Vom Lost Place zur Ikone: Wie Oliver Blume Hannovers Innenstadt neu denkt

Nach dem Fernsehturm wagt sich der Hannoveraner Unternehmer an das nächste Mega-Projekt: ein 50.000 m² großes Kaufhaus mitten in der Innenstadt – mit Herzog & de Meuron als Architekten und einer Vision, die weit über klassische Immobilienentwicklung hinausgeht.

Ein Kaufhaus mit 50.000 Quadratmetern – mitten in Hannover

Oliver Blume hat zugeschlagen. Nach dem symbolischen Kauf des Hannoveraner Fernsehturms hat sich der Unternehmer nun das ehemalige Galeria-Kaufhof-Gebäude im historischen Zentrum der Stadt gesichert. 

Mit 50.000 Quadratmetern handelt es sich um die flächenmäßig größte Einzelimmobilie Hannovers – direkt neben Marktkirche und altem Rathaus gelegen. Allein die Erstbegehung, bei der Oli noch nicht einmal alle Räume gesehen hatte, dauerte viereinhalb Stunden.

Michél-Philipp Maruhn, Founder & Host des DIGITALWERK-Podcasts, und der Multiunternehmer & Immobilieninvestor Oli Blume im alten Kaufhof in Hannover.

Warum man sich überhaupt ein leerstehendes Kaufhaus kauft

Für Oli war die Lage entscheidend. Hinzu kommen rund 7.000 Quadratmeter Dachfläche mit spektakulärem Blick über die Dächer Hannovers. Allein die Beheizung des leerstehenden Gebäudes verschlang zuvor rund 50.000 Euro pro Monat – ein Zustand, der nach einer schnellen Lösung verlangte. Statt klassischer Immobilienentwicklung nach Schema F entschied sich Oli für einen mutigen Multi-Use-Ansatz. Eine Idee von Oli: Innenstädte wieder bevölkern.

Multi-Use statt Monokultur: Schule, Wohnen, Gastronomie

Das Konzept ist so vielfältig wie ambitioniert. Auf rund 20.000 Quadratmetern entstehen drei Berufsschulen mit insgesamt 4.000 Schülern – ein natürlicher Frequenzbringer für die Innenstadt. Hinzu kommen rund 100 Apartments mit je 25 Quadratmetern auf dem Dach, doppelgeschossige Loft-Maisonette-Wohnungen mit Blick auf die Marktkirche sowie 4.000 Quadratmeter Textileinzelhandel. 

Herzog & de Meuron für Hannover

Der wohl spektakulärste Coup: Oli konnte das weltweit renommierte Architekturbüro Herzog & de Meuron – verantwortlich für die Elbphilharmonie, das Pekinger Olympiastadion und die Allianz Arena – nach Hannover holen. Im Rahmen eines Werkstattverfahrens setzten sich die Schweizer gegen fünf weitere Büros durch. 

Oli gibt offen zu, dass er ursprünglich nicht damit gerechnet hatte, dass Herzog & de Meuron gewinnen würden – ein Klinker-Entwurf war ebenfalls nicht sein Favorit. Dennoch ist er heute überzeugt: Die Architektur wird das Gebäude zur Ikone machen und auch Marketing-Effekte für ganz Hannover entfalten.

Eine Blaupause für deutsche Innenstädte

Was Oli in Hannover anstößt, könnte zum Vorbild für ganz Deutschland werden. Bereits jetzt erhält er Anfragen aus anderen Städten, die ähnliche Konzepte für ihre leerstehenden Kaufhäuser suchen. Bis zum Sommer 2027 soll auch der Fernsehturm endlich realisiert sein. 

Die Themen im DIGITALWERK-Podcast mit Oliver Blume im Überblick:

  • 00:00 - Um was geht es in der Podcastfolge?
  • 04:24 – Das neue Projekt: Ein Kaufhaus mit 50.000 m²
  • 08:02 – Vision für Hannovers Innenstadt
  • 10:56 – Update zum Fernsehturm
  • 16:00 – Wie kauft man als Privatperson ein Kaufhaus?
  • 19:14 – Multi-Use-Konzept: Schule, Wohnen, Gastronomie
  • 24:26 – Herzog & de Meuron kommen nach Hannover
  • 28:00 – Kaufpreis, Benko-Erbe & Investitionsvolumen
  • 33:17 – Der Architekturwettbewerb hinter den Kulissen
  • 00:45:03 – Blaupause für deutsche Innenstädte & Ausblick

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