May 26, 2026
Daniel-Jan Girl verbindet Unternehmertum, Technologie und Stadtentwicklung wie kaum ein anderer. Im aktuellen Podcast spricht er darüber, warum Berlin aus seiner Sicht wieder mutiger werden muss und weshalb der Hauptstadt eine echte Zukunftsvision fehlt.
Für ihn ist die EXPO 2035 deshalb weit mehr als nur eine Weltausstellung. Als Aufsichtsratsvorsitzender der EXPO 2035 BERLIN GmbH setzt er sich dafür ein. Die EXPO 2035 soll ein gemeinsames Projekt werden, das Berlin infrastrukturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich neu aufstellt.
Seine Unternehmerkarriere begann bereits früh mit Deutschlands größter Party-Community und führte über digitale Kundenkarten, Smart-Mirror-Technologien und innovative Apps schließlich zur EXPO-Idee.
Immer wieder zieht sich dabei ein Muster durch sein Leben: Probleme erkennen und pragmatische Lösungen bauen. Genau dieses Denken will er nun auf die Stadt Berlin übertragen. Statt Stillstand brauche es laut Girl wieder Aufbruchsstimmung und den Mut, große Projekte anzustoßen.
Im Podcast erklärt Daniel, dass eine EXPO nicht nur aus Pavillons und Besucherströmen besteht. Vielmehr könne sie als Katalysator dienen, um Projekte wie neue U-Bahn-Anbindungen, moderne Mobilitätslösungen oder die Entwicklung großer Stadtflächen endlich umzusetzen.
Besonders spannend sei dabei die Idee, die gesamte Stadt als dezentrale Weltausstellung zu denken. Verschiedene Bezirke und Standorte könnten so Teil eines gemeinsamen Zukunftsprojekts werden.
Ein zentrales Thema der Folge ist die Frage, warum Berlin aus Sicht vieler Menschen an Dynamik verloren hat. Während die Stadt in den 90ern für Aufbruch, Kreativität und Experimentierfreude stand, dominieren heute häufig Diskussionen über Stillstand und fehlende Entscheidungen.
Daniel sieht darin hauptsächlich ein Mentalitätsproblem. Wer nur noch alte Probleme verwalte, könne keine Menschen mehr für Zukunft begeistern.
Natürlich polarisiert die Idee einer EXPO 2035 auch. Kritiker befürchten hohe Kosten, Überforderung der Infrastruktur oder fehlende Nachnutzung der Flächen. Daniel argumentiert dagegen, dass genau solche Großprojekte notwendig seien, um langfristige Veränderungen überhaupt anzustoßen. Für ihn geht es am Ende weniger um die eine Veranstaltung – sondern vielmehr um die Frage, welches Selbstverständnis Berlin in Zukunft haben möchte.
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