Von Software über Immobilien zur nachhaltigen Smart City Plattform

Max Maier (rechts) mit DIGITALWERK-Gründer und Podcast-Gastgeber Michél-Philipp Maruhn

Wie Max mit dem 200.000 m² großen Stadt-Quartier urbanharbor über 400 Tonnen CO2 einspart

Max Maier ist 30 Jahre alt und treibt gemeinsam mit seiner Schwester seit 2017 das Familienunternehmen in der zweiten Generation voran. Er hat Ressourceneffizienz, Management und klassische Betriebswirtschaftslehre studiert und verantwortet derzeit vor allem die Immobilienentwicklung sowie die Digitalisierung der Business Group. Das Familienunternehmen untergliedert sich in vier große Teilbereiche. Der Development Bereich fokussiert sich auf die Transformation von Bestandsimmobilien zu CO2-neutralen Arbeitsplätzen von morgen. Die Rieber GmbH & Co. KG ist mit der Schweizer Rieber Alinox AG eines der führenden Unternehmen für die Ausstattung der professionellen Gastronomie, insbesondere in halböffentlichen und öffentlichen Einrichtungen, die mit 500 Mitarbeitern ein schwäbisches Mittelstandsunternehmen abbildet, welches € 100 Millionen Jahresumsatz erzielt. Mit der Rieber Alinox AG haben sie es geschafft, Mehrschichtmaterial in der Schweiz zu plattieren. Eines der Hauptziele der Kitchen Group ist die Reduzierung von Plastik, weswegen sie ein Behältnis aus Edelstahl als standardisierte Alternative der Einwegverpackung aus Plastik produzieren.

“Wir möchten dem Plastik, der Plastikverschwendung und der Plastikverpackung den Kampf ansagen. Und wir brauchen eine Organisation für dieses Mehrweg-System."

 Das Behältnis wurde mit Performance Technologie in einen Standard gebracht, der aus Edelstahl und Aluminium besteht, da die Leitfähigkeit von Aluminium eine Energieersparnis von bis zu 40 Prozent erzielt. Max erzählt im DIGITALWERK Podcast, dass das Familienunternehmen für diese übergeordnete Mission die CHECK CLOUD Plattform entwickelt hat, die sich mit der Digitalisierung der Food Supply Chain beschäftigt. Damit kann nicht nur das plastikfreie Mehrwegsystem unterstützt werden, sondern auch das Essen und den Essensbedarf gemanagt werden. Somit kann sowohl die Plastikverpackung und -verschwendung als auch die Essensverschwendung minimiert werden. Darüber hinaus gibt es dann noch einen weiteren Bereich mit dem Tool CHECK HACCP. Eine digitale Methode, um die Lebensmittelsicherheit über, eine Cloud Lösung und Sensoren transparent abzubilden.

“Unsere Vision ist es, den Bedarf und das Angebot von Food im regionalen saisonal in Mehrweg-Systemen zu organisieren und zusammenzubringen.”

Wie bewerkstelligt ihr so viele komplexe Themen gleichzeitig? 

Max’ Vater hatte die Philosophie, dass in der Komplexität die meisten Synergien liegen. Diesen Satz hat sich Max eingeprägt und schätzt, dass ihm nie langweilig wird. Mit dem Bereich der Immobilienentwicklung sind sie derzeit dabei, ein 200.000 Quadratmeter altes Industrieareal in der Weststadt Ludwigsburg zu CO2-neutralen Büroflächen mit klimaneutralen Arbeitsplätzen zu transformieren. Transformation bedeutet dabei, dass Immobilien, die in der Vergangenheit energieintensiv erbaut wurden, revitalisiert werden und die Energie dabei recycled wird. Konkret wird dabei die Nutzung der Gebäude für den gegenwärtigen und zukünftigen Mieter recycled. All dies machen Max und seine Familie unter dem Firmennamen Urban Harbour und setzen damit eine Idee von Max’ Vater um, die bereits seit vielen Jahren bestand. 

