Ein Anschlag mit weitreichenden Folgen
Der Stromausfall in der letzten Woche in Berlin hat vielen Menschen schlagartig vor Augen geführt, wie abhängig unser Alltag von einer stabilen Energieversorgung ist. Der Alltag von zigtausenden Berlinerinnen und Berlinern aus dem Südwesten der Stadt wurde durch einen Anschlag auf einen Kabelschacht empfindlich gestört.
Am frühen Morgen des 03. Januar setzten noch unbekannte Täter, die dem linken Spektrum zugeordnet werden, Hochspannungsleitungen, die durch eine Kabelbrücke gingen, in Brand.
Tausende Haushalte ohne Strom
Plötzlich standen Bahnen still, Ampeln fielen aus, und in zahlreichen Wohnzimmern und Küchen wurde es dunkel. Am Samstagmorgen fiel der Strom für zunächst knapp 50.000 Haushalte und Unternehmen aus. Auch am darauffolgenden Dienstagmorgen, an Tag 4 des Blackouts, waren noch an die 25.500 Haushalte ohne Strom.
Einsatz unter Hochdruck: Netzbetreiber und Behörden reagieren
In sozialen Netzwerken häuften sich Berichte von Betroffenen, während Einsatzkräfte und Netzbetreiber unter Hochdruck an der Behebung der Störung arbeiteten. Der Vorfall wirft erneut Fragen nach der Belastbarkeit kritischer Infrastruktur und nach Notfallkonzepten für Großstädte auf.
Provisorien, Reparaturen und Zusammenarbeit im Krisenfall
In Berlin setzte Stromnetz Berlin, der Betreiber des Berliner Stromnetzes, alles daran, den Südwesten mit einem provisorischen Anschluss ans Stromnetz zu unterstützen. Auch die Reparatur des durch den Anschlag beschädigten Kabelschachtes lief parallel. Die Bundespolizei, das THW und sogar die Bundeswehr unterstützen mit technischem Gerät und Know-How.
Es dauerte in Berlin bis zum Mittwoch, bis alle betroffenen Haushalte wieder am Netz waren. Die Rettung brachten jetzt erst einmal zwei große, provisorische Kabelüberbrückungen. Aktuell ist unklar, wann von dieser Hilfslösung wieder auf die reguläre Verbindung gewechselt werden kann.
Große Stromausfälle sind kein neues Phänomen
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass große Stromausfälle in Deutschland keine Ausnahmeerscheinungen sind.
Das Münsterländer Schneechaos 2005
Ein Beispiel ist der Stromausfall im “Münsterländer Schneechaos” im November 2005. Durch starken Schneefall, Winde und Eisbruch knickten zahlreiche Hochspannungsmasten ein, sodass rund 250.000 Menschen bis zu drei Tage ohne Strom auskommen mussten.
Heizung, Telefonnetze und Wasserversorgung waren betroffen, und erst mit großem technischem und logistischem Aufwand konnte die Versorgung schrittweise wiederhergestellt werden.
Im europäischen Blackout 2006 waren Millionen ohne Strom
Ein weiteres prägendes Ereignis war ein europaweiter, aber kurzer Stromausfall im November 2006, der neben Teilen von Frankreich, Belgien, Italien, Österreich und Spanien auch große Teile Deutschlands traf. Auslöser war eine geplante Abschaltung einer Hochspannungsleitung, die zu einer Kettenreaktion im europäischen Verbundnetz führte.
Innerhalb von Sekunden kam es in vielen Regionen zu Stromunterbrechungen, bis zu zehn Millionen Haushalte waren betroffen. Der Vorfall machte deutlich, wie eng die Stromnetze in Europa miteinander verflochten sind – und wie wichtig abgestimmte Sicherheitsmechanismen für die Energieversorgung sind.
Deutschland verfügt insgesamt über ein sehr stabiles und zuverlässiges Stromnetz. Auch der Fall in Berlin zeigt, dass Ausfälle hierzulande vergleichsweise selten sind und mit großem Einsatz verhältnismäßig schnell behoben werden können. In Berlin sind beispielsweise über 99 % aller Stromleitungen unterirdisch verlegt. Damit werden die wenigen Punkte, die oberirdisch erreichbar sind, natürlich zu kritischen Stellen.
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