GmbH & Co. KG. Das Planungsteam erhielt außerdem Unterstützung von Forscher:innen der TU München, der Technischen Hochschule Rosenheim und dem ift Rosenheim während der Entwicklung des Bausystems.
Wie immer, wenn vom Holzbau die Rede ist, galt auch bei beim Bau des H8 Holzhochhauses besondere Aufmerksamkeit dem vorbeugenden Brandschutz.
Ein umfassendes Brandschutzkonzept war aufgrund der Höhe des Holzhochhauses H8 notwendig. Das Holzhaus mit einer Traufhöhe von knapp 25 Metern gehört gemäß der Musterbauordnung (MBO) zur Gebäudeklasse 5. Um den feuerbeständigen Anforderungen gerecht zu werden, wurde in Zusammenarbeit den Projektbeteiligten ein effektives Brandschutzkonzept entwickelt. Die tragenden Bauteile, einschließlich einer neu entwickelten Massivholzwand, erfüllen die Feuerwiderstandsklasse F90. Der Wandaufbau enthält nicht brennbare Steinwolle-Dämmstoffplatten und Brandschutzbekleidungen aus Gipsfaserplatten schützen vor externen Brandbelastungen. Innenseitig sind Wände und Decken nach der K260/REI60-Klassifizierung gestaltet, hauptsächlich unter Verwendung von Gipsfaserplatten der Feuerschutzklasse F120. Bei Übergängen zwischen gekapselten und nicht gekapselten Bauteilen wurden Brandschutzdichtschnüre oder abgestufte Gipsplatten eingesetzt, um Einbrände zu verhindern. Das Brandschutzkonzept berücksichtigt zudem einen Betontreppenhauskern und Laubengänge, um den Rettungsweg vom Treppenhaus zu den Wohnungen zu entkoppeln und die Ausbreitung von Rauch oder Feuer zu verhindern.
Die Statik des Holzhochhauses H8 basiert auf einer durchdachten Kombination aus hauptsächlich Holz und zu Teilen Stahlbeton. Lediglich das Treppenhaus und die Balkone bestehen aus Stahlbeton. Für die Balkondecke wurde wiederum Massivholz verwendet. Das Verformungs- und Setzungsverhalten der Holzbauteile wurde durch Belastungstests in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München untersucht.
Die Gewährleistung eines effektiven Schallschutzes war ein zentrales Kriterium für den Bau des H8 in Bad Aibling. Ein innovativer Bodenaufbau mit Zementestrich, Trittschalldämmung und Latexgebundener Splittschüttung auf Massivholzelementen wurde erfolgreich implementiert.
Das Holzwohnhaus zeigt stolz seinen Hauptbaustoff – Holz. Die Fassadenbekleidung besteht größtenteils aus Holz, was zusätzliche brandschutztechnische Maßnahmen wie die Integration von Brandriegeln erforderte.

Die Vorfertigung spielte eine entscheidende Rolle im Bau des Holzhochhauses H8 im B&O Bau ForschungsQuartier. Sie ermöglichte nicht nur eine höhere Qualität der Bauelemente, sondern auch eine erhebliche Beschleunigung der Montage. In nur zwei Tagen wurde ein komplettes Geschoss errichtet. Auch wenn es für alle Beteiligten Neuland war, ein solches Haus zu errichten, dauerte die Fertigstellung nur rund drei Wochen.
Architekt Schankula, erklärt was es für ihn bedeutet, Neuland zu betreten:
“Eine tief gehende Kenntnis von Material und Funktion, aber ebenso Kenntnisse über die Fertigungsprozesse können dazu führen, dass bei den auftauchenden Aufgabenstellungen des Architekten Ideen mit anderen Lösungsansätzen entstehen. Im nächsten Schritt muss man darüber nachdenken, wer ein geeigneter Partner sein kann und wie man ihn dazu bekommt, etwas mal anders zu machen als er es gewohnt ist.”

Holzhochhäuser bringen viele Vorteile, von welchen besonders ein Aspekt sehr unerwartet erscheint.
Wohnen in Holzhochhäusern bietet eine Reihe von Vor- und Nachteilen. Auf der positiven Seite steht die Umweltfreundlichkeit von Holz als nachwachsendem Rohstoff, dessen Verarbeitung weniger Energie erfordert als Stahl und Beton. Holzhäuser speichern zudem CO₂ und tragen zur Reduzierung von Emissionen in städtischen Gebieten bei und verbessern das Raumklima, was gesundheitsfördernd wirken kann.
Durch ihr geringes Gewicht bieten Holzhäuser einen effektiven Schutz bei Erdbeben. In Ländern mit erhöhter Erdbebengefahr, wie Neuseeland, ist der traditionelle Holzbau weit verbreitet.
Ein beeindruckendes Beispiel für die Erdbebensicherheit von Holzstrukturen ist die Sakyamuni-Pagode des Fogong-Tempels in Shuozhou, China. Mit einer Höhe von 67 Metern zählt sie zu den höchsten Holzbauten weltweit und hat seit ihrer Errichtung im Jahr 1056 zahlreiche starke Erdbeben überstanden, ohne wesentliche Schäden zu erleiden. Erfahrungen aus den USA und Japan belegen, dass gut geplante Holzgebäude die geringste Anzahl von Todesopfern und die geringsten Schäden bei Erdbeben aufweisen.
Nach aktuellen Erkenntnissen bieten hoch aufragende Holzbauten einen besseren Schutz vor Erdbeben im Vergleich zu Gebäuden aus Stahl und Beton.
Obwohl es zunächst überraschend klingen mag, sind Holzhäuser bei Feuer nicht weniger sicher als ihre Pendants aus Stahl oder Beton – einige Expert:innen behaupten sogar, dass sie sicherer sind. Dies ist vor allem auf die Verwendung moderner Baumaterialien zurückzuführen, insbesondere Cross Laminated Timber (CLT) oder auf Deutsch Brettsperrholz. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass es einfacher ist, das Abbrennverhalten von Holz vorherzusagen im Vergleich zu anderen Materialien wie Stahl. Da es in Hochhäusern schwieriger ist, Brände zu bekämpfen als in niedrigeren Gebäuden, kann der Einsatz von Holz als Baumaterial hier sogar als vorteilhaft angesehen werden.
Dennoch gibt es auch Kritik an Holzhochhäusern, sowohl von einigen Expert:innen als auch von Vertreter:innen der Betonindustrie.
Obwohl Holz CO₂ speichert, könnten positive Klimaeffekte zunichte gemacht werden, wenn Holz nicht nachhaltig oder regional geschlagen wird. Einige befürchten, dass der steigende Holzbedarf in der Baubranche zu Monokulturen führen könnte, die wiederum das Aussterben vieler Tierarten zur Folge hätten.
Regulatorische Hürden stellen eine weitere Herausforderung dar. Obwohl Gütesiegel wie das des Forest Stewardship Council (FSC) eine nachhaltige Forstwirtschaft versprechen, gab es Kritik an der Vergabe von FSC-Zertifikaten an Unternehmen, die mit Monokulturen und ökologischen Problemen in Verbindung standen.
Zusätzlich müsste die Holzbranche einige regulatorische Hürden überwinden, um Holz in höheren Gebäuden breiter einzusetzen. Viele Länder haben gesetzliche Beschränkungen für Holzgebäude eingeführt, insbesondere in Bezug auf die Gebäudehöhe.
Architekt:innen planen bereits höhere Holzbauten, möglicherweise, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. In Japan gibt es einen Vorschlag für ein 350 Meter hohes Hochhaus, das hauptsächlich aus Holz und einem geringen Anteil Stahl bestehen soll. Doch nicht alle unterstützen diese Höhenwettbewerbe und sehen einen Sinn darin.
Die CO₂-Einsparung durch Holzgebäude hängt auch davon ab, wie lange das Gebäude genutzt wird und was mit dem Material am Ende passiert, da bei der Zersetzung oder Verbrennung des Holzes das CO₂ wieder freigesetzt wird. Holz wird nach seinem Einsatz aktuell vor allem thermisch verwertet. Dies entspricht nicht dem Gedanken von kreislauffähigem ressourcenschonendem Bauen. Wird ein Gebäude darüber hinaus nur für einen kurzen Zeitraum genutzt, eignen sich andere Materialien wie beispielsweise Stahl ebenfalls, da die Recyclingquote des Materials derzeit noch höher ist. Hier gilt es die Materialauswahl sinnvoll abzuwägen und dieses entsprechend Nutzungsdauer und -zweck anzupassen.
Bauen mit Holz ist leider nicht günstiger als konventionelle Bauweisen. Dies liegt vor allem daran, dass der Werkstoff Holz bauphysikalisch anspruchsvollere Detailausbildungen, eine enge Zusammenarbeit der Fachplaner:innen sowie ein durchdachtes Instandhaltungskonzept benötigt. Aktuell fehlen zudem einheitliche Standards, die dafür sorgen, dass immer wieder neu geplant werden muss.
Insgesamt lässt sich erkennen, dass Holzhochhäuser nicht nur einen globalen Trend repräsentieren, sondern auch in Deutschland mit dem H8 Holzhochhaus im B&O Bau ForschungsQuartier einen bedeutenden Meilenstein im nachhaltigen urbanen Wohnungsbau setzen.
Trotz der zahlreichen Vorteile, wie Umweltfreundlichkeit und angenehmem Raumklima, stoßen Holzhochhäuser auf Herausforderungen wie Schallisolierung und Kosten. Die internationale Perspektive zeigt, dass Länder weltweit auf Holz als Baustoff setzen, wobei Projekte wie das “Mjøstårnet” in Norwegen und "Roots" in Hamburg herausragen. Die Planung und Umsetzung des H8 Holzhochhauses demonstrieren die Notwendigkeit integraler Kooperationen und innovativer Lösungen, insbesondere im Bereich Brandschutz und Schallschutz. Vorfertigung erweist sich als Schlüssel zum Erfolg, und der effektive Schallschutz beim H8 zeigt, dass Holzhochhäuser trotz ihrer Kritikpunkte durch innovative Ansätze eine vielversprechende Zukunft im nachhaltigen Bauwesen haben.

Von unterschiedlichen Assetklassen über internationale Perspektiven bis hin zu datengesteuerten Entscheidungen zeigt der Artikel, wie Diversifikation den Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg in der Bau- und Immobilienbranchedarstellt.
In einer Welt, die sich ständig verändert, wird die Kunst der Diversifikation für Bau- und Immobilienunternehmen zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Dieser Artikel wirft einen Blick auf die transformative Natur der Bau- und Immobilienbranche und beleuchtet, wie die kluge Diversifikation zu nachhaltigem Erfolg führen kann.
Von Wohnprojekten über Ladenflächen bis hin zum Objektbau – die Vielfalt der Assetklassen spielt eine entscheidende Rolle. Der Blick auf die letzten drei Jahre zeigt, dass Krisen, wie die Corona-Pandemie, verdeutlichen, wie wichtig es ist, divers aufgestellt zu sein. Die Veränderungen in unserem Lebens- und Arbeitsstil machen die Diversifikation zu einem strategischen Werkzeug.
Die Wohnungsnachfrage und -angebotsdynamik unterliegen ständigen Veränderungen. Antizyklische Investitionen in Wohnimmobilien können dabei helfen, auf günstige Marktbedingungen zu reagieren. Der Fokus auf qualitativ hochwertige Wohnprojekte und die gezielte Auswahl von Standorten sind entscheidend, um auch in herausfordernden Zeiten erfolgreich zu sein.
Ein entscheidender Schritt in der Diversifikation der Bau- und Immobiienbranche ist die Integration datengesteuerter Entscheidungen und innovativer Technologien. Moderne IT-Tools ermöglichen eine präzise Analyse des Immobilienmarktes. Die Einführung von digitalen Verwaltungsprozessen und die Nutzung von Big Data revolutionieren, wie Bauvorhaben geplant, entwickelt und verwaltet werden.
Ein Blick über deutsche Grenzen hinaus zeigt, dass auch internationale Immobilienmärkte vielversprechende Ziele darstellen.
Viele Family Offices lehnen mittlerweile Deutschland als Vermietungs- und Eigentümermarkt ab, nicht aufgrund von Enteignungsrisiken, sondern aufgrund der überbürokratisierten Strukturen. Die Mietdeckelung, Kappungsgrenzen und komplexe Nebenkostenregelungen in Deutschland machen es aus Sicht vieler Investor:innen unattraktiv.
Der Fokus verschiebt sich daher zunehmend auf internationale Märkte, insbesondere in den USA. Dort werden höhere Anfangsrenditen und professionellere Finanzierungsmöglichkeiten genannt. Im Vergleich zu Deutschland sind die Prozesse beim Immobilienkauf schneller, es gibt keine Grunderwerbssteuer, und die Renditen im Bereich Mehrfamilienhäuser beginnen bei etwa fünf bis 5,30 Prozent. Auch Polen gilt als interessanter Markt, aufgrund weniger Regulierungen und der Möglichkeit für Ausländer:innen, Immobilien zu erwerben.
Die Flexibilität von IT-Tools ermöglicht es, sich an die Anforderungen verschiedener Länder anzupassen. Der deutsche Bau- und Immobilienmarkt steht zwar vor Herausforderungen, doch internationale Perspektiven eröffnen neue Chancen und Möglichkeiten.
Einige Unternehmen der Bau- und Immobilienbranche überraschen mit einer unkonventionellen Diversifikation in die Landwirtschaft. Trotz politischer Reglementierungen und Herausforderungen in der Landwirtschaft erweist sich diese als solide. Die Resilienz der Landwirtschaft zeigt, dass Diversifikation nicht nur innerhalb der Branchen, sondern auch in anderen Sektoren erfolgreich sein kann. So bewirtschaftet die Benner Holding beispielsweise 2.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche unter dem Landwirtschaftsunternehmen Schlanstedt e.G. Hergestellt werden Winterweizen, Hafer, Erbsen und Zuckerrüben.
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Krisenfestigkeit von Unternehmen, die in verschiedenen Sektoren agieren, ein entscheidender Faktor ist. Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, dass die Immobilienbranche, einschließlich des Wohnungsbaus, von den Veränderungen im Arbeits- und Lebensstil stark beeinflusst wird. Das Arbeiten im Homeoffice hat sich auch nach der Pandemie in vielen Berufen durchgesetzt und lässt somit Büroflächen überflüssig werden.
Bauunternehmen wie die Julius Berger Gruppe, verstehen die Bedeutung der Diversifikation. Das Tochterunternehmen Julius Berger Nigeria Plc, das seit 1965 eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der industriellen und zivilen Infrastruktur Nigerias spielt, hat sich erfolgreich in Bereichen jenseits des traditionellen Bausektors positioniert und ist in die Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie eingestiegen.
Die Cashew-Verarbeitungsanlage von Julius Berger Nigeria Plc entwickelte die Marke Mighty Kashoo, die auf der Food and Beverages Exhibition 2023 in Lagos vorgestellt wurde. Unter dieser Marke produziert und vertreibt das Bauunternehmen nun Cashewnüsse. Dieses Engagement in der Food Industrie verdeutlicht, wie Unternehmen durch die Erweiterung ihres Dienstleistungsangebots neue Märkte erschließen können.
Auch die Lindner Group engagiert sich im Food Bereich und hat mittlerweile eine eigene Bio-Metzgerei, ein eigenes Weingut sowie eine Brauerei ins Portfolio aufgenommen.
Die Diversifikation in der Baubranche eröffnet Unternehmen neue Horizonte und Chancen. Bauunternehmer:innen sollten ihre Dienstleistungsangebote erweitern und sich auch in verwandten Sektoren engagieren. Die Kunst der Diversifikation erfordert ein geschicktes Management, das nicht nur im Bau- und Immobilienmarkt, sondern auch in neuen Märkten erfolgreich agiert. Der Blick über den Tellerrand und die Bereitschaft, innovative Wege zu gehen, können den Weg für nachhaltigen Erfolg ebnen.

Das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling, Bayern, hat eine reiche Geschichte: Vom Fliegerhorst zum Vorzeigeobjekt für Nullenergiebau und Holzarchitektur
Das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling, Bayern, ist ein Ort von historischer Bedeutung, der im Laufe der Jahre eine bemerkenswerte Transformation erlebt hat. Die Geschichte dieses Geländes reicht zurück bis in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und zeigt eindrucksvoll, wie sich ein Ort im Laufe der Jahrzehnte verändern kann.
1936 begann die Geschichte des Geländes als Fliegerhorst. Im Zweiten Weltkrieg diente es als Ausbildungsstätte für Sturzkampfbomber-Piloten, wurde von alliierten Streitkräften bombardiert und dadurch auch weitestgehend zerstört. Nach dem Krieg setzte man einiges daran, das Gelände wieder aufzubauen und dort das zeitweise größte Kriegsgefangenenlager Bayerns zu errichten. Es gibt Gerüchte, nach denen sich Günter Grass und Joseph Ratzinger dort als Gefangene begegnet sein sollen. Später wurde es dann Zufluchtsort für Flüchtlinge und Zwangsverschleppte, darunter viele Kinder.
Ab 1952 beherbergte es die US-Armee und ab 1972 die NSA, wobei das Gelände das geheimdienstliche Zentrumbeherbergte. Interessanterweise wurden auf dem Gelände Radarkuppeln (auch: Radome) mit dem Echelon-Abhörsystem betrieben, die auch heute noch beim deutschen Auslandsgeheimdienst BND im Einsatz sind. 2003 schloss die US-Kaserne "Bad Aibling Station", und die militärische Ära des Geländes endete. Ein neuer Plan für das Gelände musste her.

2006 übernahm die B&O Gruppe das, vor allem mit alten Kasernengebäuden und Mannschaftsunterkünften bebaute Grundstück von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). B&O-Gründungsgesellschafter Dr. Ernst Böhmerkannte schon damals das Potenzial des Areals und hatte große Pläne für das ehemalige Militärgelände.
Selbstverständlich hatte die Stadt Bad Aibling bei den Plänen zur Umgestaltung des Parks ebenfalls einige Gedanken und Ziele. Hitzig wurden verschiedene Ideen zur Nutzung des 66 Hektar großen Areals, darunter die Schaffung eines "Wohlfühlparks", eines "Technologieparks", eines "Landschaftsparks" und eines "Sportparks" diskutiert. B&O stellte schließlich in Frage, ob das Gelände einer rein touristischen Nutzung unterliegen müsste oder ob auch eine gemischte Nutzung mit Wohn- und Gewerbebauten möglich sei.
Im Jahr 2008 erfolgte die finale Änderung des Bebauungsplans, der die Grundlage für die heutige Nutzung legte. Im B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling wurde in den vergangenen Jahren ein einzigartiges Innovationslabor für nachhaltige Bebauung in die Tat umgesetzt. Welche Gebäude und Projekte sich im B&O Bau ForschungsQuartier wiederfinden, stellen wir euch in 12 Artikeln in diesem Jahr vor. Nach und nach verlinken wir die weiterführenden Artikel auch im untenstehenden Text, sodass ihr mehr zu den einzelnen Projekten, Bauarten und dem Gesamtkonzept des ehemaligen Parkgeländes erfahren könnt.

Mit dem Erwerb des alten Kasernengeländes stand für Dr. Ernst Böhm bereits fest: Das ForschungsQuartier sollte komplett neu gedacht und entwickelt werden. Er hatte das Ziel, ein urbanes Quartier auf dem Land zu etablieren, indem sowohl gearbeitet, gewohnt und gelebt werden kann – im städtebaulichen Fachjargon spricht man von funktionaler Mischung. Er verfolgte damit einen Ansatz, der heute einer nachhaltigen und modernen Stadtplanung entspricht.
„Die Charta von Athen prägte lange unser Verständnis von Leben: Hier wohnen, 20 Kilometer weit weg arbeiten.“
- Ernst Böhm
Das eine solche Art der Stadtplanung aber zu ausgestorbenen Innenstädten von Kleinstädten führt, liegt auf der Hand und können wir aktuell an vielerlei Orten beobachten.
„Heute versucht man eher, die Dinge zusammenzubringen. Arbeit und Kinder zum Beispiel. Das haben wir in Bad Aibling versucht – und geschafft.“
Das Gelände sollte nach seiner Vorstellung auch dazu genutzt werden, neue und alte Bauarten zu erforschen –eine Spielwiese für alle Beteiligten – aber immer unter dem Aspekt des nachhaltigen Bauens.
So wurden über die vergangenen 20 Jahre unterschiedliche Gebäude auf dem Gelände umgesetzt. Im Jahr 2008 eröffnete das B&O Parkhotel und bis 2018 wurden mehrere Bestandsbauten –alles alte Kasernenobjekte - sukzessive in das Projekt integriert. Heute umfasst das Hotel rund 100 Zimmer, ein Restaurant, einen Konferenz- und einen Wellnessbereich. 2011 folgte dann der Bau des, zum Errichtungszeitpunkt höchsten (knapp 25 Meter) Holzhochhauses Deutschlands, das „Holz 8“. In dem achtgeschossigen Hybridhaus befinden sich sechs Wohneinheiten, darunter auch barrierefreie, sowie Büroflächen. Auch die B&O Bau GmbH findet in den Räumlichkeiten ihr Zuhause.
Ab 2010 begann die Umsetzung der Idee einer Nullenergiestadt. Weitere Bestandsgebäude wurden saniert, um Energieverbräuche zu messen. Dieses Projekt wurde sogar vom Innenministeriumbegleitet. Die Planung einer Nullenergiestadt warf unweigerlich die Frage nacheiner effizienten und nachhaltigen Wärmeversorgung im Quartier auf, weshalb2010 mit dem Bau einer Hackschnitzel Verbrennungsanlage – auch Heizikone genannt - begonnen wurde. Die Anlage versorgt das gesamte nördliche Areal des B&O Bau ForschungsQuartiers mit nachhaltiger Energie.
B&O rief offiziell die "City of Wood" ins Leben, und es begann die Errichtung von innovativen Holzbauten wie dem „H4“ einem viergeschossigen Holzhybridbau mit 6 PKW-Stellplätzen im aufgeständerten Erdgeschoß. Die Transformation des Geländes setzte sich fort und entwickelte sich weiter zu einem der größten Versuchsgelände für den nachhaltigen Holzbau in Deutschland. Die im B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling errichteten Gebäude sollen als Leuchtturmprojektedienen und zum Nachmachen anspornen.

Zentrales Element dieses Vorhaben sind auch die errichteten Forschungshäuser "Einfach Bauen" von Florian Nagler Architekten.
Diese Häuser orientieren sich an einer einfachen Bauweise und reduzieren den Bedarf an Gebäudetechnik und künstlicher Klimatisierung. Durch die Einfachheit in Materialien und Konstruktion wird zudem das Recyclingpotenzial der Gebäude enorm erhöht.
2021 folgte der Ausbau der “City of Wood" und wurde um das WOGENO-Haus, einer Wohnungsanlage, als Weiterentwicklung der “Einfach Bauen” Häuser von Florian Nagler Architekten erweitert. Das Gebäude ist der erste kommerzielle Bau, der die erforschte Massivholztechnologie ohne zusätzliche Dämmmaterialien nutzt. Das WOGENO-Haus bietet eine kostengünstige Lösung für den Wohnungsbau, die auf hoher Flächeneffizienz, Architektur und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft basiert.
Zusätzlich begann der Bau des Bosch Wohnen-Gebäudes, einem vierstöckigen Holzhybrid Wohnhaus mit Fertigbädern, innenliegenden Loggien und begrüntem Flachdach. Welche Gedanken dem Gebäude zudem zu Grunde liegen, erfahrt ihr in einem der zukünftigen Artikel.

2021 wurde dann ein weiteres Tabuthema in Angriff genommen und erfolgreich umgesetzt: ein Parkdeck aus Holz, entworfen von HK Hermann Kaufmann Architekten. Das Gebäude sieht nicht nur schön aus, sondern ist nachhaltig und fügt sich zurückhaltend in das B&O Bau ForschungsQuartier ein – Eigenschaften, die die wenigsten Parkhäuser aufweisen können. Hier gibts dazu mehr Infos!
Mit dem Plusenergiehaus (H5) wurde ein sehr technologischer Ansatzverfolgt, um Messungen durchzuführen und Vergleichsdaten zu generieren.
Auch im Bereich der Sanierung ist B&O kein Thema zu heiß, keine Bautechnik zu unkonventionell. So begannen sie bereits 2008 damit, erste Schritte in Richtung serielle Sanierung zu gehen. Bei Bestandsgebäude im B&O Bau ForschungsQuartier wurden vorproduzierte Glaselemente (inkl. Fenster und Balkone) als vorgestellte Außenwandfassadeinstalliert. Die Luft zwischen Glaswand und alter Fassade wird durch die einfallende Sonneneinstrahlung erhitzt und in das Gebäude abgegeben. Dadurch können solare Gewinne erzielt und der Heizbedarf des Gebäudes insgesamt gesenkt werden. Lüftungsschlitze an den Fenstern geben die abgekühlte Luft wieder nachdraußen ab. Dadurch entstehen eine natürliche Erwärmung und Belüftung der Innenräume.
Weiter folgten dann Sanierungen nach dem Energiesprong-Prinzip. Um mehr über dieses innovative Vorgehen der seriellen Sanierung zu erfahren, schaut immer wieder in unserer Artikelserie vorbei, denn auch dieses erläutern wir bald etwas näher.
Auch im Bereich der modularen Bauweise wird im B&O Bau ForschungsQuartier experimentiert. So entstand ein Schülerwohnheim innerhalb kürzester Zeit aus rund 28 Modulen aus Holz. Auch der Bau eines achtgeschossiges Hybridhauses aus Holz und Beton im B&O Bau ForschungsQuartier zeigt, dass die Kombination innovativer Bauweisen und Materialien dazu führen kann, Gebäude schneller und effizienter zu errichten.

Das B&O Bau ForschungsQuartier in Bad Aibling hat eine reiche und bewegte Geschichte, die von militärischer Nutzung, Kriegsgefangenschaft und Flüchtlingsunterbringung bis hin zu seiner heutigen Rolle als ein Ort der Innovation und Nachhaltigkeit reicht. Die erfolgreiche Umwandlung des Geländes in eine Nullenergiestadt und die Nutzung von Holzbauweise unterstreichen die Bedeutung von Nachhaltigkeit und modernem Städtebau in der heutigen Zeit.
Fun Fact: Im Südendes Geländes stehen immer noch die alten Radarkuppeln aus NSA-Zeiten. Einmal im Jahr findet hier das Echolon Festival, Deutschlands größtes elektronisches Festival mit über 100 Internationalen und nationalen Künstlern, statt.
Welche Projekte noch geplant sind und wie sich traditionelle Bauweisen mit Lehm oder der Einsatz von Recycling-Material in der Zukunft des B&O Bau ForschungsQuartiers wiederfinden, das erfahrt ihr im letzten Artikel dieser Serie.
Deshalb schaut unbedingt jeden ersten Mittwoch im Monat hier bei uns vorbei und erfahrt mehr zu den einzelnen Gebäudetypen und Bauweisen!
Wir freuen uns schon darauf, euch mehr über Deutschlands größtes Baulabor zu nachhaltigem Bauen und Leben zu berichten.

Der Artikel beleuchtet die transformative Wirkung von Building Information Modeling (BIM) und Lean Management auf die Bauindustrie. Er bietet Einblicke in die Vorteile und Nachteile dieser Ansätze und betont die Synergien, die zur Effizienzsteigerung, Digitalisierung und Prozessoptimierung beitragen.
Building Information Modeling (BIM) revolutioniert die Bauindustrie durch die Digitalisierung des Planungs-, Bau- und Betriebsprozesses von Gebäuden und Infrastrukturen. Einer der größten Vorteile von BIM ist die verbesserte Zusammenarbeit zwischenverschiedenen Akteur:innen. Durch eine zentrale Datenplattform können Architekt:innen, Ingenieur:innen und Projektmanager:innen effizienter kommunizieren und arbeiten. Darüber hinaus ermöglicht BIM eine präzise Simulation und Analyse, die zu besseren Entscheidungen und weniger Fehlernführt.
Die Einführung von BIM erfordert zunächst eine erhebliche Investition in Technologie und Schulung. Außerdem kann die Komplexität der Software für einige Benutzer:innen eine Herausforderung darstellen. Die Abhängigkeit von digitalen Daten bringt auch Sicherheits- und Datenschutzbedenken mit sich.
Lean Management, inspiriert von der Automobilindustrie und insbesondere von Toyota, zielt darauf ab, Verschwendung zu minimieren und den Wert für die Kund:innen zu maximieren. Im Bauwesen bedeutet dies, Prozesse zu optimieren, Ressourceneffizient zu nutzen und durch kontinuierliche Verbesserung Innovationen zu fördern.
Die Umsetzung von Lean Management erfordert einen Kulturwandel und kann in etablierten Organisationen auf Widerstand stoßen. Es erfordert auch eine ständige Überwachung und Anpassung, um langfristige Effektivität zu gewährleisten.
Die Verbindung von BIM und Lean Management schafft eine mächtige Kombination für die Bauindustrie. Während BIM die digitale Infrastruktur bietet, um Daten und Prozesse zu verwalten, liefert Lean Management die Strategien und Praktiken, um diese Prozesse zu optimieren. Beide Ansätze zielen darauf ab, die Effizienz zu steigern, Verschwendung zu reduzieren und eine kollaborative Arbeitsumgebung zu schaffen.
In der dynamischen Welt des Bauwesens sind BIM und Lean Management nicht nur Trends, sondern essenzielle Werkzeuge für die Zukunft. Während BIM die Digitalisierung und Zusammenarbeit fördert, bietet Lean Management die Methoden und Strategien zur Prozessoptimierung. Durch die Integration dieser beiden Ansätze können Bauingenieur:innen, Architekt:innen und Projektmanager:innen die Herausforderungen der Brancheeffektiv bewältigen und sich auf nachhaltigen Erfolg konzentrieren.

In diesem Artikel geht es um Klimaneutralität und Klimaverträglichkeit in der Baubranche und das CO₂-Schattenpreis-Modell des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie in Zusammenarbeit mit KPMG Law.
In der Baubranche sind Begriffe wie "Klimaneutralität" und "Klimaverträglichkeit" mehr als nur modische Schlagworte; sie prägen die Zukunft der Branche. Während Klimaneutralität häufig als Endziel betrachtet wird, geht es bei Klimaverträglichkeit um einen proaktiven Ansatz, der darauf abzielt, den CO₂-Fußabdruck zu minimieren und umweltfreundliche Praktiken zu fördern. Klimaverträglichkeit setzt dabei klare Standards für nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Bauen, die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen.
Es ist unbestreitbar, dass die Baubranche eine Schlüsselrolle im Hinblick auf die Erreichung der CO₂-Ziele spielt. Durch das Pariser Abkommen und andere internationale Vereinbarungen hat sich die Branche verpflichtet, ihre Umweltauswirkungen zu reduzieren. Die öffentliche Hand, Unternehmen und andere Akteure stehen vor der Herausforderung, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um die Erderwärmung zu begrenzen und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.
Der Begriff “Schattenpreis" ist vielen eher unter “Opportunitätskosten” bekannt. Der CO₂-Schattenpreis beschreibt folglich den entgangenen Nutzen ,wenn man sich für eine bestimmte Option entscheidet und dabei andere Möglichkeiten außer Acht lässt.
Das “CO₂-Schattenpreis-Modell” des Hauptverbands der Deutschen Bauindustriestellt eine transformative Methode dar, um den CO₂-Fußabdruck von Bauprojekteneffektiv zu bewerten und zu reduzieren.
Im Kern ermöglicht dieses Modelleine monetäre Bewertung der CO₂-Emissionen, die bei der Realisierung eines Bauprojekts entstehen. Durch die Integration dieser Bewertung in die Kostenkalkulation erhalten Unternehmen einen ganzheitlichen Überblick über die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen ihrer Bauprojekte.
Ein vereinfachtes praktisches Beispiel: Ein Beton mit 50 Gramm CO₂ pro Kubikmeter führt bei 1000 Kubikmetern zu einem CO₂-Ausstoß von 50.000 Gramm.
Um das Konzept des CO₂-Schattenpreis-Modells anhand eines weiteren konkreten Beispiels zu verdeutlichen: Stellt euch vor, es gibt ein Projekt zum Bau einer Brücke auf einer viel befahrenen Autobahn. Durch die Reduzierung der Fahrspuren von drei auf eine entsteht ein Stau. Dieser Stau führt zu einer erhöhten Standzeit von Lastwagen und Autos, was wiederum einen bestimmten CO₂-Ausstoßverursacht.
In diesem Kontext würde das CO₂-Schattenpreis-Modell den zusätzlichen CO₂-Ausstoß, der durch diesen Stau entsteht, finanziell bewerten. Wenn ein Unternehmen ein Angebot für dieses Brückenbauprojekt abgibt und eine Methode oder Technikvorschlägt, die den Stau und damit den CO₂-Ausstoß reduziert – beispielsweisedurch den Einsatz modularen oder industriellen Brückenbaus – könnte dieses Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil erlangen.
Das Unternehmen würde in seiner Angebotserstellung dann berücksichtigen, dass es weniger CO₂ produziert und somit einen positiven Beitrag zum Klimaschutzleistet. Dies könnte sich wiederum positiv auf die Bewertung und Vergabe des Projekts auswirken. Kurz gesagt, durch den Einsatz effizienterer Bautechniken und -verfahren, die den CO₂-Ausstoß reduzieren, können Unternehmen im Wettbewerb Vorteile erzielen und zur Minderung der Umweltauswirkungen beitragen.
Ein wesentlicher Vorteil des CO₂-Schattenpreis-Modells liegt in seiner Anwendbarkeit und Flexibilität. Unternehmen können mithilfe von branchenüblichen Tools und Methoden, wie Excel-Tabellen, den CO₂-Anteil ihrer Baustoffe und Prozesse präzise berechnen. Dies ermöglicht es ihnen, gezielte Maßnahmen zur Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks zu entwickeln und umzusetzen. Darüber hinaus fördert das Modell die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Bauprozesse, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch vorteilhaft sind.
Die Einführung des CO₂-Schattenpreis-Modells hat das Potenzial, die Bauindustriegrundlegend zu transformieren. Es fordert Unternehmen jeder Größe dazu auf, ihre Bauprojekte unter dem Gesichtspunkt der Klimaverträglichkeit zu betrachten und innovative Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig stellt es eine Gelegenheit für öffentliche Auftraggeber:innen dar, durch die Integration von Klimakriterien in Ausschreibungsverfahren einen Beitrag zur Förderung nachhaltiger Baupraktiken zu leisten. In Zukunft wird erwartet, dass sich das CO₂-Schattenpreis-Modell weiterentwickelt und an die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen der Bauindustrie angepasst wird, um einen langfristigen und nachhaltigen Wandel zu ermöglichen.
Zum 1. Juni 2023 hat Baden-Württemberg mit dem Klimaschutzgesetz (KlimaG BW) den ersten verpflichtenden CO₂-Schattenpreis auf Landesebene eingeführt, der bei Bauprojekten berücksichtigt werden muss. Bereits seit 2022 gilt dieser Schattenpreis für Bundesbeschaffungen gemäß der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Förderung klimafreundlicher Dienstleistungen(AVV-Klima).
Die Einführung des CO₂-Schattenpreis-Modells bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Bauindustrie.
Der Übergang zum CO₂-Schattenpreis-Modell stellt besonders für kleine Bauunternehmen eine Herausforderung dar. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben oft nicht die Ressourcen oder das Know-how, um mit den komplexen Anforderungen dieses Modells umzugehen. Die Bürokratie und Regulierung können zusätzliche Hürden schaffen, obwohl die Unternehmen den Klimaschutz als wichtig erkennen. Öffentliche Auftraggeber:innen könnten durch die Integration von CO₂-Kriterien in Ausschreibungen Anreize für umweltfreundliche Lösungen setzen. Dies kann jedoch für kleinere Unternehmen problematisch sein, da sie möglicherweise nicht wettbewerbsfähig bleiben können. Dennoch ist ein Wandel in Richtung Nachhaltigkeit unvermeidlich.
Es ist von zentraler Bedeutung, unterstützende Strukturen und Maßnahmen zu etablieren, die kleinen Unternehmen ermöglichen, diese Herausforderungen zu überwinden, ohne ihre Wettbewerbsposition zu schwächen.
Zum Thema “Bürokratie” versucht das Kernkonzept einen positiven Beitrag zu leisten, in dem das CO₂-Schattenpreis-Modell folglich unbürokratisch sein soll. Das CO₂-Schattenpreis-Modell gründet sich insgesamt auf drei klare Prinzipien: unbürokratisch, transparent und fair.
Die Baubranche steht an einem entscheidenden Scheideweg, der von den Prinzipien der Klimaverträglichkeit und Nachhaltigkeit geprägt ist. Während "Klimaneutralität" ein erstrebenswertes Endziel darstellt, hebt sich "Klimaverträglichkeit" als aktiver und proaktiver Ansatz hervor, der die Branche in Richtung einer ökologisch verantwortungsvollen Zukunft lenkt. Das CO₂-Schattenpreis-Modell des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie in Zusammenarbeit mit KPMG Law markiert einen bedeutenden Meilenstein in dieser Entwicklung. Es bietet eine transformative Methode zur Bewertung und Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks von Bauprojekten, die sowohl für Unternehmen als auch für öffentliche Auftraggeber:innen von Vorteil ist.
Die praktische Anwendbarkeit und Flexibilität des CO₂-Schattenpreis-Modells ermöglichen es Unternehmen, ihre ökologischen Auswirkungen zu quantifizieren und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsziele zu ergreifen. Gleichzeitig erfordert die Implementierung dieses Modells eine gemeinsame Anstrengung von Unternehmen, öffentlichen Institutionen und anderen Stakeholdern, um die notwendige Infrastruktur und Unterstützung bereitzustellen.
Trotz der damit verbundenen Herausforderungen bietet das CO₂-Schattenpreis-Modell der Bauindustrie die Möglichkeit, innovative und nachhaltige Praktiken zu fördern und eine Kultur der Klimaverträglichkeit zu etablieren. Die Branche steht vor der Aufgabe, diese Chance zu nutzen und gemeinsam einen Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaziele zu leisten. Insgesamt stellt das CO₂-Schattenpreis-Modell einen wichtigen Schritt dar, um die Bauindustrie in eine nachhaltige und zukunftsfähige Richtung zu lenken, die den ökologischen und ökonomischen Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird.
Wenn euch weitere Insights zum CO₂-Schattenpreis-Modell interessieren, schaut in die aktuelle Podcastfolge mit Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie herein:

Von traditionellen Gasgeräten zu nachhaltigen Wärmepumpen: Ein Überblick über die Heiztechnik-Entwicklung. Herausforderungen der Energiewende, Vorteile digitaler Innovationen und die zentrale Bedeutung von Forschung für effiziente und umweltfreundliche Wärmeversorgung im Baubereich.
Die Heiztechnik hat im Laufe der Zeit einen erstaunlichen Wandel durchgemacht, von den Anfängen mit Gasgeräten bis hin zu modernen Lösungen für eine nachhaltige Wärmeversorgung. Die Branche steht vor der Herausforderung, innovative Technologien zu entwickeln, die den steigenden Anforderungen an Effizienz und Umweltverträglichkeit gerecht werden.
Wärmepumpen haben sich als effiziente und nachhaltige Lösung in der Heiztechnik etabliert. Sie nutzen erneuerbare Energiequellen wie Luft, Wasser oder Erdwärme, um Gebäude effizient zu beheizen. Diese Technologie bietet nicht nur eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes, sondern auch eine Verbesserung der Energieeffizienz im Baubereich.
Eine Wärmepumpe ist ein Gerät, das Wärmeenergie von einem Ort niedrigerer Temperatur zu einem Ort höherer Temperatur überträgt. Im Kontext der Heiztechnik zieht eine Wärmepumpe Wärme aus ihrer Umgebung (wie der Luft, dem Boden oder Grundwasser) und nutzt diese, um ein Gebäude zu heizen. Dabei verbraucht sie in der Regel weniger elektrische Energie als sie an Wärmeenergie liefert, was sie zu einer energieeffizienten Heizlösung macht.
Die Wärmepumpe agiert ähnlich wie ein Kühlschrank, aber mit dem Ziel, Wärme zu gewinnen, statt Kälte zu erzeugen. Während der Kühlschrank die Wärme aus seinem Inneren entfernt und nach außen leitet, um kühl zu halten, nutzt die Wärmepumpe die Wärme aus der Umwelt, um Ihr Zuhause zu heizen
Photovoltaik hingegen bezieht sich auf die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. Photovoltaikmodule oder Solarmodule auf dem Dach eines Gebäudes erzeugen Strom aus Sonnenlicht. Wenn diese Solarmodule mit einer Wärmepumpe kombiniert werden, entsteht eine besonders nachhaltige und effiziente Lösung für die Energieversorgung eines Gebäudes.
Die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe funktioniert folgendermaßen: Die Photovoltaikmodule erzeugen elektrische Energie aus Sonnenlicht. Ein Teil dieser Energie wird verwendet, um die Wärmepumpe zu betreiben, die dann Wärmeenergie aus der Umgebung aufnimmt und für die Beheizung des Gebäudes verwendet. Dieses System ermöglicht es, den erzeugten Solarstrom direkt für die Heizung des Gebäudes zu nutzen, was den Energieverbrauch reduziert und die Nachhaltigkeit erhöht.
Die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Heizlösungen und die Integration erneuerbarer Energien prägen die Herausforderungen der Energiewende. Die Branche muss sich anpassen und innovative Ansätze entwickeln, um den Anforderungen an Effizienz, Umweltverträglichkeit und Flexibilität gerecht zu werden.
Ein wesentliches Hindernis stellt jedoch der zunehmende Fachkräftemangel dar. Während die Nachfrage nach Wärmepumpen stetig wächst, fehlen qualifizierte Fachkräfte, die in der Lage sind, diese effizient zu installieren und zu warten. Diese Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage unterstreicht die dringende Notwendigkeit, in Ausbildung und Qualifizierung zu investieren, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen.
Wärmepumpen sind effiziente und umweltfreundliche Heizsysteme, haben jedoch auch einige Nachteile, die je nach Situation und Anwendung variieren können:
Trotz dieser Nachteile bieten Wärmepumpen in vielen Anwendungsfällen eine umweltfreundliche und kosteneffiziente Heizlösung, insbesondere wenn sie richtig dimensioniert, installiert und gewartet werden.
Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten zur Optimierung der Heiztechnik. Smart Home-Lösungen ermöglichen eine intelligente Steuerung und Überwachung von Heizsystemen, was zu einer effizienteren Nutzung und Energieeinsparung führt. Durch die Vernetzung von Technologien können Gebäude optimal beheizt und der Energieverbrauch minimiert werden.
Die kontinuierliche Forschung und Entwicklung neuer Technologien sind entscheidend für die Weiterentwicklung der Heiztechnik im Rahmen der Wärmewende. Durch Investitionen in innovative Lösungen und die Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten können neue Ansätze und Technologien entwickelt werden, die einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung leisten.
Die Entwicklung der Heiztechnik von ihren Anfängen bis hin zu modernen, nachhaltigen Lösungen wie Wärmepumpen und Photovoltaik hat eine bemerkenswerte Transformation erlebt. Während Wärmepumpen als Schlüsseltechnologie den Weg für eine effiziente und umweltfreundliche Wärmeversorgung ebnen, stehen wir vor einigen Herausforderungen. Neben den technischen Vorzügen von Wärmepumpen, wie Effizienz und Energieeinsparung, gibt es auch Hürden wie die Anschaffungskosten, Temperaturabhängigkeit und den Fachkräftemangel.
Die Integration von Photovoltaik und Wärmepumpen zeigt jedoch das Potenzial einer koordinierten Lösung für nachhaltige Energieversorgung. Gleichzeitig eröffnen digitale Innovationen und Smart Home-Lösungen neue Wege zur Steigerung der Effizienz und Energieeinsparung. Es ist unerlässlich, dass die Branche weiterhin in Forschung und Entwicklung investiert, um diese Technologien zu optimieren und den Herausforderungen der Energiewende erfolgreich zu begegnen. Nur durch eine ganzheitliche Betrachtung und kontinuierliche Innovation können wir den Weg zu einer nachhaltigen und effizienten Heiztechnik der Zukunft ebnen.

In diesem Artikel räumen wir mit den Vorurteilen über das Facility Management auf. Außerdem schauen wir uns die Bedeutung des Sektors über den Immobilien-Lebenszyklus hinweg an und beleuchten die Themen Nachhaltigkeit, Anpassungsfähigkeit und Innovation als Schlüssel zum Erfolg.
In einer Welt, in der Innovation und Fortschritt Hand in Hand gehen, gibt es eine Branche, die oft im Schatten steht und dennoch einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft hat: das Facility Management (FM). Doch Facility Management ist mehr als das gängige Klischee eines Hausmeisters mit einem Wischmopp und einem Schraubenzieher. Prof. Dr. Markus Thomzik, renommierter Innovationsforscher, erläutert welche Dimensionen das FM wirklich umfasst.
Facility Management (FM) umfasst eine breite Palette von Dienstleistungen, um Gebäude und Anlagen effizient zu verwalten und ihre Nutzung zu optimieren. Dazu gehören:
Gebäudeinstandhaltung: Planung und Durchführung von Wartungsarbeiten, Reparaturen und Renovierungen.
Sicherheitsmanagement: Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen und Überwachungssystemen, um den Schutz von Personen und Vermögenswerten zu gewährleisten.
Reinigungs- und Hygienedienste: Pflege der Innen- und Außenbereiche, um eine angenehme und sichere Umgebung zu gewährleisten.
Energiemanagement: Effiziente Nutzung von Energiequellen, Implementierung von nachhaltigen Praktiken und Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeinsparung.
Raum- und Arbeitsplatzmanagement: Optimierung von Büro- und Arbeitsplatzlayouts, um die Produktivität zu steigern und Ressourcen effektiv zu nutzen.
Technisches Gebäudemanagement: Überwachung und Instandhaltung der technischen Infrastruktur, einschließlich Heizung, Lüftung, Klimaanlagen (HLK) und Aufzügen.
Nachhaltigkeitsmanagement: Umsetzung von umweltfreundlichen Praktiken, Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks und Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards.
Abfallmanagement: Planung und Umsetzung von Abfallentsorgungsstrategien, Recyclingmaßnahmen und Reduzierung von Abfallmengen.
Innovationsmanagement: Integration neuer Technologien und innovativer Ansätze, um Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen zu erzielen.
Vertrags- und Lieferantenmanagement: Verwaltung von Verträgen mit Dienstleistern und Lieferanten, um eine reibungslose Betriebsabwicklung sicherzustellen.
Facility Management ist also weit mehr als nur die physische Instandhaltung eines Gebäudes – es ist eine ganzheitliche Herangehensweise, die verschiedene Aspekte des Gebäudemanagements abdeckt.
FM geht weit über das Sauberhalten von Fluren hinaus. Es spielt eine entscheidende Rolle im Lebenszyklus von Immobilien. Von der Architektur über die technische Infrastruktur bis zur nachhaltigen Organisation im Betrieb – all diese Elemente fließen in das FM ein.
In modernen Gebäuden wie der Elbphilharmonie zeigt sich die Wechselwirkung von Architektur und Facility Management besonders deutlich. Die bewusste Entscheidung, die Ecken am Boden der Bäder abzurunden, geht über ästhetische Aspekte hinaus. Diese architektonische Gestaltung wurde mit Blick auf die Facility Management-Effizienz getroffen. Die abgerundeten Ecken erleichtern die Reinigung erheblich, reduzieren den Zeitaufwand und minimieren letztendlich die Betriebskosten. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie schon in der Architekturplanung Maßnahmen für ein effektives Facility Management berücksichtigt werden können und wie beide Bereiche voneinander profitieren.
Die FM-Branche hat längst ihren Platz in der volkswirtschaftlichen Landschaft gefunden, mit einer Bruttowertschöpfung von rund 150 Milliarden Euro und etwa 5 Millionen Beschäftigten in Deutschland.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Nachhaltigkeit. Das FM trägt einen erheblichen Teil zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks der Immobilienwirtschaft bei. Dabei geht es nicht nur um ökologische, sondern auch um ökonomische Nachhaltigkeit. Die Planung und Bewirtschaftung von Immobilien müssen zukunftsfähig sein, ohne zu unüberschaubaren Betriebskosten zu führen.
"Der größte Hebel zur Einsparung von Kosten, aber auch zur Reduzierung des CO₂-Footprints ist jeder nicht gebaute Quadratmeter und jeder nicht gebaute und betriebene Quadratmeter."
– Prof. Dr. Markus Thomzik
Die Branche sieht sich einem akuten Fachkräftemangel gegenüber. Die Lösung könnte jedoch in Innovation und Digitalisierung liegen. Durch die Anwendung digitaler Tools und innovativer Geschäftsmodelle besteht die Möglichkeit, dem akuten Personalmangel im Facility Management zu begegnen. Prof. Dr. Markus Thomzik unterstreicht dabei, dass es entscheidend ist, dass die in Aussicht gestellten Vorteile und Lösungen dieser Technologien tatsächlich eingehalten werden. Es genügt nicht, dass die Technologien lediglich theoretisch vielversprechend erscheinen; sie müssen in der Praxis nachweislich die erwarteten positiven Effekte liefern, um langfristige und nachhaltige Erfolge im Facility Management zu erzielen.
Es bedarf nicht nur technischer Innovationen , sondern auch einer Veränderung der Unternehmenskultur und der Bereitschaft, Risiken einzugehen. Thomzik betont die Notwendigkeit von positiven Leuchtturmprojekten und der Gewinnung von Führungskräften, die bereit sind, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen.
"Der Mensch ist die fleischgewordene Innovationsbarriere, also es sind nicht technische Probleme, es sind nicht organisatorische Rahmenbedingungen (...) Am Ende ist es der Mensch." – Prof. Dr. Markus Thomzik
Der Fokus richtet sich auf die steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit im Facility Management, die Rolle von Top-Managern mit B2C-Hintergrund, die Herausforderungen von Arbeitszeitverkürzungen und Homeoffice sowie die Perspektiven der Plattformisierung im FM.
Die Herausforderungen und Chancen, mit denen die Facility Management-Branche konfrontiert ist sind vielfältig. Anpassungsfähigkeit, Innovation und nachhaltiges Handeln sind die Schlüsselelemente für den Erfolg in dieser sich ständig verändernden Branche.
Für noch mehr Insights, hört in die Podcastfolge mit Prof. Dr. Markus Thomzik herein:

Innovationen und Start-ups können die Baubranche innerhalb der Zinskrise vorantreiben, während Forschung und Entwicklung als Überlebensstrategie gelten. Branchenübergreifende Kooperationen, Kreativität, Flexibilität und Zusammenarbeit prägen die Zukunft der Baubranche.
Die Baubranche steht vor neuen Herausforderungen aufgrund gestiegener Zinsen, Nachwirkungen der Pandemie und des Ukraine Krieges sind noch immer zu spüren. Gestiegene Materialkosten und ein Normendschungel führen dazu, dass sich die Kosten für den gebauten Quadratmeter Wohn- oder Objektfläche immer weiter von leistbarem Wohnraum entfernen. Vor allem im Wohnungsbau, aber auch bei Gebäuden, die auf eine kommerzielle Nutzung ausgelegt sind, ist dies zu spüren. Aufträge brechen ein, Projekte werden verschoben, Baustellen stehen still. In dieser unsicheren Zeit müssen kreative Wege gefunden werden, um den Einfluss der Zinskrise zu bewältigen.
Die Planung für 2024 gestaltet sich in der Bau- und Immobilienwirtschaft als besonders anspruchsvoll. Die Branche muss flexibel auf unterschiedliche Entwicklungen reagieren und dabei auf Partnerschaften und Innovation setzen, um sich den Herausforderungen anzupassen.
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und steigender Zinsen können Innovationen und Start-ups die Baubranche voranbringen. Leider fehlt bei vielen Unternehmen noch die Erkenntnis, dass eine solche Entwicklung notwendig ist, um in Zukunft auf dem Markt bestehen zu können. Neue Ideen und Technologien sind gefragt, um effizienter zu arbeiten und den grünen Wandel voranzutreiben. Ganz besonders im Bereich der künstlichen Intelligenz könnte die Branche einige Überraschungen in Zukunft erleben. So sind die ersten Ideen (digitales Aufmaß, Visualisierungen durch künstliche Intelligenz erzeugt oder visuelle Datenauswertung aus der Luft) zwar vielversprechend, jedoch nur die Spitze des Eisbergs.
Auch wenn es schwer fällt: Gerade in unsicheren Zeiten dürfen Unternehmen in der Bauindustrie nicht an Forschung und Entwicklung sparen. Innovative Lösungen sind entscheidend, um die Herausforderungen der Zinskrise zu bewältigen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen.
Die Baubranche kann durch branchenübergreifende Kooperationen gestärkt werden. Der Austausch von Know-how und Ressourcen zwischen Unternehmen fördert nicht nur die Innovation, sondern ermöglicht auch eine effektivere Bewältigung der aktuellen Herausforderungen.
Trotz der Krise in der Baubranche bieten die aktuellen Herausforderungen auch Chancen für Kreativität, Flexibilität und Zusammenarbeit. Die Bauindustrie kann gestärkt aus dieser Phase hervorgehen, indem sie auf Innovationen setzt und gemeinsam an Lösungen arbeitet, um die gestiegenen Zinsen erfolgreich zu bewältigen.

Bauprojekte erfordern ein komplexes Kundenverständnis, das die Bedürfnisse aller Interessengruppen berücksichtigt. Ein neuer Ansatz betont tiefes Verständnis und Zusammenarbeit zwischen Gewerken für eine effektive Umsetzung.
In der Bauindustrie ist das Verständnis des Begriffs "Kunde" viel komplexer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Ein genauerer Blick auf die verschiedenen Rollen und Interessen innerhalb eines Bauprojekts offenbart eine Vielzahl von Kundenperspektiven, die oft übersehen werden.
Traditionell wird der Begriff "Kunde" im Baugewerbe demjenigen zugeschrieben, der die finanziellen Mittel für das Projekt bereitstellt. Dieses Verständnis ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Tatsächlich sind Bauprojekte von einer Vielzahl von Interessengruppen geprägt, von denen jeder seine eigenen Erwartungen und Bedürfnisse hat.
Beginnend mit dem Initiator des Projekts, sei es ein Unternehmen, eine Regierungseinrichtung oder ein öffentlicher Bauherr, gibt es eine Reihe von Akteuren, die in verschiedenen Phasen des Projekts eine entscheidende Rolle spielen. Architekten, Planer, Gutachter und Bauunternehmen sind allesamt essenzielle Bestandteile, die mit spezifischen Anforderungen und Erwartungen in das Projekt involviert sind.
Jenseits der unmittelbaren Projektbeteiligten liegt der eigentliche Nutzer des Gebäudes – oft eine Gruppe, deren Bedürfnisse in der Planung und Ausführung berücksichtigt werden müssen. Hier entstehen Divergenzen zwischen den verschiedenen Interessengruppen, und es ist unerlässlich, diese vielschichtigen Bedürfnisse zu verstehen und zu integrieren.
Ein entscheidendes Umdenken liegt darin, nicht nur auf die expliziten Wünsche der Kunden zu reagieren, sondern vielmehr die tiefgreifenden Bedürfnisse und Prioritäten aller involvierten Parteien zu verstehen. Ein solcher Ansatz erfordert eine umfassende Analyse der Kundenperspektiven, um die essenziellen Anforderungen und Erwartungen in den Vordergrund zu stellen.
In der Bauindustrie folgt jeder Arbeitsschritt auf den vorherigen, und jedes Gewerk trägt dazu bei, dass das nachfolgende Gewerk seine Arbeit optimal ausführen kann. Ein Mangel oder Fehler in einem früheren Schritt kann sich stark auf die nachfolgenden Gewerke auswirken und zu Verzögerungen oder zusätzlichen Kosten führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass jedes Gewerk die Bedürfnisse und Anforderungen des nachgelagerten Gewerks berücksichtigt.
Es ist für jedes Gewerk und für jeden Planer wichtig, sich kooperativ zu verhalten und eine "Kundenbeziehung" zum nachgelagerten Gewerk zu entwickeln. Dies bedeutet, dass das vorherige Gewerk seine Arbeit so ausführt, dass es den nachfolgenden Gewerken erleichtert wird, ihre Aufgaben ohne Hindernisse zu erledigen. Dies kann durch Transparenz der Arbeitsschritte, klare Kommunikation, sorgfältige Planung und Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse des nachfolgenden Gewerks erreicht werden.
Ein guter Ansatz zur erfolgreichen Projektumsetzung bietet das Lean Prinzip oder die integrierte Projektabwicklung.
Letztlich liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Bauindustrie nicht nur in der reinen technischen Umsetzung. Die Fähigkeit, ein tiefes Verständnis für die vielschichtigen Bedürfnisse und Anforderungen aller beteiligten Parteien zu entwickeln und in den gesamten Projektablauf zu integrieren, ist von entscheidender Bedeutung. Die neue Perspektive auf den Kunden im Bauprojekt eröffnet somit Möglichkeiten für eine effektivere und ganzheitlichere Planung und Umsetzung von Bauprojekten.

Die Diskussion um traditionelle Baumessen, innovative Kommunikationsformate und die Verbindung von physischen und virtuellen Treffen stehen im Mittelpunkt des Artikels. Tipps zur Integration von Augmented Reality verdeutlichen die Zukunft der Baumessen: Zusammenarbeit und Innovation prägen sie.
In der Baubranche sind Messen oft Schlüsselveranstaltungen, um Innovationen zu präsentieren, Beziehungen aufzubauen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erkunden. Eine effektive Kommunikation und Standattraktivität spielen hierbei eine zentrale Rolle.
Hier sind einige Strategien, die Unternehmen ergreifen können, um ihre Zielgruppe anzusprechen und auf ihren Stand zu locken.
Unser Eventkalender bietet eine informative Übersicht über kommende Veranstaltungen, um stets auf dem neuesten Stand zu sein.
Unternehmen sollten ihre Botschaften klar und präzise auf ihre Zielgruppe zuschneiden. Das bedeutet, die Vorteile und spezifischen Lösungen, die das Unternehmen bietet, deutlich herauszustellen und auf die Bedürfnisse der Besucher einzugehen. Eine klare Kommunikation über die Standpräsenz in den Vorankündigungen der Messe ist ebenfalls entscheidend.
Die Standgestaltung sollte interaktiv und ansprechend sein. Ein Mix aus Produktpräsentationen, Live-Demos oder interaktiven Displays kann Besucher dazu anregen, den Stand zu betreten und sich aktiv zu beteiligen. Virtual Reality (VR) oder Augmented Reality (AR) können eingesetzt werden, um ein immersives Erlebnis zu schaffen und komplexe Bauprojekte digital erlebbar zu machen.
Überblick über Formate mit physischen und virtuellen Elementen:
Hybride Veranstaltungen: Kombination von physischen und virtuellen Teilnahmeoptionen, um ein breiteres Publikum zu erreichen.
Interaktive Plattformen: Einsatz von digitalen Plattformen, die die Teilnehmer:innen online miteinander verbinden und gleichzeitig physische Teilnehmer:innen vor Ort einbinden. Bei vielen Messeanbietern bleiben diese Plattformen mittlerweile über die Messe hinaus bestehen. Auch die Präsenz auf Plattformen von Messen kann zu einer unterjährigen Präsenz beitragen und dazu führen, dass man potenziellen Kund:innen und Geschäftspartner:innen Informationen in einer Tiefe bereitstellt, die bei einem Messebesuch schwer umzusetzen ist.
Digitale Messestände: Nutzung innovativer Technologien, um virtuelle Messestände zu erstellen, die auch von remote teilnehmenden Unternehmen besucht werden können.
Live-Übertragungen und Aufzeichnungen: Angebot, Livestreams von physischen Veranstaltungen und Bereitstellung von Aufzeichnungen für nachträgliche Teilnahme.
💡 Unser Highlight 💡Virtuelle Produkttests: Durch AR können Bauprodukte, wie Bagger fahren, Kran steuern, Bewehrung prüfen etc. virtuell getestet werden, was den Besucher:innen ein immersives Erlebnis bietet.
Das Veranstalten von Networking-Events oder Workshops während der Messe kann eine ideale Gelegenheit bieten, um in entspannter Atmosphäre mit potenziellen Kunden oder Geschäftspartnern ins Gespräch zu kommen.
Diese Events können auch dazu beitragen, Fachwissen zu präsentieren und das Unternehmen als Experten auf seinem Gebiet zu positionieren.
Auch Workshops und Mitmach-Aktionen können für mehr Emotionen sorgen und dazu führen, dass Messebesucher:innen den Messebesuch und das Unternehmen positiv in Erinnerung behalten.
Wir haben verschiedene Formate aufgelistet, die eine interaktive und informative Atmosphäre schaffen:
Kamingespräche: Intime Runden mit begrenzter Teilnehmerzahl, die eine offene Diskussion zu einem spezifischen Thema ermöglichen. Diese Gespräche schaffen eine informelle Umgebung für einen direkten Austausch von Ideen und Erfahrungen.
Fish Bowl Diskussionen: Ein Setting, bei dem eine Gruppe von Teilnehmer:innen im Inneren eines fiktiven "Fischglas" sitzt und diskutiert, während sich außen stehende Teilnehmer:innen nach Bedarf in die Diskussion einklinken können. Diese Methode fördert eine dynamische Debatte und ermöglicht es, verschiedene Perspektiven zu beleuchten.
Breakout Sessions: Diese Sessions bieten eine vertiefte Diskussion zu einem spezifischen Thema oder Produkt. Durch die Aufteilung in kleinere Gruppen erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und individuelle Fragen zu stellen.
PechaKucha: PechaKucha ist eine Präsentationsform, bei der Sprecher:innen 20 Bilder oder Folien verwenden, die jeweils genau 20 Sekunden lang angezeigt werden. Die Gesamtdauer der Präsentation beträgt daher fixe sechs Minuten und 40 Sekunden. Dieses Format zwingt die Präsentator:innen dazu, präzise und fokussiert zu sprechen, wodurch eine dynamische und unterhaltsame Präsentation entsteht.
Eine frühzeitige und gezielte Marketingkampagne vor der Messe kann die Aufmerksamkeit auf den Stand lenken. Dies kann durch Social-Media-Kampagnen, E-Mail-Marketing, Ankündigungen auf Branchenportalen und direkte Einladungen an potenzielle Interessenten erfolgen. Ein Anreiz wie exklusive Angebote oder Gewinnspiele kann zusätzliches Interesse wecken.
Geschultes Standpersonal, das in der Lage ist, auf die Bedürfnisse und Fragen der Besucher:innen einzugehen, ist entscheidend. Ein persönlicher Ansatz, bei dem das Personal aktiv auf Besucher:innen zugeht und Gespräche anregt, schafft eine positive Interaktion und kann zu tieferen Beziehungen führen.
Unternehmen müssen vor allem die Bedeutung eines klaren, ansprechenden und zielgerichteten Kommunikationsansatzes erkennen. Dieser sollte über verschiedene Kanäle hinweg konsistent sein und darauf abzielen, das Interesse und die Neugier potenzieller Kunden oder Geschäftspartner zu wecken. Eine durchdachte Kombination aus attraktiver Standgestaltung, gezieltem Marketing und persönlicher Interaktion kann den Unterschied zwischen einer erfolgreichen und einer weniger erfolgreichen Messebeteiligung ausmachen.
Es wird zunehmend klar, dass die Branche eine Veränderung in der Art und Weise braucht, wie sie kommuniziert und zusammenarbeitet. Neue, innovative Formate sind notwendig, um nicht nur die relevanten Akteur:innen anzusprechen, sondern auch, um einen nachhaltigen und wirkungsvollen Austausch zu ermöglichen.
Der Fokus sollte auf einem breiten Spektrum von interaktiven, zielgerichteten Veranstaltungen liegen, die den Bedürfnissen der Branche gerecht werden und einen echten Mehrwert bieten.
Die Diskussion über die Zukunft von Baumessen in einer digitalen Ära konzentriert sich auf die Synergie zwischen physischen und virtuellen Treffen. Während virtuelle Formate Effizienz und globale Reichweite bieten, verleihen physische Veranstaltungen eine persönliche Note und fördern direkte Interaktion. Die Frage ist nicht, ob das Eine das Andere ersetzt, sondern wie sie einander stärken können.
In einer unserer DIGITALWERK-Podcastfolgen haben wir mit HOLTMANN+ und dreso zu neuen Kommunikationsformaten auf Messen gesprochen. Hört hier rein, wenn ihr mehr erfahren wollt:

Serielle Sanierung: Entdeckt nachhaltige Transformation in der Bauindustrie und erfahrt, wie dieser Trend nicht nur den Energieverbrauch reduziert, sondern die gesamte Branche revolutioniert. Von der Portfolioanalyse bis zur fortlaufenden Optimierung – alle Schritte kompakt erklärt.
Ein aufstrebender Trend revolutioniert die Bauindustrie – das serielle Sanieren von Bestandsgebäuden. Eine nachhaltige und effiziente Methode, die nicht nur den Energieverbrauch reduziert, sondern auch die gesamte Branche transformiert.
Das serielle Sanieren von Gebäuden avanciert zu einem Schlüsselelement in der nachhaltigen Gestaltung der Bauindustrie. Diese innovative Methode zielt darauf ab, den Gebäudebestand zu dekarbonisieren und setzt dabei auf standardisierte Prozesse und maßgeschneiderte Lösungen.
Der Fokus des seriellen Sanierens liegt auf Nachhaltigkeit. Ziel ist es, Gebäude von einer schlechten Energieeffizienzklasse auf A oder A+ zu heben. Durch die gezielte Reduzierung des Energieverbrauchs in Gebäuden trägt diese innovative Methode zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands bei und leistet einen wirksamen Beitrag zur CO2-Reduzierung.
Die Effizienzsteigerung durch standardisierte Prozesse und maßgeschneiderte Lösungen ermöglicht eine kostengünstige und schnelle Umsetzung von Sanierungsprojekten. Dies fördert nicht nur Innovationen in nachhaltigen Bautechnologien, sondern auch die Entwicklung neuer Standards in der Baubranche.
Serielles Sanieren adressiert die Herausforderungen der Branche, wie begrenzte Ressourcen und Fachkräftemangel, durch kontinuierliche Prozessoptimierung und Zusammenarbeit mit Partnern. Unternehmen, die diesen Weg gehen, gestalten nicht nur eine nachhaltige Bauindustrie, sondern auch ein rentables Geschäftsmodell, das auf Flexibilität und Skalierbarkeit setzt.
Das serielle Sanieren von Bestandsgebäuden ist ein durchdachter Prozess, der mehrere Schritte umfasst. Hier sind die wesentlichen Schritte, die nötig sind, um Bestandsgebäude seriell sanieren zu können:
Portfolioanalyse:
Planung:
Ausführung:
Kommunikation mit Mietern:
Energieeffizienzverbesserung:
Nachhaltigkeit und Umweltaspekte:
Fortlaufende Optimierung:
Zusammenarbeit mit Partnern:
Das serielle Sanieren erfordert also eine ganzheitliche Herangehensweise, von der Auswahl der geeigneten Objekte bis zur fortlaufenden Optimierung der Prozesse. Es ist ein dynamischer Prozess, der sowohl technologisches Know-how als auch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren in der Bauindustrie erfordert.
Die Bauindustrie sieht sich mit Herausforderungen wie begrenzten Fachkräften und Ressourcen konfrontiert. Unternehmen, die seriell sanieren, setzen auf kontinuierliche Prozessoptimierung, um Projekte effizient durchzuführen. Die Zusammenarbeit mit Gesellschaftern und strategischen Partnern spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Die Zukunft des seriellen Sanierens verspricht kontinuierliche Innovationen und Veränderungen in der Branche. Diese Methode wird nicht nur die Umweltauswirkungen minimieren, sondern auch die Effizienz und Rentabilität in der gesamten Bauindustrie steigern.
Das serielle Sanieren von Gebäuden ist mehr als ein Trend – es markiert eine nachhaltige Transformation der Bauindustrie. Durch die konsequente Anwendung dieser Methode wird nicht nur der Energieverbrauch reduziert, sondern auch der Weg zu einer zukunftsfähigen Bauindustrie geebnet. Unternehmen, die diesen Wandel vorantreiben, spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen und effizienten Bauwelt. Eins dieser Unternehmen ist RENOWATE. Wir haben mit Andreas Miltz, Geschäftsführer von RENOWATE im DIGITALWERK-Podcast gesprochen. Die Folge findet ihr hier!
Bauen im Bestand
Der Berliner Gasometer in Schöneberg stand jahrzehntelang still. Jetzt wurde ihm neues Leben eingehaucht. Hier mehr erfahren!
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Infrastruktur
Deutsche Bahn zwischen Chaos und Milliardenprojekten: Generalsanierung, Erfurt-Beule & Skandale – ist das Schienennetz noch zu retten?
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Infrastruktur
Der aktuelle Anlass ist brisant: Ein kleiner Riss an der Ringbahnbrücke der A100 in Berlin – erst unscheinbar, dann kompletter Abriss in Rekordzeit. Verkehrschaos inklusive. Doch die Brücke ist kein Einzelfall...
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Stadtentwicklung
Die Olympischen und Paralympischen Spiele könnten in den nächsten Jahren nach Deutschland kommen – und gleich vier Regionen haben spektakuläre Konzepte eingereicht. Es geht um Infrastruktur, Stadterneuerung und nachhaltige Quartiersentwicklung.
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Architektur
Am Alexanderplatz entstehen nach jahrzehntelangen Planungen mehrere Hochhäuser: Der MYND Tower, der Covivio Tower, der Hines Tower und der Alexander Tower. Wie ist der aktuelle Stand? Hier erfahrt ihr es!
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Inspirierende Projekte
Mittlerweile weiß jeder: Bauen in Deutschland dauert - meistens länger als man denkt und oft deutlich länger als geplant. Das muss so nicht sein! Bauen geht besser, schneller – und nachhaltiger! Aber wie, und warum bauen wir nicht einfach immer und überall so? Das erfahrt ihr hier!
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Infrastruktur
Mit über 37 Millionen Einwohnern im Einzugsgebiet ist Tokio ein beeindruckendes Beispiel für urbanes Leben und auf Effizienz getrimmte Mobilität. Etliche Menschen bewegen sich hier täglich durch ein gigantisches Netz aus Zügen, Bussen, Fahrrädern und Straßen. Aber wie kann die Fortbewegung in einer Stadt, die als die größte Stadt der Welt gilt, so reibungslos laufen? Und welche Besonderheiten hält die Stadt hinsichtlich Leben und Fortbewegung bereit?
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Inspirierende Projekte
Naturgewalten, die mit unbändiger Kraft zuschlagen können. Erdbeben, Taifune, Tsunamis, und sogar Vulkanausbrüche. Doch anstatt sich zu fürchten, hat diese Stadt etwas Unglaubliches geschaffen: Ein Katastrophenschutzsystem, das weltweit einzigartig ist. Hier zeigen wir dir, wie Tokio sich vor Naturkatastrophen schützt und was wir in Europa vielleicht davon lernen können. Das ist Tokio – die widerstandsfähigste Stadt der Welt!
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Inspirierende Projekte
Lange standen sie leer, jetzt erleben sie ein Comeback! In Hannover wird der "Telemoritz" zum Wohnturm, in Hamburg verwandelt sich der Heinrich-Hertz-Turm in einen lebendigen Hotspot mit Restaurants, Co-Working-Spaces & einer neu eröffneten Aussichtsplattform. Mehr dazu hier!
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Infrastruktur
U-Bahnen sind das Rückgrat vieler Großstädte. Aber wie zukunftsfähig sind unsere öffentlichen Verkehrsmittel? Und was passiert eigentlich mit den vielen ungenutzten Tunneln? Das uns mehr erfahrt ihr in unserer neuen Doku!
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Inspirierende Projekte
Die Sagrada Familia ist mehr als nur eine Kirche. Sie ist ein Symbol für Geduld, Hingabe und die Kraft einer Vision, die Generationen inspiriert. Mehr zum Bau und den architektonischen Besonderheiten erfahrt ihr hier!
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Inspirierende Projekte
900 Millionen Euro für ein neues Stadion – und das bei 3 Milliarden Euro Schulden? Der FC Barcelona steckt in einer finanziellen Krise und setzt trotzdem alles auf das neue Stadion, das Camp Nou. Aber warum?
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Real Estate
Gestartet wurde das Projekt Steglitzer Kreisel in den 60ern als Vorzeigebau – ein 120-Meter-Turm mit Büros und Einkaufzentrum. Doch heute ist der Turm eine Bauruine. Was passiert ist erfahrt ihr in diesem Video!
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Bau
Nach rund 15 Jahren Planung und Genehmigungsverfahren sowie knapp 10 Jahren Bau steht die größte Baustelle Europas nun kurz vor der Vollendung. 2026 soll das neue Terminal am Frankfurt Airport final fertiggestellt werden.
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Inspirierende Projekte
Klimakatastrophen, Krieg, Meteoriteneinschlag – die aktuell kursierenden Endzeitszenarien sind vielfältig. Viele Menschen haben Angst vor diesen teilweise realen Bedrohungen. Vor allem in den USA, aber auch in Deutschland boomt deshalb der Bunkerbau. On top der Dekadenz: Luxusbunker für Superreiche.
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Inspirierende Projekte
Venedig ist eine wunderschöne Stadt. Doch sie hat - neben dem Massentourismus - ein weiteres, existenzbedrohendes Problem: Venedig ist wortwörtlich dem Untergang geweiht! Wie Lösungen dagegen aussehen erfahrt ihr hier!
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Inspirierende Projekte
In Torgau (DE) werden innovative, recycelte Gläser entwickelt und solche, die sich automatisch an Sonnenlicht anpassen. Diese elektrochromen Gläser reduzieren die Innenraumtemperatur, sparen Energie und erhöhen das Wohlbefinden.
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Architektur
Dieses Projekt soll die Sexarbeit aus dem zentralen Rotlichtviertel "De Wallen" in ein Hochhaus mit rund 100 Arbeitsplätzen, Restaurants, Sex-Theatern und Clubs verlagern.
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Inspirierende Projekte
Warum braucht man eigentlich einen horizontal fahrenden Aufzug und was ist beim Bau und beim Testen dessen zu beachten? All das erfahrt ihr hier!
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Inspirierende Projekte
Im Hamburg wurde ein alter Bunker zu einem Hotel inkl. Dachgarten umgebaut. Durch die Erweiterung um fünf neue Etagen hat sich die Höhe des Bunkers von ursprünglich 40 Metern auf nunmehr 58 Meter erhöht. Der Umbau und die Begrünung des Bunkers wurden vollständig privat finanziert und kosteten insgesamt rund 60 Millionen Euro.
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Materialien
Deutschland steckt in einer Verkehrskrise. Das Transport System Bögl (TSB) bietet mit seiner Magnetschwebebahn-Technologie eine leise, zuverlässige und umweltfreundliche Alternative. Städte wie Berlin und Nürnberg prüfen bereits den Einsatz.
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Holzbau
Warum ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt so angespannt und wie könnten Lösungen für dieses Problem aussehen? Hier erfahrt ihr es!
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Inspirierende Projekte
Am Queen´s Wharf entsteht mit sechs gigantischen Bauwerken ein komplettes Stadtviertel mit zahlreichen Möglichkeiten für Touristen und Bewohner.
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Inspirierende Projekte
Wolkenkratzer verbrauchen zwar geringe Flächen, dafür aber Unmengen an Ressourcen. Das ist ein Problem, dem man bei aller Diskussion um den Platzmangel in Städten ins Gesicht sehen muss. Aber hier in Australien gibt es zwei Beispiele dafür, dass dem nicht so sein muss.
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Stadtentwicklung
Mit einer Umsetzung des Projektes TXL könnte das immer drängendere Problem Berlins von mangelndem Wohnraum einen deutlichen Schritt vorankommen.
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Krankenhäuser in Deutschland sind in einem schlechten Zustand: marode Gebäudestrukturen, ineffizientes Energiemanagement, analoge Patientenverwaltung und abgenutzte Gemeinschaftsflächen. Doch das ändert sich gerade!
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Inspirierende Projekte
Tokio, Delhi, und São Paulo – das sind beeindruckende Megacities mit bis zu 40 Millionen Einwohnern. Und genau so eine Riesenstadt könnte bald auch bei uns in Deutschland entstehen. Mehr dazu hier!
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Inspirierende Projekte
Städte stehen aufgrund der Urbanisierung vor Herausforderungen wie Wohnraummangel. Projekte wie die "Green Bridge Düsseldorf" und die "Neuen Brücken Frankfurt" bieten innovative Lösungen, indem sie nicht nur Verkehrswege sind, sondern auch multifunktionale Räume für Wohnen, Arbeiten und Grünflächen schaffen.
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Inspirierende Projekte
Erfahre, warum Berlin so lange auf den Bau von Wolkenkratzern verzichtete und wie der Estrel Tower diese Grenzen sprengt. Von Deutschlands größtem Hotel zum höchsten Gebäude Berlins – entdecke, wie dieses Projekt das Stadtbild verändert.
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Am TAG DER BAUINDUSTRIE 2025 wird gemeinsam diskutiert und erörtert, wie wir „Gesellschaftliche Ziele bauen, Wirtschaft stärken, Zusammenhalt festigen“ können.
Am TAG DER BAUINDUSTRIE 2025 möchten wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren und erörtern, wie wir „Gesellschaftliche Ziele bauen, Wirtschaft stärken, Zusammenhalt festigen“ können. Es erwarten Sie Vorträge und Diskussionen hochrangiger Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

DEUTSCHLANDS GRÖSSTER IMMOBILIENKONGRESS
Der P5 The Property Kongress ist Deutschlands größter Immobilienkongress. Bestandsimmobilien, ESG, Finanzierung, Bau und PropTech sind heute die zentralen Themen, die moderne Immobilienstrategien prägen und die Entwicklung nachhaltiger und profitabler Projekte ermöglichen. Digitalisierung, smarte Bauprozesse, nachhaltige Finanzierungslösungen und innovative Technologien sind die Trends, die zukünftig die Komplexität der Immobilienwelt beherrschbar machen und neue Chancen für erfolgreiche Investoren und Projektentwickler schaffen werden.
Auf dem P5 The Property Kongress treffen Sie die führenden Entscheider aus allen wichtigen Sektoren der Immobilienwirtschaft: Family Offices, Bestandshalter und Institutionelle, Bauträger und Architekten, Prop-Tech-Unternehmen sowie Investoren.
Nach den erfolgreichen Veranstaltungen 2023 und 2024 geht der P5 The Property Kongress 2025 auf das nächste Level.
Am 12. und 13. Juni vereint der P5 The Property Kongress meets Festival die 5.000 führenden Köpfe Immobilienbranche und die PSD Bank Arena in Frankfurt wird zum Epizentrum des Geschehens.
Mit hochkarätigen Speakern, intensiven Masterclasses und exklusiven Networking-Möglichkeiten bietet die Veranstaltung eine einzigartige Plattform für den Austausch auf höchstem Niveau. Separate Networking-Bereiche, Logen und ein Ausstellerbereich, der direkt im Zentrum des Besucherstroms platziert ist, sorgen für den perfekten Rahmen, um wertvolle Kontakte zu knüpfen und Geschäftschancen zu erschließen.
Dieses einmalige Kongresserlebnis wird durch stilvolle Unterhaltungselemente ergänzt – eine Atmosphäre, die begeistert, inspiriert und langfristige Verbindungen fördert.
Seien Sie dabei, sichern Sie sich den entscheidenden Wissensvorsprung und werden Sie Teil der Zukunft der Immobilienbranche.
Unter dem Motto „Stolz, im Handwerk zu gestalten“, vernetzt der Kongress in München das gesamte Handwerk im deutschsprachigen Raum.
Unter dem Motto „Stolz, im Handwerk zu gestalten“, vernetzt der Kongress vom 12. März bis 13. März 2025 live in München das gesamte Handwerk im deutschsprachigen Raum. Erleben Sie das herausragende Event und entdecken Sie spannende Best-Practice-Angebote, nehmen Sie an inspirierenden Beiträgen teil und tauschen Sie sich mit der Branche aus.
35. Jahresauftakt für Immobilienentscheider - Erkennen, was mit Entschlossenheit zu gewinnen ist und eine neue Wachstumsdynamik entfachen, darum geht es beim QUO VADIS 2025.
Die Immobilienwirtschaft steht an der Schwelle eines völlig neuen Marktzyklus und wir wollen den Blick in die Zukunft wenden. Entscheider beschäftigen heute Themen, die weit über die Branche hinausgehen: Wird Deutschland auch künftig wirtschaftlich in der Weltspitze mitspielen und führt die Strategie der vielen kleinen Schritte in einen Zukunftsplan für Deutschland? Wir haben prominente Wirtschaftsköpfe gebeten, ihre Erfahrungen, Überzeugungen, Lösungen und Ideen zu teilen. Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für Immobilienprojekte und -produkte ableiten? Die Käufer kehren auf den Markt zurück, und es gibt klare Anzeichen neuer Investitions- und Bauvorhaben. Auch die Aussicht auf weiter fallende Zinsen und die vorgezogene Bundestagswahl machen Hoffnung. Vertrauen und bilaterale Gespräche werden also auch das Immobilienjahr 2025 dominieren.
In diesem Setting werden Sie bei QUO VADIS erleben, wie andere Unternehmen an ihrer Zukunft arbeiten und wie die Wissenschaft die multipolaren Kriseneinflüsse einordnet. Welche Investitionen in Gebäude und Infrastruktur eine gute Zukunft haben und welche weniger, diesen Erkenntnisgewinn sollten Sie in Zeiten komplexer Transaktionsentscheidungen nicht verpassen. Erkennen, was mit Entschlossenheit zu gewinnen ist und eine neue Wachstumsdynamik entfachen, darum geht es beim QUO VADIS 2025.

