Gründen, Verkaufen, Neuerfinden: Die Story von Robin Behlau und Fuchs & Eule

Robin Behlau, Founder & CEO, Fuchs & Eule Energy Experts

Robin Behlau, Founder & CEO, Fuchs & Eule Energy Experts

Robin Behlau im DIGITALWERK-Podcast über Exit, Pivots, Investoren-Vertrauen und energetische Tiefenanalyse für Immobilien.

Vom Schulhof-”Dealer” zum Gründer

Robin Behlau, Gründer und CEO von Fuchs & Eule Energy Experts, wurde schon als Schüler zum Unternehmer: Die Gummitierchen aus der Kilopackung seiner Mutter verkaufte er auf dem Schulhof für eine Mark pro Stück. Vom Erlös kaufte er sich das neueste Gameboy-Spiel, was bei den Lehrern allerdings für Ärger sorgte. Sein Onkel, der nach der Wende Obst- und Gemüseläden eröffnet hatte, klopfte ihm dagegen auf die Schulter und sagte, aus ihm werde was. Bis heute ist Robin seiner Heimat Strausberg bei Berlin eng verbunden und engagiert sich dort als Lokalpatriot unter anderem als Vizepräsident im Fußballverein.

Robin Behlau im DIGITALWERK-Podcast

Hartnäckig bleiben: Zwei Gründer, die einfach nicht aufstehen

Schon während des Studiums gründete Robin mit seinem besten Freund Mario Kohle eine Buchsuchmaschine, die Lesern passende Titel empfehlen sollte. Beim Investorengespräch in London malte ein Business Angel einen Punkt für das Gründerduo und einen riesigen Kreis für Amazon auf ein Flipchart. Auch beim Pitch in Berlin ließen die beiden nicht locker und blieben so lange sitzen, bis Lukasz Gadowski ihnen am Ende fünf andere Geschäftsideen vorschlug. Daraus entstand 2008 Käuferportal, bei dem Gadowski als erster Investor einstieg, nachdem Robin die Idee mit vier Telefonaten bei Fachhändlern geprüft hatte.

„Ich glaube, wir versuchen den Leuten oder den Investoren einfach keinen Mist zu erzählen. Wenn wir ein Problem haben, sagen wir, was los ist und wie wir versuchen, das Problem zu lösen.“

Von 2 auf 700 Mitarbeiter: Robin Behlaus Exit

Käuferportal, später Aroundhome, wurde zur größten Plattform für Lead Generation rund ums Haus in Europa. In der Spitze gab das Unternehmen 50 Millionen Euro im Jahr für Marketing aus, obwohl, wie Robin sagt, kaum jemand den Namen kannte. Interessenten wurden telefonisch qualifiziert und an geprüfte Fachhändler vermittelt, die dafür zahlten. In sieben Jahren wuchs die Firma von zwei auf 700 Mitarbeitende und wurde 2016 an ProSieben und General Atlantic verkauft.

Zwei Neustarts: Von Valyria zu Fuchs & Eule

Nach dem Exit kaufte Robin selbst Mehrfamilienhäuser und gründete mit Valyria eine Plattform, die Immobilien vollständig digitalisieren und über einen Auktionsmechanismus handelbar machen sollte. In den ersten anderthalb Jahren wurden darüber 50 Häuser verkauft, bis der Ukrainekrieg und steigende Zinsen den Markt veränderten. Das Team erfand sich neu, holte Energieberater als Investoren und Wissensgeber ins Boot und baute Fuchs & Eule für Einfamilienhäuser auf. Als die Subventionen für die Energieberatung über Nacht geändert wurden, ging das Unternehmen konsequent in den B2B-Bereich.

Fuchs & Eule heute: Tiefenanalyse für ganze Portfolios

Heute arbeitet Fuchs & Eule für professionelle Immobilienhalter wie Wohnungsbaugesellschaften, Asset Manager und Fonds, deren Gebäude oft schlechte Energieeffizienzklassen haben. Das Kernprodukt ist die energetische Due Diligence, eine Tiefenanalyse jedes Gebäudes mit Variantenvergleich, mit der das Team ein Portfolio aus 800 Gebäuden in acht Wochen analysiert hat. Name und Logo sollten so cool sein, dass man damit sogar ins Berghain gehen kann, und der Name kam aus einem Brainstorming mit den Mitarbeitenden. Seine wichtigste Lektion aus Aroundhome: Unternehmen entwickeln sich in Stufen statt linear und brauchen dafür immer wieder neue Strukturen und die richtigen Leute.

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