Ein Hochhaus aus Holz für die Hauptstadt
Berlin bekommt ein neues markantes Gebäude, das auf eine ungewöhnliche Bauweise setzt. Das Projekt „WoHo“ des Unternehmens UTB Projektmanagement soll als Holzhybrid-Hochhaus eine Höhe von 98 Metern erreichen.
Auf insgesamt 29 Etagen kombiniert das Bauwerk ökologische Aspekte mit urbanem Wohnraum nahe dem Anhalter Bahnhof. Als Holzhybridbau kombiniert das Gebäude Holz mit Beton und anderen Baustoffen. Der Gebäudekern wird dabei unter anderem aus Stahlbeton errichtet. Das WoHo wäre mit seiner Höhe nach der Fertigstellung auch Deutschlands höchstes Hochhaus in Holzhybridbauweise.

Vier Baukörper für optimale Lichtverhältnisse
Der Entwurf für das Bauvorhaben stammt von dem norwegischen Architekturbüro Mad arkitekter. Die Planer teilen das Projekt auf dem schmalen Grundstück in vier separate Baukörper mit unterschiedlichen Höhen auf. Diese Struktur soll eine effiziente Flächennutzung ermöglichen und gleichzeitig für gute Licht- und Klimaverhältnisse sorgen.
Offene Durchgänge und Passagen verbinden das Ensemble in verschiedene Himmelsrichtungen mit der Umgebung. Fußgänger erhalten so begrünte Wege, die unter anderem zum nahegelegenen Mendelssohn-Bartholdy-Park führen.
Die klassische Berliner Mischung im vertikalen Format
Das Nutzungskonzept orientiert sich am Berliner Hochhausleitbild und führt darin die traditionelle „Berliner Mischung“ vertikal fort. Auf rund 18.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen Räume für Gewerbe, Wohnen sowie soziale und kulturelle Einrichtungen.
Etwa 60 Prozent der Gesamtfläche sind für Wohnraum vorgesehen, der sich in mietpreisgebundene Einheiten, freifinanzierte Wohnungen und Eigentum aufteilt. In den sieben Sockelgeschossen sind zudem eine Kita, ein Hort sowie eine Kiezkantine eingeplant.
Öffentliche Bereiche von der Werkstatt bis zum Dachgarten
Das Leben im WoHo ist so konzipiert, dass wesentliche Teile des Gebäudes für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. In den Erdgeschossen sind kleine Lebensmittelläden, Cafés, Ateliers und eine Do-it-yourself-Werkstatt vorgesehen. Die oberen Etagen bieten Platz für gemeinschaftliche Angebote wie einen Urban-Gardening-Bereich und eine Wellness-Oase mit Sauna.
Als Abschluss verfügt das Bauwerk im 29. Stockwerk über einen öffentlich zugänglichen Dachgarten. Besucher erhalten von dort oben einen umfassenden 360-Grad-Blick über das gesamte Stadtgebiet.
Eigentlich war das Projekt schon abgelehnt
Der Weg zur geplanten Realisierung des Bauvorhabens verlief auf politischer Ebene jedoch nicht ohne Hürden. Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg lehnte den Bebauungsplan für das Großprojekt zunächst ab, da verschiedene Fraktionen städtebauliche Bedenken äußerten und eine deutlich geringere Bauhöhe forderten. Erst eine daraufhin einberufene Sondersitzung brachte Anfang Juni 2026 die politische Kehrtwende, bei der das Vorhaben letztlich doch eine parlamentarische Mehrheit erhielt.
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