May 19, 2026
Prof. Jochen Großmann blickt auf einen außergewöhnlichen Karriereweg zurück. Vom Studium der Kraftwerkstechnik über die Forschung an Kernenergie bis hin zur Gründung seines eigenen Ingenieurunternehmens zieht sich ein roter Faden durch seine Laufbahn: die Begeisterung für Technologie und Innovation.
Bereits früh entwickelte er eigene Simulationssoftware und sammelte erste unternehmerische Erfahrungen. Die Wendezeit brachte schließlich den entscheidenden Umbruch und führte ihn in die Selbstständigkeit.

Seit den frühen 1990er Jahren investiert GICON massiv in Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen hat mittlerweile rund 80 Millionen Euro in Innovationen investiert und besitzt heute mehr als 100 eigene Patente. Für Großmann ist Forschung kein Nebenschauplatz, sondern Teil der Unternehmens-DNA.
Statt ausschließlich über Stundensätze im Ingenieurgeschäft zu konkurrieren, wollte GICON immer eigene Technologien entwickeln und langfristig neue Märkte erschließen.
Mit dem aktuellen Höhenwindturm-Projekt verfolgt GICON eines der ambitioniertesten Energieprojekte Deutschlands. Der Turm soll eine Höhe von rund 365 Metern erreichen und damit neue Windschichten erschließen, die bislang technisch kaum nutzbar waren.
Die besondere Innovation liegt in der Konstruktion: Ein innerer Turm wird teleskopartig im äußeren Turm nach oben geschoben. Dadurch können Höhen erreicht werden, die bislang unmöglich waren.
Im Podcast wird deutlich, dass Großmann Deutschland nicht als innovationsschwach sieht. Vielmehr fehle es an Kapital, Marktunterstützung und einer besseren Fehlerkultur, um Technologien wirklich groß zu machen. Besonders kritisch sieht er, dass deutsche Unternehmen oft hervorragende Ideen entwickeln, die Skalierung und Marktführerschaft später jedoch in anderen Ländern stattfinden.
Für ihn braucht es deshalb mehr Mut, mehr Binnenmarkt-Unterstützung und eine größere Akzeptanz für unternehmerisches Scheitern.
Für GICON geht es beim Windturm nicht nur um einen Weltrekord. Das eigentliche Ziel ist der Aufbau einer neuen Industrie rund um Höhenwindanlagen und eine internationale Vermarktung der Technologie. Schon ab etwa 100 Türmen könnte das Konzept wirtschaftlich funktionieren, langfristig denkt Großmann jedoch deutlich größer. Seine Vision ist es, dass aus einer deutschen Innovation wieder ein echter Weltmarktführer entsteht.
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