Immobilienentwicklung im Schörghuber-Imperium mit Gordon Gorski, CEO Bayerische Hausbau Development

Gordon Gorski über Wohnungsnot, Eigentum, politische Fehlanreize und die Zukunft des Bauens.

Die Wohnungskrise verschärft sich

Deutschland steuert auf eine massive Wohnraumlücke zu. Nach Einschätzung von Gordon Gorski werden bis 2030 mehr als 1,2 Millionen Wohnungen fehlen, wenn die Bautätigkeit nicht deutlich zunimmt. Gleichzeitig sinken die Fertigstellungszahlen und viele Projekte werden aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit gar nicht erst gestartet. Dadurch wächst der Druck auf Mieter, Käufer und Kommunen gleichermaßen.

Warum sich Eigentum immer weniger Menschen leisten können

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Erwerb von Wohneigentum. Steigende Baukosten, hohe Finanzierungskosten und gestiegene Anforderungen an das Eigenkapital erschweren den Einstieg erheblich. Während die monatliche Belastung häufig noch tragbar wäre, scheitern viele Familien bereits an den geforderten Eigenmitteln. Dadurch entsteht eine wachsende Lücke zwischen Menschen mit Vermögen und jenen, die Eigentum erst aufbauen möchten.

Welche politischen Hebel jetzt entscheidend wären

Im Gespräch werden verschiedene Maßnahmen diskutiert, mit denen Wohneigentum wieder breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht werden könnte. Dazu gehören steuerliche Vorteile für Selbstnutzer, Verbesserungen bei der Eigenkapitalbildung sowie eine stärkere Förderung des Eigentumserwerbs. Gleichzeitig plädiert Gordon für langfristiges Denken in der Wohnungs- und Rentenpolitik. Eigentum könne dabei ein wichtiger Baustein zur Vermeidung von Altersarmut sein.

Warum der Wohnungsbau wirtschaftlich unter Druck steht

Viele Grundstücke, die während der Hochphase des Marktes gekauft wurden, lassen sich heute nur schwer wirtschaftlich entwickeln. Höhere Zinsen und veränderte Marktbedingungen haben zahlreiche Kalkulationen grundlegend verändert. Projektentwickler benötigen tragfähige Renditen, Banken verlangen belastbare Wirtschaftlichkeit und Investoren achten stärker auf Risiken. Dadurch entstehen weniger neue Projekte, obwohl der Bedarf weiterhin enorm ist.

KI und Robotik könnten die Bauwirtschaft verändern

Zum Abschluss richtet sich der Blick auf die Zukunft des Bauens. Gordon sieht große Chancen in KI-gestützter Planung, automatisierten Prozessen und Robotik auf Baustellen. Insbesondere Planungszeiten könnten erheblich reduziert und Kosten gesenkt werden. Wenn Technologie, Politik und Immobilienwirtschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten, könnte dies ein wichtiger Schritt zur Bewältigung der Wohnungsnot werden.

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