Unser einzigartiges Event bringt die Schlüsselakteure der Bau- und Immobilienbranche in besonderer Atmosphäre zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf dem branchenübergreifenden Austausch und darauf Ideen und potenzielle Synergien zu erkunden. An diesem Tag teilen wir Inhalte, die bisher wenigen vorbehalten waren. Wir verbinden Wissen und Praxis, Emotionen und Adrenalin!
Unser einzigartiges Event bringt die Schlüsselakteure der Bau- und Immobilienbranche in besonderer Atmosphäre zusammen. Der Schwerpunkt liegt auf dem branchenübergreifenden Austausch und darauf Ideen und potenzielle Synergien zu erkunden. An diesem Tag teilen wir Inhalte, die bisher wenigen vorbehalten waren. Wir verbinden Wissen und Praxis, Emotionen und Adrenalin!
💬Exklusiver Austausch & Netzwerk
💎Hochkarätige Speaker
🏙️Nachhaltigstes Gebäude Deutschlands
🛫Altes Flughafengelände Tegel
🍃Industriedenkmal nahe Berlin
🍝Erstklassiges regionales Dinner
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DIGITALWERK Podcast Live Event - Parallel zur Expo Real laden wir Dich in den coolsten Tennisclub der Stadt für unser fantastisches und einzigartiges Podcast Live Event ein. Unter dem Motto "Beat the Pro" kommen 75 Personen, in entspannter 80er Jahre Atmosphäre zusammen, um einen Abend voller Highlights zu erleben.
🏆 Schlage den Profi
Egal, ob Du selbst den Schläger schwingen oder einfach nur mitfiebern willst, it´s Match Time Baby!
🎙️ Live Podcast mit Special Guest
Rainer Fleckl (Co-Autor & Investigativjournalist: "Inside Signa: Aufstieg und Fall des René Benko") - wird exklusiv für diesen Abend zu Gast sein! Sei live dabei wenn Rainer Fleckl einen Blick hinter die Kulissen gibt und neue Fakten des Immobilienunternehmers teilt. Von grotesken Deals, über Politnetzwerke und den Zerfall eines Imperiums inkl. anschließendem verbalen Schlagabtausch (Q&A)
🏗️ Construction meets Real Estate
Wir bringen zusammen, was zusammengehört und sorgen für einen branchenübergreifenden Austausch!
🍹Food & Drinks
Was wäre ein Netzwerk-Abend ohne gutes Essen und Getränke? Genieße fantastische Drinks und Snacks, während auf der Terrasse am Englischen Garten die Oktobersonne langsam untergeht.
Wir und unsere Partner freuen uns auf Dich!
Partner:


Dieses einzigartige Event bringt die Schlüsselakteure der Bau- und Luftfahrtindustrie in angenehmer Atmosphäre zusammen.
Gemeinsam erleben wir einen unvergesslichen Tag mit spektakulären Highlights (die wir aber noch nicht verraten).
Natürlich kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz.
Der Schwerpunkt liegt auf dem branchenübergreifenden Austausch und darauf Ideen und potenzielle Synergien zwischen Bau und Luftfahrt zu erkunden.
An diesem Tag teilen wir Inhalte, die bisher wenigen vorbehalten waren, und erleben Sie die Verbindung von Wissen und Praxis, Emotionen und Adrenalin.

Gemeinsam mit unseren Eventpartnern sorgen wir von DIGITALWERK für ein einzigartiges Erlebnis. Die Crème de la Crème beider Branchen treffen sich zum Wissensaustausch mit Herzklopfen auf höchstem Niveau. Das hat es so noch nie gegeben.
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Datum: 21. September 2023
Uhrzeit: 9:00 - 23:00 Uhr
Ort:
KPM Hotel & Residences,
Englische Straße 6
10587, Berlin
Dresscode: Business Casual - bitte kein Anzug 😉

Eine Messe für moderne Arbeitswelten und Büroausstattung, die innovative Bürolösungen und -konzepte zeigt.
Die ORGATEC 2024 überrascht mit einem neuen Messekonzept und einer umgestalteten Hallenplanung.
Jede Halle wird zur „Focus Area“ mit speziellen Themen rund um die Zukunft der Arbeit. Hier finden Besucher spannende Einblicke in Trends und Entwicklungen sowie passende Aussteller und Produkte. Das Marktplatzkonzept sorgt für eine themenorientierte Besucherführung und bietet viel Raum für Inspiration und Austausch zur Arbeitswelt von morgen.
#InspiredAugmentedOffice
Die ORGATEC und die zgoll GmbH präsentieren in der #InspiredAugmentedOffice-Focus-Fläche konkrete Best-Practice-Beispiele und Trends, darunter hybride Meetings, "Spatial Computing" sowie die Zukunft von Mixed und Augmented Reality in Smart-Work-Umgebungen. Besucher können dies mit MR-Headsets oder ihren eigenen mobilen Geräten erleben und fotografieren, um Einblicke in aktuelle Best-Practice-Ansätze für hybride Meetingräume und die Zukunftsperspektive der "Mixed Reality Collaboration Rooms" zu erhalten.

#CircularBiomaterials
Entdecken Sie auf der ORGATEC die Zukunft nachhaltiger Materialtechnologien in der Focus Area #CircularBiomaterials mit innovativen Lösungen wie Möbelschaumstoffen aus Seegras und Polsterfüllungen aus Rohrkolbenfasern. Nutzen Sie die Gelegenheit zum Netzwerken mit Fachleuten und erfahren Sie, wie Sie Ihr Unternehmen nachhaltig gestalten können.

#OfficeXperience
In Halle 8 können Besucher die #OfficeXperience erleben, einen Live-Office-Showcase von Experten gestaltet, der wegweisende Fokusthemen in einer branchenübergreifenden Community präsentiert. Mit Get-togethers, geführten Touren und Workshops können Messeteilnehmer die direkten Mehrwerte eines Next-Gen-Workplaces erkunden und innovative Raum-, Produkt- und Servicekonzepte erleben.

Eine internationale Messe für Keramik und Badezimmerausstattung, auf der die neuesten Produkte und Designs vorgestellt werden.
Die Cersaie ist die wichtigste internationale Veranstaltung für Designer von keramischen und anderen Oberflächenverkleidungen und Badezimmerausstattungen. Die Messe bietet ein vielfältiges Angebot: Von Keramikböden und Wandfliesen bis hin zu Boden- und Wandbelägen aus verschiedenen Materialien, sanitären Einrichtungen, Badezimmereinrichtungen, Kaminen und keramischen Öfen sowie Rohstoffen und Ausrüstungen für die Keramikindustrie.
Darüber hinaus werden Holzböden, Tapeten, Saunen, Design-Armaturen, Badewannen und Sanitärprodukte vorgestellt. Das Produktspektrum wird ergänzt durch Dienstleistungen wie spezialisierte Websites, Schifffahrtsagenturen, Forschungs- und Informationszentren, Unternehmensdienstleistungen sowie Designsoftware und -hardware.
Die Stadt Bologna, in der die Messe stattfindet, ist bekannt für ihre lange Tradition im Design und in der Herstellung von Keramik, was die Bedeutung der CERSAIE in dieser Region besonders hervorhebt. Zu den Höhepunkten der Messe gehören zahlreiche Designinnovationen, Architekturvorträge, Fortbildungen und Begegnungen mit Herstellern.
Die Aussteller der CERSAIE kommen aus den Bereichen Keramik, Oberflächendesign, Sanitärtechnik und Innenarchitektur. Das Fachpublikum, darunter Architekten, Designer, Einzelhändler und Endverbraucher, zählt zu den Hauptbesuchern. Das Bologna Exhibition Center, ein modernes und gut erreichbares Messegelände, sorgt für eine angenehme Veranstaltung. Zusätzlich zieht Bologna mit seiner reichen Geschichte, Kultur und erstklassigen Gastronomie internationale Besucher an. Die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr und die Vielzahl an Unterkünften in der Nähe machen den Messebesuch zu einem komfortablen Erlebnis.
Auf der Cersaie finden Sie keramische Oberflächen, Holzböden, Tapeten, Oberflächenverkleidungen aus anderen Materialien und Badezimmereinrichtungen. Sie haben auch die Möglichkeit, Designideen, Architekturkonferenzen, Schulungsveranstaltungen und Treffen mit Herstellerfirmen zu entdecken.
Eine Fläche von 145.000 m2, die Ihrem Kerngeschäft gewidmet ist, bietet Ihnen eine einzigartige Gelegenheit, Ihren Umsatz zu steigern. Treffen Sie die führenden Unternehmen und entdecken Sie die neuesten Branchentrends.
In 15 Messehallen werden die besten Produkte der weltweit führenden Unternehmen ausgestellt: Die größte Auswahl an keramischen Oberflächen, Holzfußböden, Tapeten, Badeinrichtungen, Kaminen, Saunen, Design-Armaturen, Badewannen und Sanitärobjekten bietet Ihnen alles, was Sie für Ihre Projekte benötige
Kommen Sie zur Cersaie, um sich von den anregenden und emotionalen Räumen inspirieren zu lassen und die Trends und Design-Innovationen der größten internationalen Ausstellung für Keramikfliesen und Badezimmereinrichtungen zu entdecken.
Erleben Sie die Eigenschaften der verschiedenen Produkte hautnah und holen Sie sich Ideen und Anregungen.
Besuchen Sie die Tiling Town, eine Ausbildungsstätte, in der Sie Fliesenlegermeister werden können. Kommen Sie und lassen Sie sich in Vorschriften und Verlegetechniken schulen.
Kommen Sie zu Cersaie Disegna la tua Casa und lassen Sie sich kostenlos über die Renovierung Ihres Hauses beraten. Innenarchitekten von Einrichtungsmagazinen werden sich Ihre Bedürfnisse anhören, um Ihnen den besten Service und die beste Beratung zu bieten.
Die Ausgabe 2024 der Cersaie, der internationalen Fachmesse für Keramikfliesen und Badezimmerausstattungen, verzeichnete mehr als 95.000 Besucher, von denen fast 50 % aus dem Ausland kamen. Trotz der weltweiten wirtschaftlichen Herausforderungen bestätigte die Messe ihre Position als internationale Pflichtveranstaltung für Fachleute aus den Bereichen Design und Planung, die die Gelegenheit hatten, die zukünftigen Trends und innovativsten Lösungen für Oberflächen, Badeinrichtungen und architektonische Ausstattungen zu entdecken. Mit 606 Ausstellern aus 25 Ländern und einer Ausstellungsfläche von 145.000 Quadratmetern hat sich die Cersaie als weltweites Schaufenster für Innovationen in diesem Bereich etabliert. Das Veranstaltungsprogramm zog Fachleute aus der ganzen Welt an und bestätigte ihre zentrale Rolle in der internationalen Messeszene.

Entdecken Sie Lösungen, um Vermögenswerte in einer sich verändernden Welt nachhaltiger zu gestalten.
Die MIPIM beeinflusst und beschleunigt den Wandel der bebauten Umwelt, indem sie ein einzigartiges, einwöchiges Stadtfestival in Cannes organisiert.
Hier bieten persönliche Diskussionen, Workshops und Diskussionsrunden Inspiration und Vordenkerrolle, während sie gleichzeitig Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und zur Förderung des geschäftlichen und beruflichen Wachstums schaffen.
Als Referenzpunkt für die globale Immobilienbranche bietet die MIPIM einen einzigartigen Zugang zu globalem Kapital und konkreten Lösungen, um Anlagen in einer sich schnell verändernden Welt nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen.
Zahlen aus 2024:
20,000+ Teilnehmer
4 Billionen Euro von den teilnehmenden Investoren verwaltetes Vermögen
90 Länder
300+ Stände

"BIM Tage" sind eine Veranstaltung, die sich auf Building Information Modeling (BIM) konzentriert. Hier werden die neuesten Entwicklungen und Anwendungen von BIM in der Bau- und Immobilienbranche präsentiert und diskutiert.
Die BIM Tage (Building Information Modeling Tage) sind eine Veranstaltung, die sich auf das Thema Building Information Modeling (BIM) konzentriert. Dabei handelt es sich um eine digitale Methode zur Planung, Ausführung und Verwaltung von Bauprojekten. BIM ermöglicht die Vernetzung aller am Bau beteiligten Akteure durch den Einsatz von 3D-Modellen und digitalen Daten. Das Ziel ist, Bauprozesse effizienter, transparenter und nachhaltiger zu gestalten.
Die BIM Tage bieten eine Plattform für Fachleute aus der Architektur-, Bau- und Immobilienbranche, um sich über die neuesten Entwicklungen, Technologien und Trends rund um BIM auszutauschen. Im Rahmen der Veranstaltung finden meist Vorträge, Workshops und Diskussionen statt, bei denen Experten ihre Erfahrungen und Best Practices teilen. Themen wie digitale Bauplanung, Projektmanagement, Nachhaltigkeit und der Einsatz von BIM in der Praxis stehen im Vordergrund.
Veranstaltet werden die BIM Tage oft von Fachverbänden oder Unternehmen der Baubranche, um den Wissenstransfer zu fördern und Innovationen zu präsentieren. Die Teilnehmer kommen aus verschiedenen Bereichen der Bau- und Immobilienwirtschaft, darunter Architekten, Ingenieure, Bauunternehmen, Projektentwickler und öffentliche Institutionen. Ziel der Veranstaltung ist es, die Digitalisierung im Bauwesen weiter voranzutreiben und den Einsatz von BIM als Standard in der Branche zu etablieren.

Konferenz zu PropTech, Digitalisierung und Transformation der Bau- & Immobilienwirtschaft
Die Zukunftskonferenz
Die REAL PropTech und die REAL ESTATE ARENA schließen sich 2025 zusammen und veranstalten eine gemeinsame Veranstaltung rund um PropTech, Digitalisierung und Transformation der Immobilienwirtschaft. Im Vordergrund dieser Plattform stehen hochkarätige Keynotes, relevante Impulse und visionäre Panels auf Bühnen und in Sessions, sowie das gezielte Matchmaking, Vernetzen und Klassentreffen mit relevanten Entscheidern und Influencern der digitalen Bau- und Immobilienwirtschaft, PropTech Gründern und Wagniskapitalgebern.

Die globale Plattform für Veränderung & innovatione Technologien
Das GREENTECH FESTIVAL schlägt für seine Veranstaltung 2025 ein neues Kapitel mit einem klaren Fokus auf B2B auf.
Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit GITEX Europe, einer der weltweit führenden B2B-Tech-Veranstaltungen, wird das GTF vom 20. bis 22. Mai in der Messe Berlin stattfinden, parallel zur GITEX Europe vom 21. bis 23. Mai.
Diese beiden Veranstaltungen bieten eine dynamische Plattform für führende Vertreter aus den Bereichen Technologie und Nachhaltigkeit, um sich zu treffen und an einer grüneren Zukunft zu arbeiten. Mit den diesjährigen Schwerpunktthemen Mobilität und Transport, Energie und Infrastruktur sowie Industrie und Materialien, die sich durch die gesamte KONFERENZ und AUSSTELLUNG ziehen, ergänzt das GTF nahtlos den Fokus der GITEX EUROPE auf Technologie und Start-ups.
Erhalten Sie exklusiven Zugang zu den neuesten Erkenntnissen im Bereich Green Tech von 350 Branchenführern auf der Hauptbühne, der Deep-Dive-Bühne und den Content Corners, und entdecken Sie herausragende Geschäftsbeispiele, die auf der Bühne präsentiert werden.
Entdecken Sie die GTF EXHIBITION, die sich über drei thematische Hallen erstreckt, die den diesjährigen Schwerpunktbereichen gewidmet sind. Erkunden Sie die innovativen Green-Tech-Lösungen und Geschäftsbeispiele, die von 200 renommierten Unternehmen, aufstrebenden KMUs und innovativen Start-ups präsentiert werden.
Treffen Sie wertvolle Geschäftskontakte vor Ort, um neue Kontakte zu knüpfen, Investitionsmöglichkeiten zu erkunden und Produkte, Lösungen und Dienstleistungen zu finden, mit denen Sie Ihre aktuellen Nachhaltigkeitsprobleme lösen können.
Erkunden Sie das START-UP LAND, wo 50 internationale Start-ups bahnbrechende Innovationen zu wichtigen Themen vorstellen und einen Blick in die Zukunft der grünen Technologie bieten. Lassen Sie sich von den neuesten Entwicklungen inspirieren, die die Branche prägen.
Maximieren Sie Ihre Networking-Möglichkeiten mit wertvollen B2B-Kontakten mithilfe der GTF-App, themenbezogenen Networking-Stunden und geführten Touren, um mit Branchenführern vor Ort in Kontakt zu treten. Dies ist Ihre Chance, ein starkes Netzwerk aufzubauen und die branchenübergreifende Zusammenarbeit zu fördern.
Vervollständigen Sie Ihr Festivalerlebnis, indem Sie Pausen in unserem Food Court und den Networking-Bereichen einlegen, wo Sie in einer musikalischen Atmosphäre mit anderen Changemakern in Kontakt treten können.

Die Internationale Handwerksmesse ist eine wichtige Messe für das Handwerk. Hier präsentieren Handwerksbetriebe ihre Fähigkeiten und Dienstleistungen in verschiedenen Gewerken, von traditionellen Handwerksberufen bis zu modernen Handwerksdisziplinen.
Ihre Messe rund ums Bauen, Sanieren und Modernisieren: Die Internationale Handwerksmesse, als führende Messe des Handwerks, präsentiert ein umfassendes Spektrum an Lösungen für Bauen, Sanierung und Modernisierung, mit besonderem Fokus auf Themen wie Wohnen, Küchenkultur, Nachhaltigkeit und Lifestyle. Seit über 75 Jahren ist sie ein bedeutender Treffpunkt für Innovationen, hochwertige Produkte und aktuelle Trends. Die Messe vereint dabei traditionelles Handwerk mit modernsten Technologien.

Das Construction Equipment Forum ist eine Veranstaltung, die sich auf Baumaschinen und -ausrüstung konzentriert. Hier werden die neuesten Fortschritte und Technologien im Bereich Baugeräte vorgestellt und diskutiert.
Die Konferenz konzentriert sich auf vier strategische Entwicklungsziele der Baumaschinenindustrie. Diese prägen beide Tage und bestimmen die Inhalte der Vorträge und Diskussionen.
Dieser Bereich beleuchtet gesetzliche Rahmenbedingungen, Marktanalysen und Nachhaltigkeitsstrategien. Es geht um die Auswirkungen politischer Entscheidungen, internationale Entwicklungen und Förderprogramme. Markttrends bieten wertvolle Einblicke in Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Im Umweltfokus stehen nachhaltiges Bauen, Klimaanpassungen und Ressourceneffizienz, die sowohl Chancen für Wachstum als auch ökologische Verantwortung eröffnen.
Hier liegt der Schwerpunkt auf der Reduktion des ökologischen Fußabdrucks durch Elektrifizierung und alternative Antriebe für Baumaschinen. Diese Technologien helfen, Umweltauflagen zu erfüllen, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Innovative Ansätze und Best Practices machen diese Themensäule besonders relevant für die Zukunft der Branche.
Die Automatisierung und Robotik revolutionieren Bauprozesse, indem sie Effizienz und Präzision erhöhen. Zudem ermöglicht das Internet der Dinge (IoT) die Vernetzung von Maschinen und sorgt für intelligente Baustellensteuerung. Diese Technologien verbessern nicht nur die Produktivität und Sicherheit, sondern schaffen auch neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen.
Die digitale Transformation der Baubranche umfasst Themen wie BIM, digitale Zwillinge und Projektmanagementsoftware. Diese Tools verbessern die Planungsgenauigkeit, steigern die Effizienz und fördern die Zusammenarbeit. Digitalisierung erhöht nicht nur die Transparenz, sondern sorgt auch für schnellere und qualitativ hochwertigere Projekte.

Die Messe und Konferenz für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation in der Baubranche Der Construction Summit ist die Messe und Konferenz für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation in der Bauwirtschaft. Hier treffen sich große Auftraggeber und Bauunternehmen mit Anbietern neuer digitaler Lösungen für die Planung und Umsetzung von Bauprojekten.
Der Construction Summit ist die zentrale Messe und Konferenz für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation in der Bauwirtschaft. Hier kommen führende Auftraggeber und Bauunternehmen mit Anbietern digitaler Technologien und zukunftsweisender Lösungen für die Planung und Umsetzung von Bauprojekten zusammen. Die Veranstaltung bietet eine ideale Plattform, um die neuesten Entwicklungen in den Bereichen BIM (Building Information Modeling), Automatisierung, IoT und nachhaltige Baupraktiken zu erkunden.
Neben inspirierenden Vorträgen von Experten auf mehreren Bühnen gibt es umfassende Networking-Möglichkeiten. Im Ausstellungsbereich präsentieren die führenden Anbieter ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen. Von digitalen Tools zur Effizienzsteigerung bis hin zu nachhaltigen Baukonzepten: Der Construction Summit zeigt, wie moderne Technologie die Zukunft des Bauens gestaltet.
Zusätzlich werden praxisnahe Workshops, Paneldiskussionen und Best-Practice-Beispiele angeboten, die Fachleuten helfen, die neuesten Trends direkt in ihren Projekten anzuwenden. Die Veranstaltung findet in Hamburg statt, einer Stadt, die für ihre fortschrittlichen städtebaulichen Projekte und nachhaltigen Bauansätze bekannt ist, und bietet auch Einblicke in regionale und internationale Bauinnovationen.

Die SHK+E ESSEN ist die Fachmesse für Sanitär, Heizung, Klima und Elektro und seit über 50 Jahren am Markt. Wir freuen uns, Sie 2026 wieder persönlich vor Ort begrüßen zu dürfen.
Wir freuen uns, Sie 2026 wieder persönlich vor Ort begrüßen zu dürfen.
Zahlreiche Aussteller präsentieren markreife Innovationen und Neuheiten wie zum Beispiel energieeffiziente Lösungen für Bad, Heizung und Klimatisierung.
Darunter fallen unter anderem Badarmaturen aus nachhaltigen Werkstoffen und digitale Heizungstechnik.

Die imm cologne ist die neu konzipierte B2B-Messe für konsumentenorientiertes Interior Design. Hier werden die neuesten Designs und Einrichtungslösungen vorgestellt.
Das zentrale Thema der Veranstaltung ist die World of Interiors, die Wohnen und Einrichten in ihrer ganzen Vielfalt präsentiert und alle relevanten Marktsegmente abdeckt – von klassischen Einrichtungslösungen über Ready-to-go- und Selbstaufbau-Möglichkeiten bis hin zu Entwürfen für junges Wohnen und Discount-Sortimente.

Neben Projektausstellungen kommen bei der ARCHITECT@WORK in Düsseldorf die größten Experten der Branche zusammen
Neben Projektausstellungen kommen bei der ARCHITECT@WORK-Messe in Düsseldorf die größten Experten der Branche zusammen und berichten und diskutieren in öffentlichen Vorträgen und Diskussionsrunden über alles rund um die Themen Architektur und Bauen.. "Architect meets Innovations" lautet das große Motto der diesjährigen Veranstaltung.
Ort:
Messe Düsseldorf Halle 8 B
Stockumer Höfe - Parkplatz P2
40474, Düsseldorf
Öffnungszeiten:
Mittwoch 3. Dezember 2025 von 10:00 bis 18:00 Uhr
Donnerstag 4. Dezember 2025 von 10:00 bis 18:00 Uhr

Seit 2016 findet jährlich die BIM World Munich statt und versammelt über 250 Aussteller, 250 Sprecher und lockt so über 8000 Besucher pro Jahr an.
Seit 2016 findet jährlich die BIM World Munich statt und versammelt über 250 Aussteller, 250 Sprecher und lockt so über 8000 Besucher pro Jahr an. Nicht umsonst ist die Messe eines der ersehntesten Events des Jahres für die Fans und Experten der Baubranche und Digitalisierung.
Standort:
Am Messesee, 81829, München

Neben Projektausstellungen kommen bei der ARCHITECT@WORK-Messe in Stuttgart die größten Experten der Branche zusammen
Neben Projektausstellungen kommen bei der ARCHITECT@WORK-Messe in Stuttgart die größten Experten der Branche zusammen und berichten und diskutieren in öffentlichen Vorträgen und Diskussionsrunden über alles rund um die Themen Architektur und Bauen.. "Architect meets Innovations" lautet das große Motto der diesjährigen Veranstaltung.
Ort:
Messe Stuttgart - Halle 10
Eingang West
70629 Stuttgart
Öffnungszeiten:
12. November 2025 von 10:00 bis 18:00 Uhr
13. November 2025 von 10:00 bis 18:00 Uhr

Die digitalBAU conference & networking legt den Fokus auf ein interaktives Erlebnis mit Vorträgen, Diskussionen, Networking sowie Wissenstransfer und gibt Ausstellern und Besuchern die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt und Austausch. Aussteller können zudem in der neuen Halle C6 ihre innovativen Lösungsansätze präsentieren.
Mit der digitalBAU und der digitalBAU conference & networking hat die Messe München in Kooperation mit dem BVBS (Bundesverband Bausoftware) zwei zukunftsorientierte Formate für die Baubranche geschaffen.
Die digitalBAU wird im Juli 2023 zum ersten Mal in München als Konferenz mit angeschlossener Ausstellung stattfinden. Im Februar 2024 wird die digitalBAU wieder auf dem Messegelände Köln eine Plattform für Software-Unternehmen, Industrie und Start-Ups bieten.
Die digitalBAU thematisiert die digitale Transformation in der Bauwirtschaft und umfasst die gesamte Wertschöpfungs- und Prozesskette des Bauens von der Planung über das Bauen bis hin zum Betreiben und Bewirtschaften von Gebäuden, Städten und Landschaften.
Verknüpft werden Anbieter von IT-Hard- und Software- sowie digitalen Lösungen für die Baubranche mit Architektur- und Ingenieurwesen sowie mit Industrie und Handwerk, Forschung und Wissenschaft sowie mit Verbänden und Politik.
In dieser Podcastfolge erklärt DEUTSCHE ROCKWOOL-Chefin Gülnaz Atila, wie das Unternehmen durch Elektrifizierung, Recycling, Innovation und neue Services aktiv die Bauwende vorantreibt.
Die Bauindustrie steckt mitten in einer gewaltigen Transformation, und ROCKWOOL, als weltgrößter Hersteller von Dämmwolle, spielt darin natürlich eine Schlüsselrolle. Die neue Deutschlandchefin Gülnaz Atila spricht im aktuellen Podcast darüber, wie das Unternehmen Dekarbonisierung, Elektrifizierung und nachhaltige Materialien aktiv vorantreibt.
Mit über 13.000 Mitarbeitenden und 3,8 Milliarden Euro Umsatz gehört ROCKWOOL zu den globalen Marktführern in der Dämmstoffproduktion. Für Gülnaz ist Innovation nicht nur Marketing, sondern eine echte Notwendigkeit für die Zukunft der Branche.

Ob Brandschutz oder auch PV-kompatible Dachlösungen – ROCKWOOL zeigt, dass selbst scheinbar einfache Materialien enorme Innovationskraft besitzen. Besonders das neue Elektroofen-Werk in der Schweiz gilt als Meilenstein, da es bis zu 80 % CO₂-Emissionen einspart.
Parallel entwickelt ROCKWOOL Services wie Recycling-Programme, um die Kreisläufe der Bauindustrie zu schließen. Damit reagiert das Unternehmen sowohl auf regulatorische Anforderungen als auch auf veränderte Kundenbedürfnisse.
Ein Kernpunkt des Gesprächs ist das gigantische Potenzial von Urban Mining. Über 200 Millionen Tonnen Bauschutt fallen jährlich in Deutschland an – ein Rohstoff, der viel zu selten genutzt wird. ROCKWOOL arbeitet dafür eng mit Recyclingunternehmen zusammen und bietet bereits Rücknahmeservices für Baustellen an.
Ziel ist es, Steinwolle sortenrein wieder in die Produktion zu führen und so echte Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.
Obwohl über 30 % der Gebäude in Deutschland energetisch veraltet sind, liegt die Sanierungsquote bei lediglich 0,7 % – halb so hoch wie im EU-Durchschnitt. Gülnaz sieht hier einen enormen Hebel, um Energieverbräuche, Kosten und Emissionen schnell zu reduzieren.
Doch dafür brauche es stabile politische Rahmenbedingungen und weniger Unsicherheiten sowohl für private Haushalte als auch professionelle Investoren. Gerade Gebäudepässe, EPBD und neue Förderlogiken könnten hier entscheidende Impulse liefern.
Zum Schluss spricht Gülnaz über die Bedeutung moderner Unternehmenskultur und klarer Visionen. Junge Talente wollen heute bei einem Unternehmen arbeiten, das Haltung zeigt und echte Zukunftsarbeit leistet. Daher will sich ROCKWOOL nicht nur technologisch, sondern auch kulturell als attraktiver Arbeitgeber positionieren.
In dieser Podcastfolge erklärt Mobilitätsforscher Andreas Knie, warum Deutschlands Verkehrs- und Mobilitätssystem an seine Grenzen stößt. Er spricht über Fehlentscheidungen der Vergangenheit, den Reformbedarf bei der Bahn und die Chancen digitaler, flexibler Mobilität. Die Folge skizziert, wie eine echte Mobilitätswende gelingen kann und welche politischen Entscheidungen dafür notwendig sind.
In dieser Podcastfolge spricht Mobilitätsforscher Prof. Dr. Andreas Knie offen über den Zustand der deutschen Infrastruktur. Er beschreibt eine Verkehrswelt, die über Jahrzehnte einseitig auf das Auto ausgerichtet wurde. Dieser Fokus führt heute zu massiven Problemen in Straßen- und Schienennetzen.
Andreas fordert deshalb ein radikales Umdenken, um Mobilität wieder leistungsfähig und zukunftsfähig zu machen.

Andreas analysiert die Deutsche Bahn als einen zersplitterten, überregulierten und politisch ausgebremsten Konzern. Die 16 Bundesländer und ihre Regionalisierungsgelder hätten eine Struktur geschaffen, die kaum noch steuerbar sei. Gleichzeitig seien Ticketpreise unvorhersehbar und spontane Nutzung kaum noch möglich.
Für Knie steht fest: Ohne grundlegende Strukturreform wird die Bahn ihre Rolle nicht erfüllen können.
„Wir machen noch Muddling Through. Wir brauchen eine strategische Grundentscheidung. Wie viel Schiene wollen wir uns gönnen? Und welche Bahn soll es denn sein?“
Andreas Knie
Andreas bemängelt, dass vor allem politischer Mut fehlt. Entscheidungen würden zu lange aufgeschoben, obwohl die Probleme für alle sichtbar seien. Er fordert klare Weichenstellungen und eine Offenheit für private Finanzierungen im Bahnsektor. Nur so könne die Modernisierung schnell und effizient gelingen.
Ein weiteres Thema ist die Zukunft des Automobils in Deutschland. Andreas ist überzeugt, dass Besitzmodelle an Bedeutung verlieren und flexible On-Demand-Services die Mobilität dominieren werden. Der klassische Busverkehr wird seiner Meinung nach ausgedient haben, während geteilte, digitale Angebote immer wichtiger werden. Dieser gesellschaftliche Wandel sei bereits sichtbar und werde sich weiter beschleunigen.
Trotz aller Kritik bleibt Andreas optimistisch. Menschen hätten sich bereits an On-Demand-Nutzung, digitale Dienste und flexible Lebensstile gewöhnt. Diese Entwicklungen seien der perfekte Nährboden für eine echte Mobilitätswende. Wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft jetzt gemeinsam handeln, könne die Zukunft der Mobilität deutlich besser werden, als viele glauben.
Dr. Robert Wagner, COO von Immowelt, spricht im DIGITALWERK-Podcast über KI, Emotion und Vertrauen im Immobiliengeschäft – und wie Technologie den Markt verändert.
Die Immobilienbranche steht vor einem technologischen Umbruch. Mit Plattformen wie Immowelt verändert sich, wie wir Wohnungen suchen, verkaufen und vermieten. immowelt-COO Robert Wagner spricht im aktuellen Podcast über Innovation, Emotion und künstliche Intelligenz.
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Immobilien sind mehr als nur Objekte – sie sind Lebensgeschichten. Robert betont, dass Vertrauen und emotionale Bindung entscheidend bleiben, auch wenn KI-Prozesse den Markt optimieren. Die Kunst liegt darin, Technik als Unterstützung einzusetzen, nicht als Ersatz für den Menschen. Denn jede Entscheidung rund um Wohnen bleibt zutiefst persönlich.
„Woran verdient eine Plattform eigentlich? Es ist der langfristige Kundennutzen, an dem wir dann letztlich auch verdienen. Nur nur zufriedene Kunden sorgen dafür, dass wir auch als Plattform langfristig wachsen.“
– Dr. Robert Wagner, COO, immowelt
Künstliche Intelligenz kann heute bereits Screening-Prozesse übernehmen, Daten analysieren und das Matching zwischen Anbieter und Suchendem optimieren. Bei Immowelt entstehen so digitale Services, die Vermietern helfen, schneller und gezielter qualifizierte Interessenten zu finden. Für Mieter bedeutet das idealerweise weniger Frust, mehr Transparenz und bessere Chancen auf das passende Zuhause.
Die Zukunft der Immobilienpräsentation ist visuell, interaktiv und immersiv. Virtual Staging, 3D-Rundgänge und intelligente Exposé-Texte könnten bald zum Standard gehören. Immowelt testet bereits KI-basierte Tools, die Listings automatisch verbessern. Damit wird Wohnen digitaler und gleichzeitig greifbarer als je zuvor.
Trotz aller Technologie bleibt eines klar: Der Immobilienmarkt ist ein „People’s Business“. Entscheidungen über Haus oder Wohnung trifft man nicht mit Algorithmen, sondern mit Herz und Vertrauen. Immowelt setzt deshalb auf das Zusammenspiel aus menschlicher Expertise und digitaler Effizienz.
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In dieser Folge sprechen Michael und Ann-Kathrin Mack über den Bau des Europaparks, die Kraft des Handwerks, globale Achterbahn-Technologie und die Vision hinter Europas größtem Freizeitresort. Ein tiefer Einblick in Familienunternehmertum, Architektur und besondere Bauprojekte.
Der Europapark gilt als einer der beeindruckendsten Freizeitparks Europas, doch hinter dem Erfolg steckt weit mehr als Unterhaltung. Die Familienunternehmer Michael und Ann-Kathrin Mack führen das Unternehmen mit anderen Familienmitgliedern in achter Generation.
Im aktuellen Podcast ist Michél in den Europa-Park gefahren, um mit den beiden eine ganz besondere Folge #200 aufzunehmen. Ein Takeaway: Das Bauen ist tief in der DNA der Familie verankert – seit 1780. Vom Wagenbau über Kirmesattraktionen bis hin zu High-Tech-Achterbahnen hat sich mittlerweile eine Gruppe entwickelt, die mit Leidenschaft, Know-How und Handwerk an der Unterhaltung der Zukunft werkelt.
Ann-Kathrin ist studierte Architektin und beschreibt, wie hochwertige Architektur und langlebige Materialien zentrale Elemente des Parks sind. Nachhaltigkeit, Qualität und Storytelling spielen bei jeder neuen Attraktion eine entscheidende Rolle. Die Handwerkskunst ist sichtbar – von detailgetreuen Rekonstruktionen bis zu komplexen Stahlbauten.
Über 500 regionale Betriebe arbeiten jedes Jahr daran, den Park weiterzuentwickeln.

„Wir sind extrem stolz auf das Handwerk und die Bauwirtschaft – das hat für uns einen hohen Stellenwert.“
– Michael Mack
„Unser Anspruch ist, dass wir hochwertige Architektur bauen, die für nächste Generationen bleibt.“
– Ann-Kathrin Mack
Der Europapark ist ein Freizeitpark, aber auch Labor für das hauseigene Familienunternehmen MACK Rides. Damit entwickelt man Achterbahnen für die ganze Welt. Innovative Konzepte wie VR-Attraktionen und autonom gesteuerte Fahrtsysteme prägen die Zukunft des Entertainments. Hier treffen Maschinenbau, Design und digitale Welten aufeinander.
Heute umfasst das Resort sechs große Hotels und den 250-Millionen-Euro-Wasserpark Rulantica. Auf die 6 Hotels verteilen sich 1 Million Übernachtungen pro Jahr. Die Besucherzahlen steigen kontinuierlich, ebenso wie die Wiederkehrrate von beeindruckenden 80 %.
Der Park wächst gemeinsam mit der Region und schafft enorme Wertschöpfung – sowohl im Handwerk als auch im Tourismus. Infrastruktur, Genehmigungen und Flächennutzung werden zu strategischen Zukunftsfragen.
Für Ann-Kathrin und Michael Mack besteht die Zukunft aus einer Verbindung von analogen, gemeinsamen Erlebnissen und digitalen Erweiterungen. Der Park soll ein Ort bleiben, an dem Menschen echte Emotionen erleben und der Alltag in den Hintergrund rückt.
Innovation bleibt dabei ein ständiger Begleiter – von neuen Themenwelten bis hin zu völlig neuen Mobilitätslösungen. Der Europapark sieht sich damit weiterhin als Leuchtturm für Handwerk, Baukultur und Familienunternehmertum.

Vollblutunternehmer Dirk Sojka berichtet im Podcast über den mutigen Einstieg ins Infrastrukturbaugeschäft, die Entwicklung von TERRAS und die Zukunft unserer Bauwirtschaft.
Dirk Sojka ist Vollblutunternehmer, der seine Wurzeln im Westerwald hat und dort schon früh mit dem Baugewerbe in Berührung kam. Nach Stationen bei der Deutschen Bank und McKinsey zog es ihn schließlich zurück in die Heimat. Gemeinsam mit seinem Bruder übernahm er ein regionales Tiefbauunternehmen – und das erwies sich als schwieriger Neustart. Denn bereits am ersten Tag waren sie faktisch pleite und mussten ihre Vision mit Mut, Geschick und persönlichem Risiko verteidigen.

Die Restrukturierung war ein Kraftakt, der viel Durchhaltevermögen erforderte. Aber ihre Leidenschaft und das komplementäre Know-how der Brüder zahlten sich aus. Heute steht das Unternehmen finanziell stabil und bildet das Fundament der TERRAS-Gruppe. Doch diese Entwicklung begann tatsächlich mit einem einzigen, riskanten Schritt ins Unternehmerleben.
Ab Tag eins waren wir pleite, hatten somit keine Chance und mussten die nutzen.
– Dirk Sojka
Mit TERRAS entstand eine Dachmarke, die den Mittelstand im kritischen Infrastrukturbau stärken will. Lokale Champions sollen durch den Verbund nicht ihre Identität verlieren, sondern gezielt wachsen können. Infrastrukturprojekte wie Energiewende und Schienenausbau werden zu den größten Bauaufgaben der kommenden Jahrzehnte gehören. TERRAS setzt dabei auf unternehmerische Eigenständigkeit kombiniert mit starken Synergien.
Der Fokus liegt auf langfristiger Wertschöpfung und dezentralem Unternehmertum. TERRAS integriert nur Unternehmen, bei denen die Führung weiterhin mit Herzblut dabei bleibt. Die Gruppe baut auf maximale Verantwortung vor Ort, ergänzt durch eine starke Holding, die datenbasiert unterstützt und vernetzt. So entsteht ein agiles Konstrukt, das in Deutschland bisher einzigartig ist.
In nur wenigen Jahren ist die TERRAS-Gruppe von einem 15-Millionen-Unternehmen zur halben Milliarde Umsatz gewachsen. Über 1.500 Mitarbeitende gestalten heute aktiv die Infrastruktur Deutschlands mit. Die Ambitionen sind groß: In den nächsten fünf bis zehn Jahren möchte TERRAS diese Größe noch einmal verdreifachen.
00:00 – Darum gehts in der Folge
02:05 – Dirk und der “Baggerführerschein”
03:34 – Der Weg ins Unternehmertum
05:51 – Die Entscheidung zum Firmenkauf
08:25 – Start in der Krise
11:37 – Erste Erfolge und Wachstum
15:30 – Der Plan hinter Terras
19:12 – Partnerschaft mit Investoren
23:40 – Unternehmertum im Mittelstand
29:49 – Zukunft der Infrastruktur

Smart-CEO Wolfgang Ufer spricht mit Michél-Philipp im Podcast über die 800-Volt-Technik als Gamechanger, urbane Mobilität der Zukunft und die Rolle von smart im Wandel der Automobilindustrie.
smart war einst das Synonym für den kompakten Zweisitzer in der Stadt. Heute steht die Marke für elektrische Premiumfahrzeuge mit modernster Technologie. Wolfgang Ufer, CEO von smart Deutschland, erzählt im Podcast mit Michél, wie sich smart vom reinen Autohersteller zum Technologieunternehmen entwickelt hat. Besonders die neue 800-Volt-Technik sei laut Wolfgang ein „absoluter Gamechanger“ für die Elektromobilität.

Wolfgang beschreibt seine Karriere als Reise aus Leidenschaft für Innovation. Er war nie ein klassischer Petrolhead, sondern jemand, der sich stets für Wandel begeistern konnte. Der Dieselskandal sei für smart der Wendepunkt gewesen – danach entschied sich das Unternehmen, vollständig elektrisch zu werden. Seitdem hat smart seine Modellpalette konsequent elektrifiziert und eine klare Vision: nachhaltige Mobilität für urbane Räume.
“Aber ich sag's dir, wir haben es hingekriegt. Wir sind heute da. Wir sind immer noch voll elektrisch - und wir wollen eigentlich auch nichts anderes machen.“
– Wolfgang Ufer
Ein zentrales Thema der Folge ist die Partnerschaft zwischen Mercedes-Benz und dem chinesischen Konzern Geely. Wolfgang betont, dass diese Kooperation smart technologisch auf das nächste Level hebt. Die Zusammenarbeit habe nicht nur neue Fahrzeugplattformen ermöglicht, sondern auch die internationale Marktposition gestärkt. Besonders China ist heute der größte Absatzmarkt – Tendenz steigend.
Neben Technologie spricht Wolfgang auch über Stadtplanung und die Rolle von Autos in künftigen Quartieren. Er sieht die Zukunft in vernetzten Mobilitätslösungen, bei denen Fahrzeuge Teil eines nachhaltigen Energie- und Nutzungssystems werden. So könnten smarte Autos künftig auch als flexible Batteriespeicher dienen und Strom ins Netz zurückspeisen. Damit verschmelzen Energie, Architektur und Mobilität immer stärker zu einem Gesamtkonzept.
Für Wolfgang ist klar: Elektromobilität steht noch am Anfang ihrer Entwicklung. Themen wie autonomes Fahren, intelligente Ladeinfrastruktur und Software-Updates over the air werden den Markt in den kommenden Jahren prägen. Smart will dabei eine aktive Rolle spielen – als Pionier für urbane, nachhaltige und flexible Mobilität.
00:00 – Darum geht es in dieser Folge
02:17 – Warum Wolfgang macht, was er macht
04:02 – Smarts Weg zur Elektromobilität
06:05 – Vom Mercedes-Manager zum Smart-Chef
09:12 – Smart & Geely: Das Joint Venture erklärt
12:08 – Wer heute Smart fährt
15:02 – Warum die neuen Modelle „Hashtag“ heißen
17:23 – Der Smart #5 als Elektro-Gamechanger
20:58 – Laden in 15 Minuten: So geht Zukunft
26:06 – Mobilität, Stadtplanung & smarte Quartiere
44:51 – Visionen für Energie, Städte & Elektroleben
50:24 – Persönliches Fazit & Zukunft der Autoindustrie
In der aktuellen Folge spricht Michél mit Michael Woitag und Andreas Mainka über die Schnittstelle zwischen traditioneller Baupraxis und digitaler Innovation. Beide Unternehmer stehen für langjährige Erfahrung in ihren jeweiligen Feldern – Michael in der Softwareentwicklung mit levelbuild, Andreas im Bauwesen mit Mainka Bau. Gemeinsam wollen sie mit levelbuild die Digitalisierung auf die Baustelle bringen und dabei praxisnahe Lösungen entwickeln. Im Podcast treffen zwei Welten aufeinander, die sich perfekt ergänzen.
Von der Baustelle zum digitalen Ökosystem
Andreas beschreibt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, alle Mitarbeitenden auf dem Weg der Digitalisierung mitzunehmen. Besonders die Poliere sind am Bau ein entscheidender Erfolgsfaktor – Menschen, die „zum Bauen geboren“ sind, und für die Technik nur Mittel zum Zweck ist.
Mit levelbuild entsteht eine Software, die genau dort ansetzt: Sie soll das Arbeiten auf der Baustelle einfacher und intuitiver machen, ohne die Praxis aus den Augen zu verlieren. Andreas betont: „Wir bauen sicher oder gar nicht“ – und das gilt künftig auch digital.
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Im Podcast wird deutlich, wie Vertrauen und langfristige Beziehungen der Schlüssel zum Erfolg sind. Michael erzählt, dass viele aus dem Team schon seit über zehn Jahren zusammenarbeiten – ein seltener Umstand in der schnelllebigen IT-Welt.
Für ihn ist levelbuild kein klassisches Startup, sondern ein Zusammenschluss erfahrener Köpfe mit einem klaren Ziel. Diese Mischung aus Unternehmergeist und handwerklicher Bodenhaftung macht die Software zu einem absoluten Erfolgsgaranten.
Die Gründung von levelbuild war kein Zufall: Fünf etablierte Bauunternehmen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Software zu entwickeln, die den echten Bedarf der Branche trifft. Anstatt sich im Wettbewerb zu verlieren, bündeln sie ihr Know-how und schaffen Synergien. Offenheit und Kooperation stehen bei levelbuild an erster Stelle.
Am Ende wird deutlich, dass levelbuild mehr ist als ein weiteres Digitalprojekt. Es ist der Versuch, den Bausektor nachhaltig zu modernisieren – mit Software, die aus der Praxis kommt und für die Praxis gemacht ist.
Michael und Andreas stehen dabei für eine neue Generation von Unternehmern, die Brücken schlagen zwischen analogem Handwerk und digitaler Zukunft. Ihr gemeinsames Ziel: Die Bauwirtschaft sicherer, effizienter und menschlicher zu gestalten.
Im DIGITALWERK Podcast verrät Volker, wie adesso so groß geworden ist, und welche Meilensteine die Firmengeschichte nachträglich beeinflusst haben. Er stellt außerdem einige spannende Thesen zu KI & Digitalisierung auf - keinesfalls verpassen!
Als Volker Gruhn gemeinsam mit Rainer Rudolph 1997 adesso gründete, war das eher ein mutiger Versuch als ein strategischer Masterplan. Parallel zu seiner Tätigkeit als Hochschulprofessor entschied sich Gruhn, in die Wirtschaft einzusteigen und Softwareentwicklung praxisnah zu gestalten.
Das erste große Projekt entstand zufällig in der Versicherungsbranche – eine Entscheidung, die die Richtung des Unternehmens für Jahre prägen sollte. Heute zählt adesso zu den größten IT-Dienstleistern im deutschsprachigen Raum mit über 10.000 Mitarbeitenden und mehr als einer Milliarde Euro Umsatz.
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Während viele Start-ups auf Risikokapital setzen, wuchs adesso komplett aus eigener Kraft. Volker und sein Team finanzierten den Ausbau über den Cashflow – mit viel Disziplin, aber auch dem Vertrauen in die eigene Vision. Dieses organische Wachstum ermöglichte eine Kultur, die auf langfristige Beziehungen und Fachwissen setzt, statt auf schnelle Gewinne.
Besonders wichtig war für Volker dabei stets die „Demut vor Anwendungswissen“ – das tiefe Verständnis der Branchen, für die man Software entwickelt.
„Wir bauen Software – und wir streben danach, möglichst gute Software zu bauen. Und meistens klappt das auch, glaube ich.“
- Volker Gruhn, Gründer von adesso
Die Finanzkrise und später die Corona-Pandemie stellten adesso vor Herausforderungen – und wurden zugleich zu Beschleunigern. Während andere Unternehmen Aufträge stoppten, nutzte adesso die Situation, um neue digitale Lösungen zu entwickeln und Remote-Arbeit zu professionalisieren.
Gerade in dieser Zeit zeigte sich, dass pragmatische Ansätze wichtiger sind als übertriebene Regulatorik. Deutschland hinke zwar im internationalen Vergleich etwas hinterher, sagt Volker, doch mit den richtigen Rahmenbedingungen könne Europa wieder an Dynamik gewinnen.
Im Gespräch räumt Volker mit Mythen rund um KI auf. Er unterscheidet klar zwischen analytischer und generativer KI und betont, dass keine „Superintelligenz“ kurz davor steht, die Weltherrschaft zu übernehmen.
Vielmehr gehe es darum, wie KI den Menschen produktiver machen kann – nicht überflüssig. Auch in Branchen wie Versicherung, Verwaltung oder Bau sieht er enorme Potenziale, wenn Unternehmen anfangen, Daten systematisch zu nutzen und End-to-End zu denken.
Am Ende bleibt Volkers Botschaft klar: Digitalisierung ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein fortlaufender Prozess. Sie gelingt nur, wenn Technologie mit Branchenverständnis und menschlicher Zusammenarbeit verbunden wird.
Für ihn ist Respekt vor anderen Perspektiven der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg – egal ob in der IT, im Bau oder in der Industrie. Wer früh beginnt, zu lernen, zu digitalisieren und zu vernetzen, wird langfristig zu den Gewinnern gehören.
Prof. Dr. Michael Braungart spricht im DIGITALWERK Podcast darüber, dass Industrien zu viel Abfall produzieren und die meisten Produkte nicht für eine Kreislaufwirtschaft designt sind. Ziel aller Nachhaltigkeitsbemühungen muss es werden, nicht nur weniger schädlich, sondern auch nützlich für den Planeten zu sein.
In der aktuellen Podcastfolge spricht Prof. Michael Braungart über seine Vision einer Welt, in der Abfall nicht mehr existiert. Der Erfinder des Cradle-to-Cradle-Konzepts fordert ein radikales Umdenken in der Bauindustrie. Statt Gebäude zu bauen, die Schadstoffe ausstoßen, sollten Häuser ein bisschen mehr wie Bäume sein – sie könnten Luft reinigen, Wasser säubern und Lebensraum attraktiver gestalten. Das Ziel jeder Kreislaufwirtschaft sollte sein: nicht weniger schädlich sein, sondern aktiv nützlich für den Planeten.
Vom Chemiker zum Weltveränderer
Michael erzählt, wie er durch eine frühe Leidenschaft für Chemie und Wettbewerbe wie "Jugend forscht" das Interesse für ein Chemiestudium gewann. Kritisches Denken prägt bis heute seine Arbeit. Besonders die Bauwirtschaft, die weltweit über die Hälfte des Abfalls produziert, sieht er als Schlüsselbranche für Veränderungen.
„Wir sind das einzige Lebewesen, das Abfall macht. Damit sind wir dümmer als alle anderen."
Warum die Bauindustrie auf Cradle to Cradle angewiesen ist
Die Bauindustrie arbeitet noch immer mit Materialien, die sich nicht recyceln lassen oder hochgiftig sind. Beton mit hunderten schädlichen Additiven oder Gebäude voller Kupfer seien in Wahrheit Sondermüll. Michael fordert deshalb Geschäftsmodelle, die nicht Produkte, sondern deren Nutzung verkaufen. Nur so könne man eine Bauwelt schaffen, die intakt bleibt und auch für künftige Generationen funktioniert.

Wir brauchen Gebäude, in denen die Luft drinnen besser ist als draußen
Heute sei die Luftqualität in Innenräumen oft schlechter als draußen, weil Gebäude zu dicht versiegelt werden. Laut Michael brauchen wir Häuser, in denen die Luft drinnen besser ist als draußen. Momentan ist es leider andersrum. Michael macht deutlich: Wir müssen erst das Richtige Ziel definieren, bevor wir es effizient umsetzen – sonst machen wir wieder das Falsche, nur gründlicher.
Inspiration statt Verzicht
Am Ende betont Michael, dass die Zukunft nicht aus Schuld und Verzicht besteht, sondern aus Großzügigkeit und Inspiration. Gebäude könnten mit Algenfassaden Nahrung erzeugen oder als Materialbanken dienen, die nie zu Abfall werden. Sein Credo: Innovation darf nicht nur nachhaltig sein, sondern muss besser, schöner und intelligenter werden. Die Bauindustrie steht damit vor einer großen Chance.
Die Themen des DW Podcast mit Michael Braungart im Überblick:
Flix-Mitgründer Daniel Krauss spricht im neuen DIGITALWERK-Podcast über den Weg vom Mobilität-Startup zum globalen Player im internationale Mobilitätsmarkt.
Daniel Krauss, Mitgründer der heutigen Flix SE, spricht im DIGITALWERK-Podcast über die faszinierende Reise von einem kleinen Startup hin zu einem globalen Mobilitätsriesen. Gemeinsam mit seinen Co-Foundern hat er die Busbranche in Deutschland revolutioniert und das Angebot Schritt für Schritt international ausgebaut. Heute umfasst Flix nicht nur Busse, sondern auch Züge - und sogar die traditionsreiche US-Busmarke Greyhound. Damit ist aus einer Vision ein Milliardenunternehmen mit globaler Strahlkraft geworden.
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Flix setzte von Beginn an auf ein Plattformmodell und starke Partner. Statt eigene Busflotten aufzubauen, verband das Unternehmen mittelständische Anbieter unter einer gemeinsamen Marke. Dieses Prinzip ließ sich später auch gut auf die Schiene übertragen – inzwischen hat Flix selber Bestellungen eigener Züge im Wert von 2,4 Milliarden Euro aufgegeben.
Und dann haben wir angefangen, am Gebrauchtmarkt alle hochgeschwindigkeitstauglichen Züge in Europa einzusammeln, die hier fahrberechtigt sind. Irgendwann hat dieser Markt ein Ende, weil der Zugmarkt ähnlich ist wie der Flugzeugmarkt. Bei einem Bus haben wir den Markt selbst erzeugt. Das gab es vorher in vielen Ländern nicht.
– Daniel Krauss, Co-Founder, FLIX
Mit der Übernahme von Greyhound hat Flix nicht nur die USA erobert, sondern auch einen Meilenstein in der internationalen Expansion gesetzt. Heute gilt das Unternehmen als globaler Player, der sowohl die Deutsche Bahn als auch andere Staatsbahnen herausfordert. Daniel betont, dass die Nachfrageorientierung entscheidend war, um Märkte erfolgreich zu erschließen. Ob in Europa, Amerika oder Asien – die Strategie bleibt dieselbe: günstige Mobilität für Millionen Menschen.
Auch die Finanzierung war ein großes Thema im Podcast. Ein Börsengang stand im Raum, wurde jedoch zugunsten von Private-Equity-Investments verschoben. Mit Milliardeninvestitionen in neue Züge und Partnerschaften will Flix das Wachstum beschleunigen und neue Märkte erobern. Daniel zeigt sich überzeugt, dass die Reise von Flix noch lange nicht vorbei ist.
Die Themen des DW Podcast mit Daniel Krauss im Überblick:
Im Podcast mit Christoph und Albert Achammer geht es um den Generationswechsel beim integralen Planungsbüro ATP. Nachhaltiges Bauen gelingt nur im Zusammenspiel von Disziplinen, Neugierde und digitaler Innovation. Als frischgebackener CEO skizziert Albert seine Zukunftsvision.
Im neuen Podcast spricht Michél mit Christoph und Albert Achammer über den Generationswechsel bei einem der größten integralen Planungsbüros Europas. Von den Anfängen als „One-Man-Show“ bis hin zu einem Unternehmen mit über 1500 Mitarbeitenden spannt sich der Bogen. Besonders spannend ist dabei der Austausch zwischen Christoph und Albert über Werte, Haltung und Zukunftsperspektiven. Dabei wird klar: Architektur ist mehr als reine Gestaltung, sie ist immer auch Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Zeit.

Christoph beschreibt eindrucksvoll, wie sich ATP in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat und warum die Grundidee der integralen Planung so zukunftsweisend ist. Für Albert geht es nicht nur um technische Exzellenz, sondern auch um Neugierde und das Verständnis für andere Disziplinen. Denn erst im Zusammenspiel von Architektur, Technik und Nutzerinteressen entsteht ein wirklich nachhaltiges Gebäude. Deutlich wird, dass beide Generationen auf unterschiedliche Erfahrungen blicken – sich aber in zentralen Werten einig sind.
ATP wird sich in den nächsten Jahren von einem Planungsbüro zu einer Kompetenzplattform für die gebaute Welt wandeln.
In der Architektur geht es nicht um kurzfristige Effekte, sondern um langfristige Qualität. Ein Bauwerk begleitet Generationen – und genau darin liegt die Herausforderung für Planerinnen und Planer. Statt Selbstverwirklichung steht heute der Nutzen für die Gemeinschaft im Vordergrund. Architektur wird zur kollektiven Aufgabe, bei der Nachhaltigkeit, Urbanität und Gemeinschaftssinn eng miteinander verknüpft sind.
Neben der Haltung spielt auch die Digitalisierung eine zentrale Rolle im Gespräch. Christoph und Albert betonen, dass digitale Tools wichtige Werkzeuge sind, die jedoch eine klare Vision und Haltung voraussetzen. Nur wenn Technologie in den Dienst des inhaltlichen Ziels gestellt wird, kann sie echten Mehrwert schaffen. BIM, künstliche Intelligenz und neue Geschäftsmodelle werden dabei nicht als Selbstzweck, sondern als wertvolles Hilfsmittel verstanden.
Zum Schluss skizziert Albert, als neuer CEO, die Vision für ATP: Das Unternehmen soll sich von einem Planungsbüro zu einer Kompetenzplattform für die gebaute Welt entwickeln. Das bedeutet, noch stärker auf Vernetzung, Beratung und digitale Geschäftsmodelle zu setzen. Gleichzeitig bleibt der Mensch im Mittelpunkt – sei es als Kunde, Nutzer oder Mitarbeiter.

Wie sieht studentisches Wohnen in den USA aus – und was können wir in Deutschland daraus lernen? Celine Winter, CEO der W5 Group, berichtet über ihre Erfahrungen aus den USA. Es geht um Kulturunterschiede, innovative Wohnkonzepte und die Frage, wie junge Generationen in Zukunft leben wollen.
In der neuen Folgespricht Michél mit Celine Winter, CEO der W5 Group. Sie bringt spannende Einblicke aus den USA mit, wo studentisches Wohnen ganz anders funktioniert als in Deutschland. Während hierzulande ein Wohnheim häufig nur das Nötigste bietet, erinnern ähnliche Häuser in Miami oder New York eher an Hotels mit Pools, Fitnessstudios und Gemeinschaftsflächen. Celines US-Perspektive zeigt: in anderen Ländern ist Wohnen längst nicht mehr nur ein Dach über dem Kopf, sondern ein Lebenskonzept.
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Die W5 Group, die vom Family Office Ralph Winters gegründet wurde, verwaltet ein milliardenschweres Immobilienportfolio mit Fokus in den USA. Celine berichtet, wie sie über ihr Studium, nachhaltige Projekte und letztlich durch ihre Nähe zum Immobiliengeschäft in der Familie ins Business hineingewachsen ist. Dabei wird klar: Der Markt in Amerika unterscheidet sich stark vom europäischen. Während in Deutschland vier Umzüge im Leben üblich sind, ziehen Amerikaner durchschnittlich 17-mal um – Flexibilität ist also ein zentraler Faktor.
Was mir gut gefällt an der amerikanischen Kultur, ist das Arbeits-Mindset. Generell dieses Mindset, etwas schaffen zu können und auch etwas versuchen zu dürfen. Und wenn man etwas nicht schafft oder etwas Neues probieren will oder etwas, sage ich mal, out of the ordinary: Das wird in Amerika total angesehen. Ich habe das Gefühl, in Deutschland oder auch mal in der Schweiz, wenn man irgendwie mal auf die Nase fällt oder etwas nicht so gut funktioniert, dann ist das Erste, was dann immer gesagt wird: Ach, das hätte ich dir gleich sagen können.
Celine Winter, CEO, W5 Group
Besonders eindrücklich sind die handfesten die Unterschiede im studentischen Wohnen. In den USA sind Apartments modern möbliert, digitalisiert und eingebettet in Communities mit Kino, Lounges oder Co-Working-Bereichen. Für viele Studierende ist das mehr als nur Wohnen – es geht um Netzwerke, gemeinsame Aktivitäten und ein echtes Community-Gefühl. In Deutschland dagegen bleibt das Wohnheim meist funktional und schlicht, oft ohne zusätzliche Ausstattungen wie Fitness- oder Gemeinschaftsräume.
Für die Zukunft sieht Celine klare Trends: kleinere Wohnungen, mehr geteilte Räume und eine stärkere Verzahnung von Wohnen und Arbeiten. Digitale Mietverträge und flexible Laufzeiten könnten schon bald Standard sein. Entscheidend bleibt jedoch, den Menschen ins Zentrum zu stellen und auch mit Wohnimmobilien Gemeinschaften aufzubauen, die echten Mehrwert bieten. Wer die Bedürfnisse der jungen Generation versteht, verrät Celine, kann Wohnraum schaffen, der weit über das klassische Mietmodell hinausgeht.
Die Themen des DW Podcast mit Celine Winter im Überblick:
00:00 – Darum gehts in der Folge!
02:36 – Persönlicher Weg von Celine Winter in die Immobilienwelt
06:33 – Kulturvergleich: Arbeitsmindset USA vs. DACH
08:12 – Einstieg ins Familienunternehmen und Strategie der W5 Group
12:44 – Studentisches Wohnen in den USA: Konzepte und Unterschiede
16:13 – Community, Annehmlichkeiten und Preismodelle
22:18 – Übertragbarkeit auf Deutschland und erste Erfahrungen
27:29 – Regulatorik, Bauqualität und deutsche Stärken
33:39 – Wohnen in der Zukunft: Digitalisierung, Flexibilität und Community
39:01 – Standortstrategien, Wachstumsmärkte und Ausblick
Michél hat Deutschlands Handwerks- und DIY-Influencer Nummer 1 besucht. @EASYALEX begeistert mit seinen Videos Millionen von Menschen. Los gings mal mit Kitesurfing-Videos, heute dreht sich alles um Heimwerken und Upcycling.
Alexander Johnson alias @easyalex hat es geschafft, aus seiner Leidenschaft fürs Handwerk eine riesige Community aufzubauen. Mit über 1,3 Millionen Followern auf Instagram ist er heute der größte DIY-Influencer Deutschlands. Im aktuellen Podcast erzählt er, wie alles mit Vlogs in Neuseeland und kleinen Bauprojekten begann. Was als Hobby startete, hat sich zu einem ernstzunehmenden Business mit enormer Reichweite entwickelt.
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Alex verrät im Podcast seine Learnings aus einer langen & erfolgreichen Social-Media-Karriere. Seine Videos sind so erfolgreich, weil sie einen klaren Vorher-Nachher-Effekt bieten: aus alten Möbeln entstehen neue Lieblingsstücke, leere Räume werden mit cleveren Umbauten zu Eyecatchern. Der Content ist bewusst einfach gehalten, sodass ihn theoretisch jeder nachbauen kann – oft reichen drei Werkzeuge. Dass daraus viral erfolgreiche Clips mit Millionen von Views wurden, überrascht ihn selbst bis heute.
Und das macht mir total Spaß, auch anderen Leuten das Handwerk so ein bisschen näherzubringen. Und ich glaube, das funktioniert ganz gut, weil ich halt nicht so der Schreiner bin, der dann mit dieser Schreinerbrille kommt und irgendwie sagt, das muss halt perfekt sein. Sondern ich bin halt so: Trau dich halt mal eine Stichsäge, wir machen das zusammen, und dann ist es egal, wenn das Regal an einer Stelle ein bisschen schief ist.
Im Gespräch macht Alex deutlich, dass es nicht die Klicks sind, die den Lebensunterhalt sichern. Mit Instagram und TikTok lässt sich fast nix verdienen, auf YouTube ist es ein wenig besser, aber auch nicht krass. Echte Einnahmen entstehen durch Kooperationen und den Verkauf eigener Bauanleitungen und Möbel.
Ob Pop-up-Stores oder Workshops: Der direkte Kontakt zur Community liegt Alex am Herzen. Menschen bauen seine Projekte nach, schicken Bilder und lassen sich inspirieren. Für ihn sind diese Rückmeldungen ein wertvoller Teil seiner Arbeit, weil sie Handwerk greifbar machen. So verbindet er die digitale Reichweite mit echten Begegnungen vor Ort.
Mit dem Kauf einer alten Apotheke hat Alex ein neues Projekt gestartet, das Content und Realität zusammenführt. Der Umbau und Ausbau des Gebäudes wird in Zukunft viel spannenden Heimwerkercontent liefern. Alex Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an denen Menschen DIY nicht nur sehen, sondern auch greifbar erleben können.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung liegt über 50 %. Als Energiekonzern muss auch Vattenfall umdenken, umplanen und neu bauen. Im aktuellen Podcast gehts unter anderem um den größten Offshore-Windpark Deutschlands.
Die Energiewende schreitet in Deutschland schneller voran, als viele denken. Genau darum gehts im aktuellen DIGITALWERK-Podcast mit Robert Zurawski, dem Deutschland-Chef von Vattenfall. Bereits 57 Prozent des Stroms stammen hierzulande aus erneuerbaren Quellen. Besonders Wind- und Solarenergie haben in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen.
Robert selbst hat vor 25 Jahren bei Vattenfall angefangen – damals noch stark geprägt von Braunkohle. Heute leitet er nicht nur die deutsche Unternehmensspitze, sondern auch den Finanzbereich für Erneuerbare in ganz Europa. Für ihn war dieser Wandel nicht nur ein beruflicher, sondern auch ein persönlicher Transformationsprozess. Von der Braunkohle bis zur Windkraft hat Robert alles gesehen. Sein Werdegang steht damit sinnbildlich für die „persönliche Energiewende“, wie er es im Podcast selbst beschreibt.
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Besonders spannend ist der Blick auf das Projekt Nordlicht. Mit über 100 Offshore-Windrädern entsteht dort einer der größten Windparks weltweit. Wenn das Nordlichtcluster mit den Windparks Nordlicht 1 & 2 steht, sollen 1,6 Millionen Haushalte mit grünem Strom versorgt werden. Robert argumentiert im Podcast, dass solche Großprojekte nicht nur technische Meisterwerke, sondern auch Milliardeninvestitionen in eine nachhaltige Zukunft sind.
Doch die Energiewende bedeutet mehr als nur neue Windparks. Das Stromnetz hinkt dem rasanten Ausbau oft hinterher, was Flexibilität und Speicherlösungen dringend notwendig macht. Pumpspeicherwerke, Batterien und perspektivisch auch Elektroautos als mobile Speicher sind dabei entscheidende Bausteine. Gleichzeitig betont Robert, dass Akzeptanz vor Ort unverzichtbar ist: Nur wenn Menschen eingebunden werden, lassen sich Projekte langfristig erfolgreich umsetzen.
Zum Ende der Folge richtet Robert den Blick auf die nächsten Jahre. Für ihn ist klar, dass Deutschland auf einem guten Weg ist – solange Politik, Wirtschaft und Bürger an einem Strang ziehen. Entscheidend sei dabei, besser zu kommunizieren und die Vorteile für jeden Einzelnen sichtbar zu machen. Denn die Energiewende ist kein abstraktes Projekt, sondern die Basis für eine bezahlbare, sichere und klimafreundliche Zukunft.
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Matthias Zühlke, Gründer von syte, erklärt im Podcast, wie sein Startup die Immobilienbranche mit KI revolutioniert. Statt analogen Prozessen prüft syte Baupotenziale, Sanierungskosten und Grundstücksdaten in Sekunden und macht die erste Meile der Projektentwicklung digital, effizient und skalierbar.
In der letzten Folge im DIGITALWERK Startup-Month powered by adesso spricht Michél mit Matthias Zühlke über sein Startup syte. Matthias ist Architekt und verrät, wie aus Frust über analoge Prozesse die Idee für eine datenbasierte Plattform entstand. Statt mühsam Grundstücksdaten händisch zu sammeln, ermöglicht syte die schnelle Analyse von Baupotenzialen.
Heute nutzen Projektentwickler, Makler und Banken die Software, um fundierte Entscheidungen in der frühen Projektphase zu treffen.
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Der Weg dorthin war kein geradliniger. Matthias erzählt von seiner Zeit als Partner in einem Architekturbüro, und wie schwierig es war, Grundstücke anhand der Daten aus örtlichen Geoportalen effektiv zu bewerten. Eine digitale, datengestützte Lösung musste her. Gemeinsam mit seinem Mitgründer David Nellessen baute er schließlich die ersten Prototypen und testete früh am Markt, ob ein Geschäftsmodell tragfähig wäre. Aus dieser Phase entwickelte sich das Startup syte, das mittlerweile über 30 Mitarbeitende beschäftigt.
Wie viele junge Startups stand auch syte vor der Herausforderung, Investoren zu überzeugen. Nach einer Pre-Seed-Runde folgte der Einstieg des High-Tech Gründerfonds und später der Schwarz-Gruppe. Heute zählt das Unternehmen mehr als 30 Mitarbeitende und arbeitet daran, sein Produkt weiter zu etablieren. Besonders spannend ist die Kombination aus Bestandserfassung und energetischer Sanierung, die gerade im Kontext der Klimadebatte enorm an Bedeutung gewinnt.
“Wir haben acht Architekten gehabt, die über ein eigens geschriebenes Programm von uns zufällig Grundstücke ausgewählt bekommen haben und dann das Baupotenzial einschätzen mussten. Wir haben es trainiert, auch mit Bauanträgen aus den Büros oder Bauvoranfragen, wo wir wussten, dass das genehmigungsfähig ist. Das waren 10.000 Objekte. Ein halbes Jahr lang haben wir das gemacht - nach Feierabend.”
syte setzt auf ein klassisches B2B-SaaS-Modell: Abonnements ermöglichen unbegrenzte Analysen von Grundstücken und Gebäuden. Die Preise beginnen bei 290 Euro im Monat und reichen bis zu umfassenden Lizenzen inklusive Expertenservice. So können Projektentwickler früh Risiken erkennen und ihre Entscheidungen datenbasiert untermauern.

Paul Kaiser, Co‑Founder von VESTIGAS, digitalisiert mit seiner Plattform den gesamten Lieferschein‑Prozess in der Bauindustrie – von der Lieferung bis zur Rechnungsprüfung. Durch clevere Netzwerkeffekte wächst das System rasant und spart Unternehmen Zeit sowie teure Fehler. Sein Credo für Gründer: Fokus, schnelle Umsetzung und direkter Kundenkontakt sind der Schlüssel zum Erfolg.
Paul Kaiser, Co-Founder von VESTIGAS, hat eine Mission: Er will den Zettelkrieg in der Bauindustrie beenden. Besonders der Umgang mit Lieferscheinen ist für viele am und um den Bau ein altbekannter Schmerzpunkt. Paul kennt diese Probleme nicht nur aus der Theorie, sondern aus jahrelanger Beratungspraxis in Bauunternehmen. Mit VESTIGAS hat er eine Plattform geschaffen, die Lieferdaten strukturiert digitalisieren will.
Die Bauindustrie - Abnehmer, Spediteure und Lieferanten, arbeiten oft noch mit Papierabläufen, die fehleranfällig und zeitaufwendig sind. Bauleiter, Poliere und Backoffice-Mitarbeiter müssen sich täglich mit Lieferscheinen herumschlagen, die durch viele Hände gehen. Genau hier setzt VESTIGAS an, indem es den kompletten Ablauf – von der Lieferung bis zur Rechnungsprüfung – digitalisiert. So sparen Unternehmen nicht nur Zeit, sondern vermeiden auch kostspielige Fehler.

VESTIGAS Erfolg basiert nicht nur auf Technologie, sondern auch auf einem cleveren Markteintritt. Statt auf teure Marketingkampagnen setzt das Unternehmen auf Netzwerkeffekte: Große Bauunternehmen bringen ihre Lieferanten mit, die wiederum weitere Partner einbinden. Dadurch wächst die Plattform organisch und gewinnt schnell neue Nutzer. Heute nutzen bereits über 90 Bauunternehmen und mehr als 500 Lieferanten das System.
Die Digitalisierung im Bau schreitet voran, aber es gibt nach wie vor Hürden. Besonders kleinere Betriebe oder technisch weniger ausgestattete Lieferanten müssen überzeugt werden, in neue Systeme zu investieren. Langfristig sieht Paul aber enormes Potenzial – nicht nur in Deutschland, sondern auch international und in anderen Branchen.
Für Gründer hat Paul eine klare Botschaft: Fokus und Handeln sind wichtiger als Perfektion. Wer ein Produkt entwickelt, das echten Mehrwert bietet, sollte schnell in die Umsetzung gehen und direkt mit Kunden sprechen. Vertriebskompetenz ist aus seiner Sicht der entscheidende Erfolgsfaktor in den ersten Jahren.

In der zweiten Folge des DIGITALWERK-Startup Month powered by adesso ist Johannes Fütterer zu Gast. Er ist CEO und Founder von aedifion. Das Tech-Unternehmen hat insgesamt an die 34 Millionen Euro an Förderung eingenommen und beweist, wie viel Vertrauen Investoren in die Idee setzen.
Was passiert, wenn aus universitärer Forschung ein Unternehmen mit echtem Markteinfluss wird? Johannes Fütterer, CEO und Mitgründer von aedifion, spricht im neuen Podcast darüber, wie ein wissenschaftlicher Ansatz zur Digitalisierung von Gebäuden in ein PropTech der Extraklasse münden kann. Seit 2017 entwickelt aedifion eine cloudbasierte Plattform zur Optimierung von Energieverbrauch und Betriebstechnik in Nichtwohngebäuden. Inzwischen hat das Unternehmen über 500 Gebäude digitalisiert und an die 34 Millionen Euro Kapital eingesammelt.
aedifion schafft Transparenz im Gebäudebetrieb: Von Heizung über Lüftung bis zur Steuerung werden Daten erhoben, analysiert und zur intelligenten Regelung genutzt. Das spart nicht nur CO₂, sondern auch Betriebskosten – oft zweistellig. Der Ansatz richtet sich an Facility Manager, Asset Manager und Projektentwickler, die bestehende Immobilien smarter und nachhaltiger machen wollen. Besonders spannend: Selbst alte Gebäude lassen sich mit Retrofit-Sensorik aufrüsten.
Wir holen alle technischen Betriebsdaten aus Gebäuden raus, die in dem System sowieso drin sind. Das können in einem 10.000 Quadratmeter Bürogebäude durchaus mal 5000 Datenpunkte sein.
Langfristig will aedifion eine Million Gebäude bei der Digitalisierung im Gebäudebetrieb begleiten. Die Vision ist, dass sich moderne Gebäude in Zukunft mit Plattformbetrieb effizient steuern lassen. Dabei geht es nicht nur um Energieeffizienz, sondern auch um Unabhängigkeit von proprietären Systemen großer, namhafter Hersteller.

Johannes ist sich überzeugt, dass der Smart-Building-Markt kein Winner-takes-it-all-Markt ist – noch nicht. Der europäische Fokus wird durch Investoren wie Eurazeo verstärkt. Bestandsinvestoren wie Dees & Sommer erhöhten ihr Engagement. Mit starker Förderung im Rücken kann die internationale Präsenz stärker ausgebaut werden, um in Zukunft den gesamten europäischen Markt zu bedienen.
Neben technischer Exzellenz geht es Johannes auch um gesellschaftlichen Impact. Er kritisiert, dass Europa die erste Welle der digitalen Wertschöpfung verschlafen hat – bei AI und Cloud dominieren US-Firmen. Doch in Bereichen wie Gebäudetechnik sei es noch nicht zu spät, Vorreiter zu werden. Wenn Politik, Markt und Technologie zusammenspielen, könne der Gebäudesektor sogar ein Paradebeispiel für europäische Digitalisierung werden.
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Plancraft will mit innovativer Software den Alltag von Handwerksbetrieben erleichtern. Im Podcast spricht Mitgründer Julian über Gründungsmut, Kundenorientierung, Teamkultur und die wichtigsten Learnings auf dem Weg zu 20.000 zahlenden Kunden.
Julian Wiedenhaus, CEO und Mitgründer von Plancraft, berichtet im Podcast offen über den Weg von der ersten Idee zur Unternehmensgründung. Zusammen mit seinem Mitgründer Alexander, den er bereits 2016 im Masterstudium an der TU Hamburg kennenlernte, wagte er den Sprung in die Welt der Handwerkersoftware. Ein Stipendium gab ihnen 2020 den letzten Schub, um Plancraft vollumfänglich zu gründen.
Das Gründerteam stand vor der schwierigen Aufgabe, eine Software zu entwickeln, die im stressigen Alltag der Handwerksbetriebe tatsächlich genutzt wird. Dabei erkannten sie schnell, dass nicht nur Funktionen, sondern vor allem Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit zählen. Frühzeitig wurde das Produkt kundenorientiert weiterentwickelt – unterstützt durch intensive Gespräche und Kundenfeedback aus verschiedensten Gewerken. Die Betriebe konnten so ihre Büroarbeit erheblich vereinfachen und erstmals Angebote effizient digital kalkulieren.
Dass da eine Riesenchance da ist und wir super dankbar sind, dass wir daran arbeiten dürfen und vor allen Dingen: Handwerkern das Leben leichter zu machen. Das ist halt auch irgendwas, wo wir allesamt im Unternehmen dahinterstehen. Das ist ein gutes Gefühl, ein sinnvolles Produkt zu bauen.
Nach den ersten Schritten folgte mit wachsendem Kundenstamm die Frage nach der richtigen Positionierung von Plancraft. Statt einer All-in-one-Lösung konzentrierten sie sich anfangs auf Angebotskalkulation, erweiterten das System jedoch kontinuierlich mit neuen Funktionen und Partnern. Um das Wachstum zu finanzieren kamen Business Angel an Bord, und in mehreren Runden Venture Capital, zuletzt 2024 mit beeindruckenden 12 Millionen Euro. Heute gibt es über 20.000 Handwerker, die Plancraft nutzen.
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Ein zentraler Baustein des Erfolgs ist laut Julian authentisches Marketing und die Community-Bildung. Plancraft setzt auf echte Partnerschaften mit Handwerksbetrieben und Influencern aus verschiedenen Gewerken, wodurch das Produkt in der Zielgruppe glaubwürdig beworben wird. Social Media und persönliche Empfehlungen spielen eine wichtige Rolle. Eine überzeugte Community hilft nicht nur beim Wachstum, sondern schafft auch eine nachhaltige Bindung zur Marke.
Auf die größte Herausforderung der letzten fünf Jahre angesprochen, nennt Julian ein gebrochenes Preisversprechen an frühe Kunden – ein schmerzliches, aber wichtiges Learning. Umso mehr hebt er den Stolz hervor, trotz schnellem Wachstum einen besonderen Teamspirit und eine transparente Unternehmenskultur bewahrt zu haben. Auch in Zukunft bleibt das Ziel, das beste digitale Werkzeug für Handwerksbetriebe zu bauen und deren Arbeitsalltag zu vereinfachen.
00:00 - Darum gehts in der Folge
01:44 - Kennenlernen und Gründerteam
05:29 - Ausgangspunkt und erste Ideen
07:43 - Pivots und frühe Learnings
09:23 - Einstieg ins Handwerk – Marktrecherche und erste Prototypen
13:00 - Die Gründungsphase – Stipendium und Netzwerk
15:12 - Produktentwicklung und Positionierung
19:50 - Die ersten Kunden und Finanzierungsrunden
24:39 - Wachstum, Produkterweiterung und Marktnische
27:43 - Preismodell, Kundenzahlen und Transparenz
32:21 - Weitere Finanzierungsrunden und strategische Ausrichtung
39:34 - Go-to-Market und Community Building
44:48 - Wettbewerb, Innovation und Zukunftsaussichten
49:28 - Rückblick – Tiefpunkte und Highlights

Benjamin Adrion spricht im Podcast über das Ende seiner Karriere als Fußballprofi, seinen Weg mit Viva con Agua und seine Erfolge & Fehlschläge als Unternehmer in den aktuellen Villa Viva-Hotelprojekten!
Benjamin Adrion begann seine Karriere als Fußballprofi beim VfB Stuttgart. Später kämpfte er sich eigeninitiativ zum FC St. Pauli – dem Verein, der für ihn alles verband: Sport, Politik und Kultur. Für Benjamin war der FC St. Pauli sein Real Madrid – “nur mit weniger Kohle“, verrät er im Podcast. Er entschied sich dann aber fürs Ende der Karriere, wollte reisen, die Welt sehen, gutes tun.
Der Wendepunkt kam während eines Trainingslagers auf Kuba, als in Benjamin der Entschluss wuchs, lieber soziale Projekte zu verfolgen. In dieser Zeit entstand die Idee zu Viva con Agua – damals als Verein gestartet, heute ist es ein Ökosystem aus gemeinnützigen Organisationen, die sich für Zugang zu sauberem Trinkwasser auf der ganzen Welt einsetzen. Seit 2006 hat Viva con Agua mit Partnerorganisationen über Projekte mehr als 4,4 Millionen Menschen erreicht.

Was als idealistische Vision begann, entwickelte sich zu einem innovativen Modell sozialer Unternehmensführung. Benjamin bezeichnet sich und andere dabei als aktivistische Unternehmer. Gewinne werden zu 60% in Wasserprojekte reinvestiert. Der größte Anteil des Geldes kommt aber nach wie vor aus Spenden, und nicht aus dem Verkauf von Viva con Agua-Wasser.
Es muss erlaubt sein, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Ansonsten kriegen wir das Soziale nicht ordentlich skaliert und stabil finanziert. Auf der anderen Seite müssen wir natürlich die wirtschaftlichen Modelle nachhaltiger und sozialer denken. Das heißt, wir brauchen diesen Mittelweg aus beiden - und das darf nicht entweder oder sein.
Benjamin Adrion, Initiator von Viva con Agua und CEO, Villa Viva
Mit den Villa-Viva genannten Hotels in Hamburg, Kapstadt und bald auch Berlin wagt Viva con Agua einen neuen Schritt. Hotels dienen hier nicht der Profitmaximierung, sondern als Begegnungsorte für die Community und zur Finanzierung von Wasserprojekten. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der Villa Viva in Hamburg bleibt Benjamin überzeugt vom Konzept. Der nächste Meilenstein ist die nachhaltige Stabilisierung des Projekts in Hamburg und die erfolgreiche Eröffnung der Villa Viva Holzmarkt in Berlin.
Im Podcast spricht Benjamin über die Kritik an Viva con Agua und den aktuellen Projekten. Er wirft ihm Gespräch die Fragen auf, ob man als sozialer Unternehmer überhaupt (viel) Geld verdienen darf, und ob soziale Unternehmen nicht auch gute Gehälter zahlen sollten, wie in der freien Wirtschaft. Wichtig bleibt für Bejamin aber, dass es einen Mittelweg zwischen Aktivismus und Unternehmertum gibt, jenseits starrer Kategorien. Denn nur, wenn “sozial” und “wirtschaftlich” zusammen gedacht wird, kann echter Wandel gelingen.
00:00 - Darum geht es in dieser Folge
03:14 - Vom VfB Stuttgart zu St. Pauli!
07:28 - Von der Aktivistenseele zum Sozialunternehmer
11:05 - Viva con Agua und das Kuba-Erlebnis
13:10 - Die Anfänge von Villa Viva
18:02 - Wachstum und Struktur von Viva con Agua
20:45 - Finanzierung, Beteiligung und Impact
26:29 - Learnings aus Hamburg und Berlin
42:29 - Zukunftsvisionen und Internationalisierung
49:10 - Balance: Soziales Unternehmertum UND Gesellschaft?

