Vater und Sohn: Wie Hanebutt zu Deutschlands größtem Dachdeckerbetrieb mit 800 Mitarbeitern wächst

Heiner & Henning Hanebutt | Dachdeckermeister & CEOs | Hanebutt GmbH

Heiner & Henning Hanebutt | Dachdeckermeister & CEOs | Hanebutt GmbH

Henning und Heiner Hanebutt über den Wandel im Handwerk, Absagen an Investor-Geld und erfolgreiche Nachwuchsförderung.

Vom regionalen Handwerk zum bundesweiten Marktführer

Das deutsche Handwerk steht vor tiefgreifenden Veränderungen, doch die Hanebutt-Gruppe beweist eindrucksvoll, welches Wachstumspotenzial in der Branche steckt. Über mehrere Jahrzehnte entwickelte sich der einst mit etwa 40 Mitarbeitenden geführte Betrieb zu Deutschlands wohl größtem Dachdeckerunternehmen mit über 800 Beschäftigten. Henning und Heiner Hanebutt führen das Familienunternehmen in dritter und vierter Generation und setzen dabei konsequent auf Qualität sowie die organische Erweiterung ihrer Standorte. Dieser beeindruckende Aufstieg basiert auf einer langfristigen Vision und einem tiefen Verständnis für die Anforderungen des Marktes.

Klare Absage an Investoren und Standhaftigkeit im Markt

Mit steigender Unternehmensgröße geriet Hanebutt zunehmend in das Visier von Finanzinvestoren und Private-Equity-Fonds, die in der Konsolidierung des Handwerks eine lukrative Chance sehen. Mehrere Kauf- und Beteiligungsangebote schlug das Führungssituation-Duo jedoch ohne Zögern aus. Die bewusste Unabhängigkeit ermöglicht es der Familie, Entscheidungen frei von kurzfristigen Renditeerwartungen im Sinne der Belegschaft und der Kunden zu treffen. Ihre kompromisslose Haltung untermauert das Selbstverständnis des Handwerksbetriebs, der traditionelle Werte mit moderner Führung verbindet.

„Ich habe mir dieses Jahr 20 Tage geblockt, wo ich einfach fest auf dem Dach stehen und mitarbeiten möchte. Den Jungs macht das mega Spaß, weil sie merken: Der Chef redet nicht nur, sondern er weiß auch, wovon er spricht.“ Heiner Hanebutt

Azubi-Rekord durch innovative Ansätze und Nahbarkeit

Während viele Betriebe unter dem eklatanten Fachkräftemangel leiden, verzeichnet Hanebutt Hunderte von Bewerbungen und bildet derzeit über 135 Auszubildende aus. Um die Bindung zum Nachwuchs zu stärken, beschreiten die Geschäftsführer ungewöhnliche Wege wie gemeinsame Skifreizeiten im Zillertal samt Persönlichkeitsentwicklung. Ergänzt wird dieses Engagement durch Schulkooperationen und Praxis-Tage für Lehrkräfte, um das Image von Handwerksberufen nachhaltig zu verbessern. Das zeigt Wirkung: Immer mehr Jugendliche entscheiden sich bewusst für eine fundierte Ausbildung bei dem Dachdeckerspezialisten.

Wandel der Arbeitswelt und gesellschaftliche Strömungen

Die Diskussionen um Work-Life-Balance und veränderte Einstellungen zur Arbeitszeit machen auch vor dem Baugewerbe nicht halt. Trotz finanzieller Anreize und Überstundenzuschlägen lässt sich bei jüngeren Generationen eine Priorisierung von Freizeit feststellen. Hanebutt begegnet dieser Entwicklung mit Verständnis, fordert jedoch gleichzeitig eine breitere gesellschaftliche Wertschätzung für Mehrleistung. Die Fähigkeit, auf diesen Wandel flexibel einzugehen, bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor für die künftige Personalpolitik.

Die gemeinsame Vision für die fünfte Generation

Eine erfolgreiche Betriebsübergabe erfordert von beiden Generationen eine klare Ausrichtung und das Verfolgen derselben Grundwerte. Henning und Heiner Hanebutt beweisen, dass die Symbiose aus menschorientierter Tradierung und technischer Innovation hervorragend funktioniert. Die Vision lautet klar: Wenn in Deutschland an das Dach gedacht wird, soll der Name Hanebutt präsent sein. Mit dieser klaren Perspektive stellt das Vater-Sohn-Gespann sicher, dass das Unternehmen bestens für die Zukunft gerüstet ist.

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