Berlin managt das Wasser
Berlin hat sich vorgenommen, wie ein Schwamm zu funktionieren: Regenwasser aufsaugen, damit es der Boden bei Hitze und Trockenheit langsam wieder abgibt. Klingt super einfach, ist aber im Endeffekt knallharte Stadtplanung. Mit dem Berliner Klimaanpassungsgesetz hat die Stadt die rechtliche Grundlage dafür geschaffen, das Regenwasser dort zu behalten, wo es anfällt.

Blau-grüne Allianz treibt den Umbau voran
Ein Senatsbericht vom Sommer 2026 skizziert, wie Regenwasser künftig noch konsequenter vor Ort für Stadtgrün, Kühlung und Klimaanpassung eingesetzt werden soll. Unterstützt wird das Ganze von einer eigens gegründeten "Blau-grünen Allianz" aus aus Senatsverwaltung, Wasserbetrieben, Grün Berlin und der landeseigenen Immobiliengesellschaft BIM.
Auch auf Bezirksebene wird geliefert: Friedrichshain-Kreuzberg entsiegelt 2026 sieben weitere Flächen, nachdem im Vorjahr bereits über 4.000 Quadratmeter Asphalt verschwanden. Berlins Trinkwasser stammt komplett aus Grundwasser. Und dafür muss natürlich auch ordentlich Regen im Boden versickern.
München setzt auf grüne Fassaden und Dächer
Während Berlin das Wasser managt, setzt München unter anderem auf die Begrünung von Gebäuden und Grundstücken. Mit dem städtischen Förderprogramm „Begrünung“ unterstützt die Landeshauptstadt die Begrünung von Dächern, Fassaden, Innenhöfen und Vorgärten sowie die Entsiegelung von Flächen. Gerade auf privaten Grundstücken sieht die Stadt weiteres Potenzial für Maßnahmen zur Klimaanpassung.
Potenzial auf Dächern, an Fassaden und in Höfen
Begrünte Dächer und Fassaden können im Sommer durch Verdunstung und Verschattung zur Kühlung beitragen und Regenwasser zurückhalten. Entsiegelte Flächen ermöglichen zusätzlich, dass Niederschlagswasser besser versickern kann.
Dafür setzt München auch finanzielle Anreize: Bei extensiven Dachbegrünungen übernimmt die Stadt 50 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 25 Euro pro Quadratmeter. Bei bodengebundenen Fassadenbegrünungen zum Straßenraum werden sogar 100 Prozent der Pflanzkosten sowie 50 Prozent der Kosten für Vorbereitung, Herstellung und Rankhilfen gefördert. Für die Begrünung von Innenhöfen sind Zuschüsse von 50 Prozent der förderfähigen Kosten und maximal 100 Euro pro Quadratmeter möglich.
Hamburg lässt die Stadt gärtnern
Und dann ist da noch die dritte Zutat für die grüne Stadt: Urban Gardening. In Hamburg hat sich daraus in den vergangenen Jahren eine kleine Bewegung entwickelt. Über das Netzwerk "Hamburgs Gärten" sind zahlreiche Gemeinschaftsgärten verzeichnet, vom FuhlsGarden in Barmbek, wo Kita-Kinder und Anwohner gemeinsam Mangold und Kürbis ziehen, bis zur "Lütten Looge", einem integrativen Gemüsegarten.
Mietgärten und Schrebergärten für alle
Wer keinen eigenen Garten oder Balkon hat, muss in Hamburg trotzdem nicht auf die Erde verzichten. Rund um die Stadt bieten Höfe wie Gut Wulksfelde oder der Milchhof Wriggers Mietgärten an, in denen sich ganze Beete für eine Saison pachten lassen. Dazu kommen rund 35.000 Schrebergärten im Stadtgebiet, die längst mehr sind als private Erholungsflächen.
Sie kühlen das Stadtklima und vernetzen kleine grüne Inseln zu größeren Biotopen. Urban Gardening ist damit das, was Schwammstadt und Gebäudebegrünung von oben planen, nämlich die gelebte grüne Infrastruktur, nur eben auf Augenhöhe und mit Gießkanne.
Ausblick: Klimagerechtes Bauen auf der BAU2027
Auch auf der BAU2027 im Januar sind Klimaschutz & Klimaanpassung ein Leitthema. Mehr dazu erfahrt ihr direkt bei der BAU!
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