An der Gesellschaftstransformation haben auch ArchitektInnen, PlanerInnen und IngenieurInnen einen entscheidenden Anteil - zumindest bei Sweco. Julia Zantke, Business Area President, spricht im Podcast darüber, wie sie diese Aufgabe mit den 1.800 Mitarbeitenden in Deutschland angeht.
Julia Zantke ist Business Area President von Sweco Germany. In Deutschland beschäftigt Europas größtes Architektur- und Ingenieurbüro über 1.8000 Menschen, in Europa mehr als 22.000. Für Julia als Führungskraft zählt nicht nur Intelligenz, sondern Demut und echtes Interesse an Menschen. In ihrer Rolle geht es ihr nicht um Kontrolle, sondern darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen andere über sich hinauswachsen können. Julia bevorzugt das enabling – und vermeidet alles, was Mitarbeitende demotivieren könnte.
Es gibt eigentlich nur zwei Sachen, die Menschen motivieren: Angst und Leidenschaft. Der einfachere Motivator ist Angst, der nachhaltigere Motivator ist Leidenschaft. Es hat auch mal jemand gesagt: Führungskräfte können eigentlich gar keine Leute motivieren, die können nur demotivieren. Ich versuche, möglichst wenig zu demotivieren.
Julia glaubt an die Kraft der interdisziplinären Zusammenarbeit. Für sie steht fest: Die Städte von morgen müssen nachhaltig, menschlich und kreislauffähig gedacht werden. Ihre Vision ist eine „15-Minuten-Stadt“ voller Begegnungen und Lebensqualität. Dabei sieht sie große Unternehmen wie Sweco in der Pflicht, ganzheitliche Lösungen zu liefern.
Julias Weg führte von der Volkswirtschaft über den Finanzsektor in die Welt der Infrastruktur. Ihr Antrieb: Arbeit mit echtem, greifbarem Wert schaffen. Heute kann sie auf Projekte wie Krankenhäuser, Eisenbahntrassen oder den Schutz von Fledermäusen blicken – große wie kleine Maßnahmen, die Gesellschaft prägen. Für sie ist Purpose mehr als ein Trend: Es ist das Fundament ihrer Arbeit.
Ob Großprojekte oder kleine Bauvorhaben – für Julia zählt vor allem eines: Offene Kommunikation und ein konstruktiver Umgang mit Fehlern. Sie plädiert für mehr Empathie im Miteinander und dafür, Probleme frühzeitig zu benennen. Denn echte Zusammenarbeit gelingt nur mit gegenseitigem Verständnis – auch in komplexen politischen oder juristischen Kontexten. Besonders bei öffentlichen Projekten, in denen Steuergeld verwendet wird, ist es wichtig, Fehler jeder Art anzumerken, um Planungsfehler frühzeitig zu erkennen und einfach wirtschaftlich und effizient zu handeln.
Trotz Milliardeninvestitionen sieht Zantke die deutsche Infrastruktur an einem Wendepunkt. Der Engpass liege nicht in Aufträgen, sondern im Mangel an Ingenieur:innen und Effizienz. Gleichzeitig warnt Julia davor, Nachhaltigkeitsthemen aus dem Blick zu verlieren.
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Im aktuellen Podcast sprich Michél mit Heinrich Schmid über den Eintritt ins Familienunternehmen. Der Schritt war für Heinrich nicht ganz klar - und alles andere als gerade. Heute ist er als Gesellschafter mit seinen Brüdern in führender Verantwortung tätig.
Die Geschichte von Heinrich Schmid beginnt bescheiden: Aus einem kleinen Malergeschäft im Jahr 1914 ist heute ein Unternehmen mit über 7000 Beschäftigten geworden. Das Unternehmen hat konsequent in die Aus- und Weiterbildung sowie neue Geschäftsfelder investiert. Heute gehört die Unternehmensgruppe Heinrich Schmid zu den größten Handwerksgruppen Deutschlands.
Heinrich Schmid hat mit seinen beiden Brüdern die Gesellschafteranteile von ihrem Vater Dr. Carl-Heiner Schmid übertragen bekommen. Die drei Brüder sind heute in führender Verantwortung im Unternehmen tätig. Entscheidende Weichenstellungen fanden oft am sprichwörtlichen Küchentisch statt, wie Heinrich im Podcast verrät. Alle drei Brüder haben handwerkliche Ausbildungen im Betrieb absolvieren müssen, neben dem Studium. Heinrich ist gelernter Maler & Lackierer und studierter Bauingenieur. Das war eine entscheidende Voraussetzung für den Eintritt in Familienunternehmen.
Im Unternehmen hat Vater Carl-Heiner früh erkannt, dass Wachstum nur mit mutigen Schritten in neue Gewerke gelingt. So wurde das Angebot vom Malerhandwerk über Trockenbau bis hin zur Bauwerksinstandsetzung konsequent erweitert. Auch neue Partnerschaften, etwa für internationale Austauschprogramme, zeigen: Stillstand ist keine Option.
Besonderen Wert legt man bei Heinrich Schmid auf die Ausbildung. Mit rund 1000 Auszubildenden und Initiativen wie dualen Studiengängen oder Work-and-Travel-Programmen will das Unternehmen jungen Menschen Perspektiven bieten. Ziel ist es, mehr Fachkräfte langfristig zu halten und so dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen.
Mein Vater sagt immer Abschluss mit Abschluss. Es muss halt immer weitergehen. Und so hat man halt hunderte oder tausende Karrieren ermöglicht und dementsprechend kam dann das Wachstum.
Trotz der Größe gilt: Handwerk ist regional. Die starke regionale Struktur ist ein Erfolgsfaktor, denn gerade im Handwerk zählt das Vertrauen vor Ort.

Die Bau- und Immobilienbranche befindet sich in einer krassen Transformation: Effizienz, Digitalisierung und Energievernetzung gewinnen rasant an Bedeutung. VC-Fonds treiben diese Transformation mit ihren Investments in Startups & Ideen voran.
Die Bau- und Immobilienbranche galt lange als eher träge, wenn es um technologische Innovationen ging. Doch das hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Venture-Capital-Fonds wie BitStone Capital und Realyze Ventures haben gezeigt, dass gezielte Investments enorme Transformationskräfte freisetzen können. Kai ist Managing Partner bei BitStone Capital und Realyze Ventures und beschreibt im neuen Podcast, wie sich die Venture Capital-Landschaft in den letzten Jahren verändert hat, und worauf es heute ankommt.
Gerade die Krisen der letzten Jahre haben vielen Branchen vor Augen geführt, wie wichtig Effizienz ist. Gestiegene Zinsen und Baustoffpreise haben viele Projekte ins Stocken gebracht. Das hat den Druck erhöht, mit den vorhandenen Möglichkeiten effizienter zu sein und technologische Lösungen schneller zu implementieren. Für Startups ist das DIE Chance, sich mit intelligenten Lösungskonzepten zu positionieren.
“Das ist ja eine der Investmentthesen. Warum wir uns auf die Bau- und Immobilienwirtschaft fokussiert haben. Ist ja ganz klar, dass wir sagen: Diese Branche hat in dem Prozess noch unheimlich viel Effizienzpotenzial.”
Kai Panitzki, Managing Partner, Realyze Ventures und BitStone Capital
Ein zentrales Learning: Die Transformation der Energiewirtschaft findet direkt in der Immobilienwirtschaft statt. Dezentrale Energieerzeugung, Speicherung und smarte Steuerung sind längst keine Nischenthemen mehr. Neue Quartiere werden heute nicht ohne integriertes Energiekonzept geplant.
Kai betont, wie entscheidend Branchen-Know-how für Gründerteams ist. Frische Ideen von außen sind wichtig, doch ohne ein tiefes Verständnis für Bauprozesse und regulatorische Rahmenbedingungen bleibt der Markterfolg aus. Die besten Teams kombinieren technologische Kompetenz mit praktischer Erfahrung. So entstehen Lösungen, die am Markt bestehen und langfristig skalieren.
Die nächsten Jahre werden laut Kai noch mehr Innovation und Tempo bringen. Themen wie Robotik und KI-basiertes Bauen stecken noch in den Kinderschuhen, aber ihre Entwicklung verläuft rasant. Kai sieht aber in seinem daily business viele gute Startups - zu viele, um alles, was gut gefunden wird, zu finanzieren. Eine gute Ausgangsbasis, wie Kai verrät.

LEONHARD WEISS verfolgt eine interessante Firmenphilosophie: Man versteht Mitarbeiter auch als Unternehmer. Durch Freiraum und zielgerichtete Entwicklung setzt man auf gesundes Wachstum - ein Rezept, das funktioniert.
Premiere im Podcast: Michél hat gleich zwei Spitzengäste am Start. Marcus Herwarth, CEO von LEONHARD WEISS, und Alexander Weiss, Gesellschafter und Leiter Personal & Marketing, sind nach Berlin gereist, um über eins der größten deutschen Bauunternehmen und Unternehmertum zu sprechen.
Im Podcast wird deutlich, dass Unternehmertum bei LEONHARD WEISS nicht nur eine Floskel, sondern gelebte Praxis ist. Jeder Mitarbeiter – vom Polier bis zum Geschäftsführer – soll Verantwortung übernehmen und Chancen nutzen. Dieser unternehmerische Antrieb fördert nicht nur das Wachstum, sondern stärkt auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Als traditionsreiches Familienunternehmen legt LEONHARD WEISS großen Wert auf ein familiäres Miteinander. Alexander Weiss betont, dass neue Kollegen sofort Teil dieser großen Familie werden. Dieses Gefühl von Heimat und Zusammenhalt ist fest in den Unternehmenswerten verankert. Eine solche Atmosphäre fördert Mitarbeiterbindung und macht das Unternehmen zugleich attraktiv für neue Talente.
“Womit wir sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht haben, ist in der Vergangenheit, dass wir einfach wirklich Führungskräfte aus dem Unternehmen in die Geschäftsführung geholt haben, wo die Kultur stimmt, wo man sich auch kennt und wo ein gutes Vertrauen da ist - und der Stallgeruch.”
Alexander Weiss, Leiter Personal und Marketing & Gesellschafter, LEONHARD WEISS
Die Breite des Leistungsspektrums – von Straßen- und Netzbau über Ingenieur- und Schlüsselfertigbau bis hin zum Gleis- und Infrastrukturbau – gibt dem Unternehmen Stabilität. Schwächelt ein Bereich, fängt ein anderer die konjunkturellen Schwankungen auf und sichert so die langfristige Auftragslage. Dies erfordert jedoch eine enge Abstimmung zwischen den Geschäftsbereichen.
Der anhaltende Fachkräftemangel stellt die Baubranche vor große Herausforderungen. Um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, setzt LEONHARD WEISS auf faire Vergütung und ein klares Bekenntnis zu den Mitarbeitern. Eine Interne Akademien und Didaktik-Experten sorgen dafür, dass neue Technologien und Prozesse verlässlich vermittelt werden. Diese Kombination aus Wertschätzung und Weiterbildung soll die Motivation stärken und die Leistungsfähigkeit sichern.
“Ich glaube, die Kunst ist, in der Unternehmensführung die Stärken der Menschen zu erkennen und dann die Freiheit zu geben. Und dann entsteht was.”
Marcus Herwarth, Vorsitzender der Geschäftsführung, LEONHARD WEISS
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und Branchenschwankungen plädieren Marcus und Alexander für einen optimistischen Blick nach vorn. Risiken und Gefahren werden erkannt, doch im Zentrum steht die Suche nach Chancen und Zukunftsfeldern. Mit der entwickelten „Zukunftsfreude“ als Leitmotiv blicken beide zuversichtlich in die Zukunft für LEONHARD WEISS - und die über 7.700 Männer und Frauen im Unternehmen.

Als Unternehmer verspürt er für seine Mitarbeiter eine besondere Verantwortung. Aus den Krisenjahren ging das Unternehmen schlussendlich gestärkt hervor, heute ist GOLDBECK Arbeitgeber für mehr als 13.000 Menschen in Deutschland.
Special Guest: Fünf Jahre nach der allerersten DIGITALWERK-Podcastfolge überhaupt mit Jan-Hendrik Goldbeck hat er sich erneut mit Michél für die Aufnahme der 180. Folge zusammengesetzt! Entstanden ist ein Rückblick auf bewegte Krisenjahre, Mut, Einfallsreichtum und unternehmerische Beständigkeit.
2020, das Jahr der ersten DIGITALWERK-Podcastfolge, war geprägt von der Corona-Pandemie und massiven gesellschaftlichen Umbrüchen – Ereignisse, die auch das Unternehmen Goldbeck herausgefordert, aber auch gestärkt haben. Damals beschäftigte man rund 7.500 Mitarbeitende und erwirtschaftete vier Milliarden Euro Umsatz. Heute sind über 13.000 Mitarbeitende im Unternehmen, die zuletzt einen Umsatz von 6,5 Milliarden Euro erwirtschafteten.
Jan-Hendrik berichtet von einer bewussten strategischen Diversifizierung in den Krisenzeiten, um sich gegen volatile Märkte wie die Logistikbranche abzusichern. Neben klassischem Gewerbebau fokussierte man sich auch verstärkt auf Wohnungsbau, Schulbau sowie Infrastrukturprojekte für öffentliche Träger. Ein neues, wachsendes Segment: Rechenzentren – „Maschinen“, wie Jan-Hendrik sie nennt, und keine einfachen Immobilien. Auch international ist das Unternehmen aktiv, unter anderem in Großbritannien, Dänemark und Polen.
Für Jan-Hendrik geht es beim Bauen nicht nur um Wirtschaftlichkeit, sondern auch um gesellschaftliche Verantwortung. Er plädiert für eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie und fordert einen pragmatischen Umgang mit Themen wie Sanierung, Nachhaltigkeit und Materialwahl. Besonders wichtig ist ihm auch der Beitrag zur Zivilgesellschaft – sei es durch den THW, Sportvereine oder Ehrenamt. Unternehmertum sieht er als gestaltende Kraft mit positiver Wirkung auf kommende Generationen.
“Ich bin sozusagen radikal nur in meinem Bekenntnis zur Mitte, zu einem expliziten Glauben an Marktwirtschaft und Kapitalismus, mit einem sozialen und ökologischen Bewusstsein.”
Jan-Hendrik Goldbeck, Co-CEO, GOLDBECK
Trotz aller Herausforderungen bleibt Jan-Hendrik optimistisch. Er ruft Unternehmerinnen und Unternehmer auf, nicht in „Mimimi“-Mentalität zu verfallen, sondern aktiv mitzugestalten. Entscheidend sei es, Chancen zu erkennen, mutig zu handeln und langfristig zu denken. Denn: “Ein richtig guter Läufer läuft auch bei Gegenwind besser als ein mittelmäßiger Läufer bei Rückenwind.”
[00:00] Darum gehts in der Folge!
[01:37] Und die letzten 5 Jahre so?
[05:19] Wachstum trotz Herausforderungen
[10:28] Ist Deutschland gebaut?!
[15:28] Wohnungsbau: Gib ihm!
[27:11] Digitalisierung für alle
[35:42] David gegen Goliath und Rechenzentren
[45:07] UK und Strategie anderswo
[54:17] Blick in die Glaskugel & persönlicher Antrieb

In Deutschland betreut CBRE vor allem institutionelle Kunden und bietet diesen umfangreiche Beratungen und Dienstleistungen rund um die Immobilie an - von der Bewertung über die Vermietung, den Verkauf oder auch den Betrieb.
Berlin ist nicht nur eine Bühne für Kultur und Geschichte, sondern auch ein symbolischer Ort für Wandel und Strukturprobleme. Kai, gebürtiger Berliner und CEO von CBRE Germany, spricht im neuen Podcast offen über seine Wurzeln in einer eingemauerten Stadt und die Faszination für Berlins heutige Internationalität. Besonders die emotionale Verbundenheit mit der Stadt macht seine Arbeit als City Lead Berlin für CBRE auch zu einem persönlichen Anliegen.
CBRE ist ein globaler Riese mit über 140.000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von über 30 Milliarden Euro. Doch Größe allein reicht nicht, sagt Kai, der als CEO die Geschäft von CBRE Germany führt. Entscheidend sei, wie gut das Team zusammenspielt. In einem schwierigen Markt sei das Zusammenspiel aus Beratung, technischer Betreuung und Management entscheidend. Dabei bietet CBRE seinen Kunden alles an – vom Grundstücksankauf bis zur Wartung und dem Betrieb von Gebäuden.
Früher galt das Motto „Lage, Lage, Lage“ – heute wird daraus „Lage, Lage, Gebäudequalität“. Kai beobachtet eine Verschiebung in den Ansprüchen: Mieter sind bereit, für Qualität mehr zu zahlen, aber sie akzeptieren keine Kompromisse. Besonders alte Büroimmobilien stehen heute auf dem Prüfstand – viele sind weder energetisch noch architektonisch konkurrenzfähig.
“Wir sehen schon: die gute Lage reicht nicht nur aus. Wir nennen es “Flight to Quality”-Kunden. Kunden sind auch bereit, einen höheren Mietzins zu zahlen, nehmen meistens auch kleinere Flächen. Aber sie machen wenig Kompromisse in den Kernkriterien, was die Lage und auch die Gebäudequalität angeht.”
Kai Mende, CEO von CBRE Germany und City Lead Berlin
In der Immobilienwelt gewinnen Daten zunehmend an Bedeutung – sei es bei der Mietpreisfindung, Risikoanalyse oder Marktbeobachtung. CBRE nutzt seine umfassenden Datenbanken, um für Kunden fundierte Entscheidungen zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um Preise, sondern um ein tiefes Verständnis von Marktbewegungen und Trends. Daten sind für Kai nicht das neue Gold, aber unverzichtbarer Treibstoff für fundierte Immobilienstrategien. CBRE selbst veröffentlicht regelmäßig Marktreports, wie zuletzt den “CBRE Berlin Hyp Wohnmarktreport Berlin 2025”.
Ob Data Center, Energieinfrastruktur oder altersgerechtes Wohnen – die Assetklassen der Zukunft stehen bereits in den Startlöchern. Besonders bei Rechenzentren sieht Kai großes Potenzial, betont aber die Herausforderungen bei deren Stromversorgung und Nachhaltigkeit. Eine zentrale Erkenntnis: Wir brauchen mehr Mut zur Veränderung – nicht nur aus Innovationslust, sondern auch aus Notwendigkeit. Weniger tpyisch deutsches “Ne, das kann nicht funktionieren” und ein mehr konstruktives in-die-Zukunft-blicken könnte nicht nur im Immobilienmarkt einen entscheidenden Unterschied machen.
[00:00] Darum gehts in der Folge!
[02:28] Berlin – Eine internationale Stadt im Wandel
[05:42] CBRE im internationalen und deutschen Kontext
[09:04] Globale Marktstellung und Dienstleistungsspektrum
[11:26] Herausforderungen und Chancen im Datenzentren-Markt
[14:07] Deutsche Immobiliensicht aus internationaler Perspektive
[19:16] Welche Rolle spielt Markenwert in der Immobilienbewertung?
[22:20] Entwicklungstrends im Immobilienmarkt
[29:31] Das Potenzial der Daten in der Immobilienwirtschaft
[33:07] Regulatorische und politische Herausforderungen in Berlin
[42:10] Potenzielle Assetklassen und Zukunftschancen
[51:31] Veränderungen in Bau und Gesellschaft

Als größter und wertvollster Technologiekonzern Europas besitzt Siemens ein riesiges Immobilienportfolio, welches sich über die ganze Welt erstreckt. Wie man das verwaltet und entwickelt, bespricht Michél im aktuellen Podcast mit Jörg.
Jörg wollte eigentlich Architekt werden – doch das Leben führte ihn in eine andere Richtung. Während des Zivildienstes kam die Selbsterkenntnis, dass der Weg zum Stararchitekten wohl nicht realistisch war. Stattdessen begann er ein Jurastudium und landete schließlich über Umwege bei Siemens. Dort startete er 1999 in der Immobiliensparte – eine Entscheidung, die sein Leben nachhaltig veränderte. Heute, über 25 Jahre später, leitet er als CEO Siemens Real Estate.
Jörg beschreibt Siemens Real Estate nicht nur als Verwalter von Immobilien, sondern als strategischen Business Enabler. Das Unternehmen managt weltweit rund 7,6 Millionen Quadratmeter vermietbare Fläche – ein Äquivalent zu über 1.000 Fußballfeldern. Neben der Verwaltung gehören auch Projektentwicklung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zur Agenda. Ein Beispiel ist die Entwicklung von Gebäuden, die über den Eigenbedarf hinausgehen und hochmodern ausgestattet an Dritte vermietet werden. So agiert Siemens Real Estate zunehmend auch als eigenständiger Marktteilnehmer.
“Wir vergolden natürlich in gewisser Weise den Namen Siemens und sagen, wir bauen deutlich über den Bedarf hinaus. Wir brauchen nur 40 % der Flächen, wir knallen das Ding mit Siemens Technologie voll bis zum geht nicht mehr, so dass das, was das Thema Digitalisierung und Sustainability anbelangt, ein Top Notch Gebäude ist.”
Jörg Vocke, CEO Siemens Real Estate
Die globale Ausrichtung ist tief in der DNA von Siemens verankert – seit den Tagen des Zeigertelegraphen. Auch Jörg betont die inspirierende Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus über 160 Ländern. In Märkten wie den USA oder China erlebt er eine ganz andere Dynamik als in Europa – sowohl was Tempo als auch Mentalität betrifft. Trotzdem sieht er zum Beispiel die duale Ausbildung und Fachkräftequalität in Europa als klare Stärke.
Mit der Entwicklung der Siemensstadt Square in Berlin-Spandau realisiert Siemens eines der ambitioniertesten Stadtentwicklungsprojekte des Landes. Was einst industrielle Wiege war, soll künftig zu einem urbanen Innovationsquartier werden. Wohnen, Arbeiten und Forschen sollen dort auf intelligente Weise kombiniert werden. Dabei werden sowohl historische Gebäude denkmalgerecht integriert als auch moderne Neubauten realisiert.
Jörg betont er die Verantwortung, die mit der Größe und Bedeutung seines Bereichs einhergeht – ganz im Sinne des berühmten Spiderman-Zitats „With great power comes great responsibility“. Der Optimismus, mit dem er auf die Zukunft von Siemens blickt, ist spürbar und ansteckend. Sein Rat: neugierig bleiben, sich weiterentwickeln – und mutig neue Wege gehen.

Im neuen Podcast spricht Frank Schreiber, Vorstandsvorsitzender der JOHANN BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG, über das traditionsreiche deutsche Bauunternehmen, welches sich seit über 150 Jahren im Familienbesitz befindet.
Frank Schreiber hat sich vom jungen Ingenieur zum Vorstand eines der führenden Bauunternehmen Deutschlands entwickelt. Seine ersten prägenden Jahre verbrachte er bei MüllerAltvatter, einem mittelständischen Betrieb, der ihm das technische Fundament vermittelte. Mit dem Wechsel zur BAM Deutschland AG begann seine Reise durch die Konzernwelt, in der er 20 Jahre lang Erfahrungen in Management, Controlling und Strategie sammelte.
Das Unternehmen JOHANN BUNTE blickt auf über 150 Jahre Baugeschichte zurück, den Beginn nahm das Unternehmen mit einem Gasthaus und Transportdienstleitungen für Baustellen seinen Anfang. Heute werden bundesweit Straßen, Brücken, Schleusen errichten, und auch der Hoch- und Leitungsbau gewinnt an Bedeutung. Besonders im Fokus steht der Straßenbau, der rund 60 % des Umsatzes ausmacht und durch den strategisch wichtigen Wasser- und Ingenieurbau ergänzt wird.
JOHANN BUNTE investiert gezielt in eigene gewerbliche Mitarbeitende und Maschinen, weil Projekte mit eigenem Personal nachweislich erfolgreicher laufen. Dabei spielt Digitalisierung eine zentrale Rolle, nicht nur auf der Baustelle, sondern auch in der Planung. Mit über 2300 Mitarbeitenden und einem organischen Wachstum ist das Unternehmen zukunftsfest aufgestellt. Der demografische Wandel wird durch moderne Technologie und gezielte Personalstrategie aktiv angegangen.
Mit dem neuen Geschäftsfeld Leitungsbau reagiert JOHANN BUNTE auf den Wandel in der Energieversorgung. Der Stromtrassenausbau wird laut Frank in den nächsten Jahren eine extrem wichtige Rolle spielen. Frank bekräftigt, dass man als Bauunternehmen die Energiewende in der Umsetzung ganzheitlich begleiten wolle.
“Die letzten Jahre zeigen, dass diese Diversifizierung der Geschäftsfelder dem Unternehmen JOHANN BUNTE unglaublich gut getan hat.”
Frank Schreiber, Vorstandsvorsitzender, JOHANN BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG
Frank betont die Dringlichkeit, Bürokratie abzubauen und Bauprozesse zu standardisieren, um das Sanierungsdefizit in Deutschland zu bewältigen. Er fordert von der Politik, größere Projekte aus den Bereichen Infrastruktur in Paketen zu vergeben und weniger in Einzellosen. Gleichzeitig sieht er aber auch die Branche selbst in der Pflicht, effizienter und nachhaltiger zu arbeiten. Der Brückenschlag zwischen Politik und Bauwirtschaft sei notwendig, damit die „Bagger wieder rollen,“ wie es die neue Bauministerin Verena Hubertz vor kurzem bekräftigte – ein Ziel, das mehr als nur symbolischen Wert hat.
[00:00] Darum gehts in der Folge!
[02:42] Die schwierigste Baustelle und die persönliche Karriere
[06:04] Persönliche Entwicklung und Unternehmensführung
[09:14] Johann Bunte: Geschichte und Geschäftsfelder
[14:21] Familienunternehmen und Unternehmensstruktur
[18:01] Zukunftsausrichtung und Nachhaltigkeit
[21:02] Spezialisierung und Diversifizierung im Bau
[31:04] Infrastrukturprobleme in Deutschland
[40:26] Politische Aspekte der Bauwirtschaft

Im Podcast spricht Builtech-CEO Maurice Freiherr von Dalwigk über die Strategie beim Aufbau der Gruppe mit 30 führenden Handwerksunternehmen und 2050 Mitarbeitenden im DACH-Raum sowie in Schweden.
Im Podcast mit Maurice Freiherr von Dalwigk wird deutlich: Das Handwerk in Deutschland steht unter Druck, ist aber keinesfalls hoffnungslos verloren. Besonders Unternehmen wie Builtech zeigen, wie man mit klarem Fokus, Markenverständnis und Strategie eine solide Unternehmensgruppe aufbauen kann. Builtech versteht sich als moderne Dienstleistungsgruppe und 360°-Anbieter im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung (TGA).
Maurice war Mitarbeiter Nummer eins – der Start der Builtech Group erfolgte buchstäblich von seinem Küchentisch aus. Heute macht die Gruppe über 550 Millionen Euro Umsatz mit ca. 2050 Mitarbeitenden. Der Weg dahin war geprägt von einem klaren Buy-and-Build-Ansatz: Bestehende Unternehmen wurden übernommen und unter der Marke Builtech vereint. Dabei wurde stets auf regionale Verwurzelung geachtet – die lokale Identität blieb erhalten.
“Ein Handwerksbetrieb hat so seine eigenen Regeln und seine eigene Kultur. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit anderen großen Dienstleistern oder auch industriellen Unternehmen. Und diese Gesetzmäßigkeit, die musst du für dich erkennen, die musst du spüren und die musst du dann, aus meiner Sicht, bewahren.”
Maurice Freiherr von Dalwigk, CEO, Builtech
Ein zentrales Thema im Podcast ist die Rolle der Marke. Für Maurice geht es nicht nur um Kundenbindung, sondern auchum eine starke Arbeitgebermarke. Ziel ist ein Ökosystem, das Mitarbeiter anzieht und hält – nicht nur durch Design, sondern durch echte Benefits wie eine private Krankenversicherung für alle. Dieses Verständnis von Marke als Kulturträger kann auf einem angespannten Fachkräftemarkt für einen echten Wettbewerbsvorteil sorgen.
Neben der starken Präsenz im deutschsprachigen Raum ist Builtech mittlerweile auch in Schweden aktiv. Im vergangenen Jahr kamen über 500 Mitarbeitende in einer einzigen Akquisition dazu. Dieser Schritt war ein großer, erfolgte jedoch strategisch und in enger Abstimmung mit dem Private-Equity-Partner Auctus.
Maurice hofft auf neue Impulse aus Berlin und mahnt an, dass bereitgestellte Gelder nur dann helfen, wenn sie auch investiert werden können. Genehmigungsverfahren und Vorschriften seien in Deutschland mittlerweile ein echtes Wachstumshemmnis. Unternehmer wie Unternehmen sind bereit – sie brauchen nur die richtigen Rahmenbedingungen.
[00:00] Darum gehts in der Folge!
[00:47] Maurice Lebenslauf & Background
[05:41] Unternehmensgeschichte und Wachstumsstrategie
[12:04] Markenbildung und Strategie
[19:43] Unternehmerische Kultur und Marktführerschaft
[28:02] Expansion und Akquisition in Schweden
[39:35] Herausforderungen und Chancen im Handwerkssektor
[45:45] Politische Rahmenbedingungen und Zukunftsaussichten

Die Idee für Rebuy startete auf dem Flohmarkt und führte vom heimischen Keller bis in eine Berliner WG. Auch TIER Mobility wurde zur Erfolgsgeschichte. Doch wer ist der Kopf dahinter - und warum liegt ihm heute der Amazonas-Regenwald am Herzen?
Lawrence Leuschner, Mitbegründer von TIER und Capacity.eco, wurde im Taunus geboren. Sei Vater betrieb ein Import-Export-Geschäft für lateinamerikanisches Kunsthandwerk. Schon in jungen Jahren entwickelte er ein Gespür für Unternehmertum und Nachhaltigkeit. Er verkaufte früh Waren, die wegen ihres Zustands eigentlich aussortiert wurden, erfolgreich auf dem Flohmarkt und fand Gefallen an der Idee, Produkten ein “zweites Leben” zu schenken.
Leuschner gründete 2004 das Unternehmen trade-a-game, eine Plattform für den Wiederverkauf von gebrauchten Videospielen und später auch Büchern. 2009 erfolgte die Umbenennung in Rebuy. Das Ziel von Lawrence war es, einen größeren Impact zu erzielen und den Konsum von Gebrauchtwaren zu fördern. Das gelang, und heute lagert ein 10.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum allerhand gebrauchte Schätze.
“Also wenn du den Klimawandel auf deiner Webseite erklärst, könntest du natürlich auch Produkte anwerben und hast eine Conversionrate. Das heißt, du hast dann irgendwann so eine Conversionratefrage. Und das mussten wir dann auch umbauen, weil wir gemerkt haben: Natürlich sind wir irgendwie auch ein For Profit Unternehmen und müssen Produkte verkaufen.”
Lawrence Leuschner
Nach über zehn Jahren bei Rebuy suchte Lawrence dann aber nach einer neuen Herausforderung und gründete TIER, ein E-Scooter-Verleihunternehmen. TIER sollte eine nachhaltige Alternative zum Autobesitz in Städten darstellen und Mikromobilität ermöglichen.
Die Einführung von elektrischen Scootern durch TIER war nicht in allen Ländern ohne Herausforderungen. Der Marktstart in Deutschland erfolgte nach Österreich, weil hierzulande schlicht eine Zulassung für das Gefährt fehlte. Trotz sekptischen Artikeln in der Presse bezüglich der Nachhaltigkeit von E-Scootern und Problemen mit dem Abstellen der Fahrzeuge konnte sich TIER erfolgreich etablieren und trug zur Konsolidierung des E-Scooter-Marktes bei.
Nach dem Erfolg mit TIER wandte sich Lawrence einem noch größeren Projekt zu: dem Schutz des Amazonas. Er gründete die Non-Profit-Organisation Capacity.eco, um indigene Gemeinschaften und Naturschutzorganisationen mit Technologie und Know-how zu unterstützen. Das Ziel ist es, die Abholzung zu stoppen und die biologische Vielfalt des Regenwaldes zu erhalten.
Lawrence betont die Dringlichkeit des Handelns und die Bedeutung des Amazonas für das globale Ökosystem. Der Plan mit Capacity.ecom ist es, strategisch in den Schutz der Natur zu investieren und indigene Gemeinschaften und Farmer bei der Umstellung auf nachhaltige Praktiken zu unterstützen. Der Lebenslauf von Lawrence ist ein spannendes Beispiel dafür, wie Unternehmertum und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.
[00:00] - Darum gehts in der Folge!
[03:27] - Kindheit & Flohmarkt!
[09:22]- Rebuy und die Bedeutung von Nachhaltigkeit
[14:22] Herausforderungen und Erfolge mit Rebuy
[19:16] Neue Abenteuer und TIER Mobility
[23:45] Wie tickt der E-Scooter-Markt?
[32:14] Ausstieg aus TIER und persönlicher Neustart
[34:04] Neue Prioritäten und globale Auswirkungen
[39:39] Capacity.eco: Rettung des Amazonas!
[51:13] Finanzierungsstrategien und langfristige Ziele

Im Live-Podcast verrät Tobias Hüttl, Head of Design Studio bei Studio F. A. Porsche, wie die Verknüpfung erfolgreich gelingt, und was gutes Design ausmacht.
Tobias Hüttl, Head of Design Studio beim Studio F. A. Porsche, teilt im aktuellen Podcast Einblicke in die Designphilosophie von Porsche und wie diese von Autos auf Gebäude und andere Produkte übertragen wird. Das Ziel ist es, ikonische und wiedererkennbare Designs zu schaffen, die eine Geschichte erzählen und einen Mehrwert bieten. Dabei spielen sowohl ästhetische als auch funktionale Aspekte eine Rolle, um Produkte zu gestalten, die sowohl ansprechend als auch nützlich sind.
Porsche Design hat seine Designprinzipien erfolgreich auf den Immobiliensektor übertragen und damit Neuland im Bereich des Brandbuildings betreten. Der Porsche Design Tower in Miami war Meilenstein Leuchtturmprojekt gleichermaßen. Einzigartig an dem Gebäude ist der integrierte Fahrzeugfahrstuhl, der die Funktionalität der Marke unterstreicht und gleichzeitig eine Bühne für das Kernprodukt von Porsche bietet. Die Designphilosophie von Porsche, die sich durch Reduktion, Purismus und Sinnlichkeit auszeichnet, findet sich laut Tobias auch in den gestalteten Gebäuden wieder.
Bei der Gestaltung von Produkten und Gebäuden legt Porsche Design großen Wert auf die Auswahl der Materialien. Es werden Materialien aus dem Automobilbereich verwendet, wie zum Beispiel Carbon, um eine Verbindung zur Markengeschichte herzustellen und gleichzeitig Funktionalität und Ästhetik zu gewährleisten. Dabei wird jedoch darauf geachtet, dass die Materialien nicht nur dekorativ sind, sondern auch einen funktionalen Nutzen haben. Laut Tobias spielt es dabei eine besondere Rolle, technische Elemente sichtbar zu machen und Konstruktionen nicht zu verstecken, um Ehrlichkeit und Authentizität zu vermitteln.
Porsche Design arbeitet nicht nur an eigenen Produkten, sondern auch mit anderen Marken zusammen, um deren Produkte zu gestalten. Dabei ist es wichtig, die Identität und die Bedürfnisse des jeweiligen Partners zu verstehen, um eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln. Kooperationen entstehen oft aus einer gegenseitigen Anziehungskraft und dem Wunsch, einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen. Porsche Design ist offen für vielfältige Projekte, prüft aber Anfragen auch kritisch, um sicherzustellen, dass sie zur Marke passen.

Bezahlbaren Wohnraum schaffen? Klar geht das, mein Instone-CEO Kruno Crepulja. Er setzt auf clevere Quartiersplanung und serielles Bauen, um ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für die breite Bevölkerung zu schaffen.
In der neuesten Podcastfolge gehts um das Thema Projektentwicklung im Immobiliensektor. Zu Gast ist Kruno Crepulja, CEO von Instone. Im Gesrpäch gehts um die Herausforderungen und Chancen der Branche, von der Entwicklung ganzer Stadtquartiere bis hin zu den aktuellen Trends im Wohnungsbau. Dabei wird deutlich, wie komplex und vielschichtig die Aufgaben eines Projektentwicklers sind.
Kruno gibt Einblicke in seinen Werdegang, der ihn vom Bauingenieurstudium bis an die Spitze eines börsennotierten Unternehmens führte. Ursprünglich in Bosnien-Herzegowina geboren, kam er im Alter von sechs Jahren nach Deutschland. Seine Karriere begann klassisch im Bauingenieurwesen, doch bald entdeckte er seine Leidenschaft für die Projektentwicklung. Der Reiz, alle Elemente eines Projekts zu koordinieren – von Vertrieb über Jura bis hin zu Finanzen – hat ihn an die Spitze von Instone geführt.
Instone ist ein bedeutender Akteur im deutschen Immobilienmarkt. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von Wohnquartieren in allen Metropolregionen Deutschlands spezialisiert. Instone realisiert sowohl den Verkauf an Eigennutzer und Kapitalanleger als auch an institutionelle Investoren. Dabei reicht das Spektrum von Sozialwohnungen bis zu leistbarem Wohnraum für eine breite Bevölkerungsschicht.
“Wir sind überzeugt davon, dass leistbares Wohnen in Deutschland möglich ist.”
Kruno Crepulja, CEO der Instone Real Estate Group SE
Ein zentrales Thema der Podcastfolge ist die Frage, wie in Deutschland mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. Kruno betont die Bedeutung des seriellen Bauens, sieht aber auch die Notwendigkeit für flexiblere Baulandentwicklungen. Er plädiert für eine Mischung aus seriell gefertigten und individuell gestalteten Gebäuden, um sowohl Effizienz als auch architektonische Vielfalt zu gewährleisten. Zudem spricht er sich für eine niedrigere Staatsquote im Neubau aus.
Die Podcastfolge wirft auch einen Blick auf die Zukunft des Wohnens und der Stadtentwicklung. Kruno diskutiert den wachsenden Urbanisierungstrend und die Bedeutung von Quartieren, die nicht nur Wohnraum, sondern auch soziale Infrastruktur bieten. Sharing-Konzepte, die multifunktionale Nutzung von Flächen und der Impact eines Quartiers auf seine Umgebung spielen dabei eine immer größere Rolle.

Zurück in Europa übernahm Christopher mitten in der Finanzkrise erste große Verantwortung und lernte in dieser schwierigen Zeit schnell. Heute setzt er mit GARBE bei innovativen Projekten wie dem höchsten Holzhochhaus Deutschlands neue Maßstäbe im nachhaltigen Bauen. Gleichzeitig kritisiert er politische Fehlentwicklungen im Wohnungsbau und fordert pragmatische Lösungen für mehr bezahlbaren Wohnraum.
Christopher Garbe, heute Geschäftsführender Gesellschafter der GARBE Industrial Real Estate GmbH, hatte ursprünglich keine Pläne, das Familienunternehmen zu übernehmen. Nach seinem BWL- und VWL-Studium zog es ihn nach Australien, wo er im Bereich Immobilienmarketing Fuß fasste. Der Hockeysport und die lange Zeit in Australien prägten seine Mentalität. Diese Erfahrungen halfen ihm später, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unternehmerisch erfolgreich zu sein.
Obwohl Christopher in Australien beruflich Fuß gefasst hatte, kehrte er nach Europa zurück, um sich stärker mit der Frage eines Einstiegs auseinanderzusetzen. Die ersten handfesten Einblicke erhielt Christopher dann bei einem Joint Venture im Vereinigten Königreich. Mit Beginn der Finanzkrise übernahm er direkt in einer heißen Zeit Verantwortung.
“(...) also quasi eine Minute vor der Finanzkrise und durfte dann erfahren, wie es ist, sich mit Banken auseinanderzusetzen, die in der Insolvenz sind. Und da hat man dann richtig, richtig viel schnell gelernt und war mal mittendrin.”
Christopher Garbe, Geschäftsführender Gesellschafter, GARBE Industrial Real Estate GmbH
Ein aktuelles Vorzeigeprojekt von Garbe ist das größte Holzhochhaus Deutschlands in der Hamburger Hafencity. Der Bau, nahezu komplett aus Holz, schont nicht nur Ressourcen, sondern ermöglichte es zum Beispiel, höher zu bauen als in herkömmlicher Stahlbetonbauweise. Grund waren schwierige Bodenverhältnisse. Heute ist das “Roots” genannte Gebäude mit 65 Metern das höchste Holzgebäude Deutschlands.
Christopher spricht mit Michél offen über die Misere im Wohnungsbau: Hohe Baukosten, steigende Regulierung und Forderungen wie Mietendeckel gefährden laut ihm dringend benötigte Neubauten. Er plädiert für mehr ökonomischen Realismus und bessere Rahmenbedingungen, um privaten Wohnungsbau wieder attraktiv zu machen. Deutschland müsse pragmatische Lösungen finden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Christopher betont, dass Jammern nicht weiterhilft – weder in der Politik noch in der Wirtschaft. Vielmehr setzt er sich aktiv ein, etwa mit Projekten wie einer Jugendorganisation, um Kindern früh Sport und Gemeinschaft näherzubringen. Für ihn ist klar: Nur durch eigenes Handeln kann eine bessere Zukunft gestaltet werden.
“Sich einfach nur beschweren geht halt nicht. Also man muss man auch selber machen.”
Christopher Garbe, Geschäftsführender Gesellschafter, GARBE Industrial Real Estate GmbH
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Aufzugsfahrten können durchaus besondere Erlebnisse sein, wie Alexander Vitt von KONE beschreibt. Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung 1910 zu einem globalen Akteur in der urbanen Mobilität entwickelt. Moderne Aufzüge sind dabei längst zu intelligenten Hightech-Systemen geworden. Trotz dieser technologischen Entwicklungen werden Aufzüge im Alltag oft unterschätzt, weil sie so zuverlässig im Hintergrund funktionieren, dass man sie kaum wahrnimmt.
Was macht eine Aufzugsfahrt besonders? Alexander Vitt ist seit 21 Jahren bei KONE, seit knapp einem Jahr als Geschäftsführer für den DACH-Markt. Natürlich weiß er, was eine Fahrt besonders macht. Die Fahrt aufs Hoteldach, die Türen gehen auf, Sommer, Sonne, Sonnenschein. Ein richtiger Wow-Moment. Wie man es schafft, solche Momente über Jahrzehnte in seine Produkte zu integrieren? Keine leichte Aufgabe!
KONE hat sich seit seiner Gründung 1910 zu einem globalen Player in der urbanen Mobilität entwickelt. Über 60.000 Mitarbeitende in mehr als 60 Ländern sorgen dafür, dass Menschen weltweit sicher und komfortabel von A nach B gelangen. Der Fokus liegt längst nicht mehr nur auf neuen Anlagen, sondern auch auf der Wartung und Modernisierung bestehender Systeme. Besonders in Europa wächst der Bedarf, alte Gebäude barrierefrei und zukunftsfähig zu machen.
Der Aufzug der Zukunft ist kein stählerner Kasten, sondern ein intelligentes System. Moderne Sensorik erkennt frühzeitig Verschleiß oder Störungen, bevor es zu Ausfällen kommt. So wird Wartung planbar und Ausfallzeiten minimiert. Die Daten, die dabei entstehen, müssen nicht nur präzise, sondern auch sicher verarbeitet werden – Cybersicherheit ist daher ein zentrales Thema bei KONE. Digitalisierung sorgt so für mehr Komfort und Sicherheit – ganz unbemerkt im Alltag.
Diese Unauffälligkeit im Alltag hat Alexander im Podcast mit einer schönen Anekdote untermalt. Bei einer Aufzugsfahrt neulich fragte ihn eine Dame auf der Hälfte der Strecke, ob sie denn schon losgefahren seien, was Alexander ihr bestätigte. Dass Aufzugsfahrten so in den Hintergrund treten, dass man sie nicht notiert, spricht natürlich einerseits für den hohen Standard heutzutage - sorgt aber auch dafür, dass die Technologie unterschätzt wird, weil sie so zuverlässig unauffällig im Hintergrund läuft.
“Ich denke, der Aufzug wird grundsätzlich enorm unterschätzt. (...) Denn für uns ist es eine Selbstverständlichkeit: Ich muss in den dritten, vierten, fünften, zehnten Stock. Ein Aufzug ist zugegen. Ich drücke den Knopf, ich steige ein, ich fahre rauf, ich steige wieder aus.”
Alexander Vitt, Geschäftsführer DACH, KONE
Besonders in Bahnhöfen, Flughäfen und großen Gebäudekomplexen kommt es darauf an, viele Menschen schnell und effizient zu transportieren. Rolltreppen sind dabei keinesfalls ein Auslaufmodell, sondern unverzichtbar für den urbanen Personenfluss. Mit Projekten wie der 80,2 Meter langen Bogenrolltreppe in der Elbphilharmonie zeigt KONE, was in Sachen Design und Erlebnis möglich ist. Wo früher Masse bewegt wurde, wird heute Erlebnis geschaffen - und Mobilität wird zur Bühne.
[00:00:00] Darum gehts in der Folge!
[00:03:31] Aufzugs-Erfahrungen und Perspektiven
[00:07:32] Alexanders beruflicher Werdegang und Kone
[00:11:00] Unternehmenskultur und Generationenwechsel
[00:15:52] Die Vernetzung von Aufzügen und Rolltreppen
[00:19:50] Marktentwicklung und Herausforderungen
[00:30:33] Nachhaltigkeit und Recycling
[00:33:21] Technologische Fortschritte und Sicherheit
[00:41:53] Spannende Aufzugsprojekte
[00:46:07] Zukunft der Vertikalmobilität
In der aktuellen Podcastfolge ist Robert Knorrek von Auctus Capital zu Gast. Ein Gespräch über Nachfolge, Partnerschaft – und warum 10 Millionen Euro Umsatz oft erst der Anfang sind.
Während andere Investoren gerne die großen Fische jagen, fokussiert sich Auctus Capital Partners AG auf ein anderes Becken: den kleinen, privaten Mittelstand. Hier schlummern laut Podcastgast Robert Knorrek oft echte Champions – mit einem Jahresumsatz ab etwa 10 Millionen Euro, gesundem Geschäftsmodell und ehrgeizigen Plänen.
Der Grund für diesen Fokus? Diese Unternehmen stehen oft an einer Weggabelung: weiter wachsen oder den Staffelstab übergeben. Genau da setzt Auctus Capital an.
Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wenden sich an Auctus Capital mit einem konkreten Ziel: Wachstum beschleunigen, Zukäufe finanzieren oder die Nachfolge gestalten. Oft fehlt der Nachfolger in der Familie oder die Ressourcen, um am Markt dominant zu bleiben. Der Mittelstand steht, so Knorrek, vor einer riesigen Nachfolgewelle, gerade in baunahen Gewerken.
Und dabei geht es nicht um kalten Ausverkauf – sondern um Partnerschaften. Auctus Capital übernimmt in der Regel 70-80 % der Anteile, die Altgesellschafter bleiben häufig an Bord. Gemeinsam schmiedet man Zukunftspläne. Das ist nicht nur ein Investment, das ist unternehmerisches Teamplay.
Ein zentraler Baustein der Auctus-Strategie ist der Plattformansatz: In fragmentierten Märkten mit Konsolidierungsdruck sucht das Team nach Unternehmen, die als Basis für weitere Zukäufe (sogenannte Add-on-Akquisitionen) dienen können. Ziel ist es, Synergien zu heben – sei es im Einkauf, Vertrieb oder in der geografischen Abdeckung.
Ein Paradebeispiel? Die Builtech Group im Bereich Sanitär, Heizung, Klima (SHK). Hier sah Auctus Capital gleich mehrere Trends zusammenlaufen: technologische Anforderungen, fehlende Nachfolger und ein extrem zersplitterter Markt. Ideale Voraussetzungen, um durch intelligente Zusammenschlüsse Mehrwert zu schaffen.
Nicht jeder Markt kommt für Auctus Capital infrage. Robert beschreibt fünf Kriterien, die bei der Auswahl eine entscheidende Rolle spielen:
Kurz gesagt: Auctus sucht keine „Hidden Desasters“, sondern „Hidden Champions“.
Dabei geht es nicht nur ums Geld – sondern um Vertrauen. Viele Mittelständler sehen in Auctus einen Sparringspartner auf Augenhöhe. Gerade wenn es um sensible Themen wie Nachfolge oder Personalengpässe geht, wünschen sie sich einen kompetenten, aber empathischen Investor, der den Mittelstand versteht.
Robert macht klar:
„Wir sind keine Sanierer, keine Venture Capitalisten – wir investieren in starke Unternehmen mit Entwicklungspotenzial.“
Und: Jede*r im Team investiert selbst mit – vom Analysten bis zum Partner. Skin in the game also. Ein Signal, das auch bei Verkäufern gut ankommt.
Der Private Equity Fond hat sich insbesondere im Bau- und Immobilienbereich positioniert – mit einem besonderen Augenmerk auf fünf Segmente:
Diese Bereiche stehen exemplarisch für Märkte, in denen Technik auf Handwerk trifft – und damit Konsolidierung auf Innovation.
Auctus denkt weiter. Auf dem Radar des Teams stehen längst auch Bausoftware und Energiemanagement – Branchen, die noch reifen, aber mittelfristig das Potenzial für spannende Plattformlösungen bieten. Vorausgesetzt, Profitabilität und Fragmentierung stimmen.
Wer glaubt, Private Equity sei kalt und renditegetrieben, der sollte sich dieses Gespräch mit Robert Knorrek anhören. Denn bei Auctus Capital ist Verantwortung Teil des Geschäftsmodells. Es geht um Wachstum mit Substanz, Partnerschaft mit Plan und Investment mit Herz.
🎧 Jetzt reinhören – und Investment im Mittelstand neu denken!

Im DIGITALWERK-Podcast gibt Alexander Möll, Geschäftsführer der Hines Immobilien GmbH, einen Einblick in seine über 20-jährige Karriere bei dem US-amerikanischen Immobiliengiganten.
Der Immobilienmarkt ist ständig im Wandel, geprägt von Konjunkturzyklen, Investitionstrends und sich ändernden Anforderungen. Alexander Möll ist ein echter Experte, weil er seit fast 25 Jahren mit dem Immobiliengiganten Hines verbunden ist.
Von ersten Praktika bis in die Chefetage der Hines Immobilen GmbH - als Senior Managing Director und Country Head für Deutschland, Tschechien und Polen hat Alexander über die Jahre wertvolle Erfahrungen sammeln dürfen. Mit Hines hat er einen beeindruckenden Track Record aufgestellt, was Immobilienentwicklungen angeht.
Alexander erinnert sich im Podcast an seine Anfänge in der Immobilienbranche in Berlin. Der Anfang der 2000er Jahre beschreibt Alexander als „keine einfache Zeit für Immobilienentwicklung“. Die Erwartungen nach dem Fall der Mauer waren hoch, doch die Realität der Marktentwicklung gestaltete sich schwierig, verrät er. Der Markt war damals von großen Hoffnungen und Ernüchterungen geprägt.
Mit über 24 Jahren Erfahrung im Unternehmen hat Alexander eine bemerkenswerte Karriere im Immobiliensektor hingelegt. Seine Verbundenheit zum Unternehmen Hines erklärt sich nicht nur durch beruflichen Erfolg, sondern auch durch die Unternehmenskultur und die Werte, die dort gelebt werden.
Die Langfristigkeit, der Zusammenhalt und die Integrität des Unternehmens haben ihn nachhaltig geprägt. Im Podcast spricht Alexander auch über den Unternehmensgründer Gerald Hines, der 2020 im Alter von 96 Jahren verstarb. Gerald Hines gründete sein Unternehmen 1957 als 1-Mann-Show in Boston und legte seit dem Grundstein für eines der größten privaten Immobilieninvestmentunternehmen.
Hines hat eine beeindruckende Entwicklung zu einem globalen Unternehmen mit fast 5.000 Beschäftigten vollzogen. Diese Expansion erstreckt sich über verschiedene Kontinente. Das Unternehmen begann als Projektentwickler, Hines hat sein Portfolio stetig erweitert und ist heute in verschiedenen Bereichen des Immobiliensektors tätig.
Deutschland spielt eine bedeutende Rolle im europäischen und globalen Immobilienmarkt. Allerdings gibt es auch Herausforderungen, wie die aktuelle wirtschaftliche Lage und die damit verbundene Unsicherheit. Trotz der gegenwärtigen Schwierigkeiten sieht Alexander jedoch auch positive Anzeichen und Chancen für die Zukunft.
“Es ist ja auch Psychologie, wenn da ein bisschen Zuversicht reinkommt, und du man sagt: jetzt packen wir es mal an, es wird vielleicht schmerzhaft für eine gewisse Zeit, aber danach geht es besser vorwärts.”
Alexander Möll, Geschäftsführer bei Hines Immoblien GmbH
Wenn man Alexander fragt, was das Geheimnis einer erfolgreichen Immobilienentwicklung ist, sagt er: Timing. Während gut gehende Märkte Fehler vielleicht nicht sehen und verzeihen, sind Fehler in schlechten Märkten katastrophal. Alexander betont die Rolle von Markttiming und antizyklischem Handeln. Beides kann der Grundstein für spätere Erfolge sein.
(00:00) - Einführung: Worum geht es in dieser Folge?
(03:39) - Ein Blick auf die Karriere von Alexander Möll
(10:59) - Unternehmensphilosophie und persönliche Inspiration
(16:57) – Internationale Märkte und Wachstumsstrategien
(23:05) - Welche Herausforderungen und Chancen bietet Deutschland?
(31:02) - Nachhaltigkeit und Innovation bei Hines
(39:17) - Großprojekte und ihre Herausforderungen
(47:02) - Wie sich der Immobilienmarkt verändert hat
(53:18) - Was macht ein erfolgreiches Projekt am Ende aus?

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Ob in der Chefetage, in Startups oder in großen Konzernen – jeder will KI nutzen. Doch was bedeutet das eigentlich? Genau darüber sprechen Michél-Philipp Maruhn und Daniel Manzke in einer Podcast-Folge, die sich ganz der Frage widmet: Was kann KI wirklich, und wo liegen die Herausforderungen?
Daniel Manzke, Head of Engineering bei der Intrafind Software AG in München, erklärt, dass KI uns überall begleitet, aber oft ein echtes Verständnis dafür fehlt. Ein Grund, warum KI so oft falsch verstanden wird, liegt darin, dass sie in jedem Pitch Deck auftaucht, aber kaum jemand genau erklären kann, wie sie funktioniert. Zeit also, etwas Klarheit zu schaffen!
“Jeder hat Digitalisierung drauf geschrieben, jeder hat gesagt, wir müssen jetzt digitalisieren, keiner hat es gemacht.”
Daniel Manzke - Intrafind Software AG
Oft werden die Begriffe „Künstliche Intelligenz“ und „Machine Learning“ synonym verwendet, doch es gibt wichtige Unterschiede. Künstliche Intelligenz ist der übergeordnete Begriff und beschreibt jede Technologie, die menschenähnliche Denk- und Entscheidungsprozesse simuliert.
Machine Learning hingegen ist ein Teilbereich der KI, bei dem Systeme aus Daten lernen und sich selbstständig verbessern. Während klassische KI-Modelle oft auf festgelegten Regeln basieren, erkennt Machine Learning Muster in großen Datenmengen und passt sich dynamisch an.
In der Baubranche könnte ein KI-System beispielsweise Baupläne analysieren, während ein Machine-Learning-Algorithmus daraus lernt, um in Zukunft bessere Vorhersagen für Materialbedarf oder Bauzeiten zu treffen.
Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr Zukunftsmusik. Sie ist Teil unseres Alltags, auch wenn wir das nicht immer merken. Sprachgesteuerte Assistenten wie ChatGPT im Voice Mode helfen dabei, Ideen während einer Zugfahrt zu entwickeln und fungieren als digitale Assistenten. Auch die Informationssuche verändert sich: Während früher Google die erste Anlaufstelle war, nutzen heute immer mehr Menschen KI, um schneller an relevante Antworten zu kommen. Selbst Kinder fragen zu Hause ChatGPT, wenn sie etwas wissen wollen.
“KI, das ist wie. Wie eine Assistenz, die bei dir ist, mit der du unterwegs bist. [..] Ich kann mit ihr interagieren und sie versteht, was ich will. Sie versteht meinen Intent, sie weiß, was ich tun möchte.”
Daniel Manzke - Intrafind Software AG
In der Berufswelt ist KI ebenfalls weit verbreitet. Sie wird in der Spracherkennung, Texterstellung und Softwareentwicklung eingesetzt. GitHub Copilot schreibt bereits einen großen Teil des weltweiten Codes. Kundenservice-Abteilungen setzen Chatbots ein, um einfache Anfragen zu bearbeiten, wobei diese oft unterstützend statt ersetzend wirken. Auch in der Vertragsprüfung wird KI verwendet, wenngleich hier menschliche Kontrolle unerlässlich ist.
Daniel selbst kommt aus dem Dokumentenmanagement. Er hat jahrelang dafür gesorgt, dass alle Firmen ihre Daten zentral und geordnet ablegen. Mit dem Resultat, dass keiner diese Daten genutzt hat. KI ist heute fähig, diese Dokumente per Anfrage zu durchsuchen. Dadurch wird zum erste Mal das unternehmensinterne Wissen nutzbar gemacht.
Auch in der Baubranche wird KI zunehmend wichtiger. Immer mehr Unternehmen aus dem Bau- und Immobiliensektor nutzen KI für innovative Lösungen.
Besonders für repetitive Prozesse wie die Bearbeitung von Kundenanfragen oder die Sortierung von Dokumenten bietet KI großes Potenzial zur Automatisierung. Doch es geht nicht nur um Effizienzsteigerung – KI kann Fachkräfte entlasten, indem sie beispielsweise Support-Fälle klassifiziert oder technische Zeichnungen automatisiert erstellt.
Ein zentraler Aspekt ist dabei die Datenanalyse. Die Nutzung vorhandener Daten kann Prozesse erheblich optimieren, allerdings ist die Qualität der Daten entscheidend – nach dem Motto "Shit in, shit out".
Zudem kann KI dabei helfen, Materiallieferungen auf Baustellen effizienter zu planen, Fehler frühzeitig zu erkennen oder Bauprozesse nachhaltiger zu gestalten.
Die Entwicklung der KI schreitet rasant voran. Ein zentraler Trend ist die Weiterentwicklung von Machine Learning zu interaktiver KI, die immer besser Kontexte versteht und in Gesprächen agieren kann. Während KI früher vor allem großen Tech-Konzernen vorbehalten war, wird sie nun für immer mehr Unternehmen und Privatpersonen zugänglich. Besonders in der Softwareentwicklung sind KI-Assistenten wie GitHub Copilot auf dem Vormarsch und revolutionieren das Programmieren.
In Zukunft könnten KI-Agenten eigenständig Aufgaben übernehmen und Entscheidungen treffen. Die Verarbeitung strukturierter Daten wird stetig verbessert, sodass Tabellen und Datenbanken einfacher durchsuchbar werden.
“Also KI ist wirklich ein Evolutionsstep. Vorher war Machine Learning eher so “Ja okay, diktieren, okay. Rechnungen auslesen.” So richtig geile Sachen waren da noch nicht dabei. [...] Und auf einmal wird halt aus einer Person zehn Personen, weil sie halt zehnmal so viel leisten kann, wenn sie es einsetzt.”
Daniel Manzke
Nach Daniels Einschätzung gibt es für Europa großes Potenzial, sich als KI-Standort zu etablieren, insbesondere durch Initiativen wie Mistral. Allerdings hat Deutschland weiterhin ein Adoptionsproblem – viele Innovationen sind vorhanden, aber ihre Umsetzung dauert oft zu lange.
Weitere Fortschritte in der Robotik könnten dazu führen, dass KI vermehrt für automatisiertes Bauen oder Inspektionen eingesetzt wird.
So groß das Potenzial ist, so groß sind auch die Herausforderungen. Viele Menschen haben ein ungenaues Verständnis davon, was KI tatsächlich kann und was nicht. Datenschutz bleibt ein kritisches Thema, insbesondere wenn es um das Hochladen sensibler Daten in offene KI-Modelle geht. Hohe Erwartungen führen oft zu Enttäuschungen, wenn sich herausstellt, dass KI nicht alle Probleme lösen kann.
Eine weitere Herausforderung liegt in der Datenqualität – schlechte Daten führen zwangsläufig zu schlechten Ergebnissen. KI ist zudem nicht fehlerfrei: Sie kann falsche Informationen generieren, die überzeugend klingen, aber nicht der Realität entsprechen.
Auch fehlen oft Schulungen, um die Möglichkeiten von KI optimal zu nutzen. Zudem gibt es Sprachbarrieren, da viele KI-Modelle auf Englisch besser funktionieren als auf Deutsch.
In Deutschland kommen bürokratische Hürden hinzu, die eine schnelle Implementierung erschweren. Schließlich bleibt die Abhängigkeit von großen Tech-Konzernen eine Herausforderung, da viele KI-Modelle von wenigen Unternehmen dominiert werden.
KI ist keine Zukunftsvision mehr – sie ist längst Teil unseres Alltags und der Arbeitswelt. Die große Herausforderung besteht nun darin, sie richtig zu nutzen. Unternehmen müssen lernen, KI als Werkzeug zu sehen, das Mitarbeiter unterstützt, anstatt sie zu ersetzen. Datenschutz, Nutzerfreundlichkeit und eine verständliche Anwendung stehen dabei im Mittelpunkt.
Die Baubranche steht vor der spannenden Aufgabe, KI sinnvoll einzusetzen, ohne dabei den menschlichen Faktor zu vernachlässigen. Denn eines ist klar: Die Technologie wird weiterentwickelt, aber es liegt an uns, sie klug zu nutzen. Wer früh lernt, mit KI umzugehen, wird in Zukunft klare Vorteile haben.
(00:00) - Einführung: Worum geht es in dieser Folge?
(00:00:41) - Vorstellung von Daniel Manzke: CTO, Investor und KI-Experte
(00:05:15) - Technologie und Business: Die Brücke zwischen Tech und Produktwelt
(00:06:39) - KI im Bauwesen und anderen Branchen: Ein Blick über den Tellerrand
(00:19:25) - Machine Learning: Wo fing alles an? Die Geschichte von Spracherkennung
(00:20:45) - OCR-Technologien und ihre Bedeutung für KI-Anwendungen
(00:32:46) - Chatbots und KI im Customer Support: Wo steht die Technologie heute?
(00:33:46) - Mensch vs. KI: Warum KI aktuell als Unterstützung und nicht als Ersatz dient
(00:35:03) - Datenqualität als Erfolgsfaktor: Wie wichtig sind vorhandene Datensätze?
(00:07:58) - Der Hype um KI: Wie Unternehmen KI in ihren Pitch Decks nutzen
(00:41:00) - KI und die Zukunft: Welche Entwicklungen erwarten uns?
(00:55:30) - Datenschutz und DSGVO: Herausforderungen für KI-Projekte
(01:03:00) - Fazit: Chancen und Risiken der KI-Technologie

Die Bauindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Karl-Heinz Strauss, CEO von PORR, gibt spannende Einblicke in seinen Lebenslauf, seine Unternehmerphilosophie und in die Welt der Porrianer.
Karl-Heinz Strauss, CEO der PORR AG, spricht in der Podcast-Folge über die Herausforderungen und Chancen der Bauwirtschaft. Besonders in urbanen Räumen sieht er eine klare Entwicklung: „Das heißt, die Städte sollen und dürfen nicht mehr flächenmäßig wachsen. Das heißt, sie können nur nach oben wachsen, nach unten.“ Diese Aussage unterstreicht den Wandel hin zu einer effizienteren Nutzung von Bauflächen. Verdichtung, innovative Baukonzepte und smarte Technologien spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Ein zentrales Thema im Gespräch ist die Unternehmenskultur der PORR. Strauss betont, dass Vertrauen essenziell ist, um ein erfolgreiches Unternehmen zu führen. „Ich werde nicht 95 % meiner Mitarbeiter drangsalieren und kontrollieren wegen 5 % Halunken,“ erklärt er. Seine Philosophie: Mitarbeiter sollen eigenverantwortlich arbeiten können, anstatt in einem Kontrollsystem gefangen zu sein. Das schafft Motivation und Innovationskraft.
Die Bauindustrie durchläuft eine digitale Transformation. Prozesse wie Building Information Modeling (BIM), automatisierte Baustellen und der Einsatz von Robotik optimieren Abläufe und steigern die Effizienz. Strauss hebt hervor, dass Technologie nicht als Kontrollinstrument, sondern als Unterstützung für Mitarbeiter eingesetzt wird. Damit soll die Produktivität gesteigert werden, ohne die menschliche Komponente zu vernachlässigen.
Trotz aktueller Herausforderungen, etwa im Wohnungsbau, bleibt Karl-Heinz Strauss optimistisch. Die großen globalen Trends – Urbanisierung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung – erfordern eine starke Bauwirtschaft. „Wenn ich heute die großen Megatrends der Welt anschaue, dann wird klar: Ohne Bauen geht es nicht.“ Sein Appell an die junge Generation: Die Baubranche bietet langfristige Chancen und wird auch in Zukunft eine Schlüsselrolle spielen.
Die PORR AG ist eines der ältesten börsennotierten Unternehmen Österreichs und seit über 150 Jahren ein zentraler Akteur in der Bauwirtschaft. Gegründet 1869, hat sich das Unternehmen von einem regionalen Bauunternehmen zu einem international agierenden Konzern mit über 20.000 Mitarbeitern entwickelt. Karl-Heinz Strauss beschreibt die besondere Unternehmenskultur als einen Mix aus familiärem Zusammenhalt und unternehmerischem Denken. „Wir fordern Leistung, but we care for you“, betont er und hebt die enge Verbindung zwischen den Mitarbeitern – den „Porrianern“ – hervor.
Die Themen des DIGITALWERK Podcasts mit Karl-Heinz Strauss im Überblick:
(00:00) - Einführung: Worum geht es in dieser Folge?
(02:08) - Die Geschichte von Porr: Ein Traditionsunternehmen im Wandel
(04:22) - Familienunternehmen und Börsennotierung: Wie passt das zusammen?
(06:46) - Unternehmenskultur bei Porr: Die Prinzipien der „Porrianer“
(09:44) - Karriereweg von Karl-Heinz Strauss: Vom Jungunternehmer zum CEO
(14:29) - Digitalisierung in der Baubranche: Fortschritte und Herausforderungen
(18:37) - Lean Construction: Effizienteres Bauen durch bessere Prozesse
(22:47) - Technologische Innovationen bei Porr: Robotik, BIM und digitale Bauakte
(26:08) - Fachkräftemangel im Bauwesen: Herausforderungen und Lösungen
(30:40) - Infrastrukturprobleme in Deutschland: Bürokratie als Wachstumsbremse
(42:48) - Zukunft der Bauwirtschaft: Trends und Megathemen
(50:08) - Nachhaltigkeit und Klimawandel: Die Rolle der Bauindustrie
(54:35) - Fazit: Warum die Baubranche optimistisch in die Zukunft blicken kann

Nach einem extrem erfolgreichen ersten Besuch musste Thomas nochmal in den Podcast, forderte die Community. Gesagt, getan: In der zweiten Folge gehts um die aktuelle Politik und die Herausforderungen der Zukunft.
Die Bauindustrie steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Wie kann sie ausreichend wachsen, ohne der Umwelt zu schaden? Thomas Hagedorn zeigt mit seiner Unternehmensgruppe, dass nachhaltiger Rückbau und Recycling ein Schlüsselbaustein sind. Mit einer beeindruckenden Recyclingquote verwandelt Hagedorn alte Industriegelände in wertvolle Flächen für neue Projekte. Doch trotz dieser Fortschritte gibt es noch viele bürokratische Hürden, die nachhaltige Lösungen erschweren. Hier ist ein radikales Umdenken gefragt: Recycling first statt Ressourcenverschwendung!
“Man muss irgendwann dazu kommen, dass annähernd eins zu eins alles aus Recyclingprodukten genutzt wird. Das ist dann tatsächliche Nachhaltigkeit.”
Thomas Hagedorn, Gründer der Hagedorn-Unternehmensgruppe
Die Digitalisierung ist längst in der Bauwirtschaft angekommen – und verändert sie grundlegend. Plattformen wie Schüttflix, die Thomas beim Aufbau als Investor unterstützte, ermöglichen eine intelligente Baustofflogistik, die vergleichbar mit Amazon oder Uber funktioniert. 32.000 Sattelzüge sind laut Thomas über die Plattform organisiert und liefern punktgenau an die Baustelle. Dadurch werden unnötige Wartezeiten und ineffiziente Prozesse vermieden. Die Vorteile sind klar: bessere Planung, geringere Kosten und ein nachhaltigerer Materialeinsatz.
Ohne qualifizierte Fachkräfte geht nichts – doch die Bauindustrie kämpft mit Nachwuchsproblemen. Hagedorn setzt deshalb auf attraktive Zusatzleistungen wie eine private Krankenzusatzversicherung für alle Mitarbeiter. Gleichzeitig plädiert er für flexiblere Arbeitszeitregelungen, damit Fachkräfte mehr arbeiten dürfen, wenn sie es wollen. Ein weiterer Schlüssel: Das Handwerk muss wieder attraktiver werden, mit modernen Technologien, sinnhaften Jobs und einer starken Unternehmenskultur.
Eines der größten Hindernisse für Innovation im Bauwesen ist die Bürokratie. Langwierige Genehmigungsverfahren, uneinheitliche Vorschriften und komplizierte Ausschreibungen bremsen dringend benötigte Infrastrukturprojekte aus. Thomas berichtet von absurden Fällen, in denen Städte Recycling-Baustoffe verbieten – obwohl sie umweltfreundlicher und günstiger sind. Hier muss die Politik dringend handeln und die Rahmenbedingungen für nachhaltige Bauprojekte vereinfachen.
Obwohl KI und Automatisierung viele Branchen revolutionieren, gibt es Grenzen in der Bauwirtschaft. Autonomes Baggerfahren? Unwahrscheinlich! Dennoch helfen digitale Werkzeuge, Prozesse effizienter zu gestalten. Beispielsweise werden bei Hagedorn digitale Zwillinge genutzt, um Bauprojekte in Echtzeit zu analysieren und zu optimieren. Solche Innovationen machen den Bau smarter – aber der Mensch bleibt der wichtigste Faktor.
“Dass autonome Bagger fahren, das werde ich nicht erleben.”
Thomas Hagedorn, Gründer der Hagedorn-Unternehmensgruppe
Die Bauindustrie hat enormes Potenzial, nachhaltiger und effizienter zu werden. Doch dafür braucht es weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und ein Umdenken beim Fachkräftemangel. Thomas beschreibt im Podcast, wie es gehen kann: machen statt meckern! Die Politik und die Wirtschaft müssen jetzt die richtigen Weichen stellen – sonst wird Deutschland in der Bau- und Infrastrukturentwicklung weiter abgehängt. Es ist Zeit für einen echten Wandel!
(00:00) - Worum gehts in der Folge?
(06:42) - Entwicklung der Hagedorn Gruppe: Wachstum und Nachhaltigkeit
(08:58) - Digitalisierung in der Baubranche: Die Erfolgsgeschichte von Schüttflix
(12:30) - Infrastrukturprobleme & die Herausforderungen der Baubranche
(16:17) - 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen: Chancen & Risiken
(19:29) - Fachkräftemangel: Wie kann das Handwerk attraktiver werden?
(22:16) - Mitarbeitermotivation: Zusatzleistungen & Unternehmenskultur bei Hagedorn
(26:34) - Digitalisierung & KI: Welche Rolle spielen sie in der Bauwirtschaft?
(34:37) - Nachhaltigkeit & Recycling in der Bauindustrie
(39:48) - Bürokratische Hürden: Warum Recyclingprodukte oft nicht genutzt werden
(43:14) - Braucht Deutschland mehr Mut zur Umsetzung?
(50:13) - Erfolgsfaktoren für Unternehmer: Disziplin, Neugier & Durchhaltevermögen

Stefan spricht mit Michél über die Transformation der Mobilität, weg vom individuellen Autobesitz hin zu vernetzten, geteilten und autonomen Lösungen. Städte brauchen dringend neue Konzepte, da Flächen knapp sind. Während Sharing-Dienste und Elektromobilität weltweit wachsen, behindern hierarchische Strukturen und politische Zurückhaltung in Deutschland die Umsetzung innovativer Ideen. Im gesellschaftlichen Wandel sieht er dennoch großes Potenzial für eine lebenswertere und effizientere Mobilität der Zukunft.
Die Mobilität in unseren Städten befindet sich im Wandel. Während früher der Besitz eines Autos als Statussymbol galt, geht der Trend heute hin zu Sharing-Diensten und multimodalen Verkehrslösungen. Im Podcast prognostiziert Stefan, dass der Zugang zu Mobilität immer wichtiger wird als der Besitz eigener Fahrzeuge. Dieser Paradigmenwechsel stellt Autohersteller und Stadtplaner gleichermaßen vor neue Herausforderungen.
"Neue Angebote schaffen Nachfrage, und Mobilität schafft neue Mobilität."
Dr. Stefan Carsten, Zukunftsforscher & Mobilitätsexperte
Der Platz in unseren Städten ist begrenzt, und der motorisierte Individualverkehr kann in seiner jetzigen Form eigentlich nicht fortbestehen. Konzepte wie autofreie Innenstädte, Carsharing und verbesserte öffentliche Verkehrsmittel sind entscheidend. Ein Blick nach Paris zeigt, wie es gehen kann: Innerhalb von zehn Jahren konnte der Autoverkehr dort drastisch reduziert werden. Deutschland tut sich mit solchen Veränderungen jedoch schwer, da politische und wirtschaftliche Interessen oft bremsend wirken.
Autonomes Fahren wird in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen. Besonders im ländlichen Raum könnten selbstfahrende Shuttles flexible öffentliche Verkehrslösungen bieten. Trotz Skepsis gegenüber neuen Technologien ist Deutschland in diesem Bereich regulatorisch weit fortgeschritten. Stefan kritisiert, dass innovative Lösungen oft an starren Strukturen scheitern.
"Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Organisationsproblem."
Dr. Stefan Carsten, Zukunftsforscher & Mobilitätsexperte
Moderne Stadtplanung muss Mobilität und Wohnraum gemeinsam denken. Neue Wohnquartiere sollten nicht mehr auf Tiefgaragen und Stellplätze setzen, sondern auf Sharing-Angebote und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Wer heute noch an Parkplätzen als zentrales Element der Stadtentwicklung festhält, verpasst den Anschluss.
Damit die Mobilitätswende gelingt, müssen Politik und Wirtschaft enger zusammenarbeiten. Autohersteller müssen sich neu erfinden, da die Zukunft unweigerlich elektrisch und digital wird. Gleichzeitig muss die Politik mutigere Entscheidungen treffen, um nachhaltige Verkehrslösungen zu fördern. Andere Länder wie Frankreich, die Niederlande oder Luxemburg haben gezeigt, dass eine schnelle Transformation möglich ist.
Die Mobilitätswende ist nicht mehr aufzuhalten, doch ihr Tempo hängt stark von der Politik und uns allen als Gesellschaft ab. Deutschland hat das Wissen und die Technologie, um eine nachhaltige Mobilitätszukunft zu gestalten, doch es fehlt oft an Umsetzungskraft. Wenn Mobilität als Teil eines ökologischen und wirtschaftlichen Gesamtkonzepts verstanden wird, kann aber eine lebenswertere und effizientere Verkehrswelt entstehen.
(00:00) – Worum geht es in der Folge?
(01:34) – Stefan Carsten: Vom Geografen zum Zukunftsforscher
(08:27) – 17 Jahre Daimler: Was lief gut, was nicht?
(11:23) – Car2Go & Co.: Warum scheitern innovative Mobilitätskonzepte?
(16:35) – Sharing & autonomes Fahren: Die Mobilität der Zukunft
(22:09) – Wie Autohersteller sich neu erfinden müssen
(29:34) – Welche Städte sind Deutschland voraus?
(39:56) – Mobilitätswende: Warum sie politisch ausgebremst wird
(47:18) – Zukunft auf dem Land: Welche Konzepte funktionieren?
(50:11) – Elektromobilität: Warum Verbrenner keine Zukunft haben
(53:11) – Der ideale Mobilitätsmix der Zukunft

Andreas Engelhardt hat sich vom bodenständigen Schüler mit mäßigen Noten zum erfolgreichen Unternehmer entwickel. Unter seiner Führung setzt Schüco verstärkt auf Kreislaufwirtschaft, internationale Expansion und langfristige Verantwortung. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt er optimistisch und sieht die Zukunft des Bauens in nachhaltigen und anpassungsfähigen Lösungen.

Schüco-Chef Andreas Engelhardt hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Doch sein Weg an die Spitze war nicht geradlinig. In der Schule war er kein Überflieger, sondern eher derjenige, der sich für andere starkmachte. Schon früh übernahm er Verantwortung als Klassensprecher. Sein Antrieb war es, Dinge zu gestalten und aktiv Lösungen zu finden. Diese Mentalität hat ihn bis heute geprägt. Er glaubt daran, dass Erfolg nicht nur von Wissen abhängt, sondern vor allem von Einsatzbereitschaft und der Fähigkeit, Chancen zu ergreifen.
Andreas wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter führte einen Blumenladen, sein Vater war gelernter Weber. Er kam früh mit Arbeit in Berührung. Sein erstes Geld verdiente er als Blumenlieferant per Fahrrad. Die Bodenständigkeit versucht Andreas auch im Chefsessel zu bewahren. Er sieht es als seine Aufgabe, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich seine Mitarbeiter weiterentwickeln können. Denn für ihn ist ein erfolgreiches Unternehmen nur dann stark, wenn alle an einem Strang ziehen und mit Überzeugung hinter ihrer Arbeit stehen.
Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann und einem Wehrdienst von 15 Monaten stieg Andreas ins Berufsleben ein. Besonders prägte ihn sein erster Chef, der ihm viel Verantwortung übertrug. Er durfte früh an wichtigen Verhandlungen teilnehmen und entwickelte ein Gespür für wirtschaftliche Zusammenhänge. Diese Erfahrungen halfen ihm, sich später in großen Familienunternehmen durchzusetzen.
Statt nur in festen Strukturen zu denken, lernte er, unternehmerisch zu handeln und Risiken abzuwägen. Diese frühe Prägung hat ihm gezeigt, wie wichtig es ist, mutig Entscheidungen zu treffen und aus Fehlern zu lernen, anstatt Angst vor ihnen zu haben. Besonders wichtig ist ihm heute auch die Authentizität der Führungsspitze. Wenn da etwas nicht stimmt, merkt das die Belegschaft sofort.
“Also der Mann und die Frau in der Maschine gucken sehr genau hin, ob der Chef blass ist im Gesicht und die Mundwinkel immer nach unten hat und ob er es wirklich ernst meint.”
Andreas Engelhardt, Schüco-CEO

2012 trat Andreas als persönlich haftender Gesellschafter bei Schüco ein. Eine Position, die viel Mut erfordert: Er haftet im Fall der Fälle mit seinem Privatvermögen. Doch für ihn ist es mehr als ein Job – es ist eine Berufung. Er sieht sich als Unternehmer, nicht als angestellten Manager.
“Als persönlich haftender Gesellschafter hast du keine Anteile. Du bist aber mit deinem Privatvermögen vollumfänglich haftbar. Ohne Grenze nach oben, also unbegrenzt. Das ist schon gemütlich.”
Andreas Engelhardt, Schüco-CEO
Entscheidungen trifft er mit langfristiger Perspektive und dem Ziel, das Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln. Diese Denkweise spiegelt sich auch in der Kultur wider, die er prägt. Verantwortung bedeutet für ihn nicht nur finanzielle Aspekte zu bedenken, sondern auch gesellschaftliche und ökologische Faktoren in die Unternehmensstrategie zu integrieren.
Viele kennen Schüco als Fenster- und Türenhersteller, doch das Unternehmen ist viel mehr. Unter Andreas Führung wurde Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der Strategie. Gebäude von heute sollen Rohstofflager der Zukunft werden. Recycling, Kreislaufwirtschaft und energieeffiziente Produkte stehen im Mittelpunkt. Damit stellt man die Weichen für zukünftige Herausforderungen. Andreas sieht es als seine Aufgabe, die Baubranche aktiv mitzugestalten und neue Standards für nachhaltiges Bauen zu setzen.
Schüco ist weltweit in über 80 Ländern aktiv. Doch Andreas weiß, dass nicht überall das gleiche Geschäftsmodell funktioniert. Besonders in den USA hat das Unternehmen Lehrgeld gezahlt. Sein Ansatz heute: Amerikaner sollen den amerikanischen Markt führen. Diese Strategie hat sich bewährt.
Auch in Indien hat Schüco stark investiert und setzt auf lokales Know-how. Gerade in aufstrebenden Märkten sieht Andreas große Wachstumschancen, wenn man sich den kulturellen und wirtschaftlichen Gegebenheiten anpasst. Sein Ziel ist es, globale Expansion mit nachhaltigem Handeln zu verbinden. Das bietet auch den Menschen vor Ort echte Perspektiven.
Für Andreas ist klar: Die Bauwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Nachhaltigkeit ist alternativlos, und Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig beobachtet er mit Sorge die wirtschaftliche und politische Lage in Deutschland. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, braucht es stabile Rahmenbedingungen.
Doch er bleibt optimistisch: Wer innovativ ist und auf Qualität setzt, wird auch in Zukunft erfolgreich sein. Gerade in Zeiten der Unsicherheit sieht er die Chance, neue Wege zu gehen und bestehende Prozesse zu hinterfragen. Für ihn ist Unternehmertum eine ständige Weiterentwicklung – und genau das treibt ihn jeden Tag an.

(00:00) – Worum gehts in der Folge?
(02:08) – Was macht ein persönlich haftender Gesellschafter?
(05:35) – Andreas Engelhardts Werdegang: Vom faulen Schüler zum CEO
(10:07) – Politisches Engagement und erste Führungserfahrungen
(13:15) – Die Bedeutung von Freiheit und Gerechtigkeit
(19:12) – Einstieg bei Schüco: Wie kam es dazu?
(22:08) – Führung in einem Familienunternehmen
(27:51) – Schüco damals und heute: Vom Fensterhersteller zur nachhaltigen Bauchemie
(30:56) – Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell
(32:21) – Marktführerschaft: Was macht Schüco erfolgreich?
(35:50) – Internationale Märkte: Deutschland, USA, Indien & Middle East
(42:38) – Persönliche Kundenbeziehungen & Geschäftsmentalität weltweit
(46:34) – Krisenzeiten: Pandemie, Krieg & Management-Herausforderungen
(48:04) – Politische Rahmenbedingungen und Herausforderungen in Deutschland
(52:36) – Zukunftsausblick: Was muss sich in Politik und Wirtschaft ändern?

