Vom Flohmarkt zum Immobilien-Imperium: Wie Norbert Hermanns die Landmarken AG zum Milliarden-Player machte

Im Podcast erzählt der Landmarken-Gründer, wie aus 1.000 Mark Startkapital, einer guten Idee und sehr viel Arbeit ein Immobilienunternehmen mit 230 Mitarbeitern und 2,5 Mrd. € Projektpipeline wurde.

Mit 1.000 Mark und einer guten Idee zum Unternehmer

Norbert Hermanns Karriere beginnt nicht im Hörsaal, sondern auf dem Parkplatz eines SB-Warenhauses. Mit 19 Jahren, 1.000 Mark auf dem Sparbuch und einem Schulfreund an seiner Seite startet er sein erstes Unternehmen: einen professionell organisierten Flohmarkt. 

Während andere Studenten kellnern, erkennt Norbert früh, dass die etablierten Marktveranstalter schlecht organisiert sind. Er beschließt, es einfach besser zu machen. Was als reines Unternehmen zur Studienfinanzierung gedacht war, wird zu einem Unternehmen mit später 600 Mitarbeitern, das er 40 Jahre lang führt und schließlich 2019 verkauft.

Michél-Philipp Maruhn, Founder & Host des DIGITALWERK-Podcasts, und Norbert Hermanns, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Landmarken AG.

Vom Markt-Manager zum Immobilien-Profi

Parallel baut Norbert ein Messeunternehmen, eine Werbeagentur – und Ende der 80er steigt er ins Immobiliengeschäft ein. Mit 27 Jahren geht er zur Bank, holt sich 2,5 Millionen Mark Kredit und baut sein erstes Gewerbeobjekt. 

Innerhalb von fünf Jahren entwickelt er mit nur drei Mitarbeitern 100.000 Quadratmeter Mietfläche – bei einer Arbeitswoche von 80 bis 100 Stunden. Das Erfolgsgeheimnis: keine Branchen-Scheuklappen, ein gutes Marktgefühl und ein Kommunikationsansatz statt reinem Bau- oder Finanz-Denken.

"Ich kann sagen, ich repariere ein paar Wände. Ich kann aber auch sagen, ich bringe Liebe in das Gebäude. Technisch funktioniert auch eine hässliche Wand. Aber wenn die Menschen in einen Raum gehen und sich erhaben fühlen, dann ist das doch was anderes, als wenn es nur technisch funktioniert."

Norbert Hermanns, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Landmarken AG

Landmarken AG: Konzept schlägt Standard

2006 gründete Norbert dann die Landmarken AG als Aktiengesellschaft, um auch organisatorisch für Wachstum gerüstet zu sein. Anders als spezialisierte Wettbewerber positioniert er das Unternehmen breit: vom Hotel über Wohnen bis zu Technology-Office-Buildings in Hochschulstädten. 

Der Fokus liegt nie auf Bauen von der Stange, sondern auf Konzepten, die positiv überraschen. Ein Paradebeispiel ist das Technologiezentrum in Aachen, das mit fünf Hochschulen und 25 Unternehmen auf 25.000 Quadratmetern zur preisgekrönten Bildungsimmobilie wurde.

Krise als Lackmustest: Warum Landmarken noch da ist

Heute beschäftigt Landmarken 230 Mitarbeiter, macht über 700 Millionen Euro Umsatz und steuert eine Pipeline von 2,5 Milliarden Euro – komplett in privater Hand. Norberts Erklärung dafür, warum sein Unternehmen die aktuelle Krise besser übersteht als viele Wettbewerber: keine Mezzanine-Finanzierung, thesaurierte Gewinne und Wachstum nur auf eigener Kapitalbasis. 

Was in guten Zeiten als Bremse wirkt, wird in schlechten zur Lebensversicherung. Die aktuelle Marktlage – stark gestiegene Zinsen, gebrochene Förderzusagen, überzogene Bauregulierung – nennt er klar beim Namen.

Was die Branche jetzt braucht

Norbert wünscht sich vor allem eines: politische Verlässlichkeit. Förderprogramme, die plötzlich gestoppt werden, und Bauvorschriften, die das Bauen verteuert haben, sind aus seiner Sicht zentrale Bremsen für die Wohnungswirtschaft. 

Statt Neubau bis ins Letzte zu optimieren, plädiert er dafür, mehr in die Sanierung von Altbeständen aus den 50ern und 60ern zu investieren. Dort sei der Hebel für echte Energieeinsparung am größten. Sein Rat an Gründer trotz schwieriger Lage: Wer den Mut, das Skillset und ein vernünftiges Kapitalpolster mitbringt, sollte es wagen – auch heute noch.

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