Bigger is better – Warum Lukas Heise von der Fischbach Gruppe nur noch in Großprojekten denkt

Lukas Heise – (Geschäftsführer, Fischbach Gruppe ) rechts, Michél-Philipp Maruhn (Gründer und Host, DIGITALWERK Podcast) links

Lukas Heise – (Geschäftsführer, Fischbach Gruppe ) rechts, Michél-Philipp Maruhn (Gründer und Host, DIGITALWERK Podcast) links

Lukas Heise will mit der Fischbach Gruppe Wohnraumprobleme lösen und ganze Quartiere nachhaltig im Bestand sanieren.

Zwei Freunde, die sich vom Eishockey kennen, treffen über Nacht die Entscheidung, zusammen ein Business zu übernehmen. Ein Business, das das Potenzial hat, die gesamte Baubranche auf den Kopf zu stellen. Lukas Heise und Danny Fischbach übernahmen 2008 die damalige Klaus Fischbach GmbH und stellten das Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte um: Aus einem  Zehn-Mann-Betrieb wurde ein 500-Mann-Unternehmen, verteilt auf verschiedene Handwerksbereiche, aus einem Jahresumsatz von knapp 750.000 Euro zuletzt 150 Millionen Euro und aus der Klaus Fischbach GmbH die Fischbach Gruppe, eine der führenden und innovativstem Spezialisten im Baugewerbe.  

Lukas Heise war gerade einmal 23 Jahre alt als die Gesellschaft übernahm. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er  in einer WG mit Danny und das Leben der beiden drehte sich um Eishockey. „Das ist inzwischen 20 Kilo her. Aber ohne den Sport, wäre ich nicht da, wo ich bin.“ Heute lebt Lukas nicht mehr für den Sport, auch wenn der Teamgeist, die Ausdauer und der Fleiß ihn und seine Entscheidungen geprägt haben. Die Leidenschaft für Eishockey und die eigene persönliche Profisport-Geschichte haben zumindest dafür gesorgt, dass es im Unternehmen nicht nur ein Gym, sondern auch eine eigene Eishockeymannschaft gibt. Lukas Heise lebt für die Fischbach Gruppe – damals wie heute. Inzwischen ist er 38 Jahre alt und blickt auf mehr als 15 spannende Jahre zurück.

Die Fischbach Gruppe setzt  ihren Schwerpunkt auf Modernisierungs- und Sanierungsprojekte der Wohnungswirtschaft  und bündelt die hierfür benötigten Kompetenzen. Das Konzept folgt einem Baukastenprinzip: innerhalb der gesamten  Firmengruppe gibt es Profitcenter für jedes Einzelgewerk – vom Gerüstbauer bis zum Elektriker. Wie Puzzleteile greifen die Gewerke ineinander, sodass der gesamte Modernisierungs- bzw. Sanierungsprozess durch die Fischbach Gruppe abgewickelt werden kann. Alles aus einer Hand.

„Alle Firmen, die heute für Fischbach tätig sind, haben wir von null auf selber aufgebaut.  Das war uns sehr wichtig, um die Fischbach-DNA zu implementieren. 2022/23 haben wir uns aufgrund  des Fachkräftemangels auch um Zukäufe von Handwerksunternehmen gekümmert, was wir weiterhin tun. “
- Lukas Heise, Fischbach Gruppe

Eines der Leuchtturmprojekte, die die Fischbach Gruppe derzeit in Kooperation mit Vivawest umsetzt, ist „Bergmannsgrün“ in Dortmund. Dort entsteht ein zukunftsgerechtes Modellquartier im Zusammenhang mit der Internationalen Gartenausstellung im Jahr 2027. Bestandsimmobilien von Vivawest werden durch energetische Modernisierungsmaßnahmen sowie Dachaufstockungen zukunftsfähig gestaltet.

Kann das Bauen im Bestand Wohnraum-Probleme lösen?

Bauen im Bestand ist eine Kernkompetenz der Fischbach Gruppe. Der Sanierungsstau ist vielerorts enorm und das Thema Bestandssanierung rückt zunehmend in den Fokus der breiten Öffentlichkeit, insbesondere deshalb, weil deutschlandweit derzeit rund 800.000 Wohnungen fehlen. Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, damit die benötigten Wohnungen gebaut werden können, sagt Lukas Heise und betont im DIGITALWERK Podcast gleichermaßen:

„Wir müssen uns auch selber an die Nase fassen. Das Handwerk muss sich weiterentwickeln. Es wird schwer unter den üblichen Voraussetzungen und Doings im Jahr 2045 auch nur annähernd CO2-neutral zu sein. Es ist notwendig, dass die Wohnungswirtschaft, dass das Handwerk oder das Bauwesen und die Politik an einem Strang ziehen und auch sich Sachen trauen.“
- Lukas Heise, Fischbachgruppe

Nur wer mutig ist und die eigene Komfortzone verlässt, kann neue Wege gehen. Auch das hat Lukas Heise aus seinen Erfahrungen im Profisport gelernt. In Bezug auf die Wohnungswirtschaft beginnt dies beim ganzheitlichen Denken – nicht in Einzelmaßnahmen, sondern in Quartieren und Siedlungen. Da bislang zu wenige Unternehmen in der Lage sind, solche Großprojekte umzusetzen, sind künftig Kooperationen wichtig. Nur so können Kompetenzen gebündelt werden und Synergien entstehen. Und nur auf diese Weise kann jeder (s)einen Beitrag zur Klimaneutralität leisten.