Im DIGITALWERK Podcast spricht Michael darüber, wie er als Kind mit seinen Eltern nach Deutschland kam und wie seine Migrationserfahrung aussieht. Heute ist er Professor für Immobilienmanagement und Geschäftsführer der Becken Invest GmbH. Die will den Hamburger Elbtower fertig bauen.
Michael kam als Kind mit 8 Jahren aus Polen nach Deutschland, verrät er im Podcast. Vom Grenzdurchgangslager Friedland gings dann nach Hamburg. Seine Migrationsgeschichte hat ihn geprägt – früher dachte er kaum darüber nach, heute reflektiert er über die Herausforderungen und Chancen, die er hatte.
“ Es waren herausfordernde Zeiten, aber ich habe zumindest damals den Eindruck gehabt, dass Deutschland einen mit offenen Armen empfangen hat.”
Michael Becken, Geschäftsführer Becken Invest GmbH
Sein erster Job? Mit 13 hat Michael Prospekte verteilt, für 60 DM im Monat, erinnert er sich schmunzelnd. Später folgten Apothekendienste und sogar kurze Zwischenstationen als Basketballschiedsrichter oder Bootsreiniger. Sein Weg führte ihn schließlich zum Jurastudium, obwohl er ursprünglich Wirtschaftsingenieur werden wollte. Ein Rat seines Schwiegervaters Dieter Becken brachte ihn dann aber auf die juristische Laufbahn.
Nach dem Studium wollte er eigentlich in einer Großkanzlei starten – doch die Finanzkrise kam dazwischen. Stattdessen startete er in der Firma seines Schwiegervaters. Um schneller in die Praxis zu kommen, machte er parallel einen Aufbaustudiengang zum Immobilienökonom. Michael konnte so die Grundlagen neben der Arbeit im Unternehmen lernen.
Michael erkannte früh, dass sich die Branche verändert. Anstatt sich nur auf Projektentwicklung zu konzentrieren, schaute er sich die Randbereiche an und baute schließlich auch neue Geschäftsbereiche auf. Das gesamte Immobilienvermögen der Gruppe ist 2024 auf rund 6,3 Milliarden Euro gestiegen. Dennoch hat sich der Markt verändert, sagt Michael: “Und tatsächlich muss man sagen, aktuell verdienen wir als Entwickler gar nichts. Ist einfach so. Aber die anderen Bereiche verdienen halt Geld.”
Neben seiner Tätigkeit in der Immobilienbranche ist Michael auch in der akademischen Welt zu Hause. Er ist nicht nur Professor, sondern auch Rektor der Northern Business School (NBS), einer privaten Hochschule mit einem Schwerpunkt auf Wirtschaft und Management. Sein Ziel ist es, die nächste Generation von Fachkräften nicht nur mit Wissen, sondern auch mit unternehmerischem Denken auszustatten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sieht er die Verantwortung der Hochschulen darin, nicht nur Theoretiker, sondern echte Problemlöser für die Branche auszubilden.
Eine ganz besondere Herausforderung meistert die Becken-Gruppe gerade im heimischen Hamburg. Der Elbtower steht seit geraumer Zeit als Rohbau herum und wartet auf die Fertigstellung, nachdem der Zusammenbruch des Signa-Imperiums auch diese Fertigstellung zunächst auf Eis gelegt hatte. Die Becken-Gruppe verhandelt jetzt um die Fortsetzung des Towers.
Aktuell verhandelt ein Konsortium um Becken exklusiv um die Zukunft des Elbtowers. Grundsätzliche Änderungen sind bei einer Fertigstellung des Towers durch Becken & Co. jedoch nicht zu erwarten. Im Podcast verrät Michael dazu: “Sollten wir es irgendwann erwerben und zu Ende bauen, dann wird es genauso fertiggestellt, wie es einst auch geplant war.”
Die Immobilienbranche steht auch fernab großer Leuchtturmprojekte vor großen Aufgaben, insbesondere im Wohnungsbau. Bezahlbarer Wohnraum sei essenziell, betont Michael. Er kritisiert, dass in Deutschland viele Vorschriften den Bau verteuern und fordert einfachere Prozesse. Forderungen, die ihn auch in den Bereich der Politik gebracht haben.
Sein Engagement darin baut er kontinuierlich aus. Aktuell will er bei der nächsten Wahl in Hamburg für die CDU in die Bürgerschaft und mehr Wirtschaftskompetenz in die Politik bringen. Dabei geht es ihm nicht nur um Zahlen, sondern auch um gesellschaftliche Verantwortung.
Sein wichtigster Rat an junge Menschen? Bildung. „Investiere in deine Bildung. Das ist niemals verkehrt“, sagt Michael. Sein Weg zeigt, dass Neugier und Flexibilität entscheidend sein können – egal, ob man in der Immobilienbranche, der Politik oder anderswo erfolgreich sein will.
(00:00) - Worum geht es in der Podcastfolge?
(03:53) - Michaels Werdegang: Von der Migration nach Deutschland bis zur Immobilienbranche
(12:28) - Einstieg ins Familienunternehmen Becken und erste Herausforderungen
(16:09) - Wandel der Becken-Gruppe: Vom Projektentwickler zum Investmenthaus
(21:37) - Immobilienmarkt aktuell: Herausforderungen, Zinsen und Zukunftsperspektiven
(29:50) - Der Elbtower: Warum Becken nicht von Anfang an dabei war
(37:33) - Finanzierung großer Bauprojekte und die Rolle von Investoren
(41:57) - Northern Business School: Michaels Rolle als Professor und Rektor
(46:59) - Einstieg in die Politik: Warum Michael Becken für die CDU aktiv ist
(52:04) - Bezahlbarer Wohnraum: Lösungsansätze und politische Forderungen
(56:45) - Schnellfragerunde: Persönliche Einblicke und Abschluss

Ingenieure in Deutschland kämpfen mit ungleichen Gehältern, Fachkräftemangel und fehlender Digitalisierung, besonders in der Bauwirtschaft. Jörg Thiele, übernahm nach der Wende das väterliche Unternehmen und meisterte wirtschaftliche Krisen. Als VBI-Präsident setzt er sich zusätzlich für bessere Rahmenbedingungen und eine stärkere Vernetzung der Branche ein.
Ingenieure in Deutschland haben es nicht ganz leicht. Das Gehaltsniveau hierzulande variiert für sie stark - je nach Branche. Besonders planende Ingenieurinnen und Ingenieure in Architektur- und Ingenieurbüros verdienen oft weniger als ihre Kollegen in anderen Industriezweigen. Die Vergütung spiegelt somit nicht immer die hohe Verantwortung und das Know-how wider, das Ingenieure in ihre Projekte einbringen. Wenn es nach dem Verband Beratender Ingenieure ginge, wäre das anders - doch dazu gleich mehr!
Jörg Thiele wuchs in einem bauaffinen Elternhaus auf. Seine Eltern waren Bauingenieure, sein Großvater Maurer – eine Karriere im Bauwesen lag nahe. Dennoch war es keine reine Familienentscheidung, sondern ein bewusster Weg. Genau wie Jörg damals stehen viele junge Menschen heute vor ähnlichen Fragen: Wie sehen die besten Entwicklungsmöglichkeiten aus? Das Bauingenieurwesen bietet viele Chancen, ist aber nicht ohne Risiken. Auch eine Portion Mut braucht es, wenn man es schaffen will, verrät Jörg im Podcast.
Nach der Wende übernahm Jörgs Vater den Betrieb, in dem er bis dahin tätig war. In Chemnitz war das ein Volkseigener Betrieb (VEB), ein sogenanntes Baukombinat. Mit zwei Partnern kaufte Jörgs Vater den Betrieb nach dem Mauerfall von der Treuhand. Später stieg Jörg ein, übernahm sukzessive die Anteile seines Vaters und der Partner. Dabei musste er sich mit Management-Buy-outs, Finanzierungen und wirtschaftlichen Krisen auseinandersetzen. Ein Schritt, der den eben genannten Mut erforderte. Heute ist Jörg überzeugter Unternehmer und schätzt die Unabhängigkeit, die damit einhergeht.
Ende der 1990er Jahre trat Jörg dem Vorgängerverband des heutigen VBI bei. In einer Zeit des Umbruchs nach der Wende erkannte er die Notwendigkeit, sich in Netzwerken zu engagieren und die Interessen der Ingenieurbüros aktiv zu vertreten. Durch seinen Einsatz wurde er zunächst Landesvorsitzender in Sachsen und Thüringen, später Vizepräsident und schließlich Präsident des VBI.
Der VBI ist heute die führende Berufsorganisation unabhängig beratender und planender Ingenieure in Deutschland. Im Verband kommen 1.400 Ingenieur-, Consulting- und Architekturunternehmen zusammen. Jörgs Arbeit im Verband ist geprägt von dem Ziel, die Rahmenbedingungen für Ingenieure zu verbessern und die Branche zu stärken - im Dialog mit Auftraggebern und nationaler sowie europäischer Politik.
Die Bauwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Besonders kleine Ingenieurbüros mit wenigen Mitarbeitern kämpfen mit Investitionsdruck, Digitalisierung und Fachkräftemangel. Ein erfolgreiches Unternehmen muss Strukturen und Kapazitäten schaffen, um am Markt bestehen zu können. Jörg sieht für zu kleinen Einheiten ein Risiko und bemerkt einen fortschreitenden Konzentrationsprozess.
Während in vielen Industriezweigen die Digitalisierung bereits fortgeschritten ist, hinkt die Bauwirtschaft hinterher. Zwar nutzen Ingenieure moderne Planungsmethoden wie Building Information Modeling (BIM), doch es mangelt an durchgängiger Digitalisierung in allen Prozessstufen. Öffentliche Verwaltungen arbeiten oft noch mit analogen Systemen, was zu ineffizienten Abläufen führt.
“Unsere Kunden und insbesondere die öffentliche Hand sind weit davon entfernt, dass wir den gesamten Wertschöpfungsprozess digitalisiert abbilden oder digital digitalisieren können.”
Jörg Thiele, Präsident des VBI
Die Absolventenzahlen im Ingenieurwesen stagnieren. Gleichzeitig gibt es in anderen Branchen oft bessere Verdienstmöglichkeiten für technische Berufe. Um das Berufsfeld attraktiver zu machen, braucht es neben besseren Gehältern auch eine modernere Arbeitskultur. Ingenieurbüros müssen sich dem Wandel anpassen, um für junge Talente interessant zu bleiben.
“Die größte Herausforderung ist die, dass das Recruiting erfolgreich ist, dass wir genug neue Nachwuchsmitarbeiter kriegen. Das wird immer schwerer. Zum einen sind die Studierendenzahlen, die Absolventenzahlen, überschaubarer geworden. Auf der anderen Seite gibt es eben nicht wirklich ein level playing field mit anderen, die unsere Qualifikationen auch brauchen.”
Jörg Thiele, Präsident des VBI
Bürokratie, uneinheitliche Bauordnungen und fehlende Investitionen erschweren die Arbeit von Ingenieuren und Planern. Jörg fordert eine stärkere Vernetzung und bessere politische Rahmenbedingungen, um langfristige Infrastrukturprojekte effizient umzusetzen.
“Wir leben seit vielen Jahrzehnten im Infrastrukturbereich aus der Substanz. Wir verschleißen.”
Jörg Thiele, Präsident des VBI
Deutschland lebt seit Jahrzehnten von der bestehenden Bausubstanz – eine Modernisierung ist überfällig. Der Schlüssel liegt in nachhaltigen Investitionen und einer neuen, partnerschaftlichen Unternehmenskultur. Nur im Schulterschluss wird es gelingen, die Herausforderungen der Zukunft und der Gegenwart zu meistern.

Im DIGITALWERK-Podcast erzählt der Multiunternehmer mit Herz, wie viel Glück zum Leben dazugehört, was Scheitern bedeutet - und wie er trotz allem einen erfolgreichen Konzern mit 18 Divisionen aufgebaut hat.
Tobias Waltl begann seine Karriere mit einer klassischen Banklehre. Doch schon früh bemerkte er Missstände im Finanzsystem. Mit gerade einmal 17 Jahren gründete er seine eigene Bank. Mitleid mit Opfern des eingeführten Provisionssystems bewegte ihn dazu. Eine der größten Schwierigkeiten? Mit seiner Mutter aufs Landratsamt und sie dazu bewegen, eine wichtige Unterschrift zu leisten. Trotz der Herausforderungen und hohen regulatorischen Hürden konnte er sich in der Branche behaupten, entschied sich aber später für einen neuen Weg.
"Ich habe mir gedacht, es muss auch ehrlich gehen und habe es dann selber gemacht."
Tobias Waltl, Gründer & Vorstand, WMM AG
Nach ersten Erfolgen in der Finanzwelt verlagerte Waltl seinen Fokus. Die Erkenntnis, dass langfristige Werte durch greifbare Produkte geschaffen werden, brachte ihn dazu, eine Schreinerei zu übernehmen. Seine damalige Motivation beschreibt Tobias im Podcast so: "Ich möchte irgendwo in einer Firma arbeiten, die etwas herstellt, was man riechen, fühlen, schmecken kann." Aus der traditionellen Tischlerei entwickelte er ein modernes Unternehmen, das den Grundstein für sein weiteres Wachstum legte.
Der Schritt in die Bau- und Hotelbranche kam aus einer Notwendigkeit heraus. Als er merkte, dass der traditionelle Bauprozess ineffizient war, entwickelte er eine neue Methode: Modulbau mit Ziegeln. Dieses Ziegelmodul eignet sich aber natürlich nicht nur für Hotels, sondern auch für z.B. den Geschosswohnungsbau. Mit dem Modulbau bewies Tobias aber den richtigen Riecher. Durch diese Technik konnte er seine Hotelkette schneller und kosteneffizienter expandieren.
Heute betreibt Waltl eine Hotelkette mit mehr als 5000 Betten. Sein Konzept basiert auf Digitalisierung, Automatisierung und effizienter Standortwahl. Besonders Handwerker und Geschäftsreisende profitieren von den modernen, kostengünstigen Unterkünften. Die erfolgreiche Expansion zeigt, dass innovative Bauweisen und smarte Prozesse auch alte, etablierte und konservative Märkte erfolgreich bereichern können.
Neben Hotels und Modulbau hat Waltl sein gesamtes Unternehmen strategisch diversifiziert. Er investiert in Telekommunikation, Softwareentwicklung und erneuerbare Energien. In der WMM AG sind 18 Divisionen verschiedenster Geschäftsrichtungen vereint. Sein Ziel ist es, langfristige Werte zu schaffen und nachhaltige Lösungen nicht nur für die Bau- und Immobilienbranche zu etablieren. Dabei bleibt er seiner Philosophie treu: Probleme identifizieren, kreative Lösungen finden und nachhaltig wachsen.
Tobias Waltl beweist, dass Erfolg nicht nur von Kapital, sondern vor allem von Innovationsgeist und unternehmerischer Ausdauer abhängt - und natürlich auch einer gehörigen Portion Glück. Im Podcast verrät er, wie man durch Mut und kluge Entscheidungen Branchen revolutionieren kann.

Die Lindner Group kombiniert seit 60 Jahren Tradition mit Innovationsgeist und setzt auf Eigenverantwortung als Wachstumsmotor. Veronika Lindner stieg 2003 ins Familienunternehmen ein und treibt seither Digitalisierung sowie Unternehmenskultur aktiv voran. Im Podcast gibt sie Einblick in ihre Unternehmerphilosophie!
Seit 60 Jahren wächst das Unternehmen Lindner stetig. Gegründet von Veronika Lindners Vater Hans, beschäftigt es heute 8000 Mitarbeiter weltweit. Der Schlüssel zum Erfolg? Ein Mix aus Tradition und Innovationsgeist. Lindner schließt keine Märkte aus und gibt seinen Mitarbeitern viel Eigenverantwortung. Diese Philosophie sorgt für nachhaltiges Wachstum und ermöglicht es dem Unternehmen, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren.
“Wir vertrauen unseren Leuten. Die können Dinge ausprobieren, die können Märkte erobern. Die haben Endverantwortung für das, was sie machen.”
Veronika Lindner, Familienunternehmerin
Schon früh war klar, dass sie ins Familienunternehmen einsteigen würde. Nach einer Banklehre und Erfahrungen in anderen Firmen kam sie 2003 endgültig zu Lindner. Dort startete sie mit der Projektentwicklung und dem Marketing, bevor sie mehr Verantwortung übernahm. Ihr Führungsstil zeichnet sich durch Offenheit und Weitsicht aus. Heute leitet sie das Unternehmen mit einer klaren Vision: Wachstum durch Eigenverantwortung, Innovationsfreude und Mut zur Veränderung. Sie betont, wie wichtig es ist, sich nicht nur auf bewährte Konzepte zu verlassen, sondern immer offen für Neues zu bleiben.
Lindner erkannte früh die Bedeutung der Digitalisierung. Bereits vor über 13 Jahren wurde eine eigene Digital-Abteilung gegründet, die sich speziell um neue Technologien kümmert. Besonders in den Bereichen KI und Softwarelösungen nimmt das Unternehmen eine Vorreiterrolle ein. Veronikas Ehemann treibt die Innovationsprozesse maßgeblich voran. Durch eine gezielte Digitalstrategie konnte die Lindner Group zahlreiche Prozesse optimieren und neue Geschäftsmodelle erschließen. Die enge Verzahnung von traditionellem Handwerk und modernster Technik sichert dem Unternehmen nach wie vor einen Wettbewerbsvorteil.
Ein offener Umgang und Eigenverantwortung prägen die Kultur bei Lindner. Mitarbeiter dürfen Ideen umsetzen und neue Märkte erschließen. Vertrauen spielt eine zentrale Rolle, denn nur so können Kreativität und Eigeninitiative gefördert werden. Bei Übernahmen von Firmen achtet das Unternehmen besonders auf die kulturelle Passung – ohne starke Identität gibt es keinen langfristigen Erfolg. Diese Philosophie hat Lindner zu einem attraktiven Arbeitgeber gemacht.
“Wir haben bei über Übernahmen in den letzten Jahrzehnten auch gelernt. Egal wie spannend ein Unternehmen ist, wie gut ein Unternehmen ist, wenn die Kultur nicht zu uns passt, wird es nicht funktionieren.”
Veronika Lindner, Familienunternehmerin
Bürokratie, Fachkräftemangel und steigende Energiekosten setzen dem Mittelstand zu. Dennoch bleibt Veronika Lindner optimistisch. Ihr Fokus liegt darauf, engagierte Mitarbeiter zu gewinnen und innovative Lösungen für eine sich wandelnde Wirtschaft zu entwickeln. Die Zukunft des Mittelstands hängt davon ab, wie flexibel und anpassungsfähig Unternehmen auf Herausforderungen reagieren. Lindner setzt dabei auf Nachhaltigkeit und langfristige Partnerschaften, um auch in schwierigen Zeiten erfolgreich zu bleiben.Verkaufen? Keine Option!Für Veronika Lindner ist Lindner mehr als ein Unternehmen – es ist Familie. Ein Verkauf kommt nicht infrage, denn sie sieht es als ihre Aufgabe, das Lebenswerk ihres Vaters fortzuführen. Der enge Zusammenhalt innerhalb der Familie und die tiefe Verwurzelung mit dem Unternehmen machen es für sie undenkbar, dieses in fremde Hände zu geben. Lindner soll auch in Zukunft ein unabhängiges Familienunternehmen bleiben, das von Werten, Innovationskraft und einer starken Belegschaft getragen wird.
“Du kannst keine Familie verkaufen. Das geht ned.”
Veronika Lindner, Familienunternehmerin
Arbeit sollte Freude machen, nicht nur ein Mittel zum Zweck sein. Für Lindner ist Work-Life-Balance keine Frage des Entweder-oder. Wer mit Begeisterung dabei ist, schafft nachhaltige Erfolgserlebnisse – für sich selbst und auch für das Unternehmen. Wer gerne arbeitet, sieht seine Tätigkeit nicht als Last, sondern als erfüllenden Teil seines Lebens. Diese Einstellung prägt nicht nur Veronika Lindner, sondern auch die Unternehmenskultur von Lindner.
(00:00) – Darum gehts in der Folge!
(02:49) – Die Unternehmensgeschichte und Entwicklung der Lindner Group
(06:06) – Erfolgsgeheimnisse und Unternehmenskultur
(10:22) – Digitalisierung und eigene Softwareentwicklung
(13:32) – Warum ein Verkauf des Unternehmens nicht infrage kommt
(17:07) – Firmenübernahmen und die Bedeutung der Unternehmenskultur
(22:08) – Gründungskultur: Chai-Latte-Startups vs. Handwerksbetriebe
(26:50) – Learnings aus der Pandemie für die Unternehmensführung
(30:00) – Work-Life-Balance: Gibt es das bei Lindner?

Uzin Utz, ein traditionsreiches Familienunternehmen, entwickelte sich von einem Schuhcremehändler zu einem globalen Bauchemie-Spezialisten. Trotz erfolgreicher Expansion in die USA und lokalen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel hierzulande bleibt Deutschland ein wichtiger Markt.
Das Unternehmen Uzin Utz ist ein echtes Familienunternehmen. Es wurde 1911 von Georg Utz in Wien gegründet. Ursprünglich handelte es mit Schuhcreme, Bohnerwachs und Seifenpulver. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich die Firma neu erfinden. Die Spezialisierung auf Klebstoffe und legte den Grundstein für das heutige Unternehmen. Heute gehören sechs Untermarken zur Gruppe, eines steht dabei immer im Fokus: der Boden. Das Unternehmen zählt zu einem der weltweit führenden Hersteller von Systemprodukten für die Fußbodentechnik und entwickelt, produziert und vertreibt Klebstoffe, Maschinen und Werkzeuge für Fliesen- und Bodenleger, aber auch Reinigungs- und Pflegemittel für Parkettböden. Philipp Utz steht heute mit seinem Bruder als Teil der vierten Generation an der Spitze eines Unternehmens mit 1.500 Mitarbeitenden und einem Umsatz von einer halben Milliarde Euro.
Philipp betont, dass der Weg ins Familienunternehmen keine Selbstverständlichkeit war. Während sein Vater über Jahrzehnte aus einem regionalen Hersteller ein globales Unternehmen formte, war es für Philipp auch wichtig, externe Erfahrungen sammeln zu können - unter anderem in der Beratung, bevor er ins Unternehmen einstieg. Er stellte dabei fest, dass man sich dabei auch mit dem Familiennamen “den Respekt trotzdem erarbeiten muss”.
Ein Highlight der Episode sind die Schilderungen von Philipp über die Expansion nach Amerika. Trotz der Herausforderungen – von hohen Investitionen bis zur „America First“-Politik – schaffte Uzin Utz den Durchbruch. Mit dem Slogan „German Engineering. Made in the USA“ und Werken in Delaware und Texas gelang der Eintritt in einen Markt mit riesigem Potenzial. Philipp berichtet, dass die USA bald der wichtigste Einzelmarkt für das Unternehmen sein werden.
“Also wir haben für uns eins entschieden, und zwar German Engineering. Made in the US. Das ist unser Erfolgsrezept für die USA und das funktioniert dann schon. Also deutsche Technologien, europäische Technologien schätzen sie schon, weil sie eben auch deutlich mehr Sicherheit in unserem Bereich ist.”
Philipp Utz, Mitglied des Vorstands, Uzin Utz
Uzin Utz verfolgt eine komplexe Markenstrategie, die sowohl lokale Spezialisierung als auch internationale Reichweite umfasst. Im Podcast verrät Philipp, wie Uzin Utz sechs Marken international positioniert. Dabei sieht er großes Wachstumspotenzial. Besonders in den USA konnte die Tatsache, dass mehr saniert wird als früher, erfolgreich kapitalisiert werden. Das gelang mit “hochwertigen, vor allem auch schnellen Verlegesystemen”, wie Philipp verrät.
Die Herausforderungen in Deutschland, wie Fachkräftemangel, sieht Philipp kritisch, bleibt aber optimistisch. Innovationen und Qualität sollen weiterhin die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sein. Gleichzeitig bietet der deutsche Markt eine Plattform, um neue Ideen zu testen, bevor sie international skaliert werden.
Zum Schluss betont Philipp die Bedeutung von langfristigen Partnerschaften – sowohl mit Mitarbeitenden als auch mit Kund:innen. Der Erfolg von Uzin Utz basiert auf dem Mut, groß zu denken, und dem langen Atem, den es für nachhaltiges Wachstum braucht. Das macht zumindest laut Philipp das Unternehmen zu einem spannenden Beispiel für erfolgreiche Hidden Champions und deutsche Familienunternehmen im globalen Wettbewerb.

Der Multiunternehmer und Easy-Apotheken-Gründer Oliver Blume spricht im Podcast über seine unzähligen Unternehmungen. Das disruptive Unternehmertum und auch die “Rulebreaker”-Affinität schiebt Oliver auf ein Gen. Im Podcast mit Michél blickt er auf eine beeindruckende Karriere zurück - die immer noch spannendes bereithält. Nächstes Thema: Fernsehtürme!
Oliver Blume ist ein Unternehmer, der in zahlreichen Branchen aktiv ist, darunter Immobilien, Technologie und Gastgewerbe. Sein jüngstes Projekt ist der Kauf des Fernsehturms in Hannover, den er von einem veralteten Wahrzeichen in ein modernes Wohn- und Veranstaltungszentrum transformieren möchte. Der Volkswagen-Konzern hat sich für einen symbolischen Euro von dem historischen Gebäude getrennt. Blume sieht darin eine Chance, den Tower zu bewahren und gleichzeitig neuen Nutzen zu schaffen.
Ein weiteres bemerkenswertes Projekt von Blume ist das BoxHotel. Mit einer innovativen Idee für minimalistische Hotelzimmer auf kleinstem Raum hat er ein Konzept geschaffen, das er auch patentieren ließ. Die Zimmer bieten funktionalen Komfort und passen sich den steigenden Immobilienpreisen in Innenstädten an, indem sie den Fokus auf die wesentlichen Bedürfnisse der Reisenden legen. Für 24,99 € kann man so in Göttingen und Hannover eine Übernachtung bekommen.
Es gibt eine Spitzentechnologie, die es Blume besonders angetan hat: Quantencomputing. Als Geschäftsführer für Strategie und Außenbeziehung bei Universal Quantum in Hamburg ist er an der Entwicklung zweier Prototypen beteiligt, die Deutschlands Spitzenposition in dieser zukunftsweisenden Technologie zementieren können. Blume ist überzeugt, dass Quantencomputing das Potenzial hat, die Welt nachhaltig zu verändern.
Blume lernte zwei Künstler kennen, die eine ambitionierte Idee hatten. Seine Beteiligung an der Ginmarke sieht er auch als „soziale Verantwortung“, die er als erfolgreicher Unternehmer hat. Außerdem kommt er durchs Engagement auch mit jungen Leuten ins Gespräch - ein Austausch, den Oliver schätzt.
Blumes Erfolgsgeheimnis liegt seiner Ansicht nach auch an einem besonderen, disruptiven Gen, wie er im Podcast mutmaßt. Als disruptiver Unternehmer ist er stets auf der Suche nach neuen Lösungen und Wegen, um Märkte und Branchen zu revolutionieren. Diese Haltung hat ihn sicherlich zu einem der vielseitigen Unternehmer Deutschlands gemacht.
Die Themen des DW Podcast mit Oliver Blume im Überblick:
(00:00) - Um was geht es in der Podcastfolge?
(2:17) - Warum & Wieso man einen Fernsehturm kauft!
(7:02) - Boxhotel: Idee und Umsetzung
(9:28) - Werbepause: Leo-Software
(18:08) - Einstieg ins Quantencomputing
(22:19) - Kriterien für Investitionen und Geschäftsmodelle
(26:13) - Status und Herausforderungen im Quantencomputing
(37:36) - Erfolgsrezept und abschließende Fragen

Wir starten mit einer ganz besonderen Auftaktfolge ins neue Jahr. Michél hat sich mit den drei alten DIGITALWERK-Veteranen Dominik Benner, Matthias Jacob und Kai Panitzki über das alte Jahr und das neue unterhalten, herausgekommen ist ein fundierter Rück- und Ausblick aus den Bereichen Immobilien, Bau und Venture Capital.

In der Auftaktfolge des Digitalwerk-Podcasts diskutieren Michél und seine Gäste Dominik Benner, Matthias Jacob und Kai Panitzki die zentralen Themen, die die Branchen bewegen. Von der Mietpreisbremse über politische Einflussnahmen bis hin zu technologischen Innovationen – es wird deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen rasant verändern.
Dabei stellen sich entscheidende Fragen: Wie wird die Bauwirtschaft auf diese Herausforderungen reagieren? Können neue Technologien und veränderte Geschäftsmodelle die Branche voranbringen?

Dominik Benner, Multiunternehmer im Immobiliensektor, äußert sich kritisch zu den politischen Rahmenbedingungen in Deutschland. Er betont die negativen Auswirkungen staatlicher Eingriffe auf den Immobilienmarkt, insbesondere durch die Mietpreisbremse. Benner sieht die Gefahr, dass Deutschland als Standort für Investoren zunehmend unattraktiv wird. Die Diskussion zeigt, wie sehr politische Entscheidungen die Dynamik in der Branche beeinflussen können. Wird es der Politik gelingen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovationen fördern und Investitionen anziehen?
"Das sind keine Rahmenbedingungen mehr. Wir befinden uns in der Planwirtschaft in Deutschland. Und so möchte niemand hier agieren."
Dr. Dominik Benner, CEO, Benner Holding
Zum Podcast mit Dr. Dominik Benner aus dem vergangenen Jahr: https://www.digitalwerk.io/podcast/podcast-blogposts/von-schuhen-zu-daten-im-immobilienmarkt-die-benner-holding-und-ihre-unkonventionelle-erfolgsformel

Matthias Jacob, Länderpräsident von Implenia, betont die Bedeutung von Zusammenarbeit in der Bauwirtschaft. Er sieht in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit den Schlüssel zu erfolgreichen Bauprojekten und verweist auf erfolgreiche Beispiele, die diesen Ansatz bestätigen. Die Herausforderungen der Branche – von maroden Infrastrukturen bis hin zu stockenden Bauvorhaben – erfordern ein Umdenken und eine stärkere Kooperation zwischen den Akteuren. Jacobs Ansatz hebt hervor, dass Innovation und Effizienzsteigerung nur durch gemeinsames Handeln erreicht werden können.
“Wir müssen weg von diesem ewigen Lamentieren. (...) Ich würde mir wünschen, dass wir Dinge anpacken, verändern, auch umsetzen und ja, nach vorne marschieren, ohne allerdings die Tradition über Bord zu werfen.”
Dr. Matthias Jacob, Länderpräsident Deutschland, IMPLENIA
Zum Podcast mit Matthias Jacob aus dem vergangenen Jahr: https://www.digitalwerk.io/podcast/podcast-blogposts/weniger-streiten-mehr-effektiver-bauen-matthias-jacob-uber-die-aktuellen-herausforderungen-in-der-baubranche
Innovationen als Chance: Kai Panitzki über die Transformation der Wertschöpfungsketten

Kai Panitzki, Managing Partner BitStone Capital & Realyze Ventures, spricht über die großen Chancen, die durch den Veränderungsdruck entstehen. Für ihn ist solch eine Chance zum Beispiel, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle neu zu denken. Die Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft bietet enorme Potenziale, die durch technologische Innovationen und neue Geschäftsansätze gehoben werden können. Panitzki sieht hier nicht nur Risiken, sondern auch die Möglichkeit, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Das Zusammenspiel verschiedener Industrien wie Energie, Bau und Mobilität könnte dabei entscheidend sein.
"Der Veränderungsdruck nimmt zu, aber damit auch wirklich tolle wirtschaftliche Chancen.”
Kai Panitzki, Managing Partner BitStone Capital & Realyze Ventures
Zur Folge mit Kai Panitzki aus dem Jahr 2021: https://digitalwerk.podbean.com/e/22-mit-kai-panitzki-founder-und-ceo-bei-bitstone-capital/
Das Jahr 2025 wird richtungsweisend sein. Akteure vieler Felder und Märkte sollten sich auf tiefgreifende Veränderungen einstellen. Politische Rahmenbedingungen, technologische Innovationen und die Notwendigkeit zur Kooperation werden die Themen des Jahres bestimmen. Einigkeit herrschte bei der Auffassung, Herausforderungen auch als Chancen zu begreifen und aktiv zu gestalten. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: 2025 wird ein spannendes Jahr - auch beim DIGITALWERK.

Marian Thomas berichtet im DIGITALWERK Podcast, wie er nach einem ganz anderen Studium und einigen Praktika den Entschluss fasste, im Familienunternehmen einzusteigen. Heute ist Marian Vorstand von 800 Mitarbeitern, die als Komplettanbieter im Infrastrukturbau unter anderem für die Deutsche Bahn bauen.
Marian Thomas, geboren und aufgewachsen in Berlin, hat seine Wurzeln nie vergessen, auch wenn ihn seine Reisen in alle Welt geführt haben. Ob Sydney, Buenos Aires oder Miami – die Welt hat ihm gezeigt, dass sein Herz letztlich für Berlin schlägt. Doch es sind auch seine persönlichen Erfahrungen, die ihn geformt und haben und schließlich in die Fußstapfen seines Vaters im Familienunternehmen BUG Verkehrsbau SE führten.
Der Werdegang von Marian Thomas führte, wie es manchmal so läuft, erst über Umwege in das elterliche Unternehmen. Zuerst widmete er sich einem Studium, das auf den ersten Blick kaum Bezug zu Gleisbau und Infrastruktur hat: Er wurde Verfahrensingenieur für Brauerei- und Getränketechnologie. Seine Begeisterung für Bio und Chemie aus Schulzeiten und das Interesse an der Frage, “warum Rotwein rot und Weißwein weiß” sind, legten den Grundstein für diese Entscheidung.
Doch schon während des Studiums begann er, in den Semesterferien Praktika im Unternehmen seines Vaters zu absolvieren. Diese Zeit markierte einen Wendepunkt. Marian erkannte nicht nur die Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Familienunternehmen, sondern begann auch, sich selbst als Teil dieser Kultur zu sehen.
Schritt für Schritt übernahm Marian immer mehr Verantwortung im Familienunternehmen. Trotz anfänglicher Zweifel, ob er die Rolle des Unternehmers überhaupt ausfüllen könne, entschied er sich, den Schritt zu wagen. Besonders die Unternehmenskultur der BUG SE, geprägt durch die persönliche Verbindung seines Vaters zu den Mitarbeitern, inspirierte ihn.
Unternehmensgründer Martin Thomas, der heute als Aufsichtsrat tätig ist, so erinnert sich Marian, kannte lange Zeit jeden Mitarbeiter beim Namen. Diese Tradition der Nahbarkeit versucht auch Marian trotz der wachsenden Unternehmensgröße beizubehalten, auch wenn es angesichts von mittlerweile 800 Mitarbeitern nicht immer leicht ist.
Die BUG SE wurde 1990 von Marians Vater gegründet und hat sich seither von einer 7-Mann-Firma zu einem bedeutenden Komplettanbieter im Bereich Bahninfrastruktur entwickelt. Von Gleisbau über Tiefbau bis hin zu Elektrik und Ingenieurbauten deckt das Unternehmen nahezu alle Gewerke ab, die für den Bahnbetrieb notwendig sind.
Wie viele mittelständische Unternehmen steht auch die BUG Verkehrsbau SE vor Herausforderungen, sei es der Fachkräftemangel oder die wirtschaftliche Unsicherheit. Doch Marian bleibt optimistisch. Die Liquiditätssicherung ist ein weiteres zentrales Thema für ihn. Er legt großen Wert darauf, finanzielle Stabilität zu wahren, um Löhne und Gehaltszahlungen selbst in unsicheren Zeiten gewährleisten zu können.
Die Vision 2030 der BUG SE wurde gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelt und basiert auf dem Grundsatz, Komplettanbieter im Infrastrukturbereich zu sein. Marian beschreibt sie als „Leitstern“, der das Unternehmen auf Kurs hält. Trotz täglicher Herausforderungen wie politischen Unsicherheiten oder Marktdynamiken ist diese langfristige Perspektive für ihn essenziell.
“Aber klar musst du Riffe umschiffen, politische Umbildungen, Rahmenbedingungen. Du musst das alles umschiffen. Aber du brauchst eben diesen einen Punkt, wo alle hin marschieren.”
Marian Thomas, Vorstand BUG Verkehrsbau SE
Abseits des beruflichen Alltags findet Marian Ausgleich in der Natur. Gartenarbeit entspannt ihn und gibt die Möglichkeit, den Kopf freizubekommen, verrät er im Podcast. Auch sein Vater bleibt eine wichtige Inspirationsquelle. Im Aufsichtsrat ist er weiterhin ein präsentes Mitglied des Unternehmens und ein Symbol für die Werte, auf denen die BUG SE aufgebaut wurde.

Für die Baubranche ist die unsichere politische und finanzielle Lage durch den unsicheren nächsten Bundeshaushalt unschön. Die Baubranche wird nach wie vor noch von ganz eigenen, traditionellen Problemen geplagt. In Politik und auf Baustellen könnte dabei eine Sache helfen: mehr Miteinander, weniger Streit. Thomas & Michél besprechen die Lage - und schauen sich Auswege an.
Deutschland steht vor einem herausfordernden Jahresende: Politische & wirtschaftliche Unsicherheiten dominieren die Schlagzeilen und Sorgen vieler Menschen. Eine vorläufige Haushaltsführung für 2025 würde fast für einen Stillstand in wichtigen Bereichen sorgen, insbesondere in der Bauwirtschaft. Das Ausscheiden der FDP aus der Regierungskoalition hat die Lage zusätzlich verschärft, da nicht klar ist, wie sehr sich SPD und Grüne bei wichtigen Entscheidungen auf die Unterstützung der Opposition verlassen können. Denn aktuell stecken alle irgendwie im Wahlkampf.
Die Auswirkungen einer vorläufigen Haushaltsführung wären groß. Noch nicht begonnenen Infrastrukturprojekte lägen auf Eis, mittelständische Bauunternehmen stünden durch den Wegfall oder die vorläufige Stillegung von Baustellen vor finanziellen Engpässen. Fehlende Planbarkeit führt zu drohender Kurzarbeit und Entlassungen. Besonders hart trifft es Subunternehmen, deren Existenz oft von der pünktlichen Bezahlung größerer Akteure abhängt, die sich auf Ausschreibungen der öffentlichen Hand beworben haben.
Neben der politischen Krise kämpft die Bauwirtschaft nach wie vor mit internen Herausforderungen. Konflikte über Kostensteigerungen führen zu Verzögerungen und Streitigkeiten zwischen Bauherren, Planern und Auftraggebern. Fehlende Kommunikation und Ego-Konflikte verschärfen die Situation, schildert Michél im Podcast.
Ein vielversprechender Ansatz ist die integrale Planung: Frühzeitige Zusammenarbeit und klare Absprachen aller Beteiligten reduzieren Konflikte und fördern effizientere Bauprozesse. So gelingen manchmal bauliche und architektonische Wunder. Im Podcast bringt Michél ein faszinierendes Beispiel dieser Zusammenarbeit, als er noch einen Projektentwickler leitete. Genauso wichtig wie Zusammenarbeit ist aber auch der Abbau von Bürokratie, um Unternehmen zu entlasten und Projekte schneller voranzutreiben.
Trotz der Krise gibt es Lichtblicke. Förderprogramme im Wohnungsbau sollen fortgeführt werden, und junge Generationen fordern einen Kulturwandel hin zu mehr Kooperation. Deutschland hat die Chance, aus der aktuellen Krise zu lernen und gestärkt in die Zukunft zu gehen.
(00:00) - Darum geht es in der Podcastfolge!
(00:43) - Jahresendstimmung und politische Unsicherheit
(02:03) - Krisen und Auswirkungen auf die Bauindustrie!
(13:21) - Bürokratie als Hemmschuh?
(17:44) - Positiver Wandel durch integrale Planung!
(25:44) - Chancen für die Industrie & Ausblick

Die Wohnungswirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Der Spagat zwischen Klimazielen, steigenden Energiekosten und bezahlbarem Wohnen erfordert innovative Lösungen. Matthias Hartmann, CEO von Techem, einem führenden Dienstleister in der Branche, spricht über digitale Transformation, regulatorische Hürden und die Notwendigkeit pragmatischer Ansätze.
Noch immer basiert die Wohnungswirtschaft vielerorts auf analogen Prozessen. Ableser, die jährlich in Wohnungen gehen, gehören zum Alltag. Doch das Bild ändert sich. Technologien wie Funkmessgeräte und Cloud-Systeme ermöglichen eine Fernablesung, die Zeit spart und präzise Daten liefert.
„Wir haben jetzt einen Digitalisierungsgrad, und ich glaube, damit sind wir in unserer Branche führend, von rund 83 %.“
Matthias Hartmann, CEO von Techem
Gleichzeitig eröffnen sie neue Möglichkeiten für die effiziente Verwaltung von Gebäuden – von der Energieabrechnung bis hin zur präventiven Wartung.
Die Digitalisierung wird auch durch gesetzliche Vorgaben angetrieben, wie die Heizkostenverordnung, die bis 2027 eine Fernablesbarkeit aller Geräte fordert. Dennoch bremst Überregulierung laut Hartmann oft die Fortschritte. Kurioserweise seien die Menschen recht freizügig, wenn es um die Preisgabe von Daten im Internet und auf sozialen Medien geht. Bei Messsensorik sei eine Angst vor Datenspionage daher nicht angebracht.
Für die Wohnungswirtschaft ist es eine Gratwanderung. Die Balance zwischen Datenschutz, Kosten und der Notwendigkeit, Fortschritte zu erzielen, bleibt eine Herausforderung. Dabei könnte mehr Vertrauen in die Technologie den Fortschritt beschleunigen.
Eine zentrale Frage der Wohnungswirtschaft ist die nachhaltige Nutzung von Energie. Daten spielen dabei eine Schlüsselrolle, wie Matthias betont:
„Wir wissen heute, wir kriegen den Mehrfamilienhausbestand zu 50 %, wie er steht und liegt, mit einer Wärmepumpe warm.“
Neben Wärmepumpen und Solarenergie werden innovative Sensoren eingesetzt, um Verbrauchsmuster zu analysieren. So können Vermieter nicht nur den energetischen Zustand ihrer Gebäude besser verstehen, sondern gezielt Maßnahmen zur Einsparung einleiten.
Hartmann beschreibt im Podcast, wie andere Länder, insbesondere Kanada, durch kluge Investitionen in Unternehmen ihre Rentensysteme stärken. Er hebt hervor, dass kanadische Pensionsfonds bereits erfolgreich in Techem investiert haben, um langfristig Erträge für die dortigen Rentenkassen zu sichern. Diese Praxis sieht er als Vorbild für Deutschland, wo ähnliche Initiativen fehlen und Chancen zur Unterstützung des Mittelstands ungenutzt bleiben.
Die Wohnungswirtschaft leidet unter einem „Investor-Nutzer-Dilemma“: Während Vermieter in energetische Maßnahmen investieren müssen, profitieren vor allem die Mieter. Hartmann fordert einen marktgetriebenen Ansatz, etwa durch CO2-Bepreisung. So werde die Behebung schlechter energetischer Gebäudezustände für Vermieter eine attraktive Alternative.
Pragmatische Ansätze und Technologieoffenheit könnten laut Hartmann helfen, das Bauen und Modernisieren attraktiver zu machen, ohne dabei soziale Aspekte zu vernachlässigen.
Die Transformation der Wohnungswirtschaft verlangt ein Umdenken bei allen Beteiligten. Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze, sondern Teil der Lösung – wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich Innovation und Pragmatismus in der Branche stärker durchsetzen.
(00:00) Um was geht es in der Podcastfolge?
(01:19) Matthias’ Karriere und IBM!
(07:00) Die Rolle von Techem im Energiesektor
(10:05) Herausforderung: Daten?
(17:54) Wettbewerbsdruck und Marktfokus
(20:54) Unternehmensexpansion und internationale Märkte
(27:43) Herausforderungen der deutschen Wohnungswirtschaft
(33:03) Fünf schnelle Fragen!

In der Diskussion wird das Spannungsfeld zwischen der digitalen Transformation und dem Fachkräftemangel in der FM-Branche beleuchtet. Die KI-Entwicklung wurde von Sascha Lobo in seiner Keynote am gleichen Tag direkt als unvermeidlicher Fortschritt dargestellt, der die Notwendigkeit für Innovationen erhöht. Trotz der Sorge, dass KI menschliche Arbeit ersetzen könnte, ist FM ein "People Business" - und die Integration von digitalen Lösungen bietet große Chancen.
Die Facility-Management-Branche (FM) steht vor gewaltigen Herausforderungen. Neben einem massiven Arbeitskräftemangel wird die digitale Transformation immer wichtiger. Doch wie bewältigt die Branche diese Hürden? In einer anregenden Live-Podcast-Aufzeichnung auf der gefma-Jahrestagung 2024 wurden Lösungsansätze und Perspektiven erörtert.
Mit über vier Millionen Beschäftigten ist das Facility-Management eine tragende Säule der Wirtschaft. Dennoch spitzt sich der Arbeitskräftemangel dramatisch zu. Christine schilderte, dass bereits heute zahlreiche Stellen unbesetzt seien, was viele Unternehmen dazu zwinge, Aufträge abzulehnen. Auch langfristig werde sich die Situation verschärfen, selbst wenn sämtliche ungenutzten Potenziale – wie die stärkere Einbindung von Frauen oder älteren Arbeitskräften – erschlossen würden.
„Wenn der Wind der Veränderung bläst, dann bauen manche Mauern und andere Windmühlen“
Dr. Christine Sasse, Vorstand Human Resources/ Organisation, Dr. Sasse Gruppe
In diesem Zusammenhang sieht sie die digitale Transformation als essenziellen Lösungsansatz. Nur durch den gezielten Einsatz moderner Technologien könne die Branche die Lücke zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage schließen.
Die Diskussion beleuchtete auch die Rolle moderner Technologien wie KI und Robotik. Wolf machte deutlich, dass diese nicht als Ersatz für Menschen gedacht seien. Stattdessen könnten sie das Facility-Management effizienter und einfacher gestalten, insbesondere angesichts der komplexen Anforderungen der Branche.
Allerdings warnte er davor, die Einführung solcher Technologien zu unterschätzen. Sie brächten eine zusätzliche Stufe an Komplexität, die es zu bewältigen gelte. Dennoch sieht Wolf die langfristige Bedeutung von Menschen in der Branche als gesichert. Auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren werde ihre Arbeit unersetzlich bleiben.
Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie künstliche Intelligenz dabei hilft, das Facility-Management oder die Immobilienbranche zu verbessern, dann schaut mal in diesen Artikel rein: Wird künstliche Intelligenz die Immobilienbranche für immer verändern?
Die Diskussion zeigte außerdem, wie wichtig Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups sind. Christine hob hervor, dass bereits zahlreiche Pilotprojekte mit neuen Technologien durchgeführt würden. Diese frühen Tests seien notwendig, um die Brücke zwischen Mensch und Maschine zu schlagen.
Zudem sieht sie die Unternehmen in der Verantwortung, bestehende Arbeitskräfte auf die sich wandelnden Anforderungen vorzubereiten. Ohne gezielte Qualifizierung und Unterstützung der Mitarbeitenden könne die digitale Transformation nicht gelingen.
Ein weiteres Thema war die Frage, ob die Branche ausreichend in ihre Zukunft investiere. Wolf erklärte, dass die traditionell geringen Margen im Facility-Management größere Investitionen oft erschwerten. Historisch gesehen habe die Branche selten in Produkt- oder Technologieentwicklungen investiert. Stattdessen sei Innovation meist durch die Fähigkeiten einzelner Mitarbeitender vorangetrieben worden.
Neben finanziellen Aspekten wurde auch die Rolle der Regulatorik kritisch hinterfragt. Wolf wies darauf hin, dass Datenschutzregelungen die Einführung moderner Technologien wie Sensorik erschwerten. Diese Diskrepanz zwischen regulatorischen Anforderungen und technologischen Möglichkeiten stelle eine zusätzliche Herausforderung dar.
Die Diskussion verdeutlichte, dass die Zukunft der Branche in einer sinnvollen Kombination aus menschlicher Arbeitskraft und Technologie liegt. Tätigkeiten, die körperlich anstrengend oder unattraktiv sind, könnten künftig durch Maschinen unterstützt werden. Menschen würden sich dann auf komplexere Aufgaben konzentrieren, etwa das Management von Roboterflotten.
Christine betonte, wie wichtig es sei, die Mitarbeitenden nicht nur technisch auszurüsten, sondern ihnen auch die Angst vor den neuen Technologien zu nehmen. Nur so könne die Transformation als Chance wahrgenommen werden.
Wolf schilderte ein aktuelles Projekt, in dem humanoide Roboter in der Altenpflege getestet werden. Solche Experimente dienten dazu, die praktische Anwendbarkeit neuer Technologien zu bewerten und gleichzeitig die Entwicklung voranzutreiben.
Die Diskussion machte deutlich, dass die FM-Branche vor einem Wendepunkt steht. Einerseits wird sie mit einem tiefgreifenden Fachkräftemangel konfrontiert, andererseits bietet die digitale Transformation immense Chancen. Wolf unterstrich, dass die technologische Entwicklung unvermeidlich sei und aktiv gestaltet werden müsse, um wirtschaftlich relevant zu bleiben.
Christine schloss die Diskussion mit der Überzeugung, dass die Branche bereit ist, den Wandel aktiv zu gestalten. Sie betonte, dass alle Beteiligten bereits daran arbeiten, Technologien und Menschen in Einklang zu bringen. Sie machte deutlich, dass die FM-Branche dabei ist, Windmühlen zu bauen – ein starkes Bild für eine Branche im Aufbruch.

In der aktuellen Folge gibt uns Silke einen Einblick in die Welt der Immobilienanlagen für Geschäftskunden. BNP Paribas REIM beschäftigt sich hauptsächlich mit Immobilienfonds für institutionelle Anleger.
Silke Weber ist seit Anfang des vergangenen Jahres bei BNP Paribas Real Estate Investment Management Germany (REIM) als COO und CFO tätig, wo sie sich mit einer breiten Palette von Aufgaben beschäftigt, darunter IT, Revision und Buchhaltung. Ursprünglich hat Silke BWL studiert und über Umwege, wie Positionen bei der Lufthansa und in der Chemieindustrie, ihren Weg in den Immobiliensektor gefunden. Nach Stationen bei der Commerzbank und der Dresdner Bank kam sie zu BNP Paribas.
BNP Paribas ist eine der größten Banken in Europa und bietet sämtliche Finanzdienstleistungen an. Die Tochterfirma Real Estate Investment Management (REIM) Germany kümmert sich unter anderem um Immobilienfonds, die hauptsächlich für institutionelle Investoren erstellt werden. Das sind zum Beispiel Versorgungskassen, Sparkassen oder große Family Offices.
Immobilienfonds werden genutzt, um größere Summen, wie zum Beispiel 100 Millionen Euro, in Immobilien zu investieren, Ziel ist also die Kapitalanlage- und Wertsteigerung. Die Fondsstruktur bietet dabei eine strukturierte “Verpackung” dieser Investments an. Die dahinterliegenden Immobilien stammen aus verschiedensten Assetklassen, darunter Bürogebäude, Wohngebäude, Gebäude aus den Bereichen Healthcare und Logistik und zunehmend auch "social infrastructure".
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BNP REIM Germany werden ermutigt, sich sozial zu engagieren und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Das Projekt “1 Million hours to help” verschafft allen Beschäftigten ein Kontingent an Studen im Jahr für soziale Zwecke. Silkes Highlight in diesem Jahr war beispielsweise ein gemeinsames Mittagessen mit den Bewohnern einer Seniorenresidenz. Vor kurzem wurde auch ein Spielplatz winterfest gemacht, aber auch beim Bundeslesetag ist BNP aktiv.
Laut Silke steht die Branche vor Herausforderungen bezüglich Digitalisierung und Datennutzung. Silke betont, dass die Immobilienbranche in Bezug auf technologische Innovation einigen Nachholbedarf hat. Vertrauensbildung in Technologie und Datenmanagement sind Schlüsselthemen, um effizientere Prozesse zu erreichen - und gleichzeitig nachhaltiges Wirtschaftswachstum sicherzustellen.
Beim Thema Daten und KI bewegt sich die Branche nach Silkes Einschätzung aktuell seitwärts. Hindernisse sind hohe Kosten bei Umstellungen und Umsetzungen, aber auch die allgemeine wirtschaftliche Lage, die nicht optimal ist. Die wenigsten Marktteilnehmer verfügen hier laut Silke über die großen IT-Budgets.
Silke sieht großes Potenzial in der Nutzung von Technologien wie Blockchain-Technologien und Smart Contracts, um Prozesse zu optimieren und die Fragmentierung in der Immobilienbranche zu reduzieren. Smart Contracts sind dabei “intelligente Verträge”, die auf der Blockchain-Technologie basieren.
Vertragsbedingungen werden dabei in der Blockchain digital vermerkt, beim Erreichen vorher festgelegter Parameter können dann selbstständig die Verträge ausgeführt werden. Silke nennt als Beispiel das Thema Facility Management und Wartung - hier könnten Zahlungen automatisch ausgelöst werden. Elektronische Grundbücher und eine digitale Historie einzelner Gebäude sind auch Beispiele, die die Arbeitsweise der Branche grundsätzlich effizienter gestalten könnten.
Der Mensch als Fehlerquelle wird in diesem Modell ausgeschlossen. Gleichzeitig gibt es aber aktuell noch Fragen, die sich um das Vertrauen in die Technologie drehen und wie es gelingen kann, eine Veränderung des Mindsets innerhalb der Branche herbeizuführen.

Auf dem Höhepunkt einer politisch heißen Woche sprechen Michél und Thomas über die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten, über Christoph Gröners Insolvenz und über die FDP - die zum Zeitpunkt der Aufnahme noch (sehr unzufriedener) Teil der Regierung war, aber: So schnell kanns gehen!
Wir konnten gar nicht anders, als uns am letzten Mittwoch nochmal zusammenzusetzen, um die aktuellen Ereignisse zu besprechen. In der aktuellen Folge des DIGITALWERK-Podcasts gibts daher für euch die volle Dröhnung Politik und Wirtschaft, mit Ausflügen in den Immobilienbereich und in die Atomkraft!
Wir haben die möglichen Auswirkungen der nächsten US-Präsidentschaft von Donald Trump auf die deutsche und europäische Wirtschaft besprochen. Ein Riesenthema: Die Herausforderung für deutsche Unternehmen, sich auf eine nationalistisch geprägte „America First“-Politik einzustellen. Wir haben uns gefragt: Hätten wir das kommen sehen müssen - und sind wir vorbereitet?
Eine der schillerndsten Figuren im deutschen Immobiliensektor, der prominente Unternehmer Christoph Gröner, hat kürzlich Insolvenz für seine Unternehmensgruppe angemeldet. Wir haben uns gefragt, wie oft überambitionierte Geschäftsstrategien mit großen Risiken einhergehen. Wir diskutieren, inwiefern prominente, oft extrovertierte Persönlichkeiten wie Gröner oder auch René Benko meist nicht langfristig erfolgreich sind - und eher stabile, unauffällige Geschäftsmänner den langen Atem haben.
Ein kurzer Block zur FDP, die sich ja kurz nach Aufzeichnung entschlossen haben, die Regierung zu verlassen - dabei hatten die gar keine Chance, unseren Senf zur Problematik zu hören. Euch ist diese Chance vergönnt!
Apropos Probleme in Deutschland: Dauerbrenner bei uns sind natürlich auch die Infrastrukturprobleme in Deutschland, insbesondere die Verzögerungen bei Großprojekten wie dem Münchner S-Bahn-Ring. Solche Bauverzögerungen sind ja in den letzten Jahren leider zur Norm geworden und mittlerweile typisch für Deutschland - wobei die Herausforderungen in der Planung und Ausführung solcher Projekte wie in München vielleicht auch andere Ursachen haben, wie wir im Podcast erläutern.
Zum Schluss wirds nochmal radioaktiv: Wir haben über ein innovatives Energieprojekt von Google gesprochen. Google will in den USA Mini-Atomkraftwerke für die hohen Stromanforderungen der künstlichen Intelligenz anschaffen. Wir haben uns gefragt, ob solche Projekte auch in Europa möglich wären - wobei der Atomausstieg in Deutschland ja beschlossene Sache ist.
Falls ihr es nicht geschafft habt, die letzten Podcasts zu hören, dürfte euch der letzte Teil vielleicht ganz besonders abholen: Wir sprachen über die letzten Podcast-Gästinnen und Gäste, deren Perspektiven auf Unternehmertum, Verantwortung und das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik. Bei einem Punkt waren sich alle Gesprächspartner einig. Es stören die langen, bürokratischen Prozesse in der deutschen Politik, die der Wirtschaft oft hinderlich im Weg stehen.

Im Podcast spricht Michél mit Udo über seinen beeindruckenden Lebenslauf. Denn Udo ist mittlerweile atemberaubende 46 Jahre im Aufzugsgeschäft - und hat alles gesehen. Im Podcast erzählt er davon so einiges.
Udo Hoffmanns Karriere begann in der DDR. Beim volkseigenen Betrieb VEB Aufzug- und Fahrtreppenbau Berlin machte er seine Ausbildung. Mit dem Mauerfall und der Wende änderte sich in ganz Deutschland einiges. Udos Betrieb wurde vom US-Konzern OTIS übernommen, Udo auch, und seitdem sind sich die beiden treu geblieben.
“Mit dem Mauerfall hat sich natürlich eine große Welt geöffnet, die man erleben konnte.”
Udo Hoffmann, Senior Vice President & General Manager Central Europe
Die Zeit des Umschwungs war für viele Beschäftigte mit Ängsten und Sorgen geprägt, man dachte, so Udo, “jetzt passiert etwas ganz Schlimmes”. Das Gegenteil war der Fall, und neue Türen öffneten sich. Dabei haben OTIS und die Beschäftigten des ehemalige VEB auch voneinander profitiert und gelernt. Das Durchboxen spielte in Udos Leben eine kurze Rolle, bis eine Verletzung die Sportkarriere in der DDR für ihn beendete.
Vom Boxen in der ehemaligen DDR konnte Udo dennoch einiges mitnehmen, was ihn bis heute prägte. Das Boxen damals war sehr strategisch, wenig Hau-Drauf-Mentalität. Es zählte das gründliche Überlegen, das Studieren des Gegners, mit dem man in den Ring stieg. Für Udo sind das Schritte, die man auch auf das Geschäft beziehen kann. Zwei weitere Grundsätze, denen Udo stets treu geblieben ist: Immer mit den Füßen auf dem Boden bleiben und niemals vergessen, wo du herkommst.
“Nie unvorbereitet sein, immer gucken, in welchen Ring man gerade steigt. Was sind die Möglichkeiten? Und das ist im Business das Gleiche wie im Sport.”
Udo Hoffmann, Senior Vice President & General Manager Central Europe
OTIS ist in 200 Ländern aktiv und beschäftigt 71.000 Mitarbeitende, darunter 42.000 Servicetechniker. Im Vergleich zu anderen Industrien ist die Aufzugsbranche für Udo dennoch klein - und eine Nische, die nicht wirklich gesehen wird. Das ist kurios, weil viele Menschen täglich Aufzüge und Rolltreppen benutzen, und OTIS nach eigenen Angaben täglich mehr als 2 Milliarden Menschen befördert.
Diese unfassbare Zahl prägte auch den Begriff Transportweltmeister, der bei OTIS laut Udo nicht unüblich ist. Man identifiziert sich aber auch als Serviceunternehmen, das versucht, sich und seine Dienste so gut wie möglich an die Kunden anzupassen. Eine große Rolle spielt - neben der Installation von neuen Anlagen - aber ebenso das Serviceversprechen. Häufig bemerkt man Aufzüge nur bewusst, wenn sie nicht funktionieren. Schnell zu reagieren und zu reparieren ist daher extrem wichtig.
Es gibt einige Leuchtturmprojekte auf der Welt, die für Unternehmen ganz besonders wichtig sind. Das sind zum Beispiel die Aufzüge im höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa, die von OTIS sind. Solche Aufzüge bieten auch ein immersives Fahrerlebnis mit Bildschirmen und Displays. Dabei ist der Kunde stets die treibende Kraft, verrät Udo.
“Der Kunde muss sagen, was er haben will. Wir können dann das zeigen, was möglich ist. Und dann kooperieren wir natürlich auch.”
Udo Hoffmann, Senior Vice President & General Manager Central Europe
OTIS-Kunden in Deutschland decken die ganze Breite der Bevölkerung ab. Wohnungsunternehmen, Projektentwickler, Büros oder Krankenhäuser. Eine Flaute im Wohnungsbau ist natürlich eine Herausforderung, die auch Unternehmen wir OTIS spüren. Für Udo wird daher auch die Modernisierung ein stabiler Anteil am Gesamtmarkt sein.
Wenn Udo in die Zukunft blick, machen ihm auch waagerecht fahrende Aufzüge keine Sorge. Heute gibt es vernetzte und intelligente Aufzüge, die bereits beim Reinkommen ins Gebäude einen Aufzug zuweisen, um den dann am schnellsten zum Ziel zu bringen. Intelligente und vernetzte Gebäudetechnik sei aktuell der Stand der Technik, an dem alle arbeiten, verrät Udo.
“Ganz ehrlich: am Ende entscheiden die Entwickler und die Nutzer später, ob links, rechts, wie du es ausdrückst, wirklich die Lösung ist.”
Udo Hoffmann, Senior Vice President & General Manager Central Europe
Im Podcast spricht Udo mit Michél noch über ein Prestigeprojekt in Berlin, über Fangvorrichtungen, die der OTIS-Gründer schon 1853 erfunden hat, und über die Frage, wo denn die ganze Aufzugstechnik heutzutage unterkommt. Außerdem verrät Udo exklusiv, welche Science-Fiction Serie in zu der Überzeugung brachte, dass Aufzüge als Transportmittel eigentlich für immer in Mode bleiben werden.

Im Podcast verrät Stiftungsvorständin Sabine Nallinger, was sie antreibt, wie sie zur Stiftung kam, und wie Arbeit mit Politik und Wirtschaft aussieht.
Im Jahr 2011 gründete sich die “Stiftung 2°”. Darin zusammen kamen Familienunternehmer, Geschäftsführer und Vorstandvorsitzende. Ziel damals wie heute war es, das Erreichen der deutschen und auch europäischen Klimaziele zu fördern. Mit den politischen Zielvorgaben änderte sich auch der Stiftungsname, der seit 2021 “Stiftung KlimaWirtschaft” lautet.
Seit 2014 ist Sabine Nallinger jetzt bei der Stiftung. In München trieb sie in den Jahren zuvor als Lokalpolitikern für die Grünen im Stadtrat verkehrspolitische Themen voran. Als Verkehrsplanerin war sie an bedeutenden Projekten in der bayerischen Landeshauptstadt beteiligt. Nachdem aus den Plänen, Münchens Oberbürgermeisterin zu werden, 2014 nichts wurde, gelangte sie zur Stiftung.
Als Grüne lag ihr Nachhaltigkeit und Klimabewusstsein besonders nah, und in der wirtschaftsnahen Stiftung war der Wirkungsgrad diesbezüglich am vielversprechendsten.
“Und dann habe ich mir das angeschaut und gedacht: ‘It's the economy, stupid!’ Ich gehe jetzt in die Wirtschaft und drehe die Wirtschaft, weil das ist der große Hebel, wenn man Emissionen reduzieren möchte.”
Sabine Nallinger, Vorständin Stiftung KlimaWirtschaft
In den “wilden 80ern”, wie Sabine die Zeit bezeichnete, wurde sie bereits durch drängende Zeitfragen geprägt. Ob Waldsterben, Abrüstung oder globaler Hunger - die Themen trieben die jungen Menschen damals an. Davon inspiriert, studierte Sabine Stadtplanung.
Die Geschichte der heutigen Stiftung geht bereits 18 Jahre zurück, wie Sabine im Podcast verrät. Damals suchten Wirtschaftslenker, CEOs, Vorstandsvorsitzende und Familienunternehmer den Kontakt zur Politik. Treibende Persönlichkeiten waren damals der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn, René Obermann, damals Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, Jochen Zeitz, damals Puma SE, und auch der heutige Präsident der Stiftung, Michael Otto von der Otto Group aus Hamburg.
Damals waren sich die Entscheider bewusst, dass ihre großen Konzerne für viele Emissionen standen. Man sah die Notwendigkeit, hier gegenzusteuern. Um nicht erst von der Politik, die früher oder später regulatorisch eingreifen würde, getrieben zu sein, beschloss man, das Thema frühzeitig geschlossen anzugehen. Sabine denkt, dass Unternehmertum mit Veränderungen klarkommt - weil Unternehmer gestalten wollen. Allein die Richtung muss feststehen.
Etliche Richtungsänderungen und Stimmungsschwankungen in der deutschen Politik haben in den vergangenen Jahren eine Ungewissheit und Verunsicherung in der deutschen Wirtschaft kreiert. Zum Jahresbeginn 2024 ging die Stiftung mit einem Appell an die Öffentlichkeit: “Transformation und Demokratie sichern!” lautete der Titel, Unterzeichner waren unter anderem Rossmann, dm, EnBW, e.on, Otto Group, Miele, Puma, Salzgitter, Strabag, thyssenkrupp, und vaude.
Die Unternehmen bekannten sich zum Wirtschaftsstandort Deutschland und zu den Klimazielen, forderten aber auch ein “wirtschaftspolitisches Leitbild, das einen Rahmen für Unternehmertum in einem klimaneutralen Deutschland setzt.”
Ein großer Erfolg für die Stiftung in den letzten Jahren war laut Sabine der Beitritt der Unternehmen thyssenkrupp und Salzgitter AG, die beide für eine relativ energieintensive Industrie stehen. Es folgten weitere Unternehmen aus den Bereichen Zement, Kupfer und chemischer Industrie. Für Sabine ist dieser Mindsetwechsel ein echter Gamechanger im gemeinsamen Kampf für eine nachhaltigere Zukunft.
Kern der Stiftungsarbeit ist auch die Jahreskonferenz aller Förderunternehmen genannten Mitglieder, in der über 400 Top-Entscheider, Wissenschaftler und Politiker zusammenkommen. Ein Learning von Sabine aus ihren Jahren in der Stiftung: Wirtschaftsbosse reden zu wenig mit der Politik und diese sucht ebenfalls das Gespräch nicht.
Die Stiftung KlimaWirtschaft versucht jetzt, im Austausch einen Rahmen für die Wirtschaftstransformation mitzugestalten. Im Podcast verrät Sabine, mit welchen Politikern sie regelmäßig im Austausch steht, welche Gesetze ihr in der letzten Zeit Kopfschmerzen bereitet haben, und welchen Appell sie selbst an die Politik richtet.

Ulrich Höller spricht im DIGITALWERK Podcast über seinen Einstieg und sein langes Berufsleben in der Immobilienwirtschaft. Er legt dar, wie sich die Branche seit Beginn der 2000er Jahre verändert hat, und warum deutsche Investoren meistens zögerlich reagieren. Es geht um die Rückkehr uns Büro, nachhaltige Zukunft und Ulis politisches Engagement im Zentralen Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA).
Vor 33 Jahren startete Uli Höller seine Karriere in der Immobilienwirtschaft. Nach dem BWL-Studium landete er durch eine Empfehlung eines guten Freundes bei einem Bauträger. Ulis Erwartungen waren eher schlecht, und er wurde schnell eines Besseren belehrt. Er lernte die Projektentwicklung in kleinen Teams kennen, in denen man viel machen konnte - und blieb der Branche seitdem treu.
In der Zwischenzeit ist viel passiert. Immobilienwirtschaft ist ein Studiengang, der an zahlreichen Hochschulen in Deutschland angeboten wird. Er ist reguliert und internationalisiert und bietet verschiedenste Spezialisierungen und Vertiefungen. Ein großer Einschnitt war laut Uli der Einfluss des Kapitalmarkts auf die Immobilienwirtschaft. Seit die Assetklasse zum Anfang der 2000er am Kapitalmarkt richtig angekommen ist, hat sich die Branche dahingehende stark verändert.
Als erste, große ausländische Investoren zu Beginn der 2000er Jahre den deutschen Markt entdeckten und riesige Wohnungsbestände privatisiert wurden, emanzipierte sich der Immobilienmarkt. Daraus resultierend gründete sich 2006 der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA), der zu dem Zeitpunkt eine der ersten Interessenvertretungen für Immobilienunternehmen darstellte, die am Kapitalmarkt aktiv waren.
Die ABG Real Estate Group setzt seit ihrer Gründung 1967 auf eine breite Palette an Entwicklungen. Zwar sind auch Wohnungen Teil des Entwicklungsportfolios. Wohnen beschreibt Uli Höller im Podcast als „super wichtige“, aber auch „anstrengende“ Assetklasse. Bekannt ist ABG aber in Deutschland für die Entwicklung echter Landmarks. Dazu gehören beispielsweise das Voltair in Berlin, das geplante Central Parx in Frankfurt am Main oder auch das Deutschlandhaus in Hamburg.
Dass die Nachfrage nach Büros sich momentan in Grenzen hält, bereitet Uli keine Sorgen. In seiner 33-jährigen Karriere sei es immer wieder passiert, dass Trends entstehen. Aktuell sei das Thema nun mal mobiles Arbeiten und Homeoffice. Ein Überangebot im Moment, welches keinesfalls für immer bleiben wird. Uli rechnet damit, dass es in „drei bis vier Jahren wieder State-of-the-Art sein wird“, ins Büro zu gehen.
Bei der Projektentwicklung spielt heutzutage auch das Thema Nachhaltigkeit eine Kernrolle. Als Kaufmann spielen die Gründe, warum Kunden Nachhaltigkeit anfragen, keine wirkliche Rolle. Als Vater hat er aber natürlich selber einen Nachhaltigkeitsgedanken und Zukunftsanspruch, von dem er sich nicht ganz lösen kann. Nachhaltigkeit kostet zwar Geld, ist aber bezahlbar, so Uli - das liegt auch an genügend Innovationen.
„Bauprozesse und Bauplanungsprozesse dauern in Deutschland viel zu lang.“
Ulrich Höller, Geschäftsführender Gesellschafter ABG Real Estate Group
Als ZIA-Vizepräsident steht Uli seit einigen Jahren auch an der Schnittstelle zwischen Immobilienwirtschaft und Politik. Eine Erkenntnis: Bauprozesse und Bauplanungsprozesse dauern in Deutschland viel zu lang, verrät er im Gespräch. Das liegt einerseits an verschiedensten politischen Ebenen, die man als Projektentwickler berührt, und auch an verschiedensten politischen Vorgaben und Wünschen.
Im Podcast spricht Uli mit Michél auch über die Trägheit, die Immobilien im Namen steckt, über den Blick in die Zukunft des Marktes und die Prognose, woher in den kommenden Jahren das Kapital in den Markt fließen wird - sowie über einen Befreiungsschlag, der kommen muss. Absolute Hörempfehlung!

Am Rande der EXPO REAL in München, am Abend des 08. Oktober hat DIGITALWERK ein Sidevent in Münchens ältestem Tennisclub veranstaltet. Die 75 geladenen Gäste durften dabei Zuhörer einer Liveaufzeichung einer Podcastfolge sein, die es in sich hat.
So lautet der Titel des Buches von Rainer Fleckl und Sebastian Reinhart, welches im April diesen Jahres beim österreichischen Verlag edition a erschienen ist. Im Gespräch haben Rainer und Michél den Lebensweg des Mannes nachgezeichnet, der aus bescheidenen und recht normalen Verhältnissen stammte, und mittlerweile verantwortlich für den größten Wirtschaftskrimi der österreichischen Geschichte ist.
Die Nachbeben des Zusammenbruchs der SIGNA-Gruppe waren aber in aller Welt zu spüren. In Deutschland ist der Name SIGNA untrennbar mit dem Schicksal der Warenhausgruppe Galeria Karstadt Kaufhof verbunden. Bis zu 680 Millionen Euro Staatshilfen pumpte die Bundesregierung in den seit Jahren schwächelnden Konzern - ein Investment, welches Konzern und Geschäftsmodell nicht retten konnte.
In der Mitte der 90er Jahre lernte Benko beim Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD), deren bekanntester Leiter Carsten Maschmeyer war. Dabei entpuppte sich Benko als Verkaufstalent, es lief unglaublich gut für ihn. Ein ehemaliger, leitender Mitarbeiter erinnerte sich, dass Benko bereits nach einem Jahr im Kamelhaarmantel First Class von Innsbruck nach Wien geflogen ist. Der Mantel sei, so Fleckl, ein wichtiger Baustein im Gesamtbild.
Es gab in René Benkos Leben einige Säulen, auf denen sein Erfolg als Unternehmer und SIGNA-Manager fußte. Zuallererst war Benko, wie bereits erwähnt, ein exzellenter Verkäufer. Außerdem verstand es Benko früh, sich in der österreichischen Politik und Finanzszene zu vernetzen. Der ehemalige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer wurde nach seinem Amtsende unter anderem Vorsitzender Aufsichtsrat der berüchtigte SIGNA Prime Selection.
Im Laufe seiner aktiven Karriere gelang es Benko, unter anderem den deutschen Milliardär Klaus-Michael Kühne regelrecht um den Finger zu wickeln, um diesen zu Beteiligungen an den Benko-Unternehmungen zu überzeugen. Er informierte sich gezielt über die Vorlieben und Interessen des Hamburger Unternehmers und nutze diese Infos gezielt, um dessen Vertrauen und Sympathie zu gewinnen.
Laut Rainer Fleckl hätten Politik und Wirtschaft schon viel früher skeptisch werden müssen. Der Milliardenkonzern SIGNA schaffte es bis zum Schluss nicht, eine konsolidierte Konzernbilanz zu liefern - ein unübliches Verhalten, im Nachhinein natürlich ein entscheidendes Puzzlestück. Auch tausende Unterfirmen der Benko-Gesellschaften zahlten jahrelang lieber Strafen, anstatt Einzelbilanzen zu veröffentlichten. Benko erkaufte sich seine Intransparenz über jahrelang offiziell erfolgreich.
Im Podcast spricht Rainer mit Michél über die Stunde Null, bei der Benko klar wurde, dass sein Kartenhaus zusammenbricht. Sie sprechen auch über den Fallout des Kollapses der SIGNA-Gruppe, und darüber, was René Benko heute macht - und auf welchen exklusiven Veranstaltungen in kleinerem Rahmen er heute noch anzutreffen ist.
Für Rainer Fleckl ist seine Rolle als Investigativjournalist klar: er sieht sich nicht als “Polizist”, sondern als reinen, faktenbasierten Journalisten. Ein Kernmerkmal des investigativen Journalismus sei für ihn die Frage, ob die Gesellschaft Nachteile hat oder es Geschädigte in einer Sache gebe. Da landet man schnell bei den Feldern Steuergeldverschwendung, Machtmissbrauch und Betrug - oder beim Fall SIGNA.
“Ich glaube, das ist in Zeiten wie diesen ganz elementar wichtig, dass man auch Belege liefert.”
Rainer Fleckl, Investigativjournalist
Die Themen des DIGITALWERK Podcasts mit Rainer Fleckl im Überblick:
Wir liefern euch ein neues Format! Aber nicht ganz anders: In regelmäßigen Abständen wollen Thomas und Michél sich zusammensetzen, um über aktuelle News zu sprechen, und die Podcasts der letzten Wochen Revue passieren zu lassen.
Premiere im DIGITALWERK-Podcast: in regelmäßigen Abständen wird Michél zusammen mit unserem Producer Thomas eine kleine Spezialfolge aufnehmen.
In diesen Folgen wollen wir euch mit hinter die Kulissen von DIGITALWERK nehmen. Ihr bekommt exklusive Einblicke in unsere Arbeit im Hintergrund und unsere Motivationen. Wir blicken auch auf zurückliegende Events zurück und schauen in die Zukunft zu den wichtigen Terminen, die noch anstehen.
In der aktuellen Folge lernt ihr Thomas kennen. Die beiden sprechen über vergangene und anstehende Events und auch die EXPO REAL in München. Es geht auch um die Frage, wie Events in Zukunft aussehen können.
Außerdem berichtet Michél kurz über sein Treffen mit René Benko. Für diese Anekdote gibt es natürlich auch einen brandaktuellen Anlass UND eine Podcastfolge in der Zukunft, auf die ihr euch schonmal sehr freuen könnt!
Im lockeren Talk-Format zwischen den beiden soll in Zukunft Platz für alles sein, was in den Podcastfolgen keinen Platz hat. Dabei verstehen wir diese Folgen als Ergänzung. Im aktuelleren Rahmen wollen wir in Zukunft auch einen Blick auf die wichtigsten Branchennews der letzten Tage werfen.
Euch erwartet in Zukunft auch ein persönliches Best-Of der letzten DIGITALWERK-Podcast-Wochen, in denen wir über die Themen, die Gäste und die ungeklärten Fragen reden.
Wir wollen auch eure Fragen bei uns im Podcast beantworten! Ob Fragen über uns, DIGITALWERK oder den Podcast: lasst uns gerne in den sozialen Netzwerken eure Anregungen oder Kommentare da, oder schreibt uns eine Mail an mail@digitalwerk.io.
Jetzt entlassen wir euch aber ohne große Vorrede in eine brandneue Folge. Viel Spaß beim Reinhören!
Die Themen des DW Podcast mit Michél und Thomas im Überblick:
Oliver kam durch die Geburt seiner Tochter in die Solarbranche und verbrachte einige Zeit im Ausland, bevor er zur Sonnen GmbH kam. Die stellt heute Heimspeicher her, mit der die die zu Hause erzeugte Solarenergie gespeichert werden kann.
Die Geburt seiner Tochter war für Oliver ein entscheidender Moment in seinem Leben. In ihm wuchs der Entschluss, nochmal irgendetwas zu machen, das den Planeten rettet. Der Weg in die Solarbranche nahm seinen Anfang. Seine berufliche Laufbahn führte Oliver zuerst in das Verlagswesen, wobei er für Bertelsmann in Korea und Sydney tätig war.
Eine ganz andere und auch knallharte Welt, wie Oliver im Podcast verrät. Die Medienwelt und auch Bertelsmann haben ihn geprägt. Denn hinter der nach außen schön dargestellten, bunten Welt aus Show und Act steckt trotz allem knallharte Optimierung.
Nach einem ersten, kurzen Stop für ein kalifornisches Solar- und PV-Unternehmen landete Oliver 2014 bei der Sonnen GmbH in Wildpoldsried. Für ihn war die Branche schon immer “sexy”, wenngleich Sonnen damals noch ein kleines Unternehmen war - ein wirkliches Start Up. Mit knapp 70 Mitarbeitern bediente man damals Kunden, die sich bewusst waren, dass sich Solarspeicher noch nicht rentieren können.
Diese Menschen kauften die Technologie aus Überzeugung und ebneten so den Weg für alle, die heute von effizienten, optimierten und vernetzten Solarspeichern profitieren. Rechnete sich ein Heimspeicher damals nach 600 Jahren, kann es sich heutzutage bereits nach 6 oder 8 Jahren rechnen.
Was es bereits damals gab, war ein Hunger - nach Informationen und Daten darüber, was sich die Menschen dort eigentlich ins Haus holten und was die Anlage leistet. Diese Nachfrage machte aus Sonne im Laufe der Zeit aus einem reinen Hardwarehersteller auch eine “Softwarebude”, wie Oliver im Podcast verrät. Im Jahr 2014 erfolgte dann der Switch, und mehr Programmierer als Hardwareentwickler werkelten im Unternehmen.
Seit 2019 ist die Sonnen GmbH Teil des Energiekonzerns Shell. Das Unternehmen stieg bereits 2018 als Investor ein und sah in intelligenten Stromspeichern für Privathaushalte einen echten Mehrwert. Der Mehrwert bei Sonnen liegt in der Intelligenz, der Smartness der Heimspeicher. Darin liegt nämlich auch der Schlüssel zur Vernetzung.
Aktuelle Heimspeicher von Sonnen können die über 100.000 Anlagen, die es deutschlandweit gibt, intelligent vernetzen. Bei Schwankungen am Stromnetz stabilisiert Sonnen dieses mittlerweile punktuell, indem es tausende Heimspeicher virtuell verbindet und zu einem VPP (Virtual Power Plant) - einem virtuellen Kraftwerk macht.
Diese werden dann in sekundenschnelle entladen, und die Energie dem Netz zugeführt. Das kann mehrmals am Tag passieren. Nutzer dieser Technologie vergütet Sonnen mit 100 € pro Jahr, auch zahlt es eine höhere Einspeisevergütung als die, zu der die Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet sind.
Der Wandel zum Softwareunternehmen war eine Notwendigkeit, die vom Kunden heutzutage honoriert wird. Die Sonnen App wird von fast allen Kunden einmal pro Tag geöffnet. Kunden sind vor allem Privathaushalte, aber auch kleinere Gewerbe oder Unternehmen.
Sonnen ist auch in den USA, Großbritannien und sogar Australien tätig. Dabei ist der deutsche Strommarkt eine Besonderheit auf der Welt, auf der größtenteils zeitabhängige Tarife dominieren, die den Verbrauch zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten preislich anders gestalten. Australien ist ein wichtiger Markt für Sonnen, da es dort eine hohe Solardichte gibt. Das liegt am ständigen Sonnenschein, aber auch am nur mittelguten Stromnetz, erklärt Oliver im Podcast.
In der Rolle als Pioniere der Branche blickt Oliver gespannt und freudig in die Zukunft. In Deutschland ist die Kombination aus einer Photovoltaikanlage und einem Heimspeicher aktuell der “Renner”. Er sieht großes Potenzial in Innovationen, die in der Zukunft kommen werden. Diese werden sich auf dem Gebiet der intelligenten Steuerung bewegen. Der Wandel hin zu einer Dezentralisierung der Energieerzeugung, in der auch hunderttausend private Haushalte kurzzeitige Schwankungen auffangen können, und mehr privaten Speichern sei der richtige Weg, ist Oliver überzeugt. Für eine Volkswirtschaft außerdem auch der günstigste.

