Grünes Licht für eines der größten Wohnbauprojekte Münchens
München wächst – und zwar kräftig. Bis 2029 dürfte die Einwohnerzahl die 1,7-Millionen-Marke knacken, und damit steigt der Druck auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt weiter. Genau hier setzt die neue Eggarten-Siedlung an: Mitte April 2026 hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung den Bebauungsplan gebilligt und damit den Weg für rund 1.900 neue Wohnungen freigemacht.
Auf dem Areal einer ehemaligen Gartenkolonie südlich des Lerchenauer Sees soll ein lebendiges, nachhaltiges Quartier für bis zu 4.500 Menschen entstehen. Klingt nach Großprojekt – und ist es auch.
Wohnen für alle: Genossenschaften und mietpreisgebundene Wohnungen
Das Spannende an der Eggarten-Siedlung in München ist die soziale Mischung. Stolze 47 Prozent der Wohnungen sollen an Genossenschaften vergeben werden, alle mit Mietpreisbindung – ein in dieser Größenordnung ungewöhnlicher Schritt für die Landeshauptstadt.
15 Prozent davon gehen gezielt an Haushalte aus der Nachbarschaft, etwa für barrierefreies Wohnen oder junge Familien aus dem Umfeld. Damit wird nicht nur gebaut, sondern aktiv Quartier gemacht.
Gartenquartier statt Schlafstadt: Das städtebauliche Konzept
Die Idee der Berliner Büros Studio Wessendorf und Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, die 2020 den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen haben, ist klar: Die DNA der alten Gartenkolonie bleibt erhalten. Geplant ist eine fünf- bis siebengeschossige Blockrandbebauung mit grünen Wohnhöfen, ergänzt um drei Hochhäuser – eines mit 15, zwei mit 13 Geschossen – die als markante Punkte das Quartier strukturieren.
Rund um den zentralen Eggartenplatz, drei erhaltenswerte Bestandsgebäude und großzügige Grünflächen entsteht so ein echtes Gartenquartier statt einer austauschbaren Neubausiedlung. Im Süden und Osten kommen weitläufige öffentliche Parkflächen dazu.
Klimaschutz, Schwammstadt und 15-Minuten-Stadt
Beim Thema Nachhaltigkeit zieht die Eggarten-Siedlung alle Register, die der moderne Städtebau zu bieten hat. Eine klimafreundliche Wärmeversorgung – gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz –, das Schwammstadt-Prinzip zum Umgang mit Regenwasser und ein konsequent autoarmes Mobilitätskonzept gehören zum Standard.
Drei Quartiersgaragen mit Platz für 930 Autos bündeln den motorisierten Verkehr, während 4.400 Fahrradstellplätze zeigen, in welche Richtung gedacht wird. Alles für den Alltag liegt nach der 15-Minuten-Stadt-Logik in fußläufiger Nähe – inklusive vierzügiger Grundschule, fünf Kitas und rund 4.000 Quadratmetern Erdgeschossnutzung für Nahversorgung, Cafés und Quartiersangebote.
Wie es jetzt mit der Eggarten-Siedlung weitergeht
Mit dem Billigungsbeschluss ist ein wichtiger Meilenstein geschafft, aber das Verfahren ist noch nicht ganz durch. Im Herbst 2026 steht die Öffentlichkeitsbeteiligung an, parallel wird der Flächennutzungsplan angepasst. Erstmals haben sich in München zudem alle Projektbeteiligten auf eine verbindliche Charta für Planung, Bau und Betrieb verpflichtet – ein Novum im Münchner Wohnungsbau.

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