December 21, 2025
721 Millionen Euro für nur 3,2 Kilometer Autobahn.
Mit der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 in Berlin im August 2025 wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Es ist der teuerste Autobahnabschnitt Deutschlands.
Doch statt Entlastung erleben viele Berlinerinnen und Berliner Stau, Umwege und Verkehrschaos. Wir erklären, warum der Bau so teuer war, weshalb er so lange gedauert hat und wie es mit der A100 weitergeht.
Der neue Abschnitt verläuft zwischen den Berliner Stadtteilen Treptow und Neukölln. Er ist Teil der Berliner Stadtautobahn A100, die ursprünglich als kompletter Ring um die Innenstadt geplant war.
Durch die deutsche Teilung blieb dieser Ring unvollendet. Seit den 1990er-Jahren wird der Ausbau schrittweise weiterverfolgt – mit zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Konflikten.
Ursprünglich wurde der Bau mit rund 450 Millionen Euro kalkuliert. Am Ende beliefen sich die Kosten auf 721 Millionen Euro – das entspricht etwa 225.000 Euro pro Meter Autobahn.
Die wichtigsten Gründe für die Kostenexplosion:
Obwohl der Autobahnabschnitt fertiggestellt ist, endet er aktuell in einer weiteren Großbaustelle: dem Ersatzneubau der Elsenbrücke.
Da dort nur eine Spur pro Richtung zur Verfügung steht, kommt es regelmäßig zu Staus von bis zu 60 Minuten. Viele Autofahrer weichen auf Nebenstraßen aus – mit spürbaren Folgen für Wohngebiete in Treptow, Neukölln und Friedrichshain.
Der Ausbau der A100 ist eines der umstrittensten Infrastrukturprojekte Deutschlands. Kritiker argumentieren:
Befürworter hingegen sehen die A100 als notwendige Entlastung für das bestehende Straßennetz und als wichtige Verbindung für den Wirtschaftsverkehr.
Der geplante 17. Bauabschnitt wurde zuletzt auf der Prioritätenliste des Bundes nach hinten verschoben. Die prognostizierten Kosten liegen inzwischen bei über 1 Milliarde Euro.
Ein Weiterbau ist frühestens gegen Ende des Jahrzehnts realistisch. Ob die A100 jemals vollendet wird, bleibt offen.
Die A100 steht sinnbildlich für den Konflikt zwischen:
Ob sie Lösung oder Problem ist, entscheidet sich nicht nur auf der Straße – sondern in Politik, Planung und öffentlicher Debatte.
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