An Gesetzen und Regularien mangelt es nicht, auch nicht an der Wahrnehmung, dass Nachhaltigkeit in sämtlichen Bereichen der Wirtschaft, insbesondere im Immobiliensektor, der einzige Weg zur Klimaneutralität sein kann. Im aktuellen Podcast sprechen Christine Sasse und Wolf-Dieter Adlhoch über Herausforderungen im Facility Management, Reportingpflichten, und die Frage, wie man auch in Zukunft noch Menschen für den Beruf interessiert.
Im neuesten DW-Special im Bereich Facility Management spricht Michél mit Dr. Christine Sasse, Vorstand Human Resources/Organisation, bei der Dr. Sasse Gruppe und Wolf-Dieter Adlhoch, dem Vorstandsvorsitzenden der Dussman Group, über das Thema Nachhaltigkeit im Facility Management.
Nachhaltigkeit ist ein großes Wort, welches heutzutage in aller Munde ist. Menschen legen Wert auf nachhaltig produzierte Kleidung, auf nachhaltige Landwirtschaft, auf nachhaltig produzierten Kaffee und Kakao. Was vielleicht nur wenigen Menschen bewusst ist: besonders großes Nachhaltigkeitspotenzial steckt im Immobiliensektor. Gebäude verursachen im laufenden Betrieb 80 % der von der Immobilienwirtschaft verursachten CO₂-Emissionen.
Soll die von der Bundesregierung bis 2045 angestrebte Klimaneutralität in allen Wirtschaftsbereichen erreicht werden, braucht es gemeinschaftliche Anstrengungen. In der EU sind Immobilien für 40 % des Energieverbrauchs und circa 36 % der CO₂-Emissionen verantwortlich. Bereits ab 2030 sollen laut einer neuen EU-Richtlinie alle neuen Gebäude klimaneutral werden. Für bestehende und ältere Gebäude sind jetzt Kraftanstrengungen von Inhabern, Betreibern und Gebäudebewirtschaftern nötig.
Jedes Bestreben um Nachhaltigkeit beginnt bei den Menschen und den Gebäuden, die sie bewirtschaften, in denen sie arbeiten, leben und wohnen. Wolf bemängelt in dieser Hinsicht, dass das bloße Nennen einer Jahreszahl, bis zu der dieses und jenes passiert sein soll, viel zu kurz greift. Stattdessen braucht es pragmatische und konkrete Lösungsansätze, die deutlich machen, wie der Beitrag der Immobilienwirtschaft aussehen kann.
Auch die ESG-Reportingpflicht sieht Wolf kritisch. Bei der Erfüllung dieser sei es wichtig, die wirklichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, nämlich aktiv an Verbesserungen in den Bereichen zu arbeiten, über die berichtet wird.
“Ich kann noch so viele schöne Reportings über dieses Jahr an der Stelle haben, aber ich muss doch eigentlich die Kraft darauf bekommen, wie ich die Werte verbessere. Und das ist das, was im Mittelpunkt unseres Engagements steht.”
Wolf-Dieter Adlhoch, CEO, Dussmann Group
Für Christine Sasse ist Nachhaltigkeit ein selbstverständlicher Bestandteil eines Familienunternehmens wie der Dr. Sasse Gruppe. Es steckt laut Christine, die ausgebildete Ärztin ist, in der DNA des Unternehmens. Sämtliche Entscheidungen im Unternehmen, die in der Vergangenheit getroffen wurden, hatten Langfristigkeit und eine Zukunftsperspektive im Blick. Nachhaltigkeit bedeutet daher auch ein effektives und ressourcensparendes Wirtschaften mit den vorhandenen Mitteln.
“Jede Ressource, die wir nicht verschwenden, die steht uns natürlich dann auch in der Zukunft zur Verfügung.”
Christine Sasse, Vorstand Human Resources/Organisation, Dr. Sasse Gruppe
Mit Blick auf die von der Bundesregierung ausgegebenen Klimaziele sieht Christine die Vision einer Klimaneutralität aber als Daueraufgabe und nichts, was einfach erreicht ist. Dazu gehört auch eine Institutionalisierung eines Ausbildungsberufs im Facility Management. Seit mehreren Jahren setzt sich Christine dafür ein, lernte aber, dass die Einführung eines neuen Ausbildungsberufes ein “relativ zähes Verfahren” ist.
Für die Zukunft wünscht sich Christine, dass alle Akteure der Immobilienwirtschaft im Schulterschluss zusammenarbeiten. Das bedeutet auch, Dienstleister des Facility Managements bereits bei der Planung und Errichtung von Immobilien einzubinden - eine Forderung, die auch in früheren DW-Special-Folgen zum FM bereits gefallen ist. Außerdem muss die gesellschaftliche Relevanz von Services des Facility Managements mehr im öffentlichen Bewusstsein ankommen. Es brauch weiterhin Menschen, die aus Überzeugung in die Branche eintreten und Spaß an ihren Jobs haben.
Wolf wünscht sich, dass der Gesetzgeber bei den Reportingpflichten nachbessert und ein Augenmerk auf schlankere, effizientere Anforderungen legt. Es gebe seiner Ansicht nach durchaus kein Bewusstseinsproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Es fehle an der Kraft zur Umsetzung. Wenn diese sich bündelt, dann könne man als Branche wirklich etwas erreichen, so Wolf.

Im DIGITALWERK Podcast spricht Michél mit Christoph Donner über das Berliner Wasser. Wo es herkommt, in welchen Bezirken es am besten schmeckt - und mit welchen Schwierigkeiten wir in der Zukunft rechnen müssen, erfahrt ihr in der aktuellen Folge.
Seit 2023 ist Prof. Dr. Christoph Donner jetzt schon Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe (BWB). Keine leichte Aufgabe in der größten Stadt Deutschlands: über 18.000 Kilometer an Leitungen und Rohren fallen in den Zuständigkeitsbereich der BWB, dazu kommen knapp 300.000 Hausanschlüsse. Im Hintergrund stehen 9 Wasserwerke und 6 Klärwerke, die das Berliner Abwasser aufbereiten.
Um die Infrastruktur im Hintergrund kümmern sich um die 4600 Männer und Frauen. Als Anstalt des öffentlichen Rechts dienen die BWB dem öffentlichen Zweck der Trinkwasserversorgung. Als Aufsichtsratsvorsitzende fungiert Franziska Giffey, die Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe.
Christoph wuchs in einem 35-Seelen-Dorf im Sauerland auf und beschäftigte sich als Kind gerne mit Gewässern und seinen Bewohnern. Vom Forellenfang über die Fischzucht bis zum Gartenteichbau - in jungen Jahren sammelte Christoph schon etliche Erfahrungen, die ihn im späteren Leben auf die Karriere als Ingenieur vorbereiteten. Der Wasserwirtschaft blieb er dabei stets treu. Über Wien gings dann von 2003 an schonmal für 6 Jahre nach Berlin zu den Berliner Wasserbetrieben, bevor er dann technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke GmbH wurde und eine Honorarprofessur annahm.
Als Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe wird man auch schonmal direkt angeklingelt, wenn es ernst wird. Das geschah zum Beispiel 2023, als auf dem Berliner Kaiserdamm, einer Hauptverkehrsader, ein unterirdischer Versorgungskanal namens Düker, Schäden nahm. Diese machten eine Vollsperrung der Straße unumgänglich. Die Sanierung des beschädigten unterirdischen Bauwerks zog sich fast ein ganzes Jahr in die Länge.
So im Scheinwerferlicht stehen die Berliner Wasserbetriebe selten, in dieser Krise lernte man, dass eine offene und proaktive Kommunikation über den Bauverlauf bei Politik und Bevölkerung gut ankommt. Solch eine öffentlichkeitswirksame Präsenz ist überhaupt neu: Wasser und Abwasser waren nie Themen, die groß im Fokus der Öffentlichkeit standen. Die Leitungen und Rohre befinden sich unter der Erde, die Wasser- und Klärwerke sind selten so zentral, dass sie von Menschen bemerkt werden.
Und so teilen die Berliner Wasserbetriebe das Schicksal vieler Akteure, dass sich die Aufmerksamkeit plötzlich multipliziert, wenn es kriselt. Christoph selbst berichtet im Podcast, dass die BWB bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro im letzten Jahr gleichzeitig 474 Millionen Euro in Infrastruktur investierte - knapp 1,3 Millionen Euro pro Tag. Das sind Investments in die Gegenwart - und in die Zukunft, wie Christoph betont.
Wasser ist ein kostbares Gut. Bei den Berliner Wasserbetrieben ist man sich dessen bewusst. Mit Aufklärungsarbeit versucht man daher, das Bewusstsein dafür zu wecken, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Das führt zu einer gewissen Ironie, der sich Christoph bewusst ist:
“Wir sind aber das einzige Unternehmen, das sagt: Bitte kauft weniger von unseren Produkten.”
Prof. Dr. Christoph Donner, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe
Besonders in der Corona-Pandemie wurde das Augenmerk auf die Abwasseranalyse gelegt. Damit konnte man die vorherrschenden Covid-Varianten und die allgemeine Virusbelastung in der Bevölkerung gut analysieren. Klärwerke sind im Kreislauf der Berliner Wasserbetriebe von ihrer Wichtigkeit nicht zu unterschätzen. Im Podcast verrät Christoph, dass es schon vorkam, dass eine Kläranlage teilweise zum “umkippen” gebracht wurde - Schadstoffe entziehen dem Wasser den Sauerstoff, wodurch die Mikroorganismen darin sterben. Übeltäter waren hier industrielle Schadstoffe. Auch dann klingelt Christophs Handy.
Bei solch einer Störung einer großen Kläranlage wäre dann auch ein interner Krisenstab gefragt. Schließlich dauert es Tage, bis die Mikrobiologie wieder aufgebaut ist. Durch intelligente Warnsysteme versucht man sich aber, vor solchen Katstrophen zu schützen. Läuft viel toxisches Löschwasser in die Kanalisation, können bestimmte Bereiche abgesperrt werden.
Doch auch Schadstoffbelastungen aus dem privaten Bereich - im Einzelfall minimal, doch durch die Bevölkerungsgröße nicht zu unterschätzen - stellen den Wasserkreislauf vor Herausforderungen. Voltarensalbe landet nach dem Duschen auch im Abwasser. Christophs Appell lautet, “alles zu vermeiden, was geht”. Dazu gehören beispielsweise WC-Reinigungstabletten oder andere Reiniger. Die Toilette sei letzten Endes kein “schwarzes Loch”, sondern ein Tor in den Wasserkreislauf.
Aktuelle Themen und Fragestellungen der Zukunft sind laut Christoph unter anderem die fortwährende Entfernung neuer und alter Schadstoffe aus dem Abwasser. Auch muss die Frage betrachtet werden, an welchen Stellen man Wasser beispielsweise durch Wasser anderer Qualität substituieren kann. In Berlin sind 400.000 Straßenbäume pro Jahr zu wässern. Wie hält man die grüne Infrastruktur am Leben? Gerade in Berlin ist die ‘Grüne Masse’ für ihre Kühlwirkung in den Sommermonaten von unschätzbarem Wert.
Als bescheidener Sauerländer lässt sich Christoph ungern zu Eigenlob übers ‘eigene’ Wasser hinreißen. Dennoch betont er, dass wir in Berlin stolz sein können - als Deutschlands größtes Trinkwasser- und Abwasserunternehmen liefern die BWB eine Spitzenqualität.

Im DIGITALWERK Podcast zu Gast ist in dieser Folge Anna Jasper-Martens, CEO Energy Infrastructure Solutions Germany bei E.ON. Es geht um innovative Energielösungen und nachhaltige Wärme auf Quartiersebene. Anna spricht über die aktuellen Herausforderungen und innovativsten Ansätze des Energiesektors und erklärt, warum es wichtig ist, Energieversorger so früh wie möglich in die Planung miteinzubeziehen.
Anna Jasper-Martens, eigentlich gelernte Juristin, ist seit April 2023 bei E.ON Deutschland und beschäftigt sich schon sehr lange mit dem Thema Energie. Schon bei ihrem ersten Job 1999 ging es um Energie, genauer um die Liberalisierung der Energiemärkte. Damals sollte Anna noch Netznutzungs- und Netzanschlussverträge verhandeln, heute ist sie CEO der Energy Infrastructure Solutions Germany bei E.ON.
Die Energy Infrastructure Solutions Germany by E.ON ist eine Gruppe von Organisationen im E.ON Konzern, die sich im Wesentlichen darum kümmern, für Städte und Gemeinden Wärme- und Kältelösungen zur Verfügung zu stellen. Außerdem versorgt die Gruppe auch Industriekunden mit innovativen Wärmelösungen.
Der Gesamtkonzern E.ON macht insgesamt 90 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt derzeit ca. 80.000 Menschen in ganz Europa. Die Energy Infrastructure Solutions Germany hat in Deutschland ungefähr 1.500 Mitarbeiter in zehn regionalen Einheiten verteilt. Diese Einheiten sind zum Beispiel die Hansewerk Natur GmbH, die Avacon Natur GmbH, Süwag Energie oder die Bayernwerk Natur GmbH, die sich vor allem um die Fern- und Nahwärmeversorgung kümmern.
Netzbetrieb und Stromvertrieb sind in Deutschland voneinander getrennt. 900 Netzbetreiber gibt es, das ist allerdings nicht gleichzusetzen mit Energieversorgern. Energieversorger, das sind vor allem kleine Stadtwerke und eben große Energieversorger, wie E.ON einer ist.
Ein Großteil des Stroms, der im Strommix enthalten ist, stammt weiterhin aus Gaskraftwerken, dennoch steht in Deutschland im Schnitt Strom aus fast 40 % aus erneuerbaren Energien Strom zur Verfügung. Eine große Herausforderung in der Gestaltung eines nachhaltigen Energiesystems ist weiterhin das Thema Speicherung, da nicht immer überall die Sonne scheint oder Wind weht.
Auch das Thema Kälte wird in Deutschland immer wichtiger, wenn auch die Deutschen laut Anna ein hohes Effizienzbewusstsein haben. Trotzdem werden vermehrt Klimaanlagen eingebaut und Lösungen gesucht, wie man beispielsweise Fußbodenheizungen und Heizungsanlagen zur Kühlung von Gebäuden nutzen kann.
Die Energy Infrastructure Solutions Germany by E.ON ist davon überzeugt, dass Wärme - und auch Kälte - in Zukunft größtenteils über Strom erzeugt werden. Ein essenzieller Schritt dorthin ist der Wandel hin zu durch Wärmepumpen betriebenen dezentralen Anlagen, die eine nachhaltige Wärmeversorgung sicherstellen können. Auch die Auseinandersetzung mit der intensiveren Nutzung von Abwärmequellen wird immer wichtiger.
“Ohne Klimaschutz, ohne unsere Abkehr von fossilen Brennstoffen werden wir unseren Kindern und Kindeskindern eine unbewohnbare Erde hinterlassen.”
Anna Jasper-Martens
Wie immer in Deutschland ist der Weg hin zu nachhaltiger integrativer Wärmeversorgung gepflastert mit Regulatorik, die vieles offen lassen. Auch die Kommunikation ist, so Anna, nicht immer transparent. Darüber hinaus werden viele Entscheidungen auf das private Individuum übertragen.
Das Ziel der Unternehmensgruppe ist es, unsere Wärmeversorgung in eine nachhaltige Wärmeversorgung umzuwandeln. Eine, die klimaschützend ist und nicht klimaschädigend. Und eine Frage, die es in diesem Zusammenhang zu beantworten gilt, lautet: “Wollen wir uns das leisten? Können wir uns das leisten?” Ein wichtiges Instrument auf dem Weg zu einer breiten Verfügbarkeit und einer Kostendegression sind Förderungen, das haben Branchen, die Wind- und die Solarindustrie gezeigt.
“Nachhaltige Wärme wird teurer sein, als die Wärme, wie wir sie heute kennen. Die Frage ist, wie lange?”
Anna Jasper-Martens
Ein Projekt, an dem Anna und ihr Team gerade arbeiten ist beispielsweise die Umstellung der kompletten Kälte- und Wärmeversorgung, im laufenden Betrieb, der Messe Berlin. Ein anderes spannendes Großprojekt ist der Umbau des ehemaligen Berliner Flughafens Tegel zu einem komplett neuen Stadtquartier.
Besonders wichtig ist es, Energieversorger bei solchen Quartiersentwicklungen so früh wie möglich miteinbezogen werden. Für sämtliche Planer ist es relevant, wie ein ganzes Areal mit Energie versorgt werden soll. Solche Projekte werden übrigens auch an Energieversorger über Ausschreibungen vergeben.
E.ON hat damit Expertise in den unterschiedlichsten und ungewöhnlichsten Lösungsansätzen. So ist es beispielsweise denkbar, aus Grubenwasser oder Aquiferspeichern Energie zu erzeugen. Wie genau das funktioniert, das erklärt Anna im Podcast.
Der internationale Austausch und die Kollaboration haben im Energiebereich einen hohen Stellenwert. So tauschen sich die skandinavischen Länder, Großbritannien und auch die niederländischen Kolleg:innen immer wieder untereinander aus, um einander voranzubringen. Auf Landesebene wünscht sich Anna noch mehr Kommunikation und, dass sich die einzelnen Akteure mehr als Partner begreifen.
00:00 - Um was geht es in der Podcastfolge
01:41 - Annas Werdegang und E.ONs Aufgabenbereich
07:16 - Energiewirtschaft und Energieinfrastruktur in Deutschland
11:09 - Bedeutung der Kältetechnik in Zukunft
17:14 - Herausforderungen und Potenziale der Energiegewinnung
27:06 - Innovative Wärmequellen und Lösungen
33:26 - Internationale Zusammenarbeit

In kaum einem Feld wird die Systemrelevanz so deutlich wie in der Gebäudebewirtschaftung. Richtig wahrgenommen wird das in der breiten Öffentlichkeit nicht, weil viel im Hintergrund stattfindet.
Dass das Facility Management in Deutschland Systemrelevanz besitzt, dürfte den meisten mit FM befassten Menschen bewusst sein. In der breiten Öffentlichkeit hingegen ist diese Erkenntnis nicht weit verbreitet. Das liegt nach wie vor daran, dass Facility Management größtenteils im Hintergrund stattfindet - heimlich, still und leise - dafür aber je nach Einsatzgebiet um so wichtiger. Im aktuellen DW Special zum Thema FM soll es genau um dieses Thema Systemrelevanz gehen.
Ein Experte zum Thema in der aktuellen Folge ist Gerrit Egg, WISAG Gebäude- und Industrieservice. Als Dienstleister ist WISAG breit aufgestellt: von Flughäfen und Industrieanlagen über Büro- und Wohnimmobilien sowie Shoppingcenter wird alles betreut. Das umfasst infrastrukturelle, aber auch technische Dienstleistungen. Der Großteil der 55.000 Mitarbeiter ist in Deutschland beschäftigt. Als Familienbetrieb ist WISAG ein klassischer deutscher Mittelständler.
Zweiter Gesprächspartner im DW-Special ist Georg Albrecht, der als Business Development Director bei Sodexo tätig ist. Der börsennotierte französische Konzern ist ein echtes Schwergewicht: mit 422.000 Mitarbeitern weltweit und einem Umsatz von 21,2 Milliarden Euro bietet das Unternehmen Dienstleistungen in den Bereichen FM, Gemeinschaftsverpflegung und Catering für Bildungseinrichtungen, Behörden, Unternehmen, Krankenhäuser und zahlreiche andere Einrichtungen.

Es gibt einige Zahlen, die die Systemrelevanz der FM-Branche im Land gut illustrieren. Allein in Deutschland sind mehr als 5 Millionen Beschäftigte im Facility Management beschäftigt. Mit einer Bruttowertschöpfung von 152 Milliarden Euro im Jahr 2022 gehörte FM zur Top 6 der Wirtschaftszweige in Deutschland.
Ohne Facility Management könnte es lebensgefährlich werden
Als Beispiel für die Wichtigkeit des FM im Hintergrund führt Georg das Krankenhaus an, mit dem jeder in seinem Leben früher oder später in Berührung kommt. Viele Dienstleistungen finden recht nah am Patienten statt, wie beispielsweise die Patientenaufnahme. Es folgen infrastrukturelle Dienstleistungen wie die Reinigung, auch von kritischen Räumen wie beispielsweise OP-Sälen. Wenn es dort zu Verzögerungen oder Ausfällen kommt, können die Auswirkungen gravierend sein.
Einig sind sich Gerrit und Georg dabei, dass beim Thema Wahrnehmung, Kommunikation und Marketing der Branche in der Vergangenheit vielleicht zu wenig getan wurde. Genau das will die FM-Initiative DIE MÖGLICHMACHER beheben, in dem sie die Wichtigkeit der Branche in den Vordergrund rückt. Zwar gibt es viele interessante Arbeitsplätze in der Branche, aber dennoch befinde man sich in einem “War of Talents” mit anderen Arbeitgebern und Branchen, wie Georg bestätigt.
Die globale Corona-Pandemie hat insbesondere im Facility Management für einige Umschwünge gesorgt. Das Thema Hygiene stand plötzlich enorm im Fokus, Dienstleister musste Sonderreinigungen erledigen und erhöhte Anforderungen erfüllen. Die weltweiten Büroschließungen sorgten natürlich auch dafür, dass viele Kantinen leer blieben - und ebenfalls schließen mussten. Dienstleistungen aus den Bereichen Food und Catering mussten neu gedacht werden. Im FM war das machbar, so Gerrit, da man schon immer flexibel agierte, weil man sich stets an Kundenwünschen orientieren musste.
Für die Zukunft sehen Gerrit und Georg zwei wichtige Themen: Nachhaltigkeit und Digitalisierung/Robotik. Sodexo betreibt in Deutschland aktuell eine automatisierte Roboterküche, die Patienten und Mitarbeiter in einem Krankenhaus auf Wunsch bekochen kann. Auch im Bereich der Reinigung sieht Georg Optimierungspotenzial durch Digitalisierung und Automatisierung. Diese Entwicklung ist auch eine notgedrungene Antwort auf den anhaltenden Fachkräftemangel. Auch WISAG stellt Digitalisierungsexperten ein, die vor 10 Jahren vielleicht noch nix zu tun gehabt hätten, wie Gerrit bestätigt - heute bringen sie aber unabdingbare Kenntnisse mit, die dabei helfen sollen, eine große, wichtige Branche zukunftsfähig zu machen.

Wir haben gesehen, dass euch einige Folgen des DIGITALWERK-Podcasts ganz besonders gefesselt haben. Folge #139 ist so eine: bereits bei der Aufzeichnung im letzten Oktober ein ganz besonderes Setup! Michél sitzt mit Markus Richthammer, dem Vorstand Industrie bei der Firmengruppe Max Bögl, im Auto. Beide waren für das DIGITALWERK-Event “Construction meets Automotive” auf dem Weg zum Porsche-Werk in Leipzig. In einer halben Stunde gehts um Markus Wissen aus der Automobilbranche, seinen Wechsel zum Bauriesen Max Bögl - und wie man von branchenübergreifendem Wissen profitieren kann.
Markus Richthammer ist der Vorstand für den Bereich Industrie der Firmengruppe Max Bögl. Markus wuchs in einem kleinen, beschaulichen Dorf in der Oberpfalz auf. Später zog es ihn raus in die Welt, heute lebt er gerne in München. Er schätzt die Qualitäten beider Orte: auf dem Dorf kriegt er den Kopf frei, die Stadt ist unschlagbar für die Netzwerkmöglichkeiten und den geballten Ideenreichtum.
Im Vorstandsbereich ist Markus für das gesamte Qualitätsmanagement zuständig, außerdem für alle Querschnittsthemen aus den Bereichen Planung, Digitalisierung, Lean Construction und Nachhaltigkeit.
Als Bauunternehmen ist Max Bögl sehr breit aufgestellt. Neben beispielsweise Lager- und Logistikhallen für Amazon war man auch bei Bau der Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide tätig. Mit dem Transport System Bögl (TSB) bietet man eine komplette Lösung für eine Magnetschwebebahn an. Über 6500 Mitarbeiter erwirtschaften an weltweit 40 Standorten einen Jahresumsatz von mehr als 2 Milliarden Euro, pro Jahr werden 40.000 Tonnen Stahl verbaut.
Nach dem Maschinenbaustudium mit den Schwerpunkten Produktions- und Automatisierungstechnik war Markus 18 Jahre bei BMW. Sein Erfahrungsschatz aus der Automobilindustrie ist für ein Bauunternehmen wie Max Bögl extrem wertvoll. Markus erkannte früh, dass die Herausforderungen der Bauindustrie in der Industrialisierung und Automatisierung liegen - Bereiche, in denen der Automotivesektor bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert effizient ist.
Für die Bauindustrie bedeutete ein Umlernen in dieser Richtung neue, standardisierte Projektabwicklungen und Qualitätsmanagement-Verfahren, die speziell auf die Bedürfnisse des Baus abgestimmt sind. Markus und sein Team entwickelten für Mitarbeiter:innen Schulungsprogramme, die eine ganzheitliche Integration von Mensch und Technik in der Bauindustrie fördern.
Im Bauwesen steht Max Bögl konkret für Qualität und Präzision. Bei der Fertigung von Fertigteilen setzt man auf Zehntelmilimetergenauigkeit. Das ist für den Bau einer Magnetschwebebahn unabdingbar.
Wir wollen euch jetzt aber nicht zu viel verraten und schicken euch direkt in die Folge mit Michél und Markus. Einsteigen, anschnallen, zuhören, bitte!

Christian Gruener studierte Mathematik und probierte sich in der Managementberatung aus, bevor er den Entschluss fasste, seinem Leben einen Sinn zu geben. Den fand er in der Wärmedämmung von Gebäuden - ein großes Feld und eigentlich keine neue Lösung. Christian hat mit VARM aber größere Pläne.
Das Mathestudium faszinierte Christian bis zum Schluss, danach fehlte ihm aber eine kommunikative Komponente, die beim alleinigen Umgang mit Zahlen und Modellen fehlt. Ein Praktikum führte ihn dann in die Managementberatung. Die Aussicht, erfolgreichen Unternehmern und Top-Managern bei ihren Problemen zu helfen, klang vielversprechend. Christian nahm viele Learnings aus der Zusammenarbeit, der Führung und Entscheidungsfindung mit.
Managementberatung würde er auch immer wieder machen, da er sich in der Zeit einen großen Koffer mit Tools aneignete, von dem er heute noch profitiert. Aus der Managementberatung heraus baute Christian dann eine Marke aus dem Bereich Altersforschung auf. Das Thema, in den USA sehr präsent, war in Deutschland eher unbesetzt. Mit seinem Ausstieg aus der Managementberatung trennte sich Christian auch von einem Teil seiner Anteile am ersten eigenen Startup.
Als junger Gründer faszinierte Christian die eigene Entscheidungsfähigkeit sehr. Es gibt keine langen Entscheidungswege und eingestaubten Prozesse. Er fasste den Entschluss, Vollzeitgründer zu werden. Wichtig war ihm aber, etwas Sinnvolles und Nachhaltiges mit seiner Zeit zu anzufangen. Als drängendstes Problem der Gegenwart identifizierte er den Klimawandel. Tiefe Recherchen zur Frage “Wo kommen unsere Emissionen her?” zeigten, dass Gebäude für ein Drittel aller CO₂-Emissionen verantwortlich sind.
Neue errichtete Gebäude verfügen meistens über gute bis sehr gute Energieeffizienzklassen. Problematisch sind aber häufig ältere Gebäude, die ab den 70er bis 80er Jahren aufwärts errichtet wurden. Häufig ungedämmt, erzeugen diese Gebäudeklassen durch einen hohen Energieverbrauch für das Heizen auch dementsprechend viele CO₂-Emissionen. Der effizienteste Weg, diese Häuser energieeffizient zu machen, sind nicht Solaranlagen oder Wärmepumpen, erzählt Christian im Podcast - sondern die nachträgliche Wärmedämmung.
Im Bereich Wärmedämmung gab es noch keinen Riesenkonzern, der als Champion betrachtet werden konnte. Der Grundstein für VARM war gelegt - der Name wurde vom Berliner Solaranlagenvertreiber ZOLAR inspiriert. Ausgesprochen verändert sich nichts, nur die Schreibweise fällt natürlich ins Auge. Die Vision, der europäische Champion der Wärmedämmung zu werden, braucht natürlich Wissen und Erfahrung. Mit Co-Founder Sebastian Würz machte Christian also Zertifizierungen und Schulungen, man holte sich Handwerker ins Boot, brachte sich vieles selber bei.
Die ersten Häuser dämmten die Chefs dann auch selbst - “extrem wichtig” nennt Christian diese Erfahrung im Podcast.
Als Mittel der Wahl zur nachträglichen Dämmung setzt VARM auf die Einblasdämmung. Dafür werden in 2-schalige Wandstrukturen, die über einen Hohlraum in der Mitte verfügen, kleine Löcher gebohrt. Nach einer Inspektion mit Kameras wird dann das Dämmmaterial in die Wand geblasen. Das Material muss hydrophob - also wasserabweisend sein. Konkret bleiben dann Steinwolle, Glaswolle oder EPS-Kügelchen (Styropor) als Dämmmaterial über.
Als Kostenpunkt für eine Einblasdämmung in die Fassade eines Einfamilienhauses nennt Christian 5.000 € bis 6.000 €, je nach Beschaffenheit des Objektes. Dazu kann der Eigenheimbesitzer mit 20% Förderung rechnen. Dämmbar ist nicht nur die Außenfassade, sondern auch das Dach. Eine nachträglich gedämmte Fassade spart außerdem pro Jahr zwischen 1,5 bis 2 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Das Ziel von VARM ist ambitioniert: 1 Million Häuser in 10 Jahren nennt Christian als Benchmark, an der es sich zu messen gilt. Gelingen soll das mit dem Aufbau eines europäischen Netzwerks von hochprofessionellen, spezialisierten Handwerksbetrieben, die von VARM ausgebildet werden, danach aber selbstständig Aufträge ausführen. Für Christian ist das die Grundlage eines skalierbaren Infrastruktur für die Dienstleistung, die man anbietet.
Aktuell hat VARM 20 Mitarbeiter. 5,7 Millionen Euro haben Investoren wie Emerge, Pale Blue Dot sowie Altinvestoren wie noa und Foundamental in VARM gesteckt.
Die Themen des DIGITALWERK Podcasts mit Christian Gruener im Überblick:
(00:00) - Um was geht es in der Podcastfolge?
(01:32) - Vorstellung von Christian: Studium und erster Job
(07:16) - Der Weg zu VARM: Idee und Lösung
(18:46) - Ohne externe Expertise geht nix!
(23:06) - Wie funktioniert Einblasdämmung konkret?
(28:48) - Mögliche Geschäftsstruktur in der Zukunft
(37:33) - Der größte Fuckup
(43:11) - 5 schnelle Fragen

Start Up Month! Paul, der studierter Jurist ist, kam durch familiäre Verbindungen in die Baubranche. In der Materialbeschaffung am Bau sah er gewaltiges Potenzial und entschied sich, der Bürokratie rund um den Bestellprozess den Kampf anzusagen.
Als Paul Wirtschaftsrecht studierte, gab es erste Berührungspunkte mit der Baubranche. Seine Bachelorarbeit trägt nämlich den Titel “Das Verhältnis von §1170b zu §918 ABGB, eine baurechtliche Interessensabwägung”. Für alle Nichtjuristen unter uns: da geht es um die Sicherstellung beim Bauvertrag.
Die Eltern von Pauls Freundin betreiben ein Industriebahnunternehmen, in dem Paul dann zuerst im juristischen Bereich anfing und immer mehr Richtung Baustelle rutschte.
Als digital affiner Mensch war Paul überrascht davon, wie viel Papier in manuellen Prozessen auch in größeren und erfolgreichen Bauunternehmen anfällt. Dazu kommen altbackene Softwareanwendungen, die scheinen, als sei die gesamte Branche in der Zeit stehen geblieben.
Paul entschied sich dann mit zwei weiteren Gründern, ein Startup hochzuziehen. Die Jahresmitte 2022 erlebte Paul als Venture Capital-Hochphase, die dann sehr schnell wieder abkühlte. Zu der Zeit war das Ziel nämlich noch eine neue Plattform für Materialbeschaffung zu bauen. Mit der Pandemie, dem Anstieg der Zinsen und der generell wirtschaftlich schwierigen Zeit wurden auch Investments in Start Ups immer weniger. Die Investmentsummen wurden kleiner und die Finanzierungsrunden sanken auf das niedrigste Tief der letzten 15 Jahre. Anders als viele andere Gründer:innen beschreibt Paul das als eine Art Rettung für die Entwicklung des Start Ups.
Die Idee, das Produkt und die Lösung wurden nochmal auf den Prüfstand gestellt. Der Planradargründer Domagoj Dolinsek hatte einen lebensrettenden Ratschlag für Paul, der sinngemäß lautete: Redet einfach mit den Bauleitern, und fragt, was die richtig stört. Das neue Marktumfeld bedeutete auch, dass es wichtig war, Kunden zu haben, die sich konkret für eine Lösung interessierten, und auch ein paar Zeilen Code geschrieben zu haben.
Die neue Feldforschung unter Bauleitern kam dann zu dem Ergebnis, dass der Bestellprozess an sich eigentlich gar nicht das Problem ist - sondern die Bürokratie und Zettelwirtschaft darum herum.
“Es ist heute überhaupt nicht nötig und überhaupt nicht sinnvoll, dass man Menschen bezahlt, um ihre Zeit aufzuwenden, um Zahlen mit Zahlen oder Buchstaben mit Buchstaben zu vergleichen.”
- Paul Lind
Reebuild fokussiert sich aktuell auf zwei Felder: Workflows und Analytics/Reports.
In der Prozessoptimierung wurde identifiziert, welche Prozesse der Bau- oder Projektleitung automatisiert werden können und wie die richtigen Daten zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Das zweite Feld ist die Schnittstelle zwischen dem ERP-System (Enterprise Resource Planning) und dem kaufmännischen Bereich der Bauleiter.
Wenn der beispielsweise eine Vergabeentscheidung für den Trockenbau trifft, ruft er klassischerweise in der Kalkulationsabteilung an und fragt, was ein Quadratmeter in den letzten 6 Monate gekostet hat. Diese Frage kann Reebuild durch Datenanalyse aber auch beantworten.
Aktuell bietet Reebuild Softwarelizenzen für Mitarbeiter. Genaue Kundenzahlen nennt man nicht, nur, dass es eine Anzahl im mittleren zweistelligen Bereich ist. Der Kernfokus des Geschäfts liegt momentan in den Hauptmärkten Deutschland und Österreich, die Schweiz will man sich nach dem Sommer anschauen.
Aktuell sieht Paul Reebuild noch als junge Firma, die noch mehr Kunden gewinnen und mehr Vetrauen am Markt schaffen will. Ziel ist es, dass sich unter Bauleitern herumspricht, dass es jetzt ein Tool gibt, welches den kompletten kaufmännischen Workflow für Bauleiter abbildet.
Ein Tipp, der auch Paul in der Anfangsphase half, lautet: “Einfach mal rausgehen!”.
Am Bau ist ein tiefgreifendes Prozessverständnis wichtig, um Probleme zu identifizieren und Potenziale zu heben.

Diese aktuelle DIGITALWERK-Podcastfolge ist Teil 2 einer Spezialreihe zum Thema Facility Management. Zusammen mit der FM-Initiative DIE MÖGLICHMACHER und der gefma – Deutscher Verband für Facility Management - wollen wir in 5 Folgen mit jeweils 2 Gästen die wichtigsten Herausforderungen besprechen, vor denen das FM aktuell steht. Heute wirds bunt, denn es geht um das Thema Diversity!
Verstecken muss sich der oft übersehene Industriezweig Facility Management auf keinen Fall. Eine Bruttowertschöpfung von 152 Milliarden Euro (2022) platziert das FM in den Top 6 der deutschen Wirtschaftszweige.
Für Insider und Personaler wenig überraschend dürften auch die Beschäftigungszahlen sein: Der FM-Branchenreport 2022 stellte fest, dass erstmalig mehr als 5 Millionen Menschen im FM-Sektor tätig waren – in Feldern wie der Gebäudebewirtschaftung, technischen Berufen, Reinigung oder Sicherheitsdienstleistung. Diese Zahl macht verdeutlicht, dass Diversität Kernaufgabe der Branche ist und man sich als vielfältig versteht.
Stephan Wißmann ist Geschäftsführer Personal bei der DB Services GmbH, einer Tochterfirma der Deutschen Bahn AG. Die mehr als 10.000 Beschäftigten kümmern sich unter anderem um FM-Dienstleistungen in Immobilien und Bahnhöfen sowie in Zügen und Werkshallen der DB. Die Beschäftigten kommen dabei aus sagenhaften 104 Nationen. Zuletzt stieß ein Mitarbeiter aus Paraguay zur DB Services, wie Stephan im Podcast berichtet.

Dass sich Tradition und Moderne nicht ausschließen, ist für Thomas Braun klar. Der CEO und geschäftsführende Gesellschafter von Geiger Facility Management ist seit 19 Jahren im Familienunternehmen tätig. An knapp 80 Niederlassungen und Service Points in Deutschland arbeiten aktuell circa 13.000 Mitarbeitende. Bei so einer Anzahl an Beschäftigten geht es gar nicht anders als divers. Für die Branche mag der Begriff „Diversity“ vielleicht neu sein, dabei ist Vielfalt aber auch ganz simpel Geschäftsgrundlage, erklärt Thomas.
Unter dem Begriff Diversität versteht man einfach gesagt Vielfalt. Genauer gesagt betrifft die Vielfalt unterschiedliche Merkmale verschiedener Menschen, die innerhalb der Gesellschaft, einer Gruppe oder einer Organisation zusammentreffen. Merkmale, die unter dem Gesichtspunkt der Diversität betrachtet werden können, sind zum Beispiel: die Ethnie und die Herkunft, der Bildungsgrad, die berufliche Bildung, das Alter, das Geschlecht, die Religion oder die sexuelle Orientierung.
Diversität bedeutet auch, Chancengleichheit für Menschen mit den unterschiedlichsten der oben genannten Merkmale zu ermöglichen. Kein einziges dieser Merkmale - wie beispielsweise Geschlecht, Alter oder Schulbildung - sollte beispielsweise ein ausschlaggebendes Kriterium sein, wenn es um einen neuen Job geht.
Für Thomas Braun bietet die FM-Branche eine unglaubliche Breite an Einstiegsmöglichkeiten. Diese sind dabei niedrigschwellig und ermöglichen somit Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt, die beispielsweise über keine oder eine noch nicht anerkannte Qualifikation verfügen.

“Wir müssen bloß ein bisschen anders denken, nicht mehr: ‘Wir schnitzen uns den Bewerber so, dass er zum Unternehmen passt!’ sondern: Wir schnitzen unser Unternehmen so, dass es zu den unterschiedlichsten Bewerbern passt.”
- Thomas Braun, Geiger Facility Management
Auch fehlende Sprachkenntnisse oder sonstige Einschränkungen stellen erst einmal kein Einstellungshindernis dar. Die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Branche sind außerdem vielfältig und ermöglichen eine hohe Qualifikation.
Stephan und Thomas sehen größere Maschinen wie Putzroboter aktuell noch skeptisch, da der Betreuungsaufwand der Geräte noch relativ hoch ist. Für Stephan bietet aber Sensorik ein großes Potenzial. Sensoren in Mülleimern, die Auskunft über den Füllstand geben, könnten das operative Geschäft von beispielsweise Reinigern zielgesteuerter und effizienter machen. Wichtig seien technische Lösungen, die auch intelligent sind, und keine Mehrarbeit oder Nachkontrolle erfordern.
Stephan blickt optimistisch in die Zukunft und ist sich sicher, dass die Facility Management-Branche eher vor einer Evolution als vor einer Revolution steht. Der Sektor, der so vielen Menschen eine Beschäftigung bietet, wird sich normal weiterentwickeln - auch wenn Digitalisierung in diesem Feld kein Kerntreiber ist, so seine Prognose.
Für Thomas ist das das Angebot manueller Arbeit, die unkomplizierte Einstiegsmöglichkeiten bietet, ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsmarktes, der soziales Ungleichgewicht verhindern und Diversität fördern kann. Digitalisierung und Robotik spielen auch für Thomas eine Hauptrolle bei der Frage, wie man den Menschen bei Tätigkeiten sinnvoll und effizient unterstützen kann, um arbeitserleichternd zu wirken.

Startup-Month beim DIGITALWERK Podcast: Der österreichische Unternehmer Stefan Schrenk spricht mich Michél über sein aktuelles Startup myblock, welches komplett fertige Badmodule - auf Wunsch mit Küche - produziert. Diese werden dann per Kran auf die Baustelle gebracht und nur noch angeschlossen. Ein Motto bei myblock lautet: “Der Handwerker muss nicht ins Bad.”
Stefan Schrenk kommt aus einer Unternehmerfamilie. Die elterliche Schreinerei hat er nach dem teilweisen Rückzug der Eltern aus dem Geschäft vor einigen Jahren übernommen. Für ihn war klar, dass man in kleinen und mittelständischen Unternehmen selber viel bewegen und machen kann. In der Schreinerei der Eltern beschäftigte er sich leidenschaftlich mit der Betrachtung von Prozessen und der Organisationsentwicklung.
Seit mehr als 20 Jahren widmet sich Stefan dem Thema Lean. Der Kern davon sind schlanke, effektive Prozesse. Auf Baustellen und in Fertigungshallen hat Stefan gelernt, dass im Badezimmer unglaublich viele Schnittstellen des Bauens, des Handwerks und der Vorfertigung vereint sind. Der Wunsch, dieses Zusammenspiel neu zu denken,vführte zum Fertigbad als Modul, dem myblock.
In herkömmlichen Badezimmern steckt normalerweise viel Planungsleistung, da zahlreiche Schachtführungen geplant, koordiniert und umgesetzt werden müssen. Umbauten oder Änderungen sind im Nachhinein schwierig. Stefans Kunden binden ihn daher frühzeitig in die Planung ein. Das sind einerseits Holzbauunternehmen, die vorgefertigte Wohnhäuser oder mehrgeschossige Häuser errichten, aber auch Immobilienentwickler.
Für Stefan ist der myblock auch viel mehr als ein Modul mit Fertigbad und Küche. Schlussendlich ist in dem Block die gesamte Haustechnik, also Elektro-, Installations-, Heizungs- und Lüftungstechnik verbaut. Eine frühe, gemeinsame Planung aller Beteiligten kann hier riesige Potenziale abschöpfen, was aufwändige kleinteilige Fertigungsprozesse vor Ort angeht. Fliesenleger, Installateure und Elektriker können ihre Arbeiten an einem Fertigungsort gebündelt abschließen - und sowohl den Bauherren als auch sich selbst Geld, Zeit und Nerven sparen.
Aktuell ist myblock ein Joint Venture (also ein gemeinsames Tochterunternehmen), an dem neben Stefan auch die Rhomberg Bau GmbH mit einem Geschäftsführer finanziell beteiligt ist. Deren CEO Hubert war auch schon Gast im DIGITALWERK Podcast. Zur Folge gehts hier: (https://www.digitalwerk.io/podcast/podcast-blogposts/dw-89-mit-hubert-rhomberg-ceo-der-rhomberg-bau-gmbh).
Für Konzeption und Entwicklung des myblocks und der Produktion griff Stefan auf die bereits bestehenden Fertigungshallen der eigenen Schreinerei und Tischlerei zurück. Das sparte Kosten. Noch läuft die Fertigbadproduktion nicht am Fließband - und wird sie wahrscheinlich auch nicht. Auf knapp 500 Quadratmetern werden aktuell vier Module pro Tag gefertigt.
Stefan konzipierte die Produktion außerdem als “Feldfabrik”, die Produktionslinie passt auf vier LKWs, die dorthin fahren können, wo sie gebraucht werden. Im Ergebnis findet die Vorfertigung dann sogar ortsungebunden statt.
Der myblock ist aktuell für den Neubau konzipiert. Ebenso achtet Stefan darauf, dass die Module zerstörungsfrei ausgebaut und demontiert werden können. Langfristig will man sich auch dem Themenkomplex Sanierung widmen und der Frage nachgehen, wie man bestehende Bäder “myblock-fit” bekommt.
Zu wissen, wie die Baubranche tickt, ist für Stefan unerlässlich, da sie ganz anders als andere Branchen funktioniert. Zudem ist auch ein Firmenumbau anders als eine Neugründung. Für Stefan ist es schön zu erleben, wenn ein junges, neues und top-motiviertes Team zusammenkommt, um an Dinge heranzugehen. Ganz wichtig: es braucht immer den Drang, Dinge verändern zu wollen, das Bestehende zu verbessern - und ganz viel Mut.
(00:00) - Um was geht es in der Podcastfolge?
(01:32) - Einstieg und Vorstellung
(06:19) - Von der elterlichen Schreinerei zum Startup ‘myblock’
(12:23) - Über den Markt und Kapitalgeber
(20:00) - Modulbau als Franchise: Überall möglich?
(25:26) - Ausblick: Sanierung und Modulbau?

Start Up Month! Denny Farkas erzählt im DIGITALWERK Podcast, wie er von den Spezialkräften der Bundeswehr den Weg in das Feld der nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung fand. Als Co-Founder hilft er mit seiner Firma heute Kunden bei der Heizungsoptimierung und Verbrauchserfassung.
Denny Farkas, CEO & Co-Founder der Smart Building Solutions GmbH, hat einen wenig geradlinigen Weg in die nachhaltige Gebäudebewirtschaftung hinter sich - und ist daher um so interessanter. Nach dem Grundwehrdienst blieb Denny als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr. Er absolvierte die Laufbahn als Unteroffizier und war auch auf Auslandseinsätzen, entschied sich aber dafür, die Truppe vor Ablauf seines offiziellen Dienstzeitendes zu verlassen.
Dennys Elternhaus war schon länger in der Immobilienbranche aktiv und betätigte sich als Bauträger.. Dann entschloss man sich, selber auch in den Wohnungsbau einzusteigen. Als einer von drei Söhnen bekam Denny so seine ersten Berührungspunkte mit der Immobilienbranche. Nach seiner Bundeswehrzeit bekam er im elterlichen Unternehmen vom Einkauf über die Sanierung bis hin zu Vermarktung und Projektentwicklung einen breiten Überblick über die komplette Wertschöpfungskette.
An dem Punkt, an dem es zu der Frage kam: „Was heißt es eigentlich, eine Immobilie zu betreiben, zu bewirtschaften und zu verwalten?“ fing Denny an, seinen eigenen Weg zu gehen. Er erlebte kleinere Strukturen, die oftmals wenig Raum für neues ließen, und Aufholbedarf in puncto Digitalisierung. Inspiriert davon schlug Denny dann die Richtung ins infrastrukturelle, technische Gebäudemanagement ein, als sich eine Möglichkeit für ihn bot. Er baute zwei Unternehmen im Leipziger Umland auf, die im Facility Management tätig waren.
Die Anforderungen und Erwartungen der Kunden, so nahm es Denny wahr, waren an einen kleinen FM-Betrieb mit 50 Mitarbeitenden nicht geringer als an Marktführer mit 10.000 Mitarbeitern. Mit kleineren Unternehmen muss man aber zwingend effektiv wirtschaften, und so betrachtete man das Putzen konkret: wann und wo muss wirklich wie oft geputzt werden und welche Gebäudebereiche erfordern wie viel Aufmerksamkeit?
Im Jahr 2020 wurde dann die Noah GmbH gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die Gebäudereinigung zu digitalisieren. Räume wurden mit Sensorikhardware ausgestattet, um beispielsweise die Nutzungsdauer und Belegung zu ermitteln. Auch eine dazugehörige Softwarelösung wurde vertrieben. Die Idee war, die statische Reinigung mit einer bedarfsgerechten Reinigung zu ersetzen - nur, wenn sie also wirklich nötig ist.
Der Vorteil: das Eliminieren „überschüssiger“ Arbeit sollte Kapazitäten für Neugeschäfte freisetzen ein Vorteil für kleinere Unternehmen. Große FM-Dienstleister sahen darin aber eine Gefahr für ihr Geschäftsmodell, verrät Denny im Podcast.
Gleichzeitig sah Denny aber auch ein Potenzial in den Daten aus den Sensoren, die in den Räumen verbaut waren, und darin, diese Daten in einen Kontext zu stellen. Er entschied sich, nach einer Umstrukturierung in das Energie- und Wärmemanagement einzusteigen. Konkret hieß das, mit voller Kraft und mit neuem Namen einen Anwendungsfall für den Kunden zu verfolgen, und simpel ausgedrückt ist der: das Digitalisieren von Heizkörpern.
Aus dem ersten Scheitern zog Denny ein wichtiges Learning, welches er mit in die Neugründung nahm. Dieses war für ihn die Erfahrung, „nicht zu viel Zeit damit zu verbringen, ein perfektes Produkt zu bauen,“ sondern so schnell und so früh wie möglich mit einem Produkt an den Kunden zu gehen, auch wenn es noch eine schlanke Version von dem ist, was man eigentlich später damit vorhat. Mindestens genauso wichtig ist, dass Produkt und Lösung „möglichst wenig Fragen“ erzeugen.
Aktuell steht auf der Agenda Heizungsoptimierung und Verbrauchserfassung ganz oben. Auch Themen wie Energiemanagementsystem, GLT (Gebäudeleittechnik) und das neue Gebäudeenergiegesetz werden von Denny und seinem Team aufmerksam beobachtet. Nach Gründung der neuen Firma Smart Building Solutions GmbH konnte man in den ersten 5 Monaten einen niedrigen sechsstelligen Umsatz verzeichnen. Ein klassischer Kunde hat aktuell einen historisch gewachsenen Gebäudebestand, in dem die Digitalisierung nur schwer Einzug halten konnte. Größte Kundengruppe ist der öffentliche Sektor, also Bildungseinrichtungen, Büros und Verwaltungsgebäude.
Denny sieht das Alleinstellungsmerkmal seines aktuellen Produkts darin, dass das Heizkörperthermostat batterielos ist und selbstversorgend funktioniert.
Als guten Rat an junge Gründer:innen gibt Denny mit, wirklich kritisch die Basics zu hinterfragen. Klappt das Geschäftsmodell? Wer ist der Nutzer von dem Produkt? Welche Abhängigkeiten entstehen? Welche Umstände wirken erschwerend? Dennoch würde sich Denny auf keinen Fall „als Gründer vom Dienst“ bezeichnen und erkennt selbstkritisch an, dass auch er jeden Tag immer weiter lernt.

Christian Schlicht erzählt im DIGITALWERK Podcast, wie ein Auftraggeber mit einer Fragestellung an ihn herantrat - und daraus ein Start-up wurde, welches Unternehmen mit strategischer Datenanalyse bei der Wertschöpfung unterstützt.
Diese Folge ist der Auftakt des Startup-Month bei DIGITALWERK! Wir haben vier Podcastaufzeichnungen an junge, aufstrebenden Unternehmen aus der Bau- und Immobilienbranche vergeben, um auch ConTechs und PropTechs zu fördern.
Den Anfang macht heute Christian Schlicht, CEO & Founder der Beyond Tech GmbH.
Nachdem Christian unter anderem bei Würth und bei der ECE beschäftigt war, hat er sich 2021 mit seinem ersten Tech-Start-up selbstständig gemacht. Regul.ai analysiert Gesetzestexte und Regulatorik. In Deutschland ist das besonders spannend, weil es 2800 Regelwerke gibt, die den Bau- und Immobilienbetrieb regulieren. Dazu kommen unterschiedliche Versionen für die Bundesländer.
Ein großer Kunde konnte erfolgreich bei der Verwaltung seiner Immobilien, der Wahrnehmung seiner Betreiberverantwortung und compliancerelevanten Themen unterstützt werden. Nach einem Jahr folgte 2022 bereits der Exit von Christian, der seine Anteile verkaufte.
Den Grundstein für Christians aktuelles Tech-Startup BeyondTech legte die Anfrage und Aufgabenstellung eines Kunden. Der war auf der Suche nach einer Übersicht aller Bauten der 50er und 60er Jahre in Deutschland, Fokus auf dem sozialen Wohnungsbau. Die Lösung dieser Problematik führte Christian zur Gründung von BeyondTech.
“Durch mein Leben ziehen sich, auch wenn ich ein Kontrollfreak bin, einige Zufälle.”
- Christian Schlicht
Der Kunde benötigte die Übersicht zur Marktdefinition und schließlich zur Expansion. Schwerpunkte lagen auf der Schaffung bezahlbaren Wohnraums unter anderem durch Nachverdichtung von Bauten aus den 50er- und 60er-Jahren, aber auch auf energetischer Sanierung.
Die datenbasierte Lösung erfolgte dann dreigliedrig:
Ein Learning aus Christians erster Gründung war es, als Start-up nicht zu schnell zu wachsen, und nicht zu schnell zu viel Personal einzustellen. Das schraubt die Fixkosten hoch und bringt gerade in der Startuplandschaft einige Schwierigkeiten und Herausforderungen mit sich. Die BeyondTech hat mit Christian aktuell 3 Mitarbeiter.
Christians Ziel mit BeyondTech ist aktuell, schnell Kundentraktion zu bekommen und Lösungen zu kreieren, die bei der Wertschöpfung helfen. Für seinen früheren Arbeitgeber Würth konnte Christian mit BeyondTech alle Brücken in Deutschland nach vorgegebenen Spezifika wie Traglast, Index, Zustandsnote oder Verkehrslast identifizieren - damit konnte der Kunde dann direkt weiterarbeiten.
“Das ist, glaube ich, unser Riesenvorteil, dass wir eigentlich, wie gesagt, alles das, was du auf der Erdoberfläche siehst, irgendwo auswerten können.”
- Christian Schlicht
Aktuell ist Christian mit BeyondTech schon im Expansionsmodus. Man ist in der Schweiz unterwegs, mit Partnern betreibt man auch schon in Israel und Nigeria Projekte.
Wenn ihr wissen wollt, was Sportplätze mit Kriminalitätsdaten zu tun haben, und ob Christian sich bei unseren 5 schnellen Entweder-oder Fragen am Ende der Folge für Rügen oder Kalifornien entschieden hat, könnt ihr hier direkt in die Folge reinhören.

Prof. Dr. Michael Braungart spricht im DIGITALWERK Podcast darüber, dass Industrien zu viel Abfall produzieren und die meisten Produkte nicht für eine Kreislaufwirtschaft designt sind. Ziel aller Nachhaltigkeitsbemühungen muss es werden, nicht nur weniger schädlich, sondern auch nützlich für den Planeten zu sein.
Michael Braungarts Leidenschaft für Chemie wurde früh in der Schulzeit entfacht. Er vertrat seine junge Chemielehrerin, die noch ihre letzte Prüfung ablegen musste, und brachte vertretungsweise seinen Mitschülern den Stoff bei. Auch der Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ aus dem Jahr 1972 beeinflusste Michael in seiner Berufswahl.
Bei einer Ausgabe des Jugend-Forscht-Wettbewerbs wies er nach, dass in einem Fernseher 4360 verschiedene Chemikalien zu finden sind. Nachdem er die Jury fragte: “Wollen die Leute wirklich 4360 Chemikalien haben oder möchten Sie Fernsehen?“ wurde er als Ökokommunist gebrandmarkt und vom Wettbewerb ausgeschlossen.
Während seines Studiums der Chemie und Verfahrenstechnik besuchte Michael 15 Universitäten, weil er für seine Interessenschwerpunkte zu den Forschern musste. Es gab noch keinen zentralisierten Studiengang dieser Fachrichtungen, der alle Forschungsmöglichkeiten bündelte. Ein besonderes Augenmerk seiner Forschung und Arbeit legte Michael dann auf die Bauindustrie. Die produzierte 2020 in Deutschland mit knapp 230 Millionen Tonnen mehr als die Hälfte aller Abfälle und verbraucht stetig eine große Menge an natürlichen Ressourcen.

Der Kern des Cradle to Cradle-Konzepts, welches Michael zusammen mit dem US-amerikanischen Architekten William McDonough entwickelte, ist ein Modell für industrielle Prozesse, in dem keine „Abfälle“ existieren. Sämtliche Materialien befinden sich in geschlossenen biologischen oder technischen Kreisläufen. Statt Abfall gibt es nur nützliche Rohstoffe, die sich erneut in Stoffkreisläufe eingliedern lassen. Wörtlich übersetzt bedeutet das Konzept „Von der Wiege bis zur Wiege“.
Was man von China in Sachen Cradle to Cradle lernen kann
Michael erzählt, wie er in China lernte, was Kreislaufwirtschaft bedeutet. Wenn man dort auf dem Land zum Essen eingeladen ist, wird erwartet, dass man danach so lange bleibt, bis man die Toilette aufsucht. Alles andere, sagt Michael, wäre Nährstoffdiebstahl. In Deutschland ist die Verwendung menschlicher Fäkalien als Dünger in der Landwirtschaft untersagt, dabei entgehen dem Produktionskreislauf dadurch auch wertvolle Nährstoffe.
“Wir hassen uns so sehr, dass wir denken, es wäre eigentlich gut, es gäbe uns gar nicht. Und in China lernt man eben, wie wie Kreisläufe zu schließen sind, wie man wirklich ein Teil des Ganzen ist.” - Michael Braungart
Als Beispiel für ein Produkt nennt Michael den Holzwerkstoff GCC (German Compact Composite). GCC ist ein Holzwerkstoff, der in der Grundrezeptur bis zu 75 % Naturfasern enthält. Daraus können Terrassendielen, Sichtschutzzäune und Fassadenelemente hergestellt werden. Das gute ist, dass hierzu kein Baum gefällt wird, sondern Späne aus der Hobel- und Sägeindustrie zum Einsatz kommen. Am Ende des Lebenszyklus können die Produkte zurückgegeben und vollständig für die Herstellung neuer Produkte genutzt werden.
“Nehmen wir doch die Marktwirtschaft endlich ernst. Machen wir die Leute nicht ständig zum Eigentümer von Sondermüll, wenn sie doch nur eine bestimmte Dienstleistung brauchen.
- Michael Braungart

Michael schlägt ein Konjunkturprogramm für die Bauindustrie vor. Außerdem würde er Gebäude der 60er und 70er Jahre abreißen lassen, weil die „Sondermüll“ seien, man habe dort “jeden Dreck der Welt“ verbaut. Auf Häuserfassaden in Berlin könnte man heutzutage beispielsweise Algen anbauen, die als Nahrungsmittel wiederum ein effektiverer Nährstofflieferant sind als Mais oder Rindfleisch. „Grüne“ Gebäude könnten weiterhin gut für andere Lebewesen sein und sie fördern - das sei wichtiger, als pauschal „weniger schlecht“ zu sein.
“Also ich brauche eine Kultur der Großzügigkeit, nicht des Schuldmanagements. Kein Vermeiden, Sparen, Verzichten, reduzieren. Ein Kirschbaum im Frühling vermeidet auch nicht, der spart nicht, er ist nützlich.”
- Michael Braungart

Matthias sieht die größten Herausforderungen und Chancen für die Bauindustrie und Nachhaltigkeit in der Produktivitätssteigerung durch Vorproduktion. Um junge Leute für die Bauindustrie zu gewinnen, muss die Attraktivität der Branche zunehmen - und mehr Miteinander gelebt werden.
In jungen Jahren begann Matthias Jacob, Architektur und Bauingenieurwesen zu studieren, um sich schließlich doch auf letzteres zu konzentrieren. Er setzte dabei Schwerpunkte in den Bereichen Baubetrieb und Bauwirtschaft. Aktuell leitet Matthias seit 2019 als Deutschlandchef von Raunheim aus die Geschicke der Deutschland-Sparte des Schweizer Bau- und Immobilienunternehmens Implenia.
Vorher führt er 6 Jahre lang die Geschäfte des mittelständischen Familienunternehmens WOLFF & MÜLLER, davor war er lange für Bilfinger Hochbau tätig, welches 2017 von Implenia übernommen wurde. Im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. ist Matthias als Präsidiumsmitglied gleichzeitig Vizepräsident für Hochbau und vertritt die Interessen der Branche.
Die verschiedenen Divisionen von Implenia beschäftigen sich mit der Projektentwicklung, dem Hochbau, dem Civil Engineering und Spezialgebieten wie Fassadentechnik, Holzbau oder Baulogistik. In Deutschland ist Matthias operativ für den Hochbau zuständig. In diesem Bereich, in dem er die meiste Zeit seiner Karriere arbeitete, liegt auch seine Leidenschaft.
Dass Innovation im Bau mit den Baustoffen beginnt, ist für Matthias offensichtlich. Als größte Aufgabe sieht er aktuell die Herausforderung der Baubranche, Zement und Beton nicht nur als schlechte, klimaschädliche Baustoffe zu verteufeln, sondern gleichzeitig auch Innovationen zu entwickeln und umzusetzen, um Baustoffe zu verbessern. Der nachhaltigen und natürlichen Ressource Holz - so begrüßenswert ihre Verwendung ist - sind durch die reine Beschaffenheit Grenzen gesetzt. Obwohl es für viele Bauwerke Beispiele aus Holz gibt, wie zum Beispiel auch für Brücken, sind der Anwendung im Tunnel- oder Straßenbau sowie im Hochbau durch die Statik irgendwann Grenzen gesetzt.

Einen massiven Aufholbedarf sieht Matthias auch auf den Baustellen selbst, auf denen nach wie vor mehr vorproduzierte Elemente eingesetzt werden könnten. Beim seriellen oder modularen Bauen kann bereits die Nachhaltigkeit und die Rückbaubarkeit im Sinne des Recyclings mitgedacht werden. Matthias sieht es als kritisch an, dass das gängige Verkleben von Komponenten und Bauteilen letztendlich Abfallprodukte schafft, die auch zum Schluss niemandem mehr zur Verfügung stehen. Das einzuschränken und zu verhindern, wird eine Herausforderung.
“Ich finde es total spannend, obwohl ich jetzt schon ein paar Jahre auf dem Buckel habe und auch ein paar Berufsjahre, habe ich schon viel erlebt. Diese Diskussion wäre vor 20 Jahren, 15 Jahren absurd gewesen. Da hätte man gesagt: ‘Komm, hör auf zu spinnen, wir bauen so, wie wir immer gebaut haben’. Und die Situation ist jetzt eine völlig andere. Und es sind viele Firmen auch bereit, neu zu denken.”
- Matthias Jacob
Für wirklich zirkuläres Bauen ist geltendes Recht und Gesetz in Deutschland aktuell sehr restriktiv. Ausgebaute Produkte, wie beispielsweise Fenster, gelten automatisch als Abfall und können nicht ohne weiteres in anderen Projekten wiederverwendet werden. Der Eintritt in den zirkulären Kreislauf bleibt zurückgebauten Baumaterialien somit erst einmal verwehrt - wenn die ursprüngliche Montage überhaupt einen schadenfreien Rückbau ermöglicht.
Die Gesetzgebung auf EU-Ebene und in Deutschland müsste hier für mehr Rechtssicherheit sorgen, damit sich zirkuläres Bauen wirklich als Nachhaltigkeitsfaktor etablieren kann. Solche Positionen kann Matthias beispielsweise aus dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie heraus vertreten, der sich bemüht, auf Politiker zuzugehen und Branchenpositionen zu kommunizieren. Der jährliche Tag der Bauindustrie, der dieses Jahr am 05. Juni stattfand, war so eine Gelegenheit.
Für Matthias stehen Gesellschaft und Industrie aktuell vor noch nie dagewesenen Herausforderungen. Ein enormer Druck in der Wohnungsfrage, eine marode Infrastruktur, ungeklärte Fragen wie beispielsweise die der Zuwanderung, bei denen die Gesellschaft nicht im Einklang ist, ein Auseinanderdriften von Bevölkerungsgruppen in Folge der Krisenjahre der Corona-Pandemie - an gesellschaftlichen Mammutaufgaben mangelt es wirklich nicht.
Ein Quell nicht enden wollender Kopfschmerzen ist für die Bauindustrie sicher der Föderalismus, der 16 Bundesländer und Landesbauordnungen garantiert. Doch auch die Bewältigung der Klimakrise und das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen erfordern ein konstruktives Miteinander, welches von und durch Innovationen geprägt sein muss.
“Es gibt ja so einen Spruch: Wenn sich nichts ändert, dann ändert sich alles. Und das wird sich dramatisch ändern, mit unserer Umwelt. Das ist deswegen eine so große Herausforderung!”
- Matthias Jacob

Für Matthias ist der Dialog aber immer wichtig, Fingerpointing empfindet er als hinderlich. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie stellte im letzten Jahr beispielsweise ein Impulspapier vor, in dem ein CO₂-Schattenpreismodell in der Bauwirtschaft erforscht wurde. Beim Schattenpreis spielt die Bewertung des CO₂-Fußabdrucks eine Rolle. Der Gesamtpreis für Bauprojekte ist damit anders, berücksichtigt aber dafür den Einfluss von CO₂ als Klimaschädling.
Jetzt wünscht sich Matthias den Mut, dass man in Pilotprojekten Ausschreibungen startet, die dieses Modell auch anwenden. Wenn ihr mehr zu dem Schattenpreismodell erfahren möchtet, könnt ihr in unsere Podcastfolge zu dem Thema reinhören!
Trotz der Gegenwartsprobleme blickt Matthias zuversichtlich in die Zukunft und liefert einen spannenden Einblick in seine Erfahrung, die Mittelstand, Konzern und politische Verbandsarbeit vereint.
Für Matthias sind die drei brennendsten Themen der Gegenwart und der Zukunft im Bauen die Akzeptanz des CO₂-Fußabdrucks als Vergabe- und Baukriterium, das Thema des seriellen Bauens und das Vermeiden von Verschwendungen.

Frizzi Kirchhof von CWS und Stefan Schwan von ENGIE sprechen mit Prof. Markus Thomzik und Michél-Philipp Maruhn in einem FM-Spezial über das Thema Energie in der FM-Branche, schlaue Lösungen, schlauere Produkte und geben einen Ausblick in die Zukunft, in dem FM als ganzheitliches Konzept schon beim Bauen bedacht werden könnte.
Diese aktuelle DIGITALWERK-Podcastfolge ist Teil 1 einer Spezialreihe zum Thema Facility Management. Zusammen mit FM-Initiative DIE MÖGLICHMACHER und der gefma – Deutscher Verband für Facility Management - wollen wir in 5 Folgen mit jeweils 2 Gästen die wichtigsten Herausforderungen besprechen, vor denen Facility Management aktuell steht. Den Auftakt macht heute die erste Folge zum Thema Energie.
Als Wirtschaftszweig ist Facility Management eine wahre Größe in Deutschland: 2022 betrug die Bruttowertschöpfung 152 Milliarden Euro. FM gehört damit knapp hinter der Automobilbranche und noch vor dem Maschinenbau zu den Top 6 der deutschen Wirtschaftszweige. Auch für den Energiesektor ist die Gebäudewirtschaft extrem wichtig. Die dena errechnete 2020, dass 35 % des Endenergieverbauchs in Deutschland in der Gebäudewirtschaft anfielen und so 190 Millionen Tonnen CO2 verursacht wurden.
Logischerweise ist das Nachhaltigkeitspotenzial im FM enorm, die Möglichkeiten beim Energiesparen riesig und die Chancen effizienterer FM-Bewirtschaftung durch Digitalisierung gegeben.

Frizzi Kirchhof ist Interim Chief Commercial Officer bei CWS Hygiene und vertritt eine Firma, die den allermeisten Arbeitnehmern bekannt sein dürfte. In Waschräumen öffentlicher Gebäude und Büros, in Schulen und Kulturorten prangen die drei roten CWS-Buchstaben auf Seifenspendern und Stoffhandtuchspendern und begleiten uns in unserem Alltag.
Das Baumwollhandtuch ist dabei CWS-Kernprodukt und Paradebeispiel für nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Die benutzte Baumwollhandtuchrolle wird gereinigt und kommt anschließend wieder zum Einsatz - bis zu 100 Mal kann dieser Prozess durchgeführt werden. Es entsteht außerdem kein Abfall wie bei Papierhandtüchern. Der Unterschied beim Energiesparen ist hier also sehr groß. Das simple Baumwollhandtuch beschäftigt so Facilitymanager, Lieferfahrer und Mitarbeitende in den Wäschereien, die alle dazu beitragen, eine funktionierende Infrastruktur für die Wiederverwendung sicherzustellen.
Bei CWS hat man sogar den 4 R’s der Nachhaltigkeit noch ein unternehmenseigenes, fünftes R implementiert. Neben dem Reuse von Baumwollhandtüchern, die beispielsweise schlussendlich zu Putzlappen zurechtgeschnitten werden können, achtet man bei der Energiegewinnung in Wäschereien darauf, die hohen Energiebedarfe bei der Wassererhitzung auch aus nachhaltigen Stromquellen zu erzeugen - Reduce. Kaputte Produkte werden repariert, ausgesonderte Produkte können je nach Materialart wieder eingeschmolzen und recycelt werden. Als fünftes R hat sich CWS das Refurbishing auf die Fahnen geschrieben: ein zwanzig Jahre alter Spender mit Kratzern kann beispielsweise für eine Second Hand-Produktlinie aufbereitet und preisgünstiger erworben werden.
Stefan Schwan, Geschäftsbereichsleiter Energy & Facility Solutions bei ENGIE Deutschland, sieht weiteres Potenzial im nachhaltigen Gebäudebetrieb unter anderem bei einem Wandel vom simplen Energie-Consumer zum Prosumer. Darunter versteht sich die Praxis, lokal selbst erzeugten Strom aus regenerativen Energien auch direkt vor Ort abzunehmen - als Consumer und Producer in einem. Der Verzicht auf lange Transportwege kann hierbei den Übertragungsverlust verringern.
Auch smarte Digitalisierungslösungen werden ihren Anteil an einer nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung haben. Waschmaschinen können beispielsweise so vorprogrammiert werden, dass sie sich dann einschalten, wenn ein Maximum an Sonneneinstrahlung ausreichen oder sogar zu viel Strom produziert.

Für Stefan Schwan spielt die Vielzahl an Daten, die heutzutage zur Verfügung stehen, eine große Rolle beim vorausschauenden Planen auf der energiewirtschaftlichen Seite. Anstehende Energieverbräuche lassen sich durch den geschickten Einsatz von digitalen Lösungen, KI und Verbraucherdaten bestimmen.
“Also die Frage ist, wie viel Energie werde ich morgen verbrauchen? Das kann man berechnen, das kann man über eine KI bestimmen, das kann man über Verbraucherverhalten voraussehen.”
- Stefan Schwan
Zusätzlich können Daten auch dort helfen, wo Fachkräfte fehlen. Eine datengestützte Arbeitsplanung kann dabei helfen, auch mit wenig Fachkräften effizienter zu sein. Eine Anfahrt, die nicht stattfindet, weil kein Reinigungsbedarf besteht, spart am Ende des Tages reine Energie. Schwan ist sicher, dass diese Lösungsmuster auf die FM-Branche zukommen werden. Er stellt aber auch fest, dass es in der breiten Öffentlichkeit nach wie vor kein Bewusstsein für die Thematik des Facility Managements gibt, und die FM-Branche im Wettbewerb um den Nachwuchs auch gegen öffentlichkeitswirksam starke Player wie die Automobilbranche antritt.
“Deutschland ist gebaut,” stellt Stefan Schwan fest und meint, dass die FM-Branche sich nicht nur um neue, durchdigitalisierte Gebäude kümmert, sondern auch um Bestandsgebäude, die nachträglich mit Haustechnik und Sensorik ausgestattet werden müssen. Auch wäre es gewinnbringend, die FM-Branche bereits in Planung und Bau stärker einzubinden. Es herrscht laut Schwan nach wie vor ein eklatanter Schnitt zwischen Bauen und Betreiben, auch sei der Bauprozess mit BIM teurer und aktuell noch selten.
Häufig sind Gebäudedaten bei Übergabe des Gebäudes auf dem Anfangsstand der Planung, ein FM-Betreiber muss zum Beginn der Gebäudebewirtschaftung also mühsam alle Daten neu aufnehmen, um festzustellen: Was für ein Gebäude wird betreut, mit welchen Einrichtungen und Anlagen? Nur eine exakte Bestandsaufnahme kann eine energiesparende und effiziente Gebäudebewirtschaftung garantieren.
Deutlich wurde, dass die Facility Management-Branche vor einer Mammutaufgabe steht. Sie war bislang, ist aktuell und wird auch in Zukunft ein bedeutender Player sein, wenn es darum geht, als Gesellschaft nachhaltiger zu werden und Klimaziele zu erreichen. Dass Stadien, Flughäfen und Krankenhäuser nur funktionieren, weil im Hintergrund ein gut geschmiertes Uhrwerk aus Menschen läuft, die aktiv FM betreiben, ist nach wie vor eine Tatsache, die zu wenigen Menschen in der Gesellschaft bewusst wird.
Prof. Markus Thomzik fasst die Folge treffend zusammen:
“Ohne FM wird es keine Nachhaltigkeit geben.”
- Markus Thomzik

Dirk Rehaag erzählt im DIGITALWERK Podcast, wie er zur LIST Gruppe kam, welche Vorteile der Mittelstand im Vergleich mit großen Konzernen bietet, und welche Wichtigkeit der Wandel und das Investment in die Ressource Mensch besitzt.
Dirk Rehaag, Vorstandsvorsitzender der LIST Gruppe, ist studierter Bauingenieur. Bereits in der Jugend verdiente er sich auf Baustellen etwas dazu, im Studium verdiente er dort “gutes Geld”, wie er im Podcast verrät. Deshalb weiß Dirk, was die körperliche Arbeit auf dem Bau bedeutet - und hat großen Respekt vor denen, die sie leisten.
In seiner beruflichen Laufbahn lernte Dirk auch börsennotierte Konzern wie die HOCHTIEF AG aus Essen kennen. Der Unterschied zum Mittelstand ist groß: aufwändigere Prozesse, aber auch mehr Möglichkeiten und finanzielle Spielräume.
Bei der LIST Gruppe, die sich als klassischer Generalunternehmer versteht, arbeiten mehr als 600 Menschen in verschiedenen Gesellschaften. Sie übernehmen dabei die Projektentwicklung, die Planung und auch Umsetzung von eigenen Immobilienprojekten oder für Dritte. Eine Gesellschaft beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Nachhaltigkeit und dem Zauberwörtchen ESG. Der größte Geschäftsbereich ist jedoch das klassische Bauen, der 80 % des Gesamtumsatzes ausmacht.
Projekte der LIST Gruppe umfassen Industrie- und Logistikimmobilien, den Wohnungsbau sowie die Fertigstellung schlüsselfertiger Hochbauten. Auf Spezialimmobilien wie Krankenhäuser oder Leuchtturmprojekte verzichtet die LIST Gruppe.
“Wir gucken, dass wir Produkte, Projekte für unsere Kunden planen und realisieren, wo wir einfach Erfahrung mitbringen, wo wir auch möglichst viel Know-how aus der ganzen Gruppe einbringen können.”
- Dirk Rehaag
Er war in seinem Berufsleben mit dem Bau der Hamburger Elbphilharmonie befasst und weiß heute, dass eine solche Risikostruktur nicht zur LIST Gruppe passen würde. Stattdessen konzentriert man sich auf Projekte, für die man erfahren ist, und bei denen die Umsetzung vom internen Know-how aller Gesellschaften der Unternehmensgruppe profitiert.

Wenn Dirk auf seine 30-jährige Erfahrung in der Baubranche zurückblickt, sieht er eigentlich keinen Grund, das Wort ‘Krise’ in den Mund zu nehmen. In den ersten 20 Jahren seines Berufslebens war der heutige Zustand laut Dirk Normalität. Die Geschwindigkeit des aktuellen Wandels hat ihn und viele andere Branchenprofis überrascht.
Für die LIST Gruppe und ihre Gesellschaften bedeutet das folgendes: die ständige und konstante Anpassung der Arbeitsweisen aller Beteiligten, das wirtschaftliche Denken und Arbeiten zählt wieder mehr. Was nicht heißt, dass die LIST Gruppe unwirtschaftlich arbeitete. Stattdessen fielen kleine Fehler früher nicht so schwer ins Gewicht wie heute, sodass man sich solche auch schlicht leisten konnte. Eine exakte Planung und Durchführung durch genaues Hinschauen kann Fehler aber nach wie vor vermeiden.
Die aktuellen Herausforderungen bedeuten für die LIST Gruppe auch eine längere und gründlichere Prüfung des Eintritts und der Erschließung neuer Märkte und Assetklassen. Man nimmt sich im Vorfeld mehr Zeit, die Entscheidungsprozesse sind länger. Kleine Teams konsultieren vor Projekteintritten auch externe Beteiligte, um sich ein möglichst breites Bild der Rahmenbedingungen zu schaffen. Kommt man nach Abschluss aller Prüfungen zu einer positiven Einschätzung, gibt es grünes Licht.
Dass sich die LIST Gruppe nur in Deutschland betätigt, ist für Dirk kein Nachteil. Er glaubt nicht, dass man sich als Generalunternehmer in der Baubranche um Nachfrage sorgen müsste. Neben Wohnungs- und Industriebau bieten auch die öffentliche Hand sowie bestehende Gebäudebestände genügend Arbeit.
Dass der Wohnungsbau hart getroffen wurde, kann Dirk auch für die LIST Gruppe bestätigen. In eigenen Planungsgesellschaften, die für Dritte tätig waren, kam es zu kurzfristigen Projektstopps via E-Mail:
“Wir haben auch für Wohnungsinvestoren gearbeitet, also für Dritte. Und da wurden Projekte wirklich von heute auf morgen gestoppt. Da kommt eine E-Mail: Tut mir leid, aber wir müssen die Arbeiten einstellen.”
- Dirk Rehaag
Was jetzt folgt, ist ein stärkerer Wettbewerb, für den sich die LIST Gruppe aber gut vorbereitet sieht. Daraus ergibt sich für Dirk auch die Aufforderung und der Ansporn, als Unternehmen wieder innovativer zu sein. Das umschließt Dialoge mit allen Partnern und Projektbeteiligten vor der Fragestellung: Wie kann man wirtschaftlicher agieren?
“Es ist herausfordernd, aber das sind die Zeiten ja immer. Sollten sie immer sein.”
- Dirk Rehaag
Die breite Aufstellung der verschiedenen Gesellschaften in der LIST Gruppe lassen Dirk aber zuversichtlich, selbstbewusst und realistisch in die Zukunft blicken. Dass die großen Umsatzsprünge der letzten Jahre nicht so weitergehen, weiß auch die LIST Gruppe. Den Ertrag erachtet man aber als mindestens genauso wichtige Kenngröße. Das letzte Jahr nutzte man für den Ausbau der gruppeneigenen Planungskompetenzen, um sich für die Zukunft fit zu machen.
Für Dirk war der Mittelstand schon immer auch innovativ - wenngleich nicht unbedingt in der ersten Reihe. Auch produziert man weniger bis keine Schlagzeilen im Vergleich zu marktführenden Konzernen. Dennoch investiert die LIST Gruppe laut Dirk sehr viel in ihre Mitarbeitenden.
Bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder rekrutierte man konkret kompetente Menschen mit den entsprechenden Erfahrungen, die bei der Erschließung neuer Märkte ihr Know-how anwenden konnten. Man entwickelte eigene Arbeitsmittel wie Softwaretools, die beispielsweise eine modellbasierte Ökobilanz erstellt. Auch in den Aufbau von Datenbanken zur Gebäude- und Bestandsbewertung wurde Geld investiert.
Für die LIST Gruppe sieht Dirk in den nächsten Jahren “wahnsinnig viel Arbeit”. Die Politik müsste gleichzeitig in die Hochbau-Infrastruktur investieren, und nicht nur in Straßen und Brücken. Ein Mangel an qualifizierten Fachkräften und Arbeitern erfordert gleichzeitig eine Neubetrachtung der 'Ressource Mensch’ im Bau: Wie sind die Kapazitäten? Wie wird man produktiver, wie verbessert man eingespielte Prozesse? Auch mehr Vorfertigung und Standardisierung sieht Dirk in der Zukunft auf die Branche zukommen.