Lukas Heise verdeutlicht das Prinzip an einem Beispiel: Um den Wohnungsbestand vollständig dekarbonisieren zu können, müssen gewisse Standards definiert werden, ein wiederkehrendes Modell,  eine wiederkehrende Strategie, um am Ende PS auf die Straße zu bekommen. Nur wer nachhaltig denkt, hat auch gegenüber den finanzierenden Banken, Chancen Kredite zu guten Konditionen zu bekommen. Das typische Auftragnehmer-Auftraggeber-Verhalten, das oftmals gelebt wird, gehört in die Geschichte, die Begegnung auf Augenhöhe, das gemeinsame Planen und Realisieren, hingegen ins Hier und Jetzt.

„Am Ende des Tages müssen wir es schaffen, durch Digitalisierung, durch veränderte Prozesse, veränderte Denkweisen, in ein skalierbares Modell zu kommen, um es zu schaffen, 2045 unsere Bestände in die Richtung CO2-Neutralität zu bringen.“
- Lukas Heise, Fischbachgruppe

Wie innovativ ist die Fischbach Gruppe?

2022 war Lukas Heise schon einmal Gast im DIGITALWERK Podcast und sprach von den Herausforderungen als All in One Dienstleister in der Wohnungswirtschaft. Er sprach von Ressourcenknappheit, Prozessoptimierung und dem Aufbau einer eigenen Software, die Bauabläufe vollständig digitalisiert. Ohne Innovationen keinen Fortschritt.

Am Markt etabliert sich derzeit ein neues Kundenklientel, deren Geschäftsmodell darin besteht, Bestände in Energieeffizienzklasse G und H aufzukaufen und diese grün zu transformieren. Lukas Heise sieht in diesem Geschäftsmodell großes Potenzial -  auch für die Fischbach Gruppe, die in der Lage ist, den Prozess  begleitend von A bis Z zu realisieren. Ein Großprojekt, in dem das der Fall ist, ist die vollständige Modernisierung des Wohnkomplexes „Hannibal II“ in Dortmund.

Die Eigentümerin hatte 2021 die leerstehende Immobilie mit dem Ziel einer nachhaltigen energetischen Sanierung gekauft und die Fischbach Gruppe als Generalunternehmer beauftragt. Bis Ende 2025 sollen dort 412 Wohneinheiten saniert werden. Das Gebäude stand dann mehr als acht Jahre leer. Derzeit gibt es in der Bundesrepublik kein vergleichbares Einzelprojekt in dieser Größenordnung. Rund 85 Prozent der für Revitalisierung von „Haniball II“ notwendigen Dienstleistungen kann die Fischbach Gruppe in Eigenleistung abbilden.  Für die restlichen 15 Prozent werden Subunternehmer gebunden. Das Projekt ist Prestige, die Champions League der Sanierung, die Königsdisziplin – auch gegenüber ausländischen Investoren.

„Wenn wir gezeigt haben, dass wir ein Projekt in dieser Größenordnung mit all seinen  Herausforderungen in der kurzen Zeit von zwei Jahren realisiert haben und daraus die nötigen Erkenntnisse gewinnen konnten,  haben wir eine gute Benchmark, um das zu duplizieren.“
- Lukas Heise, Fischbach Gruppe

Um die Bauzeit einhalten zu können, nutzt die Fischbach Gruppe serielle Elemente, beispielsweise für die Strangsanierung in dem Gebäude. Insgesamt ist das Projekt in vier Bauabschnitte eingeteilt. Lukas Heise setzt auf die Kompetenzen seines Teams, auf die Expertise in allen Bereichen, auf das Können jedes Einzelnen. Angst zu scheitern, hat er keine. Angst gehört nicht ins Business.

Was ist das Erfolgsgeheimnis der Fischbach Gruppe?

Als der Anruf kam, dass Danny und Lukas die Firma von Dannys Vater von jetzt auf gleich übernehmen sollen, hat dieser Umstand das Leben der beiden komplett auf den Kopf gestellt. Dannys Vater war ins Krankenhaus gekommen und ins Koma gefallen. Er hat überlebt, sitzt jedoch im Rollstuhl und hat sich seit dem Vorfall vollständig aus dem Geschäft zurückgezogen.

Danny und Lukas haben direkt performt. Von Sekunde eins an. Und das ohne fachspezifische Ausbildung oder ein Studium. Am Anfang bestand die Prämisse der beiden darin, die Firma mit den zehn Mitarbeitern irgendwie am Leben zu halten. Lukas hat nebenbei weiter professionell Eishockey gespielt, um sich selbst finanzieren zu können.

Nach zwei Jahren zahlten sich die Freunde ihren ersten eigenen Lohn aus: 1.800 Euro brutto. Das Geschäft lief gut und die beiden jungen Männer richteten die Firma auf Wachstum aus. Dabei mussten beide Opfer bringen, diszipliniert und besessen sein, scheitern – und wieder aufstehen, die Krone richten, wie Lukas selber sagt. Er habe vor allem privat zurückgesteckt, habe darauf verzichtet, eine eigene Familie zu gründen. „Aber vielleicht kommt das ja noch“, sagt er.  Und bis dahin setzt er seinen Fokus weiter auf Projekte wie „Hannibal II“.

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