June 14, 2026
In Folge 2 der WOHNRAUMFRAGE diskutieren Michél und Kruno mit Rolf Buch über die Ursachen der Wohnungsnot in Deutschland. Obwohl bundesweit rund 1,8 Millionen Wohnungen leer stehen, verweist Buch darauf, dass der eigentliche Mangel vor allem in den großen Städten und Ballungsräumen besteht.
Besonders betroffen seien Menschen mit geringeren Einkommen, Studierende, Familien und Personen in schwierigen Lebenssituationen. An Beispielen wie überfüllten Frauenhäusern oder jungen Menschen ohne eigene Wohnung macht er deutlich, welche sozialen Folgen fehlender Wohnraum haben kann.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die aktuelle Mietregulierung. Buch argumentiert, dass von gedeckelten Mieten häufig auch Menschen profitieren, die wirtschaftlich nicht auf diese Unterstützung angewiesen sind. Gleichzeitig hätten einkommensschwächere Haushalte oft schlechtere Chancen, bei stark nachgefragten Wohnungen überhaupt berücksichtigt zu werden. Aus seiner Sicht führt dies dazu, dass vorhandene Entlastungen nicht immer bei denjenigen ankommen, die sie am dringendsten benötigen.
Trotz aller Debatten über Regulierung sieht Buch die grundlegende Ursache der Krise im fehlenden Angebot. Wenn mehr Menschen Wohnraum nachfragen, müsse auch mehr Wohnraum entstehen. Zwar könne man bestehende Flächen effizienter nutzen und Fehlentwicklungen im Markt korrigieren, doch allein dadurch lasse sich das Problem nicht lösen. Für ihn bleibt zusätzlicher Neubau die zentrale Voraussetzung, um den Druck auf den Wohnungsmarkt langfristig zu reduzieren.
Neben dem Wohnungsmangel spricht Buch ausführlich über die wirtschaftlichen Hürden beim Bauen. Er nennt insbesondere langwierige Genehmigungsverfahren, steigende Baustandards und hohe Finanzierungskosten als wesentliche Kostentreiber. Gleichzeitig fehle vielen Projektentwicklern nach den Krisenjahren das notwendige Eigenkapital, um neue Projekte anzustoßen. Dadurch werde selbst dort zu wenig gebaut, wo der Bedarf nachweislich hoch ist.
Zum Ende der Folge plädiert Buch dafür, mehrere Reformen gleichzeitig anzugehen. Neben einer stärkeren Bautätigkeit brauche es aus seiner Sicht niedrigere Baukosten, schnellere Genehmigungsprozesse und eine sozial zielgerichtetere Mietregulierung. In diesem Zusammenhang bewertet er die diskutierte Idee einer Bundeswohnungsfinanzierungsgesellschaft grundsätzlich positiv, weil sie Investitionen erleichtern könnte. Entscheidend sei jedoch, dass keine Einzelmaßnahme als alleinige Lösung betrachtet werde, sondern alle relevanten Stellschrauben gleichzeitig bewegt werden.
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Als Hauptgeschäftsführerin des ZIA vertritt Aygül Özkan die Interessen der gesamten Immobilienwirtschaft in Deutschland. Im DIGITALWERK-Podcast spricht sie über die aktuelle Wohnungsbaukrise, politische Fehlanreize und warum Deutschland dringend neue Lösungen für mehr Wohnraum braucht.
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