DIE WOHNRAUMFRAGE: Baustellenreport: Von der Not am Mann.

Bauunternehmer Thomas Reimann erklärt, weshalb Bürokratie, fehlende Planungssicherheit und politische Langsamkeit den Wohnungsbau ausbremsen – und welche Lösungen jetzt notwendig sind.

Einfach bauen statt immer komplexer werden

Deutschland braucht dringend mehr Wohnraum, doch die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück. Thomas Reimann sieht die Ursachen dafür nicht in fehlender Leistungsfähigkeit der Bauwirtschaft. Vielmehr seien über Jahre immer mehr Vorschriften, Auflagen und gesetzliche Anforderungen hinzugekommen. Dadurch werde das Bauen unnötig kompliziert, zeitaufwendig und letztlich deutlich teurer.

Verlässlichkeit als Grundlage für Investitionen

Für Unternehmen der Bauwirtschaft ist Planungssicherheit entscheidend. Politische Richtungswechsel, kurzfristig veränderte Förderprogramme und unsichere Rahmenbedingungen hätten Investoren und Projektentwickler zunehmend verunsichert. Dadurch würden Projekte verschoben oder ganz aufgegeben. Aus Thomas’ Sicht  braucht es deshalb wieder verlässliche Entscheidungen und langfristige Perspektiven.

Mehr Pragmatismus statt weiterer Diskussionen

Er verweist auf Beispiele wie die Niederlande, wo durch umfassende Reformen Genehmigungsprozesse vereinfacht und Baukosten gesenkt wurden. Auch in Deutschland müsse der Fokus stärker auf praktikablen Lösungen liegen, anstatt gute Ideen über Jahre zu diskutieren. Typengenehmigungen, weniger Vorschriften und eine echte Baurechtsreform könnten den Wohnungsbau deutlich beschleunigen. Gleichzeitig sei serielles Bauen nur ein Baustein unter vielen und keine alleinige Lösung.

Die Bauwirtschaft ist bereit

Trotz der schwierigen Marktlage sieht Thomas die Bauwirtschaft weiterhin leistungsfähig. Fachkräfte, mittelständische Unternehmen und Bauindustrie könnten den dringend benötigten Wohnraum schaffen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Gleichzeitig warnt er davor, die Branche durch anhaltende Unsicherheit weiter unter Druck zu setzen. Gehen Unternehmen und Fachkräfte verloren, werde ein späterer Neustart deutlich schwieriger.

Wohnungsbau ist eine Zukunftsaufgabe

Zum Abschluss richtet Thomas den Blick nach vorne. Für ihn bleibt Deutschland ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit starken Unternehmen und engagierten Menschen. Entscheidend sei nun der Mut, Reformen konsequent umzusetzen und langfristig zu denken. Denn ausreichend Wohnraum sei nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Voraussetzung für Stabilität und Zusammenhalt.

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