Von Avantgarde zu Weltmacht: Wie Patrik Schumacher mit Zaha Hadid Architects die Zukunft baut

Patrik Schumacher über Risiko, Megaprojekte, KI und die Städte von morgen

Vom Student zum Managing Director bei Zaha Hadid 

Patrik Schumacher trat 1988 als Student in das damals noch kleine Londoner Büro von Zaha Hadid ein, als dort gerade einmal fünf Mitarbeiter tätig waren. Trotz eines bescheidenen Einstiegsgehalts von 400 £ und extremen Arbeitszeiten trieb ihn die Vision der innovativen Architektur voran. 

Über die Jahrzehnte entwickelte er sich zur zentralen Figur und zum Managing Director eines globalen Imperiums. Heute beschäftigt das Büro über 500 Mitarbeiter und setzt weltweit Maßstäbe in der Gestaltung unserer Umwelt.

Michél-Philipp Maruhn, Host des DIGITALWERK-Podcasts, und Patrik Schumacher, Principal at Zaha Hadid Architects.

Radikales Wachstum und der globale Durchbruch 

Der große Wendepunkt für das Büro kam Ende der 90er Jahre mit dem Gewinn dreier wesentlicher Projekte, darunter das Phaeno in Wolfsburg. Patrik beschreibt sich selbst als „Risk Taker“, der durch die massenweise Einstellung von Top-Talenten ein wahnsinnig schnelles Wachstum forcierte. 

In der Boom-Phase nach der Dotcom-Bubble expandierte das Büro massiv in Märkte wie Dubai, China und den Mittleren Osten. Diese Ära war geprägt von gigantischen Projekten, flachen Hierarchien und einer fast grenzenlosen Aufbruchstimmung.

Es ist verblüffend, wie erfolgreich wir geworden sind. Ich habe immer geahnt, irgendwie, dass ich irgendwie dazugehören würde. Zu den Stars, die ich gut fand.

Patrik Schumacher, Principal, Zaha Hadid Architects

Die KI-Revolution im Entwurfsprozess 

Heute setzt Zaha Hadid Architects massiv auf technologische Innovation und unterhält eine eigene Abteilung mit zwölf Mitarbeitern nur für KI-Forschung. Laut Patrik ist KI kein Ersatz für den Architekten, sondern eine enorme Erweiterung der kreativen und analytischen Kapazitäten. 

Durch computergestützte Simulationen können komplexe Interaktionsmuster auf Campus-Arealen oder in Städten präzise vorhergesagt und optimiert werden. Dies führt zu einem signifikanten „Creativity Boost“ und ermöglicht es, noch ausgefallenere und bessere Lösungen in kürzerer Zeit zu liefern.

Visionen für die hochverdichtete Stadt der Zukunft 

Patrik sieht die Zukunft des Wohnens und Arbeitens in einer extremen Hochverdichtung und der Integration von physischer Welt und Metaverse. Er kritisiert die politische Lähmung und die strengen Regulierungen in Europa, die echte Innovationen im Städtebau oft verhindern. 

Sein Traumprojekt wäre ein „Mixed Use“-Megagebäude, das als vertikaler Stadtteil alle Lebensbereiche wie Wohnen, Arbeiten und Freizeit in einer dreidimensionalen Struktur vereint. Solche Konzepte könnten auch die Antwort auf den enormen Wohnraummangel in Metropolen wie London sein.

Ein Blick über den Tellerrand der klassischen Architektur 

Das Portfolio von Zaha Hadid Architects reicht heute weit über Gebäude hinaus und umfasst Interior Design, Möbel, Mode und sogar die Gestaltung virtueller Räume. Ein universeller Anspruch, die gesamte gebaute und wahrgenommene Umwelt zu gestalten. 

Patrik betont, dass jede kommunikative Situation durch Design gerahmt ist – ob physisch oder digital. Mit Projekten wie Metrotopia zeigt Zaha Hadid Architects, dass die Architektur der Zukunft keine physischen Grenzen mehr kennt.

Die Themen des DIGITALWERK-Podcast mit Patrik Schumacher im Überblick:

  • 00:00 – Darum gehts in der Folge
  • 05:37 – Arbeiten für 400 Pfund im Monat
  • 09:05 – Starstatus ohne ein gebautes Projekt
  • 15:03 – Der Durchbruch mit Rom & Wolfsburg
  • 19:57 – Explosives Wachstum in Dubai & China
  • 23:14 – Risiko, Selbstbewusstsein und Marke
  • 31:46 – Flughäfen, Megaprojekte und Weltmacht
  • 36:30 – KI, Forschung und Parametrismus
  • 48:12 – Wie wir in Zukunft leben werden
  • 54:35 – Warum Europa architektonisch stagniert

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