Dr. Sebastian Reddemann erzählt im DIGITALWERK Podcast, warum die gesamte Baubranche ohne Versicherungen lahmgelegt wäre und unter welchen Bedingungen selbst ein Spezialversicherer wie die VHV Bauchschmerzen bekommt.
Eigentlich wollte Dr. Sebastian Reddemann niemals einen Fuß in die Versicherungsbranche setzen. Eigentlich. Heute ist er Vorstand Komposit bei der VHV Gruppe, einem der größten deutschen Unternehmen für Versicherungen, Vorsorge und Vermögen. Zuvor war er mehrere Jahre bei der VHV als Abteilungsleiter für den Bereich Kraftfahrt und Gewerbe verantwortlich.
Dr. Sebastian Reddemann ist von Hause aus Mathematiker, Physiker und promovierter Wirtschaftswissenschaftler. Als Kind konnte er beobachten wie sein Vater als Generalagent Versicherungen verkaufte. „Klinken putzen“ – etwas, das er sich nicht vorstellen konnte. Doch seine Einstellung gegenüber Versicherungen hat sich geändert.
In Bezug auf Ihr Image fristet die Versicherungsbranche noch immer ein Schattendasein. Versicherungsbedingungen seien häufig unverständlich, die Abwicklung eines Schadenfalles umständlich und Versicherungsvertreter seien nicht am Kunden interessiert, sondern am Verkauf. Doch ohne Versicherungen gibt es auch keinen Fortschritt. Versicherungen sind die Rückendeckung für das Risiko.
Dr. Sebastian Reddemann erkannte dieses Potenzial und die Macht, die von Versicherungen ausgeht. Erst durch sie werden Dinge überhaupt erst möglich. So würde niemand einen Kredit für ein Haus aufnehmen ohne dieses Haus abzusichern. Sollte das Haus durch einen Brand zerstört werden, bliebe der Kredit übrig, nicht aber das Haus. Dieses Prinzip gilt auch für gewerbliche Projekte: Kein Investor würde Geld zur Verfügung stellen, keine Bank einen Kredit bewilligen, wenn das Projekt nicht „versichert“ wäre.
Die VHV wurde als Verein gegründet – als Haftpflicht-Versicherungsanstalt der Hannoverschen Baugewerks-und Berufsgenossenschaft - und blickt auf ein inzwischen mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Noch heute ist die Konzernmuttergesellschaft, die VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung, ein Verein. Diese Strukturen ermöglichen, dass das Geld im Unternehmen verbleibt: Gewinne aus „guten Zeiten“ werden in „schlechten Zeiten“, in denen horrende Versicherungsschäden auftreten, genutzt.
2023 lag der Umsatz der VHV Gruppe bei fast vier Milliarden Euro. Am Ende stand in der Bilanz ein Gewinn von 214,5 Millionen Euro. Das Unternehmen ist eine der führenden Versicherungen in Bezug auf private und gewerbliche Baurisiken, gilt als europäischer Bauspezialversicherer. Rund 75 Prozent der gewerblichen Kunden kommen aus dem Bausektor.
Denn: Bauen birgt Risiken. Und diese versteht die VHV laut dem Komposit -Vorstand Dr. Reddemann besser als andere. Gemeint sind Schadens-Wahrscheinlichkeiten und entstehende Schadenshöhen. Die Einschätzung, die oftmals auf Erfahrungswerte beruht, ermöglicht, faire Prämien an die Versicherungsnehmer zu realisieren. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Je wahrscheinlicher ein Schaden ist und je höher der Schaden sein könnte, desto teurer wird die Versicherungsprämie.
Bauen ist Bestandteil der VHV-DNA, neben der KfZ-Versicherung eines der Kerngeschäfte. So war die VHV beispielswiese als Versicherer am Bau der Elbphilharmonie in Hamburg beteiligt. Dort waren es vor allem die kleinen Dingen, die aufliefen: Zahlreiche wellenförmige sonderangefertigte Scheiben gingen beim Bau kaputt. Die Kosten pro Scheibe waren so hoch, dass irgendwann alle Scheiben demontiert und separat gelagert wurden. So konnten zunächst andere Gewerke arbeiten, bevor die Scheiben wieder verbaut wurden.
Pro Jahr geht eine mittlere sechsstellige Zahl an Schadensmeldungen allein im Bau-Segmentbei der VHV ein. Um die Schäden bewerten zu können, hat der Versicherer den VHV Bauschadenbericht ins Leben gerufen. Ein unabhängiges Institut für Bauforschung analysiert darin bestimmte Schadensbilder. Der Bericht fasst zusammen, wie häufig Dinge statistisch passieren und wird einmal im Jahr an die Bauwirtschaft ausgehändigt – als Wissenstransferleistung.
VHV versichert sowohl planende als auch ausführende Akteure. Regelmäßige Formate zu haben, die einen branchenweiten Austausch ermöglichen, gewinnt im Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Während der Corona-Pandemie hat sich ein digitaler Bautag etabliert, beidem namhafte Referenten über aktuelle Probleme und Themen in der Bauwirtschaft sprechen.
Es gibt kaum eine Sparte, für die es bei der VHV keine Versicherungslösung gibt.
„Wir versichern ungern Sägewerke. Holzstaub in der Luft, ein Funke dazu, das ist ein explosives Gemisch. Dort brennt sehr viel, sehr schnell. Das Gleiche gilt für Recyclingunternehmen, wo Gase entstehen. Das Risiko ist hoch. Der Schaden groß. Das ist dann oft sehr teuer.“
- Dr. Sebastian Reddemann
Die Kosten für die Versicherung sind für die betroffenen Unternehmen entsprechend hoch und teilweise an Bedingungen gekoppelt, um Schäden und vor allem Personenschäden von vornherein möglichst auszuschließen. In besonderen Fällen wird auch ein Besuch auf der Baustelle fällig, um vor Ort aus Versicherersicht unkompliziert vermeidbare Risiken zu identifizieren und sicherzustellen, ob beispielsweise der Arbeitsschutz eingehalten wird.
Dr. Sebastian Reddemann weiß: Niemand hat ein Interesse daran, dass ein Schaden passiert. Für den Versicherer liegen die finanziellen Nachteile auf der Hand. Für den Bauunternehmer hat ein Schaden häufig Konsequenzen auf den Bauablauf und damit einhergehend auch auf die Projektkosten. Wenn ein Schaden passiert, steht die Baustelle zunächst still und die Suche nach dem Schuldigen beginnt. Dieser Prozess ist häufig an Gerichtsverfahren gekoppelt. Deshalb gäbe es die Möglichkeit, komplette Projekte abzusichern, also alle Planer, Subplaner und Ausführenden. Dann sei irrelevant, wer im Schadensfall schuld war.
Häufig entstehen Probleme dort, wo kommunikative Defizite bestehen, insbesondere zwischen einzelnen Gewerken oder zwischen Handwerkern und privaten Bauherren. In diesem Zusammenhang unterstützt die VHV die Plattform „Hand schafft Wert“. Dahinter steckt eine Initiative, die sich für mehr Wertschöpfung und Wertschätzung im Handwerk einsetzt.
Ein Beispiel: Ein privater Bauherr modernisiert sein Badezimmer und beauftragt hierfür einen Handwerker. Die sanitären Anlagenbeschafft der Bauherr eigenständig. Für den Handwerker bedeutet dies, dass dessen Mischkalkulation nicht funktioniert und wer übernimmt eigentlich die Gewährleistung und die Haftung, wenn beim Einbau etwas missglückt? VHV hat eine Lösung entwickelt, damit die Handwerker am Ende nicht befürchten müssen, an den Pranger gestellt zu werden. Wenn etwas schiefläuft, tritt die Versicherung ein.
Neben der Präventionsarbeit und der aktiven Vernetzung verschiedener Akteure über diverse Kommunikationswege, liegt ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt der Versicherungsbranche in der Digitalisierung.
„Das Thema Datenverfügbarkeit ist einfach momentan noch kein gutes. Wir haben Hostsysteme, die sind 40 bis 50 Jahre alt. Die Leute, die diese Programmiersprache noch beherrschen, gehen mittlerweile in Rente. Daten verfügbar zu machen, ist eine große Hürde. Nichtsdestotrotz ist es uns ein Herzensanliegen.“
- Dr. Sebastian Reddemann
Dr. Sebastian Reddemann sieht große Potenziale, Erkenntnisse aus dem eigenen Datenschatz mittels KI gewinnen zu können. Gleichzeitig setzt er auf intelligente Tools als Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen im Service. Bevor ein Kunde zu einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin durchgestellt wird, fragt eine KI in der Warteschleife bereits einzelne Punkte ab, sodass der Beratungsprozess letztlich treffsicher und zügig vonstattengeht.
In der VHV Gruppe arbeiten mehr als 4.000 Menschen. 2023 bestanden im Unternehmen 12,8 Millionen Verträge. Täglich gehen unzählige Anrufe im Unternehmen ein – nicht nur wegen Schadensmeldungen, sondern auch wegen Vertragsangelegenheiten wie die Änderung einer Bankverbindung. Komplexe Beratungen müssen weiter durch das Team realisiert werden, aber eine IBAN-Änderung könnte laut Reddemann ohne Probleme automatisiert geschehen. Hier wird perspektivisch auch die Nutzung der Unternehmens-App wichtiger werden.
Das Versicherungs-Geschäftsmodell steht grundsätzlich auf robusten Beinen. Innovationen werden vor allem dann nötig, wenn neue Risiken entstehen. Während vor 20 Jahren noch niemand über das Thema Cyberrisiko gesprochen hat, entscheiden sich heute immer mehr Unternehmen für eine Cyberversicherung, um sich finanziell gegen Cyberangriffe zu schützen. Auch für Bauunternehmen sei das Thema relevant.
„Wenn auf einmal die gesamte Materialdisposition still liegt, die Rechnungen nicht mehr gezahlt werden, hat das eine sehr reale Auswirkung auf die Baustelle. Wenn so etwas passiert, ist man blank.“
Im Privatkundenbereich zählt sich die VHV zum mittleren Segment, mit dem Schwerpunkt auf KfZ. Doch in der Baubranche stehen sie auf dem Siegertreppchen. VHV hält allein einen Anteil von zirka 30 Prozent bei den Planern in Deutschland. Es gäbe Einzelkunden, die siebenstellige Prämien für ihre Projektezahlen. Dieses Kerngeschäft soll weiter im Fokus stehen. Das perspektivische Ziel der VHV: Bauprojekte von vorne bis hinten umfassend als Generalversicherer zu begleiten.
· Warum Sebastian niemals bei einer Versicherung arbeiten wollte (00:02:57)
· Weshalb die Fenster der Elphilharmonie für Kopfzerbrechen sorgten (00:09:50)
· Warum die VHV ungerne Sägewerke versichert(00:16:46)
· Was Qualität mit Kommunikation zu tun hat(00:21:44)
· Wie innovativ die Versicherungsbranche wirklich ist (00:35:52)

Lukas Heise erzählt im DIGITALWERK Podcast, wie er mit der Fischbach Gruppe „Hannibal II“ bändigen will und warum der Weg zur Klimaneutralität nur gelingt, wenn die Politik UND die Handwerksbranche aus ihrer Komfortzone herauskommen.
Zwei Freunde, die sich vom Eishockey kennen, treffen über Nacht die Entscheidung, zusammen ein Business zu übernehmen. Ein Business, das das Potenzial hat, die gesamte Baubranche auf den Kopf zu stellen. Lukas Heise und Danny Fischbach übernahmen 2008 die damalige Klaus Fischbach GmbH und stellten das Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte um: Aus einem Zehn-Mann-Betrieb wurde ein 500-Mann-Unternehmen, verteilt auf verschiedene Handwerksbereiche, aus einem Jahresumsatz von knapp 750.000 Euro zuletzt 150 Millionen Euro und aus der Klaus Fischbach GmbH die Fischbach Gruppe, eine der führenden und innovativstem Spezialisten im Baugewerbe.
Lukas Heise war gerade einmal 23 Jahre alt als die Gesellschaft übernahm. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er in einer WG mit Danny und das Leben der beiden drehte sich um Eishockey. „Das ist inzwischen 20 Kilo her. Aber ohne den Sport, wäre ich nicht da, wo ich bin.“ Heute lebt Lukas nicht mehr für den Sport, auch wenn der Teamgeist, die Ausdauer und der Fleiß ihn und seine Entscheidungen geprägt haben. Die Leidenschaft für Eishockey und die eigene persönliche Profisport-Geschichte haben zumindest dafür gesorgt, dass es im Unternehmen nicht nur ein Gym, sondern auch eine eigene Eishockeymannschaft gibt. Lukas Heise lebt für die Fischbach Gruppe – damals wie heute. Inzwischen ist er 38 Jahre alt und blickt auf mehr als 15 spannende Jahre zurück.
Die Fischbach Gruppe setzt ihren Schwerpunkt auf Modernisierungs- und Sanierungsprojekte der Wohnungswirtschaft und bündelt die hierfür benötigten Kompetenzen. Das Konzept folgt einem Baukastenprinzip: innerhalb der gesamten Firmengruppe gibt es Profitcenter für jedes Einzelgewerk – vom Gerüstbauer bis zum Elektriker. Wie Puzzleteile greifen die Gewerke ineinander, sodass der gesamte Modernisierungs- bzw. Sanierungsprozess durch die Fischbach Gruppe abgewickelt werden kann. Alles aus einer Hand.
„Alle Firmen, die heute für Fischbach tätig sind, haben wir von null auf selber aufgebaut. Das war uns sehr wichtig, um die Fischbach-DNA zu implementieren. 2022/23 haben wir uns aufgrund des Fachkräftemangels auch um Zukäufe von Handwerksunternehmen gekümmert, was wir weiterhin tun. “
- Lukas Heise, Fischbach Gruppe
Eines der Leuchtturmprojekte, die die Fischbach Gruppe derzeit in Kooperation mit Vivawest umsetzt, ist „Bergmannsgrün“ in Dortmund. Dort entsteht ein zukunftsgerechtes Modellquartier im Zusammenhang mit der Internationalen Gartenausstellung im Jahr 2027. Bestandsimmobilien von Vivawest werden durch energetische Modernisierungsmaßnahmen sowie Dachaufstockungen zukunftsfähig gestaltet.
Bauen im Bestand ist eine Kernkompetenz der Fischbach Gruppe. Der Sanierungsstau ist vielerorts enorm und das Thema Bestandssanierung rückt zunehmend in den Fokus der breiten Öffentlichkeit, insbesondere deshalb, weil deutschlandweit derzeit rund 800.000 Wohnungen fehlen. Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, damit die benötigten Wohnungen gebaut werden können, sagt Lukas Heise und betont im DIGITALWERK Podcast gleichermaßen:
„Wir müssen uns auch selber an die Nase fassen. Das Handwerk muss sich weiterentwickeln. Es wird schwer unter den üblichen Voraussetzungen und Doings im Jahr 2045 auch nur annähernd CO2-neutral zu sein. Es ist notwendig, dass die Wohnungswirtschaft, dass das Handwerk oder das Bauwesen und die Politik an einem Strang ziehen und auch sich Sachen trauen.“
- Lukas Heise, Fischbachgruppe
Nur wer mutig ist und die eigene Komfortzone verlässt, kann neue Wege gehen. Auch das hat Lukas Heise aus seinen Erfahrungen im Profisport gelernt. In Bezug auf die Wohnungswirtschaft beginnt dies beim ganzheitlichen Denken – nicht in Einzelmaßnahmen, sondern in Quartieren und Siedlungen. Da bislang zu wenige Unternehmen in der Lage sind, solche Großprojekte umzusetzen, sind künftig Kooperationen wichtig. Nur so können Kompetenzen gebündelt werden und Synergien entstehen. Und nur auf diese Weise kann jeder (s)einen Beitrag zur Klimaneutralität leisten.
Lukas Heise verdeutlicht das Prinzip an einem Beispiel: Um den Wohnungsbestand vollständig dekarbonisieren zu können, müssen gewisse Standards definiert werden, ein wiederkehrendes Modell, eine wiederkehrende Strategie, um am Ende PS auf die Straße zu bekommen. Nur wer nachhaltig denkt, hat auch gegenüber den finanzierenden Banken, Chancen Kredite zu guten Konditionen zu bekommen. Das typische Auftragnehmer-Auftraggeber-Verhalten, das oftmals gelebt wird, gehört in die Geschichte, die Begegnung auf Augenhöhe, das gemeinsame Planen und Realisieren, hingegen ins Hier und Jetzt.
„Am Ende des Tages müssen wir es schaffen, durch Digitalisierung, durch veränderte Prozesse, veränderte Denkweisen, in ein skalierbares Modell zu kommen, um es zu schaffen, 2045 unsere Bestände in die Richtung CO2-Neutralität zu bringen.“
- Lukas Heise, Fischbachgruppe
2022 war Lukas Heise schon einmal Gast im DIGITALWERK Podcast und sprach von den Herausforderungen als All in One Dienstleister in der Wohnungswirtschaft. Er sprach von Ressourcenknappheit, Prozessoptimierung und dem Aufbau einer eigenen Software, die Bauabläufe vollständig digitalisiert. Ohne Innovationen keinen Fortschritt.
Am Markt etabliert sich derzeit ein neues Kundenklientel, deren Geschäftsmodell darin besteht, Bestände in Energieeffizienzklasse G und H aufzukaufen und diese grün zu transformieren. Lukas Heise sieht in diesem Geschäftsmodell großes Potenzial - auch für die Fischbach Gruppe, die in der Lage ist, den Prozess begleitend von A bis Z zu realisieren. Ein Großprojekt, in dem das der Fall ist, ist die vollständige Modernisierung des Wohnkomplexes „Hannibal II“ in Dortmund.
Die Eigentümerin hatte 2021 die leerstehende Immobilie mit dem Ziel einer nachhaltigen energetischen Sanierung gekauft und die Fischbach Gruppe als Generalunternehmer beauftragt. Bis Ende 2025 sollen dort 412 Wohneinheiten saniert werden. Das Gebäude stand dann mehr als acht Jahre leer. Derzeit gibt es in der Bundesrepublik kein vergleichbares Einzelprojekt in dieser Größenordnung. Rund 85 Prozent der für Revitalisierung von „Haniball II“ notwendigen Dienstleistungen kann die Fischbach Gruppe in Eigenleistung abbilden. Für die restlichen 15 Prozent werden Subunternehmer gebunden. Das Projekt ist Prestige, die Champions League der Sanierung, die Königsdisziplin – auch gegenüber ausländischen Investoren.
„Wenn wir gezeigt haben, dass wir ein Projekt in dieser Größenordnung mit all seinen Herausforderungen in der kurzen Zeit von zwei Jahren realisiert haben und daraus die nötigen Erkenntnisse gewinnen konnten, haben wir eine gute Benchmark, um das zu duplizieren.“
- Lukas Heise, Fischbach Gruppe
Um die Bauzeit einhalten zu können, nutzt die Fischbach Gruppe serielle Elemente, beispielsweise für die Strangsanierung in dem Gebäude. Insgesamt ist das Projekt in vier Bauabschnitte eingeteilt. Lukas Heise setzt auf die Kompetenzen seines Teams, auf die Expertise in allen Bereichen, auf das Können jedes Einzelnen. Angst zu scheitern, hat er keine. Angst gehört nicht ins Business.
Als der Anruf kam, dass Danny und Lukas die Firma von Dannys Vater von jetzt auf gleich übernehmen sollen, hat dieser Umstand das Leben der beiden komplett auf den Kopf gestellt. Dannys Vater war ins Krankenhaus gekommen und ins Koma gefallen. Er hat überlebt, sitzt jedoch im Rollstuhl und hat sich seit dem Vorfall vollständig aus dem Geschäft zurückgezogen.
Danny und Lukas haben direkt performt. Von Sekunde eins an. Und das ohne fachspezifische Ausbildung oder ein Studium. Am Anfang bestand die Prämisse der beiden darin, die Firma mit den zehn Mitarbeitern irgendwie am Leben zu halten. Lukas hat nebenbei weiter professionell Eishockey gespielt, um sich selbst finanzieren zu können.
Nach zwei Jahren zahlten sich die Freunde ihren ersten eigenen Lohn aus: 1.800 Euro brutto. Das Geschäft lief gut und die beiden jungen Männer richteten die Firma auf Wachstum aus. Dabei mussten beide Opfer bringen, diszipliniert und besessen sein, scheitern – und wieder aufstehen, die Krone richten, wie Lukas selber sagt. Er habe vor allem privat zurückgesteckt, habe darauf verzichtet, eine eigene Familie zu gründen. „Aber vielleicht kommt das ja noch“, sagt er. Und bis dahin setzt er seinen Fokus weiter auf Projekte wie „Hannibal II“.

Katrin Habenschaden, Leiterin für Nachhaltigkeit und Umwelt bei der Deutschen Bahn, über die ehrgeizigen Klimaziele des Unternehmens. Wie kann die Deutsche Bahn bis 2040 klimaneutral werden? Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt und was ist noch zu erwarten?
Katrin Habenschaden, ehemalige zweite Bürgermeisterin von München, bezeichnet sich selbst als Naturtante. Schon ihr ganzes Leben lang beschäftigt sie das Thema Umweltschutz. Nach einer politischen Karriere strebt sie nun nach mehr Wirksamkeit und ist als Leiterin für Nachhaltigkeit und Umwelt zur Deutschen Bahn gewechselt. Bereits als zweite Bürgermeisterin beschäftigte Sie sich mit Themen der Nachhaltigkeit, vor allem die Mobilität war schon damals ihr Steckenpferd.
In ihrer jetzigen Position bei der Deutschen Bahn schätzt sie vor allem den großen Hebel, den die Position im Konzern mit sich bringet, um wirklich etwas bewegen zu können. Und das ist mit ihrer Arbeit bei so einem großen Unternehmen definitiv möglich. Über 330.000 Menschen arbeiten weltweit für die Deutsche Bahn. Insgesamt machte der Konzern im Jahr 2023 rund 45 Milliarden Euro Umsatz.
Die Konzernstrategie der Deutschen Bahn „Starke Schiene“ hat einen großen Nachhaltigkeitsbezug. Diese Strategie beinhaltet, dass das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachtet und alle Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökologie, Ökonomie und Soziales) in sämtliche Überlegungen miteinbezogen werden. Das bedeutet konkret, dass neben der Reduktion von CO2 Emissionen beispielsweise auch das Thema Ressourcenschutz betrachtet wird. Da die Deutsche Bahn viele Ressourcen verbraucht, kommt ihr eine besondere Verantwortung zu Teil.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Deutsche Bahn der größte Stromabnehmer der Bundesrepublik ist?
Aber auch der Lärmschutz und der Erhalt von Arten oder die Flächengestaltung des Landes zählen zur Strategie.
Die Deutsche Bahn ist vor allem bekannt für den Nah- und Fernverkehr - aber auch für den Transport von Gütern. Außerdem setzt das Unternehmen gerade auf viele unterschiedlichen Maßnahmen, um auch die letzte Meile bis zur Haustür nachhaltig zu gestalten. Darunter fallen regionale Busse mit Elektroantrieb, Fahrräder, autonome Antriebe und On Demand-Verkehr.
Die Deutsche Bahn hat sich hohe Ziele gesteckt. Eines ist beispielsweise die Klimaneutralität bis 2040. Dieses große Ziel steht über allem und gliedert sich dann auf die einzelnen Geschäftszweige, in die einzelnen Abteilungen und findet sich auch in den Zielen der Führungskräfte wieder. Man könnte also sagen, dass sich die Deutsche Bahn den ganz klassischen Methoden der OKR-Methode bedient.
Die Umweltmarke der Deutschen Bahn heißt „Das ist grün“. Darin enthalten sind über 150 Maßnahmen, die umgesetzt werden. Teil dieses Maßnahmenpakets ist auch, dass Mitmachen gewollt und geschätzt wird. Dies führt dazu, dass sich Mitarbeitende auf allen Ebenen in allen Abteilungen für die Nachhaltigkeitsziele einsetzen und eigene Ideen miteinbringen können.
Da die Deutsche Bahn so ein riesiger Konzern ist, haben auch kleine Ideen oft sehr große Hebel. So sorgte die Idee einer Kollegin aus einem Werk dafür, dass in den Zügen des Regional- und im Fernverkehrs mikroplastikfreie Seife zum Einsatz kommt. Der Gedanke mag dem ersten Anschein nach vielleicht banal klingen, wenn man allerdings bedenkt, dass in diesen Zügen ungefähr 132.000 Liter Seife jährlich verbraucht wird, ist schnell klar, welche Auswirkungen auch kleinere Maßnahmen haben können.
Katrin Habenschadens Team arbeitet eng mit dem Vorstandsbereich Technik zusammen, damit nachhaltige Technologien entwickelt werden. Ebenso arbeitet die Deutsche Bahn partnerschaftlich mit dem Bund, der Gesellschaft, Start Ups und Forschungseinrichtungen, um das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben.
Leider, so Katrin Habenschaden, spürt man aktuell ein Abflachen der Bewusstseinskurve in der Gesellschaft und der Lobbyarbeit für Nachhaltigkeit. Dies liegt einerseits daran, dass in jüngster Vergangenheit viele andere unvorhersehbare Ereignisse in der Gesellschaft für Aufmerksamkeit gesorgt haben.
Die Deutsche Bahn merkt jedoch wie sich klimatische Extremereignisse häufen und immer heftiger werden. Schließlich sind sie aufgrund von entstehenden Schäden oft direkt betroffen.
„Ich finde, es ist die Aufgabe unserer Generation, dem menschengemachten Klimawandel etwas entgegenzusetzen.“
Katrin Habenschaden
Es ist wichtig, sich auch international mit anderen Bahnunternehmen auszutauschen und die best practices anderer Länder zu adaptieren. So ist Belgien beispielsweise deutlich weiter, als Deutschland was die Entwicklung und den Einsatz von CO2 reduziertem Beton für die Schwellen der Schienenfixierung angeht.
Da die Deutsche Bahn neben der Bereitstellung von Infrastruktur viele Immobilien im Bestand hält, ist deren Sanierung und Modernisierung Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns. Wenn die Maßnahmen der Wärmewende ergriffen werden, arbeiten die unterschiedlichen Abteilungen zusammen.
In Zukunft wird auch weiter das Thema Klimaneutralität bei der Deutschen Bahn hohe Priorität haben. So stehen dabei die Themen Elektrifizierung, Wärmewende und der Einsatz alternativer Kraftstoffe und Antriebe im Fokus. Aber natürlich auch Themen wie die Förderung von Biodiversität werden bedacht.
„Wie wir der Klimakrise begegnen werden, […] wird definieren, wie wir leben, aber wie wir der Artenkrise und dem Artensterben begegnen und wie wir das eindämmen können, wird definieren, ob wir leben.“
Katrin Habenschaden
Wenn man wirklich etwas bewegen möchte, dann empfiehlt Katrin Habenschaden sich einen Job zu suchen, bei dem man im Bereich der Nachhaltigkeit tätig sein kann. Sie ist überzeugt, dass viele Jobs in Zukunft entstehen werden bei denen sich Purpose und Zukunftsfähigkeit perfekt vereinbaren lassen.
Auch wenn man häufig mit viel Leidenschaft und Hartnäckigkeit dabei sein muss, am Ende lohnt es sich, sich für das Klima und die Umwelt einzusetzen, weil man seinen Kindern und Enkelkindern eine lebensfähige Zukunft hinterlässt.
Die Themen des DW Podcast mit Katrin Habenschaden im Überblick:
In dieser Podcast Folge beleuchten wir gemeinsam mit Susanne Tattersall die Entwicklungen in der Immobilienbranche: Von Nachhaltigkeit über Digitalisierung hin zu Marktveränderungen und Nachfolgeregelung.
Susanne Tattersall ist schon lange Immobilienbranche. Ihre berufliche Laufbahn hat sie jedoch branchenfremd als Fremdsprachenkorrespondentin gestartet. Es folgte eine Anstellung bei einer Brauerei, bevor es sie schließlich in die Immobilienbranche verschlug. Eine Freundin war damals auf der Suche nach fähigen Leuten, um mit fremdsprachigen Immobilieninvestoren korrespondieren zu können.
Ins Unternehmertum hat sich Susanne Tattersall selbst hineingearbeitet. 1994 startete sie bei einer Eigenbestandsimmobilienverwaltung, direkt als Geschäftsführerin. Ein Großteil des Eigenbestandes wurde allerdings drei Jahre nach Gründung verkauft und so war wenig übrig, das es zu managen galt.
Mutig und beherzt entschied sie damals kurzerhand, die Gesellschaft zusammen mit Ihrem Mann Christian Lorenz zu kaufen und sie in eine Fremdbestandsverwaltung umzuwandeln. Eine Entscheidung, die den Lebensinhalt und Lebensmittelpunkt der beiden bestimmen sollte. Wer sich nun Gedanken über das damit verbundene existenzielle Risiko des Scheiterns der beiden Gedanken macht, ist damit ziemlich allein, denn über solche Themen haben die beiden nie nachgedacht.
In den 90er Jahren, dem absoluten Hoch der Immobilienbranche in Berlin, war das unternehmerische Risiko sicherlich auch überschaubarer als zu anderen Zeiten. Die Preise waren im Vergleich zu anderen Hauptstädten gering, Berlin ein lebendiges und aufstrebendes Zentrum für Menschen unterschiedlichster Art - ein super interessantes Pflaster für Immobilieninvestoren.
Unternehmertum bedeutet für Susanne Tattersall ganz viel Mut, Leichtigkeit, Verantwortung, Energie, Leidenschaft und Kreativität.
Das Thema Familie nimmt bei ihr einen hohen Stellenwert ein. Neben dem gemeinsamen Unternehmen haben Susanne und ihr Mann zwei Kinder, was schnell zu sehr herausfordernden Situationen führte.
Da für beide das halbherzige Führen eines Unternehmens nicht in Frage kam, entschieden sie sich 2004, dass einer den Fokus auf die Familie, einer den Fokus auf das Unternehmen legen sollte. Und anders als im klassischen Rollenbild entschied sich das Paar pragmatisch, dass der Mann zu Hause für die Kinder sorgen sollte.
Heute sind die beiden Kinder 19 und 22 Jahre alt, da kommt die Fragestellung der Nachfolge früher oder später auf den Tisch. In der Familie wurde das Thema lange als Chance behandelt, weniger als Zwang. Die beiden Kinder sollten sich möglichst ohne Druck eigene Karriere- und Lebenswege aufbauen können. Trotzdem haben sich beide, zur Freude der Eltern, für die Studiengänge Architektur und Facility Management entschieden. Seit dem wird aktiv über die Nachfolgegesprochen.
Insgesamt beschäftigt Susanne Tattersall 300 Menschen in zwei Gesellschaften. Die Tattersall Lorenz Immobilienverwaltung und -management GmbH kümmert sich vor allem um die Verwaltung von Gewerbeimmobilien wie Hotel-, Büro-und Einzelhandelsflächen.
Weil die bestehenden Kunden mehr und mehr Wohnimmobilien zur Verwaltung bei Tattersall Lorenz anfragten, hat Susanne zusätzlich vor vier Jahren die talyo. property services gegründet. Bei dieser steht das Management von Wohnimmobilien im Fokus. Da die Verwaltung von Wohnimmobilien jedoch ganz andere Schwerpunkte erfordert, als die Verwaltung von Gewerbeimmobilien, findet diese ganz bewusst in einer anderen Gesellschaft statt.
Beide Unternehmen beschäftigen sich kurz gesagt mit der kaufmännischen und technischen Verwaltung von Immobilien für institutionelle Investoren oder Famliy Offices. Das bedeutet konkret, der Kontakt zum Mieter, die Kontrolle der Bewirtschaftung der Häuser (vor allem die technischen Anlagen und Infrastruktur) und der Papierkram werden von Tattersall Lorenz übernommen. Die Unternehmensgruppe agiert mittlerweile deutschlandweit an acht Standorten.
Die Immobilienbrache hat sich im Laufe der Jahre ziemlich gewandet, so Susanne Tattersall. Früher war der Immobilienverwalter die rechte und linke Hand des Eigentümers. Heute ist die Branche deutlich fragmentierter, heute gibt es Propertymanager, Assetmanager, Portfoliomanager, Fondmanager und den Facilitymanager. Internationalisierung und Globalisierung haben Einzug gehalten. Das Thema Daten und dementsprechende Reportings haben an Bedeutung gewonnen und spielen heute eine entscheidende, manchmal vielleicht zu große Rolle. Die Mieter oder die Objekte sind, laut Susanne Tattersall, in letzter Zeit leider bei vielen Eigentümern in den Hintergrund gerückt.
„Man muss schon immer wieder deutlich machen, wofür Immobilienmanagement eigentlich da sein soll: […] Die Mieter glücklich zumachen. Das ist unsere Kernaufgabe!“
- Susanne Tattersall
In der Immobilienwirtschaft nervt das Thema Susanne Tattersall vor allen, weil bisher viel zu wenig umgesetzt wurde. Getrieben wird die Immobilienbranche vor allem durch die Finanzbranche und europäische Vorgaben. Was man aber nicht vergessen darf, ist, dass die Branche eine extrem hohe Verantwortung hat, der sie sich im Moment nicht richtig bewusst ist, so Susanne.
„Alles, was aktuell gemacht wird, geschieht aus dem Antrieb heraus, dass wir unsere Immobilien nicht mehr finanziert bekommen […] und nicht aus dem Antrieb: Wir müssen hier alle für eine bessere Welt sorgen, in der auch die nächsten Generationen leben können!“
- Susanne Tattersall
Wie häufig hält sich die deutsche Immobilienbranche mit Reportings, Daten und theoretischen Maßnahmen auf, anstatt tatsächlich in die Umsetzung derer zu kommen.
In der Immobilienbranche können und werden die Nutzer in Zukunft, laut Susanne Tattersall, mehr Anforderungen an die Eigentürmer stellen. Bereits heute lässt sich beobachten, dass Konzerne nicht in Gebäude ziehen, die über keine Nachhaltigkeitszertifizierungen verfügen.
Viele mittelständische Bestandshalter stehen aktuell vor dem Problem Sanierungsmaßnahmen nicht finanzieren zu können. Dies liegt vor allem an einer kurzfristigen Investitionsstrategie. Der Immobilienmarkt war in den letzten zehn Jahren vor allem vom Transaktionsgeschäft geprägt, weniger von langfristigen Investitionsgedanken. Investitionen waren nicht nötig, da Immobilien von allein an Wert gewonnen haben. Je nach Assetklasse hat sich dies nun allerdings gewandelt. Hier sind Rückgänge von zehn bis zwanzig Prozent zu beobachten gewesen, diese gilt es in den nächsten Jahren wieder aufzuholen. Die Verantwortung in eine Immobilie zu investieren, liegt immer beim Eigentümer.
„Letztlich ist eine Immobilie nicht nur zum Transaktionsgedanken da. Sie muss auch gepflegt werden und den entsprechenden Veränderungen in der Welt standhalten können.“
- Susanne Tattersall
„Im Wohnungsbau ist die Regulatorik, zu stark, als dass sich der Markt noch entwickeln kann“, sagt Susanne Tattersall. Und das betrifft uns alle. Dadurch, dass zu wenig gebaut wird, kann man sich als Normalverdiener kaum eine eigene Wohnung leisten kann. Das Angebot ist hier einfach zu gering.
Gerade in der Immobilienwirtschaft ist es wichtig, dass die Gebäudedaten sichtbar werden. Um dies zu ermöglichen, ist die Digitalisierung ein entscheidendes Vehikel. Nur so können Nachhaltigkeitsziele erreicht werden. Leider ist die Frage nach der Verantwortung der Erhebung aktuell noch ungeklärt. Deshalb wird der Prozess häufig nicht umgesetzt.
Susanne Tattersall schlägt eine Art digitale Geburtsurkunde für Gebäude vor, in welcher sämtliche Daten gespeichert werden und für die unterschiedlichen Stakeholder abrufbar sind. Vor allem die Daten der Vergangenheit werden Tattersall Lorenz bei der Übernahme eines Gebäudes in Papierform übergeben.
(00:00:00) Um was geht es in der Podcastfolge?
(00:02:37) Susannes Weg in die Immobilienbranche
(00:04:43) Was machen Tattersall Lorenz und talyo.
(00:12:03) Die Immobilienbranche früher und heute
(00:21:11) Warum nervt das Thema Nachhaltigkeit jeden in der Immobranche?
(00:36:05) Unternehmensnachfolge bei Tattersall Lorenz

In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit CEO Heimo Scheuch von wienerberger, einem modernen Giganten der Bauindustrie. Erfahrt, wie das Unternehmen Innovationen vorantreibt, nachhaltige Lösungen entwickelt und sein Portfolio erweitert.
Inmitten der majestätischen Kulisse von Wien, der kulturellen Schatzkammer Europas, trifft Michél auf Heimo Scheuch, den CEO von wienerberger.
Wienerberger, ein Gigant in der Baubranche gibt sich modern und dynamisch. „Wir sind fast wie ein Start-up“, scherzt Heimo Scheuch, während er von den innovativen Entwicklungen bei wienerberger erzählt.
In Europa und Nordamerika aktiv, mit kleinen Ablegern in Indien und der Türkei, hat wienerberger längst die Grenzen seines klassischen Ziegelgeschäfts überschritten. Sie bauen nicht nur Häuser, sondern gestalten moderne, energieeffiziente Wohnräume, erklärt Heimo Scheuch. Mit einem breiten Portfolio, das von Ziegeln bis hin zu Rohren reicht, ist wienerberger nicht nur ein Zulieferer, sondern ein Lösungsanbieter für die gesamte Baubranche. Warum diese Vielfalt?
"Wir wollen kein Zulieferant von einem Produkt, sondern System- und Lösungslieferant sein (...) Beim ganzen Thema Errichtung eines Hauses, denkst du ja nicht nur über die Wand nach, sondern über das ganze Thema Energieversorgung und Wasserversorgung."
– Heimo Scheuch
Respekt, Vertrauen und Leidenschaft – das sind die Grundpfeiler, auf denen wienerberger aufbaut. “Es ist eine Wertesache“, erklärt Heimo Scheuch. Durch Initiativen wie das Vorschlagswesen haben Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen und aktiv mitzugestalten. Sie nehmen jeden Vorschlag ernst, so Heimo Scheuch. Denn oft sind es gerade die kleinen Ideen, die große Veränderungen bewirken können.
Auch in der globalen Zusammenarbeit gibt es Unterschiede. Kulturelle Unterschiede und historische Hintergründe spielen eine Rolle, aber letztendlich ist es die Leidenschaft und Neugier der Mitarbeiter:innen, die Innovation vorantreiben.
Ein paar Podcastfolgen zuvor, sprach Michél mit Dr. Andreas Nauerz, CTO von Bosch Digital über Künstliche Intelligenz. Dabei ging es um einen Mangel an digitalem Wissen und Innovationshunger. Doch für Heimo Scheuch geht es noch weiter – es mangelt an der Bereitschaft zu Neuem.
"Es fehlt uns der Wille zu Neuem. Wir Europäer sind sehr gesettelt. Wir leben gerne und Work-Life-Balance spielt eine große Rolle. Das ist auch ein kleiner Vorwurf, den ich der jungen Generation mache, dass man sagt: 'Hey, alles easy, alles cool.'"
– Heimo Scheuch
Aber wir brauchen den Willen zur Veränderung, den Mut, neue Wege zu gehen, erklärt Heimo Scheuch weiter. Und dabei muss man ein Team um sich haben, das diese Vision nicht nur teilt, sondern auch umsetzt. Er vergleicht die Notwendigkeit zur Veränderung mit dem Sport – ohne den Willen zum Sieg und täglichem Training gewinnt man nicht.
Doch hat die junge Generation diese Mentalität bereits verinnerlicht oder müssen sie es erst wieder lernen? „Es ist ein Wiederlernen“, ist Heimo Scheuch überzeugt. Weiter erklärt, er, dass unser Bildungssystem überdacht werden muss. Außerdem müssten wir mehr in die Ausbildung investieren, um den Fachkräftemangel und mangelnde Innovation zu bekämpfen.
Heimo Scheuchs persönliche Reise über 25 Jahren bei wienerberger, spiegelt diese Erkenntnis wider. Als er die Verantwortung übernahm, erwartete er schnelle Veränderungen. Doch der Transformationsprozess war langwieriger als gedacht.
“Ein Güterzug, wenn ich das so sagen darf, der fährt ja langsamer und den musst du bis zum letzten Waggon wieder mitnehmen und nicht nur mit einem Waggon vorne fahren (...) Wenn du ihn einmal zum Rollen bringst [dann rollt er auch]."
– Heimo Scheuch
Wienerberger setzt auf klare Werte und ein starkes, regionales Management. Lokale Führungskräfte haben die Freiheit, das Geschäft vor Ort zu führen und sind dabei an klare Ziele gebunden, die nicht nur finanzieller Natur sind, sondern auch ESG-Ziele umfassen.
Durch Automatisierung und Digitalisierung hat wienerberger bereits große Fortschritte gemacht. 90 % des Geschäftsvolumens läuft digital ab. Doch Heimo Scheuch weiß, dass der Mensch weiterhin eine entscheidende Rolle spielt. Es kommt auf die richtige Balance zwischen Innovation, Digitalisierung und menschlichem Engagement an, erklärt er.
In einer Welt, in der Entscheidungsträger:innen immer mehr Einfluss auf die Wertschöpfungskette haben, ist der Dialog zwischen Unternehmen und Kund:innen entscheidend. Ein Bauherr, ob privat oder gewerblich, hat heute eine klare Vorstellung davon, was er will, sagt Heimo Scheuch. Die Bereitschaft, diesen Dialog zu führen und innovative Lösungen anzubieten, ist wichtig.
So bleibt Heimo Scheuch bei wienerberger nicht nur ein Visionär, sondern auch ein Praktiker.
In einem Unternehmen wie wienerberger, das letztes Jahr bereits 4,2 Milliarden Euro erwirtschaftete und dieses Jahr auf fünf Milliarden zusteuert, stellt sich die Frage, wie ein solches Wachstum möglich ist. Heimo Scheuch erklärt, dass das Wachstum sowohl organisch als auch durch Akquisitionen erfolgt.
Organisches Wachstum bedeutet die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen. Wienerberger investiert in innovative Technologien und verbesserte Prozesse, um effizienter zu produzieren und Kundenbedürfnisse besser zu erfüllen. Doch auch Akquisitionen spielen eine entscheidende Rolle. Heimo Scheuch verweist auf eine kürzlich getätigte Akquisition im Dachbereich, bei der ein französisch-deutsches Unternehmen mit 28 Standorten übernommen wurde. Diese Unternehmen werden in wienerbergers Plattform integriert, um das Produktportfolio zu erweitern und neue Märkte zu erschließen.
Doch Akquisitionen erfordern auch finanzielle Mittel. Wienerberger ist am Finanzmarkt aktiv und erwirtschaftet Cashflow, um diese strategischen Übernahmen zu finanzieren. Der ganzheitliche Ansatz von wienerberger, der über traditionelle Baustoffe hinausgeht, umfasst Innovationen in verschiedenen Bereichen wie Elektrorohre, vorgefertigte Kits für den Hausbau und Sensortechnik.
Wird es zukünftige Akquisitionen bei wienerberger geben? Laut Heimo Scheuch wird wienerberger im Kerngeschäft bleiben: Neubau, Infrastruktur und Renovierung. Besonders der nordamerikanische Markt, der bereits knapp eine Milliarde Euro Umsatz generiert, wird weiter ausgebaut, um ein ausgewogenes regionales Portfolio zu erreichen. Heimo Scheuch sieht die Zukunft von wienerberger in der Integration von innovativen Technologien und nachhaltigen Baustoffen, um das Baugewerbe effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten.
In Bezug auf Innovationen betrachtet wienerberger das Dach als Teil des Gesamtkonzepts und nutzt es in vielfältiger Weise, beispielsweise zur Energiegewinnung und Wassersammlung. Trotz des traditionellen Charakters des amerikanischen Marktes setzt wienerberger weiterhin auf innovative Lösungen, um die Bedürfnisse der Kund:innen zu erfüllen und die Bauindustrie voranzutreiben.
Nachhaltiges Bauen und eine effiziente Nutzung von Ressourcen ist für wienerberger ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur, die über 200 Jahre Bestand hat. Nachhaltiges Handeln bedeutet für Heimo Scheuch einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen, Menschen und Investitionen, sowohl finanziell als auch industriell.
Er fordert eine Überprüfung des Konsumverhaltens und kritisiert den ineffizienten Bau von Infrastrukturen wie Einkaufszentren, die oft ungenutzt bleiben und viel Platz beanspruchen. Für die Zukunft von wienerberger bedeutet dies, sich auf die effiziente Nutzung von Ressourcen und die Schaffung nachhaltigerer Lebensräume zu konzentrieren.
In Bezug auf die Baubranche spricht Heimo Scheuch über das oft negative Image der Industrie und betont, dass industrielle Tätigkeiten nicht grundsätzlich schlecht sind. Er fordert eine umfassende Aufklärung, um das Verständnis für die Bedeutung der Industrie und deren Beitrag zum Wohlstand zu fördern.
“Industrielles Tun ist nichts Schlechtes. Wertschöpfung, Wohlstand kommt ja von dem. Wo soll es denn sonst herkommen?”
– Heimo Scheuch
Ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit sind die Materialwahl und die Langlebigkeit der Produkte. Laut Heimo Scheuch ist es notwendig, nachhaltige Materialien zu verwenden und Produkte herzustellen, die über einen längeren Zeitraum halten. Recycling und Wiederverwendung sind ebenfalls zentrale Elemente nachhaltigen Bauens.
In Bezug auf die politische Landschaft und die Investitionen in die Infrastruktur zeigt sich Heimo Scheuch kritisch gegenüber kurzfristigem Denken und fordert eine stärkere Einbindung privater Investitionen. Er betont die Notwendigkeit einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der Politik und der Industrie, um die Herausforderungen im Bauwesen anzugehen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
Heimo Scheuch sieht die Zukunft der Bauindustrie sowohl im Ausbau nachhaltiger Bauprojekte als auch in der verstärkten Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Er fordert eine Neuausrichtung der politischen Prioritäten hin zu langfristigen Investitionen und nachhaltigen Entwicklungsstrategien.
Abschließend zeigt sich Heimo Scheuch optimistisch für die Zukunft von wienerberger und der Bauindustrie insgesamt. Er sieht das Potenzial für weiteres Wachstum und die Bereitschaft von wienerberger, eine führende Rolle in der Gestaltung einer nachhaltigen Bauindustrie zu übernehmen.

In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Tim Lorenz, Geschäftsführer von VINCI Deutschland und VINCI Construction GmbH über die Zukunft der Bauindustrie. Von der Bedeutung von Innovationen und Nachhaltigkeit bis hin zur Förderung von Diversity: Erfahrt wie die Branche sich auf Herausforderungen vorbereitet und Chancen nutzt, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.
Tim Lorenz, dessen Familiengeschichte eng mit dem Bauwesen verbunden ist, hat eine reiche Erfahrung auf Baustellen gesammelt, lange bevor er die Leitung als Geschäftsführer von VINCI Deutschland und VINCI Construction GmbH übernahm. Seine Reise begann mit einer Ausbildung, die ihm nicht nur die Grundlagen des Baus vermittelte, sondern ihn auch prägte und bis heute begleitet.
“Ich glaube, es ist wichtig, dass man so ein paar Grundsätze mitbekommt, wie eine Baustelle funktioniert und ich glaube, das, was ich in der Lehre mitbekommen habe, das ist schlussendlich, was mich heute begleitet.”
– Tim Lorenz
VINCI, ein internationales Unternehmen mit einem beeindruckenden Leistungsspektrum, ist mehr als nur ein Baukonzern. Mit Hauptsitz in Paris und einem Jahresumsatz von über 65 Milliarden Euro ist es einer der Branchenführer im westlichen Raum. Von Autobahnen bis hin zu Hochhäusern deckt das Unternehmen ein breites Spektrum ab und betreibt auch Konzessionen wie Autobahnen und Flughäfen.
Konzessionen sind spezielle Genehmigungen oder Erlaubnisse, die von Regierungen oder anderen zuständigen Behörden erteilt werden. Sie geben einem Unternehmen das Recht, bestimmte Dienstleistungen anzubieten oder bestimmte Aktivitäten auszuführen, die normalerweise unter staatlicher Kontrolle stehen. Das bedeutet, dass VINCI neben dem Bau von Autobahnen und Hochhäusern auch das Recht hat, bestimmte öffentliche Infrastruktureinrichtungen wie Autobahnen und Flughäfen zu betreiben.
Tim Lorenz erklärt, dass VINCI nicht nur auf externe Partner angewiesen ist, sondern auch eine starke interne Arbeitskraft besitzt, um die Qualität seiner Projekte zu gewährleisten. Dabei spielen die beiden Hauptbereiche, Construction und Energies, eine entscheidende Rolle. Während der Construction-Bereich sich mit horizontalen und vertikalen Infrastrukturprojekten befasst, konzentriert sich der Energiesektor auf alles, was mit Energieflüssen zu tun hat, von Strom bis Gas.
Doch trotz des Erfolgs und der Innovationskraft von VINCI sieht Tim Lorenz auch Herausforderungen am Horizont aufziehen. Die knappen finanziellen Mittel, politische Unsicherheiten und steigende Kosten durch Material- und Rohstoffabhängigkeit bedrohen die Branche. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plädiert Tim Lorenz für einen politischen Diskurs über langfristige Investitionen in die Infrastruktur, um eine resiliente Zukunft zu sichern.
In Anbetracht des rapiden Bevölkerungswachstums und der zunehmenden urbanen Verdichtung ist es von entscheidender Bedeutung, rechtzeitig in den öffentlichen Nahverkehr und die Infrastruktur zu investieren, um den steigenden Mobilitätsbedarf zu decken. Tim Lorenz und sein Team bei VINCI stehen bereit, diese Herausforderungen anzunehmen und die Zukunft des Bauwesens nachhaltig zu gestalten.
Die aktuelle Infrastruktur ist laut Tim Lorenz den wachsenden Anforderungen nicht gewachsen. Es brauche Innovationen und ein Umdenken in der Bauindustrie, um die Herausforderungen zu bewältigen.
Dabei geht es nicht nur um finanzielle Mittel, sondern auch um neue Überlegungen und Konzepte. Die Bauindustrie muss bereit sein, sich anzupassen und zu verändern. Ein Beispiel dafür ist die verstärkte Nutzung intelligenter Systeme zur Bewältigung von Regenereignissen. Statt Regenwasser einfach in Flüsse einzuleiten, sollten unterirdische Speicher genutzt werden, um das Wasser aufzufangen und sukzessive wieder einzuspeisen. Dies reduziert nicht nur Überlastungen der Entwässerungssysteme, sondern trägt auch zur Schonung von Ressourcen bei.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit. Laut Tim Lorenz sollte die Infrastruktur grüner gestaltet und der Grünanteil in Städten erhöht werden. Durch weniger Versiegelung und mehr Flächen zur Versickerung von Regenwasser können Städte lebenswerter und widerstandsfähiger gegen Hitzeentwicklungen werden. Es gibt bereits erfolgreiche Beispiele aus anderen Städten, wie etwa Parks oder Abkühlungsinseln, die mit Bäumen, Wasserflächen und unterirdischen Speichern arbeiten.
Trotz dieser vielversprechenden Ansätze fehlt es oft an Mut, neue Wege zu gehen. Sowohl in der Bauindustrie als auch in der Politik sind Veränderungen und Innovationen dringend erforderlich, um die Infrastruktur zukunftsfähig zu machen. Tim Lorenz ermutigt dazu, mutige Schritte zu setzen und innovative Ideen umzusetzen, um eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.
“Und die Frage ist: Was wollen wir unseren Kindern übergeben? Oder der nachfolgenden Generation? Eine intakte Infrastruktur oder eine Infrastruktur, die also nicht mal den Ansprüchen gerecht wird?”
– Tim Lorenz
Ein zentraler Punkt ist die intensive Arbeit an der Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks, so Tim Lorenz. Bis zum Jahr 2030 strebt das Unternehmen eine Reduzierung um 40 % an, eine ehrgeizige Zielsetzung, die auch eine Veränderung des eigenen Handelns erfordert. Trotz fehlender Anforderungen seitens des Kunden setzt VINCI hier auf Vorreiterrolle und zeigt, dass Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein integraler Bestandteil ihres Handelns sind.
Es geht außerdem die Nutzung von Recyclingmaterialien im Straßenbau sowie die Herausforderungen, die durch bestehende Gesetze und Standards entstehen. Die Notwendigkeit einer Veränderungsbereitschaft in der Branche, um neue Lösungsansätze umsetzen zu können ist laut Tim Lorenz dabei wichtig.
Trotz des Engagements für Innovation und Nachhaltigkeit stehen Unternehmen wie VINCI vor zahlreichen Herausforderungen und Hemmnissen. Bürokratische Hürden, starre Standards und die Angst vor persönlicher Haftung bremsen oft den Fortschritt und die Umsetzung neuer Ideen. Diese Hemmnisse gilt es zu überwinden und die Bereitschaft zur Veränderung auf allen Ebenen zu stärken, so Tim Lorenz.
Er unterstreicht die Bedeutung einer konsequenten Neuausrichtung der Infrastruktur und der Baubranche. Dies erfordert nicht nur Engagement seitens der Unternehmen, sondern auch politische Unterstützung und gesellschaftliche Akzeptanz für Veränderungen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können zukunftsweisende Projekte realisiert und neue Standards gesetzt werden.
Diversity und deren Beitrag zur Innovationsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Branche ist für Tim Lorenz essenziell.
Dabei ist Vielfalt nicht nur in Bezug auf Geschlechtergleichheit, sondern als umfassendes Konzept, das alle Formen von Unterschiedlichkeiten umfasst, gemeint. Es ist nicht nur ein moralisches Anliegen, sondern auch eine strategische Notwendigkeit, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Durch die Integration verschiedener Perspektiven, Fähigkeiten und Erfahrungen können innovative Lösungen entwickelt und die Veränderungsbereitschaft gestärkt werden.
Als Unternehmen setzt sich VINCI aktiv für die Förderung von Diversity ein.
Schließlich ist es unumgänglich, einen Blick in die Zukunft zu werfen. In Deutschland steht die Bauindustrie vor einem bedeutenden Generationswechsel, da die Babyboomer 2019 ihren Höhepunkt erreichten. Dies führt zu einem schrittweisen Rückgang der Arbeitskräfte im Sozialsystem. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist eine jährliche Zuwanderung von etwa 400.000 Arbeitskräften erforderlich, was eine intensive Auseinandersetzung mit Integrations- und Arbeitsmodellen erfordert, so Tim Lorenz. Als VINCI setzen sie sich daher dafür ein, das Bewusstsein für diese Themen zu schärfen, insbesondere bei bestehenden Mitarbeiter:innen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln und zukunftsfähige Arbeitsumgebungen zu schaffen.
Konkrete Maßnahmen zur Förderung von Diversity sind demnach Sensibilisierungsmaßnahmen, der Aufbau von Netzwerken, die Unterstützung bei der Integration neuer Mitarbeiter:innen und die Schaffung von barrierefreien Arbeitsumgebungen. Durch diese Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass das Unternehmen für zukünftige Herausforderungen gut gerüstet ist und von den Vorteilen einer vielfältigen Belegschaft profitiert.
Tim Lorenz sieht drei große Herausforderungen für die Bauindustrie: den Klimawandel, die Digitalisierung und den Generationswechsel. Diese Herausforderungen erfordern eine umfassende Neuausrichtung der Branche, um nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Tim Lorenz betont die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung dieser Herausforderungen und plädiert für eine konsequente Anpassung an die sich verändernden Rahmenbedingungen.
Die Digitalisierung und künstliche Intelligenz spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen. Diese Technologien können dazu beitragen, Wissen zu konservieren, Arbeitsabläufe zu optimieren und Innovationen voranzutreiben. Tim Lorenz erklärt jedoch, dass der menschliche Faktor weiterhin entscheidend bleibt und dass Technologie nur als unterstützendes Werkzeug dienen sollte.
Trotz der vielfältigen Herausforderungen und Veränderungen, denen sich die Bauindustrie gegenübersieht, blickt Tim Lorenz optimistisch in die Zukunft. Er betont die Bedeutung von Anpassungsfähigkeit, Innovation und Zusammenarbeit und zeigt sich zuversichtlich, dass die Branche die bevorstehenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen kann.

Erfahrt in dieser Podcastfolge, wie Fertighäuser zu einer Welt voller Innovationen und Nachhaltigkeit werden. Dr. Manuel Schönwitz, Geschäftsführer von WeberHaus, spricht Klartext über Fertighäuser, ihre Umweltfreundlichkeit, Recycling und die Herausforderungen der Branche.
Wenn man so auf der Autobahn entlang düst, fallen einem ja allerhand Dinge auf – von beeindruckenden Landschaften bis hin zu kleinen Dörfern. Aber was ist mit diesen Häusern am Straßenrand? Dahinter verbergen sich tatsächlich Fertighauswelten, die ganz bewusst dort ausgestellt werden.
Michél-Philipp Maruhn hat sich einen umfassenden Einblick in ein solches Fertighaus geholt. Dazu musste er in keinem physisch vor Ort sein, sondern bekam die wahren Insights von einem, der es wissen muss.
Dr. Manuel Schönwitz, der Geschäftsführer von WeberHaus klärt in dieser Podcastfolge über falsche Vorurteile und echte Fakten von Fertighäusern, insbesondere die von WeberHaus auf. WeberHaus hat bereits über 40.000 Häuser gebaut – eine echte Leistung für das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1960.
Zu Beginn gibt es eine kleine, feine Überraschung für Michél, der wohl ein bisschen in die Schublade der Vorurteile über Fertighäuser abgerutscht war. Sind Fertighäuser nicht billige “Pattex-Buden” aus der Schachtel?
Dr. Manuel Schönwitz klärt ihn darüber auf, dass Fertighäuser heutzutage ganz und gar nicht mehr diese "Pattex Buden" sind, als die sie früher vielleicht verschrien waren. Nein, diese Häuser sind qualitativ hochwertig und haben einiges zu bieten.
Auch interessant: Die Fertighauswelten entlang der Autobahnen kommen nicht von einem Hersteller oder einer Herstellerin, der oder die dort ausstellt. Es handelt sich um eine bunte Mischung verschiedener Unternehmen.
Aber wie steht es um die Umweltfreundlichkeit dieser Häuser? Dr. Manuel Schönwitz erklärt, wie ein Musterhaus nach seiner Präsentation abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut wird. Recycling ist eben auch in der Fertighaus-Branche ein Thema.
Ein Musterhaus wird demnächst abgebaut und sehr wahrscheinlich von einem WeberHaus-Mitarbeiter gekauft.
Aber Dr. Manuel Schönwitz ist ehrlich: Nicht alle Materialien können wiederverwendet werden. Einige landen leider im Container, wie zum Beispiel Estrich. Aber was ist mit den wichtigen Teilen wie den Wand-, Decken- und Dachelementen sowie den Fenstern? Nun, die ziehen komplett mit um! Das klingt doch schon ziemlich nachhaltig.
Die entsprechenden Elemente werden sorgfältig demontiert, auf den Lastwagen verladen und an einem anderen Ort wieder aufgebaut. Wahnsinn, wie ein ganzes Haus so mobil sein kann. Durch dieses Recyclingverfahren wird nicht nur Müll vermieden, sondern auch Ressourcen gespart.
Doch das Gespräch wird ernster, als es um die aktuellen Herausforderungen der Branche geht. Wie wirkt sich der Trend zu weniger Neubauten auf den Markt aus? Dr. Manuel Schönwitz bestätigt, dass die gesamte Branche einen Rückgang der Nachfrage erlebt und es kein Wachstumsmarkt mehr im eigentlichen Sinne ist. Dennoch gibt es immer noch eine große Nachfrage nach Eigenheimen in Deutschland. WeberHaus reagiert darauf mit innovativen Konzepten wie dem Minihaus, das auf die aktuellen Herausforderungen des Marktes zugeschnitten ist.
Interessant ist auch die Produktpalette von WeberHaus. Sie bieten nicht nur Standardhäuser an, sondern auch individuelle Architektenhäuser. Das zeigt, dass sie flexibel auf die Bedürfnisse ihrer Kund:innen eingehen können – egal, ob es um kleine Anpassungen oder komplett maßgeschneiderte Lösungen geht.
Dr. Manuel Schönwitz betont die Bedeutung von Prozess- und Produktinnovationen. Durch verstärkte Automatisierung in der Produktion kann WeberHaus Produktionsprozesse optimieren und beschleunigen, was zu einer Effizienzsteigerung führt. Besonders spannend ist die Integration von Smart Home-Technologien, die neue Geschäftsmodelle ermöglichen und Kund:innen zusätzliche Dienstleistungen bieten können.
Dr. Manuel Schönwitz beleuchtet auch die Möglichkeit, bestimmte Prozesse ins Unternehmen zurückzuholen, um Kernkompetenzen zu stärken. Darüber hinaus plant WeberHaus trotz Brexit-Herausforderungen, in den lukrativen britischen Markt weiter zu expandieren.
Dr. Manuel Schönwitz erläutert den aktuellen Fertigungsprozess und identifiziert Potenziale für weitere Automatisierung. Eine neue Anlage im Stammwerk ermöglicht die vollständig automatisierte Fertigung von Außenwänden, was nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter:innen verbessert. Ergonomie spielt dabei eine wichtige Rolle, da Automatisierung auch die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter:innen fördern kann.
Dr. Manuel Schönwitz war vor seiner Karriere bei WeberHaus über fünf Jahre bei Porsche Consulting tätig. WeberHaus ist ein Familienunternehmen. Wie also kam Dr. Manuel Schönwitz, der weder zur Familie noch damals aktiv zur Branche gehörte, zu seiner Position?
Er erklärt, dass der Bedarf an Führungskräften bei WeberHaus entstanden sei, da der vorherige Geschäftsführer das Unternehmen verlassen habe und keine unmittelbare Familienmitgliedschaft zur Verfügung stand, um die Lücke zu füllen. Er selbst habe bereits eine Vergangenheit im Bereich Fertighausbau, sowohl durch eine Tischlerlehre als auch durch frühere Beratungstätigkeiten für Fertighaushersteller wie WeberHaus. Diese Bekanntheit und seine Erfahrungen aus anderen Bereichen hätten zu seiner Entscheidung beigetragen.
Wie unterscheidet sich die Arbeit in einem Familienunternehmen von Dr. Manuel Schönwitz’ vorherigen Erfahrungen? Kurze Entscheidungswege und finanzielle Unabhängigkeit sind nur zwei der Vorteile, die er nennt.
"Finanzielle Unabhängigkeit ist ein Riesenvorteil. Wir müssen uns nicht dem Druck irgendwelcher Aktionäre oder Geldgeber hingeben, sondern klären das mit der Familie direkt. Das ist der nächste Vorteil. Die Entscheidungswege sind unglaublich kurz."
– Dr. Manuel Schönwitz
Welche Erkenntnisse aus der Automobilindustrie können auf die Fertighaus-Branche übertragen werden? Dr. Manuel Schönwitz betont, dass zwar keine direkte Kopie möglich sei, jedoch viele Konzepte und Prinzipien adaptiert werden könnten.
“Also ich glaube, kopieren geht nicht. Wir haben immer so schön gesagt, du kannst aber kapieren und dann übertragen. Zumindest mal in dem Maße, in dem es auch Sinn macht.”
– Dr. Manuel Schönwitz
Ein wichtiges Beispiel sei der Paradigmenwechsel von einem projektbasierten zu einem produktbasierten Denken, der auch in der Bauindustrie stattfinde. Dies ermögliche einen geordneten Produktentwicklungsprozess und die Schaffung modularer Bauteile für verschiedene Projekte.
Die einzigartige Positionierung eines Fertighausherstellers könne sich sowohl durch Architektur als auch durch den Prozess der Kundeninteraktion abheben. Hierbei sei die Integration digitaler Tools wie Konfiguratoren wichtig, um den Kund:innen ein ganzheitliches Erlebnis zu bieten. Während persönliche Beratung nach wie vor eine Rolle spielt, könnte die Möglichkeit zur digitalen Konfiguration des Hauses die Bedürfnisse einer neuen Generation von Kund:innen ansprechen, die ein nahtloses digitales Erlebnis wünschen.

Ein Haus bauen – das ist für viele eine einmalige Angelegenheit, oder nicht? Wie nutzt WeberHaus das Potenzial seiner Bestandskund:innen, die bereits über 40.000 fertige Häuser repräsentieren?
Dr. Manuel Schönwitz erklärt, dass WeberHaus bereits einige Kund:innen hatte, die mehrmals mit ihnen gebaut haben, was ein positives Zeichen für die Kundenzufriedenheit ist. Er betont jedoch, dass die Mehrheit der Bestandskund:innen nicht erneut kaufen wird. Daher hat WeberHaus das Bestandsgeschäft zu einer strategischen Säule gemacht, um das Potenzial dieser Kund:innen besser zu nutzen.
Ein bedeutender Teil dieser Strategie besteht darin, den Kund:innen zusätzliche Dienstleistungen anzubieten, insbesondere im Bereich der Sanierung und Revitalisierung von Gebäuden. Dr. Manuel Schönwitz erklärt, dass dies bereits Teil des Geschäftsmodells von WeberHaus war, jedoch intensiviert werden kann. Dies beinhaltet Badsanierungen, energetische Sanierungen und andere Renovierungsarbeiten, um die bestehenden Häuser zu verbessern.
WeberHaus verfügt bereits über eine beträchtliche Anzahl von gewerblichen Mitarbeiter:innen. Die Frage liegt nahe, ob die Zukunft des Wachstums darin besteht, Handwerksbetriebe zu kaufen. Dr. Manuel Schönwitz bestätigt, dass WeberHaus bereits drei Handwerksbetriebe erworben hat und plant, dies in Zukunft weiter zu tun, insbesondere in kritischen Gewerken wie Sanitär- und Elektroinstallationen. Durch diese Akquisitionen möchte das Unternehmen seine Kapazitäten für Sanierungsarbeiten erweitern und regionale Netzwerke aufbauen, um schneller auf Kundenanfragen reagieren zu können.
Die Analyse von Kundendaten ermöglicht es WeberHaus, den Zeitpunkt für Renovierungsarbeiten genau abzuschätzen und Kund:innen gezielt anzusprechen. Dr. Manuel Schönwitz betont die Bedeutung dieser Datenbank von über 40.000 Kundenadressen, die als warme Leads betrachtet werden können. Durch gezielte Ansprache und Angebote für Sanierungsdienstleistungen möchte WeberHaus sicherstellen, dass es seine bestehende Kundenbasis effektiv nutzt und die Kundenzufriedenheit über den gesamten Lebenszyklus der Häuser hinweg sicherstellt.
Welche Zukunftspläne hat WeberHaus und wie schätzt das Unternehmen das Marktumfeld ein? Dr. Manuel Schönwitz erklärt, dass er eine Seitwärtsbewegung im Markt sieht und nicht erwartet, dass das Niveau und die Hochzeiten vor ein bis zwei Jahren aus der Vergangenheit erreicht werden.
“Ich glaube, das Einfamilienhaus ist immer noch so ein deutsches Ding und dass es sich nicht komplett wegdiskutieren lässt. Das schafft auch Politik nicht. Aber es wird eine Seitwärtsbewegung geben.”
– Dr. Manuel Schönwitz
Dennoch sieht er keine handfeste Krise. WeberHaus hat nach wie vor Auftragseingänge, wenn auch weniger, so Dr. Manuel Schönwitz. Er betont die Bedeutung strategischer Säulen, um das Geschäft voranzutreiben. Dazu gehören das Kerngeschäft mit Einfamilienhäusern sowie das Engagement im mehrgeschossigen Bauen und im Bestandsgeschäft.
Dr. Manuel Schönwitz erklärt, dass WeberHaus die Potenziale im Bereiche des mehrgeschossigen Bauens sieht, verstärkt in diese Projekte investieren möchte und die Prozesse entsprechend anpasst. Dies umfasst sowohl Reihenhausprojekte als auch Investorenprojekte, die eine andere Herangehensweise erfordern.
Und wie steht es um potenzielle Trends und neue Marktteilnehmer:innen? Dr. Manuel Schönwitz erwähnt das Interesse von Roboterherstellern an der Bauindustrie sowie die Möglichkeit, dass sich verschiedene Märkte überschneiden könnten. Er betont jedoch, dass WeberHaus bislang keine akute Bedrohung, sondern vielmehr Chancen in diesen Entwicklungen sieht, insbesondere im Bereich der energetischen Sanierung und der Nachverdichtung.
Dr. Manuel Schönwitz unterstreicht die Rolle von Holz als einen wichtigen Teil der Lösung in Bezug auf Nachhaltigkeit und betont die Kompetenz von WeberHaus in diesem Bereich.

In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Thorsten Schulte, Geschäftsführer bei Gewobag EB über die Welt des städtischen Wohnungsbaus. Erfahrt mehr über die komplexen Herausforderungen, denen sich Stadtentwickler:innen heute stellen müssen und wie Innovationen den Weg zu nachhaltigem Wohnraum ebnen.
In einer Welt voller urbaner Wirrungen und grüner Oasen, zwischen Betonwüsten und schützenswerter Artenvielfalt, hatte Michél die Möglichkeit mit Thorsten Schulte, Geschäftsführer bei Gewobag EB eine Podcastfolge aufzunehmen. Also lasst euch auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen des städtischen Wohnungsbaus mitnehmen.
Schon von Kindesbeinen an zog es Thorsten Schulte in die Welt des Bauens. Angefangen als Maurer, fand er seinen Weg über das Studium der Architektur schließlich in die Welt der Bauleitung und Projektentwicklung. Eine der größten Herausforderung begann, als er sich den städtischen Wohnungsbaugesellschaften anschloss.
Für Thorsten Schulte und sein Team ist die Errichtung von Wohnraum nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch ein Balanceakt zwischen den Ansprüchen der modernen Stadtentwicklung und den Bedürfnissen der Umwelt. Eine der größten Hürden in den vergangenen Projekten? Die Rotbauchunke.
Diese kleinen Amphibien sorgten für großen Ärger, als sie plötzlich auf Baustellen auftauchten und den Baufortschritt zum Stillstand brachten. Mit aufwendigen Maßnahmen musste ein Miniatur-Naturschutzgebiet geschaffen werden, um den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden – ein Beispiel für die komplexen Herausforderungen, denen sich Stadtentwickler:innen heute stellen müssen.
"(...) Die Politik steht auf der einen Seite da und sagt: 'Wann fangt ihr denn an zu bauen?' Und wir sagen: 'Ihr seid es, die den Artenschutz so ausufern haben lasst (...). Ihr müsst euch entscheiden: Wollt ihr Wohnungen oder Rotbauchunken?'"
– Thorsten Schulte
Doch nicht nur die Natur stellt eine Herausforderung dar. Auch die Bürokratie und die politischen Entscheidungen können den Fortschritt von Bauprojekten erheblich verzögern. Zwischen den Interessen der verschiedenen Bezirke und den Anforderungen des Senats steht Thorsten Schulte oft vor einem schier unüberwindbaren Dilemma. Eine weitere Herausforderung ist die Beschaffung von Ausgleichsgrundstücken für Bauprojekte. Oft gestaltet sich dies schwieriger als gedacht, wie Thorsten Schulte aus eigener Erfahrung berichtet.
In Pankow, einem der Bezirke, mit denen Gewobag EB zusammenarbeitet, werden neue Wege gegangen. Durch offene Kommunikation und frühzeitige Einbindung aller Beteiligten entstehen innovative Lösungen für komplexe Probleme. Doch auch hier gibt es noch viel zu tun, besonders im Bereich der Verkehrserschließung, wo die Infrastruktur oft den Bedürfnissen der wachsenden Stadt hinterherhinkt.
"Dafür kann auch Pankow nichts, sondern das ist ein Berlin-Thema. Das ist nicht wie in Kopenhagen oder in Wien, wo man erst die U-Bahn und Straßenbahn baut (...). Bei uns ist man ganz überrascht: Huch, das Baugebiet ist da, da wohnen jetzt Menschen."
– Thorsten Schulte
Trotz aller Widrigkeiten bleibt Thorsten Schulte optimistisch und voller Tatendrang. Denn am Ende des Tages geht es darum, Wohnraum zu schaffen und die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern – eine Aufgabe, die es wert ist, verfolgt zu werden, auch wenn der Weg manchmal steinig ist.
Und die Fakten sprechen für Optimismus. Immerhin sind 3.500 Wohnungen bereits im Bau, wobei alle Naturschutzthemen und nachbarschaftlichen Aspekte gelöst worden sind.
“Es könnte einfacher sein und es könnte schneller gehen. Aber das sind so die Fakten, die es dann auch gibt.”
– Thorsten Schulte
Eine weitere Herausforderung ist die Frage der Baumaterialien, der jedoch mit innovativen Entwicklungen begegnet werden kann. Während Beton für seine Tragfähigkeit und Stabilität bekannt ist, gewinnt Holz als Baumaterial zunehmend an Bedeutung. Doch die Verwendung von Holz bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich, insbesondere im Hinblick auf Brandschutz und Langlebigkeit.
Aber es sind nicht nur technische Aspekte, die bei der Planung und Umsetzung von Bauprojekten berücksichtigt werden müssen. Die Vielfalt der Mieterklientel stellt eine weitere Herausforderung dar. Von der Kommunikation in mehreren Sprachen bis hin zur Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse und Lebensstile der Mieter:innen – die Wohnungsbaugesellschaften stehen vor der Aufgabe, innovative Lösungen zu finden, um jedem gerecht zu werden.
Ein weiterer Aspekt, den Thorsten Schulte anspricht, ist die Nutzung von Dachflächen für erneuerbare Energien. Durch innovative Modelle des Mieterstroms können Bewohner:innen von den Vorteilen der Solarenergie profitieren, während die Wohnungsbaugesellschaften gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren.
Insgesamt zeigt das Gespräch mit Thorsten Schulte, dass der Wohnungsbau mehr ist als nur das Errichten von Gebäuden. Es ist eine komplexe Aufgabe, die kreative Lösungen erfordert, um den steigenden Bedarf an Wohnraum zu decken und gleichzeitig die Bedürfnisse der Mieter:innen zu erfüllen. Mit einem Mix aus Tradition und Innovation streben Unternehmen wie Gewobag EB danach, Wohnraum zu schaffen, der nicht nur funktional ist, sondern auch ein Zuhause für Menschen aller Lebenssituationen bietet.
Link zur Studie:
https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/bbsr-online/2016/bbsr-online-08-2016.html

Frank Steffens, CEO der Brüninghoff Group, erzählt im DIGITALWERK Podcast, wie die Unternehmensgruppe mit rund 700 Mitarbeitenden tickt, warum sie jetzt vermehrt Mittfünfziger einstellen und welche positiven Auswirkungen es hat, ein Unternehmen divers aufzustellen.
Die Familie Brüninghoff ist nicht bekannt dafür, in der Medienlandschaft überaus präsent zu sein. Umso erfreuter sind wir, dass Frank Steffens, CEO von Brüninghoff, unserer Einladung in den DIGITALWERK Podcast gefolgt ist. Entstanden ist ein lockeres Gespräch rund um die Themen: Mitarbeitende, Fachkräftemangel, Unternehmensorganisationen und die Brüninghoff Group.

Die Brüninghoff Group ist ein Familienunternehmen aus dem schönen Münsterland, genauer gesagt der Stadt Heiden. Mit ca. 700 Mitarbeitenden (50% davon gewerblich) erwirtschaftete die Unternehmensgruppe an acht Standorten rund 235 Mio. Euro.
Insgesamt sechs unterschiedliche Gesellschaften gehören zur Brüninghoff Group. Innerhalb dieser Gesellschaften wird geplant, (vor-) gefertigt und gebaut. Ob schlüsselfertig, teilschlüsselfertig oder als reiner Bauteillieferant – Europas größter Produzent von Holz-Beton-Verbunddecken (HBV-Decken) ist breit aufgestellt. Sowohl Holz, Stahl, Aluminium als auch Beton gehören zu den Materialkompetenzen des Unternehmens. Durch diese sehr diverse Verteilung der Geschäftsbereiche, so Frank Steffens, können sie sehr gut auf Marktgeschehnisse reagieren. Die Wohnungsbaukrise tangiert das Unternehmen dadurch beispielsweise nur marginal.
Am 25.06.2024 feiert Brüninghoff 50 Jahre Unternehmensbestehen.
“Wir haben eine extrem hohe Umsetzungsstärke, weil wir es können! Wir haben entlang der Wertschöpfungskette überall Menschen und Prozesse entwickelt, die nur darauf abzielen, ein Stück digitale Welt mit handwerklichem Geschick in die Realität umzusetzen.“
Als Unternehmersohn des Bauunternehmens Steffens spricht Frank Steffens sehr offen über das eigene Familienunternehmen, welches durch Höhen und Tiefen gegangen ist und später liquidiert wurde.
Angefangen hat er mit einem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens, über Telekommunikation hin zum Handel. Später entdeckte er seine Leidenschaft: die Organisationentwicklung von Unternehmen. Seit 15 Jahren ist er nun bei Brüninghoff tätig. Außerdem ist er Lehrbeauftragter in Biberach und Oldenburg.
Täglich stellt sich Frank Steffens die Frage: „Wie bekommen wir die Organisationsstruktur so mobilisiert, dass sie über sich hinauswachsen kann.“ Und dabei ist es ihm wichtig, nicht nur rumzumeckern, sondern die eigenen Versäumnisse klar zu erkennen.

Franks Steffens hat eine klare Meinung zum Fachkräftemangel im Handwerk. Die Bauwirtschaft in Deutschland hat es lange verpasst, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen und ihr Image zu pflegen. Brüninghoff setzt dabei den Fokus auf Menschen, die vor allem handwerklich geprägt sind.
In seiner Vergangenheit ist ihm häufig aufgefallen, dass Menschen an Positionen eingesetzt wurden, die dafür nicht geeignet waren. Ideen entwickeln können laut Frank Steffens viele, an der Umsetzung scheitert es dann aber häufig. Das war auch der Grund, warum er aus dem Handel wieder zurück in die Bauwirtschaft gewechselt ist.
Die Brüninghoff Group setzt im Team deshalb vor allem auf Macher. Diese haben nicht nur Ideen, sondern können auch anpacken.
“Wir haben Bewerber, die sind 55/60+, die stellen wir jetzt ein. Das ist Gold [...] ich brauch Know How, [...]die auch was zeigen können, die Lebenserfahrung haben.”
Als zentrale Unternehmenswerkzeuge benennt Frank Steffens immer wieder Kommunikation und Flexibilität. Innovationen und Veränderungen können nur erfolgreich implementiert werden, wenn Mitarbeitende in diesen Prozess integriert werden. Dabei ist es besonders wichtig, Ziele zu definieren, Verantwortung zu übertragen und auch auf diese Ziele hinzuarbeiten. Andererseits darf man nicht verkrampft daran festhalten, wenn sich die Dinge verändern.
Ähnlich verhält es sich mit Entscheidungen. Entscheidungsprozesse sind bei Brüninghoff vielleicht aufwendiger, als bei anderen Firmen, denn es wird viel kommuniziert. Egal ob es um den weiteren Beschäftigungsweg in der Unternehmensgruppe und die individuellen Entwicklungen geht oder um die Beauftragung von Nachunternehmern. Das ist anstrengend, aber oft lohnt es sich.
Frank Steffens beschreibt die Brüninghoff Group als sehr bodenständig. Im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen streben sie nicht nach immer weiter, höher, schneller,, sondern sind dankbar für das, was erreicht wurde,
“Für uns ist ein Jahr erfolgreich, wenn wir 100 Prozent Auslastung fahren und unsere Kunden verstehen, was ein integraler Planungsprozess ist.”
Frank Steffens nimmt seine Aufgabe als Geschäftsführer sehr ernst und trägt Verantwortung für eine Menge Familien in der Region. Gleichermaßen erwartet er von seinen Mitarbeitenden aber auch, dass sie ihre Aufgaben verlässlich und eigenständig regeln. Bei Problemen ist er für sein Team immer erreichbar - auch am Sonntag.
Als eine seiner Grundaufgaben versteht Frank Steffens es, Optimismus zu verbreiten und das kann er, weil er nah am Geschäft und den Leuten ist. Auch seine Vorlesungen gestaltet er nach diesem Motto. So kann es passieren, dass Studierende live an telefonischen Verhandlungsterminen während der Vorlesungszeit teilnehmen. Im Nachgang wird dann der Fall besprochen. Dadurch bekommen die jungen Menschen mit, wie die Realität der Branche wirklich aussieht. Viel zu oft werden Studierende mit falschen Erwartungen in die wirkliche Welt entlassen. Darauf folgt dann das böse Erwachen.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage war laut Frank Steffens keine Überraschung. Bereits vor sieben Jahren saß er mit seinen Bankern zusammen, um mit großer Skepsis die Zinsentwicklung zu diskutieren. Seiner Meinung nach war die Zinswende klar absehbar und die damit verbundenen Konsequenzen für die Baubranche ebenfalls. Nun findet am Markt eine gesunde Entwicklung statt.
„Wachstum in der heutigen Zeit ist unrealistisch, es geht um Verzicht, es geht um Bereinigung.“
Durch gezielte Diversifikation, sowohl was die Baumaterialien, die Produktionsweisen als auch die Projekte angeht, blieb die Brüninghoff Group bisher von der Krise im Wohnungsbaumarkt verschont.

Die australische Baubranche und herausragende Bauprojekte wie der Quay Quarter Tower in Sydney dienen als inspirierendes Vorbild für deutsche Architekten, Bauherren und Ingenieure angesichts ähnlicher Herausforderungen wie steigende Temperaturen und Bevölkerungsdichte. Was es sonst noch für Learnings gibt, erfahrt ihr hier!
In dieser Folge des DIGITALWERK Podcasts ist alles anders, denn wir haben die ersten Schritte ins Auslandgewagt, genauer nach Australien. Die dort gesammelten Erfahrungen haben wir in ein Gespräch verpackt und berichten euch somit von den Gepflogenheiten der Bau-und Immobilienbranche, Stadtplanung im Angesicht steigender Temperaturen und den neusten nachhaltigen Bauprojekten aus Australien.
Wieso Australien, mag sich der ein oder andere vielleicht wundern.
Wir haben dieses Land/diesen Kontinent ausgewählt, weil hier viele der auf Deutschland zukommenden Herausforderungen bereits vorherrschend sind. Dazu zählen unter anderem eine wachsende Bevölkerungsdichte in Städten aber auch steigende Temperaturen. Städte wie Sydney, Melbourne oder Brisbane haben sich gut damit arrangiert und viele inspirierende städtebauliche Lösungen gefunden. Die deutsche bzw. die europäische Bau- und Immobilienbranche kann sich also gut vom anderen Ende der Welt inspirieren lassen und deren Learnings adaptieren.
Zunächst einmal ein paarwirtschaftliche Fakten zu Australien:
In Australien wohnen ca. 26,2 Mio. Menschen, in Deutschland sind es bereits 84,6 Mio. Australien ist dafür 21 Malgrößer als Deutschland. Dies führt dazu, dass Distanzen deutlich größer sind, als wir es gewohnt sind und zwischen den bekannten Städten wie Sydney, Canberra, Perth, Melbourne oder Brisbane große Teile des Kontinents nur sehr dünn, bis gar nicht besiedelt sind.
Australien liegt auf der Südhalbkugel und zählt zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Rund 55 % der Bevölkerung sind erwerbstätig – das sind rund 14,2 Mio. Menschen. In Deutschland sind ebenfalls ca. 56 % der Bevölkerung erwerbstätig, was in etwa 45,7 Mio. Menschen entspricht. Bezeichnend ist jedoch, dass in Australien deutlich mehr Menschen unternehmerisch oder selbstständig tätig sind. Ca. 15 % der Erwerbstätigen gehen einer selbstständigen Tätigkeit nach, während es in Deutschland gerade einmal 8,5 % sind.
Hier zeigt sich mal wieder, dass im Puncto Unternehmertum und Gründung in Deutschland noch eine Menge Luft nach oben ist.
Ebenfalls wie in Deutschland wurde das Renteneinstiegsalter auf 67 erhöht und soll in Zukunft noch einmal erhöht werden.
Im Baugewerbe arbeiten ca. 1,3 Mio. Menschen und die Bauindustrie in Down Under erwirtschaftet rund sieben Prozent des Brutto Inland Produktes.
Zu den Top-Berufen im Handwerk gehören hier Tischler:innen, was wohl daran liegt, dass der Holzbau in Australien sehr verbreitet ist.
Anstelle von Vans fährt man hiermit einem Jeep.
Auffällig ist auch, dass sowohl das Baustellenfahrzeug, die Werkzeugtasche, als auch die Baustellen in Australien extrem aufgeräumt sind. Auch das Thema Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz wird hier groß geschrieben. Wirklich jeder trägt hier seinen Helm, Sicherheitsschuhe und Arbeitskleidung.
Das Handwerk erfährt durch die Regierung erhebliche Förderungen. Das Einstiegsgehalt liegt bei ca. 80.000australische Dollar (= 48.500 Euro) mit den Jahren natürlich steigend. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichbar mit denen in Deutschland. Damit kann man sich in Australien einen guten Lebensstandard leisten und am Ende bleibt mehr zum Leben übrig.
In Australien ist der Fachkräftemangel wie bei uns in Deutschland extrem hoch. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken wird Einwanderung in Australien forciert und es wurden erhebliche Vereinfachungen eingeführt. Eine sogenannte Skilled Occupation List gibt Auskunft darüber, wie dringend Australien Fachkräfte in einem bestimmten diesem Bereich benötigt werden. Die Vergabe eines Visumserfolgt nach einem Punktesystem. Qualifizierte Handwerker stehen auf der Skilled Occupation List auf einer Stufe mit Ärzten oder Ingenieuren. Für Einwanderer die (noch) nicht qualifiziert sind gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten und definierte Eingliederungsprozesse.
Sydney ist die größte Stadt in Down Under und obwohl die zulässige Höhe von Wolkenkratzen lange auf 235 Meterbegrenzt war, gibt es mittlerweile einige imposante Gebäude. Außerdem wird wohlan jeder Ecke gebaut. Unter anderem wurde der Quay Quarter Tower als größtes Bauen im Bestand Projekt umgesetzt. Wenn Ihr mehr zu diesem Thema empfehlen wollt, schaut doch mal in dieses Video hier rein:
Brisbane ist eine der nachhaltigsten Städte der Welt, die viele Grünflächen bietet. Dies sorgt einerseits für eine hohe Artenvielfalt, aber auch für passive Kühlung.
In Brisbane finden die Olympischen Spiele 2032 statt. Dafür wird in der Stadt gerade einiges umstrukturiert. Einerseits gibt es große infrastrukturelle Veränderungen wie den Ausbau von Bus und Bahnlinien. Übrigens sind viele der öffentlichen Verkehrsmittel in Brisbane kostenlos nutzbar. Andererseits entstehen unglaublich viele Hotels, Gewerbe-und Veranstaltungsflächen.
Das Queens Wharf Projekt ist das aktuell größte Bauprojekt der Südhalbkugel und wird wohl ca. 4 Milliarden Australische Dollar (=2,43 Milliarden Euro) kosten. Natürlich haben wir auch zu diesem Projekt ein Video gemacht. Dieses erscheint Ende nächster Woche auf unserem YouTube Kanal, schaut also unbedingt mal auf YouTube vorbei.
Die Regierung fördert vor allem im Bereich des nachhaltigen Bauens unglaublich viel und unterstützt dadurch Immobilienentwickler und eine nachhaltige Stadtentwicklung. So werden einerseits geringere Zinsen und Förderkredite gewährleistet. Auch Bauanträge können beschleunigt werden, wenn das Bauprojekt gewisse Kriterien erfüllt.
Die Lebensqualität in Australien ist unglaublich hoch. Das hat einerseits natürlich mit dem guten Wetter, der Sonne und der vielen unberührten Natur zu tun aber auch das Bildungssystem, der Wohlstand und die Lebensqualität haben einen hohen Stellenwert. Australier sind bekannt für ihre entspannte Lebenshaltung und ihre Aufgeschlossenheit.
Deutsche Bau- und Ingenieurskunst hat weiterhin einen hohen Stellenwert. Gerade im Bereich der Nachhaltigkeit und im Umgang mit Fachkräften und erhöhter Temperatur kann man sich von Australien einiges abschauen.
Wenn Ihr noch mehr Bilder von australischen Bauprojekten und Städten sehen wollt: Hier geht´s zu Michéls persönlichen Highlights aus Down Under.

