June 16, 2026
1911 legte die Erfindung eines speziellen Dübels den Grundstein für OBO Bettermann. Was als Lösung eines einzelnen Problems begann, entwickelte sich über vier Generationen zu einem internationalen Industrieunternehmen. Heute ist OBO Bettermann mit eigenen Gesellschaften in rund 50 Ländern aktiv und erzielt einen Umsatz von über einer Milliarde Euro. Die Geschichte zeigt, welche Kraft langfristiges Unternehmertum entfalten kann.

Als Andreas 1999 operativ in das Unternehmen einstieg, lag der Umsatz bei rund 200 Millionen Euro. Durch konsequente Internationalisierung, neue Standorte und strategische Weiterentwicklung entstand daraus eine globale Unternehmensgruppe.
Gleichzeitig stellt sich für Familienunternehmen immer wieder die Frage, welche Rolle die Unternehmerfamilie bei wachsender Größe einnehmen sollte. Gerade diese Selbstreflexion sieht Andreas als entscheidenden Faktor für nachhaltigen Erfolg.
Trotz der internationalen Ausrichtung blickt Andreas mit Sorge auf den Wirtschaftsstandort Deutschland. Er sieht großes Potenzial im deutschen Mittelstand, aber auch strukturelle Probleme durch Bürokratie und langsame Umsetzung von Veränderungen. Besonders die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden darüber entscheiden, wie wettbewerbsfähig Unternehmen künftig bleiben. Für ihn braucht Deutschland eine klare Strategie für die nächsten Jahrzehnte.
Nach seiner Zeit als CEO investierte Andreas bewusst in Start-ups und neue Geschäftsmodelle rund um die Gebäudetechnik. Dabei lernte er die Herausforderungen junger Unternehmen aus einer völlig neuen Perspektive kennen. Sein Ziel als Investor und Company Builder heutzutage ist es, bestehende Prozesse zu digitalisieren und die Industrie effizienter zu machen. Die Verbindung aus jahrzehntelangem Industrie-Know-how und neuen Technologien sieht er als große Chance für Deutschland.
OBO Bettermann hat Kaiserreich, Weimarer Republik, Krieg, Wiederaufbau und die moderne Globalisierung überstanden. Für Andreas zeigt diese Geschichte, dass Unternehmen langfristig nur erfolgreich bleiben, wenn sie sich immer wieder neu erfinden. Gleichzeitig warnt er davor, aktuelle Herausforderungen zu unterschätzen. Die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, welche Rolle Deutschland im globalen Wettbewerb einnehmen kann.
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