Wie Anna Berger mit Buildemy dem Fachkräftemangel in der Baubranche entgegenwirkt

Anna Berger (rechts) mit DIGITALWERK-Gründer und Podcast-Gastgeber Michél-Philipp Maruhn

Anna Berger (rechts) mit DIGITALWERK-Gründer und Podcast-Gastgeber Michél-Philipp Maruhn

Anna Berger, Co-Founderin von Buildemy, revolutioniert mit ihrer Lernplattform den Wissenstransfer und schafft damit neue Fachkräfte im Bausektor

Anna Berger hat in ihren jungen Jahren schon so einiges erreicht. Nach dem Abschluss ihres Innenausbau Studium an der Technischen Hochschule in Rosenheim beschloss sie zunächst den klassischen Weg einzuschlagen und machte ihre ersten beruflichen Erfahrungen in der Projektsteuerung bei Drees & Sommer. Kein schlechter Start, denn dort sammelte sie praktisches Wissen, welches den Grundstein für ihr eigenes Unternehmen bildete. Der nächste logische Schritt aus dem corporate heraus war die Anstellung in dem Startup Capmo,welches eine Dokumentationssoftware für den Bau entwickelt und in Anna den Wunsch eines eigenen Unternehmens zunehmend gefestigt hat. Sie erkannte schnell, dass das Thema ortsunabhängige, digitale, kosteneffiziente Bildung im Bausektor noch ein zu lösendes Thema war und da sie das Thema Wissen schon seit ihrer Kindheit begleitete, lag die Idee für ihr Startup nicht fern. Zusammen mit ihrer Mitgründerin Rosa Lindenblatt, Architektin und langjährige Freundin aus der Schulzeit, hat sie im Jahr 2020 Buildemy gegründet und kurz darauf ihren Vollzeitjob gekündigt.  

Wie unterscheidet sich Buildemy von anderen Wissens- und Lernplattformen?

Buildemy ist nicht nur eine gewöhnliche Plattform, auf der Wissen vermittelt wird. Mit ihre On-Demand Videos stellen Anna und Rosa ihren Kunden Wissen jederzeit zur Verfügung, sodass vollkommen zeit- und ortsunabhängig auf die Lernvideos zugegriffen werden kann. In den Lernvideos auf Buildemy werden verschiedene Lernansätze, -typen und -methoden integriert. So setzen sich Anna und Rosa fortlaufend mit Didaktik auseinander und passen ihre Inhalte an ihre Erkenntnisse an. Die Kurse sind einerseits in einzelne Kapitel unterteilt, die man nacheinander und an das eigene Tempo angepasst, durchgehen kann, und integrieren andererseits unterschiedliche Inhalte, Texte, Fragen und Bilder, um Lerninhalte zu wiederholen und Micro Learning Methoden zu berücksichtigen.

Es gibt verschiedene Bezugsmodelle für Kunden. Als Privatkunde kann man einzelne Kurse mit einer Verfügbarkeit von 30 Tagen kaufen. Unternehmenskunden können mehrere Zugänge für ihre Mitarbeiter kaufen und haben damit sogar Zugriff auf alle Kurse. Die Preise der Kurse richten sich dabei immer nach dem Umfang und der Länge der Lerninhalte. Es gibt Einzelpreise und Abo-Modelle, die verglichen zu lokalen Fortbildungspreisen deutlich geringer und effizienter sind. Zur Orientierung gibt es Checklisten und Leitfäden, die das Lernangebot von Buildemy strukturiert aufzeigen.

„Wir wollen vor allem Unternehmen ansprechen – von kleinen bis zu mittelständischen Unternehmen, weil wir der Überzeugung sind, dass Weiterbildung des Einzelnen sich unheimlich auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Und genau deswegen wollen wir Unternehmen in die Verantwortung nehmen.“

Doch darauf möchten die Gründerinnen von Buildemy ihre Zielgruppe nicht beschränken. Auch große Unternehmen oder einzelne Personen sollen von Buildemy profitieren. Buildemy eignet sich vor allem auch für diejenigen, die im Alltagsgeschäft fachliches Wissen benötigen, auf das sie durch fehlende Praxiserfahrung noch nicht zurückgreifen können. Oder auch für diejenigen, die im Alltag eine Auffrischung von Fachwissen brauchen oder ihr Fachwissen erweitern möchten und kein Fachbuch zur Verfügung haben. Die Verfügbarkeit der Onlinekurse zu jeder Zeit und an jedem Ort macht es den Kunden einfach. Ihre Kurse behandeln drei verschiedene Themen, dazu gehören Prozessoptimierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Anna erinnert sich an ihr erstes großes Projekt in der Projektsteuerung bei Drees und Sommer mit einem Auftragsvolumen von 180 Millionen Euro, bei dem sie ohne das Wissen ihres Projektleiters überfordert gewesen wäre. Gerade in kleineren Unternehmen oder Familienunternehmen, die oftmals keinen Senior Projektleiter haben, ist eine Plattform wie Buildemy von großem Mehrwert. Denn durch die digitalen Kurse geht das Erlernen des notwendigen Wissens auch ganz einfach online.