In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Dr. Andreas Nauerz, CTO bei Bosch Digital über die Welt der Künstlichen Intelligenz. Erfahrt, wie sich Artificial General Intelligence (AGI) und Superintelligenz auf unsere Zukunft auswirken könnten und welche Chancen sowie Risiken diese Entwicklungen mit sich bringen. Dabei geht es auch um die Herausforderungen und die ethischen Aspekte, die mit der Gestaltung einer Zukunft voller Innovation und Menschlichkeit einhergehen.
Man hätte ihn im lässigen Hoodie erwartet. Dazu hätte er vielleicht noch ein bisschen skeptisch rdein geblickt, überhaupt keine Lust auf das Gespräch mit Michél gehabt und sich nach einem ruhigen Keller, Pizza, wenig Licht und vor allem viel Technik gesehnt.
So kann man sich das perfekte Klischee eines Tech-Nerds wunderbar ausmalen. Aber die Beschreibung trifft auf unseren Podcastgast in der Realität nicht zu. Was aber tatsächlich in der Zukunft Realität werden könnte, ist viel gruseliger und größer als die Karikatur eines Tech-Nerds.
Es mag ja Menschen geben, die glauben, dass sie ein wahres Brain in Person sind. Okay, solche Menschen mag es geben und es gibt und gab tatsächlich wirklich wahnsinnige Genies. Was aber, wenn das nur ein ganz kleines Stück vom großen, sagen wir Intelligenz- und Wissens-Kuchen ist?
Bleiben wir direkt bei der Physik, die von einigen menschlichen Genies geprägt wurde. Ein physikalischer Fakt:
Unsere Neuronen in unserem Gehirn senden mit 200 Hz 200 Signale pro Sekunde. Signale laufen in unserem Gehirn mit 100 Metern pro Sekunde. In Maschinen laufen sie mit Lichtgeschwindigkeit.
Dabei kann man bereits erahnen, was für ein gewaltiges Potenzial in Maschinen steckt.
Das große Problem eines Menschen – und sagen wir – eines wirklich enorm intelligenten Menschen – sein Gehirn muss in seinem Kopf sitzen. Das Gehirn einer Maschine muss das allerdings nicht. Und damit kann das Gehirn einer Maschine sogar eine ganze Stadt umfassen.
Wenn es solch eine Maschine geben wird, wird es die letzte Erfindung des Menschen sein. Warum? Diese Superintelligenz ist dann geboren und sie kann neue Erfindungen entwickeln, und zwar mit einer Effizienz, bei der ein Mensch keine Chance mehr hat.
Nun stelle man sich einmal vor, was dadurch alles möglich wird. Forschung, Innovationen … – Ja, gewiss viele großartige Dinge. Was ist aber, wenn die Maschine vielleicht gar nicht mal so gute Absichten hat, … und ist sie einmal zum Leben erwacht, ist sie nicht mehr abzuschalten – weil: Tja, Pech, sie ist leider zu intelligent und weiß sich zu helfen.
Habt ihr ein komisches, beunruhigendes Gefühl bekommen? Tatsächlich ist das gar nicht verwerflich bei dem Thema. Aber wartet ab, was unser Gast, der “Tech-Nerd” im DIGITALWERK-Podcast, alles zu dem Thema zu berichten hat.
Dr. Andreas Nauerz nahm sogar schon zum zweiten Mal im DIGITALWERK-Podcaststudio Platz. Aber unfassbar: Ohne Hoodie. Wir verzeihen es dem leidenschaftlichen Techie, da er abends noch auf eine Veranstaltung gehen musste. Und auch hier enttäuscht das Klischee des introvertierten, menschenscheuen Tech-Nerds. Dr. Andreas Nauerz hat nicht nur ein ausgesprochen feines Gespür für technische Innovationen, sondern auch für Schlagfertigkeit und Humor. Nun aber zu den harten Fakten:
Dr. Andreas Nauerz trägt nicht nur den Doktortitel, sondern auch viele weitere Titel aufgrund seiner vielseitigen Positionen: CTO und Member of the Board bei Bosch Digital, CTO & Executive Vice President, Chief Expert Distributed & Cloud Computing, Software Eng, Cloud, Serverless, IoT, AI & ML und Ex-IBMer.
Als CTO von Bosch Digital navigiert Dr. Andreas Nauerz geschickt zwischen Businesskontext und der Welt des Codes. Seine unkonventionelle Persönlichkeit und seine Erfahrungen bei IBM und im Ausland haben ihm geholfen, eine Brücke zwischen Technologie und Business zu schlagen.
Mit einer Mischung aus Fachkompetenz und menschlicher Empathie betont Dr. Andreas Nauerz die Bedeutung eines heterogenen Führungsteams und unterstreicht die Wichtigkeit, Technologie als Werkzeug zur Steigerung des Geschäftserfolgs einzusetzen.
Wer bei Bosch nur an Küchengeräte oder Bohrmaschinen denkt, sollte jetzt aufmerksam weiterlesen. Diese Begrenzung könnte eine kleine, feine Beleidigung für die Kompetenz dieses weltweit führenden Technologieunternehmens sein. Bosch zeichnet sich nämlich durch sehr vielfältige Geschäftsbereiche und innovative Produkte aus.
Mit einer breiten Palette von Produkten und Dienstleistungen in Bereichen wie Automobiltechnik, Haushaltsgeräte, Industrie- und Gebäudetechnik sowie Energie- und Gebäudetechnik ist Bosch ein wichtiger Akteur auf dem globalen Markt. Ein Beispiel für Boschs Engagement in der Bewältigung globaler Herausforderungen ist der Bosch Vivalytic Analyzer. Dieser innovative PCR-Test wurde während der COVID-19-Pandemie entwickelt und hat sich als einer der schnellsten und zuverlässigsten Tests seiner Art erwiesen. Mit der Fähigkeit, eine Vielzahl von Krankheiten zu erkennen, darunter nicht nur COVID-19, sondern auch Borreliose und andere Infektionen, hat der Vivalytic Analyzer einen wichtigen Beitrag zur medizinischen Diagnostik geleistet und zeigt das Engagement von Bosch für Innovation und Fortschritt in der Gesundheitsbranche.
Bosch Digital ist eine bedeutende Einheit innerhalb des Bosch-Konzerns und nimmt eine zentrale Rolle in der digitalen Transformation ein. Mit über 12.000 Mitarbeiter:innen weltweit und einer breiten Palette von digitalen Dienstleistungen ist Bosch Digital maßgeblich daran beteiligt, Innovationen voranzutreiben und zukunftsweisende Technologien zu entwickeln. Von der Integration von Softwarelösungen bis hin zur Implementierung von künstlicher Intelligenz und IoT-Anwendungen deckt Bosch Digital ein breites Spektrum an digitalen Bereichen ab. Diese Vielseitigkeit ermöglicht es dem Unternehmen, innovative Lösungen für verschiedene Branchen zu entwickeln und einen nachhaltigen Mehrwert für seine Kund:innen zu schaffen. Bosch Digital ist bestrebt, die digitale Landschaft kontinuierlich zu verbessern und dabei höchste Standards in Bezug auf Qualität und Leistung zu erfüllen.
In Deutschland besteht eine gemäßigte Akzeptanz für digitale Tools im Vergleich zu anderen Ländern, insbesondere zu asiatischen Regionen wie Singapur. Diese Zurückhaltung könnte laut Dr. Andreas Nauerz darauf zurückzuführen sein, dass Deutschland wirtschaftlich erfolgreich war und sich möglicherweise zu sehr auf seinen Erfolgen ausgeruht hat. Während asiatische Länder wie Singapur eine starke Akzeptanz für digitale Innovationen zeigen, hinkt Deutschland in diesem Bereich hinterher. Es ist an der Zeit, dass deutsche Unternehmen, wie im Fall von Bosch, die Notwendigkeit erkennen, sich den aktuellen Technologietrends anzupassen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Die Einführung von Schulungen und Schulungsmaterialien, sowohl intern als auch extern, könnte dazu beitragen, das Bewusstsein und die Akzeptanz für digitale Tools zu erhöhen. Es ist wichtig, die Potenziale und Risiken von Technologien aufzuzeigen, um die Ängste der Menschen zu adressieren und ihre Sicherheit zu gewährleisten. Deutschland muss seine Vorsicht gegenüber neuen Technologien überwinden und sich aufgeschlossener für digitale Innovationen zeigen, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können, meint Dr. Andreas Nauerz.
"Der Hunger, die Lernwilligkeit – der Kampfgeist anderer Länder ist groß! Sich nach vorne zu arbeiten in der Rangliste der Länder, die hier etwas zu melden haben. Wir haben das ein bisschen verloren. (...) Wir müssen halt den Arsch hochkriegen."
– Dr. Andreas Nauerz
Die Risiken und Chancen im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) können in drei Hauptbereiche unterteilt werden.
Erstens besteht das Risiko des Informationsabflusses, insbesondere wenn Unternehmen Technologien von großen amerikanischen Anbieter:innen nutzen und ungeschulte Mitarbeiter:innen sensible Daten unsachgemäß handhaben. Um diesem Risiko vorzubeugen, setzen einige Unternehmen wie Bosch auf interne Rechenzentren, um den Informationsabfluss zu kontrollieren, berichtet Dr. Andreas Nauerz.
Zweitens besteht die Gefahr von Fehlinformationen, die durch KI generiert werden können. Dies kann zu Problemen wie der Erstellung von Deepfakes führen, die sowohl absichtlich als auch unbeabsichtigt Schaden verursachen können.
Deepfake ist im Prinzip das Erstellen einer Fälschung von Bildmaterial oder Videomaterial auf einem Niveau, bei dem man nicht zwischen Echtheit und Fake unterscheiden kann. "Man kann sich das angucken, noch und noch und noch und wieder und ist sich immer noch unsicher. Ist das echt oder nicht? Das ist eine Waffe", sagt Dr. Andreas Nauerz.
Diese Art von Fehlinformationen kann ethische Probleme aufwerfen und zu Reputationsverlusten führen, insbesondere wenn sie diskriminierende oder voreingenommene Inhalte enthalten.
Drittens gibt es rechtliche Risiken im Zusammenhang mit der Nutzung von KI, insbesondere wenn Unternehmen vorhandenen Code verwenden, der möglicherweise urheberrechtlich geschützt ist. Dies kann zu rechtlichen Konflikten und Haftungsproblemen führen, wenn unerlaubt Code verwendet wird.
Trotz dieser Risiken bieten sich auch Chancen für Deutschland und die deutsche Industrie, glaubt Dr. Andreas Nauerz. Durch den Fokus auf Datenschutz und Sicherheit könnte Deutschland das Vertrauen als verlässlicher Akteur im Bereich der KI gewinnen. Darüber hinaus könnte die Nutzung des reichen Domänenwissens deutscher Unternehmen dazu beitragen, innovative KI-Lösungen zu entwickeln, die auf spezifische Branchen und Anforderungen zugeschnitten sind. Wenn Deutschland es schafft, seine Stärken im Datenschutz mit technologischer Innovation zu kombinieren, könnte dies dazu beitragen, eine führende Position im globalen KI-Markt zu erreichen, so Dr. Andreas Nauerz.
Habt ihr bis hierhin gelesen? Bravo! Vielleicht habt ihr kurz den Anfang und das aufkommende mulmige Gefühl vergessen, als wir von einer super intelligenten Maschine der Zukunft sprachen. Dann erinnern wir euch jetzt gerne wieder daran. Nun wie es sich gehört: Das Beste kommt zum Schluss und hier ist die Aufklärung zur Superintelligenz:
Es geht um die Zukunft der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihre potenziellen Auswirkungen. Besonders interessant sind dabei die Fortschritte im Bereich der Artificial General Intelligence (AGI) und Superintelligenz.
AGI verspricht eine neue Ära einzuläuten, in der Maschinen nicht nur spezifische Aufgaben ausführen, sondern auch komplexe kognitive Aufgaben wie ein Mensch bewältigen können. Diese Entwicklung birgt – wer hätte es gedacht – sowohl Chancen als auch Risiken.
AGI könnte möglicherweise eine zweite, uns halbwegs ebenbürtige Intelligenz auf diesem Planeten schaffen. Dies wirft wichtige Fragen bezüglich Ethik, Governance und Sicherheit auf, da AGI-Systeme potenziell Entscheidungen treffen könnten, die erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.
Die AGI könnte ein Wendepunkt sein, der die Grenzen dessen, was Maschinen leisten können, neu definiert. Einmal erreicht, könnte sie die Forschung in verschiedenen Bereichen vorantreiben, wie zum Beispiel in der Medizin, wo neue Medikamente schneller entwickelt werden könnten.
Doch die AGI birgt auch das Risiko des Missbrauchs. Die Möglichkeit, sie zur gezielten Manipulation zu verwenden, sei es zur Entwicklung gefährlicher Viren oder zur Verbreitung von Propaganda durch Deepfakes, könnte ernsthafte Folgen für die Gesellschaft haben. Und an dem Punkt kommen wir unweigerlich zur Frage: Wann erreichen wir den Punkt der Superintelligenz?
Superintelligenz meint, dass Maschinen nicht nur so gut sind wie wir Menschen, sondern sogar besser.
Dieser Übergang zur Superintelligenz könnte bahnbrechend sein, da es sich um die ultimative Erfindung handelt, die den menschlichen Intellekt übertrifft und jede denkbare Innovation wahrscheinlich schneller entwickelt als wir.
Diese Vorstellung wirft noch komplexere Fragen auf, insbesondere in Bezug auf die Kontrolle und Sicherheit solch fortschrittlicher Technologie: Werden wir in einer Welt leben, die von den Präferenzen dieser Superintelligenz geprägt ist? Und was sind ihre Präferenzen? Die Vorstellung, dass superintelligente Maschinen unsere Werte und Motivationssysteme teilen oder sogar verstehen könnten, ist ungewiss. Die Möglichkeit, sie zu kontrollieren oder zu stoppen, wird als herausfordernd angesehen, da ihre Leistungsfähigkeit und Fähigkeit, Bedrohungen wahrzunehmen, unsere übertrifft.
"Dann erleben wir die letzte Erfindung des Menschen. Und wir können es auch nicht mehr abschalten. Das ist irreversibel. Weil genauso wie wir Menschen Bedrohungen wahrnehmen können, kann das die Maschine auch. Sie kann es besser."
– Dr. Andreas Nauerz
Die Vorstellung einer AGI, die so leistungsfähig ist wie wir, lässt sich aufgrund aktueller Fortschritte in der KI-Forschung auf etwa 2040 projizieren, meint Dr. Andreas Nauerz.
Und nun die Frage aller, die die Superintelligenz etwas beunruhigt oder gar ängstigt. Wann kommt sie – diese mächtige Maschine?
Okay, ihr dürft aufatmen. Zunächst ist das erst einmal eine Hypothese und Dr. Andreas Nauerz tendiert eher zu “ob” als “wann” die Superintelligenz die “Weltherrschaft” erobern wird.
Trotz der vielversprechenden Potenziale von AGI und Superintelligenz ist es entscheidend, dass wir uns der Herausforderungen bewusst sind, die mit der Entwicklung dieser Technologien einhergehen. Eine verantwortungsvolle und ethisch fundierte Herangehensweise ist unerlässlich, um eine Zukunft zu gestalten, die von Innovation, Fortschritt und Menschlichkeit geprägt ist.
Die Themen des DIGITALWERK-Podcasts mit Dr. Andreas Nauerz im Überblick:

In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Wolfram Gast, CDO bei von Poll Immobilien über die digitale Transformation der Immobilienbranche. Von der Entwicklung innovativer Plattformen bis zur Integration externer Tools: Einblicke, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren werden diskutiert.
In einer Welt, in der sich traditionelle Geschäftsmodelle immer wieder neu erfinden müssen, um relevant zu bleiben, steht die Immobilienbranche vor ihrer eigenen digitalen Revolution. Genau darüber spricht Michél-Philipp Maruhn in der neuesten Folge des DIGITALWERK-Podcasts mit Wolfram Gast, dem Chief Digital Officer (CDO), Executive Board bei VON POLL IMMOBILIEN GmbH.
Die Reise von Wolfram Gast begann nicht unbedingt in der Immobilienbranche, sondern führte über den Bereich Medizintechnik, bevor er schließlich seinen Weg zu VON POLL IMMOBILIEN fand.
Wolfram erzählt von seinen Anfängen, die weit zurückreichen, bis zu seiner Zeit als Banklehrling, wo er bereits mit Immobilien in Kontakt kam. Eine ältere Dame betrat die Bank und suchte Hilfe beim Verkauf einer Einzimmerwohnung. Diese Begegnung entfachte eine Leidenschaft in ihm, die bis heute anhält. Von da an war der Grundstein gelegt, und Immobilien begleiteten ihn auf seinem Weg durch verschiedene Lebensphasen.
Michél und Wolfram Gast beleuchten auch die aktuelle Situation von VON POLL IMMOBILIEN. Mit 400 Standorten europaweit und einem Team von 1.500 Mitarbeiter:innen ist VON POLL IMMOBILIEN eine bedeutende Größe auf dem Markt. Mit über 7000 Immobilien im Portfolio, die aktiv vermarktet werden, ist das Unternehmen stark in der Vermittlung von privaten Wohnimmobilien präsent, vor allem in Deutschland.
Michél stellt eine Frage, die viele beschäftigt: Warum benötigt man in Zeiten von ImmoScout24 und immowelt noch eine eigene Plattform? Wolfram Gast erklärt, dass diese großen Portale zwar immer noch die erste Anlaufstelle für Immobiliensuchende sind, aber VON POLL IMMOBILIEN eine eigene Plattform aufgebaut hat, die eine breite Palette an digitalen Dienstleistungen rund um den Kauf, Verkauf und die Suche von Immobilien bietet.
Die Plattform von-poll.com bietet innovative Services, die es den Nutzer:innen ermöglichen, den gesamten Prozess der Immobilientransaktion digital zu gestalten. Ein Beispiel ist ein kostenloser Service für Eigentümer:innen, mit dem sie ihre Immobilien online anlegen und regelmäßig über deren Wert informiert werden können. Diese Services dienen nicht nur dazu, Kund:innen zu gewinnen und zu binden, sondern auch eine direkte Schnittstelle zu Endkund:innen aufzubauen.
Doch welche Rolle spielen Daten in diesem Zusammenhang? Wolfram Gast betont die Bedeutung von Daten für die Immobilienbewertung und die Bereitstellung von relevanten Informationen für Eigentümer:innen und potenzielle Käufer:innen. Von Poll Immobilien nutzt Daten, um eine umfassende Immobilienanalyse anzubieten, die nicht nur den aktuellen Wert, sondern auch historische Preisentwicklungen und weitere relevante Informationen umfasst.
Die Herausforderung besteht darin, die Vielzahl von Datenquellen zusammenzuführen und die Essenz herauszuziehen, um daraus Schlüsse zu ziehen und bedarfsgerechte Informationen bereitzustellen. Daten sind ein wesentlicher Bestandteil der digitalen Transformation von VON POLL IMMOBILIEN, und das Unternehmen setzt sie ein, um den Kund:innen einen 360-Grad-Service anzubieten.
Die Diskussion dreht sich auch um die Frage, ob der gesamte Kauf- und Verkaufsprozess digitalisiert werden kann. Wolfram Gast erklärt, dass VON POLL IMMOBILIEN darauf abzielt, den Kund:innen die Möglichkeit zu geben, ihre Customer Journey selbst zu orchestrieren. Trotz fortschreitender Digitalisierung bleibt jedoch die persönliche Betreuung durch Immobilienmakler:innen unerlässlich, um die individuellen Bedürfnisse und Ziele der Kund:innen zu verstehen und optimal zu bedienen.
Insgesamt wird deutlich, dass die digitale Transformation der Immobilienbranche nicht nur technologische Innovationen, sondern auch ein Verständnis für die Bedürfnisse der Kund:innen erfordert. Von Poll Immobilien setzt auf eine intelligente Kombination aus digitalen Plattformen, Daten und persönlicher Beratung, um seinen Kund:innen einen erstklassigen Service zu bieten.
"Wenn es zum Käufer übergeht, können nicht nur die Maschinen miteinander sprechen, es geht ja hier um die Vermittlung, um das Zusammenbringen von zwei Menschen (...) Das ist so schnell definitiv nicht digitalisierbar, sondern da muss es menscheln."
– Wolfram Gast
Wolfram Gast betont, dass trotz aller technologischen Fortschritte die Akzeptanz und Nutzung digitaler Produkte von entscheidender Bedeutung ist. Dabei spielen die Immobilienmakler:innen als wichtige Schnittstelle zwischen Kund:innen und Technologie eine zentrale Rolle. Das Ziel von VON POLL IMMOBILIEN ist es, die Produktivität und Effektivität der Makler:innen zu steigern und gleichzeitig die Qualität der Beratung zu verbessern.
Die Herausforderung besteht darin, die Makler:innen für die neuen digitalen Tools zu begeistern und ihnen den Mehrwert dieser Technologien aufzuzeigen. Ein hybrides Modell aus physischen Treffen und digitalen Schulungen hat sich dabei als effektiv erwiesen. Durch die Einbindung der Makler:innen in den Entwicklungsprozess neuer Produkte kann VON POLL IMMOBILIEN sicherstellen, dass diese praxisrelevant sind und den Bedürfnissen der Kund:innen entsprechen.
Die Kundenorientierung steht dabei im Mittelpunkt, und VON POLL IMMOBILIEN setzt auf ein Customer-First-Mindset, um zielgruppengerechte Lösungen zu entwickeln. Oftmals sind es die Makler:innen selbst, die neue Ideen einbringen und damit die digitale Innovation vorantreiben.
Ein Beispiel für eine innovative Idee ist der Einsatz von Besichtigungsrobotern für ausländische Investor:innen, die keine Zeit haben, persönlich vor Ort zu sein. Diese Roboter ermöglichen es den Investor:innen, Immobilien virtuell zu besichtigen und jedes Detail aus der Ferne zu erkunden.
Obwohl solche Technologien noch nicht im Massenmarkt angekommen sind, zeigen sie doch das Potenzial für die Zukunft auf. Die Herausforderung besteht darin, diese Technologien weiterzuentwickeln und an die spezifischen Anforderungen des Immobilienmarktes anzupassen.
“Am Ende geht natürlich auch beim Thema Digitalisierung nichts ohne Menschen. Wir schaffen tolle digitale Produkte, aber die sind nichts wert, wenn sie nicht von den Menschen angenommen werden. In dem Fall von den Kunden und Immobilienmaklern.”
– Wolfram Gast
Wolfram Gast gibt einen Einblick in die Investitionen, die VON POLL IMMOBILIEN in den letzten Jahren getätigt hat, um das Unternehmen in die digitale Zukunft zu führen. Dabei betont er, dass eine solche Transformation ein erhebliches finanzielles Engagement erfordert. Die Bereitschaft der Unternehmensleitung, Europas innovativster Premium-Makler zu werden, hat den Weg für die digitale Transformation geebnet. Die Inhaber:innen haben metaphorisch gesehen, die Autobahn für das Digitalteam freigemacht, um mit maximaler Geschwindigkeit voranzukommen, ohne von hierarchischen Strukturen aufgehalten zu werden.
Ein entscheidender Vorteil eines inhabergeführten Unternehmens ist die Geschwindigkeit, mit der Entscheidungen getroffen werden können. Dies ermöglicht es, schnell auf Veränderungen zu reagieren und innovative Ideen umzusetzen. Schnelligkeit wird als einer der wichtigsten Wettbewerbsvorteile in der Zukunft betrachtet.
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Flexibilität im Umgang mit Widerständen gegen digitale Veränderungen. Von Poll Immobilien bietet den Makler:innen die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, in welchem Maße sie digitale Tools nutzen möchten. Durch kontinuierliche Auswertungen und Schulungen wird sichergestellt, dass die Tools optimal genutzt werden und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden können.
Wolfram Gast reflektiert über die Entwicklung von Proptechs (Property Technology Start-ups) und betont, dass sich der digitale Unterschied zwischen solchen Start-ups und etablierten Unternehmen wie VON POLL IMMOBILIEN zunehmend verringert hat. Durch intensive Investitionen in digitale Technologien konnte VON POLL IMMOBILIEN eine starke Position im Markt aufbauen, die es ermöglicht, die Vorteile digitaler Innovationen mit dem bestehenden Fachwissen und der Erfahrung im Immobiliensektor zu kombinieren.
Eine zentrale Frage ist, ob Unternehmen wie VON POLL IMMOBILIEN alles selbst entwickeln müssen oder ob sie von den Lösungen der Proptechs profitieren können. Wolfram Gast betont die Bedeutung einer nahtlosen Integration von externen Tools und Lösungen in die bestehenden Geschäftsprozesse. Dabei spielt die Identifizierung und Auswahl passender Tools eine entscheidende Rolle, wobei das umfangreiche Netzwerk von 1.500 Mitarbeiter:innen als wertvolle Ressource dient, um Innovationen im Markt zu erkennen.
Die Diskussion dreht sich auch um die Rolle von Start-ups im Immobiliensektor und deren Potenzial, Mehrwert zu bieten. Wolfram hebt hervor, dass bestimmte Nischenlösungen von Proptechs durchaus einen großen Mehrwert darstellen können und in das Leistungsspektrum von VON POLL IMMOBILIEN integriert werden können.
Zum Schluss besprechen Wolfram und Michél die Zukunft der Immobilienbranche, inklusive Immobilienbesichtigung und die Rolle von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Wolfram Gast beschreibt die Apple Vision Pro als ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Immobilienbesichtigungen in Zukunft aussehen könnten. Die Möglichkeiten, Immobilien virtuell zu erkunden und zu erleben, eröffnen ganz neue Perspektiven für die Branche.

In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Dr. Christian Neuner, CEO der FLEX-Elektrowerkzeuge GmbH über die aktuellen Entwicklungen der Elektrowerkzeugbranche. Erfahrt, wie FLEX, ein Synonym für Qualität und Innovation, unter der Führung der Chervon Gruppe den Markt prägt und sich als Vorreiter in der Akkutechnologie etabliert hat. Außerdem gibt es Insights zu Marketingstrategien, digitale Transformation, Partnerschaften und die Zukunft des Handwerks.
In dieser Podcastfolge begrüßt Michél Dr. Christian Neuner, den CEO der FLEX-Elektrowerkzeuge GmbH, zu einem Gespräch über die Entwicklung und den aktuellen Stand der Branche. Die Geschichte von FLEX erinnert an den Weg einer gut etablierten Marke und der Erlernung des Markennamens, hin zum allgegenwärtigen Begriff. Was “Tempo” für Taschentücher ist “FLEX” für Elektrowerkzeuge.
Dr. Neuner, ein BWLer mit einem unkonventionellen Werdegang für die Elektrowerkzeugbranche, erzählt von seinen Anfängen in der Unternehmensberatung und seiner spannenden Reise nach China. Dort arbeitete er für Roland Berger und lernte die Chervon Gruppe kennen, einen der weltweit führenden Hersteller von Elektrowerkzeugen, bei der er schließlich als Head of Strategy landete.
Die Chervon Gruppe, ein Schwergewicht in der Elektrowerkzeugindustrie mit einem Umsatz von über 2 Milliarden US-Dollar, erwarb schließlich die Marke FLEX. Dies markierte den Eintritt von FLEX in eine neue Ära, in der das Unternehmen seinen Platz in der Welt der Elektrowerkzeuge festigte.
FLEX wurde 1922 in Cannstatt, heute Bad-Cannstatt bei Stuttgart, gegründet. Was einst als Familienunternehmen begann, wurde später Teil eines globalen Netzwerks unter der Chervon Gruppe. Die Marke FLEX, bekannt für Innovation und Qualität, hat den Weg für zahlreiche Produkte geebnet, darunter den berühmten Winkelschleifer und die beliebte Schleifgiraffe.
Mit über 70 Jahren Erfahrung in der Branche ist FLEX heute ein Synonym für Qualität und Zuverlässigkeit im Bereich Elektrowerkzeuge. Das Unternehmen, mit 350 Mitarbeiter:innen in Europa und einer eigenen Produktion in Deutschland, ist führend in Märkten wie dem Innenausbau, der Metallbearbeitung und dem Automobilsektor. Dabei ist der stärkste Markt für FLEX der Innenausbau. FLEX macht einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro.
Der Elektrowerkzeugmarkt hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, wobei der Anteil von Akkugeräten rapide zunimmt. FLEX hat diesen Wandel frühzeitig erkannt und sich als Vorreiter in der Akkutechnologie etabliert. Durch kontinuierliche Innovation und Investitionen in Forschung und Entwicklung bleibt FLEX an der Spitze der Branche.
Dr. Christian Neuner erklärt, dass FLEX zwar noch nicht stark im Garten- und Landschaftsbau vertreten ist, aber die Muttergesellschaft, die Chervon Gruppe, bereits in diesem Bereich aktiv ist. Die zunehmende Verwendung von Akkus in verschiedenen Geräten führt dazu, dass sich die Grenzen zwischen den Segmenten verwischen. FLEX hat kürzlich eine Gartenlinie auf den Markt gebracht, die eine breitere Palette von Kund:innen anspricht.
Der Übergang von kabelgebundenen zu akkubetriebenen Geräten bietet den Handwerker:innen zahlreiche Vorteile, einschließlich Preisersparnissen und einer saubereren Arbeitsumgebung. Durch die Nutzung einer Akkuplattform können Handwerker:innen Geräte verschiedener Hersteller:innen verwenden, was zu einer erhöhten Flexibilität führt. Dieser Trend zur Akkutechnologie treibt die Branche voran und eröffnet neue Möglichkeiten für Unternehmen wie FLEX.
Um die Handwerker:innen anzusprechen, setzt FLEX auf verschiedene Marketingstrategien. Obwohl das Unternehmen hauptsächlich über den Fachhandel verkauft, nutzen sie auch andere Kanäle wie Fußballsponsoring, insbesondere mit Borussia Dortmund. Diese Partnerschaft ermöglicht es FLEX, sich mit den Werten des Sports zu verbinden, Präsenz auf internationaler Ebene zu zeigen und Werkzeuge in Aktion zu zeigen. Authentizität spielt dabei eine wichtige Rolle.
"Wir wollen authentisch sein, wir wollen nah an unseren Kunden, am Handwerker dran sein. Wir wollen verstehen, was der macht und warum, wie wir ihn unterstützen können. Und das ist die Verbindung, die wir da haben."
– Dr. Christian Neuner
FLEX ist nicht nur auf dem deutschen Markt aktiv, sondern auch in ganz Europa, den USA und Australien. Durch gezielte Marketingaktionen am Point of Sale, auf Messen und online versucht FLEX, eine starke Kundenbindung aufzubauen. Eine benutzerfreundliche Website mit einem "Mobile First"-Ansatz ist dabei von entscheidender Bedeutung. Obwohl FLEX selbst keine Produkte online verkauft, haben sie ein System entwickelt, das es den Kund:innen ermöglicht, Produkte auszuwählen und dann an Partnerhändler:innen weiterzuleiten, um den Kauf abzuschließen.
Der Preis für die Produkte wird nicht von FLEX festgelegt, sondern von den einzelnen Händler:innen. Dies ermöglicht es den Händler:innen, ihre eigenen Preise und Rabatte festzulegen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Dr. Christian Neuner teilt seine Perspektive über die Fortschritte im Elektrobereich und erklärt, warum dieser Bereich bei Standardisierungen und digitalen Themen so weit fortgeschritten ist. Einer der Hauptgründe liegt in der Natur der Elektrizität selbst, die mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko verbunden ist, im Vergleich zu anderen Baustoffen wie Zement oder Mörtel.
Die Diskussion geht tiefer und berührt die Rolle der Sicherheit in der Standardisierung und wie diese Aspekte die gesamte Elektroindustrie beeinflussen. Dr. Neuner führt aus, dass die Elektrobranche oft von anderen Branchen, die ebenfalls mit Elektrizität arbeiten, beeinflusst wird. Diese Verbindung zu anderen Branchen trägt dazu bei, dass Regulierungsfragen, wie zum Beispiel neue Maschinenrichtlinien, auch die Elektrowerkzeugbranche betreffen.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den Christian anspricht, sind die regulatorischen Herausforderungen, denen die Branche gegenübersteht. Er erklärt, dass während positive Ziele verfolgt werden, die Umsetzung von Regulierungen oft ungestüm erfolgt und sowohl Fluch als auch Segen sein kann. Kleine Hersteller:innen könnten besonders von einer übermäßigen Bürokratie beeinträchtigt werden, während große Konzerne möglicherweise leichter damit umgehen können.
Die Diskussion zeigt die Komplexität und die Balance zwischen Sicherheit, Regulierung und Innovation in der Elektrowerkzeugbranche auf. Dr. Neuner betont die Bedeutung von Feedback von Branchenverbänden und die Zusammenarbeit zwischen Regierung und Industrie, um realistische und umsetzbare Lösungen zu finden.
Eine der spannendsten Fragen, die aufkommt, betrifft die Zukunft der deutschen Elektrowerkzeugbranche. Dr. Neuner prognostiziert, dass in den nächsten Jahren einige Werkzeughersteller:innen den Markt verlassen werden. Dennoch betont er die Stärke Deutschlands als Kernmarkt für Elektrowerkzeuge und die führende Rolle, die deutsche Unternehmen in der Branche spielen.
"Es gibt Elektrowerkzeughersteller aus Deutschland, den USA, Japan und natürlich China. Und das sind die, die den Markt dominieren (...) Da sind wir wirklich einmal ein Brett und da können wir als Land wirklich auch stolz sein."
– Dr. Christian Neuner
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Gesprächs ist die Rolle von Start-ups in der Elektrowerkzeugbranche. Als kleinerer Hersteller ist FLEX-Elektrowerkzeuge kontinuierlich bestrebt, innovative Wege zu finden, um mit den größeren Branchengiganten zu konkurrieren. Eine Initiative von FLEX ist die Zusammenarbeit mit dem Start-up Enable 3D, um kostenlose Vorlagen für Zubehörteile bereitzustellen, die Kund:innen dann mit 3D-Druckern herstellen können. Diese Partnerschaft zeigt nicht nur die Innovationskraft von FLEX, sondern auch die Bereitschaft, neue Technologien zu nutzen, um Kundenbedürfnisse zu erfüllen.
Darüber hinaus betont Dr. Neuner die Bedeutung von weiteren Kooperationen und Initiativen, wie zum Beispiel Leasingangebote in Partnerschaft mit Flexvelop, um Kund:innen zusätzliche Serviceleistungen anzubieten.
Ein zentrales Thema, das zum Schluss zur Sprache kommt, ist die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Elektrowerkzeugbranche. Dr. Neuner betont die Bemühungen seines Unternehmens, Nachhaltigkeitsziele systematisch zu verfolgen, indem Kernprojekte definiert werden, die darauf abzielen, den Materialeinsatz zu reduzieren und umweltfreundlichere Praktiken zu fördern. Diese Maßnahmen reichen von der Verwendung neuer Materialien bis hin zur Installation von Photovoltaikanlagen, die darauf abzielen, die Umweltbelastung zu minimieren.
Ein weiteres wichtiges Thema, das diskutiert wird, ist die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedene Bereiche des Unternehmens, insbesondere im Marketing und in der Marktforschung. Dr. Christian Neuner betont, dass KI zwar ein wichtiges Thema ist, jedoch möglicherweise nicht so groß ist, wie es manchmal dargestellt wird. Dennoch setzt FLEX spezielle KI-Software ein, um Marketingtexte und Produktbeschreibungen zu optimieren und den Kundenstamm besser zu verstehen.
Des Weiteren sprechen Michél und Christian über die zunehmende Bedeutung von Automatisierung und Robotik auf Baustellen. Obwohl der Einsatz von Robotern noch nicht weit verbreitet ist, sehen sowohl Dr. Neuner als auch Michél das Potenzial für zukünftige Anwendungen, insbesondere im Bereich der Dokumentation und der Prozessoptimierung.
Abschließend betont Christian, dass die Elektrowerkzeugbranche zwar vor Herausforderungen steht, aber auch zahlreiche Chancen bietet, speziell im Hinblick auf die Förderung des Handwerks und die Entwicklung innovativer Lösungen.

In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Karl-Heinz Strauss, CEO bei PORR AG. Karl-Heinz berichtet, wie das Unternehmen Tradition und Innovation vereint, digitale Transformation vorantreibt und die Zukunft des Bauwesens gestaltet. Von effizienten Bauprozessen bis hin zu nachhaltigen Lösungen – PORR AG setzt Maßstäbe in der Bauindustrie und Karl-Heinz schaut optimistisch in die Zukunft.
Es gibt Geschichten, die nicht nur von Erfolg geprägt sind, sondern auch von Beharrlichkeit, Entschlossenheit und einer Vision, die über Jahrzehnte hinweg Bestand hat. Eine solche Geschichte ist die von PORR AG, einem der ältesten und renommiertesten Bauunternehmen Europas. Doch hinter jedem erfolgreichen Unternehmen verbirgt sich auch eine faszinierende persönliche Reise – eine Reise wie die von Karl-Heinz Strauss, dem CEO von PORR AG.
Die Geschichte von Karl-Heinz Strauss beginnt nicht in den glanzvollen Büros von PORR, sondern in einer kleinen Kärntner Baufamilie. Schon in jungen Jahren spürte er die Faszination für den Bau und die Herausforderungen der Branche. Doch es war nicht immer klar, dass er eines Tages an der Spitze eines der führenden Bauunternehmen stehen würde.
Nach seinem Studium und einer erfolgreichen Karriere im Bankensektor wagte Karl-Heinz Strauss den Schritt in die Selbstständigkeit. Als Bauträger und Projektentwickler machte er sich einen Namen in der Branche, doch sein Weg führte ihn unweigerlich zu PORR AG. Nicht als bloßer Beobachter, sondern als treibende Kraft hinter einer neuen Ära für das Unternehmen.
Vielleicht ist es die Verbindung von Tradition und Innovation, von familiären Werten und unternehmerischem Geist. Oder vielleicht sind es die Menschen hinter dem Unternehmen – die "PORRianer und PORRianerinnen", wie Karl-Heinz Strauss sie liebevoll nennt. Ihre Leidenschaft, ihr Engagement und ihre technische Exzellenz sind das wahre Herzstück von PORR.
Unter der Führung von Karl-Heinz Strauss hat PORR AG eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Von der Sanierung der Bilanzen bis hin zur Expansion in neue Märkte – seine Vision und sein Leadership haben das Unternehmen geprägt und es zu einem der führenden Player in der Bauindustrie gemacht.
“Wir haben schon alles erlebt als PORR. Wir haben den Kaiser, den Ersten und Zweiten Weltkrieg, die Große Depression, Ölkrise und vieles andere erlebt. Die PORR hat es immer gut überstanden. Warum? Weil das Fundament der PORR PORRianer:innen sind.”
– Karl-Heinz Strauss
Michél fragt nach der Bedeutung der Mitarbeiterentwicklung und Diversifizierung bei PORR AG. Karl-Heinz Strauss betont, dass die Bauindustrie keineswegs rückständig sei, wie oft angenommen wird. Im Gegenteil, er argumentiert, dass die Bauindustrie über die Jahre hinweg enorme Fortschritte gemacht habe, sowohl in Bezug auf Effizienzsteigerungen als auch auf die Einführung digitaler Technologien.
Eine entscheidende Komponente für den Erfolg von PORR AG ist die Integration von Digitalisierung in alle Bereiche des Unternehmens. Von der Planung über die Ausführung bis hin zur Projektabwicklung werden digitale Technologien wie Building Information Modeling (BIM) und Virtual Reality nahtlos in die Arbeitsabläufe integriert. Dabei stehen immer die Mitarbeiter:innen im Mittelpunkt, um ihm die richtigen Informationen zur richtigen Zeit zu liefern und bessere Entscheidungen zu ermöglichen.
Karl-Heinz Strauss hebt hervor, dass die digitale Transformation bei PORR AG nicht nur ein Trend ist, sondern eine nachhaltige Strategie, die das Unternehmen für die Zukunft rüstet.
Michél stellt die Frage nach der Integration von digitalen Technologien und wie diese die Mitarbeiterreise beeinflussen. Karl-Heinz Strauss betont die Notwendigkeit, Mitarbeiter:innen in den Prozess der digitalen Transformation einzubeziehen und sie zu ermächtigen, anstatt sie zu kontrollieren. Er beschreibt die fünf Prinzipien der PORR AG, die auf Verlässlichkeit, Schulterschluss, Leidenschaft, Anerkennung und Pioniergeist beruhen, und wie sie die Unternehmenskultur prägen.
Besonders hervorgehoben werden die vier Zauberwörter: "Guten Tag, Bitte, Danke, Auf Wiedersehen", die Karl-Heinz Strauss als essenziell für den respektvollen Umgang miteinander betrachtet. Er bedauert die zunehmende Anonymität und den Mangel an Respekt in der Gesellschaft und betont die Bedeutung von kleinen Gesten der Höflichkeit im Alltag.
Michél teilt eine persönliche Anekdote über eine Begegnung im Flur, die seine Bedenken über den Verlust von Respekt und Höflichkeit in der Gesellschaft unterstreicht. Karl-Heinz Strauss stimmt zu und weist darauf hin, dass dieses Phänomen nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Städten zu beobachten ist.
In einer Zeit, in der digitale Technologien unsere Arbeitsweise transformieren, betont Karl-Heinz Strauss die Bedeutung von Werten und Respekt als Grundlage einer gesunden Unternehmenskultur und einer respektvollen Gesellschaft.
Karl-Heinz Strauss spricht auch über die Herausforderungen der digitalen Transformation in der Bauindustrie. Er betont die Notwendigkeit, kaufmännische Prozesse zu digitalisieren und die Mitarbeiter:innen in den Mittelpunkt dieser Veränderung zu stellen. Dabei werden zahlreiche digitale Tools und Apps eingesetzt, um die Effizienz und Sicherheit auf Baustellen zu verbessern.
Karl-Heinz Strauss erklärt, dass PORR AG intensiv daran arbeitet, die neuesten Technologien und innovativen Ansätze in ihre Bauprojekte zu integrieren. Ein herausragendes Beispiel ist die Entwicklung einer Abwicklungsplattform, die es ermöglicht, kaufmännische Prozesse für Bauprojekte zu vereinfachen. Diese Plattform, die auf SAP basiert und mit verschiedenen Schnittstellen ausgestattet ist, ermöglicht es allen Beteiligten, von großen Unternehmen bis hin zu kleinen Lieferant:innen, nahtlos zusammenzuarbeiten und den gesamten Prozess von der Lieferung bis zur Rechnungsstellung zu optimieren.
Karl-Heinz erklärt die Bedeutung von Apps zur Verbesserung der Arbeitssicherheit auf Baustellen. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz können diese Apps potenzielle Gefahren erkennen und so dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und die Sicherheit der Mitarbeiter:innen zu gewährleisten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Lean Management, das bei PORR AG konsequent angewendet wird. Karl-Heinz Strauss erklärt, wie die Prinzipien des Lean Design, Design to Budget und Lean Construction dazu beitragen, Bauprojekte effizienter und kosteneffektiver zu gestalten. Durch die frühzeitige Zusammenarbeit zwischen Planer:innen und Ausführenden sowie die kontinuierliche Optimierung der Prozesse wird eine schnellere und präzisere Umsetzung von Bauprojekten ermöglicht.
Michél erkundigt sich auch nach dem Anteil der gewerblichen Arbeitnehmer:innen bei PORR AG und wie das Unternehmen die Weiterbildung und Entwicklung seiner Mitarbeiter:innen fördert. Karl-Heinz Strauss hebt die hohe Wertschöpfungstiefe des Unternehmens hervor und betont die Bedeutung der PORR-Akademie für die Ausbildung und Entwicklung von Fachkräften im Bauwesen. Durch gezielte Schulungen und Weiterbildungsprogramme werden die Mitarbeiter:innen dazu befähigt, die neuesten Technologien und Arbeitsmethoden effektiv einzusetzen und somit den Erfolg des Unternehmens weiter voranzutreiben.
Trotz unterschiedlicher Meinungen und Ansichten zur aktuellen Situation auf dem Baumarkt ist Karl-Heinz Strauss optimistisch. Er betont, dass PORR AG trotz einiger Herausforderungen im Wohnbau und regulatorischen Schwierigkeiten im Infrastrukturbereich weiterhin auf einem soliden Kurs ist. Durch ihre breite Diversifizierung und Expertise in verschiedenen Bereichen des Bauwesens bleibt das Unternehmen gut aufgestellt, um auch in unsicheren Zeiten erfolgreich zu sein.
Im Wohnungsbau gibt es zwar einige Probleme wie hohe Grundstückspreise und steigende Baukosten, jedoch sieht Karl-Heinz Strauss auch eine große Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Er ist überzeugt, dass die aktuellen Herausforderungen im Wohnungsbau durch innovative Lösungen und effizientes Management bewältigt werden können. Dennoch warnt er vor einem bevorstehenden "Shakeout" auf dem Markt, insbesondere für Bauträger:innen, die mit steigenden Zinsen und finanziellen Engpässen konfrontiert sind.
Ein weiteres Thema, das Karl-Heinz Strauss anspricht, ist die Demografie und die Notwendigkeit von Migration für die Bewältigung des Bedarfs an Arbeitskräften und Wohnraum. Er plädiert dafür, eine vernünftige und geregelte Einwanderungspolitik zu verfolgen, um den Herausforderungen der demografischen Veränderungen in Europa zu begegnen.
Karl-Heinz Strauss betont die Bedeutung von Megatrends wie Urbanisierung, Klimawandel, Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die maßgeblich die zukünftige Ausrichtung der Bauindustrie beeinflussen werden.
Besonders die fortschreitende Urbanisierung und die damit einhergehende Begrenzung des Flächenverbrauchs zwingen Städte dazu, nachhaltige Lösungen zu finden und in die Höhe zu wachsen. Gleichzeitig erfordert der Klimawandel eine intelligente Reaktion, um bestehende Gebäude zu schützen und lebenswerte Städte zu schaffen.
Mobilität bleibt ein entscheidender Faktor, wobei die Integration verschiedener Verkehrssysteme und die Förderung von alternativen Energien im Vordergrund stehen. Die Digitalisierung wird ebenfalls eine Schlüsselrolle spielen, insbesondere mit der verstärkten Nutzung von Building Information Modeling (BIM) und anderen innovativen Technologien.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit, der sich die Bauindustrie zunehmend verpflichtet fühlt. Unternehmen wie PORR AG setzen verstärkt auf nachhaltige Bauweise und arbeiten daran, CO₂-Emissionen zu reduzieren und ressourcenschonende Bauprojekte umzusetzen.
Karl-Heinz Strauss appelliert an eine gestaltende Politik, die klare Entscheidungen trifft und die Entwicklung der Baubranche unterstützt. Er betont die Notwendigkeit von einheitlichen Vorgaben und einer offenen Diskussion über zukunftsweisende Themen wie Elektromobilität und alternative Energien.
Abschließend bleibt laut Karl-Heinz festzuhalten, dass die Baubranche trotz herausfordernder Zeiten optimistisch in die Zukunft blickt. Durch Schulterschluss mit anderen Branchen und eine proaktive Herangehensweise können innovative Lösungen entwickelt werden, um den Megatrends der Zukunft erfolgreich zu begegnen.
Karl-Heinz’ Optimismus ist auch in seinem reflektierten Umgang mit Fehlern und Rückschlägen zu spüren:
"(...) Das gehört zum Unternehmertum dazu, weil es kann nicht alles gut gehen. Wenn es nur gut geht – ja, wenn es nur gut geht, dann fürchte ich mich eigentlich schon sehr, weil dann ist der Moment, dass wieder was schiefgeht, ungleich größer."
– Karl-Heinz Strauss
Die Themen des DW Podcast mit Karl-Heinz Strauss im Überblick:

Im Gespräch mit Michél-Philipp Maruhn erläutert Raimund Heinl, CEO von Saint-Gobain Germany & Austria, wie Nachhaltigkeit und Innovation die Baubranche und ein Unternehmen dieser Größenordnung beeinflussen. Erfahrt, wie Saint-Gobain die Energiewende angeht und welche Rolle Cradle-to-Cradle dabei spielt.
In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Raimund Heinl, dem CEO von Saint-Gobain Germany & Austria. Saint-Gobain ist ein riesiges Unternehmen mit einem Umsatz von über 50 Milliarden € und einer globalen Präsenz in 75 Ländern. Was bedeutet Nachhaltigkeit für Unternehmen von dieser Größe und wie sieht es mit Konzepten wie "Cradle to Cradle" aus? Diesen Fragen geht Michél unter anderem auf den Grund und lässt dabei keine Phrasen aus den üblichen PowerPoint-Präsentationen von Unternehmen zu. Raimund Heinl spricht ohnehin offen und ehrlich über seine persönlichen Perspektiven, Wünsche und Herausforderungen.
Als Raimund über seine 37-jährige Karriere bei Saint-Gobain spricht, wird deutlich, dass Erfolg nicht nur von Zahlen und Umsätzen abhängt, sondern auch von Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und einem offenen Blick für neue Möglichkeiten. Seine Erfahrungen aus internationalen Märkten werfen ein neues Licht auf den deutschen Baustoffmarkt, der sich in seiner Komplexität und Stagnation von anderen Märkten unterscheidet.
Ein weiterer Aspekt, den Raimund anspricht, ist die Dynamik des Wachstums. Während Deutschland mit seinen komplexen Bauvorschriften und einem gesättigten Markt Herausforderungen bietet, erleben andere Länder eine Phase des Aufbruchs und der Innovation.
Raimund Heinl betont, dass Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der Konzernstrategie von Saint-Gobain ist. Als Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Leichtbauprodukten spezialisiert hat, strebt Saint-Gobain danach, Gebäude zu schaffen, die CO₂-arm sind, wenig Energie verbrauchen und weitgehend recycelbar sind.
Die Vision einer nachhaltigen Zukunft wird jedoch nicht nur von staatlichen Anreizen vorangetrieben. Raimund Heinl hebt hervor, dass die Initiative zur Förderung der Nachhaltigkeit von Saint-Gobains globalem CEO stammt. Dieser hat das Unternehmen in eine nachhaltige Richtung gelenkt, lange bevor die deutsche Regierung sich mit dem Thema intensiver befasste.
Der globale CEO von Saint-Gobain, ein erfahrener Experte der Bauindustrie, hat die Vision des Unternehmens maßgeblich geprägt und es als nachhaltiges Leichtbauunternehmen positioniert.
Raimund erläutert die konkreten Maßnahmen, die Saint-Gobain ergreift, um seine Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dazu gehören die Entwicklung von Produkten mit geringem CO₂-Fußabdruck, die Optimierung von Herstellungsverfahren zur Reduzierung des Energieverbrauchs und die Umstellung auf CO₂-freie Rohstoffe.
Raimund Heinl spricht über die vielfältigen Produkte von Saint-Gobain, die einen großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit von Gebäuden haben. Insbesondere das Thema Glas wird näher beleuchtet, da es eine der komplexesten Herausforderungen darstellt. Raimund Heinl erklärt, dass Glasproduktion ohne fossile Brennstoffe eine große Herausforderung ist, da Glasblasen vermieden werden müssen. Saint-Gobain investiert daher intensiv in die Forschung, um alternative Produktionsmethoden zu entwickeln, die den Einsatz fossiler Brennstoffe reduzieren oder sogar eliminieren.
In Bezug auf den deutschen Primärenergieverbrauch macht Raimund deutlich, dass 80 % fossile Energieträger ausmachen, während nur 20 % auf Strom entfallen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese 80 %, die derzeit noch aus Kohle, Gas und Öl stammen, in grünen Strom umzuwandeln, um langfristig eine CO₂-neutrale Energieversorgung zu erreichen. Dieser Umwandlungsprozess, der vor allem auf erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie setzen würde, stößt jedoch an seine Grenzen – sowohl in Bezug auf die technische Machbarkeit als auch die Geschwindigkeit der Umsetzung.
Die Diskussion um alternative Lösungen wie Wasserstoff als Speichermedium ist zwar relevant, jedoch allein keine umfassende Lösung für die Herausforderungen der Energiewende, so Raimund Heinl.
"Um die 80 %, die heute fossil sind (...) in grünen Strom umzuwandeln, kann sich jeder vorstellen: Ist nicht möglich. So viele Windräder und Solarzellen kann ich nicht bauen, weiß ich nicht, aber jedenfalls nicht mit der heutigen Geschwindigkeit."
– Raimund Heinl
Ein Bereich, in dem Saint-Gobain bereits weit fortgeschritten ist, ist die Produktion von ISOVER-Produkten. Ein Beispiel, das er anführt, ist die Produktion von ISOVER Isolierglas, das dazu beiträgt, den Energieverbrauch von Gebäuden zu reduzieren. Durch die Verwendung von energieeffizienten Materialien können Investitionen innerhalb kurzer Zeit amortisiert werden. Bei ISOVER-Produkten wird bereits zu einem Großteil Recyclingglas verwendet.
Obwohl die Umstellung auf Grünstrom eine komplexe Herausforderung darstellt, ist Saint-Gobain entschlossen, langfristig auf erneuerbare Energien umzusteigen.
Die drastischen Preiserhöhungen für Gas haben Saint-Gobain vor enorme Herausforderungen gestellt. Um auf zukünftige Engpässe vorbereitet zu sein, hat das Unternehmen Maßnahmen ergriffen, um seine Produktion auf alternative Energiequellen wie Heizöl umzustellen. Dennoch betont Raimund Heinl die Notwendigkeit einer klaren Energiepolitik seitens der Bundesregierung, um langfristige Lösungen zu finden.
Er kritisiert die fehlende Kohärenz und Logik in der Kommunikation der aktuellen Energiepolitik und plädiert für klare Leitlinien und Unterstützung seitens der Regierung. Außerdem sagt Raimund, dass Unternehmen wie Saint-Gobain bereit sind, sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen, aber eine klare Orientierung und Unterstützung von staatlicher Seite erforderlich ist, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen.
"Ich verspreche mir, dass die Bundesregierung eine klare Linie reinbringt und klare Leitplanken setzt, damit wir als Industrie auch wissen, was wir tun müssen, eine klare Orientierung haben. Da muss auch eine Logik rein, die heute nicht da ist."
– Raimund Heinl
Ein einfaches Beispiel aus Frankreich zeigt, wie eine klare und vereinfachte Struktur die Akzeptanz und Umsetzung von nachhaltigen Maßnahmen fördern kann.
Es gibt in Frankreich einen unkomplizierten Sanierungsfahrplan, der stabil ist. Wenn ein Sanierungsprojekt startet, weiß man in Frankreich, dass der Fahrplan auch noch in einem Jahr gilt. Das bedeutet, die Unternehmen müssen sich nicht hetzen und können sich darauf verlassen.
Im Gegensatz dazu ist die Förderlandschaft in Deutschland oft so komplex, dass viele Menschen sich nicht damit auseinandersetzen wollen oder können.
Raimund Heinl erläutert auch, wie Saint-Gobain intern das Thema Nachhaltigkeit kommuniziert und die Mitarbeiter:innen einbindet. Kleine Maßnahmen im Unternehmen werden gefördert, um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu stärken, und es wird viel über die Energiewende kommuniziert, um das Engagement der Mitarbeiter:innen zu fördern.
Die Diskussion hebt die Bedeutung einer klaren und einfachen Kommunikation hervor, um die breite Bevölkerung und Unternehmen gleichermaßen für das Thema Nachhaltigkeit zu gewinnen und sie aktiv einzubeziehen.
Raimund Heinl betont die entscheidende Bedeutung der Digitalisierung für die Optimierung der Produktionsprozesse bei Saint-Gobain. Durch den Einsatz digitaler Technologien können Energieverbrauch, Abfallproduktion und Produktqualität verbessert werden. Ein Beispiel dafür ist die präzise Steuerung der Feuchtigkeit beim Herstellungsprozess von Rigips, um den Energieeinsatz zu minimieren.
Zudem diskutiert Raimund Heinl das Konzept von Cradle-to-Cradle am Beispiel von Rigipsplatten. Saint-Gobain arbeitet aktiv daran, Produkte wie Rigipsplatten kreislauffähig zu machen. Dies geschieht durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die Altmaterialien recyceln und in den Produktionsprozess zurückführen. Diese Partnerschaften ermöglichen es Saint-Gobain, einen hohen Anteil an Recyclingmaterial in ihren Produkten zu integrieren und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren.
Ein weiteres Thema von Michél ist die potenzielle Einführung von Leasingmodellen für Bauprodukte, ähnlich wie bei Autos. Dies würde es Kund:innen ermöglichen, Produkte wie Fenster über einen längeren Zeitraum zu nutzen und am Ende der Nutzungsdauer zurückzugeben, um sie wiederzuverwenden oder zu recyceln.
Raimund Heinl betont auch die herausragende technische Komplexität des deutschen Marktes im Vergleich zu anderen Ländern. Diese Komplexität bietet Chancen für innovative Lösungen und hochwertige Produkte im Bereich Bau und Renovierung.
Das Gespräch endet mit einem Ausblick auf die Zukunft und den ehrgeizigen Zielsetzungen von Saint-Gobain, bis 2045 CO₂-neutral zu sein. Raimund Heinl betont die Notwendigkeit, bereits jetzt die Technologien vorzubereiten, um diese Ziele zu erreichen, und verweist auf eine mögliche erneute Zusammenkunft in drei bis fünf Jahren, um den Fortschritt zu überprüfen.

In dieser Folge des DIGITALWERK-Podcasts spricht Michél-Philipp Maruhn mit Max Wörner, der Co-Founder und Vorstand der TRIQBRIQ AG. TRIQBRIQ, ein Unternehmen, das mit seiner Methode an das Lego-Prinzip erinnert, jedoch mit einem nachhaltigen Twist – ihre Bausteine bestehen aus Holz und eröffnen damit völlig neue Möglichkeiten im modularen Wohnungsbau.
Max Wörner, ein Mann mit einer Vision und einem unermüdlichen Streben nach Innovation, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Baubranche zu revolutionieren. Von einem jungen Unternehmer, der bereits mit 18 Jahren sein erstes Einzelunternehmen gründete, bis hin zum heutigen Vorstand der TRIQBRIQ AG, hat Max einen beeindruckenden Weg zurückgelegt.
Sein Werdegang ist geprägt von einem unstillbaren Durst nach Fortschritt und einer Leidenschaft für die Natur. Ursprünglich aus dem Leistungssport kommend, war Max viel in der Natur unterwegs, vor allem beim Klettern. Diese Erfahrungen brachten ihn schließlich in die Welt des Bauens. Doch während der Baubranche oft der Ruf der Nachhaltigkeit fehlt, sah Max hier eine Chance für Veränderung.
Mit einem ausgeprägten Sinn für Prozesse und einem starken Netzwerk an Partner:innen begann Max, in die Baubranche einzutauchen. Er gründete Unternehmen, renovierte Immobilien und entwickelte Projekte – alles mit dem Ziel, nachhaltiger zu gestalten. Doch es war seine Affinität zu Holz, die schließlich den Wendepunkt markierte.
Für Max ist Holz nicht nur ein Baumaterial, sondern eine Quelle der Begeisterung. Die Tatsache, dass Holz zu einem Großteil aus Luft und Biomasse entsteht, fasziniert ihn. Hinzu kommen die bauphysikalischen Eigenschaften und die langjährige Tradition des Holzbaus. Warum also nicht auf diesen bewährten Rohstoff setzen und die Vorteile nutzen?
"Also erstensmal ist der Werkstoff Holz genial. Er entsteht einfach so wirklich durch Luft und Liebe. Also 99,9 und ein paar zerquetschte Prozent kommen wirklich aus der Luft und daraus wird Biomasse."
– Max Wörner
Doch Max erkannte auch die Herausforderungen der Holzbauindustrie – von der Vermarktung bis hin zu den Prozessen. TRIQBRIQ AG wurde geboren aus dem Wunsch, diese Hindernisse zu überwinden und den Holzbau in die Zukunft zu führen.
Nachdem die Vision geboren war, musste sie in die Realität umgesetzt werden. Max und sein Team standen vor zahlreichen Herausforderungen. Eines der größten Hindernisse war die Produktion selbst. Wie baut man eine Fabrik für ein Produkt, das es so noch nicht gab?
Die ersten Prototypen der Bricks aus Holz wurden von Hand gefertigt, mit einfachen Werkzeugen und viel Geduld. Doch bald wurde klar, dass diese Methode nicht nachhaltig war – weder ökonomisch noch effizient. Also musste eine neue Lösung her.
Max und sein Team nahmen die Sache selbst in die Hand. Sie recherchierten, experimentierten und lernten alles über Automatisierung und Holzbearbeitung. Schließlich beschlossen sie, ihre eigene Produktionsanlage zu bauen. Mit gebrauchten Industrierobotern und einem DIY-Ansatz begannen sie, die Anlage Stück für Stück aufzubauen.
Es war ein Prozess voller Herausforderungen und Rückschläge. Aber Max und sein Team ließen sich nicht entmutigen. Sie kämpften sich durch lange Nächte und technische Probleme, bis ihr Traum endlich Realität wurde.
Heute steht in Tübingen die erste TRIQBRIQ-Fabrik. Hier werden die einzigartigen Bausteine mit einer Präzision und Geschwindigkeit hergestellt, die zu Beginn undenkbar schien. Jeder Stein ist ein Symbol für die unermüdliche Entschlossenheit eines Teams, das an seine Vision geglaubt hat.
Max erläutert ausführlich die vielfältigen Quellen, aus denen das Holz für die TRIQBRIQ-Produktion stammt. Dabei betont er die Experimentierfreude des Unternehmens in Bezug auf verschiedene Holzarten und -quellen, die dank ihrer Technologie problemlos verarbeitet werden können. Max erklärt, dass die Grundstruktur jedes Bricks aus einem einzigen Stück Holz besteht, das in kleinere Elemente geschnitten und dann mithilfe von Holzdübeln zu einem stabilen Modul verbunden wird. Diese innovative Bauweise ermöglicht es, verschiedene Holzsorten zu verwenden, ohne auf Leim oder Verbundwerkstoffe zurückgreifen zu müssen.
Michél ist beeindruckt von der Produktionskapazität und fragt, wie viele Steine pro Tag oder Woche hergestellt werden. Max erzählt, dass das Werk bereits einen beachtlichen Output erreicht hat, aber aufgrund der steigenden Nachfrage und der begrenzten Logistikfähigkeiten des Standorts eine rasche Skalierung erforderlich ist. TRIQBRIQ plant, ihre Produktionskapazität durch die Integration weiterer Anlagen zu erhöhen und das Produktionsverfahren modular zu gestalten, um Engpässe zu vermeiden und die Logistik zu optimieren.
Als Michél nach den potenziellen Kunden von TRIQBRIQ fragt, erklärt Max, dass Architekt:innen, Projektentwickler:innen und Bauunternehmer:innen gleichermaßen an dem innovativen Baustoff interessiert sind. Er betont die Einfachheit der Installation, die es sogar Fachkräften außerhalb des traditionellen Baugewerbes ermöglicht, die Steine zu verbauen. Dies ist Teil ihrer Strategie, sich nicht nur an spezialisierte Baufirmen zu richten, sondern auch an breitere Märkte wie den Rohbau- und Hochbau.
Max erläutert die Herausforderungen traditioneller Bauprozesse und die Vorteile der modularen Bauweise von TRIQBRIQ. Er betont die Bedeutung von Effizienz und Flexibilität im Bauprozess und erklärt, warum kleine Arbeitspakete und eine dezentrale Fertigung den Bauablauf optimieren können. Max macht deutlich, dass TRIQBRIQ nicht nur auf große Projekte abzielt, sondern auch individuelle Kundenwünsche berücksichtigt und ein Netzwerk von Partner:innen aufgebaut hat, um eine ganzheitliche Lösung anzubieten.
Als Michél nach der Akzeptanz des Unternehmens in der Bauindustrie fragt, erklärt Max, dass TRIQBRIQ zur richtigen Zeit mit einem innovativen Produkt auf den Markt gekommen ist, das die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Baustoffen bedient. Er betont die Bedeutung von Partnerschaften und betont, dass alle Partner:innen im Netzwerk von TRIQBRIQ profitieren sollen.
"Jeder soll sein Geld verdienen und jeder Partner ist extrem wichtig. Also wenn ich was gelernt habe im Unternehmertum, dann ist es Netzwerk, Partnerschaften und Zusammenarbeiten. Jeder soll daran Geld verdienen, denn umso mehr kann man skalieren."
– Max Wörner
Max spricht auch über die Herausforderungen bei der Etablierung des Unternehmens in der Bauindustrie und die Notwendigkeit, die Ideologie und die Werte von TRIQBRIQ in der gesamten Lieferkette zu verankern.
Schließlich diskutieren Michél und Max die Rolle des Vertriebs und die Art und Weise, wie TRIQBRIQ seine Produkte vertreibt. Max erklärt, dass das Unternehmen bisher auf direkten Vertrieb verzichtet und stattdessen auf Netzwerkarbeit und Öffentlichkeitsarbeit setzt. Er betont die Bedeutung von Beratung und individueller Betreuung für Kund:innen, um sicherzustellen, dass nachhaltiges Bauen nicht nur eine Option ist, sondern zur Norm wird. Das Unternehmen möchte nicht nur revolutionäre Produkte entwickeln, sondern auch die gesamte Branche in eine neue Ära des Bauens führen.
Max erzählt, dass ihre patentierte dreiaxiale Struktur weltweit geschützt ist, was es für Wettbewerber:innen schwierig macht, ähnliche Produkte herzustellen. Diese innovative Bauweise ermöglicht es ihnen, herkömmliche Mauersteine durch ihre modularen Ziegelsteine zu ersetzen, was eine bahnbrechende Veränderung im Bauwesen darstellt.
Doch was ist mit der Konkurrenz? Michél erkundigt sich nach etablierten Playern in der Branche und möglichen Veränderungen im Markt. Max erklärt, dass es derzeit keine vergleichbaren Produkte gibt und dass sie eine Nische besetzen, die bisher unerreicht war. Während es kleinere Bauteilsysteme aus anderen Ländern gibt, sind diese entweder noch nicht zugelassen oder erfordern zusätzliche Verstärkungen, die ihre Effizienz beeinträchtigen.
Ein weiteres interessantes Gesprächsthema ist der Einsatz ihrer Technologie im Geschosswohnungsbau. Max offenbart, dass sie bereits eine Statik für ein achtgeschossiges Gebäude entwickelt haben und sogar die Möglichkeit sehen, noch höher zu bauen, indem sie verschiedene Festigkeitsklassen von Holz mischen. Diese Flexibilität ermöglicht es ihnen, große Gebäude mit Leichtigkeit zu konstruieren und dabei innovative Lösungen für statische Herausforderungen zu finden.
Doch wie sieht es mit hybriden Konstruktionen aus? Michél fragt nach der Integration von Betonelementen wie Fahrstuhlschächten in ihre Holzbauweise. Max betont, dass sie technologieoffen sind und bereit sind, alle Möglichkeiten zu erkunden, um ihren Kund:innen die bestmöglichen Lösungen anzubieten. Während einige Elemente wie Fahrstuhlschächte aus Beton sein können, streben sie danach, so viel wie möglich auf Holz umzustellen, um die ökologischen Vorteile dieser Bauweise zu maximieren.
Abschließend diskutieren die beiden über die Zukunft von TRIQBRIQ und die Möglichkeit, ihre Technologie in einem Franchise-System zu skalieren. Max zeigt sich optimistisch und betont die Vielfalt der Wege, die vor ihnen liegen. Von der Weiterentwicklung ihrer Produkte bis hin zur Zusammenarbeit mit bestehenden Fertigungsanlagen erkennen sie zahlreiche Möglichkeiten, ihr Geschäft auszubauen und gleichzeitig ihre Vision einer nachhaltigeren Bauweise zu verwirklichen.
In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Angelique Renkhoff-Mücke, die Vorstandsvorsitzende von WAREMA Renkhoff SE über ihre unternehmerische Reise bei einem der führenden Hersteller von Sonnenschutzlösungen. Es geht um die Herausforderungen sowie Chancen eines vielseitigen Unternehmens, das auf Qualität, Innovation und digitale Transformation setzt. Außerdem: Wie hat Angelique ihre Karriere in einer männerdominierten Branche bisher erlebt?
In dieser Podcastfolge steht eine starke Persönlichkeit im Mittelpunkt: Angelique Renkhoff-Mücke, die Vorstandsvorsitzende von WAREMA Renkhoff SE. Bekannt für ihre hochwertigen Markisen, ist WAREMA Renkhoff SE jedoch weit mehr als nur ein Hersteller von Sonnenschutzprodukten. Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum an Lösungen, von Rollläden bis hin zu innovativen technischen Systemen zur Steuerung von Gebäudeanlagen – und das alles mit einem klaren Fokus auf Qualität und Innovation.
Angelique gewährt Einblick in ihre unternehmerische Reise, die im Jahr 2000 bei WAREMA Renkhoff SE begann. Als jüngstes Mitglied der Unternehmerfamilie betrat sie die Bühne des Familienunternehmens mit einer Mischung aus Herausforderungen und Chancen. Doch mit Entschlossenheit und Vision hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass WAREMA Renkhoff SE heute für eine erfolgreiche Transformation steht.
Im Gespräch mit Michél teilt Angelique Renkhoff-Mücke ihre Geschichte, ihre Motivation für den Einstieg ins Familienunternehmen und die Erfahrungen, die sie auf diesem Weg gesammelt hat. Sie spricht von ihrem tiefen Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Mitarbeiter:innen bis hin zu ihrer unerschütterlichen Leidenschaft für unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten.
"Das war auch gerade am Anfang tatsächlich so eine Art Rucksack, weil ich hatte ein wahnsinniges Verantwortungsgefühl, dass ich für diese Menschen, für die Familien, die dahinter stehen, verantwortlich bin."
– Angelique Renkhoff-Mücke
Ursprünglich als Franchisenehmer gestartet, war WAREMA Renkhoff SE bekannt für seine innovativen Außenjalousien, die sich schnell zu einem Kernprodukt entwickelten. Trotzdem begann die Geschichte von WAREMA Renkhoff SE nicht mit Markisen, wie viele vielleicht vermuten würden. Angelique erzählt, wie ihr Vater als Visionär die Zukunft der Gebäudesteuerung vorwegnahm und mit dem Aufkommen von Raffstoren einen Meilenstein setzte.
Aber wie gelang es WAREMA Renkhoff SE, sich vom Franchisenehmer zu einem eigenständigen, innovativen Unternehmen zu entwickeln?
WAREMA Renkhoff SE diversifizierte sich sukzessive und bietet heute ein umfangreiches Angebot, das von Markisen bis zu hochmodernen Sonnenschutzlösungen reicht.
Obwohl WAREMA Renkhoff SE im B2B-Bereich erfolgreich ist, bleibt das Unternehmen für viele Endverbraucher:innen im Verborgenen. Angelique erklärt, dass dies zum Teil daran liegt, dass WAREMA Renkhoff SE hauptsächlich im Geschäftskundenmarkt tätig ist und Endverbraucher:innen ihre Entscheidungen oft den Architekt:innen und Planer:innen überlassen. Zudem muss Sonnenschutz nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend sein, was die Wahrnehmung des Unternehmens im Privatkundenmarkt beeinflusst.
Die Vielfalt der Produkte von WAREMA Renkhoff SE spiegelt nicht nur die technologische Innovation, sondern auch die sich wandelnden Bedürfnisse der Kund:innen wider. Insbesondere im Kontext des Klimawandels gewinnt der Sonnenschutz an Bedeutung, nicht nur auf Terrassen, sondern auch im Bereich des Outdoor-Livings. Angelique erinnert sich daran, dass WAREMA Renkhoff SE im Jahr 1998 einen Umsatz von 360 Millionen DM erwirtschaftete, während das Unternehmen heute einen Umsatz von über 750 Millionen Euro verzeichnet.
Eine der herausragenden Eigenschaften von WAREMA Renkhoff SE ist die individuelle Fertigung jedes Produkts nach Maß. Diese Einzelfertigung stellt eine enorme Komplexität dar, aber gleichzeitig ist sie auch der Schlüssel zur Erfüllung der individuellen Anforderungen von Kund:innen und Architekt:innen. Angelique betont, dass diese Komplexität gleichzeitig das Alleinstellungsmerkmal von WAREMA Renkhoff SE darstellt.
Die Größe von WAREMA Renkhoff SE bietet nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen. Mit zunehmender Regulatorik und bürokratischen Anforderungen sieht Angelique eine klare Notwendigkeit für Unternehmen, eine bestimmte Größenordnung zu erreichen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Die Skalierbarkeit und Ressourcen, die mit einer größeren Unternehmensgröße einhergehen, ermöglichen es, den Anforderungen der modernen Geschäftswelt effektiv zu begegnen.
Die Diskussion über die optimale Unternehmensgröße führt zu interessanten Überlegungen darüber, wie WAREMA Renkhoff SE in verschiedenen Märkten agiert. Während das Unternehmen in Europa stark vertreten ist, exportiert es auch weltweit, von den USA bis nach China. Trotz der globalen Präsenz bleibt die Baukultur in Europa ein zentraler Fokus für WAREMA Renkhoff SE. Die Qualität und Leistung der Produkte stehen im Vordergrund, unabhängig vom Ursprungsland.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kund:innenansprache. Trotz der fortschreitenden Digitalisierung setzt WAREMA Renkhoff SE weiterhin auf den Fachhandel und das Handwerk, um die komplexe Beratung und Montage ihrer Produkte zu gewährleisten. Angelique betont die Bedeutung des Fachhandwerks bei der Bereitstellung hochwertiger Dienstleistungen und Produkte, insbesondere im Bereich des Sonnenschutzes.
Die Reise der Digitalisierung begann für Angelique vor etwa sieben Jahren mit einem inspirierenden Besuch im Silicon Valley. Dort erkannte sie die Notwendigkeit für Veränderungen in ihrem Unternehmen und machte die Digitalisierung zur “Chefsache”. Zurück in Deutschland setzte sie sich zum Ziel, die gesamte Unternehmenskultur zu verändern und die Mitarbeiter:innen auf diese Reise mitzunehmen.
Ein zentraler Aspekt dieser Veränderung war die Einführung von Design-Thinking-Prozessen und Innovationsmanagement im Unternehmen. Dies erforderte nicht nur technisches Know-how, sondern auch die Bereitschaft, traditionelle Denkmuster zu überwinden und neue Wege zu gehen. Angelique betont die Bedeutung von Kommunikation und Transparenz, um die Mitarbeiter:innen für den Veränderungsprozess zu begeistern und sie in die Entwicklung neuer Ideen einzubeziehen.
Die Digitalisierung hat sich nicht nur auf die Produkte, sondern auch auf die gesamte Prozesskette bei WAREMA Renkhoff SE ausgewirkt. Von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Nutzung werden digitale Technologien und Automatisierung eingesetzt, um Effizienz und Qualität zu steigern.
Eine entscheidende Erkenntnis für Angelique war, dass die Digitalisierung nicht nur technologische Veränderungen mit sich bringt, sondern auch eine Veränderung der Unternehmenskultur erfordert. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Innovation gefördert wird und Mitarbeiter:innen die Freiheit haben, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen.
Durch diesen iterativen Prozess des Loslassens und Vertrauensschaffens hat Angelique eine Unternehmenskultur geschaffen, die von Zusammenarbeit, Kreativität und positivem Denken geprägt ist. Dies hat nicht nur zu einer erfolgreichen digitalen Transformation bei WAREMA Renkhoff SE geführt, sondern auch zu einer gesteigerten Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.
“Ich glaube, das ist auch wichtig. Dieses Vertrauen geben. Ich bin jemand, der grundsätzlich erst mal positiv denkt und den Menschen Vertrauen gibt und sie dann auch bestärkt.”
– Angelique Renkhoff-Mücke
Als Frau in einer von Männern dominierten Branche hat Angelique die Entwicklung des Unternehmertums in Deutschland hautnah miterlebt. Vor 25 Jahren war es noch ungewöhnlich, dass Frauen in Führungspositionen ernst genommen wurden. Doch die Zeiten haben sich geändert, obwohl teilweise immer noch Herausforderungen bestehen.
"Man muss, glaube ich, ein sehr, sehr gutes Gespür dafür entwickeln, wem man gegenübersitzt und wie man in einer Gruppe auch als Frau seine Ziele erreichen kann. An manchen Stellen muss man das auch berechnend angehen, weil Männer es genauso machen."
– Angelique Renkhoff-Mücke
In Bezug auf das Unternehmertum betont Angelique die Bedeutung von Durchhaltevermögen und positivem Denken. Trotz regulatorischer Hürden und politischer Herausforderungen müssen Unternehmer:innen die Initiative ergreifen und Verantwortung übernehmen, um ihre Visionen zu verwirklichen. Der Standort Deutschland mag seine Schwierigkeiten haben, aber er bietet auch Chancen und ein stabiles rechtliches Umfeld.
Jungen Unternehmer:innen rät Angelique, sich nicht entmutigen zu lassen und optimistisch in die Zukunft zu blicken. Erfolg kommt nicht über Nacht, sondern erfordert Ausdauer und den Willen, auch in schwierigen Zeiten weiterzumachen.