Hinter diesem Projekt steht eine klare Vision bis 2030 das erste produktive Stadtquartier in Europa zu erschaffen, welches mithilfe von digitale Kommunikationssensoren übergreifende Prozesse aus der Energiewirtschaft, Mobilität, Logistik, Immobilienwirtschaft und Food- sowie Agrarindustrie CO2-neutral und durch Kreislaufwirtschaft zu organisieren, um die Effektivität mit einem Faktor von vier zu erhöhen. Für die Umsetzung einer Smart City District Plattform und das Vorhaben wurden sie bereits mit verschiedenen Preisen wie dem Meta Preis oder dem Design Preis ausgezeichnet, da sie es bereits geschafft haben, gemeinsam mit ihren Kollaborateuren sogar CO2-positiv zu sein. Mit ihrer Plattform und durch ihre Partner schaffen sie es, den konventionellen Operations Prozess einer Immobilie, der üblicherweise sehr energieaufwendig ist, zu optimieren und zu minimieren. Zu den aktuellen Ankermietern des Stadtquartiers gehören unter anderem Bosch, Bosch Software, Porsche, Porsche Digital sowie die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Kaufland. 

Ist diese Plattformtechnologie maßgeschneidert auf eine Immobilie oder multiplizierbar? 

Die Plattform ist nicht maßgeschneidert, da das Ziel ist, mit ihrer Technologie auch andere Immobilien revitalisieren zu können.  Zwar wird es bei verschiedenen Gebäuden auch immer wieder zu Anpassungen über Schnittstellen kommen, doch das stellt keine größere Herausforderung dar. Bedeutender ist viel eher die CO2-Einsparung, die sie bisher erreichen konnten. Max erzählt im DIGITALWERK Podcast, dass sie zwei Ökobilanzen erstellen lassen haben, um eine ganzheitliche Betrachtung zu ermöglichen. Zwei Zahlen spielen eine wichtige Rolle, da die Zahl für den einmaligen Transformationsprozess zum einen für die Einschätzung des fiktiven Neubaus im Vergleich zur Bestandserhaltung durch Revitalisierung bedeutend ist. 

"Mit dem einmaligen Transformationsprozess sind wir zum Ergebnis gekommen, dass wir einmalig 2 Millionen Kilogramm CO2-Äquivalente sparen.”

Noch viel beeindruckender ist jedoch die Operations-Zahl, die verrät wie viel CO2 sie durch die revitalisierte Immobilie im Vergleich zum Fortbestand des konventionellen Betriebs einsparen. Um diesen Betrieb in der Form effizient zu gestalten, haben sie eine 5.000 Quadratmeter große PV Anlage auf dem Dach installiert, Wärmepumpen integriert und nutzen eine KI-getriebene Software für eine effiziente Anlagensteuerung, die sie mit den Stadtwerken zusammen entwickelt haben. 

"Wenn wir den konventionellen Betrieb fahren würden, wäre eine Emission von 400 Tonnen CO2 jährlich für 10.000 Quadratmetern äquivalent. Und diesen Betrag kompensieren wir zur Gänze mit unserem Betrieb. Das sind 32.000 Bäume, die wir für den Betrag hätten pflanzen müssen.”

Was sind eure nächsten Schritte? 

Max erzählt, dass sie sich derzeit stark mit dem Thema Wohnungsbau auseinandersetzen und mit der Frage, wie wir in Zukunft wohnen werden. Sie haben bereits ein Projekt für das kommende Jahr angesetzt, welches unter dem Namen Urban Stuff Living läuft und für ihre eigene Produktion in Reutlingen bedeutend sein wird. Aus Max Perspektive sollte eine Immobilie generell als Kraftwerk betrachtet werden, weswegen sie planen, modulbasierte und standardisierte Wohnungen für ihre Mitarbeiter zu bauen, die mit ihrer Produktion gekoppelt werden. Da die effiziente Nutzung von Energie und die Energieversorgung als Grundbedürfnis eine zentrale Rolle spielt, wird mit der Konstruktion einer Turbine geplant, die die Energie produziert, um das Wohnquartier ausreichend zu versorgen.

Die Themen des DW Podcast mit Max Maier im Überblick:

Innovationen im Familienunternehmen Maier (00:01:45)

  • Recycling der Gebäudenutzung (00:07:57)
  • Klimaneutralität als oberste Priorität (00:14:29)
  • Die Smart City Plattformlösung (00:22:27)
  • Nachhaltige Zukunftsprojekte (00:30:20)

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