Um die Videos so hochwertig wie möglich zu gestalten und detailliertes Fachwissen zu bieten, greifen Anna und Rosa nicht nur auf ihr eigenes Wissen zurück. Sie arbeiten zusammen mit verschiedenen Experten wie Professoren und Fachleuten aus etablierten Unternehmen des Bausektors, die gemeinsam mit Buildemy die Entwicklung der Baubranche vorantreiben wollen. Dieses Fachwissen wird dann  für den Lernenden so aufbereitet, dass es der Struktur und den Lernansätzen der Buildemy Videos entspricht.

Kann man sich die Lernkurse von Buildemy auch als fachliche Weiterbildung zertifizieren lassen?

Anna erzählt im DIGITALWERK Podcast, dass Unternehmenskunden ihren Mitarbeitern die Buildemy Kurse als Weiterbildungsangebot anbieten können. Gerade auch für eingetragene Architekten ist dabei die Zertifizierung als Nachweis der Fortbildung für die Architektenkammer wichtig. Die meisten Kurse von Buildemy sind für solche Zwecke anrechenbar und werden von den verschiedenen Kammern als Fortbildungsmittel akzeptiert. Darauf legt Anna besonders großen Wert, denn bisher sind die 10 zur Verfügung stehenden Kurse von 10 der 16 Länderkammern anerkannt.

Gab es spürbare Digitalisierungsfortschritte bei Organisationen wie die Architektenkammer?

„Ja, absolut. In den letzten Monaten sind immer mehr Architektenkammern auf uns zugekommen, die unsere digitalen Lerninhalte akzeptieren. Das ist schon spürbar und sehr sinnvoll für unsere Kunden.“, sagt Annaim DIGITALWERK Podcast. Auch die Covid-19 Pandemie hat die Annahme des digitalen Lernens erheblich beschleunigt und zum Umdenken angeregt. Dennoch gibt es noch deutlich Potential nach oben, denn es müssen noch die restlichen sechs Kurse von der Architektenkammer anerkannt werden. Diese Akzeptanz blieb nicht aufgrund der Qualität der Kursinhalte aus, sondern vielmehr aufgrund der bisher fehlenden Akzeptanz von Digitalisierungsinhalten.

„Die Mühlen mahlen schon schneller als noch vor zwei Jahren, gerade in solchen Organisationsstrukturen wie Kammern, Verbänden und Co. Das hat sich schon spürbar gewandelt. Aber ich glaube, den letzten Schwung zur Digitalisierung - den brauchen wir noch!“

Werdet ihr in der Zukunft mit Buildemy auch Lerninhalte anbieten, die dem Fachkräftemangel in allen Bereichen des Bausektors entgegenwirken?

Der Fachkräftemangel betrifft alle Bereiche des Bausektors, doch gerade in der Bau- und Handwerksbranche ist der Fachkräftemangel besonders groß. Zwar fokussieren sich Anna und Rosa mit Buildemy zurzeit noch auf Lerninhalte für Architekten, Planer und Ingenieure, aber das Ziel ist es, zukünftig alle Bereiche des Bausektors abzudecken. Ihre derzeitige Zielgruppe erweitert sich bereits auf Projekt- und Bauleiter ausführender Bauunternehmen. „Am liebsten wollen wir natürlich die ganze Branche revolutionieren.“, sagt Anna im DIGITALWERK Podcast. Mit ihrem breiten Lernangebot wollen sie in Zukunft nicht nur neue Fachkräfte ausbilden, sondern auch ein Verständnis verschiedener Berufe des Bausektors erreichen und die Kooperationsbereitschaft auf der Baustelle erhöhen. Damit verbessert sich nicht nur die Kommunikation zwischen einem Projektleiter und Handwerker, sondern auch die Effizienz. In Zukunft wird man noch viel von den beiden Gründerinnen, Anna und Rosa sehen, denn feststeht, sowohl ihre Vision als auch ihre Motivation sind groß.

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