Keine Immobilie erfährt im Laufe ihres Lebens so häufige Umgestaltungen wie ein Shoppingcenter. In dieser Folge des DIGITALWERK-Podcasts spricht Michél-Philipp Maruhn mit Arndt Schwerdtfeger FRICS, Managing Director Architecture & Construction/ Chief Technical Officer (CTO) bei ECE Work & Live GmbH & Co. KG, über die Transformation von Shoppingcentern.
Arndt Schwerdtfeger FRICS, ein Experte auf dem Gebiet der Immobilienentwicklung, ist Managing Director Architecture & Construction/ Chief Technical Officer (CTO) bei ECE Work & Live GmbH & Co. KG. Zusammen mit Michél taucht er in die Welt der Shopping-Malls ein und diskutiert, wie diese sich verändern und anpassen, um auch in Zukunft relevant zu bleiben.
In den 90er Jahren erlebten Shopping-Malls einen Aufschwung, als verschiedene Einrichtungen wie Restaurants und Kinos in einem Gebäude vereint wurden. Doch mit der Zeit gerieten sie aus der Mode. Nun werden sie jedoch wiederbelebt, und Arndt Schwerdtfeger erklärt im Gespräch unter anderem, welche Rolle China als Vorreiter in diesem Prozess spielt.
Als Fellow of Royal Institution of Chartered Surveyors (FRICS) verfügt Arndt Schwerdtfeger über ein umfangreiches Netzwerk und Know-how in der Immobilienbranche, das ihm dabei hilft, hochwertige Partnerschaften zu knüpfen und innovative Lösungen zu entwickeln. Seine Reise in die Führungsposition bei ECE begann mit einem Architekturstudium und einer Spezialisierung auf den Baubetrieb und Projektmanagement. Seitdem hat er sich kontinuierlich weiterentwickelt und ist aktuell sowohl als Managing Director als auch als Chief Technical Officer (CTO) tätig.
"Ich habe schlicht eine Doppelrolle (...) Wir sind über die ECE Work & Live im Bereich des Trader Developments tätig. Wir haben mit der ECE Real Estate Partners einen hauseigenen Fond und übergreifend eine Servicegesellschaft, die ECE Group."
– Arndt Schwerdtfeger
Als Managing Director ist er für alle planerischen und baulichen Belange im Shoppingcenterbestand verantwortlich, während er als CTO alle Aktivitäten im Bereich des Trader Developments leitet. Von Machbarkeitsstudien bis zur baulichen Realisierung von Gebäuden in verschiedenen Sektoren wie Wohnen, Hotels und Büros koordiniert er ein Team, das alle planerischen und baulichen Herausforderungen der Immobilienentwicklung meistert. In Kombination mit der Entwicklung gibt es dabei auch immer eine starke technische Komponente.
ECE, ist ein Eigentümer gemanagtes Unternehmen der Familie Otto und seit über 50 Jahren im Immobilienentwicklungsgeschäft tätig. Was einst als Einkaufs-Center-Entwicklung (daher der Name ECE) begann, hat sich im Laufe der Zeit zu einem vielfältigen Portfolio entwickelt, das neben Shoppingcentern auch Wohnungen, Hotels, Büros und Logistikflächen umfasst. Die Vision von Werner Otto, dem Gründer des Unternehmens, war es, das erfolgreiche Konzept der Shoppingcenter aus den USA nach Deutschland zu bringen, und das Unternehmen hat diesen Traum mit seinen innovativen Ideen und seiner unternehmerischen Weitsicht verwirklicht.
“Da ist unsere, wenn du so willst, Schwestergesellschaft. Okay, ja, also wir gehören nicht zur Otto Group, die den Versandhandel managt und macht, sondern wir sind eine Schwestergesellschaft über die Familie, wenn du so möchtest.”
– Arndt Schwerdtfeger
Arndt erzählt, dass das Family Office ein bedeutender Teil der Kapitalgeber für ECE ist, wobei Alexander Otto eine herausragende Rolle einnimmt. Er ist nahezu täglich präsent am Campus und lenkt aktiv die Geschicke des Unternehmens. Die enge partnerschaftliche Abstimmung ermöglicht einen regelmäßigen Austausch und eine effektive Zusammenarbeit. Die Familie Otto nimmt somit eine äußerst aktive und engagierte Rolle ein, die für das Unternehmen von großem Wert ist.
ECE hat somit Zugang zu beträchtlichen Kapitalmitteln, die es dem Unternehmen ermöglichen, in großem Umfang zu investieren und Projekte von erheblicher Größe und Bedeutung zu realisieren. Mit einem beeindruckenden Portfolio von ca. 33 Milliarden Euro an verwalteten Vermögenswerten und einem jährlichen Umsatz von rund 800 Millionen Euro ist ECE eine bedeutende Größe in der Immobilienbranche.
Neben dem Management von Shoppingcentern für externe Investoren ist ECE auch selbst als Projektentwickler tätig und verantwortet ein Bau- und Planungsvolumen von 2,8 Milliarden Euro. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme Reichweite und den Einfluss des Unternehmens auf dem Markt.
Mit über 3.500 Mitarbeiter:innen in 13 Ländern ist ECE ein bedeutender Arbeitgeber und bietet eine Vielzahl von Karrieremöglichkeiten in verschiedenen Bereichen, darunter Kaufleute, Ingenieur:innen, Marketingexpert:innen und Entwickler:innen. Das Unternehmen legt großen Wert auf Professionalität und Exzellenz in allen Geschäftsbereichen und investiert kontinuierlich in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter:innen.
Die Shopping-Malls von ECE erstrecken sich jeweils zwischen 30.000 bis über 100.000 Quadratmeter und verändern sich permanent. Mit 2.500 bis 2.700 Mietverträgen, die jedes Jahr verhandelt werden, ist das Unternehmen ein wichtiger Akteur im Einzelhandelssektor und spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der städtischen Landschaften in Deutschland und darüber hinaus.
Im Zeitraum zwischen den 70er und 90er Jahren erlebten Shoppingcenter einen regelrechten Boom. Ursprünglich als Orte für Konsum und Entertainment konzipiert, wandelten sich ihre Funktionen mit den veränderten Bedürfnissen der Menschen im Laufe der Zeit. Das Aufkommen des Internets und der Wandel der Lebensumstände spielten eine entscheidende Rolle. Heute suchen Menschen in Shoppingcentern nicht nur nach Produkten, sondern auch nach Erlebnissen, sozialen Interaktionen und Gastronomie.
Arndt Schwerdtfeger betont, dass die Wahrnehmung von Shoppingcentern stark von ihrem Standort abhängt. Einige Malls haben sich erfolgreich angepasst und bieten weiterhin attraktive Erlebnisse, während andere Leerstände aufweisen. Die Entwicklung hin zu mehr Gastronomie, hochwertigen Konzepten und vielfältigen Angeboten spiegelt die aktuellen Bedürfnisse wider.
Ein interessantes Beispiel für die Neugestaltung von Shoppingcentern ist das Projekt am Potsdamer Platz in Berlin. Durch eine innovative Umgestaltung und die Schaffung individueller Häuser unter einem Dach, hat man hier eine neue Atmosphäre geschaffen. Statt der traditionellen Ladenstrukturen gibt es nun eine Vielzahl von Marken und Erlebnisangeboten, die auf die Bedürfnisse verschiedener Besuchergruppen zugeschnitten sind.
In China sind die Shopping-Malls noch größer und vielfältiger. Sie dienen nicht nur dem Einkaufen, sondern auch als soziale Treffpunkte und Erlebniswelten. Einige Konzepte gehen sogar so weit, dass Besucher:innen Eintritt zahlen müssen, um spezielle Attraktionen zu erleben. Dieses experimentelle Herangehen an die Gestaltung von Shoppingcentern könnte auch in Europa Einzug halten, während traditionelle Konzepte wie Kino wieder an Bedeutung gewinnen.
Die Zukunft der Shoppingcenter liegt darin, sich kontinuierlich an die Bedürfnisse der Kund:innen anzupassen und innovative Konzepte zu entwickeln, die über den reinen Konsum hinausgehen. In Deutschland und Europa stehen Shoppingcenter vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Gewohnheiten der Verbraucher:innen zu berücksichtigen, während sie gleichzeitig auf neue Trends und Technologien reagieren.
“Keine Immobilie muss sich im Laufe ihres Lebens so häufig umgestalten wie ein Shoppingcenter.”
– Arndt Schwerdtfeger
Arndt Schwerdtfeger betont, dass der Grund für den Besuch von Shopping-Malls nach wie vor das Einkaufen ist, sei es für Kleidung, Elektronik, Lebensmittel oder Dienstleistungen. Insbesondere während der COVID-19-Pandemie wurde jedoch deutlich, dass Shopping-Malls auch als Treffpunkt und für Freizeitaktivitäten an Bedeutung gewinnen. Deshalb investieren Betreiber:innen verstärkt in Gastronomie und Entertainmentangebote, um ein ansprechendes Ambiente zu schaffen, in dem sich die Menschen gerne aufhalten.
Die klassischen Food Courts entwickeln sich dabei zunehmend zu hochwertigen Restaurants, die internationale Gastronomiekonzepte aufgreifen. Diese Veränderung spiegelt den Trend wider, dass die Menschen nicht nur essen wollen, sondern ein besonderes kulinarisches Erlebnis suchen.
Doch wie sehen die nächsten Schritte aus? Arndt Schwerdtfeger betont, dass die Zukunft der Shopping-Malls stark von Standortfaktoren abhängt. Die Entwicklung der Center wird maßgeblich beeinflusst durch Veränderungen in der Umgebung, wie zum Beispiel die Ansiedlung neuer Bildungseinrichtungen oder die Altersstruktur der Bevölkerung. Daher ist eine kontinuierliche Anpassung des Mietermixes und der Angebote unerlässlich, um den sich wandelnden Bedürfnissen gerecht zu werden.
In Bezug auf die Revitalisierung bestehender Immobilien stehen Betreiber:innen jedoch vor Herausforderungen. Die Umwandlung von Shopping-Malls in gemischt genutzte Gebäude erfordert nicht nur erhebliche Investitionen, sondern auch eine intensive Zusammenarbeit verschiedener Akteur:innen, darunter Investor:innen, Behörden und Mieter:innen. Die bürokratischen Hürden und planungsrechtlichen Vorgaben erschweren diesen Prozess zusätzlich.
Trotzdem sehen viele die Revitalisierung von Shopping-Malls als eine Chance, um innovative Konzepte zu realisieren und der steigenden Nachfrage nach Wohnraum und anderen Dienstleistungen in zentralen Lagen gerecht zu werden. Es bedarf jedoch eines ganzheitlichen Ansatzes und einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten, um diese Vision in die Realität umzusetzen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Zukunft der Shopping-Malls in Deutschland von vielfältigen Faktoren abhängt und eine kontinuierliche Anpassung an die sich wandelnden Bedürfnisse der Verbraucher:innen erforderlich ist. Trotz der Herausforderungen bieten die Shopping-Malls weiterhin großes Potenzial als attraktive Orte zum Einkaufen, Essen und Erleben.
Die Themen des DIGITALWERK Podcasts mit Arndt Schwerdtfeger im Überblick:
In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit René Habers, Head of Marketing and Communication Central and Eastern Europe bei GF Piping Systems. Von handwerklichen Wurzeln zum LinkedIn-Influencer – eine Reise durch technische Transformation, politische Standpunkte in der Wärmepumpenindustrie und die Zukunft der Bauindustrie. Außerdem spricht René über die Rolle von Daten und nachhaltigem Handeln im Bauprozess.
In einer Welt, in der Influencer oft mit Lifestyle-Themen und persönlichen Momenten glänzen, hebt sich René Habers, Head of Marketing and Communication Central and Eastern Europe bei GF Piping Systems, ab. GF Piping Systems Deutschland ist die Vertriebsgesellschaft der GF Piping Systems in Deutschland. Damit ist das Unternehmen ein Teil des Schweizer Konzerns Georg Fischer AG (GF) aus Schaffhausen.
Renés Reise vom Handwerker zum Diplomingenieur, schließlich zum Marketingexperten und “LinkedIn-Influencer” ist eine außergewöhnliche Geschichte, die zeigt, wie sich berufliche Wege entwickeln können.
Es begann mit Renés handwerklichem Geschick als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. Die Liebe zur Fotografie entwickelte er parallel dazu, wobei er das Fotografieren als eine Kunst betrachtete, die er beherrschen wollte. Ein entscheidender Moment war seine Erkenntnis in einem Architekturbüro, als er die Bedeutung der Ästhetik für Architekten verstand. Dies führte ihn dazu, das Marketing als Mittel zu sehen, ästhetische Themen zu präsentieren und zu verkaufen.
Nach einer Ausbildung als Techniker für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik und einem Bachelor-Abschluss als Diplomingenieur FH für Versorgungstechnik begann René im Vertrieb. Doch dann bot sich ihm die Gelegenheit, ins Marketing zu wechseln. Diese Chance war nicht nur eine Veränderung im Berufsweg, sondern auch eine Reflexion seiner Fähigkeiten und der Glaube seiner Kolleg:innen an seine Potenziale.
Die Transformation von einem technischen Hintergrund zum Marketingexperten mag ungewöhnlich erscheinen, aber René betont die Bedeutung der Identifikation mit den Themen, die man vertritt. Seine Kernthemen sind Klima, Klimaneutralität und nachhaltiges Bauen. Die Entscheidung, diese Themen nicht nur zu predigen, sondern auch selbst zu leben, prägt Renés Herangehensweise an Marketing und Kommunikation.
Parallel zu seiner Marketingkarriere begann René, sich auf LinkedIn als “Influencer”, wie er mittlerweile öfter betitelt wird, zu positionieren. Seine Beiträge sind keine oberflächlichen Selbstinszenierungen, sondern fundierte Darstellungen relevanter Themen. Obwohl er sich selbst nicht als hauptberuflichen Influencer sieht, hat er auf LinkedIn eine beeindruckende Reichweite von aktuell über 10.970 Follower:innen aufgebaut.
Im Verlauf des Gesprächs wird deutlich, dass die Wärmepumpenindustrie mit Herausforderungen konfrontiert ist. Dabei spielen politische Entscheidungen und mangelnde Verständlichkeit der Technologie eine entscheidende Rolle.
René betont, dass eine Kampagne, die sich unbewusst auf seinen Social-Media-Profilen entwickelt hat, eine Reaktion auf populistische Aussagen von Politiker:innen war. Diese hatten fälschlicherweise behauptet, dass Luft-Wasser-Wärmepumpen bei Null Grad wie Heizstäbe funktionieren. René entschied sich, diesen Missverständnissen entgegenzutreten, indem er seine eigene Wärmepumpe und Heizungsanlage visualisierte. Durch eine persönliche Heizphase mit extrem niedrigen Temperaturen kann er nachweisen, dass die Wärmepumpe effektiv arbeitet.
"Was ich sehr, sehr schade finde, ist, dass das durch unsere Branche und das ist mein persönliches Empfinden (...) wir eine so tolle Technik populistisch zerreißen lassen haben (...), da eine Wärmepumpe viel mehr ist als nur ein Heizungssystem."
– René Habers
René ist sich bewusst, dass seine Aktion politisch aufgeladen war, aber er sieht darin eine Chance, Missverständnisse aufzuklären und die Ingenieurtechnik hinter den Heizsystemen zu betonen. Die Debatte über erneuerbare Energien und alternative Heiztechnologien erfordert seiner Meinung nach Präzision und Verständnis für die physikalischen Grundlagen.
Die Diskussion dreht sich auch um die Sinuskurve in der Akzeptanz von Wärmepumpen. Dabei wird die Frage aufgeworfen, warum es zu einem plötzlichen Abfall in der Nachfrage kam, obwohl zuvor ein wachsendes Interesse an nachhaltigen Heizsystemen vorhanden war. Politische Entscheidungen, Lobbyeinflüsse und mangelnde visuelle Vorstellbarkeit der Technologie werden als Gründe genannt.
René kritisiert die falsche Erklärung und populistische Zerrissenheit der Wärmepumpentechnologie, die zu einem Anstieg von Gasheizungen führt. Er hebt hervor, dass die Zukunft in Technologien wie Wasserstoff liegt, betont jedoch die Notwendigkeit, diese im Kontext der finanziellen Realität und Eigenversorgung zu betrachten.
Die Diskussion wendet sich auch der Verantwortung zu. Die Kommunikation zwischen Industrie und Verbraucher:innen wird als entscheidender Faktor identifiziert. René Habers sieht die Schwierigkeit, komplexe technische Konzepte verständlich zu präsentieren. Er betont auch, dass die Branche mehr "Erklärbären" benötigt, um die Vorteile von Wärmepumpen und anderen nachhaltigen Technologien zu vermitteln.
Die Social Media-Kampagne war nicht nur ein persönlicher Ausdruck seiner Überzeugungen, sondern auch ein Appell an die Vernetzung von Menschen. René Habers möchte Ingenieur:innen, Technikinteressierte und die breite Öffentlichkeit zusammenbringen, um gemeinsam an nachhaltigen Lösungen zu arbeiten. Seine klare Botschaft: Die Technologie ist vorhanden, und es ist an der Zeit, den Blick über populistische Vereinfachungen hinaus zu richten.
Die Notwendigkeit einer verbesserten Öffentlichkeitsarbeit wird hervorgehoben, mit Verweisen auf Ressourcen wie Webseiten von Branchenverbänden und Expertenanhörungen im Bundestag. Abschließend unterstreicht René die Bedeutung von Podcasts und ähnlichen Formaten, um komplexe Themen verständlich zu präsentieren und das Verständnis für nachhaltige Technologien zu fördern.
René Habers unterstreicht die anhaltende Problematik des Fachkräftemangels in der Baubranche und plädiert für eine Veränderung der Denkweise. Effizienz und Nachhaltigkeit sollten dabei im Fokus stehen, angefangen bei der Planung bis zur Umsetzung. Eine umfassende Betrachtung des gesamten Bauprozesses ist essentziell, um Talente anzuziehen und die Branche zukunftsfähig zu gestalten.
Das Gespräch hebt die Bedeutung von Daten in der Baubranche hervor. René Habers betont, dass die Industrie noch viel Potenzial in Bezug auf Daten ausschöpfen kann. Die richtige Kommunikation von Produktstammdaten und der Aufbau eines digitalen Zwillings (BIM) ermöglichen nicht nur eine effizientere Planung, sondern auch die Einsparung von Energie und Ressourcen.
"Daten helfen uns ja, nachhaltiger zu werden. Und das ist für mich etwas wenig. Ich möchte jedem empfehlen, der Produkte auf den Markt bringt: Macht euch Gedanken darüber, welche Daten ihr produziert und wie ihr sie kommunizieren könnt."
– René Habers
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf dem praktischen Handeln. René Habers fordert dazu auf, nicht nur über nachhaltige Technologien zu sprechen, sondern diese auch zu verstehen und zu implementieren. Dies gilt nicht nur für Handwerker:innen vor Ort, sondern auch für Vertriebs- und Marketingexpert:innen. Die Authentizität der Branche wird durch das Vorleben nachhaltiger Praktiken gestärkt.
Die Zukunft der Baubranche erfordert eine multidisziplinäre Herangehensweise, die über Effizienz und Nachhaltigkeit hinausgeht. René Habers schlägt vor, sich auf das Wesentliche zu besinnen und einen nachhaltigen Weg einzuschlagen. Der Fokus sollte auf Energieeinsparung, bewusstem Verbrauch und effizienter Nutzung liegen. Durch die Implementierung dieser Grundsätze kann die Baubranche einen nachhaltigen Weg in die Zukunft einschlagen.
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In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruh mit Dr. Dominik Benner, CEO der Benner Holding. Die Benner Holding, ein traditionsreiches Familienunternehmen, hat eine transformative Reise hinter sich – von den Anfängen als Schuhgeschäft hin zu einem maßgeblichen Akteur in den Sektoren Immobilien, Technologie und Landwirtschaft. Diese Erfolgsgeschichte basiert auf Diversifikation, datengesteuerten Investitionen und einem innovativen IT-Tool, das den Immobilienmarkt revolutioniert.
In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Dr. Dominik Benner, dem CEO der Benner Holding. Dieses Familienunternehmen hat sich in den letzten 141 Jahren von einem stationären Schuh- und Kolonialwarengeschäft zu einem Player in diversen Bereichen entwickelt. Die Kombination dieser scheinbar unterschiedlichen Sektoren wirft interessante Fragen auf, die in der Podcastfolge diskutiert werden.
Die Entscheidung von Dominik Benner, vom Angestellten zum Familienunternehmer zu werden, war eine bedeutende Herausforderung. Nach dem überraschenden Tod seines Vaters übernahm er die Verantwortung für das Familienunternehmen und trat in die Fußstapfen der fünften Generation. Diese Entscheidung erforderte den Verzicht auf einen angesehenen Job und den Einstieg in eine für ihn neue Rolle.
Die Benner Holding zeichnet sich nicht nur durch ihre Präsenz im Immobiliengeschäft aus, sondern diversifiziert sich auch erfolgreich in den Tech- und Plattformsektor sowie in die Landwirtschaft. Dominik erklärt, dass die Strategie der Diversifikation darauf basiert, Assetklassen zu wählen, die wenig miteinander korrelieren, was der Holding ermöglicht, flexibel auf Marktentwicklungen und Marktschwankungen zu reagieren.
Im Bereich Wohnimmobilien konzentriert sich die Benner Holding auf etwa 4.500 bis 5.000 verwaltete Wohnungen. Dominik erklärt, dass die Benner Holding antizyklisch investiert und in der Vergangenheit von günstigen Marktbedingungen profitiert hat. Dennoch weist er darauf hin, dass die aktuellen Preise in einigen Ballungszentren wie Berlin nicht mehr wirtschaftlich sind, was zu einer vorübergehenden Investitionspause führte.
Die Landwirtschaft ist eine solide Assetklasse für die Benner Holding, trotz der Herausforderungen, denen Landwirt:innen gegenüberstehen. Dominik betont die Belastungen durch politische Reglementierungen und Flächenstillegungen, während er die Widerstandsfähigkeit dieser Assetklasse lobt.
Der Onlinehandel, der während der Corona-Pandemie einen Boom erlebte, steht ebenfalls im Fokus. Dominik gibt Einblicke in die aktuellen Herausforderungen dieser Branche, einschließlich der Erkenntnis, dass nach dem anfänglichen Anstieg viele Onlineunternehmen eine Lernphase durchlaufen und sich an stagnierende Zahlen anpassen müssen.
Die Integration von Start-ups und Technologie in die Wertschöpfungskette von Immobilien ist ein interessantes Thema. Michél erkundigt sich, ob Family Offices in Start-ups des Proptech- oder ConTech-Bereichs investieren sollten, um ihre Wertschöpfungskette zu optimieren. Dr. Dominik Benner erklärt, dass sein Unternehmen klare Investitionsrichtlinien hat und sich auf den Handels- und Plattformbereich konzentriert, um Mehrwert zu schaffen.
Dr. Dominik Benner teilt sogar Einblicke über die Beteiligungen seines Unternehmens. Er betont, dass die Digitalisierung in der Immobilienbranche noch in den Kinderschuhen steckt und vergleicht sie mit der Tech- und E-Commerce-Industrie. Die Einführung von digitalen Verwaltungsprozessen, wie virtuellen Kontonummern für Mieter:innen und Betreuung über WhatsApp, hebt die Benner Holding hervor.
Außerdem teilt Dominik seine Ansichten über unterschiedliche Zyklen von Projektentwickler:innen und Bestandshalter:innen. Er betont, dass langfristiges Denken im Bestandsbereich entscheidend ist, während Projektentwickler:innen zyklische Marktbewegungen erleben.
Dominik Benner teilt seine Einsichten zur verzerrten Verteilung von Wohnungen in deutschen Großstädten. Es gebe keinen Mangel an Wohnungen, aber eine Konzentration in bestimmten Innenstadtbereichen führe zu Überangeboten und Leerstand in Randgebieten. Lösungsansätze könnten guter öffentlicher Nahverkehr, Homeoffice-Möglichkeiten und attraktive Angebote in Randgebieten sein.
Laut Dominik wird bei Benner Holding nicht mehr nach Bauchgefühl oder traditionellen Mustern investiert, sondern auf Grundlage umfassender Datenanalysen. Insbesondere konzentriert sich das IT-Tool auf die Auswertung der Wohnungsnachfrage in verschiedenen Städten Deutschlands. Durch die Live-Auswertung von Daten aus den drei wichtigsten Immobilienplattformen des Landes werden vielschichtige Informationen gewonnen.
Das Tool berücksichtigt nicht nur gängige Kriterien wie die durchschnittlichen Mietpreise pro Quadratmeter, sondern geht weit darüber hinaus. Es analysiert die Dauer von Immobilieninseraten, die Häufigkeit von Kontaktanfragen, und sogar spezifische Informationen über potenzielle Mieter:innen, wie etwa deren Rauchgewohnheiten oder Haustierbesitz. Dies ermöglicht es Benner Holding, nicht nur die Nachfrage- und Angebotsdynamik zu verstehen, sondern auch die Qualität der Anfragen und die Attraktivität bestimmter Standorte genauer zu beurteilen.
Ein Beispiel für den Erfolg dieses datengesteuerten Ansatzes ist die Entdeckung von bislang übersehenen Investmentchancen in Städten wie Leverkusen. Eine Stadt, die zuvor nicht im Fokus stand, zeichnet sich durch ein geringes Angebot, moderate Kaufpreise und erstaunlich schnelle Vermarktungszeiten aus. Solche "Überraschungssieger" werden durch das maßgeschneiderte IT-Tool von Benner Holding identifiziert, was zu einer gezielten und effektiveren Investitionsstrategie führt.
Die Einführung dieses Tools vor zwei Jahren markierte einen Wendepunkt für Benner Holding. Es half dem Unternehmen, sich in einem zunehmend anspruchsvollen Immobilienmarkt zurechtzufinden und strategische Entscheidungen auf einer empirischen und statistischen Grundlage zu treffen. Durch das Abweichen von konventionellen Herangehensweisen und den Einsatz modernster Technologie hebt sich Benner Holding als Vorreiter in der Branche hervor.
Die Rolle von Leipzig als interessanter Akteur auf dem deutschen Immobilienmarkt wurde beispielsweise durch das IT-Tool auf den Prüfstand gestellt. Die Datenanalyse enthüllte überraschende Erkenntnisse über diese sächsische Stadt.
In der allgemein verbreiteten Meinung wird Leipzig häufig als aufstrebende Stadt mit einem dynamischen Wohnungsmarkt betitelt. Doch die detaillierte Auswertung durch das maßgeschneiderte IT-Tool offenbarte eine nuanciertere Realität. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung wies Leipzig längere Inseratsdauern, eine vergleichsweise niedrige Anzahl von Kontaktanfragen pro Inserat und eine unterdurchschnittliche Anfragequalität, auf.
Solche unkonventionellen Erkenntnisse stellen herkömmliche Annahmen infrage und verdeutlichen die Wichtigkeit einer datengetriebenen Herangehensweise. Leipzig, trotz seines allgemein als positiv wahrgenommenen Immobilienklimas, wird durch die genaue Analyse von Benner Holding nicht als bevorzugtes Investitionsziel betrachtet. Diese Erkenntnisse illustrieren die Fähigkeit des IT-Tools, die Immobilienlandschaft Deutschlands aufzuschlüsseln und gezielt nach aussichtsreichen Märkten zu suchen.
“Ja und ich gebe auch nichts auf diese öffentlichen Artikel wie Leipzig boomt oder nicht, das ist mir völlig egal mittlerweile. Weil wir unsere eigenen Daten ziehen und aufgrund der Sache einfach sagen, das machen wir, das nicht.”
– Dr. Dominik Benner
In einem Ausblick über deutsche Grenzen hinaus werden auch internationale Immobilienmärkte, insbesondere die USA und Polen, als vielversprechende Ziele betrachtet. Hierbei spielt die Flexibilität des IT-Tools von Benner Holding eine entscheidende Rolle, da es auch auf die spezifischen Anforderungen und Regularien verschiedener Länder angepasst werden kann.
Dominik erklärt, wie politische Interventionen in Berlin, wie Kappungsgrenzen und Regelungen, einen Schwarzmarkt für Wohnungsweitergaben geschaffen haben. Die Familie Benner plant, ihre Investitionen in den nächsten Jahren verstärkt auf ausländische Märkte auszudehnen, insbesondere aufgrund der als überbürokratisiert wahrgenommenen deutschen Immobilienbranche.
“Und gewisse Parteien in Deutschland haben immer mehr den Wunsch noch mehr zu regulieren, noch mehr Vorgaben zu machen und die Vermieter noch mehr zu belasten. Also, ich spreche mittlerweile schon von einem Vermieterbashing.”
– Dr. Dominik Benner
Die Diskussion zu dem Thema endet mit Überlegungen zu politischen Rahmenbedingungen und notwendigen Veränderungen in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf Neubau und Bestandsinvestitionen. Kritik wird an den bestehenden politischen Maßnahmen geäußert, wobei neue Reglements und Beschränkungen als mögliche Gründe für die Abwanderung von Investor:innen genannt werden. Der deutsche Immobilienmarkt steht vor Herausforderungen, aber die Diskussion zeigt auch internationale Perspektiven und Möglichkeiten.
Dr. Dominik Benner erläutert die Entstehung des P5 Kongresses, der den Fokus auf Workshops und Fachkenntnisse legt. Der Kongress hebt sich durch innovative Gestaltung von herkömmlichen Messen ab und bietet eine Plattform für den Austausch über die Zukunft der Branche. Der nächste Kongress wird im Juni 2024 stattfinden. Dr. Dominik Benner betont die Bedeutung von Wissenstransfer ohne werbliche Absichten.
“Aber diese Vorträge, das waren einfach nur Leute, die zahlen Geld. Und dann wird die Unternehmenspräsentation runter geredet (...) Ja, aber ich wollte irgendwie einen Kongress haben, wo du echt was lernst, für den Alltag und dein Business (...)”
– Dr. Dominik Benner
Die Themen des DIGITALWERK Podcasts mit Dr. Domink Benner im Überblick:
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Michél-Philipp Maruhn spricht mit Prof. Dr. Shervin Haghsheno, Universitätsprofessor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), über die sich verändernde Welt der Bauindustrie ein. Es geht unter anderem um BIM, Lean Management, gesellschaftliche Verantwortung und die zukünftigen Herausforderungen und Chancen dieser dynamischen Branche.
In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Prof. Dr. Shervin Haghsheno, einem renommierten Universitätsprofessor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Shervin beleuchtet die vielseitige und transformative Natur der Bauindustrie, inklusive zukunftsorientierter Bautechnologien.
Prof. Dr. Haghsheno erzählt von seinem persönlichen Werdegang und wie er durch eine inspirierende Rede eines Professors in Darmstadt seine Leidenschaft für das Bauingenieurwesen entdeckte. Dieses Erlebnis verdeutlicht die Bedeutung und den Einfluss, den Bauingenieure:innen und Bauexpert:innen auf die gebaute Umwelt und die Gesellschaft insgesamt haben.
“Man gestaltet die Umwelt, die gebaute Umwelt, man hat ganz großen Einfluss sozusagen auf die natürliche Umwelt.”
– Prof. Dr. Shervin Haghsheno
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Auseinandersetzung mit den aktuellen Herausforderungen der Bau- und Immobilienbranche, darunter das Image und Vorurteile, die oft mit der Branche verbunden sind. Shervin betont jedoch die positiven Aspekte und die vielfältigen Möglichkeiten, die sich in der Bauindustrie bieten, insbesondere im Hinblick auf Innovationen wie Building Information Modeling (BIM).
Michél und Prof. Dr. Haghsheno diskutieren auch über den gesellschaftlichen Beitrag des Bauens und die Bedeutung von Teamarbeit in der Branche. Sie unterstreichen, wie Bauingenieur:innen und -expert:innen aktiv zur Gestaltung der gebauten Umwelt beitragen und wie wichtig es ist, die positiven Aspekte und Möglichkeiten der Branche hervorzuheben.
Michél und Shervin rufen beide dazu auf, die vielseitigen Chancen und Möglichkeiten der Bau- und Immobilienbranche zu erkennen und sich aktiv für positive Veränderungen und Innovationen in der Branche einzusetzen.
Shervins Weg begann bei Bilfinger Berger, einem der großen Baukonzerne. Dort erhielt er nach seiner Promotion die Möglichkeit, sowohl in der Konzernzentrale als auch im operativen Geschäft tätig zu sein.
Trotz einer relativ kurzen Zeit in operativen Rollen wurde Shervin schnell in eine Führungsposition befördert. Diese überraschende Wendung bot ihm wertvolle Einblicke in das Management und den Umgang mit Menschen, die er bis heute schätzt. Besonders hebt er hervor, dass seine Erfahrungen im Projektmanagement eine unverzichtbare Grundlage für seine jetzige Tätigkeit am KIT darstellen.
Ein Kernthema des Gesprächs ist die Bedeutung von Entscheidungen im Bauwesen. Prof. Dr. Shervin Haghsheno betont, wie kritisch es ist, in den frühen Phasen eines Projekts die richtigen Weichen zu stellen. Dies verhindert nicht nur Konflikte, sondern maximiert auch die Effizienz und Ressourcennutzung.
Wenn es um das KIT geht, strahlt Shervin vor Stolz. Er erklärt die einzigartige Position des Instituts, das durch die Fusion von landesfinanzierten und bundesfinanzierten Einrichtungen entstanden ist. Mit seiner Expertise und Leidenschaft für das Management im Bauwesen hat er dazu beigetragen, dass das KIT national und international als eine der führenden Einrichtung im Bauingenieurwesen anerkannt ist.
Shervin erläutert, wie seine Entscheidung, sich intensiv mit Projektmanagement und Konfliktlösung zu befassen, ihn zu einem Experten auf seinem Gebiet gemacht hat. Durch seine Arbeit am KIT und seine Forschung im Bereich Lean Management setzt Shervin Standards und inspiriert die nächste Generation von Bauingenieur:innen und Manager:innen.
Wie Shervin erläutert, hat das Konzept des Lean Managements seine Wurzeln in der Automobilindustrie, insbesondere bei Toyota. Mit der Zeit wurde diese Managementphilosophie in den USA weiterentwickelt und adaptiert. Professor Gebauer, so Prof. Dr. Shervin Haghsheno, hat diese Philosophie im Bauwesen etabliert, und sein internationales Netzwerk ermöglichte es, diese Prinzipien in Karlsruhe zu implementieren.
Shervin erkannte schnell das Potenzial des Lean Managements für die Bauindustrie. Seine Arbeit in den letzten zehn Jahren hat nicht nur dazu beigetragen, das Konzept bekannter zu machen, sondern auch eine Plattform wie das German Lean Construction Institute ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk fördert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Das Gespräch vertieft sich in die strukturellen Herausforderungen der Bauindustrie. Eine hohe Fragmentierung und die Tendenz zu Ausschreibungen auf Basis des Billigstbieterprinzips führen zu ineffizienten Prozessen. Die Fragmentierung, so Prof. Dr. Shervin Haghsheno, hindert viele kleine Unternehmen daran, in Innovation und Forschung zu investieren.
"Billigstbieterprinzip bei der Ausschreibung [...] ist auch gerade nicht ein Anreiz für Innovation."
– Prof. Dr. Shervin Haghsheno
Laut Prof. Dr. Shervin Haghsheno ist die Fragmentierung innerhalb der Branche ein Hindernis für Fortschritt. Jedes Unternehmen scheint sein eigenes System zu haben, was die Integration von Lösungen erschwert. Dennoch betont er, dass die Vorteile von Building Information Modeling (BIM) enorm sind, insbesondere wenn es unternehmensübergreifend integriert wird.
Für Shervin ist klar, dass ein Kulturwandel notwendig ist. Er betont die Bedeutung von Systemanpassungen und gemeinsamen Zielen. Er sieht in Lean Management und anderen integrativen Ansätzen einen Weg, um die Branche effizienter und kooperativer zu gestalten.
“Der Mensch braucht irgendwie so einen Schmerzpunkt, wo er dann sagt, so, jetzt ändere ich etwas. Jetzt kommen wir wieder in eine schwierige Marktsituation. Ich habe Sorge, dass der Druck wieder nachlässt, an diesen systemischen Dingen zu arbeiten.”
– Prof. Dr. Shervin Haghsheno
BIM ist zweifellos die Zukunft der Branche. Die wirkliche Frage ist jedoch, wie schnell und effizient die gesamte Branche diesen Standard umsetzen kann. Große Unternehmen, die über integrierte Produktionssysteme verfügen, haben einen klaren Vorteil. Die Schlüsselbereiche sind Digitalisierung und Prozessintegration, die einander befruchten können.
Die Diskussion dreht sich auch um die Rolle von Start-ups in der Bauindustrie. Es gibt viele innovative Ideen, aber viele dieser Unternehmen stoßen auf die Herausforderung der Fragmentierung und der Kultur. Ein gutes Geschäftsmodell und Beharrlichkeit sind entscheidend für den Erfolg in diesem Bereich.
Ein weiteres drängendes Thema ist der Wohnungsmarkt in Deutschland. Prof. Dr. Shervin Haghsheno betont die sozialpolitische Verantwortung, insbesondere angesichts des Mangels an Wohnraum und steigender Mieten. Er plädiert für staatliche Interventionen und die Entwicklung eines baupolitischen Programms.
Die intensive Diskussion zwischen Michél und Prof. Dr. Shervin Haghsheno vom KIT bietet einen tiefen Einblick in die dynamische Welt der Bauindustrie. Shervins persönlicher Werdegang, geprägt von praktischer Erfahrung und akademischer Forschung, veranschaulicht die enormen Möglichkeiten und Herausforderungen, denen sich die Branche gegenübersieht. Während Technologie und Innovation im Zentrum stehen, werden auch kritische Aspekte wie die Fragmentierung der Branche und die Notwendigkeit eines Kulturwandels beleuchtet. Besonders bemerkenswert ist Shervins Leidenschaft und Vision für eine integrativere und effizientere Bauindustrie, die sich an aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen orientiert. Das Gespräch hebt die Bedeutung von Teamarbeit, nachhaltigen Praktiken und der Integration moderner Technologien hervor, die gemeinsam den Weg für eine verantwortungsbewusste und innovative Bauindustrie der Zukunft ebnen könnten.

In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie über Klimaneutralität, nachhaltiges Bauen und das innovative “CO₂-Schattenpreis-Modell” zur CO₂-Bewertung im Bauwesen. Ein tiefgehender Einblick in die Herausforderungen und Chancen der Branche.
Die Begriffe "Klimaneutralität" und "nachhaltiges Bauen" sind in den letzten Jahren zu Schlagworten in der Baubranche geworden. Doch was bedeuten sie wirklich? In dieser Podcastfolge setzt sich Michél-Philipp Maruhn mit Tim-Oliver Müller, dem Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, zusammen, um genau diesen Fragen auf den Grund zu gehen.
Laut Tim-Oliver Müller ist es zunächst wichtig zu klären, was genau unter "klimaneutral" verstanden wird. Bedeutet es, dass Gebäude oder Prozesse keine CO₂-Emissionen verursachen, oder geht es um Ausgleichsmaßnahmen, die eventuelle Emissionen kompensieren?
Der Fokus liegt nicht nur auf den gesetzlichen Vorgaben, wie dem Klimaschutzgesetz, das die öffentliche Hand zur klimaverträglichen Beschaffung verpflichtet, sondern auch auf unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Durch das Pariser Abkommen haben wir uns das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein und die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen.
Zudem gibt es zwei Dimensionen von Nachhaltigkeit:
Private Dimension: Hierbei geht es um Ziele, die durch die EU-Taxonomie und durch den Rahmen von ESG (Environmental Social and Governance) festgelegt werden. Diese Kriterien helfen dabei, Nachhaltigkeit über die Finanzierung zu gewährleisten.
Öffentliche Dimension: Hier ist CO₂ die zentrale Größe. Das Ziel ist es, das CO₂-Budget nicht zu überschreiten. Es geht darum, wie bestimmte Sektoren, wie Verkehr oder Gebäude, ihre CO₂-Ziele einhalten.
Während "klimaneutral" oft als Endziel betrachtet wird, legt Tim-Oliver Müller den Schwerpunkt darauf, "klimaverträglich" zu handeln, insbesondere in der öffentlichen Sphäre. Es ist entscheidend, klare Definitionen und Standards für nachhaltiges und verantwortungsvolles Bauen und Handeln festzulegen.
Tim-Oliver Müller betont die Relevanz einer branchenweiten Lösung. Er fordert Unternehmen jeder Größe auf, sich aktiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und betont, dass Innovation und Handlungsfähigkeit im Zentrum stehen sollten, anstatt sich nur auf theoretische Debatten zu konzentrieren.
"Jedes Unternehmen sollte sich, das ist der gute Rat, mit diesem Thema beschäftigen, allein schon mit Blick auf die eigenen Kosten, die dadurch entstehen, etwa im Bereich der Finanzierung."
– Tim-Oliver Müller
Die Zeiten, in denen die Bauindustrie ihre ökologischen Auswirkungen vernachlässigen konnte, sind vorbei. Angesichts der globalen Klimakrise und der steigenden Erkenntnis über die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns steht die Branche unter enormem Druck, umweltfreundlichere Praktiken zu entwickeln. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch effizient zu sein.
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist das von Tim-Oliver Müller vorgestellte "CO₂-Schattenpreis-Modell” des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie. Dieses innovative Modell bewertet den CO₂-Fußabdruck von Bauprojekten und bietet somit einen Rahmen, um den CO₂-Ausstoß effektiv zu reduzieren. Tim-Oliver betont die Wichtigkeit dieses Ansatzes und wie er Bauunternehmen dabei unterstützen kann, ihre CO₂-Emissionen zu minimieren. Dieses Modell könnte den Weg für eine nachhaltigere und verantwortungsbewusstere Bauindustrie in Deutschland ebnen.
Das Konzept des Schattenpreises für CO₂ geht über einfache ökologische Bewertungen hinaus. Es beinhaltet die monetäre Bewertung des CO₂-Fußabdrucks eines Bauprojekts. Dies bedeutet, dass Unternehmen nicht nur die direkten Kosten eines Projekts berücksichtigen, sondern auch die indirekten Umweltauswirkungen in ihre Kalkulation einbeziehen müssen. Dieser Ansatz fördert Unternehmen, effizientere und umweltfreundlichere Bauverfahren zu entwickeln.
Während Deutschland das Konzept des Schattenpreises für CO₂ erforscht, bieten Länder wie die Niederlande wertvolle Einblicke. Mit zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Implementierung von CO₂-Preismodellen und einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung könnte Deutschland von diesen Best Practices profitieren und sie an seine spezifischen Bedürfnisse anpassen.
Es ist unbestreitbar, dass der Übergang zu einem CO₂-Schattenpreis-Modell Herausforderungen mit sich bringt, insbesondere für kleinere Bauunternehmen.
Es stellt sich die Frage, wie sich Unternehmen, insbesondere die kleineren KMU (kleine und mittlere Unternehmen), den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen stellen können. Die betriebswirtschaftliche Perspektive betont die Notwendigkeit, den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Hierbei stoßen gerade kleinere Unternehmen auf Hürden: Oftmals fehlen ihnen die Ressourcen und das Know-how, um sich mit komplexen Themen wie CO₂-Schattenpreisen auseinanderzusetzen.
Die bestehende Bürokratie und Regulierungslast können insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eine zusätzliche Belastung darstellen. Dies führt zu einer ambivalenten Haltung: Einerseits erkennen die Unternehmen die Dringlichkeit des Klimaschutzes und die damit verbundenen Marktchancen, andererseits fürchten sie die zusätzliche Bürokratie und Kosten, die mit der Umsetzung einhergehen könnten.
Ein wesentlicher Punkt ist die Rolle der öffentlichen Auftraggeber:innen. Bei Ausschreibungsverfahren für Bauprojekte könnten Kriterien wie CO₂-Schattenpreise zu einem entscheidenden Faktor werden.
Indem öffentliche Auftraggeber:innen den CO₂-Fußabdruck als Kriterium in Ausschreibungen integrieren, können sie Anreize für Unternehmen schaffen, umweltfreundlichere Lösungen zu entwickeln. Dieser Ansatz könnte einen Dominoeffekt auslösen, bei dem Unternehmen gezwungen sind, nachhaltigere Methoden zu adaptieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Für kleine Unternehmen, die nicht über die gleichen Ressourcen und Expertise verfügen wie größere Akteur:innen, könnte dies eine ernsthafte Herausforderung darstellen. Es besteht die Sorge, dass sie im Wettbewerb benachteiligt werden, wenn sie den Anforderungen nicht gerecht werden können.
Trotz dieser Bedenken ist jedoch klar, dass die Branche vor einem Paradigmenwechsel steht. Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, müssen sich auf langfristige Veränderungen im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit einstellen. Es wird entscheidend sein, Unterstützungsstrukturen und -maßnahmen zu schaffen, die insbesondere kleinen Unternehmen helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen. Nur so kann die Bauindustrie insgesamt einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Weg einschlagen.
Es geht nicht nur darum, die CO₂-Emissionen zu reduzieren, sondern auch um eine ganzheitliche Betrachtung des Bauprozesses – angefangen bei der Materialauswahl bis hin zur Bauausführung.
Tim-Oliver Müller präsentiert das Modell mit drei klaren Prinzipien: unbürokratisch, transparent und fair.
Was bedeutet das in der Praxis?
Unternehmen können mithilfe ihrer bestehenden Tools, wie Excel-Tabellen, den CO₂-Anteil ihrer Baustoffe präzise berechnen. Ein vereinfachtes praktisches Beispiel: Ein Beton mit 30 Gramm CO₂ pro Kubikmeter führt bei 1000 Kubikmetern zu einem CO₂-Ausstoß von 30.000 Gramm.
"Wir wollen vor der Welle schwimmen. Wir wollen einen Vorschlag präsentieren, der aus Sicht der Unternehmen marktfähig ist, der unbürokratisch, fair und transparent, das Thema CO₂ in den Blick nimmt."
– Tim-Oliver Müller
Es geht nicht nur um die Materialien. Auftraggeber:innen sind nun gefordert, detaillierte Ökobilanzen für ihre Projekte zu erstellen. Dies ermöglicht den Bauunternehmen, innovative Ansätze zur CO₂-Reduzierung zu entwickeln und den eigenen Schattenpreis zu optimieren.
Der Brückenbau zeigt, dass sogar der Straßenverkehr und die damit verbundenen Staus zu CO₂-Emissionen führen. Durch effizientere Bauprozesse und eine verkürzte Bauzeit können diese Emissionen signifikant gesenkt werden.
Die Zeiten des reinen Kostenvergleichs sind vorbei. Jetzt wird der Wettbewerb um die nachhaltigste und effizienteste Lösung geführt. Das bedeutet, dass Bauunternehmen nicht nur den Preis, sondern auch den CO₂-Fußabdruck und die Bauzeit in den Fokus rücken müssen.
Neben dem CO₂-Schattenpreis-Modell betont die Diskussion die Bedeutung von Cradle to Cradle, recycelten Materialien und anderen nachhaltigen Praktiken. Die Baubranche steht vor einer tiefgreifenden Veränderung hin zu umweltfreundlicheren und verantwortungsbewussteren Praktiken.
Mit innovativen Datenbanken wie der ÖKOBAUDAT des Bundes und anderen digitalen Tools können Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele konkret umsetzen und überwachen. Die Digitalisierung wird dabei als Schlüssel zur Erreichung der ehrgeizigen Klimaziele der Branche gesehen.
Die Baubranche steht vor einer entscheidenden Wendung hin zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Im Gespräch zwischen Michél und Tim-Oliver Müller wird die Bedeutung von Klimaneutralität und gesellschaftlicher Verantwortung betont. Das CO₂-Schattenpreis-Modell des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie zeigt einen innovativen Ansatz zur Bewertung des CO₂-Fußabdrucks. Während größere Unternehmen und die Digitalisierung eine zentrale Rolle spielen, stehen KMUs vor Herausforderungen bei der Umsetzung.
Transparenz, Effizienz und die Anpassung internationaler Best Practices sind entscheidend für die Branche, um eine nachhaltigere und zukunftsfähige Richtung einzuschlagen.

Vaillant, ein Mittelständler mit fast 150 Jahren Erfahrung in der Heiztechnik hat eine lange Geschichte.. Tillmann von Schroeter, Geschäftsführer bei Vaillant Deutschland, berichtet nicht nur über die Wurzeln und Entwicklung des Unternehmens, sondern auch über die Herausforderungen und Erfolge auf dem Weg zu nachhaltiger Wärme. Erfahrt, wie Vaillant die Energiewende aktiv mitgestaltet, innovative Technologien vorantreibt und eine entscheidende Rolle in der Transformation des Heizungsmarktes spielt. Tradition trifft auf Innovation – Vaillant bleibt an vorderster Front, um die Zukunft der Heiztechnik zu prägen.
Im Herzen von Remscheid, umgeben von den grünen Hügeln vor Köln, steht die Zentrale von Vaillant, einem Mittelständler mit fast 150 Jahren Erfahrung in der Heiztechnik. Die Geschichte von Tillmann von Schroeter, dem Geschäftsführer von Vaillant Deutschland, und der Reise des Unternehmens durch die Jahrzehnte spiegelt nicht nur die Entwicklung der Heiztechnik wider, sondern auch die Herausforderungen und Triumphe auf dem Weg zu nachhaltiger Wärme.
Tillmann von Schroeter, ein leidenschaftlicher Verfechter von Energieeffizienz, erzählt von seiner langjährigen Verbundenheit mit Vaillant und wie das Unternehmen sich seit der Gründung im Jahr 2006 entwickelt hat. Die Anfänge von Vaillant reichen jedoch viel weiter zurück, bis zu den Ursprüngen im Jahr 1874. Damals begann das Unternehmen in Remscheid mit der Herstellung von Gasgeräten. Die robuste Technik und die deutsche Ingenieurskunst waren schon damals prägend für Vaillant.
"Und dann ist Vaillant ein spannender Mittelständler. Ich finde, das ist ein Asset für Deutschland. Das ist eine super Kultur und die haben mich gepackt. Und deswegen bin ich jetzt schon wirklich, wirklich lange, seit 2006, an Bord des Hafens."
– Tillmann von Schroeter
Vaillant hat seit seiner Gründung einen beeindruckenden Weg zu den modernen Heizsystemen und Wärmepumpen zurückgelegt. Der Fokus auf Innovation und Qualität hat Vaillant zu einem führenden Unternehmen in der Heiztechnikbranche gemacht. Tillmann betont, dass diese Tradition und Innovationskraft auch heute noch das Fundament von Vaillant bilden.
Das Podcast-Gespräch vertieft sich auch in die Herausforderungen, denen Vaillant in den letzten Jahren gegenüberstand. Tillmann erzählt von der plötzlichen Explosion der Nachfrage nach Wärmepumpen im Jahr 2022, als geopolitische Ereignisse den Erdgasmarkt beeinflussten. Die Nachfrage stieg sprunghaft an, und das Unternehmen musste sich anpassen, um mit diesem unerwarteten Ansturm fertig zu werden. Diese Phase der Veränderung markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte von Vaillant.
Die Energiewende und die verstärkte Nachfrage nach nachhaltigen Heizlösungen brachten neue Herausforderungen mit sich. Tillmann beschreibt, wie Vaillant mit Agilität und Innovationsgeist auf diese Herausforderungen reagierte. Die Entwicklung neuer Technologien und die Anpassung bestehender Produkte waren entscheidend, um den steigenden Bedarf an effizienten und umweltfreundlichen Heizsystemen zu decken.
Vaillant begann, verstärkt in Forschung und Entwicklung zu investieren, um technologisch auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Partnerschaft mit Forschungsinstituten und die Zusammenarbeit mit Expert:innen aus verschiedenen Branchen wurden zu zentralen Elementen der Innovationsstrategie von Vaillant. Die Geschichte von Vaillant ist somit nicht nur eine Chronik von Erfolgen, sondern auch ein Lehrstück über den Umgang mit Herausforderungen in einer sich schnell verändernden Branche.
Die Transformation des Heizungsmarktes ist ein zentrales Thema im Gespräch. Tillmann erklärt die verschiedenen Dienstleistungen des Unternehmens, von der Konfiguration von Wärmepumpensystemen bis zur Fernüberwachung und -optimierung über IoT. Dabei betont er die Bedeutung von lokaler Anpassung und Kundendienst. Vaillant geht über die bloße Herstellung von Heiztechnik hinaus; das Unternehmen bietet umfassende Lösungen für nachhaltige Wärme.
Die Einführung von innovativen Dienstleistungen, wie beispielsweise die Fernüberwachung von Heizsystemen, verdeutlicht die zukunftsorientierte Ausrichtung von Vaillant. Tillmann unterstreicht die Bedeutung dieser Dienstleistungen nicht nur für die Kund:innen, sondern auch für die Effizienz der Heizsysteme. Die Digitalisierung wird als Schlüssel zur Optimierung von Energieverbrauch und -effizienz betrachtet. Die Geschichte von Vaillant ist somit auch geprägt von einem klaren Blick für neue Möglichkeiten und einem Engagement für nachhaltige Innovationen.
Tillmann und Michél werfen einen Blick auf die jüngsten Entwicklungen auf dem Heizungsmarkt. Michél bringt die aktuelle Präferenz für andere Heizsysteme als Wärmepumpen zur Sprache, und Tillmann erklärt, wie externe Faktoren wie die Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe und gesetzliche Diskussionen die Dynamik des Marktes beeinflussen. Diese Hürden verdeutlichen die Notwendigkeit von Flexibilität und Innovation in der Branche.
Tillmann betont, dass die Vielfalt der Energiesysteme eine Schlüsselrolle in der zukünftigen Wärmeversorgung spielen wird. Eine umfassende Energiewende erfordert nicht nur den Einsatz von Wärmepumpen, sondern auch die Berücksichtigung alternativer Technologien wie erneuerbare Gase und Wasserstoff. Vaillant sieht sich in der Verantwortung, nicht nur bestehende Technologien zu optimieren, sondern auch aktiv an der Entwicklung neuer Lösungen teilzuhaben.
"Eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe sind ein Dreamteam. PV reduziert meinen eigenen Strom, und die Wärmepumpe ist ein effizienter Verbraucher."
– Tillmann von Schroeter
Abschließend gibt Tillmann einen Einblick in die aktive Rolle von Vaillant in der politischen Landschaft. Das Unternehmen engagiert sich in verschiedenen Verbänden, um Meinungen zu Technologieoffenheit, Förderung und Energiepreisstrukturen auszutauschen. Tillmann betont die Bedeutung dieser Beteiligung, um gemeinsam die Herausforderungen der Energiewende zu bewältigen. Vaillant setzt nicht nur auf unternehmerischen Erfolg, sondern trägt aktiv zur Gestaltung der energiepolitischen Agenda bei.
Vaillant versteht sich nicht nur als Produzent von Heiztechnik, sondern als ein Gestalter der Zukunft. Die Geschichte von Vaillant wird somit zu einem Plädoyer für unternehmerische Verantwortung und Engagement in gesellschaftlichen Belangen. Tillmann hebt hervor, dass die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern, Forschungsinstituten und anderen Unternehmen essenziell ist, um nachhaltige Veränderungen in der Energiebranche voranzutreiben.
Die Podcast-Folge schließt mit einem Rückblick auf die bewegten Jahre bei Vaillant und einem Ausblick auf die Zukunft. Tillmann teilt seine Überzeugung, dass die kontinuierliche Anpassung und das Lernen aus unterschiedlichen Märkten entscheidend sind, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten. Die Reise zu nachhaltiger Wärme geht weiter, und Vaillant bleibt an vorderster Front, bereit, die Zukunft der Heiztechnik mitzugestalten.
Die Geschichte von Vaillant und Tillmann von Schroeter ist eine Reise durch die Welt der Heiztechnik, geprägt von Tradition, Innovation und dem klaren Ziel einer nachhaltigen Zukunft. Vaillant hat nicht nur die Vergangenheit der Heiztechnik mitgestaltet, sondern ist auch heute ein entscheidender Akteur in der Transformation des Heizungsmarktes.
Die Herausforderungen der Energiewende erfordern nicht nur technologische Lösungen, sondern auch unternehmerisches Engagement und gesellschaftliche Verantwortung. Vaillant steht exemplarisch für ein Unternehmen, das nicht nur auf bewährte Technologien setzt, sondern aktiv an der Entwicklung neuer Lösungen teilnimmt. Die Geschichte von Vaillant ist somit auch eine Ermutigung für andere Unternehmen, ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft zu leisten.
Die Reise zu nachhaltiger Wärme ist noch nicht abgeschlossen, und Vaillant bleibt ein Vorreiter auf diesem Weg. Durch die Kombination von Tradition und Innovation, unternehmerischem Weitblick und gesellschaftlichem Engagement wird Vaillant weiterhin die Heiztechnikbranche prägen und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft leisten. Tillmann von Schroeter und Vaillant sind nicht nur Akteure in der Geschichte der Heiztechnik, sondern auch Gestalter einer Zukunft, in der nachhaltige Wärme für alle Realität wird.
Die Geschichte von Vaillant ist eine Erinnerung daran, dass in der Welt der Heiztechnik mehr steckt als nur Technologie. Es geht um Menschen, Ideen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Vaillant und Tillmann von Schroeter verkörpern diese Werte und sind Wegweiser für eine Branche, die sich im Wandel befindet.
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Die Immobilienbranche aufgemischt: Lea Mishra von POHA House im Gespräch über den revolutionären Ansatz des Co-Living-Start-ups
In der Welt der Immobilienbranche gibt es Geschichten, die nicht nur von Tradition und Konventionen erzählen, sondern auch von Innovation und Wandel. Eine solche Geschichte ist die von Lea Mishra, Co-Founder und CPO von POHA House, einem aufstrebenden Co-Living-Start-up mit einem einzigartigen Ansatz.
Leas Reise begann nicht in den Gängen von Immobilienunternehmen, sondern in einer Familie, die bereits tief in der Branche verwurzelt war. Ihr Vater gründete vor vielen Jahren die Landmarken AG, einen der größten Projektentwickler in Nordrhein-Westfalen. Obwohl Lea anfangs nicht dachte, dass sie ihren Weg in die Immobilienwelt finden würde, änderte sich dies, als das Konzept des Co-Livings in ihr Leben trat.
Die erste Begegnung mit Co-Living war für Lea nicht nur beruflich, sondern persönlich. Sie zog in ein Co-Living-Haus in Berlin, das von QUARTERS betrieben wurde. Das Konzept, mit Freund:innen zusammenzuleben, ohne sich um Möblierung oder Nebenkosten kümmern zu müssen, faszinierte sie sofort. Diese Erfahrung prägte Lea und weckte ihre Leidenschaft für Co-Living.
Nachdem Lea einige Jahre in der Tech- und Marketingbranche in Berlin gearbeitet hatte, zog sie nach Hongkong. Dort erlebte sie erneut das Co-Living-Konzept und bemerkte, dass ihre Geschwister, die bereits in der Immobilienbranche tätig waren, verstärkt mit dem Thema Co-Living experimentierten. Schließlich beschlossen sie und ihre Geschwister, eine eigene Co-Living-Marke zu gründen – POHA House war geboren.
Das Besondere an POHA House ist nicht nur das innovative Co-Living-Konzept, sondern auch die Art und Weise, wie das Unternehmen finanziert wird. Anders als viele Start-ups, die auf externe Investitionen setzen, wählt POHA House den Weg der Eigenfinanzierung und strebt eine schnelle Profitabilität an. Lea betont die Bedeutung dieses Ansatzes, der es dem Unternehmen ermöglicht, unabhängig zu agieren und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.
In dem Podcast-Interview mit Michél-Philipp Maruhn teilt Lea ihre Gedanken zu Co-Living, den Unterschieden zwischen asiatischen, amerikanischen und europäischen Märkten sowie dem speziellen Geschäftsmodell von POHA House. Sie hebt hervor, dass Deutschland, aufgrund seiner bürokratischen Hürden, einen großen Bedarf an Co-Living hat und wie POHA House versucht, diesen Bedarf zu decken.
Leas Geschichte ist geprägt von einem Perspektivenwechsel – von der Technologiebranche zurück in die Immobilienwelt. Ihre Erfahrungen als Bewohnerin und ihre Innovationsbereitschaft haben dazu beigetragen, POHA House zu einem Hidden Champion in der Co-Living-Branche zu machen. Ihr Weg zeigt, dass eine frische Denkweise und ein innovatives Konzept selbst in traditionellen Branchen wie Immobilien erfolgreich sein können.
POHA House bietet eine breite Palette von Wohnmöglichkeiten, von WG-Zimmern bis hin zu vollständigen Apartments. Der Unterschied liegt in der Inklusivität: Nebenkosten, Strom und WLAN sind in den Mietkonditionen enthalten. Doch das eigentliche Highlight ist die Schaffung von Communityflächen, die weit über die individuellen Wohnungen hinausgehen. Coworking-Bereiche, Gemeinschaftsessen, Dachterrassen und Wohnzimmer schaffen Raum für soziale Interaktion und gemeinsame Aktivitäten.
Lea betont, dass POHA House nicht nur ein Anbieter von Immobilien ist, sondern ein Lebensstil. Die Idee ist es, Ressourcen zu teilen und eine erschwingliche, innovative Wohnlösung zu bieten, die sich insbesondere an diejenigen richtet, die neu in der Stadt sind.
“Ich glaube, wir sind ein Start-up in der Art und Weise, wie wir unser Produkt aufbauen. Wir denken wirklich vieles neu. Ich glaube, es ist auch hilfreich für mich manchmal, dass ich nicht aus der Branche komme.”
– Lea Mishra
Lea hebt hervor, dass der Co-Living-Markt in Asien und Amerika bereits größer und etablierter ist. In Europa, insbesondere in Deutschland, steckt das Konzept noch in den Kinderschuhen. Der bürokratische Prozess und die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche machen das Co-Living in Deutschland jedoch zu einer vielversprechenden Alternative für viele, unabhängig von ihrer Herkunft.
POHA House hat sich darauf spezialisiert, den Prozess der Wohnungssuche zu vereinfachen. Der gesamte Ablauf, von der Anfrage bis zur Reservierung und dem Abschluss des Mietvertrags, erfolgt digital. Die Plattform bietet nicht nur eine breite Auswahl an Wohnungen, sondern ermöglicht es den Nutzer:innen auch, den Besichtigungsprozess zu umgehen und direkt zu reservieren.
POHA House wurde von vier Gründer:innen ins Leben gerufen, darunter Lea Mishra, zwei ihrer Geschwister und ihr Schwager. Mit ihrem Schwager leitet Lea das Start-up mittlerweile zu zweit. In dem Familienunternehmen kümmert sich Leas Schwager um die Immobilienseite, während die Angelegenheiten rund um das Business in ihrer Verantwortung liegen. Mit einem starken Hintergrund in der Immobilienbranche, kombiniert mit Leas Erfahrungen im Tech- und Startup-Bereich, stellt das Team eine einzigartige Mischung dar.
Ein interessanter Aspekt von POHA House ist die Entscheidung, ohne externe Investor:innen zu wachsen. Lea erklärt, dass sie durch ihre Dienstleistungen wie technisches Projektmanagement und Interior Design in der Lage sind, ihr eigenes Wachstum zu finanzieren. Diese Herangehensweise ermöglicht es dem Unternehmen, flexibel zu sein und das Wachstum durch die Eröffnung neuer Häuser voranzutreiben.
POHA House hat nicht nur eine innovative Wohnform geschaffen, sondern auch einen Lebensstil etabliert. Die Plattform verbindet Menschen, fördert die Gemeinschaft und bietet eine Antwort auf die wachsenden Bedürfnisse derjenigen, die eine erschwingliche, flexible und soziale Wohnlösung suchen.
Eine Frage von Michél dreht sich um die finanziellen Konditionen bei POHA House. Lea betont die Transparenz auf ihrer Plattform, auf der Interessierte sofort alle verfügbaren Wohnungen mit Preisen und Kautionen sehen können. Der Fokus liegt auf Fairness, und wenn eine Bewerbung abgelehnt wird, aus Gründen wie unzureichendem Gehalt, wird die Reservierungsgebühr zurückerstattet. Diese klare und transparente Herangehensweise spiegelt sich in POHA Houses Engagement für Fairness und Offenheit wider.
Lea erklärt, dass es schwer ist, die Preise mit herkömmlichen Mieten zu vergleichen. POHA House bietet nicht nur Wohnflächen, sondern auch ein umfassendes Konzept, das Wohnen, Arbeiten und soziales Leben kombiniert. Durch geteilte Flächen entsteht eine einzigartige Dynamik, die traditionelle Quadratmeterberechnungen obsolet macht. Die Flexibilität von POHA House zeigt sich auch in der Standortauswahl, Aachen oder Münster, bald auch Essen und Hamburg, bei der sie unterschiedliche Modelle von Objektbesitz anwenden.
Lea unterstreicht die Bedeutung der Gemeinschaft bei POHA House. Die Entscheidung, ob jemand in die Gemeinschaft passt, wird durch persönliche Gespräche oder Videocalls nach der Reservierung getroffen. Dabei steht die Motivation im Vordergrund. Ist es das Bedürfnis nach Vernetzung in der Community oder einfach nur die Suche nach einer Wohnung? Die Vielfalt der Bewohner:innen ist wichtig, und Toleranz gegenüber unterschiedlichen Kulturen wird in der internationalen Community von POHA House geschätzt.
Michél erkundigt sich nach der Bedeutung der Marke für die Skalierbarkeit von POHA House. Lea betont die Authentizität ihrer Marke, die durch persönliche Erfahrungen und Identifikation mit der Zielgruppe geprägt ist. Die Einbindung junger, engagierter Teams von Architekt:innen und Designer:innen, die selbst die Zielgruppe repräsentieren, verleiht der Marke von POHA House eine besondere Stärke und Authentizität.
"Ja, also es hilft ja auch, dass wir selber jung sind. Wir haben selber im Co-Living gewohnt, wir sind ja selber irgendwo die Zielgruppe. Ja, und ich glaube, das macht die ganze Marke auch ein bisschen authentischer (...)."
– Lea Mishra
Lea schließt das Gespräch mit einem Ausblick auf die Zukunft von POHA House und dem Konzept der Co-Spaces ab. Sie betont die Bedeutung dieses Megatrends, der das Teilen von Flächen und das aktive Zusammenkommen in den Mittelpunkt stellt. Der Fokus liegt darauf, trotz begrenzter Flächen die Lebensqualität zu erhalten oder sogar zu verbessern.
Insgesamt gibt das Gespräch mit Lea Mishra von POHA House einen umfassenden Einblick in die Zukunft des Wohnens und Arbeitens. Das innovative Konzept von POHA House, das auf Transparenz, Gemeinschaft und Flexibilität setzt, könnte einen entscheidenden Beitrag zur Veränderung der Immobilienlandschaft leisten. Co-Spaces könnten tatsächlich die Art und Weise revolutionieren, wie Menschen leben, arbeiten und miteinander interagieren.
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In dieser Podcastfolge geht es um mehr als das gängige Bild des Facility Managements (FM). Prof. Dr. Markus Thomzik, renommierter Innovationsforscher, beleuchtet mit Michél-Philipp Maruhn die facettenreiche Welt des FM. Jenseits von Wischmopp und Schraubenzieher diskutieren sie die Herausforderungen des Fachkräftemangels, die Chancen durch Innovation und Digitalisierung, sowie die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Branche. Der Podcast wirft auch einen Blick auf die Rolle von Top-Manager:innen, die Kontroverse um die 4-Tage-Woche und Homeoffice im FM sowie die viel diskutierte Plattformisierung in der Branche. Prof. Dr. Markus Thomzik betont die Notwendigkeit von Anpassungsfähigkeit und Innovation als Schlüssel zum Erfolg im sich wandelnden FM-Sektor.
In einer Welt, in der Innovation und Fortschritt Hand in Hand gehen, gibt es Branchen, die oft im Schatten stehen und dennoch einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft haben. Eine solche Branche ist das Facility Management (FM), die weitaus mehr ist als das gängige Klischee eines Hausmeisters mit Wischmopp und Schraubenzieher.
In dieser Podcastfolge spricht Michél-Philipp Maruhn mit Prof. Dr. Markus Thomzik, ein renommierter Innovationsforscher, Professor mit Lehrauftrag und selbst Host seines InnoFM-Podcasts.
"Mein Alltag: Ich bin Professor und erfülle meine Lehrverpflichtungen. Zusätzlich nutze ich mein Nebentätigkeitsrecht, um mich außerhalb des Lehrbetriebs zu engagieren. Das beinhaltet Beratung, Firmenbetreuung und Projekte."
– Prof. Dr. Markus Thomzik
In dem Gespräch erklärt Markus, wie tiefgreifend und vielschichtig das Facility Management wirklich ist. Dabei wird klar, dass FM nicht nur das Sauberhalten von Fluren umfasst, sondern eine entscheidende Rolle im Lebenszyklus von Immobilien spielt.
Mit mehr als 100 Folgen und zahlreichen namhaften Gästen im InnoFm-Podcast beleuchtet Markus die Vielfalt und Bedeutung dieser Branche umfassend. Doch warum hat sich ein renommierter Innovationsforscher diesem vermeintlich nüchternen Thema gewidmet?
Die Antwort liegt in der Komplexität und Dynamik des Facility Managements. Es geht nicht nur um das Reinigen von Räumen, sondern auch um die nachhaltige Planung und Bewirtschaftung von Immobilien über Jahrzehnte hinweg. Von der Architektur über die technische Infrastruktur bis hin zur nachhaltigen Organisation im Betrieb – all diese Elemente fließen in das FM ein.
Die Branche hat längst ihren Platz in der volkswirtschaftlichen Landschaft gefunden. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 150 Milliarden Euro (etwas mehr als 80 Milliarden sind extern, der Rest intern) und etwa 5 Millionen Beschäftigten in Deutschland ist das Facility Management zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. Dabei spielt nicht nur die klassische Immobilienverwaltung eine Rolle, sondern auch innovative Ansätze wie der digitale Zwilling einer Hochschule oder die Dienstleistungen der Zukunft.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Nachhaltigkeit. Die FM-Branche trägt einen erheblichen Teil zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks der Immobilienwirtschaft bei. Hierbei geht es nicht nur um ökologische, sondern auch um ökonomische Nachhaltigkeit. Die Planung und Bewirtschaftung von Immobilien müssen zukunftsfähig sein und dürfen nicht zu unüberschaubaren Betriebskosten führen, wie das Beispiel des Sana-Gebäudes verdeutlicht.
"Der größte Hebel zur Einsparung von Kosten, aber auch zur Reduzierung des CO₂-Footprints ist jeder nicht gebaute Quadratmeter und jeder nicht gebaute und betriebene Quadratmeter."
– Prof. Dr. Markus Thomzik
Im weiteren Gespräch geht es um das brisante Thema des akuten Fachkräftemangels im Facility Management (FM) und den Herausforderungen, die sich daraus für die Branche ergeben. Was dabei deutlich wird, ist nicht nur ein drängendes Problem, sondern auch die Chance, durch Innovation und Digitalisierung dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Die Diskussion beginnt mit der Erkenntnis, dass der FM-Markt bereits heute mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Zahlreiche Ausschreibungen bleiben unbeantwortet, da Dienstleister:innen aufgrund von Personalengpässen nicht teilnehmen können. Prof. Dr. Markus Thomzik weist darauf hin, dass dies nur ein Vorbote eines noch gravierenderen Problems ist: dem demografischen Wandel. Mit immer weniger Absolvent:innen, die den Arbeitsmarkt betreten, wird der Mangel an Fachkräften in den kommenden Jahren eskalieren.
In Anbetracht dieser Herausforderungen erörterten Michél und Markus die mögliche Rolle der Digitalisierung und Automatisierung als Lösung. Die Idee, durch den Einsatz digitaler Tools und Geschäftsmodelle den Personalmangel zu mildern, betrachten sie als vielversprechend. Allerdings betont Markus, dass das Nutzenversprechen dieser Technologien eingehalten werden muss, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.
In der Diskussion kommt es zu der Frage, ob die Digitalisierung einen Selbstheilungsprozess für die Branche darstellen könnte. Hierbei werden mögliche Auswirkungen auf den Flächenbedarf in Unternehmen und die Attraktivität von Innenstädten thematisiert. Insbesondere sprechen Michél und Markus über die steigende Nachfrage nach multilokalen Arbeitsformen und die Umnutzung von Immobilien im Bestand.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Bedeutung von Sensoren in der Immobilienbewirtschaftung. Die Erfassung von Daten durch Sensoren ermöglicht nicht nur die effiziente Nutzung von Büroflächen, sondern kann auch dazu beitragen, den CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Die Diskussion schlägt einen Bogen zu der Frage, wie solche Innovationen in der breiten Masse implementiert werden können.
“Wir haben Inventionen, keinen Mangel an Ideen, technisch funktionierende Systeme. Aber zur Innovation führt ein solches technisches System erst, wenn es unternehmensintern oder am Markt umgesetzt wird (...) Kleine Piloten reichen dabei nicht.”
– Prof. Dr. Markus Thomzik
Die Schlussfolgerung ist klar: Es bedarf nicht nur technischer Innovationen, sondern auch einer Veränderung der Unternehmenskultur und der Bereitschaft, Risiken einzugehen. Prof. Dr. Markus Thomzik betont die Notwendigkeit, positive Leuchtturmprojekte zu dokumentieren und Führungskräfte zu gewinnen, die bereit sind, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen.
“Der Mensch ist die fleischgewordene Innovationsbarriere, also es sind nicht technische Probleme, es sind nicht organisatorische Rahmenbedingungen (...) Am Ende ist es der Mensch.”
– Prof. Dr. Markus Thomzik
Insgesamt zeigt die Diskussion, dass Innovation und Digitalisierung nicht nur Mittel gegen den Fachkräftemangel im FM sein können, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zur Gestaltung der Zukunft dieser Branche leisten können.
Ein zentrales Thema in der Diskussion ist die steigende Bedeutung von Nachhaltigkeit im Facility Management. Prof. Dr. Markus Thomzik betont, dass Nachhaltigkeit nicht länger als „Nice-to-Have“, sondern als „Must-Have“ betrachtet werden sollte. Die EU-Taxonomie und die Anforderungen an nachhaltige Immobilien schaffen Handlungsdruck für Unternehmen. Hierbei wird auch die Rolle der CSR (Corporate Social Responsibility) und der transparenten KPIs (Key Performance Indicators) im Non-Financial Reporting betont. Diese Entwicklungen stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen und erfordern eine umfassende Anpassung ihrer Strategien.
Ein interessanter Aspekt, den Michél und Markus diskutieren, ist die Tendenz, Führungskräfte mit B2C-Hintergrund in das Top-Management von B2B-orientierten Unternehmen zu holen. Die Argumentation dahinter bezieht sich auf die Notwendigkeit, im B2C-Bereich agiler und fortschrittlicher zu sein. Markus nennt Beispiele erfolgreicher Führungskräfte aus anderen Energiebranchen, die sich positiv auf die FM-Branche auswirken. Dieser Ansatz zur Diversifizierung des Managements zeigt, dass frische Perspektiven und Denkweisen aus verschiedenen Branchen einen innovativen Beitrag leisten können.
Ein kontrovers diskutiertes Thema ist die Idee der 4-Tage-Woche, insbesondere im Kontext des Facility Managements. Prof. Dr. Markus Thomzik warnt davor, dass diese Arbeitszeitverkürzung für den Einstieg in die Karriere nachteilig sein kann. Insbesondere das Homeoffice, das in vielen Branchen an Bedeutung gewonnen hat, betrachtet er als kritisch. Die persönliche Anwesenheit sieht er als entscheidend für den Aufbau von Netzwerken, informellen Austausch und implizitem Wissen an. Er betont, dass die Balance zwischen Flexibilität und persönlicher Präsenz entscheidend für den Erfolg ist.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diskussion über die Plattformisierung im Facility Management. Hier betont Prof. Dr. Markus Thomzik, dass dies zwar als das nächste große Ding angesehen wurde, sich jedoch bisher nicht so schnell entwickelt hat, wie zunächst erwartet. Es wird spekuliert, dass große Player aus anderen Branchen oder internationale Technologiegiganten den Markt dominieren könnten. Die Zukunft könnte von einem „Big Elephant“, einem Akteur mit genügend Ressourcen und Kapital, geprägt sein, der eine FM-Plattform erfolgreich aufbauen kann.
Der Podcast bietet einen umfassenden Einblick in die Herausforderungen und Chancen, mit denen die Facility Management-Branche konfrontiert ist. Es wird deutlich, dass Anpassungsfähigkeit, Innovation und nachhaltiges Handeln Schlüsselelemente für den Erfolg in dieser sich ständig verändernden Branche sind.
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Paul Jörg Feldhoff, Chairman von Feldhoff & Cie., teilt in dem Podcast mit Michél-Philipp Maruhn Einblicke in seine Erfolgsgeschichte von der legendären EXPO REAL-Party bis zur Position als Kommunikationsberater. Das Gespräch beleuchtet die 20-jährige Entwicklung von Feldhoff & Cie. zur führenden Kommunikationsberatung in der Immobilienbranche. Es geht um visionäre Perspektiven zur KI, Digitalisierung und den grünen Wandel. Paul Jörg betont Herausforderungen und Strategien für 2024 in der Bau- und Immobilienbranche sowie die Bedeutung von gesellschaftlichem Engagement und Verantwortung.
Die Immobilienbranche ist bekannt für ihre vielfältigen Persönlichkeiten und ungewöhnlichen Erfolgsgeschichten. Einer, der aus der Masse hervorsticht, ist Paul Jörg Feldhoff, Chairman bei Feldhoff & Cie. In einem sehr offenen Gespräch mit Michél-Philipp Maruhn gibt er Einblick in seine beeindruckende Reise vom Veranstalter der legendären EXPO REAL-Party im P1 im Jahr 2003 bis zur heutigen Position als Kommunikationsberater für die Immobilienbranche.
Die Geschichte beginnt mit einer überraschenden Motivation – dem Wunsch nach größerer Bekanntheit. Paul Jörg Feldhoff erzählt, wie er sich in jungen Jahren als Berater und Banker fühlte, dass sein Bekanntheitsgrad nicht seinen Erwartungen entsprach. Die Lösung? Eine grandiose Party im P1, die nicht nur legendär, sondern auch ein effektiver Beschleuniger für sein Netzwerk wurde.
Paul Jörg schildert humorvoll, wie er die P1-Party trotz seiner vierten Corona-Infektion verpasste, aber dennoch nachts Anrufe von Leuten erhielt, die verzweifelt nach Eintrittskarten suchten. Diese Anekdote wirft einen Blick auf die lebendige Atmosphäre und den Hype, den die EXPO REAL-Party im P1 jedes Jahr erzeugt.
Die Entscheidung, sich auf die Immobilienbranche zu konzentrieren, war für Paul Jörg strategisch. Als Kommunikationsberater für Strategie, Positionierung und Unternehmensentwicklung wollte er nicht nur Aufmerksamkeit für sich selbst erregen, sondern auch potenzielle Kund:innen in der Branche begeistern. Die Party im P1 erwies sich als bahnbrechende Idee, um seinen Bekanntheitsgrad in der Branche schnell zu steigern.
Doch was macht Feldhoff & Cie. heute? Das Unternehmen, das dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, hat sich zu einer führenden Kommunikationsberatung in der Immobilienbranche entwickelt. Mit etwa 100 Mitarbeiter:innen bietet die Firma Strategie, Unternehmensentwicklung und Kommunikationsdienstleistungen an. Paul Jörg Feldhoff betont dabei den Fokus auf die Immobilienbranche, indem er ausschließlich für Unternehmen dieser Branche tätig ist.
Die Entwicklung der Kommunikationswege in den letzten zwei Jahrzehnten spielt eine entscheidende Rolle in Paul Jörg Feldhoffs Erfolgsgeschichte. Vom Zeitalter der Blackberrys bis zum ständigen Informationsaustausch über iPhones – die Art und Weise, wie wir kommunizieren, hat sich dramatisch verändert. Paul Jörg hebt die Bedeutung von Podcasts, Newslettern und anderen modernen Medien hervor, die heute die Informationsquelle für die Branche sind.
In der aktuellen herausfordernden Situation betont Paul Jörg Feldhoff die Notwendigkeit von Führung in der Branche. Er erläutert, wie Führungskräfte in Unternehmen jetzt gefordert sind, auch in virtuellen Umgebungen zu führen und Ängste ihrer Mitarbeiter:innen zu nehmen. Gleichzeitig spricht er über das Image der Immobilienbranche und fordert mehr Engagement von Unternehmen in gesellschaftlichen Verantwortungsbereichen.
Die Immobilienbranche durchläuft einen tiefgreifenden Wandel, und bei einem exklusiven Summit von Feldhoff & Cie. mit 170 hochkarätigen Teilnehmer:innen, ausgewählt von Paul Jörg höchstpersönlich, wurden wegweisende Themen wie KI, Digitalisierung und vor allem der grüne Wandel diskutiert.
"Das Thema Zukunft und KI wird unsere Branche noch massiv prägen, auch selbst unsere Gruppe (...) Das Thema KI wird noch mal ein Game Changer sein, glaube ich. Für die gesamte Branche, auch für die PropTech-Industrie selber."
– Paul Jörg
Feldhoff & Cie ist keine gewöhnliche Größe in der Branche. Michél erkundigt sich nach den Motivationen und Visionen, die Paul Jörg Feldhoff dazu bewegten, mit der Gründung von blackprint einen neuen Weg einzuschlagen. Die Antwort offenbart einen faszinierenden Einblick in die Notwendigkeit, mit den Entwicklungen der Zeit Schritt zu halten.
Es begann vor rund acht Jahren, als Paul Jörg das Aufkommen von Fintech-Unternehmen miterlebte, die mit innovativen Ideen und erheblichen Ressourcen die Finanzwelt revolutionierten. Die Erkenntnis, dass die Immobilienbranche auf diese Veränderungen nicht vorbereitet war, trieb Paul Jörg Feldhoff dazu, nach digitalen Lösungen zu suchen. Aus dieser Vision entstand blackprint, ein Unternehmen, das nicht nur innovative Technologien, sondern auch einen nachhaltigen Ansatz in der Immobilienwirtschaft vorantreibt.
Die Diskussion schwenkt auf die Frage, ob die Branche 2015 bereit für Start-ups war. Paul Jörg Feldhoff gesteht ehrlich, dass die Immobilienbranche traditionell eher zurückhaltend gegenüber Innovationen ist. Doch durch gezielte Initiativen, wie einen Multi Corporate PropTech Accelerator, gelang es, bedeutende Akteur:innen für die digitale Transformation zu gewinnen. Unternehmen wie Vonovia und Commerz Real, die frühzeitig in Digitalisierung und Daten investierten, konnten sich als Vorreiter positionieren und profitierten von einem deutlichen Wettbewerbsvorteil.
Der Blick in die Zukunft offenbart für Paul Jörg Feldhoff eine zentrale Herausforderung: Künstliche Intelligenz (KI) wird die Branche nachhaltig verändern. Die Fähigkeit, Daten effektiv zu nutzen und innovative KI-Anwendungen einzuführen, wird über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Es wird klar, dass der grüne Wandel ebenso entscheidend ist. Der Fokus auf Umweltaspekte und nachhaltiges Bauen wird nicht nur eine moralische Pflicht, sondern auch eine Chance für Unternehmen, sich als Vorreiter zu positionieren.
Die Quintessenz des veranstalteten Summits ist für Paul Jörg Feldhoff eindeutig: Die Branche muss die Zeichen der Zeit erkennen, sich von traditionellen Denkmustern verabschieden und sich den Herausforderungen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit aktiv stellen. Unternehmen, die dies tun, werden nicht nur überleben, sondern auch von den Chancen profitieren, die in dieser Zeitenwende liegen.
Die Planung für das kommende Jahr gestaltet sich für viele Unternehmen als Herausforderung. Die Unsicherheiten in der Branche sind vielfältig, von wirtschaftlichen Entwicklungen bis zu gesellschaftlichen Veränderungen. Im Folgenden gibt Paul Jörg Einblicke in die strategische Ausrichtung für 2024.
Paul Jörg Feldhoff teilt seine Gedanken zur aktuellen Lage in der Bau- und Immobilienbranche und betont die Komplexität des Managements von Polykrisen, wie sie in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung thematisiert wurden. Er gibt Einblicke in die Schwierigkeiten bei der Planung für 2024 und betont, dass die Entwicklungen in verschiedenen Unternehmensbereichen überraschend und herausfordernd sind.
Besonders das Thema VUCA (volatility= Volatilität, uncertainty= Ungewissheit, complexity= Komplexität, ambiguity= Ambiguität) spricht Paul Jörg an und rückt die Unsicherheiten in den Fokus. Er berichtet von einem anstehenden Strategiemeeting mit Geschäftsführern seines Unternehmens und betont die Schwierigkeiten, klare Prognosen für das kommende Jahr abzugeben.
Paul Jörg stellt die Notwendigkeit, auf Sicht zu fahren und flexibel auf Chancen und Risiken zu reagieren, heraus. Dabei betont er, dass Partnerschaften und Innovation eine zentrale Rolle spielen, um sich den dynamischen Herausforderungen anzupassen. Paul Jörg verdeutlicht, dass die Planung für 2024 aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen in den Unternehmensbereichen seiner Gruppe äußerst anspruchsvoll ist.
Die Frage nach der Innovationskraft der Branche im kommenden Jahr wird aufgegriffen. Paul Jörg Feldhoff gibt an, dass innovative Unternehmen ihre Budgets für Forschung und Entwicklung nicht zwingend reduzieren werden. Er betont die Bedeutung von Innovation und Forschung für die Branche und seine eigene Bereitschaft, in neue Ideen zu investieren.
“(...) Verantwortung. Deswegen auch nicht sparen an F und E, also an Forschung und Entwicklungen. Nicht sparen an Prozessen, Daten und gesellschaftlichem Engagement.”
– Paul Jörg Feldhoff
Paul Jörg äußert sich zu seinem Ansatz, Chancen zu erkennen und zu nutzen. Dabei liegt der Fokus auf der Monetarisierung von Ressourcen und der Identifizierung von potenziellen Geschäftsfeldern. Die Strategie ist darauf ausgerichtet, auf Veränderungen flexibel zu reagieren und sich auf Marktchancen zu konzentrieren.
Die Diskussion verlagert sich auf gesellschaftliches Engagement und Verantwortung. Paul Jörg Feldhoff spricht über sein persönliches Engagement und die Bedeutung von Verantwortung in der Unternehmensführung. Er betont, dass gesellschaftliche Verantwortung nicht nur eine ethische Pflicht ist, sondern auch eine Möglichkeit, einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Städten und Menschen zu nehmen.
Paul Jörg thematisiert ebenfalls die Bedeutung von Vorbildrollen. Er sieht sich selbst und andere Unternehmer als Vorbilder, die Verantwortung übernehmen und sich für gesellschaftliche Belange einsetzen. Dabei geht er auch auf Initiativen wie STARTUP TEENS und Netzwerk-Chancen ein, die darauf abzielen, junge Menschen zu ermutigen und zu fördern.
Die Diskussion schließt mit einer Betonung der Bedeutung von Stil und einer persönlichen Anekdote über die Wahrung von Stil, auch in herausfordernden Zeiten wie der COVID-19-Pandemie. Paul Jörg Feldhoff appelliert abschließend an die Branche, auch in schweren Zeiten nicht an gesellschaftlichem Engagement zu sparen und Verantwortung zu übernehmen.
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